Hormone - Informationsübermittler, die für zahlreiche Steuerungen im Körper zuständig sind

Grafik menschliche Schilddrüse

Man unterscheidet zahlreiche Arten von Hormonen, die für unterschiedliche körpereigene Abläufe zuständig sind

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  • von Paradisi-Redaktion

Als Hormone bezeichnet man unterschiedliche körpereigene Botenstoffe. Sie dienen zur Regulierung von verschiedenen Körperfunktionen.

Inhaltsverzeichnis des Artikels

Als Hormone werden biochemische Botenstoffe bezeichnet. Ihre Herstellung und Abgabe an den Körper erfolgt durch spezielle hormonbildende Zellen. Zu ihren Aufgaben gehört das Regulieren oder Ausführen von bestimmten Tätigkeiten an den Erfolgsorganen.

Entstehung und Wirkung

Hormone entstehen in den Drüsenzellen von bestimmten Organsystemen. Nach ihrer Bildung werden sie in die Blutgefäße oder das benachbarte Gewebe abgegeben.

Schließlich gelangen sie zu den Rezeptoren. Dies sind Zellen mit so genannten Andockstellen, die die Nachrichten der abgegebenen Hormone lesen können.

Die hormonelle Wirkung im Körper kommt durch das Anbinden der Hormone an deren Rezeptoren zustande. Diese liegen entweder im Zytoplasma oder der Membran der Körperzelle.

Innerhalb der Zelle kommt es nach dem Interagieren mit dem Zielmolekül zu einer Signalkaskade. In diesen Vorgang werden weitere Botenstoffe, die man als Intrazellulärtransmitter bezeichnet, einbezogen.

Das Ausschütten der Hormone ist teilweise mit komplexen Regulationsvorgängen auf Molekularebene verbunden. Diese bilden wiederum einen Teil von komplizierten Regelkreisen. Die Wirkung der Hormone ist zeitlich begrenzt, da sie in den Zielgeweben abgebaut werden.

Im Unterschied zu den Nerven, die ihre Nachrichten in Sekundenbruchteilen übermitteln, benötigen die Hormone mehrere Minuten und manchmal sogar Stunden für die Übermittlung. Die übermittelten Informationen werden von der chemischen Struktur der Hormone verborgen.

Einteilung

Unterschieden werden Hormone in Peptidhormone, die sich vorwiegend aus Eiweiß zusammensetzen sowie Steroidhormone, die vor allem aus Fett bestehen.

Zu den Peptidhormonen gehören u.a.:

  • Insulin
  • Hypophysen
  • Glucacon
  • Zwischenhirn-Hormone

Geschlechtshormone sowie Nebennierenrindenhormone gehören zu den Steroidhormonen.

Cholecalciferol (Vitamin D3)

Ein Hormon der besonderen Art ist das Cholecalciferol (Vitamin D3). Dieser Stoff, der vom Körper selbst gebildet werden kann, ist wichtig für den Knochenstoffwechsel.

Zur Bildung des Hormons wird jedoch genügend Sonnenschein benötigt. Über die Nahrung lässt sich auch eine Vorstufe dieses Hormons aufnehmen.

Funktion

Durch die Hormone werden die unterschiedlichsten Vorgänge im Körper gesteuert. Dazu gehören u.a.:

So beeinflusst das Hormon Adrenalin das Herz und den Blutdruck Insulin wirkt senkend auf den Blutzucker und reguliert die Aufnahme von Glucose in den Körperzellen.

Schilddrüsenhormone wiederum sorgen für die Steigerung des Stoffwechsels und fördern das Wachstum. Das Geschlechtshormon Testosteron bewirkt die Veränderung der männlichen Geschlechtsmerkmale während der Pubertät. Progesteron und Östrogen sorgen für den Aufbau und die Auflockerung der Gebärmutterschleimhaut.

Menschliches Verhalten wird durch die Hormone gesteuert

Junge Frau mit verärgertem, wütendem, aufgebrachtem Gesichtsausdruck
Anger © lassedesignen - www.fotolia.de

Warum sind Verliebte auf "Wolke sieben"? Das Institut für Biologische Informationssysteme in Bremerhaven wollte es genauer wissen und hat eine Studie mit Teilnehmern von 20 bis 40 Jahren durchgeführt.

Einer Köchin, die das Essen versalzt, wirft man seit Urzeiten vor, sie sei verliebt. Jetzt haben die Forscher herausgefunden, dass frisch Verliebte tatsächlich mehr Salz verwenden als Singles und Menschen, die eine längere Beziehung unterhalten. Diese Menschen merken sofort ob etwas bitter, sauer, süß oder salzig schmeckt. Wer sich also in einer stabilen Partnerschaft befindet, hat ein besseres Geschmacks- und Riechempfinden.

Die Hormone senken bei verliebten Männern den Testosteronspiegel, während sie diesen Spiegel bei Frauen erhöhen. Das Oxytocin ist das Bindungshormon und wird vornehmlich bei einer Geburt und beim Stillen freigesetzt. Das fördert die Zuneigung und ist bei Verliebten geschlechtsunabhängig erhöht. Man kann also davon ausgehen, dass unser Verhalten von unseren Hormonen bestimmt wird.

Gesunde Menschen sollten nicht zusätzlich das Hormon Oxytocin einnehmen

Junges Paar im Herbst im Park, er umarmt sie von hinten
MANN UMARMT FRAU IM HERBSTWALD © JENS SCHMIDT - www.fotolia.de

Das Hormon Oxytocin wird allgemein auch als das Kuschelhormon bezeichnet. Es hilft dabei, soziale Bindungen zu festigen.

Leiden Menschen an sozialen Defiziten, wie sie beispielsweise bei einer Schizophrenie auftreten kann, verschreiben Ärzte das Hormon, damit es zusätzlich eingenommen werden kann. Gesunde Menschen hingegen sollten lieber die Finger von einer solchen Einnahme lassen. Denn das könnte stark ins Gegenteil führen.

Überdosis macht auch übersensibel

Wie Wissenschaftler nun bekannt gaben, macht eine Überdosis von Oxytocin übersensibel und man ist nicht mehr in der Lage, eine Situation richtig einschätzen zu können. Entweder es wird zu viel in eine Handlung hineininterpretiert oder aber es werden Gesten und Gesichtsausdrücke völlig falsch interpretiert.

Auch wenn bislang die Annahme vorherrschte, dass Oxytocin ein denkbar einfaches Mittel gegen soziale Ängste zu sein schien, raten Ärzte davon ab, dieses Hormon einzunehmen, wenn man beispielsweise ein Vorstellungsgespräch hat oder auch zu einem öffentlichen Dinner geht.

Wer nicht nachweislich an einem krankhaft bedingten sozialen Defizit leidet, sollte das Kuschelhormon besser nicht zusätzlich einnehmen.

Welche Nahrungsmittel sich besonders auf den Hormonspiegel positiv auswirken

Halbierte Avocado auf einem schwarzen Schieferbrett
Organic Raw Green Avocados © Brent Hofacker - www.fotolia.de

Manche Nahrungsmittel können den Hormonhaushalt positiv beeinflussen. So auch die Avocado, die besonders für den weiblichen Hormonspiegel wichtig ist. Die Avocado ist nicht nur reich an Vitaminen C, E und K, sondern auch an Folsäuren und ungesättigten Fetten. Besonders die beiden letztgenannten sind bei einer Schwangerschaft wichtig.

Weiterhin ist für Frauen auch Grünkohl zu empfehlen, der der Entstehung von Brustkrebs vorbeugt, weil er Indole enthält, die die Produktion von Östrogen regulieren. Aber auch für die Männer gibt es wirksame Lebensmittel, so einmal Brokkoli, der in natürlicher Weise die Entstehung und Verbreitung von Krebszellen, bei Prostatakrebs, hemmt.

Auch die Ananas hat bestimmte Eigenschaften, die sich auf die Fruchtbarkeit bei dem Mann durch das enthaltene Spurenelement Mangan auswirken. Zudem ist der Verzehr von Ananas bei Sportverletzungen zu empfehlen, weil sie unter anderem das Enzym Bromalein enthält, das die Heilung unterstützt.

Die Macht der Hormone - Das Hormon Hepcidin als Entzündungshemmer

Bei schweren Entzündungen wirkt das Hormon Hepcidin entzündungshemmend

Das Hormon Hepcidin ist der Medizin schon länger bekannt. Bislang hat man ihm die Funktion der Regulierung des Eisenhaushaltes zugeschrieben. Doch das Hormon scheint einen Nebenjob zu haben, denn es ist zudem noch ein Kämpfer gegen Entzündungen.

Hepcidin wirkt bei starken Entzündungen regulierend auf das Immunsystem

Jeder hatte im Leben schon dutzende Male mit einer Entzündung zu kämpfen gehabt. Solang es sich um harmlose Fälle wie Halskratzen oder eine laufende Nase handelt, ist alles halb so wild. Doch Entzündungen können lebensbedrohliche Formen annehmen, wenn man sich beispielsweise eine Blutvergiftung eingefangen hat.

