Krämpfe - Ursachen, Symptome und Behandlung unterschiedlicher Krampfarten

Von Krämpfen spricht man, wenn es zu unbeabsichtigt starken Muskelanspannungen kommt. Die Ursachen dafür sind vielfältig. Dabei können Krämpfe am gesamten Körper vorkommen. Den Krampf bezeichnet man auch als Spasmus. Mitunter kann er mit Schmerzen einhergehen. Lesen Sie über Ursachen und Behandlung von Krämpfen, und informieren Sie sich über die unterschiedlichen Krampfarten.

Ursachen, Symptome und Behandlung unterschiedlicher Krampfarten

Krämpfe - Generelle Merkmale und Ausprägungsformen

Bei einem Krampf oder Spasmus handelt es sich um eine starke Anspannung von Muskeln, die jedoch nicht gewollt ist. Dabei treten zumeist auch erhebliche Schmerzen auf. Zu Krämpfen kann es sowohl bei Bewegung wie sportlichen Aktivitäten als auch im Ruhezustand kommen.

Generell können Krämpfe am gesamten Körper auftreten. Ein Krampf wird auch als Muskelkrampf oder Spasmus bezeichnet. Handelt es sich um wiederholte Krämpfe, können Muskel- oder Nervenerkrankungen vorliegen.

Nächtliche Krämpfe, z.B. Wadenkrämpfe

Kommt es nachts zu Krämpfen, handelt es sich besonders oft um Wadenkrämpfe. Sportliche Menschen, aber ebenso Senioren oder Schwangere, sind besonders häufig betroffen.

Auch nach einer alkoholreichen Nacht kann es vermehrt zu Magnesiummangel und somit zu Wadenkrämpfen kommen. Informieren Sie sich hier detaillierter über dieses Thema.

Krämpfe in den Füßen und Zehen

Auch die Füße können von Krämpfen betroffen sein. Dabei weiten sich diese auch häufig bis in die Zehen aus. Grund kann auch hier ein Magnesiummangel sein, doch ebenso das übermäßige Tragen von engen bzw. unbequemen Schuhen sowie auch eine Überbelastung des Fußes können zu Krämpfen führen.

Krämpfe in den Oberschenkeln

Krämpfe im Oberschenkel äußern sich durch ein unangenehmes Zucken und Ziehen. In den meisten Fällen sind diese auf ein falsches Training oder Überlastung zurück zu führen.

Auch ein Elektrolytmangel, etwa durch starkes Schwitzen und/oder einer zu geringen Flüssigkeitsaufnahme können die Auslöser sein. Es gibt zudem auch Medikamente, z.B. Stanine, die eine Rolle spielen.

Magen-Darm-Krämpfe

Krämpfe im Magen-Darm-Bereich zählen zu den häufigen Beschwerden, die mit Verdauungsstörungen einhergen. Im weiteren Verlauf dieses Artikels gehen wir genauer auf diesen Punkt ein.

Krämpfe im Unterbauch, z.B. während der Menstruation oder vor dem Stuhlgang

Zu Krämpfen im Unterbauch kommt es recht oft. Zum einen kann die Verdauung eine Rolle spielen; so kann etwa die Verstopfung ein Grund dafür sein - die Krämpfe zeigen sich in diesem Fall beispielsweise auch kurz vor dem Stuhlgang. Bei Frauen kommt es häufig während der Menstruation zu Krämpfen im Unterbauch.

Krämpfe in den Händen und Fingern

Auch die Hand samt Fingern kann von Krämpfen betroffen sein. Ein Mangel an Elektrolyten kann auch hier die Ursache sein. Mögliche Auslöser sind jedoch auch Erkrankungen wie

  • rheumatische Erkrankungen
  • neurologische Erkrankungen
  • Muskelkrankheiten
  • Durchblutungsstörungen und
  • hormonelle Störungen z.B. Diabetes.

Auch das Raynaud-Syndrom kann mit Krämpfen einhergehen. Dabei kommt es typischerweise auch zu Schmerzen sowie einer bläulichen Färbung der Hände.

Ursachen von Krämpfen

Krämpfe haben unterschiedliche Ursachen.

Krämpfe durch Durchblutungsstörungen oder Stoffwechselstörungen (Diabetes)

So entstehen sie häufig aufgrund von unzureichender Durchblutung oder Stoffwechselstörungen wie Diabetes.

Krämpfe durch Übertraining, Fehlstellungen oder als Nebenwirkung von Medikamenten

Weitere Gründe können eine zu stark beanspruchte Muskulatur, orthopädische Fehlstellungen oder Nebenwirkungen von bestimmten Arzneimitteln sein.

