Ursachen, Symptome und Behandlung unterschiedlicher Krampfarten

Infos über Darmkrämpfe, die Verkrampfung der Blutgefäße (Vasospasmus), die Verkrampfung der Muskeln der Atemwege (Bronchospasmus), den Stimmritzenkrampf (Laryngospasmus) und Co

Von Krämpfen spricht man, wenn es zu unbeabsichtigt starken Muskelanspannungen kommt. Die Ursachen dafür sind vielfältig.

Wade einer Frau wird von Männerhänden massiert

Bei einem Krampf oder Spasmus handelt es sich um eine starke Anspannung von Muskeln, die jedoch nicht gewollt ist. Dabei treten zumeist auch erhebliche Schmerzen auf. Zu Krämpfen kann es sowohl bei Bewegung wie sportlichen Aktivitäten als auch im Ruhezustand kommen.

Ursachen von Krämpfen

Krämpfe haben unterschiedliche Ursachen. So entstehen sie häufig aufgrund von

Weitere Gründe können

sein. Bei gewöhnlichen Muskelkrämpfen lässt sich oft auch gar keine konkrete Ursache feststellen. In den meisten Fällen werden Muskelkrämpfe jedoch durch Überanstrengung der betroffenen Muskelgruppen oder Elektrolytstörungen ausgelöst.

Zu diesen Krämpfen zählen vor allem Wadenkrämpfe oder Schreibkrämpfe. Diese lassen sich zumeist durch Entspannung oder die Einnahme des Mineralstoffs Magnesium bessern.

Begünstigend auf die Entstehung von Krämpfen wirkt sich Kochsalzmangel aus. So kommt es bei sportlichen Aktivitäten durch das Schwitzen zu einem verstärkten Ausscheiden von Natriumchlorid. Wird dieser Verlust nicht ausgeglichen, schrumpfen die Nervenzellen. Aber auch Kaliummangel trägt zu Muskelkrämpfen bei, da der Stoff wichtig für die Steuerung der Muskeltätigkeit ist.

Behandlung von Krämpfen

Als Erste-Hilfe-Maßnahme bei einem akuten Muskelkrampf empfiehlt es sich, den betroffenen Muskel zu dehnen. Ebenfalls hilfreich sind Wechselduschen mit warmem und kaltem Wasser sowie das Massieren des Muskels.

Außerdem sollte der Betroffene Elektrolyt-Getränke, die Magnesium enthalten, zu sich nehmen. Als wirksame Alternative gilt Chininsulfat, das sich auch zur Vorbeugung verwenden lässt.

Krampfarten

Krampf ist nicht gleich Krampf. So unterscheiden Mediziner zwischen verschiedenen Krampftypen. Dazu gehören

  • der Schreibkrampf
  • der Magenkrampf
  • der Darmkrampf
  • der Bauchkrampf
  • die Verkrampfung der Blutgefäße (Vasospasmus)
  • die Verkrampfung eines Herzkranzgefäßes (Prinzmetal-Angina)
  • die Verkrampfung einer Arterie des Gehirns (Zerebraler Vasospasmus)
  • die Verkrampfung der Muskeln der Atemwege (Bronchospasmus)
  • der Stimmritzenkrampf (Laryngospasmus) sowie
  • die Verkrampfung des Halses (Torticollis).
  • der "Musikerkrampf" (Fokale Dystonie)

Im Folgenden gehen wir etwas näher auf die unterschiedlichen Krampfarten ein.

Schreibkrampf

Mediziner bezeichnen einen Schreibkrampf auch als Cheirospasmus oder Mogigraphie und rechnen ihn zu den aktionsspezifischen fokalen Dystonien. Um einen Schreibkrampf handelt es sich, wenn die betroffene Person ihre Hand beugt und ihreFinger den Schreibstift zusammendrücken.

Zu einem Schreibkrampf kommt es immer nur in bestimmten Situationen, also beim Schreiben mit einem Stift. Dagegen ist das Schreiben mit einer Computer-Tastatur oder einer Schreibmaschine ohne Weiteres möglich. In manchen Fällen werden auch andere feinmotorische Handbewegungen in Mitleidenschaft gezogen.

Ursachen des Schreibkrampfs

Lange Zeit wurde der Schreibkrampf als Überlastungssyndrom eingestuft. Später gingen Mediziner von einer psychosomatischen Erkrankung aus. In der heutigen Zeit zählt man den Schreibkrampf zu den Dystonien. Dabei handelt es sich um Bewegungsstörungen, die ihren Ursprung in den motorischen Gehirnzentren haben.

