1. Dezember 2008
Von Andreas Hadel
Einige Sportbegeisterte sehen den Winter als willkommene Abwechslung zum Training in mehr oder weniger hohen Temperaturen. Andere wiederum hassen bereits die Vorstellung bei Frost draußen trainieren zu müssen, weil sie das unangenehme Gefühl der beissenden Kälte aus dem Weg gehen wollen. Falls Sie diese Ansicht teilen, sollten Sie bedenken, dass bei sportlicher Betätigung die Körpertemperatur bereits nach wenigen Minuten um das sieben- bis zehnfache ansteigt.

Setzen Sie im Winter auf warme Getränke, auch nach dem Sport
So gesehen, ist Jogging im Schnee eine der besten Strategien, um das Zähneklappern zu überwinden. Aber Bewegung und das Kleiden nach dem Zwiebelprinzip sind allein noch nicht ausreichend, um für Sport in der weißen Winterpracht gewappnet zu sein. Ohne eine ausgewogene Ernährung kann unser Organismus nur bedingt genügend Wärme generieren. Die richtige Sportdiät ist deshalb für Skifahrer, Läufer und Schlittschuhläufer sowie allen, die lange bei Kälte im Freien arbeiten müssen besonders essentiell.
Ganz wichtig ist es, dass Sie immer etwas zu essen bei sich haben, wenn Sie einen längeren Aufenthalt in der Kälte planen. Angenommen Sie rutschen aus und verletzen sich oder sind wegen eines anderen Vorfalls gezwungen, der Kälte ausgesetzt zu sein. Dann kann ein Energieriegel überlebenswichtig werden. Wintercamper haben zum Beispiel immer etwas Trockenobst bei sich, falls sie nachts frierend aufwachen.
Warum hat man im Winter größeren Hunger?
Jeder Abfall der Körpertemperatur stimuliert den Appetit und kann je nach Stärke sogar echte Hungergefühle auslösen. Dabei ist dieser organische Sicherheitsmechanismus nicht nur auf die Winterzeit beschränkt. Auch wenn wir im Sommer in kälteren Gewässern schwimmen gehen, können wir den gleichen Effekt erleben.
Essen hält den Körper warm
Die Fähigkeit des Körpers seine eigene Temperatur zu erhöhen, wird als Thermogenesis bezeichnet. Dreissig bis sechzig Minuten nach der Nahrungsaufnahme erzeugt unser Organismus etwas mehr als 10 Prozent mehr Wärme im Vergleich, wenn er hungern würde. Essen versorgt uns also nicht nur mit der nötigen Energie, damit wir uns in der Kälte durch hartes Training oder schnelleres Arbeiten warm halten können, sondern Essen gibt uns tatsächlich auch reine Wärme.
Verbraucht man bei Sport in der Kälte mehr Kalorien?
Kaltes Wetter allein sorgt leider noch nicht dafür, dass wir mehr Kalorien beim Trainieren verbrennen. Es sei denn unsere Körpertemperatur fällt und wir fangen an zu zittern. Aber das ist bei einem intensiven Training so gut wie ausgeschlossen und ohnehin nicht empfehlenswert. Falls Sie aber beim Sport oder der Arbeit schwere Wintersachen tragen, kann das Extra-Gewicht durchaus einen merklichen Anstieg des Kalorienverbrauchs verursachen. Die US-Armee erlaubt ihren Soldaten daher eine höhere Kalorienzufuhr um 10 Prozent, wenn Sie lange Märsche in Winterausrüstung bewältigen müssen.
Was ist ein großer Ernährungsfehler in der Winterzeit?
Eines der Hauptsorgen der Trainer von Wintersportler ist die ausreichende Flüssigkeitszufuhr ihrer Athleten. Kälte unterdrückt das Durstgefühl, obwohl gerade Top-Athleten wie Eishockey-Spieler und professionelle Skifahrer eine kritische Menge an Flüssigkeit über ihren Schweiß und Atmung abgeben.
Manche Sportler oder Winterwanderer trinken sogar bewusst weniger, weil das Wasserlassen im Winter zum einen wegen der Kälte und zum anderen wegen der mehrschichtigen Anzugsweise etwas schwierig werden kann. Dennoch darf nicht vergessen werden, dass schon eine leichte Dehydrierung deutliche Leistungseinbussen zur Folge hat und Dehydrierung außerdem einer der Hauptgründe ist, warum Bergbesteigungen scheitern.
Was sollte man am besten essen, um warm zu bleiben?
Halten Sie sich an warme Kohlenhydratspeisen wie Nudeln und Hafer- oder Griesbrei. Generell sollten Sie warme Speisen kalten bevorzugen. Das gilt auch für Getränke. Warmes essen hält Sie in Kombination mit der Thermogenese über mehrere Stunden warm.
Studien zeigten, dass der Genuss von Eiscreme die Temperatur der Fingerspitzen um bis zu 3 Grad absenken kann. Vermeiden Sie daher kaltes Essen, soweit es möglich ist und trinken Sie auch nach dem Training eher einen lauwarmen Tee als ein eiskaltes Sportgetränk aus dem Kühlschrank.
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