Krämpfe durch Magnesiummangel (z.B. durch Sport oder Alkohol)

Sehr häufig löst ein Magnesiummangel im Körper des Patienten einen Krampf aus. Die Ursache kann hier sein, dass der Betroffene zum Beispiel aufgrund sportlicher Tätigkeiten viel Flüssigkeit verloren und anschließend nicht wieder zu sich genommen hat. Auch Menschen, die zu viel Alkohol trinken, können unter einem Magnesiummangel leiden.

Krämpfe durch ein Mangel an Natrium und Kalium

Begünstigend auf die Entstehung von Krämpfen wirkt sich Kochsalzmangel aus. So kommt es bei sportlichen Aktivitäten durch das Schwitzen zu einem verstärkten Ausscheiden von Natriumchlorid. Wird dieser Verlust nicht ausgeglichen, schrumpfen die Nervenzellen. Aber auch Kaliummangel trägt zu Muskelkrämpfen bei, da der Stoff wichtig für die Steuerung der Muskeltätigkeit ist.

Krämpfe in der Schwangerschaft

Schwangere bemerken in der Zeit der Schwangerschaft häufig Wadenkrämpfe. Hat sich eine befruchtete Eizelle fälschlicherweise in der Bauchhöhle der Frau eingenistet, kommt es zu einer so genannten Bauchhöhlenschwangerschaft. Auch diese geht mit Krämpfen einher, welche die Frau im Bauchbereich spürt.

Krämpfe aufgrund von Erkrankungen

Auch im Bereich der Organe kann sich ein Krampf entwickeln. Sehr bekannt ist zum Beispiel die Blinddarmentzündung (Appendizitis), die mit starken Bauchkrämpfen einhergeht.

Wenn der ganze Körper krampft, hat der Patient eine Epilepsie. Auch Drogenabhängige, die einen Entzug machen, krampfen währenddessen am ganzen Körper.

Besonders Kinder, die hohes Fieber haben, können unter einem Fieberkrampf leiden. Seltener sind auch Erwachsene davon betroffen.

Krämpfe werden hin und wieder von schweren Erkrankungen ausgelöst. Dazu gehören

Aber auch eine Bauchspeicheldrüsenentzündung oder Morbus Crohn sowie können mit Darmkrämpfen einhergehen.

Krämpfe ohne Ursache

Bei gewöhnlichen Muskelkrämpfen lässt sich oft auch gar keine konkrete Ursache feststellen. In den meisten Fällen werden Muskelkrämpfe jedoch durch Überanstrengung der betroffenen Muskelgruppen oder Elektrolytstörungen ausgelöst.

Zu diesen Krämpfen zählen vor allem Wadenkrämpfe oder Schreibkrämpfe. Diese lassen sich zumeist durch Entspannung oder die Einnahme des Mineralstoffs Magnesium bessern.

Komplikationen: Folgen von Krämpfen

Muskel- und Wadenkrämpfe sind zwar schmerzhaft, gelten jedoch normalerweise als ungefährlich. In bestimmten Situationen kann allerdings auch ein Wadenkrampf zu gefährlichen Komplikationen führen. Dies ist zum Beispiel der Fall, wenn er beim Schwimmen in offenen Gewässern auftritt.

In solchen Fällen besteht sogar die Gefahr des Ertrinkens. Auch bei anderen Sportarten oder im Straßenverkehr führt ein Muskelkrampf mitunter zu Unfällen.

Wann sollte man aufgrund von Krämpfen zum Arzt?

Halten die Krämpfe länger an oder kommen wiederholt vor, ist es besser, einen Arzt um Hilfe zu bitten. So kann es sich bei diesen Symptomen um das Anzeichen einer ernsthaften Störung oder Erkrankung handeln.

Diagnose bei Krämpfen

Halten Muskelkrämpfe oder andere Krampfarten länger an, sollte eine ärztliche Diagnose erfolgen. Zu diesem Zweck nimmt der behandelnde Arzt eine gründliche körperliche Untersuchung vor.

Anamnese und körperliche Untersuchung bei Krämpfen

Bei der Untersuchung von Muskelkrämpfen muss der Patient dem Arzt zunächst schildern, seit wann er unter den Krämpfen leidet und wie intensiv sie sind. Im Anschluss an die Befragung erfolgt eine körperliche Untersuchung. Dabei achtet der Arzt auf verschiedene Auffälligkeiten.

Weitere Untersuchungen, die bei Krämpfen durchgeführt werden

Zeigt sich der Muskelkrampf an den Skelettmuskeln oder an der Wade, wird eine Blutuntersuchung durchgeführt. Diese dient unter anderem zur Bestimmung der Elektrolyte im Körper. Bei Muskelkrämpfen an den Skelettmuskeln liegt häufig eine Störung der Elektrolytkonzentration vor.