Allerdings lassen sich die Ursachen einer Dystonie nicht immer feststellen. In solchen Fällen spricht man von einer idiopathischen Dystonie. Mitunter wird eine Dystonie auch vererbt.

Symptome

Typisch für einen Schreibkrampf ist das krampfhafte Andrücken des Daumens, der den Schreibstift hält, gegen Mittel- und Zeigefinger. Dabei ballt sich die gesamte Hand wie eine Klaue zusammen.

Manchmal fällt dem Betroffenen der Stift aus der Hand. Gelegentlich ziehen sich auch die Vorderarmmuskeln zusammen, sodass die Hand während des Schreibens über das Papier rutscht.

Darüber hinaus kann es zu unangenehmen Schmerzen kommen. In manchen Fällen weitet sich der Schreibkrampf zu einer permanenten Armdystonie aus, die mitunter bis zur Schulter reicht.

Behandlung

Die Behandlung eines Schreibkrampfs ist nicht einfach. Bei manchen Patienten sind anticholinerge Medikamente hilfreich. In den meisten Fällen gilt jedoch eine lokale Therapie mit Botulinumtoxin A als sinnvoll, bei der das Mittel durch Injektionen verabreicht wird. Die Erfolgsquote bei einem Schreibkrampf ist jedoch niedriger als bei anderen fokalen Dystonien wie dem Blepharospasmus oder dem Torticollis.

Magenkrampf

Magenkrämpfe sind starke Magenschmerzen, die abrupt und unerwartet auftreten und plötzlich wieder abklingen. In den meisten Fällen verschwinden sie nach einigen Tagen wieder. Es ist aber auch möglich, dass sie wochenlang oder sogar monatelang immer wieder vorkommen.

Ursachen

Beim Magenkrampf handelt es sich nicht um eine eigenständige Erkrankung, sondern um ein Symptom, das von einer bestimmten Krankheit verursacht wird. Dies können

sein. Als weitere mögliche Ursachen kommen auch Nahrungsmittelunverträglichkeiten infrage. Ebenso haben psychische Faktoren Einfluss auf Magenkrämpfe. So können psychische Belastungen, Konflikte oder Stresssituationen den Betroffenen regelrecht auf den Magen schlagen.

Symptome

Typisch für Magenkrämpfe ist, dass sie schlagartig in der Magengegend einsetzen und dann wieder abebben. Dieser Vorgang kann sich mehrmals wiederholen.

Manchmal treten die Schmerzen nach dem Essen auf, sie können aber auch völlig unwillkürlich einsetzen. Mitunter leiden die Betroffenen an weiteren Beschwerden wie Übelkeit und Erbrechen.

Behandlung

Bei leichten Magenkrämpfen ist meist eine zweitägige Diät mit Zwieback, Haferschleim und Kamillentee hilfreich. Auf diese Weise kommt der Magen-Darmtrakt wieder zur Ruhe.

Als wohltuend gelten auch Pfefferminze, Kümmel und Fenchel, die man als Kapsel oder als Tee einnehmen kann.

Zur Genesung tragen zudem Bettruhe und die Anwendung einer Wärmflasche bei. Halten die Magenkrämpfe jedoch länger als zwei oder drei Tage an, sollte unbedingt ein Arzt zu Rate gezogen werden, da es sich auch um eine ernsthafte Erkrankung handeln kann.

Sind psychische Probleme für die Beschwerden verantwortlich, muss meist eine Psychotherapie durchgeführt werden, um die Magenkrämpfe nachhaltig zu beseitigen. Dabei helfen auch bewährte Entspannungsmethoden wie Yoga oder autogenes Training.

Darmkrampf

Darmkrämpfe gehören zu den häufigsten Symptomen bei Darmbeschwerden. Häufig treten sie nur vorübergehend auf. Halten sie jedoch längere Zeit an, kann eine ernsthafte Erkrankung dahinter stecken. Kommt es zu sehr starken Darmkrämpfen, spricht man von einer Darmkolik.

Ursachen

Für die Entstehung von Darmkrämpfen kommen mehrere Ursachen infrage. Zu den häufigsten Gründen gehört akuter infektiöser Durchfall, der bei einer Darmentzündung oder einer Gastroenteritis auftreten kann. Dabei verspürt der Betroffene krampfartige Bauchschmerzen, denen eine schlagartige Entleerung des Stuhls folgt.