Forscher aus Amerika haben nachgewiesen, dass Hepcidin in solchen Fällen einer schweren Entzündungen aktiv wird. Bei einer Blutvergiftung richtet sich das Immunsystem auch gegen den eigenen Körper, die Überreaktion kann so heftig sein, dass Organe versagen und der Betroffene verstirbt. Hepcidin greift in solchen Fällen ein und versucht regulierend auf das Immunsystem zu wirken. Über das "Jak2" getaufte Enzym gibt Hepcidin dann den Befehl, Gene zu aktivieren beziehungsweise zu deaktivieren. Es kann so auf den Verlauf der körperinneren Entzündungshemmung einwirken. Diese Erkenntnis könnte wichtig für die Entwicklung von Präparaten gegen schwere Blutvergiftungen werden.

Hormone fungieren als Schutz vor Stoffwechselerkrankungen

3-D-Grafik einer Ader mit vielen abzweigenden Kapillaren
Capillary © ugreen - www.fotolia.de

Ein Forscherteam der Medizinischen Hochschule Hannover konnte jetzt eine neue Funktion der so genannten natriuretischen Peptide nachweisen, wobei es sich um Hormone handelt, die im Herzen produziert und anschließend ins Blut abgegeben werden.

Wie bereits bekannt verbessert körperliches Training beim Menschen den Stoffwechsel und sorgt zudem zu einer Zunahme von Rezeptoren für diese bestimmten Hormone im Muskel. Nachdem die Forscher menschliche Muskelzellen in einer Zellkultur mit den natriuretischen Peptiden behandelten, schalteten sich innerhalb kürzester Zeit Gene an, welche den Stoffwechsel regulieren können.Gleichzeitig wird aufgrund der leistungsfähigeren Muskelzellen das Fett wesentlich besser verbrannt.

Ihre neu gewonnen Ergebnissen wollen die Wissenschaftler im Forschungszentrum Hannover nun klinisch anwenden, sodass in Zukunft vor allem Patienten mit Übergewicht, Typ 2-Diabetes oder Herzinsuffizienz effizienter behandelt werden können.

Bestimmte Hormone senken Blutdruck und regen zusätzlich Fettstoffwechsel an

Anatomie - Grafik einer Arterie mit Blutkörperchen
arterie mit fließendem blut © sebastian kaulitzki - www.fotolia.de

Von den Herzmuskeln werden bestimmte Hormone, die sogenannten atrialen natriuretischen Peptide (ANP) hergestellt, die den Blutdruck senken und damit das Herz schützen. Jetzt haben Forscher aus Deutschland und Frankreich herausgefunden, dass diese Hormone zusätzlich auch den Fettstoffwechsel beeinflussen.

Wenn der Körper stärker belastet wird, so wird auch mehr von dem Hormon ANP produziert, was die Forscher bei einer Studie nachweisen konnten. Hierbei nahmen Männer im durchschnittlichen Alter von 35 Jahren an einem Trainingsprogramm teil, das über acht Wochen ging.

Unterschiedliche Hormone

Im menschlichen Organismus kommen zahlreiche Hormone vor, die die unterschiedlichsten Aufgaben erfüllen. Dabei handelt es sich unter anderem um:

  • das antidiuretische Hormon (ADH)
  • Aldosteron
  • Androstendion
  • Cholezystokinin
  • Erythropoietin
  • Gastrin
  • GH-RH
  • GH-IH
  • Glukagon
  • Gn-RH
  • Kalzitonin
  • MSH
  • Parathormon
  • PRL-IH
  • PRL-RH
  • Renin
  • Sekretin
  • STH
  • Thymopoetin
  • Thymosin
  • VIP

Bezogen auf die unterschiedlichen Körperregionen lautet die Unterscheidung wie folgt:

Die endokrinen Drüsen im menschlichen Körper
Die endokrinen Drüsen im menschlichen Körper

Hormone aus Hypothalamus und Hypophyse

Gebildet werden die Hormone an verschiedenen Stellen des Organismus. So entstehen im Hypothalamus und in der Hirnanhangdrüse (Hypophyse) z.B. die Hormone:

Bauchspeicheldrüsenhormone

Die Bauchspeicheldrüse (Pankreas) produziert die Hormone:

Schilddrüsenhormone

Die Schilddrüse bildet:

  • Calcitonin
  • T3 & T4

Hormone der Nebennieren

Die Nebennieren erstellen die Hormone:

  • Adrenalin
  • Aldosteron
  • Cortisol
  • Dopamin

Hormone der Geschlechtsorgane

In den inneren Geschlechtsorganen wie Hoden und Eierstöcken entstehen die Geschlechtshormone:

  • Testosteron
  • Progesteron
  • Östrogen

Im Folgenden gehen wir etwas genauer auf wichtige Hormone des menschlichen Körpers ein.

Antidiuretisches Hormon (ADH)

Das Antidiuretische Hormon wird zu den Peptidhormonen gerechnet. Es ist auch unter den Bezeichnungen

  • ADH
  • AVP (Arginin-Vasopressin)
  • Vasopressin oder
  • Adiuretin

bekannt.

Aufgaben

Das Antidiuretische Hormon hat die Funktion, das Wasser-Elektrolyt-Gleichgewicht sowie die Druckverhältnisse im Kreislauf aufrechtzuerhalten. Angeregt wird die Stimulation der Hormonsekretion von den Osmorezeptoren. Diese Zellen kommen in der Region des Hypothalamus vor und messen das Salz- und Wasserverhältnis im Blut.

Aber auch die Barorezeptoren, die sich an den Herzarterien befinden, haben Einfluss auf die Sekretion. So ist das Antidiuretische Hormon wichtig für die Steuerung des Wasserhaushalts.

Auswirkungen auf Organe und Gefäße

Vom Hypothalamus gelangt das Antidiuretische Hormon unmittelbar in die Blutbahn und wirkt sich auf die Nieren aus, indem es die Durchlässigkeit des Wassers erhöht. Auf diese Weise kommt Wasser, das eigentlich ausgeschieden werden sollte, wieder zurück, was zu einem antidiuretischen Effekt führt. Das heißt, dass sich die Urinausscheidung verringert.

Auswirkungen hat ADH auch auf die Arteriolen des Blutgefäßsystems. Dabei handelt es sich um kleine Arteriengefäße, deren Muskeln durch das Hormon zusammengezogen werden, was die Steigerung des arteriellen Blutdrucks zur Folge hat. Daher erhielt das Antidiuretische Hormon auch die Bezeichnung Vasopressin.

Weiterhin hat ADH auch Anteil an

Aldosteron

Aldosteron ist ein Steroidhormon, das in der Nebennierenrinde entsteht. Außerdem zählt es zu den Kortikosteroiden.

Aldosteron stellt im Mineralstoffwechsel einen wichtigen Baustein dar. So sorgt es dafür, dass Natrium von der Niere zurückgehalten wird. Stattdessen scheidet das Organ über den Urin verstärkt Kalium aus.

Auf diese Weise kommt es innerhalb der Blutgefäße zu einem erhöhten Flüssigkeitsvolumen. Dies hat wiederum einen Blutdruckanstieg zur Folge. Durch bestimmte Medikamente wie Aldosteron-Antagonisten ist es möglich, die Aldosteronwirkung zu blockieren.

Physiologie

Ist das Flüssigkeitsvolumen im Körper zu gering oder der Blutdruck zu niedrig, führt dies zu einer Korrekturreaktion, an dessen Ende Aldosteron steht. So wird zunächst von der Niere Renin ausgeschüttet, aus dem sich dann das Hormon Angiotensin bildet. Dieses stimuliert in der Nebennierenrinde die Herstellung von Aldosteron, was auch als Renin-Angiotensin-Aldosteron-System bezeichnet wird.

Aldosteron gilt als kurzlebig. So bauen sich 50 Prozent des Steroidhormons schon nach 20 Minuten wieder ab. Daher kommt es innerhalb des Blutserums ständig zu Veränderungen des Aldosteron-Wertes.

Beeinflusst wird die Konzentration auch vom Salzgehalt der aufgenommenen Lebensmittel. Als Normalwerte im Blutplasma gelten 20 bis 150 ng/l.

Zu einem erhöhten Aldosteronspiegel kann es durch

  • starke Angtiotensin-II-Aktivität
  • chirurgische Eingriffe und
  • Stress

kommen. Zu niedrig fällt der Aldosteronspiegel dagegen bei einem Schock oder Nierenschwäche aus. Ein Aldosteronmangel entsteht zumeist durch:

Androstendion

Ebenfalls zu den Steroidhormonen zählt Androstendion. Es gehört zu den Androgenen und weist eine starke chemische Ähnlichkeit zu dem Sexualhormon Testosteron auf.