Leidet der Patient unter kolikartigen Krämpfen, kann dies auf Beschwerden der Hohlorgane wie Nieren oder dem Darm hinweisen. Der Arzt tastet dann den Bauchraum ab und führt eine Überprüfung der Darmgeräusche durch. Außerdem findet eine Sonographie (Ultraschalluntersuchung) statt.

Je nachdem, welche Ursachen hinter den Krämpfen vermutet werden, sind weitere Untersuchungen möglich. Dabei kann es sich um

handeln.

Behandlung: Was hilft gegen Krämpfe?

Dehnen, Wechselduschen und Massagen bei Krämpfen

Als Erste-Hilfe-Maßnahme bei einem akuten Muskelkrampf empfiehlt es sich, den betroffenen Muskel zu dehnen. Als Erste-Hilfe-Maßnahme bei Wadenkrämpfen sollte eine zweite Person das Bein des Patienten ausstrecken und fest gegen die Fußsohle drücken.

Die verkrampften Muskeln werden auf diese Weise gedehnt. Ebenfalls hilfreich sind Wechselduschen mit warmem und kaltem Wasser sowie das Massieren des Muskels.

Magnesium bei Krämpfen

Außerdem sollte der Betroffene Elektrolyt-Getränke, die Magnesium enthalten, zu sich nehmen. Als wirksame Alternative gilt Chininsulfat, das sich auch zur Vorbeugung verwenden lässt.

Patienten mit Wadenkrämpfen erhalten ein Medikament verordnet, das Magnesium enthält. Dieses wird als Tablette oder Brausetablette eingenommen und soll die Muskulatur entspannen.

Wie schnell wirkt Magnesium gegen Krämpfe?

Eine Versorgung mit Magnesium sollte Mindestens sechs Wochen lang gewährleistet werden. Bereits nach einigen Tagen sollte man eine Verbesserung bemerken: allerdings kann es wesentlich länger dauern, bis der Magnesiumspeicher ganz gefüllt ist.

Behandlung von starken Bauchkrämpfen bei einer Blinddarmentzündung

Hat ein Patient starke Bauchkrämpfe, kann die Ursache eine Blinddarmentzündung sein. In diesem Fall erfolgt die Einweisung in ein Krankenhaus. Der Blinddarm wird dann im Rahmen eines operativen Eingriffes entfernt.

Behandlung bei Krämpfen bei einem epileptischen Anfall

Patienten mit einem epileptischen Anfall müssen vor Verletzungen geschützt werden. Dies ist das Einzige, das man für den Patienten während eines Krampfanfalles tun kann. Um weiteren epileptischen Anfällen vorzubeugen, erhält der Patient verschiedene Medikamente verordnet.

Selbsttherapie bei Krämpfen

In den meisten Fällen handelt es sich bei Krämpfen um Muskel- oder Wadenkrämpfe, die sich auch selbst behandeln lassen. So kann dagegen Magnesium, das in Apotheken und Drogerien erhältlich ist, eingenommen werden. Aber auch gegen Magenkrämpfe ist eine Selbsttherapie möglich.

Hausmittel bei Krämpfen

Wärme bei Krämpfen

Ein altes und bewährtes Hausmittel gegen Magen- und Darmkrämpfe ist das Auflegen einer Wärmflasche. Durch die Wärme kommt es zu einer besseren Durchblutung von Magen und Darm, wodurch sich die betroffenen Muskeln wieder entspannen können. Alternativ lässt sich auch ein Heizkissen oder ein Kirschkernkissen, welches man in einer Mikrowelle bei etwa 600 Watt erhitzt, auf die schmerzende Stelle auflegen.

Tee bei Krämpfen

Ebenfalls hilfreich ist das Trinken von magenschonenden Tees wie

Während man für einen Kamillentee zwei Teelöffel mit Kamillenblüten in einen Viertelliter heißes Wasser gibt, verwendet man für Pfefferminztee ein paar Pfefferminzblätter. Zur Zubereitung eines Süßholzwurzeltees zerkleinert man die Süßholzwurzel und gibt sie ebenfalls in abgekochtes Wasser. Als weitere hilfreiche Teesorten zur Behandlung von Krämpfen gelten

  • Basilikumtee
  • Lavendeltee
  • Zitronenmelissentee und
  • Rosmarintee.

Kühlen bei Muskelkrämpfen

Im Falle eines Muskelkrampfes empfiehlt es sich, auf die schmerzende Stelle ein kühles Tuch aufzulegen, das zuvor in einem Gefrierschrank aufbewahrt wird.