Eine weitere mögliche Ursache für Darmkrämpfe ist eine Darmstenose (Verengung). Die krampfartigen Schmerzen treten dann meist eine gewisse Zeit nach dem Essen auf.

Nicht selten führen auch verhärteter Stuhl oder Verstopfung zu Darmkrämpfen. Diese können durch eine ungesunde Ernährungsweise, aber auch durch ernsthafte Erkrankungen hervorgerufen werden. Des Weiteren kommt auch das Reizdarm-Syndrom als Auslöser für Darmkrämpfe in Frage.

Psychosomatische Ursachen

Ebenso wie bei Magenkrämpfen spielt auch die Psyche bei diesen Beschwerden eine Rolle. So leiden sensible Menschen bei Stresssituationen oder psychischen Belastungen häufig unter Darmbeschwerden.

Diagnose

Um die Ursachen für Darmkrämpfe herauszufinden, stehen der Medizin verschiedene Diagnosemöglichkeiten zur Verfügung. Neben einer Anamnese und einer körperlichen Untersuchung sind dies vor allem

Behandlung

Die Behandlung von Darmkrämpfen richtet sich nach deren Ursache.

  • Handelt es sich um eine virale Infektion, müssen lediglich die Symptome behandelt werden. Dazu können zum Beispiel Medikamente wie Loperamid oder Spasmolytika zum Einsatz kommen.
  • Bei einer bakteriellen Infektion verabreicht man zumeist Antibiotika wie Metronidazol, Rifaximin oder Ciprofloxacin.
  • Im Falle einer Laktoseintoleranz ist es wichtig, laktosefreie Kost zu sich zu nehmen.
  • Leidet der Patient unter einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung, erhält er bei einem akuten Schub in der Regel entzündungshemmende Medikamente wie Inflixmab oder Azathioprin.

Bauchkrampf

Bauchkrämpfe können sehr schmerzhaft sein. Sie entstehen durch ein krampfhaftes Zusammenziehen der Muskeln der Verdauungsorgane. Häufig kommt es dabei auch zum Anspannen der Bauchdecke.

Normalerweise ist der Darm ständig in Bewegung, da er Nahrung durch den Verdauungstrakt transportiert und verdaut. Diesen Vorgang bezeichnet man als Darmperistaltik. Wird die Verdauung jedoch gestört, kommt es auch zu einer Störung der Peristaltik, was sich wiederum durch Bauchkrämpfe bemerkbar macht.

Ursachen

Bauchkrämpfe entstehen aus den unterschiedlichsten Gründen. Bei den meisten Menschen sind es harmlose Ursachen wie

  • ungesunde Ernährung
  • Aufregung
  • Stress oder
  • zeitweilige Magenverstimmungen.

Aber auch

  • Verstopfung
  • Durchfall sowie
  • das so genannte Reizdarm-Syndrom

kommen als Auslöser für die unangenehmen Bauchschmerzen infrage. Ebenso können Erkrankungen wie

die Ursache für Bauchkrämpfe sein.

Behandlung

In den meisten Fällen muss bei Bauchkrämpfen keine spezielle Therapie erfolgen, da sie nach kurzer Zeit wieder zurückgehen. So genügt es oft schon, sich Ruhe zu gönnen und warmen Tee einzunehmen.

Am besten geeignet sind

Hilfreich kann auch die Anwendung einer Wärmflasche oder eines Heizkissens sein. Außerdem sollte man auf blähende Speisen, Fett und Alkohol verzichten.

Steckt eine Erkrankung hinter den Bauchkrämpfen, hängt die Therapie von deren Ursache ab. Handelt es sich um eine Darminfektion, werden Antibiotika verabreicht. Bei schweren Erkrankungen wie Gallensteinen oder Darmkrebs erfolgt in der Regel ein operativer Eingriff.

Um starke Bauchkrämpfe zu bekämpfen, stehen auch verschiedene Arzneimittel zur Verfügung. Dazu gehören Spasmolytika, die krampflösend wirken, oder Mebeverin, das die Darmmuskulatur entspannt. Ebenfalls hilfreich sind pflanzliche Präparate wie

Verkrampfung der Blutgefäße (Vasospasmus)

Mediziner bezeichnen einen Vasospasmus auch als Angiospasmus oder Gefäßspasmus. Gemeint ist damit die plötzlich auftretende krampfartige Verengung eines Blutgefäßes. Diese wird durch einen Reiz ausgelöst. Nicht selten hat ein Vasospasmus eine Ischämie (verminderte Durchblutung) des benachbarten Gewebes zur Folge.