Entstehung

Gebildet wird das Androstendion in der Nebennierenrinde, genauer gesagt in der Zona reticularis. Ein Teil entsteht aber auch in den Gonaden. Während bei erwachsenen Frauen die Produktion des Steroidhormons auch weiterhin in der Nebennierenrinde erfolgt, findet sie bei erwachsenen Männern im Hoden statt.

Außerdem wird die Hälfte des Hormons bei Frauen in deren Eierstöcken (Ovarien) hergestellt. Da Androstendion eine Vorstufe von Testosteron darstellt, gilt es als Prohormon.

Wirkung

Die Wirkung von Androstendion ist nur schwach. In den Zielzellen wird es bei Frauen in Östrogenvorstufen und bei Männern in Testosteron oder Dehydrotestosteron umgewandelt. Außerdem beschleunigt das Hormon den Aufbau von Eiweiß im Körper.

Anwendungsgebiete

Im Sport zählt Androstendion zu den beliebten Nahrungsergänzungsmitteln. Vom IOC (Internationales Olympisches Komitee) wurde es jedoch auf die Dopingliste gebracht.

So gilt das Hormon als leistungssteigernd. Auch als Anti-Aging-Mittel kommt es zur Anwendung, obwohl seine genaue Wirkung bislang unbekannt ist.

Cholezystokinin

Als Cholezystokinin (CCK) wird ein Peptidhormon des Magen-Darm-Traktes bezeichnet. Die wörtliche Übersetzung des Begriffs Cholezystokinin bedeutet "Gallenblasenbeweger".

Entstehung

Die Bildung von Cholezystokinin erfolgt im oberen Abschnitt des Zwölffingerdarms (Duodenum) und im Leerdarm (Jejunum). Dort entsteht es in den enteroendokrinen Zellen, die I-Zellen genannt werden. Das Ausschütten von Cholezystokinin erfolgt durch die Stimulation von Aminosäuren und Fettsäuren im Nahrungsbrei.

Zusammengesetzt wird das Peptidhormon aus mehreren Aminosäuren wie

  • CCK8
  • CCK33 und
  • CCK58.

In seiner Struktur weist Cholezystokinin Ähnlichkeiten mit dem Peptidhormon Gastrin auf.

Funktionen

Cholezystokinin hat die Eigenschaft, durch das Anbinden an CCK-Rezeptoren, die Enzymsekretion aus der Bauchspeicheldrüse anzuregen, wodurch es zu einer Kontraktion der Gallenblase kommt. Außerdem erfolgt eine Anbindung an CCK-Rezeptoren, deren Exprimieren im Nervus vagus sowie im Gehirn erfolgt.

Im zentralen Nervensystem sorgt Cholezystokinin für ein Gefühl der Sättigung. Dieses führt zu einer verminderten Aufnahme von Nahrung und Kalorien. Ferner hemmt das Hormon die Entleerung des Magens.

Erythropoietin (EPO)

Das Glykoprotein-Hormon Erythropoeitin ist besser unter dem Kürzel EPO bekannt. Weitere Bezeichnungen sind Erythropoetin und Epoetin.

Als Wachstumsfaktor spielt es eine wichtige Rolle bei der Bildung von Erythrozyten (rote Blutkörperchen). Seine Bekanntheit erlangte EPO vor allem durch zahlreiche Dopingfälle in der Welt des Sports.

Entstehung

EPO bildet sich bei erwachsenen Menschen vor allem in den Nieren, genauer gesagt in den Endothelzellen der Kapillaren. Zwischen 10 und 15 Prozent werden zudem in den Zellen der Leber synthetisiert. Syntheseaktivitäten finden auch:

  • in der Milz
  • dem Gehirn
  • den Haarfollikel-Zellen
  • den männlichen Hoden
  • der weiblichen Gebärmutter

statt. Über den Blutkreislauf kann das EPO an seine Wirkungsorte gelangen.

Physiologie

Nach der Ausschüttung des Erythropoeitins in die Blutbahn kommt es im Knochenmark zur Bindung an EPO-Rezeptoren. Diese sind auf der Membranoberfläche von Erythroblasten zu finden. Dadurch teilen sich die Zellen und reifen heran.

Bei einem Aufenthalt des Menschen in höheren Regionen steigt die EPO-Konzentration im Körper an. Dies führt zu einer verstärkten Freisetzung des Hormons. Außerdem werden im Knochenmark vermehrt rote Blutkörperchen hergestellt, was wiederum eine erhöhte Transportkapazität für Sauerstoff zur Folge hat.

Gastrin

Gastrin ist ein Gewebshormon und gehört zu den Peptidhormonen des Magen-Darm-Traktes. Von seiner Struktur weist es eine enge Verwandtschaft zu Cholezystokinin auf. Aus chemischer Sicht handelt es sich bei Gastrin um ein Polypeptid.

Bildung

Die Bildung von Gastrin findet in den G-Zellen innerhalb des Magens sowie des Zwölffingerdarms statt. Über die Blutgefäße erfolgt der Transport zu den Wirkungsorten.

Beim Gastrin gilt es, zwischen drei Formen zu differenzieren, die sich in der Länge der Peptidketten unterscheiden. Dies sind

  • Big Gastrin (34 Aminosäuren)
  • Gastrin I und II (17 Aminosäuren) sowie
  • Mini-Gastrin (14 Aminosäuren).
Funktionen

Gastrin verfügt über die Eigenschaft, auf den Magen zu wirken. So werden

  • die glatte Magenstruktur
  • die Salzsäure-Herstellung der Belegzellen
  • die Bildung von Pepsinogen in den Magenhauptzellen sowie
  • die Histamin-Herstellung

angeregt. Ferner übt Gastrin auch auf die Bauchspeicheldrüse eine Wirkung aus. So wird dort die Ausschüttung von

  • Somatostatin
  • Glukagon und
  • Insulin

stimuliert. Außerdem sorgt das Peptidhormon für das Wachstum von Magen- und Darmschleimhäuten sowie die Magensäuresekretion. Gleichzeitig werden die Kontraktion der Gallenblase sowie die Sekretion der Gallensäure und der Bauchspeicheldrüsenenzyme angeregt.

GH-RH

Mit GH-RH ist das Growth Hormone Releasing-Hormon (Wachstumshormon-Releasing-Hormon) gemeint. Es ist auch unter der Bezeichnung Somatoliberin bekannt und spielt eine wichtige Rolle beim Wachstum des Menschen.

Entstehung

GH-RH gehört zu den Releasing-Hormonen, die sich im Hypothalamus entwickeln. Das Polypeptid setzt sich aus 44 Aminosäuren zusammen und sorgt für die Ausschüttung des Wachstumshormons (Somatotropin oder Growth hormone) aus dem Vorderlappen der Hypophyse.

Das Hormon GH-RH entsteht im ventromedialen Hypothalamus, genauer gesagt in dessen neurosekretorischen Zellen. Zum Teil erfolgt die Herstellung auch im Nucleus arcuatus.

Die Freisetzung des Releasing-Hormons findet in der Eminentia mediana des Hypothalamus statt. Über die Portalgefäße kann das Somatoliberin in die Hirnanhangsdrüse gelangen. Dort bewirkt es, dass die somatotrophen Zellen die Freisetzung des Wachstumshormons anregen.

Wirkung

GH-RH verfügt über die Eigenschaft, Synthese und Sekretion des Wachstumshormons Somatotropin anzuregen. Außerdem wird der Tiefschlaf unmittelbar von dem Releasing-Hormon gefördert.

Als Gegenspieler von GH-RH fungiert Somatostatin. Wird ein Übermaß an GH-RH im Körper ausgeschüttet, besteht die Gefahr, dass es zu Riesenwuchs kommt.

GH-IH

GH-IH steht für Growth Hormone Inhibiting-Hormon. In Deutschland ist es besser unter dem Namen Somatostatin bekannt. Dieses zählt zu den Peptidhormonen und ist in zahlreichen Zellen der Bauchspeicheldrüse sowie des Magen-Darm-Traktes zu finden.

Entstehung

Die Ausschüttung von GH-IH oder Somatostatin findet vorwiegend im Hypothalamus statt. In kleineren Mengen ist dies aber auch in der Bauchspeicheldrüse im Rahmen der Verdauung möglich. Zusammengesetzt wird das Peptidhormon aus zwei Ketten, die über 14 bzw. 28 Aminosäuren verfügen.

Funktionen

Somatostatin dient als Gegenspieler zum Wachstumshormon Somatotropin. Das heißt, dass es dessen Freisetzung aus der Hirnanhangsdrüse hemmt. Außerdem wirkt es den Hormonen:

  • Prolaktin
  • TSH
  • Gastrin
  • VIP
  • Cholezystokinin
  • Cortisol
  • Glukagon
  • Insulin
  • GLP
  • GIP

entgegen. Weitere Aufgaben sind das Hemmen der Magen- und Darmperistaltik und die Sekretion von Bauchspeicheldrüsenenzymen sowie der Magensäure.