Baldrian und Fußbad bei Krämpfen

Eine krampflösende Wirkung hat Baldrian, der zugleich beruhigt. Baldrian kann beim Baden mit 8 bis 12 Esslöffeln Baldrianwurzeln in drei Liter Wasser dem Badewasser beigemischt werden. Ebenfalls hilfreich bei einem Wadenkrampf ist ein Fußbad, bei der man die Füße abwechselnd in warmes und kaltes Wasser taucht.

Vorbeugung von Krämpfen

Die richtige Ernährung gegen Krämpfe

Muskelkrämpfen lässt sich zumeist durch eine gesunde Ernährung vorbeugen. Wichtig ist zudem eine genügende Flüssigkeitszufuhr. Dabei erhält der Organismus ausreichend Elektrolyte.

Magnesium und Aufwärmen gegen Krämpfe

Wer Sport treibt, sollte sich zuvor mit Magnesium versorgen und Dehnübungen zum Aufwärmen vornehmen, damit es nicht zu Krämpfen kommt. Älteren Menschen, die in den Nachtstunden unter Wadenkrämpfen leiden, wird geraten, vor dem Schlafgehen drei Minuten lang Stretchübungen durchzuführen.

Im Folgenden geben wir einen Überblick über unterschiedliche Krampfarten.

Krampfarten

Krampf ist nicht gleich Krampf. So unterscheiden Mediziner zwischen verschiedenen Krampftypen. Dazu gehören

  • der Schreibkrampf
  • der Magenkrampf
  • der Darmkrampf
  • der Bauchkrampf
  • die Verkrampfung der Blutgefäße (Vasospasmus)
  • die Verkrampfung eines Herzkranzgefäßes (Prinzmetal-Angina)
  • die Verkrampfung einer Arterie des Gehirns (Zerebraler Vasospasmus)
  • die Verkrampfung der Muskeln der Atemwege (Bronchospasmus)
  • der Stimmritzenkrampf (Laryngospasmus) sowie
  • die Verkrampfung des Halses (Torticollis).
  • der "Musikerkrampf" (Fokale Dystonie)

Im Folgenden gehen wir etwas näher auf die unterschiedlichen Krampfarten ein.

Schreibkrampf

Mediziner bezeichnen einen Schreibkrampf auch als Cheirospasmus oder Mogigraphie und rechnen ihn zu den aktionsspezifischen fokalen Dystonien. Um einen Schreibkrampf handelt es sich, wenn die betroffene Person ihre Hand beugt und ihreFinger den Schreibstift zusammendrücken.

Zu einem Schreibkrampf kommt es immer nur in bestimmten Situationen, also beim Schreiben mit einem Stift. Dagegen ist das Schreiben mit einer Computer-Tastatur oder einer Schreibmaschine ohne Weiteres möglich. In manchen Fällen werden auch andere feinmotorische Handbewegungen in Mitleidenschaft gezogen.

Ursachen von Schreibkrämpfen

Lange Zeit wurde der Schreibkrampf als Überlastungssyndrom eingestuft. Später gingen Mediziner von einer psychosomatischen Erkrankung aus. In der heutigen Zeit zählt man den Schreibkrampf zu den Dystonien. Dabei handelt es sich um Bewegungsstörungen, die ihren Ursprung in den motorischen Gehirnzentren haben.

Allerdings lassen sich die Ursachen einer Dystonie nicht immer feststellen. In solchen Fällen spricht man von einer idiopathischen Dystonie. Mitunter wird eine Dystonie auch vererbt.

Symptome von Schreibkrämpfen

Typisch für einen Schreibkrampf ist das krampfhafte Andrücken des Daumens, der den Schreibstift hält, gegen Mittel- und Zeigefinger. Dabei ballt sich die gesamte Hand wie eine Klaue zusammen.

Manchmal fällt dem Betroffenen der Stift aus der Hand. Gelegentlich ziehen sich auch die Vorderarmmuskeln zusammen, sodass die Hand während des Schreibens über das Papier rutscht.

Darüber hinaus kann es zu unangenehmen Schmerzen kommen. In manchen Fällen weitet sich der Schreibkrampf zu einer permanenten Armdystonie aus, die mitunter bis zur Schulter reicht.

Behandlung von Schreibkrämpfen

Die Behandlung eines Schreibkrampfs ist nicht einfach. Bei manchen Patienten sind anticholinerge Medikamente hilfreich. In den meisten Fällen gilt jedoch eine lokale Therapie mit Botulinumtoxin A als sinnvoll, bei der das Mittel durch Injektionen verabreicht wird. Die Erfolgsquote bei einem Schreibkrampf ist jedoch niedriger als bei anderen fokalen Dystonien wie dem Blepharospasmus oder dem Torticollis.

