Traditionelle Chinesische Medizin Spezial

Grundlagen und Methoden der TCM

Yin und Yang
In unserem TCM-Special geben wir Ihnen einen tiefen Einblick in die Traditionelle Chinesische Medizin und deren Heilmethoden

Für Laien sind alternative Heilmethoden nur schwer auseinander zu halten und auch die Frage nach dem "was gehört eigentlich alles dazu" steht ständig im Raum. Die Traditionelle Chinesische Medizin, kurz TCM, zählt zu diesen alternativen Methoden der Heilung und birgt eine Vielzahl an Behandlungen, Lebens- und Ernährungsgewohnheiten, sowie eine Sinnfindung und die Aktivierung der ureigensten Selbstheilungskräfte in sich. Was genau steckt nun eigentlich hinter TCM? Welche Heilmethoden gibt es und werden diese von den Krankenkassen übernommen? Nur einige von vielen Fragen, die wir Ihnen in unserem TCM-Special beantworten möchten.

Was ist TCM und auf welchem Ursprung basiert sie?

Die Traditionelle Chinesische Medizin, kurz auch als Chinesische Medizin oder TCM genannt, fand bereits vor über 2000 Jahren ihren Ursprung in China, durchlief jedoch den kompletten asiatischen Raum und fand dadurch auch eine stetige Weiterentwicklung der einzelnen Behandlungsmethoden, Therapieformen und Bewegungselemente, sowie die Ausrichtung der Ernährung unter dem Aspekt des Qi, der Lebensenergie. Manche Behandlungsmethoden, wie etwa die Moxabustion oder die Akupunktur, fanden bereits im 17. Jahrhundert in Europa ihre Beachtung und seit den 70er Jahren erfährt die Traditionelle Chinesische Medizin besonders in den westlichen Ländern eine beständig ansteigende medizinische Beachtung. Letzteres auch deshalb, da viele der Therapieformen positive Erfolge im Sinne der Gesundheit und Prävention erzielen, die selbst bei vielen Krankenkassen mit in den Leistungskatalog aufgenommen worden sind.

Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) - im Gleichgewicht von Ying und Yang

Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) - im Gleichgewicht von Ying und Yang

Die 2000 Jahre alte chinesische Medizin basiert auf einem konzentrierten Körpergefühl, einem reinen Geist und vielen Kräutern, Mineralien und Naturheilmitteln.

Auf welchen Grundlagen basiert die Traditionelle Chinesische Medizin?

Yin und Yang sind neben dem Begriff Qi, der sowohl eigenständig als auch mit den Organen z.B. als Herz-Qi genannt wird, die populärsten Begriffe im Rahmen der chinesischen Medizin. Und die Grundlage aller Diagnosen und Therapien, denn die Lebensenergie, welche durch die unterschiedlichen Meridiane fließt, wird als Einheit betrachtet und gilt als einer der wichtigsten Faktoren, wenn es darum geht den Menschen in eine gesunde Balance zu führen und somit auch zu einer Heilung unterschiedlicher Beschwerden oder Krankheiten zu gelangen. Weitaus mehr jedoch wird in der TCM das Augenmerk auf die Prävention gelegt, was sich unschwer in den vielen Elementen rund um eine gesunde Ernährung, Stressvermeidung oder auch Entspannungstechniken und Bewegungsformen erkennen lässt.

Die Traditionelle Chinesische Medizin als Heilkunst des Fernen Ostens

Die Traditionelle Chinesische Medizin als Heilkunst des Fernen Ostens

Im alten China wurden viele verschiedene Naturheilverfahren zur Besänftigung des Qi erdacht.

Was verbirgt sich hinter den Therapiepunkten und Meridianen?

Akupunkturpunkte der Hand

Wie Sie gerade lesen konnten, gilt dem Qi, das als Lebensenergie oder auch Kraft bezeichnet wird, sehr viel Aufmerksamkeit bei den traditionell chinesischen Heilkundigen. Diese Kraft fließt laut der 2000 Jahren alten Philosophie durch qing (Kanäle) und qingluo (Trakten), die wiederum dem aus der Astrologie entlehnten Wort Meridiane entsprechen. Auf diesen "Linien" - die wieder aller Erwartungen nicht auf der Haut selbst verlaufen wie lange Zeit im Westen angenommen wurde - befinden sich wiederum die insgesamt 365 Therapiepunkte. Diese Punkte verteilen sich überall am Körper und sparen hierbei nicht einmal die Kopfregion aus. Eine der Ansichten der Heilkundigen ist es, dass bei Blockaden in den Meridianen diese über eine Reizung der unterschiedlichen Therapiepunkte aufgelöst werden können und folglich Qi wieder einen freien Durchfluss erhält. Dieser hingegen ist für eine gesunde Balance des Körpers und des Geistes zunächst der wichtigste Bestandteil, weshalb es kaum verwundert, dass diesem freien Fließen sehr viel Aufmerksamkeit gewidmet wird. Dieses Auflösen möglicher vorhandener Blockaden wird unter anderem durch eine Akupunktur, Moxabustion, Akupressur oder auch Meridianmassagen und vielen weiteren Behandlungsmethoden durchgeführt.

Die Meridianmassage zur Behandlung der Energieleitbahnen

Die Meridianmassage zur Behandlung der Energieleitbahnen

Der Energieausgleich im Körper kann bewirken, dass bestimmte Beschwerden gelindert werden. Dazu wird das Qi mit Massagestäbchen positiv beeinflusst.