In der Medizin wird GH-IH dazu genutzt,

  • akute gastroduodenale Ulkusblutungen
  • Ösophagusvarizen oder
  • eine hämorrhagische Gastritis

zu behandeln. Auch zur Therapie von postoperativen Fisteln am oberen Dünndarm oder der Bauchspeicheldrüse ist das Hormon geeignet.

Glukagon

Bei Glukagon handelt es sich um ein Peptidhormon, welches als Gegenspieler zu dem Hormon Insulin fungiert. Zusammengesetzt wird es aus 29 Aminosäuren in einer Kette.

Entstehung

Gebildet wird Glukagon innerhalb der A-Zellen der Langerhans'schen Inselzellen, die sich wiederum in der Bauchspeicheldrüse befinden. In geringeren Mengen entsteht das Peptidhormon auch im zentralen Nervensystem (ZNS).

Funktion

Glukagon sorgt für den Anstieg des Blutzuckerspiegels durch den Abbau von Glykogen in der Leber sowie die Förderung der Glukoneogenese. Vom Glukagon werden in der Leber Signaltransduktionsprozesse und Transkriptionsverfahren reguliert. Diese sind für die Steuerung des Stoffwechsels von Kohlenhydraten, Aminosäuren und Lipiden verantwortlich.

Sekretion

Die Sekretion von Glukagon und Insulin läuft bei einer durchschnittlichen Ernährungsweise fast gleichmäßig ab. Senkt sich der Blutzuckerspiegel und steigt der Glukagonspiegel an, kommt es zu einem erneuten Anwachsen des Blutzuckerspiegels.

Als anregende Faktoren gelten:

  • Stress
  • hohe physische Belastungen
  • die Einnahme von proteinreichen Mahlzeiten
  • eine Infusion mit Aminosäuren wie Alanin

Gehemmt wird die Ausschüttung durch:

  • Insulin
  • GLP-1
  • Somatostatin
Anwendung in der Medizin

Ebenso wie Insulin lässt sich auch Glukagon synthetisch herstellen. In der Medizin setzt man das Peptidhormon zur Behandlung eines hypoglykämischen Schocks ein. Außerdem kommt es zur Anwendung, um den Darm ruhigzustellen oder Vergiftungen mit Calciumkanalblockern oder Betablockern zu behandeln.

Um Diabetes Typ I von Diabetes Typ II unterschieden können, besteht die Möglichkeit eines Glukagontests, bei dem die Stimulierbarkeit der Betazellen der Bauchspeicheldrüse überprüft wird. Allerdings kommt dieses Verfahren nur selten zur Anwendung.

Wirkung des Hormons Oxytocin

Schwangere mit hohem Wert vom Hormon Oxytocin haben engeren Kontakt zu ihren Babys

Schwangere Frau mit weißem BH und Slip hält sich den Bauch
pregnant lady © memo - www.fotolia.de

Das Hormon Oxytocin beeinflusst schon sehr früh in der Schwangerschaft die Mutter-Kind-Bindung.

Israelische Psychologen untersuchten das Blut von 62 Müttern zu Beginn und am Ende der Schwangerschaft sowie kurz nach der Geburt. Das Resultat, laut einem Bericht des Apothekenmagazins Baby und Familie: Frauen, die von Anfang an einen hohen Spiegel des schon öfter als „Kuschelhormon“ aufgefallenen Botenstoffes aufwiesen, hielten einen engeren Kontakt zu ihrem Nachwuchs. Je höher der Hormonspiegel war, desto mehr kreiste das Denken und Fühlen der Mütter um das Kleine.

Gesichter besser im Gedächtnis zu behalten durch das Hormon Oxytocin

Das "Kuschel-Hormon" Oxytocin hilft beim Knüpfen von Beziehung und Merken von Gesichtern

Blonde Frau und Mann mit sehr kurzen Haaren und weißem T-Shirt schauen sich im Wald intensiv an
happy young pair © Petr Gnuskin - www.fotolia.de

Eine aktuelle Studie zeigt, dass das Hormon Oxytocin, das Einfluss auf das Sozialverhalten und bei der Liebe nimmt, auch beim Wiedererkennen von Gesichtern hilft.

Bei der Studie bekamen junge Männer ein Nasenspray, das Oxytocin enthielt und danach wurden ihnen Bilder, so ähnlich wie beim Memory-Spiel, gezeigt, auf denen Gegenstände, Landschaften oder auch Gesichter zu sehen waren.

Oxytocin hilft bei bestimmten sozialen Ereignissen

Einen Tag später wurde den Personen wieder eine Bilderserie vorgelegt, wobei aber auch teilweise die gleichen vom Vortag dabei waren. Dabei sollten sie diese herausfinden, was der Gruppe, die das Hormon bekommen hatte, besser gelang, besonders aber bei den Bildern, auf denen die Gesichter zu sehen waren.

Dies sei die erste Studie, die zeigt, dass Oxytocin das Gedächtnis besonders für bestimmte soziale Ereignisse verbessert. Die Wirkungsweise des Oxytocin stellten die Wissenschaftler schon vor einigen Jahren fest, so dass man es auch als "Kuschel"-oder "Vertrauens"-Hormon bezeichnet hat.

Auch bei Versuchen mit Ratten hatte man dies schon getestet, wobei die Tiere am Geruch bekannte oder fremde Artgenossen erkannten. Die Forscher stellen sich vor, dass dieses Hormon Menschen mit Kontaktarmut helfen könne.

Das Liebeshormon Oxytozin kann auch negative Gefühle verstärken

Studie: Oxytozin verstärkt soziale Gefühle - auch negative Empfindungen sind mit eingeschlossen

Unglückliche Frau stützt Kopf auf Hand, schaut nach unten
Unhappy Depressed Woman © James Peragine - www.fotolia.de

Das Hormon Oxytozin ist auch als Liebeshormon bekannt, denn es wird während der Geburt und besonders auch beim Sex freigesetzt. Lange galt es als ein Verstärker für positive Gefühle.

Da Oxytozin bei Tierversuchen jedoch auch Aggressionen erhöht hatte, wurden nun an der Universität Haifa in Israel eine neue Studie durchgeführt. Das Ziel war es, zu untersuchen, wie sich das Hormon auf negative Gefühle auswirkt. Dazu ließ man 56 Teilnehmer zunächst synthetisches Oxytozin und bei einer anderen Sitzung ein Placebo einatmen. Bei einer zweiten Sitzung wurden die Präparate in der umgekehrten Reihenfolge, also mit dem Placebo zuerst, verabreicht. Danach mussten die Probanden im Glücksspiel gegen einen Computer antreten, von dem sie jedoch dachten, es sei ein Mensch. Dabei konnten sie mal Geld gewinnen und mal verlieren.

Annahme: Oxytozin löst generell soziale Gefühle aus

Die Teilnehmer, die zuvor Oxytozin inhaliert hatten, zeigten mehr Neid auf den vermeintlich echten Rivalen, wenn dieser gewonnen hatte. Umgekehrt zeigten sie auch mehr Häme gegenüber dem Gegner, wenn dieser verloren hatte.

"Wir gehen davon aus, dass das Hormon ein allgemeiner Auslöser für soziale Gefühle ist: Wenn eine Person positive Gedanken hat, verstärkt Oxytozin soziales Verhalten, wenn die Gedanken negativ sind, verstärkt das Hormon negative Gefühle", so die an der Untersuchung beteiligte Wissenschaftlerin Simone Shamay-Tsoory. Nachdem die Spiele beendet waren, zeigten sich die Unterschiede in den Gefühlen nicht mehr.

Einfühlungsvermögen per Nasenspray - ein Hormon macht Männer sensibler

Nahaufnahme Nasenspray-Düse gelbe Blumen, Pollen, Pollenallergie, vor blauem Himmel
heuschnupfen © Bizarr - www.fotolia.de

Männer sind allgemein dafür bekannt, dass sie über weniger Einfühlungsvermögen verfügen als die Damenwelt. Die beste Freundin ist daher auch oft der bessere Ansprechpartner für emotionale Schieflagen. Doch das könnte sich bald ändern und zwar via Nasenspray.

Deutsche und britische Forscher haben herausgefunden, dass Männer sensibler werden, wenn man sie mit einem speziellen Hormonspray versorgt. In der Form von Nasenspray gelangt das Hormon Oxytocin in die männliche Nase und verbessert deren Einfühlungsvermögen.