Magenkrampf

Magenkrämpfe sind starke Magenschmerzen, die abrupt und unerwartet auftreten und plötzlich wieder abklingen. In den meisten Fällen verschwinden sie nach einigen Tagen wieder. Es ist aber auch möglich, dass sie wochenlang oder sogar monatelang immer wieder vorkommen.

Ursachen von Magenkrämpfen

Beim Magenkrampf handelt es sich nicht um eine eigenständige Erkrankung, sondern um ein Symptom, das von einer bestimmten Krankheit verursacht wird. Dies können

sein. Als weitere mögliche Ursachen kommen auch Nahrungsmittelunverträglichkeiten infrage. Ebenso haben psychische Faktoren Einfluss auf Magenkrämpfe. So können psychische Belastungen, Konflikte oder Stresssituationen den Betroffenen regelrecht auf den Magen schlagen.

Symptome der Magenkrämpfe

Typisch für Magenkrämpfe ist, dass sie schlagartig in der Magengegend einsetzen und dann wieder abebben. Dieser Vorgang kann sich mehrmals wiederholen.

Manchmal treten die Schmerzen nach dem Essen auf, sie können aber auch völlig unwillkürlich einsetzen. Mitunter leiden die Betroffenen an weiteren Beschwerden wie Übelkeit und Erbrechen.

Behandlung von Magenkrämpfen

Bei leichten Magenkrämpfen ist meist eine zweitägige Diät mit Zwieback, Haferschleim und Kamillentee hilfreich. Auf diese Weise kommt der Magen-Darmtrakt wieder zur Ruhe.

Als wohltuend gelten auch Pfefferminze, Kümmel und Fenchel, die man als Kapsel oder als Tee einnehmen kann.

Zur Genesung tragen zudem Bettruhe und die Anwendung einer Wärmflasche bei. Halten die Magenkrämpfe jedoch länger als zwei oder drei Tage an, sollte unbedingt ein Arzt zu Rate gezogen werden, da es sich auch um eine ernsthafte Erkrankung handeln kann.

Sind psychische Probleme für die Beschwerden verantwortlich, muss meist eine Psychotherapie durchgeführt werden, um die Magenkrämpfe nachhaltig zu beseitigen. Dabei helfen auch bewährte Entspannungsmethoden wie Yoga oder autogenes Training.

Darmkrampf

Besonders, wenn man unter Darmbeschwerden leidet, kommt es nicht selten zu Darmkrämpfen. In den meisten Fällen treten diese nur vorübergehend auf.

Je nach Auslöser kann es zu mehr oder weniger schmerzhaften Verkrampfungen der Darmmuskulatur kommen, denen auch eine Entleerung des Stuhls folgen kann. Durchfall und Verstopfung zählen zu den häufigsten Ursachen - das zuvor verspeiste Essen spielt somit oftmals eine Rolle.

Die Diagnosemöglichkeiten sind vielfältig, ebenso die Behandlung. In vielen Fällen können bereits Hausmittel eine Linderung bringen, während ernstzunehmende Erkrankungen besondere Therapiemaßnahmen erfordern.

Wenn Sie mehr über die möglichen Ausprägungsformen und Behandlungsmaßnahmen von Darmkrämpfen erfahren möchten, lesen Sie unseren separaten Artikel zum Thema.

Bauchkrampf

Bauchkrämpfe können sehr schmerzhaft sein. Sie entstehen durch ein krampfhaftes Zusammenziehen der Muskeln der Verdauungsorgane. Häufig kommt es dabei auch zum Anspannen der Bauchdecke.

Normalerweise ist der Darm ständig in Bewegung, da er Nahrung durch den Verdauungstrakt transportiert und verdaut. Diesen Vorgang bezeichnet man als Darmperistaltik. Wird die Verdauung jedoch gestört, kommt es auch zu einer Störung der Peristaltik, was sich wiederum durch Bauchkrämpfe bemerkbar macht.

Ursachen von Bauchkrämpfen

Bauchkrämpfe entstehen aus den unterschiedlichsten Gründen. Bei den meisten Menschen sind es harmlose Ursachen wie

  • ungesunde Ernährung
  • Aufregung
  • Stress oder
  • zeitweilige Magenverstimmungen.

Aber auch

  • Verstopfung
  • Durchfall sowie
  • das so genannte Reizdarm-Syndrom

kommen als Auslöser für die unangenehmen Bauchschmerzen infrage. Ebenso können Erkrankungen wie

die Ursache für Bauchkrämpfe sein.