Die Chinesische Organ-Uhr der Meridiane und wie sie tickt

Die Chinesische Organ-Uhr der Meridiane und wie sie tickt

In der Traditionellen Chinesischen Medizin besteht der Körper aus Meridianen. Diese Meridiane sind für die Organe zuständig. Wenn ein Organ Probleme macht, gibt es also einen bestimmten Meridian, der dafür zuständig ist. Wann eine Behandlung am günstigsten ist, verrät die Chinesische Organ-Uhr.

Welche Diagnose-Methoden werden in der TCM eingesetzt?

In der Traditionellen Chinesischen Medizin tragen sich die inneren Krankheiten in ein äußerliches Erscheinungsbild. Folgedessen werden für die Diagnosen nicht nur die Gespräche mit dem Patienten selbst als wichtige Erkennungshilfe unterschiedlicher Beschwerden herangezogen, sondern auch die in Augenscheinnahme der Körperbeschaffenheit, sowie unter anderem die wohl bekanntesten Diagnosemethoden der Zungen- und Pulsdiagnose.

Therapien, Behandlungen und der Einsatz der Phytotherapie in der TCM

Akupunkturbehandlung mit feinen Nadeln

Die Therapien in der TCM stützen sich zunächst auf fünf Methoden: Entlang der Meridiane werden verschiedene Therapiepunkte mittels Akupunktur oder dem Brennen (Moxabustion) ebenso aktiviert als auch durch unterschiedliche Massagen, die wiederum ihre Orientierung ebenfalls an den Meridianen finden. Ergänzend können Therapien mit natürlichen Arzneimitteln zur Anwendung gelangen, die zumeist in der Verbindung mit einer abgestimmten Ernährungsweise einhergehen und auf rund 515 Einzeldrogen basieren. Unterstützend, so etwa zum Stressabbau, der Erhaltung und Rückgewinnung einer körperlichen Beweglichkeit und inneren wie äußerlichen Balance, werden zudem unter anderem Qi Gong (Arbeiten am Qi) oder Taijiquan durchgeführt.

Akupunktur: Feine Nadeln, starke Wirkung

Akupunktur: Feine Nadeln, starke Wirkung

Krankenkassen übernehmen Kosten bei chronischen Rücken- und Knieschmerzen.

Heiße Akupunktur mit Ingwer, Kegel und Co.

Heiße Akupunktur mit Ingwer, Kegel und Co.

Die Akupunktur kennt zahlreiche Formen, die nicht unbedingt mit Nadeln ausgeführt werden. Moxibustion: Wenn Feuer den Beschwerden Dampf macht.

Qi Gong zur Kultivierung von Körper und Geist

Qi Gong zur Kultivierung von Körper und Geist

Qi Gong soll die Lebensenergie im Körper ins Gleichgewicht bringen. Dazu werden Entspannungs- und Bewegungsübungen miteinander kombiniert.

Tai Chi, das chinesische Schattenboxen

Tai Chi, das chinesische Schattenboxen

Jeden Morgen schwören tausende Chinesen auf Tai Chi. Die Kampfkunst bringt Körper und Geist in Einklang und begünstigt Rücken und Wirbelsäule.

Welche Nebenwirkungen gibt es und wie wirken die einzelnen alternativen Therapieformen?

Die Traditionelle Chinesische Medizin besteht aus der Natürlichkeit unter dem Aspekt der ganzheitlichen Betrachtungsweise des Menschen. Nebenwirkungen an sich sind weitaus weniger häufig oder gravierend und zeigen sich mitunter in einer allergischen Reaktion (z.B. nach der Einnahme von Arzneimitteln), Rötungen oder leichten Reizungen (nach einer Moxabustion oder Akupunktur) und bei einer unsachgemäßen Handhabung der Arzneimittel und Unkenntnis des Heilkundigen auch Schäden an der Leber. Letztere sind jedoch wirklich selten, werden jedoch von den Kritikern der TCM gerne als Anhaltspunkt aufgezählt. Ansonsten gilt wie bei allen anderen alternativen Heilmethoden, dass bei anhaltenden und vor allem schwerwiegenden Erkrankungen ein Arzt der Schulmedizin konsultiert werden sollte, die Behandlungen der TCM jedoch durchaus ergänzend erfolgen können. Zudem wirken beispielsweise alle Massagen je nach Person auf den Organismus, so etwa in Form einer verbesserten Durchblutung oder die Aktivierung der Verdauungsorgane.

Übernehmen die Krankenkassen die Behandlungskosten im Rahmen der TCM?

Viele der Behandlungsmethoden oder Therapien im Rahmen der Traditionellen Chinesischen Medizin, sowie unter anderem Massagen, fallen in der Regel nicht in den Leistungskatalog der Krankenkassen. Allerdings werden aufgrund der vielen positiven Erfahrungen bei zahlreichen chronischen und funktionellen Beschwerden inzwischen die Kosten einer Akupunktur von den Kassen übernommen. Zudem bieten viele gesetzliche Krankenkassen die Möglichkeit, einen Zuschuss zu unterschiedlichen präventiven Bewegungsformen (Qi Gong und andere) zu gewähren und das auch und besonders bei chronischen Beschwerden, wie zum Beispiel Rückenschmerzen. Generell lohnt es sich als Patient bei seiner Krankenkasse nachzufragen, ob und welche Behandlungen im Rahmen der Traditionellen Chinesischen Medizin übernommen oder bezuschusst werden können.

Bildnachweise für dieses Special

  • Titelbild: blue yin yang © mm - www.fotolia.de
  • Was verbirgt sich hinter den Therapiepunkten und den Meridianen?: Acupuncture meridians © microimages - www.fotolia.de
  • Therapien, Behandlungen und der Einsatz der Phytotherapie in der TCM: Acupuncture needles on back of a young woman © Piotr Rzeszutek - www.fotolia.de

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