Getestet wurde dies bei 48 Probanden. Während 24 nur ein Placebo bekamen, erhielt die andere Hälfte das Hormon mittels Nasenspray. Danach wurden allen Männern Bilder vorgelegt, die beim Betrachten eine emotionale Reaktion bewirken sollten. Man sah weinende Kinder oder auch Menschen in tiefer Trauer. Die Probanden sollten angeben, wie sehr die Bilder ihr Mitgefühl weckten. Dabei zeigte sich, dass die Reaktion der Placebo-Gruppe deutlich geringer ausfiel. Wer dagegen das Nasenspray mit Hormon bekommen hatte, gab häufiger an, dass er sich gut in die Personen einfühlen könne. Die Werte der Empathie stiegen also an und spielten teilsweise auf dem selben Level, wie ermittelte Werte von Frauen.

Die Studie ist damit die erste, die wirklich anhand von Daten zeigen kann, dass das Hormon Oxytocin unser Einfühlungsvermögen steuert.

Kann das Hormon Oxytocin einen Rückfall bei Alkoholismus verhindern?

Seitenansicht Mann hat Kopf in Hand gestützt, in anderer Hand Flasche mit Alkohol
man experiencing some problems with alcohol, conceptual shot © Yurok Aleksandrovich - www.fotolia.de

Der Botenstoff des Hormons Oxytocin hilft vor allem Schwangeren zu einer leichteren Geburt und auch beim Stillen des Kindes. Jetzt haben Forscher noch eine neue positive Wirkung bei einer Studie festgestellt.

So könnte es bei Alkoholkranken, die einen Entzug machen, helfen einen Rückfall zu verhindern. Oftmals kommt es bei der Entziehungskur zu bestimmten Symptomen, wie beispielsweise Angstzustände und Anspannung sowie in einigen Fällen auch zu Krämpfen. In den meisten Fällen wird bei einer Abstinenz auch ein Psychopharmaka, Benzodiazepin eine Art von Beruhigungsmittel, verordnet, was aber nicht als Dauertherapie geeignet ist.

Bei der Studie, an der elf Personen teilnahmen, hatten diese schon in der Vergangenheit oftmals versucht weniger oder gar keinen Alkohol mehr zu trinken, was aber immer an den Entzugserscheinungen gescheitert war. Bei der Studie erhielt eine Gruppe ein Nasenspray, das Oxytocin enthielt, die zweite Gruppe nur ein Placebo. Als Ergebnis stellte man fest, dass einige Teilnehmer, die das Oxytocin bekamen, kein Benzodiazepin benötigten und die Symptome des Entzugs sich stark verringerten.

Ob aber das Oxytocin auf Dauer auch einen Rückfall verhindern kann, ist noch nicht bekannt.

Kuschelhormon Oxytocin bringt Männer dazu, treu zu bleiben

Mann und Frau nackt im Bett, von Decke bedeckt, mit Silhouette einer verärgerten, eleganten Frau vorne
Paar im Bett © bilderbox - www.fotolia.de

Frauen, die ihre Männer dazu bringen wollen, treu zu bleiben, sollten ihnen eine Extraportion des Kuschelhormons Oxytocin verabreichen: Sie gehen dann automatisch zu attraktiven Damen auf Abstand. Dies stellte ein Forscherteam aus Bonn bei einem Experiment fest, an dem nur Männer teilnahmen, die in einer Partnerschaft lebten.

Die Teilnehmer wurden in zwei Gruppen eingeteilt, von denen eine Oxytocin und die andere ein Placebo per Nasenspray bekam. Eine dreiviertel Stunde später wurde eine attraktive Frau in den Raum geschickt, die sich den Männern nähern sollte, bis diese sagten, wann sie ihnen zu nah kam. Dabei stellte sich heraus, dass die Männer, die das Oxytocin bekommen hatten, 10 bis 15 Zentimeter mehr Abstand von der Frau wünschten als die Kontrollgruppe.

Interessant dabei: Das Oxytocin entfaltete nur bei Männer in Partnerschaft diese Wirkung. Bei Singlemännern hatte es keine Auswirkung. Auch wenn sich eine männliche Testperson näherte, spielte der Sicherheitsabstand keine Rolle.

Das Kuschelhormon Oxytocin weckt stärkere Vatergefühle

Nahaufnahme Vater mit Baby, lächelnd
Father and baby © Kurhan - www.fotolia.de

Das Hormon Oxytocin besitzt eine wichtige Bedeutung bei der Geburt und sorgt für eine engere Beziehung zwischen Mutter und Kind. Aber auch beim Vater kann dieses Hormon, wenn es als Nasenspray verwendet wird, für ein größeres Beziehungsverhältnis sorgen, wie Forscher in Israel feststellten.

Bei einer Studie hatten 35 Väter teilgenommen, wobei ein Teil das Nasenspray inhalierte die andere Gruppe erhielt ein Placebo. Danach wurden die Väter mit ihren Kindern beim Spielen gefilmt. Anschließend stellte man bei den Auswertungen fest, dass die Väter, die das Hormon bekamen, sich häufiger und intensiver mit ihren Kindern beschäftigten und auch die Kinder reagierten mehr auf den Kontakt.

Kuschelhormon Oxytocin lässt Affen die Welt durch eine rosa Brille sehen

Oxytocin ist als Kuschelhormon bekannt, weil es für eine engere Bindung zwischen Mutter und Kind oder zwischen Verliebten sorgt. Wie dieser Prozess funktioniert, wollten Forscher aus den USA nun genauer wissen:

Sie verabreichten Rhesusaffen in einem Experiment Oxytocin in Form von Nasenspray und stellten fest, dass sich die Tiere anschließend kaum noch um unbekannte oder dominant wirkende Artgenossen kümmerten, die normalweise als potenzielle Gefahr stets im Auge behalten werden.

Die männlichen Affen wurden dabei in zwei Gruppen unterteilt, von denen die eine Oxytocin erhalten hatte und die andere nicht. Während die Affen, die das Hormon nicht erhalten hatten, ihre sozial höher stehenden männlichen Artgenossen stets beobachteten und auch auf andere Affen und neutrale Objekte schnell reagierten, ließen sich die Affen, die zuvor Oxytocin erhalten hatten, weit weniger von potenziell bedrohlichen Artgenossen ablenken. Sie blieben viel eher auf das Schmusen mit der Partnerin und dem Spielen mit dem Nachwuchs konzentriert.

Die Wissenschaftler vermuten, dass der mit den Rhesusaffen eng verwandte Mensch ähnlich reagiert. Beide Gruppen besitzen die gleichen neurologischen Schaltkreise, die das soziale Verhalten beeinflussen. So dürften auch Menschen ihre Umwelt durch eine "rosa Brille" sehen und mögliche bedrohliche negative Faktoren ausblenden, wenn sie unter Oxytocin-Einfluss stehen.

Das Hormon Oxytocin versetzt uns in Kuschellaune, kann aber auch Angstgefühle verstärken

Junge Frau am Morgen guckt ängstlich unter Bettdecke hervor
morning routine © diego cervo - www.fotolia.de

Oxytocin ist ein Hormon in unserem Körper, das für Wohlbefinden sorgt und dafür verantwortlich ist, wenn wir in Kuschellaune kommen. Wissenschaftler haben jetzt jedoch herausgefunden, dass dieses Hormon aber auch eine dunkle Seite hat und in uns Gefühle der Angst hervorrufen und schlechte Erinnerungen wecken kann.

Mediziner konnten diese gegensätzliche Wirkung des Hormons bisher nur in Versuchen mit Mäusen beobachten, Forschungen am menschlichen Gehirn sollen folgen. Eine Übertragung dieser Erkenntnisse auf den Menschen sind nicht zwingend logisch, da das Mäusegehirn ganz andere Oxytocin-Rezeptoren besitzt.

Es wird sich noch zeigen müssen, ob das menschliche Gehirn ähnlich reagiert.

Das Treuehormon Oxytocin lässt Menschen eher auf Placebos reagieren

Grafik Neuronen, die mit roten Lichtern leuchten
Neurons © ktsdesign - www.fotolia.de

Hormone sind für den Menschen lebenswichtig. Die Substanzen dienen als Botenstoffe und regeln sowohl physische als auch psychische Belange. Viele Menschen kennen neben den Geschlechtshormonen auch Oxytocin. Es wird gern als "Treuehormon" bezeichnet, denn es fördert nicht nur die Bindung zwischen Partnern und Freunden, sondern das allgemeine Vertrauen in alle Menschen. Bereits seit einiger Zeit gehen Mediziner davon aus, dass Oxytocin auch therapeutisch genutzt werden könnte.

Studien mit Oxytocin und Placebos

Nun hat eine Studie zum ersten Mal einen Beweis dafür erbracht. Die deutschen Forscher hatten mit 80 Männern gearbeitet, die zu Beginn der Sitzung ein Nasenspray erhielten. Nur 40 von ihnen bekamen bei den Sprühstößen wirklich Oxytocin, die übrigen erhielten eine Salzlösung und dienten als Kontrollgruppe.