Behandlung von Bauchkrämpfen

In den meisten Fällen muss bei Bauchkrämpfen keine spezielle Therapie erfolgen, da sie nach kurzer Zeit wieder zurückgehen. So genügt es oft schon, sich Ruhe zu gönnen und warmen Tee einzunehmen.

Am besten geeignet sind

Hilfreich kann auch die Anwendung einer Wärmflasche oder eines Heizkissens sein. Außerdem sollte man auf blähende Speisen, Fett und Alkohol verzichten.

Steckt eine Erkrankung hinter den Bauchkrämpfen, hängt die Therapie von deren Ursache ab. Handelt es sich um eine Darminfektion, werden Antibiotika verabreicht. Bei schweren Erkrankungen wie Gallensteinen oder Darmkrebs erfolgt in der Regel ein operativer Eingriff.

Um starke Bauchkrämpfe zu bekämpfen, stehen auch verschiedene Arzneimittel zur Verfügung. Dazu gehören Spasmolytika, die krampflösend wirken, oder Mebeverin, das die Darmmuskulatur entspannt. Ebenfalls hilfreich sind pflanzliche Präparate wie

Verkrampfung der Blutgefäße (Vasospasmus)

Mediziner bezeichnen einen Vasospasmus auch als Angiospasmus oder Gefäßspasmus. Gemeint ist damit die plötzlich auftretende krampfartige Verengung eines Blutgefäßes. Diese wird durch einen Reiz ausgelöst. Nicht selten hat ein Vasospasmus eine Ischämie (verminderte Durchblutung) des benachbarten Gewebes zur Folge.

Ursachen eines Vasospasmus

Ausgelöst wird ein Vasospasmus durch die erhöhte Aktivität der Gefäßwandmuskulatur, die wiederum durch bestimmte Reize entsteht. Dabei kann es sich beispielsweise um eine erhöhte Kalziumkonzentration handeln. Eine weitere mögliche Ursache der Verkrampfung sind angeborene Störungen.

Eine Erkrankung, bei der es zu Vasospasmen kommt, ist die Raynaud-Krankheit. Diese macht sich durch anfallsartige Verengungen der Blutgefäße der Finger bemerkbar. Darüber hinaus leiden die betroffenen Personen unter Taubheitsgefühlen und starken Schmerzen.

Behandlung eines Vasospasmus

Die Behandlung von Vasospasmen gilt als schwierig. In den meisten Fällen wird Nimodipin verabreicht.

Verkrampfung eines Herzkranzgefäßes (Prinzmetal-Angina)

Eine Prinzmetal-Angina wird auch als vasospastische Angina oder Variantangina bezeichnet. Ihren Namen erhielt sie von ihrem Entdecker, dem amerikanischen Kardiologen Myron Prinzmetal (1908-1987), der sie im Jahr 1959 erstmals beschrieb. Durch den Krampf des Herzkranzgefäßes kommt es zeitweilig zu einer Durchblutungsstörung des Herzmuskels.

Symptome der Prinzmetal-Angina

Zu einer Prinzmetal-Angina kann es auch ohne körperliche Belastungen kommen. Häufig treten die Anfälle in den frühen Morgenstunden auf. Dabei verspüren die Patienten einen Druck oder Schmerz in der Herzgegend.

Nicht selten strahlt der Schmerz in andere Körperbereiche wie

aus. Auch Herzrasen oder ein Kreislaufkollaps sind im Bereich des Möglichen. Im ungünstigsten Fall führt die Ischämie zu einem Herzinfarkt.

Behandlung der Prinzmetal-Angina

Um eine Prinzmetal-Angina zu behandeln, wird in der Regel eine medikamentöse Therapie durchgeführt. Dabei erhält der Patient Nitrate oder Calciumantagonisten. Nicht geeignet für eine erfolgreiche Behandlung sind dagegen Betablocker.

Verkrampfung einer Arterie des Gehirns (Zerebraler Vasospasmus)

Unter einem zerebralen Vasospasmus versteht man eine krampfartige Verengung der Arterien des Gehirns. Die Verengung kann mehrere Wochen lang andauern.

Ursachen für den zerebralen Vasospasmus

Hauptursache eines zerebralen Vasospasmus ist eine Subarachnoidalblutung, also eine Blutung der spinnenartigen Hirnhaut. Diese ruft eine Reizung der Blutgefäße hervor, wodurch es zu einer aktiven Verengung dieser Gefäße kommt. Infolgedessen wird das Gehirngewebe nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt, was die Gefahr eines ischämischen Schlaganfalls in sich birgt.

Zu einem zerebralen Vasospasmus kommt es in der Regel etwa vier Tage nach der Subarachnoidalblutung. Die Krämpfe können mehrere Wochen lang andauern. Wie groß das Ausmaß des Vasospasmus ist, hängt von der ausgetretenen Blutmenge ab.