Ursachen eines Vasospasmus

Ausgelöst wird ein Vasospasmus durch die erhöhte Aktivität der Gefäßwandmuskulatur, die wiederum durch bestimmte Reize entsteht. Dabei kann es sich beispielsweise um eine erhöhte Kalziumkonzentration handeln. Eine weitere mögliche Ursache der Verkrampfung sind angeborene Störungen.

Eine Erkrankung, bei der es zu Vasospasmen kommt, ist die Raynaud-Krankheit. Diese macht sich durch anfallsartige Verengungen der Blutgefäße der Finger bemerkbar. Darüber hinaus leiden die betroffenen Personen unter Taubheitsgefühlen und starken Schmerzen.

Behandlung

Die Behandlung von Vasospasmen gilt als schwierig. In den meisten Fällen wird Nimodipin verabreicht.

Verkrampfung eines Herzkranzgefäßes (Prinzmetal-Angina)

Eine Prinzmetal-Angina wird auch als vasospastische Angina oder Variantangina bezeichnet. Ihren Namen erhielt sie von ihrem Entdecker, dem amerikanischen Kardiologen Myron Prinzmetal (1908-1987), der sie im Jahr 1959 erstmals beschrieb. Durch den Krampf des Herzkranzgefäßes kommt es zeitweilig zu einer Durchblutungsstörung des Herzmuskels.

Symptome

Zu einer Prinzmetal-Angina kann es auch ohne körperliche Belastungen kommen. Häufig treten die Anfälle in den frühen Morgenstunden auf. Dabei verspüren die Patienten einen Druck oder Schmerz in der Herzgegend.

Nicht selten strahlt der Schmerz in andere Körperbereiche wie

aus. Auch Herzrasen oder ein Kreislaufkollaps sind im Bereich des Möglichen. Im ungünstigsten Fall führt die Ischämie zu einem Herzinfarkt.

Behandlung

Um eine Prinzmetal-Angina zu behandeln, wird in der Regel eine medikamentöse Therapie durchgeführt. Dabei erhält der Patient Nitrate oder Calciumantagonisten. Nicht geeignet für eine erfolgreiche Behandlung sind dagegen Betablocker.

Verkrampfung einer Arterie des Gehirns (Zerebraler Vasospasmus)

Unter einem zerebralen Vasospasmus versteht man eine krampfartige Verengung der Arterien des Gehirns. Die Verengung kann mehrere Wochen lang andauern.

Ursachen

Hauptursache eines zerebralen Vasospasmus ist eine Subarachnoidalblutung, also eine Blutung der spinnenartigen Hirnhaut. Diese ruft eine Reizung der Blutgefäße hervor, wodurch es zu einer aktiven Verengung dieser Gefäße kommt. Infolgedessen wird das Gehirngewebe nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt, was die Gefahr eines ischämischen Schlaganfalls in sich birgt.

Zu einem zerebralen Vasospasmus kommt es in der Regel etwa vier Tage nach der Subarachnoidalblutung. Die Krämpfe können mehrere Wochen lang andauern. Wie groß das Ausmaß des Vasospasmus ist, hängt von der ausgetretenen Blutmenge ab.

Ein zerebraler Vasospasmus tritt aber auch bei anderen neurologischen Krankheiten oder Vergiftungen wie Ergotismus auf. Mitunter kommt er erst durch medizinische Maßnahmen Drogenmissbrauch.

Diagnostizieren lässt sich ein zerebraler Vasospasmus mithilfe von angiographischen Methoden oder der Dopplersonographie.

Behandlung

Die Behandlung von zerebralen Vasospasmen erweist sich oft als schwierig. Als geeignetes Mittel gilt das Verabreichen von Nimodipin. Kontovers diskutiert wird dagegen die so genannte Tripel-H-Therapie, deren Eckpfeiler Hypertonie – Hypervolämie und Hämodilution sind.

Verkrampfung der Muskeln der Atemwege (Bronchospasmus)

Von einem Bronchospasmus ist die Rede, wenn es zu einem Krampf der glatten Bronchialmuskulatur kommt. Hält der Bronchospasmus über einen längeren Zeitraum an, besteht die Gefahr einer Hypertrophie (Gewebevergrößerung).