Anschließend trugen die Forscher bei jedem Teilnehmer zwei Salben auf zwei Stellen der Arme auf. Die Männer bekamen gesagt, dass eine Salbe ohne Wirkstoff und die andere ein schmerzlinderndes Mittel sei. Anschließend wurden die beiden Hautareale durch Hitze gereizt. Die Probanden sollten dabei sagen, welche Stelle wie stark weh tut. In Wahrheit waren aber beide Salben ohne jeden Wirkstoff gewesen, weshalb die Hitze immer gleich stark hätte sein müssen.

Viele Teilnehmer fielen aber dem Placeboeffekt zum Opfer. Dabei traf dies vor allen Dingen auf jene 40 Männer zu, die zuvor Oxytocin erhalten hatten. Die Angaben zur Schmerzintensität wurde auf der visuellen Analogskala gemessen. Darauf zählen 100 Punkte als sehr schmerzhaft und 0 Punkte als schmerzfrei. Die Männer, die das Treuehormon im Blut hatten, gaben einen Mittelwert von 49 Punkten an. In der Kontrollgruppe lag man dagegen bei 59 Punkten.

Verstärkter Placeboeffekt

Durch diverse Kontrolluntersuchungen hatten die Forscher bereits ausgeschlossen, dass Oxytocin an sich eine schmerzlindernde Wirkung hat. Es war also tatsächlich der Placeboeffekt, der durch das Hormon verstärkt wurde.

Mehr Power durch Oxytocin – Liebeshormon schützt vor Muskelabbau im Alter

Grafik junger Mann zeigt seine Armmuskeln
anatomy of the man, muscular man. © Patrick Hermans - www.fotolia.de

Die Muskelmasse nimmt nach dem 30. Lebensjahr kontinuierlich ab. Dagegen lässt sich wenig tun. Doch das könnte bald anders aussehen, denn jetzt zeigen Studien verblüffende Ergebnisse.

Das Liebeshormon Oxytocin, das in großen Mengen beim Orgasmus ausgeschüttet wird, soll vor Muskelabbau im Alter schützen.

Kuschelhormon macht kräftig

Oxytocin ist auch als Kuschel- oder Orgasmushormon bekannt. Der Signalbotenstoff fördert das Sozialverhalten und entsteht auch beim Stillen oder beim Austausch von Küssen. Doch das Liebeshormon soll auch die Muskelregeneration verbessern und sogar den Muskelabbau stoppen. Das zeigen zumindest Versuche mit Testmäusen.

Könnte ein Zusammenhang zum Menschen hergestellt werden, wäre das ein Therapieansatz, um Muskelschwund im Alter entgegenzuwirken, veröffentlichten US-Wissenschaftler der University of California.

Mit zunehmendem Alter können sich menschliche Muskeln schlechter regenerieren und ab dem 30. Lebensjahr vermindert sich die Muskelmasse. Je älter der Mensch, desto schneller schwinden Kraft und Beweglichkeit. Auch der Oxytocin-Spiegel nimmt immer weiter ab.

Im Zuge der Studie erhielten ältere Mäuse das Hormon Oxytocin, jüngere Tiere ein Präparat, das die Funktion des Kuschelhormons eindämmt. Zusätzlich wurde ein Herzmuskelgift verabreicht.

Das Ergebnis: Bei beiden Mäusegruppen verbesserte sich die Regeneration der Muskeln. Auch ohne zusätzliche Oxytocin-Gaben und bei Verabreichung eines Antagonisten war ein positiver Effekt erkennbar. Lag ein genetischer Defekt vor und das Hormon fehlte gänzlich, setzte ein frühzeitiger Muskelabbau ein.

Nasensprays könnten Muskelschwund vorbeugen

Die Wissenschaftler vermuten, dass Oxytocin auch beim Menschen an der Erhaltung des Muskelgewebes und der Stärkung Knochenstruktur beteiligt ist. Eventuell könnten schon bald Oxytocin-haltige Nasensprays zum Einsatz kommen, um Muskelschwund im Alter vorzubeugen.

Die Forscher wollen aber zunächst ihre Vermutung in weiteren Studien überprüfen. Derzeit wird die Wirkung des Kuschelhormons bei Erkrankungen wie Depressionen oder Osteoporose getestet.

Kuschelhormon Oxytocin sorgt für Frühlingsgefühle - zumindest bei Mäusen

Ohne Oxytocin machen weibliche Mäuse keinen Unterschied zwischen einem männlichen Artgenossen und einem Legostein

Junges Liebespaar in Küche, Umarmung, auf der Arbeitsfläche viel Gemüse, weiße Oberschränke, helle Küche, Spüle
young couple in their kitchen © Yuri Arcurs - www.fotolia.de

Das körpereigene Hormon Oxytocin wird oft auch als Kuschelhormon bezeichnet, weil es großen Einfluss auf die Gefühle nimmt: So stärkt es die Bindung zwischen Mutter und Kind ebenso wie harmonische Freundschaften und Verliebtheit. Doch Oxytocin kann scheinbar sogar noch mehr: Ohne das Hormon interessieren sich zumindest weibliche Mäuse nicht für ihre männlichen Artgenossen. Ob dies auch auf den Menschen übertragen werden kann, ist jedoch unklar.

Experimentelle Damenwahl

In einem Experiment blockierten Forscher der Rockefeller University in New York spezielle Nervenrezeptoren in den Gehirnen weiblicher Mäuse, die normalerweise auf Oxytocin reagieren. Anschließend wurden die Damen vor die Wahl gestellt, sich zu einem Männchen zu gesellen oder zu einem Legostein. Normalerweise würden sich die Damen in ihrer fruchtbaren Phase freudig auf die Männchen stürzen, doch die Mäuse mit blockierten Rezeptoren machten keinen Unterschied zwischen ihren männlichen Artgenossen und den Legosteinen.

Männer - uninteressanter als Legosteine?

Umgekehrt galt dies übrigens nicht: Das Oxytocin löst diese Effekte nur bei Weibchen in der fruchtbaren Phase aus, nicht jedoch bei Männchen. Ob das Kuschelhormon auch bei menschlichen Damen eine solche Wirkung entfaltet, ist jedoch unklar. So besteht noch Hoffnung für die Männer, dass sie für die Damenwelt auch ohne Hormone interessanter sind als Legosteine.

Gn-RH

Gn-RH ist die Abkürzung für Gonadotropin Releasing Hormone. Es ist auch als Gonadoliberin bekannt und setzt sich aus zehn Aminosäuren zusammen.

Entstehung

Die Bildung des Gonadoliberins erfolgt im Hypothalamus. Die Neuronen des Hypothalamus geben an der Eminentia mediana das Hormon ins Blut ab. Dies erfolgt in Stößen zwischen 90 und 120 Minuten. Als Pulsgeber fungiert dabei der Nucleus arcuatus.

Funktionen

Gn-RH hat die Funktion, die Hirnanhangsdrüse zur Ausschüttung der Sexualhormone LH (Luteinisierendes Hormon) und FSH (Follikelstimulierendes Hormon) anzuregen. Diese Hormone sind wiederum wichtig für die Anregung von männlichen Hoden und weiblichen Eierstöcken.

Die Wirkung des Gonadoliberins zeigt sich im Hypophysenvorderlappen durch das Anbinden an einen G-Protein-gekoppelten Rezeptor. Durch dessen Aktivierung kommt es zu einem Ansteigen des intrazellulären Kalzium-Ionen-Spiegels. Dies hat wiederum die Sekretion von Gonadotropinen zur Folge.

Das regelmäßige Freisetzen des Gonadoliberins dient als Voraussetzung für den normalen Ablauf der Sexualfunktionen von Mann und Frau. Kommt es zu einer Störung der Gonadoliberin-Ausschüttung, besteht dadurch die Gefahr von endokrinen Erkrankungen wie dem Ausbleiben der weiblichen Regelblutung.

Anwendung in der Medizin

Therapeutisch kommt Gn-RH zur Anwendung, um Fruchtbarkeitsstörungen der Frau zu behandeln. So regt das Hormon die Eierstockfunktion an. Gonadoliberin-Agonisten setzt man bei:

ein.

Kalzitonin

Kalzitonin zählt zu den Peptidhormonen. Es ist wichtig für den Knochenstoffwechsel.

Entstehung

Hergestellt wird Kalzitonin in den C-Zellen der Schilddrüse. Aber auch die Nebenschilddrüse sowie der Thymus haben Anteil an der Entstehung des Peptidhormons, das aus 32 Aminosäuren besteht.

Funktionen

Kalzitonin dient als Widerpart des Parathormons, das in den Nebenschilddrüsen produziert wird. Zusammen sorgen beide Hormone für die Regulation des Phosphat- und Kalziumhaushalts. Außerdem hat Kalzitonin die Eigenschaft, den Kalziumspiegel im Körper abzusenken.