Ein zerebraler Vasospasmus tritt aber auch bei anderen neurologischen Krankheiten oder Vergiftungen wie Ergotismus auf. Mitunter kommt er erst durch medizinische Maßnahmen Drogenmissbrauch.

Diagnostizieren lässt sich ein zerebraler Vasospasmus mithilfe von angiographischen Methoden oder der Dopplersonographie.

Behandlung des zerebralen Vasospasmus

Die Behandlung von zerebralen Vasospasmen erweist sich oft als schwierig. Als geeignetes Mittel gilt das Verabreichen von Nimodipin. Kontovers diskutiert wird dagegen die so genannte Tripel-H-Therapie, deren Eckpfeiler Hypertonie – Hypervolämie und Hämodilution sind.

Verkrampfung der Muskeln der Atemwege (Bronchospasmus)

Von einem Bronchospasmus ist die Rede, wenn es zu einem Krampf der glatten Bronchialmuskulatur kommt. Hält der Bronchospasmus über einen längeren Zeitraum an, besteht die Gefahr einer Hypertrophie (Gewebevergrößerung).

Ursachen des Bronchospasmus

Verursacht werden Bronchospasmen durch giftige oder allergische Reizungen der Atemwege. Dabei kann es sich beispielsweise um Rauchgas oder Dämpfe handeln. Außerdem ist ein Bronchospasmus ein häufiges Symptom von Lungenerkrankungen wie Asthma bronchiale oder COPD (Chronisch obstruktive Lungenerkrankung).

Durch einen Bronchospasmus entsteht ein erhöhter Atemwiderstand, was wiederum eine Überblähung der Lunge zur Folge hat, da diese zu wenig Luft erhält. Im ungünstigsten Fall droht sogar eine lebensgefährliche Atemnot.

Behandlung des Bronchospasmus

Zur Behandlung von Bronchospasmen werden Kortison oder so genannte Bronchodilatatoren eingesetzt. Dabei handelt es sich um Medikamente, die sich erweiternd auf die Bronchien auswirken. Zur Anwendung kommen vor allem

  • Mittel, die Theophyllin enthalten
  • entspannende Parasympatholytika und
  • Betasympathomimetika.

Stimmritzenkrampf (Laryngospasmus)

Ein Laryngospasmus wird auch als Glottiskrampf bezeichnet. Darunter versteht man einen Krampf der Kehlkopfstimmritze.

Ursachen des Stimmritzenkrampfs

Zu einem Laryngospasmus kommt es zumeist durch mechanische Reizungen bei einer Intubation oder Extubation im Rahmen einer Narkose, ätherische Öle oder Aerosole. Besonders häufig tritt ein Stimmritzenkrampf bei Wassersportlern wie Tauchern auf. Ursache dafür sind meist aspirierte Wassertropfen.

Folgen des Stimmritzenkrampfs

Das Aussetzen der Atmung hat oft Panik und Bewusstseinsverlust zur Folge. In 90 Prozent aller Fälle löst sich der Krampf während der Ohnmacht wieder von selbst. Bei den restlichen 10 Prozent werden jedoch die Atemwege blockiert, wodurch ein trockenes Ertrinken droht.

Behandlung des Stimmritzenkrampfs

In den meisten Fällen ist bei einem Laryngospasmus keine spezielle Therapie erforderlich, weil er sich von selbst wieder löst, sobald die Ursache der Reizung nicht mehr vorhanden ist. Allerdings kann er auch einen lebensgefährlichen medizinischen Notfall darstellen.

In leichten Fällen reicht zur Behandlung eine Masken-Überdruckbeatmung aus. In schweren Fällen ist es erforderlich, den Krampf durch die Gabe von Muskelrelaxanzien wie Succinylcholin zu lösen. Im Anschluss daran muss der Patient beatmet werden.

Verkrampfung des Halses (Torticollis)

Zu den weiteren Krampfarten zählen die des Halses. Man bezeichnet sie als Torticollis bzw. auch Schiefhals. Bei dieser neurologischen Krnakheit kommt es zu unkontrollierbaren Bewegungen oder aber einer Fehlhaltung des Halses; sie kann angeboren oder im Laufe der Zeit erworben werden.

Auslöser der Verkrampfung sind Störungen in der Muskelkoordination. Möglich ist, dass gleichzeitig ein Hochstand der Schulter vorliegt. Hier in unserem separaten Artikel zum Thema erhalten Sie detailliertere Informationen.

Krankheitsbild "Musikerkrampf" (Fokale Dystonie)

In der Medizin bezeichnet man den Musikerkrampf auch als Musikerdystonie oder Fokale Dystonie. Diese lokal begrenzte neurologische Erkrankung zeigt sich an der Handmuskulatur.