Ursachen

Verursacht werden Bronchospasmen durch giftige oder allergische Reizungen der Atemwege. Dabei kann es sich beispielsweise um Rauchgas oder Dämpfe handeln. Außerdem ist ein Bronchospasmus ein häufiges Symptom von Lungenerkrankungen wie Asthma bronchiale oder COPD (Chronisch obstruktive Lungenerkrankung).

Durch einen Bronchospasmus entsteht ein erhöhter Atemwiderstand, was wiederum eine Überblähung der Lunge zur Folge hat, da diese zu wenig Luft erhält. Im ungünstigsten Fall droht sogar eine lebensgefährliche Atemnot.

Behandlung

Zur Behandlung von Bronchospasmen werden Kortison oder so genannte Bronchodilatatoren eingesetzt. Dabei handelt es sich um Medikamente, die sich erweiternd auf die Bronchien auswirken. Zur Anwendung kommen vor allem

  • Mittel, die Theophyllin enthalten
  • entspannende Parasympatholytika und
  • Betasympathomimetika.

Stimmritzenkrampf (Laryngospasmus)

Ein Laryngospasmus wird auch als Glottiskrampf bezeichnet. Darunter versteht man einen Krampf der Kehlkopfstimmritze.

Ursachen

Zu einem Laryngospasmus kommt es zumeist durch mechanische Reizungen bei einer Intubation oder Extubation im Rahmen einer Narkose, ätherische Öle oder Aerosole. Besonders häufig tritt ein Stimmritzenkrampf bei Wassersportlern wie Tauchern auf. Ursache dafür sind meist aspirierte Wassertropfen.

Folgen

Das Aussetzen der Atmung hat oft Panik und Bewusstseinsverlust zur Folge. In 90 Prozent aller Fälle löst sich der Krampf während der Ohnmacht wieder von selbst. Bei den restlichen 10 Prozent werden jedoch die Atemwege blockiert, wodurch ein trockenes Ertrinken droht.

Behandlung

In den meisten Fällen ist bei einem Laryngospasmus keine spezielle Therapie erforderlich, weil er sich von selbst wieder löst, sobald die Ursache der Reizung nicht mehr vorhanden ist. Allerdings kann er auch einen lebensgefährlichen medizinischen Notfall darstellen.

In leichten Fällen reicht zur Behandlung eine Masken-Überdruckbeatmung aus. In schweren Fällen ist es erforderlich, den Krampf durch die Gabe von Muskelrelaxanzien wie Succinylcholin zu lösen. Im Anschluss daran muss der Patient beatmet werden.

Verkrampfung des Halses (Torticollis)

In der Medizin trägt der Torticollis (Schiefhals) auch die Bezeichnungen Torticollis spasticus oder Torticollis spasmodicus. Gemeint ist damit eine neurologische Krankheit, die mit einer Fehlhaltung oder unkontrollierten Bewegungen des Kopfes einhergeht.

Ursachen

Ein Torticollis kann bereits angeboren sein oder im Laufe des Lebens erworben werden. Als mögliche Ursachen für einen krankhaften Schiefhals kommen

  • Stoffwechselerkrankungen
  • Gefäßmissbildungen
  • Verletzungen oder Entzündungen des Gehirns
  • Tumore
  • Schlaganfälle
  • Unfälle oder
  • die Einnahme von bestimmten Medikamenten

infrage.

Symptome

Eine Verkrampfung des Halses entsteht durch überaktive Hals- und Nackenmuskeln. Dabei liegt eine Störung der Muskelkoordination vor, was zu ihrer gleichzeitigen Aktivierung führt.

Bemerkbar macht sich der Torticollis durch Fehlhaltungen und zum Teil heftige Kopfbewegungen. So verschiebt sich häufig die Achse zwischen Körper und Kopf. Manche Patienten leiden auch unter einem Hochstand der Schulter.

Behandlung

Bis heute gibt es gegen einen Torticollis noch keine einheitliche und etablierte Behandlung. Zu den verschiedenen Therapiemöglichkeiten gehören

  • die Physiotherapie
  • die medikamentöse Therapie mit Biperiden
  • das Verabreichen von Botulinumtoxin in die Muskeln sowie
  • Operationen wie die Myotomie oder die Denervierung.

Während bei der Myotomie die Muskeln chirurgisch durchtrennt werden, trennt man bei einer Denervierung die Nerven vom zu behandelnden Muskel.