Kommt es zur Freisetzung des Kalzitonins, führt dies zur Hemmung der Osteoklastenaktivität. So ist eine verstärkte Ausschüttung von Kalzitonin die Folge, wenn der Kalziumspiegel im Blutserum ansteigt.

Dieses Prinzip funktioniert aber auch umgekehrt. Bestimmte Hormone wie Glukagon, Gastrin und Cholezystokinin können die Freisetzung von Kalzitonin fördern.

Kalzitonin in der Medizin

Ärzte verwenden Kalzitonin mitunter zur Therapie von Osteoporose (Knochenschwund) oder der Paget-Krankheit. Allerdings darf das Peptidhormon nicht im Falle einer Hyperkalzämie verabreicht werden.

Der Kalzitoninspiegel im Körper dient auch als Tumormarker. So hat ein C-Zell-Karzinom der Schilddrüse eine verstärkte Herstellung des Peptidhormons zur Folge.

MSH

MSH steht für Melanozyten-stimulierendes Hormon. Es wird auch Melanotropin genannt. Dabei handelt es sich um eine Gruppe von immunregulatorischen Peptidhormonen.

Entstehung

Die Melanozyten-stimulierenden Hormone entstehen im Hypothalamus sowie im Hypophysenzwischenlappen. Aber auch die Haut hat Anteil an der Herstellung der Peptidhormone.

Funktionen

MSH ist an verschiedenen Vorgängen im Körper beteiligt. So bewirkt es, dass sich die Haut verstärkt pigmentiert und beeinflusst unterschiedliche Prozesse des Zentralnervensystems.

Außerdem hat es Anteil an der Regulation der Körpertemperatur und begrenzt Fieberreaktionen. Auch an der Regulation von sexueller Erregung und Hunger ist MSH beteiligt.

Parathormon

Ebenfalls zu den Peptidhormonen zählt das Parathormon. Dabei handelt es sich um ein Polypeptid, das sich aus 84 Aminosäuren zusammensetzt.

Entstehung

Die Bildung des Parathormons findet in den Nebenschilddrüsen, die auch als Epithelkörperchen bezeichnet werden, statt. Die Freisetzung des Peptidhormons erfolgt in erster Linie über die Konzentration von Kalzium.

Erster Schritt der Entstehung des Parathormons ist die Synthetisierung als PräPro-Hormon an Ribosomen. Außerdem kommt es zu einer Prozessierung.

Auf diese Weise bildet sich Pro-Parathormon. Das fertige Parathormon entsteht dann durch die Prozessierung innerhalb des Golgi-Apparates. Abgebaut wird das Parathormon in

  • den Epithelkörperchen
  • der Leber und
  • den Nieren.

Der Normalwert des Parathormons im Blutserum beträgt 12 bis 72 ng/l.

Funktionen

Das Parathormon erfüllt verschiedene Aufgaben. So sorgt es dafür, dass aus den Nierenkanälchen verstärkt Kalzium wiederaufgenommen wird. Gleichzeitig kommt es zur vermehrten Abgabe von Phosphat.

Durch den Abbau von Knochensubstanz bewirkt das Parathormon die Mobilisierung von Kalzium aus dem Knochen. Weiterhin wird verstärkt Kalzium aus dem Darm aufgenommen.

Außerdem wandelt das Parathormon Vorstufen von Vitamin D in den Nieren um. So ist Vitamin D überaus wichtig für die Wirkung des Peptidhormons.

Medizinische Aspekte

Kommt es zu einem erhöhten Parathormonspiegel im Körper, sprechen Mediziner von Hyperparathyreoidismus. Dieser zeigt sich unter anderem bei Erkrankungen der Nieren, des Darms, der Leber sowie bei Adenomen an der Nebenschilddrüse, die Hormone herstellen.

Ein zu niedriger Parathormonspiegel wird als Hypoparathyreoidismus bezeichnet. Er tritt nach einer operativen Entfernung der Epithelkörperchen oder einer Operation an der Schilddrüse auf.

PRL-IH

PRL-IH ist die Abkürzung von Prolaktin Inhibiting Hormon. Es wird auch Prolaktostatin genannt.

Eigenschaften

PRL-IH entsteht im Hypothalamus. Es hat die Aufgabe, die Ausschüttung von Prolaktin (PRL) im Hypophysenvorderlappen zu hemmen. Kommt es nicht zu dieser Hemmung, entwickelt sich bei Frauen Milchfluss aus den Brustdrüsen, ohne dass diese schwanger sind. Darüber hinaus entfällt der Eisprung.

PRL-RH

Das Kürzel PRL-RH steht für Prolaktin Releasing-Hormon. Bei Releasing-Hormonen handelt es sich um Botenstoffe, die für die Herstellung von Hormonen in der Hypophyse sorgen. PRL-RH wird auch als Prolaktoliberin bezeichnet und sorgt dafür, dass im Hypophysenvorderlappen das Hormon Prolaktin gebildet und freigesetzt wird.

Renin

Renin ist eigentlich ein Enzym, welches Ähnlichkeiten mit Hormonen aufweist. Zu seinen Aufgaben gehört das Herstellen von Angiotensin I, das aus Angiotensinogen entsteht.

Synthese

Die Synthese von Renin erfolgt in den Zellen des juxtaglomulären Apparates (JGA) der Nieren. Allerdings entsteht Renin nicht nur in den Nieren, sondern auch in:

  • den Nebennieren
  • der Hypophyse
  • den Speicheldrüsen
  • der weiblichen Gebärmutter
  • im zentralen Nervensystem
Funktionen

Zu den Aufgaben des Renins gehören:

  • das Regulieren des Blutdrucks
  • das Regulieren des Blutvolumens
  • die Teilchenkonzentration des Blutes

Das Enzym ist Bestandteil des Renin-Angiotensin-Aldosteron-Systems (RAAS), dessen Stimulierung es bewirkt. Das Renin löst eine Reaktionsfolge aus. So wird in der Leber das inaktive Angiotensinogen in Angiotensin I umgewandelt.

Dann erfolgt die Umwandlung von Angiotensin I in Angiotensin II durch das ACE (Angiotensin Converting Enzyme). Dieses hat eine negative Rückkopplungswirkung auf die Herstellung von Renin, was einem Übermaß an Renin im Organismus entgegenwirkt. Durch das gefäßverengende Angiotensin II kommt es zur Ausschüttung der Hormone ADH (Antidiuretisches Hormon) und Aldosteron.

Erkrankungen

Verringert sich durch eine Nierenkrankheit die Durchblutung der Nieren, setzen diese verstärkt Renin frei. Das Renin sorgt für das Aktivieren von Angiotensin. Dadurch ziehen sich die Gefäße zusammen, wodurch es zum Freisetzen des Steroidhormons Aldosteron kommt.

Das Aldosteron sorgt dafür, dass der Körper verstärkt Wasser und Natrium speichert. Dies führt dann zum Anstieg von Blutvolumen und Blutdruck.

Sekretin

Sekretin gehört zu den gastrointestinalen Peptidhormonen und ist Teil der Glukagon-Familie. Als Vorstufe des Sekretins gilt das Prosekretin.

Entstehung

Die Entstehung des Sekretins erfolgt in der Schleimhaut des Zwölffingerdarms, genauer gesagt in deren S-Zellen (Sekretinzellen). Ausgelöst wird die Sekretion des Peptidhormons durch einen niedrigen pH-Wert des Nahrungsbreis, der sich im Zwölffingerdarm befindet.

Funktionen

Sekretin erfüllt einige Funktionen. Dazu gehören

  • die Alkalisierung der Galle
  • das Verlangsamen der Magenentleerung, indem die Magenmuskulatur gehemmt wird, sowie
  • das Hemmen der Wiederaufnahme von Wasser und Salz in die Gallenblase.

Außerdem regt das Hormon die Bauchspeicheldrüse dazu an, bicarbonatreiches alkalisches Sekret zu bilden und hemmt das Wachstum der Magenschleimhaut. Darüber hinaus werden von Sekretin die Ausschüttung von Somatostatin und Insulin stimuliert.

STH

Bei STH handelt es sich um Somatotropin, das auch als somatotropes Hormon oder Wachstumshormon bekannt ist. Es wirkt sich auf den ganzen Körper aus.

Entstehung

STH oder Somatotropin gehört zu den Peptidhormonen und bildet sich im Vorderlappen der Hypophyse. Zusammengesetzt wird STH, bei dem es sich um ein Polypeptid handelt, aus 191 Aminosäuren.

Funktionen

Somatotropin wirkt sich auf das Wachstum des Körpers aus und steuert langfristig dessen Entwicklung. Besonders wichtig ist es für das Längenwachstum bei Kindern.

Die Wirkung entsteht durch das Stimulieren der IGF-1-Synthese innerhalb der Leber. Außerdem hat STH Anteil an der Steuerung des Kohlenhydratstoffwechsels und des Proteinstoffwechsels.