Risikogruppen für den Musikerkrampf

Besonders betroffen sind Musiker wie Geiger oder Pianisten. Aber auch Trompeter oder Flötisten leiden oftmals unter einer Musikerdystonie. Dagegen tritt sie bei Cellisten und Bassisten eher selten auf.

Ausprägungsformen des Musikerkrampfs

Der Musikerkrampf wird zu den fokalen Dystonien gezählt. Dabei kommt es zum Einrollen oder Abspreizen der Finger beim Ausüben von speziellen erlernten Tätigkeiten. Außerdem sind die feinmotorischen Bewegungsabläufe beeinträchtigt.

Das heißt, dass sich die Finger nicht mehr vollständig kontrollieren lassen. Auch die Lippen können betroffen sein. Weitere Formen der fokalen Dystonie sind

  • der Lidkrampf (Blepharospasmus)
  • der Schreibkrampf und
  • der Schiefhals (zervikale Dystonie), bei dem der Kopf schräg gehalten wird.

In Deutschland leiden ungefähr 160.000 Bundesbürger unter einer fokalen Dystonie. Für Berufsmusiker kann eine fokale Dystonie schwerwiegende Folgen haben. So bedeutet sie nicht selten das Ende ihrer Karriere.

Ursachen des Musikerkrampfs

Die genauen Ursachen der fokalen Dystonie sind bislang nicht bekannt. Es wird angenommen, dass es sich dabei um eine pathologische Störung des Gehirns handelt. Bei Musikern entwickelt sie sich durch übermäßiges Training, bei dem es zu komplexen Bewegungsabläufen an der Hand kommt.

Eine wichtige Rolle spielen dabei die sich permanent wiederholenden Bewegungsabläufe durch monotones Üben. Als weiterer auslösender Faktor gilt die Verschmelzung von bestimmten Arealen im Gehirn.

So repräsentieren spezielle Areale in der Großhirnrinde die einzelnen Finger. Diese Areale nehmen an Größe zu, was wiederum einen Kontroll- und Steuerungsverlust der Fingermotorik zur Folge hat.

Interessanterweise tritt ein Musikerkrampf oft nur beim Spielen von bestimmten Instrumenten auf. So können Musiker, die unter einem Pianistenkrampf leiden, problemlos auf anderen Instrumenten, wie zum Beispiel auf einer Klarinette, spielen.

Symptome von der Musikerdystonie

Typisch für eine Musikerdystonie sind unwillkürliche Fingerkontraktionen beim Spielen von Musikinstrumenten. Der Bewegungsapparat ist allgemein zwar intakt, doch lassen sich bestimmte erlernte Bewegungen wie eine Anschlagsbewegung am Klavier oder das Zupfen einer Gitarrensaite von den Händen und Fingern nicht mehr richtig ausführen. Ohne ein Instrument sind die Bewegungen jedoch problemlos möglich.

Behandlungsmöglichkeiten bei einem Musikerkrampf

Ursächlich heilen lässt sich eine fokale Dystonie nicht. Es gibt aber unterschiedliche Behandlungsmöglichkeiten.

  • Dazu gehört eine medikamentöse Therapie, bei der der Patient Anticholinergika in Form von Tabletten einnimmt. Diese haben die Eigenschaft, die Übertragung der Nervenzellsignale zu beeinflussen.

  • Eine weitere Option ist die Behandlung der betroffenen Finger mit Botulinumtoxin A. Dabei blockiert das Botulinumtoxin die Freisetzung des Neurotransmitters Acetylcholin, wodurch wiederum der Muskel erschlafft.

  • In schweren Fällen kann auch ein operativer Eingriff erforderlich sein, bei dem der Operateur bestimmte Nervenbahnen im Gehirn durchtrennt.

Retraining bei einer Musikerdystonie

Eine weniger radikale Maßnahme stellt das so genannte Retraining dar. Grundlage dieser kausalen Therapie ist die Umschulung des Patienten.

So erlernt dieser abgeänderte Bewegungsprogramme, wodurch sich die Störung langfristig beheben lässt. Die Wirkung der einzelnen Behandlungsmethoden ist jedoch von Mensch zu Mensch unterschiedlich.

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  • Malte Ludwig: Repetitorium für die Facharztprüfung Innere Medizin: Mit Zugang zur Medizinwelt, Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH, 2017, ISBN 3437233165
  • Thorwald Dethlefsen, Ruediger Dahlke: Krankheit als Weg: Deutung und Bedeutung der Krankheitsbilder, Bassermann Verlag, 2008, ISBN 3809423777

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