Krankheitsbild "Musikerkrampf" (Fokale Dystonie)

In der Medizin bezeichnet man den Musikerkrampf auch als Musikerdystonie oder Fokale Dystonie. Diese lokal begrenzte neurologische Erkrankung zeigt sich an der Handmuskulatur.

Risikogruppen

Besonders betroffen sind Musiker wie Geiger oder Pianisten. Aber auch Trompeter oder Flötisten leiden oftmals unter einer Musikerdystonie. Dagegen tritt sie bei Cellisten und Bassisten eher selten auf.

Ausprägungsformen

Der Musikerkrampf wird zu den fokalen Dystonien gezählt. Dabei kommt es zum Einrollen oder Abspreizen der Finger beim Ausüben von speziellen erlernten Tätigkeiten. Außerdem sind die feinmotorischen Bewegungsabläufe beeinträchtigt.

Das heißt, dass sich die Finger nicht mehr vollständig kontrollieren lassen. Auch die Lippen können betroffen sein. Weitere Formen der fokalen Dystonie sind

  • der Lidkrampf (Blepharospasmus)
  • der Schreibkrampf und
  • der Schiefhals (zervikale Dystonie), bei dem der Kopf schräg gehalten wird.

In Deutschland leiden ungefähr 160.000 Bundesbürger unter einer fokalen Dystonie. Für Berufsmusiker kann eine fokale Dystonie schwerwiegende Folgen haben. So bedeutet sie nicht selten das Ende ihrer Karriere.

Ursachen

Die genauen Ursachen der fokalen Dystonie sind bislang nicht bekannt. Es wird angenommen, dass es sich dabei um eine pathologische Störung des Gehirns handelt. Bei Musikern entwickelt sie sich durch übermäßiges Training, bei dem es zu komplexen Bewegungsabläufen an der Hand kommt.

Eine wichtige Rolle spielen dabei die sich permanent wiederholenden Bewegungsabläufe durch monotones Üben. Als weiterer auslösender Faktor gilt die Verschmelzung von bestimmten Arealen im Gehirn.

So repräsentieren spezielle Areale in der Großhirnrinde die einzelnen Finger. Diese Areale nehmen an Größe zu, was wiederum einen Kontroll- und Steuerungsverlust der Fingermotorik zur Folge hat.

Interessanterweise tritt ein Musikerkrampf oft nur beim Spielen von bestimmten Instrumenten auf. So können Musiker, die unter einem Pianistenkrampf leiden, problemlos auf anderen Instrumenten, wie zum Beispiel auf einer Klarinette, spielen.

Symptome

Typisch für eine Musikerdystonie sind unwillkürliche Fingerkontraktionen beim Spielen von Musikinstrumenten. Der Bewegungsapparat ist allgemein zwar intakt, doch lassen sich bestimmte erlernte Bewegungen wie eine Anschlagsbewegung am Klavier oder das Zupfen einer Gitarrensaite von den Händen und Fingern nicht mehr richtig ausführen. Ohne ein Instrument sind die Bewegungen jedoch problemlos möglich.

Behandlungsmöglichkeiten

Ursächlich heilen lässt sich eine fokale Dystonie nicht. Es gibt aber unterschiedliche Behandlungsmöglichkeiten.

  • Dazu gehört eine medikamentöse Therapie, bei der der Patient Anticholinergika in Form von Tabletten einnimmt. Diese haben die Eigenschaft, die Übertragung der Nervenzellsignale zu beeinflussen.

  • Eine weitere Option ist die Behandlung der betroffenen Finger mit Botulinumtoxin A. Dabei blockiert das Botulinumtoxin die Freisetzung des Neurotransmitters Acetylcholin, wodurch wiederum der Muskel erschlafft.

  • In schweren Fällen kann auch ein operativer Eingriff erforderlich sein, bei dem der Operateur bestimmte Nervenbahnen im Gehirn durchtrennt.

Retraining

Eine weniger radikale Maßnahme stellt das so genannte Retraining dar. Grundlage dieser kausalen Therapie ist die Umschulung des Patienten.

So erlernt dieser abgeänderte Bewegungsprogramme, wodurch sich die Störung langfristig beheben lässt. Die Wirkung der einzelnen Behandlungsmethoden ist jedoch von Mensch zu Mensch unterschiedlich.

Grundinformationen zu Krämpfen

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Quellenangaben

  • Bildnachweis: calf massage © amridesign - www.fotolia.de

Autor:

Paradisi-Redaktion - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

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