Wirkung

Für ein normales Wachstums ist STH unverzichtbar. Wird zu wenig von dem Hormon hergestellt oder sprechen die Zellen nicht auf das STH an, hat dies Minderwuchs zur Folge. Bildet sich dagegen ein Übermaß an Somatotropin, führt dies zu Riesenwuchs oder gar Akromegalie.

Zu den Organen und Körperstrukturen, an denen STH seine Wirkung entfaltet, gehören:

  • Leber
  • Nieren
  • Muskeln
  • Knorpel
  • Knochen

Die Wirkung des Somatotropins erfolgt indirekt. Das heißt, dass es zu einer Bindung an den Somatotropin-Rezeptor kommt. Bei diesem handelt es sich um einen Transkriptionsfaktor, von dem die Expression des IGF-1-Proteins gelenkt wird.

STH in der Medizin

In der Medizin findet STH als therapeutisches Mittel zur Behandlung verschiedener Erkrankungen Verwendung. Dabei handelt es sich vor allem um:

  • den Mangel an Wachstumshormonen bei Kindern und erwachsenen Menschen
  • die intrauterine Wachstumsverzögerung (SGA-Syndrom)
  • chronische Nierenschwäche
  • das Prader-Willi-Syndrom
  • das Ulrich-Turner-Syndrom

Darüber hinaus kommt künstliches Somatotropin als Anti-Aging-Mittel zur Anwendung. Beweise für eine langfristige positive Wirkung gibt es jedoch nicht.

Thymopoetin

Bei Thymopoetin oder Thymopoeitin handelt es sich um ein Thymushormon, das sich aus 49 Aminosäuren zusammensetzt. Seine Herstellung findet in den Epithelzellen des Thymus statt.

Der Thymus liegt im oberen Teil des Mediastinums (Mittelfellraum) in der Brusthöhle und stellt ein lymphatisches Organ dar. Thymopoetin sorgt für die Differenzierung und Reifung von Immunzellen, die wichtig für das Abwehrsystem des Körpers sind, innerhalb der Lymphknoten.

Thymosin

Ebenfalls im Thymus gebildet wird das Hormon Thymosin. Dabei handelt es sich um ein Peptid mit hormoneller Wirkung.

Gemeinsam mit anderen Peptiden, zu denen auch Thymopoetin gehört, sorgt Thymosin für die Förderung von eingewanderten Lymphozyten. Diese werden schließlich zu T-Lymphozyten, bei denen es sich um wichtige Immunzellen für das Abwehrsystem des Organismus handelt. Des Weiteren verfügt Thymosin über eine wachstumsanregende Wirkung.

VIP

Ein gastrointestinales Peptidhormon ist VIP, das auch als Vasoaktives intestinales Peptid bezeichnet wird. Strukturell weist es eine Verwandtschaft mit den Hormonen Sekretin und Glukagon auf.

Entstehung

Das Hormon VIP bildet sich im Zwölffingerdarm und besteht aus 28 Aminosäuren. Die Freisetzung des Vasoaktiven intestinalen Peptids erfolgt, wenn es im Darm zu einer erhöhten Konzentration an Fett kommt.

Wirkung

In seiner Wirkung hat VIP Ähnlichkeit mit den Hormonen Glukagon und Sekretin. So steigert es die Sekretion von Bikarbonat aus der Bauchspeicheldrüse. Außerdem hemmt das Hormon die Produktion der Magensäure.

Weiterhin sorgt VIP dafür, dass die Muskeln der Blutgefäße, der Lunge, des Magens, des Darms und der Luftröhre erschlaffen. Des Weiteren wird die Blutgerinnung gehemmt. Eine zusätzliche Eigenschaft ist das Regulieren der Schleimproduktion innerhalb der Atemwege.

Erkrankungen

Durch das Verner-Morrison-Syndrom (VIPom) kommt es zu einem Übermaß an dem Vasoaktiven intestinalen Peptid im Körper. Bemerkbar macht sich dies vor allem durch wässrigen Durchfall und Hypokaliämie.

Hormonelle Störungen

Zahlreiche wichtige Vorgänge im menschlichen Körper werden von den Hormonen gesteuert. Daher können durch hormonelle Störungen verschiedene Fehlfunktionen und Erkrankungen auftreten.

Hormone als Hilfe zur Früherkennung von Krebs

3D Grafik dunkelrote Krebszelle in Blutbahn mit Blutzellen
blutzellen und krebszelle © Sebastian Kaulitzki - www.fotolia.de

Zur Früherkennung von Krebs haben Wissenschaftler der Universität Bern jetzt eine neue Methode entdeckt.

Durch das Messen der Anzahl von bestimmten Hormonen kann vorausgesagt werden, ob ein späteres Auftreten von Krebs möglich ist. Lungen-, Brust-, Dickdarm- und Prostatakrebs könnte mit dieser neuen Methode frühzeitig erkannt werden.

Eine Studie mit 10.000 Personen aus verschiedenen Ländern wurde schon durchgeführt. Bis diese Untersuchung als Standard-Früherkennung eingesetzt werden kann, bedarf es aber noch weiterer Tests.

Psychische Erkrankungen können auch hormonelle Ursachen haben

Junge depressive Frau sitzt in Zimmerecke, neben ihr Tabletten auf Boden
Depression © Eric Simard - www.fotolia.de

Psychische Erkrankungen wie Depressionen oder das Burnout-Syndrom kommen immer häufiger vor. Viele Betroffene greifen dabei gleich zu den verschriebenen stimmungshebenden Medikamenten, um mit den Symptomen fertig zu werden.

Dabei hängen die Ursachen für psychische Erkrankungen viel öfter mit einem gestörten Hormonhaushalt zusammen, weiß der Experte für Stressbewältigung Dr. Michael Spitzbart. Bevor sich Betroffene mit Medikamenten abspeisen lassen, die ihre Stimmung heben sollen, sollten sie ihren Hormonhaushalt checken lassen, denn liegt ein hormonelles Problem vor, können ohne entsprechende Behandlung neben den psychischen Beschwerden auch körperliche Symptome hinzukommen. Hormonschwankungen lassen sich mit Hilfe von Blut- und Speicheltests ganz einfach aufdecken.

Ein Hormon könnte für Erscheinungen kurz vor dem Tod zuständig sein

Nahtoderfahrungen wie beispielsweise das berühmte helle Licht, in das sterbende Personen oder kurzzeitig klinisch tot gewesene Menschen zu gehen glauben, könnten durch das Hormon Serotonin entstehen. So berichten Forscher der Charité Berlin, dass das Hirn vor dem Sterben mit diesem Hormon nahezu geflutet würde.

Verschiedene Untersuchungen mit Ratten legen nahe, dass auch beim Menschen mehr Serotonin im Hirn ist als gewöhnlich, wenn der Tod einsetzt. Das erklärte der Leiter der Studie, Alexander Wützler.

Wissenschaftler wie Jakob Howhy von der Monash Universität im australischen Melbourne wendeten sich indes entschieden gegen die Ergebnisse. Die Übertragbarkeit der Ergebnisse auf das menschliche Hirn sei nicht zuverlässig.

Das Hormon Erythropoetin lässt Tumore wachsen

3D Grafik dunkelrote Krebszelle mit Antikörpern
krebszelle mit antikörpern © Sebastian Kaulitzki - www.fotolia.de

Der Zungenbrecher „Erythropoetin“ ist der Name eines Hormons im Körper des Menschen. Dieses Hormon steuert im Wesentlichen, wie aus Vorgängerzellen des Knochenmarkes die Zellbestandteile gebildet werden, die im menschlichen Blutkreislauf das so lebenswichtige Hämoglobin enthalten. Diese essentiellen Blutproteine werden Erythozyten genannt und tragen quasi den Sauerstoff durch unseren Körper. Forscher haben nun herausgefunden, dass dieses Protein daran Schuld sein kann, dass sich ein Tumor weiter entwickelt. Der Wachstumsfaktor PDGF kann das Hormon so ungünstig beeinflussen, dass es ungewollt dem Tumor beim Wachstum hilft.

Forscher aus Stockholm gelangten zu dieser Erkenntnis, als sie mit Mäusen experimentierten. Sie erkannten bei den Tieren, dass sich der Wachstumsfaktor an bestehende Krebszellen binden kann. Das stimuliert dann das Hormon dazu, übereifrig zu werden und mehr von dem Blutprotein zu produzieren. Das hat eine fatale Wirkung, denn nun kann unnatürlich viel Sauerstoff im Blut transportiert werden und das versorgt den Tumor mit der nötigen Energie. So wächst er schneller und kann auch schneller Metastasen bilden. Dieses Zusammenspiel war der Krebsforschung bisher unbekannt.

Man hofft nun, dieses neue Wissen nutzen zu können, um darauf aufbauend neue und bessere Therapiemethoden zu entwickeln.

Morbus Cushing und Akromegalie hängen stark mit psychischen Problemen zusammen

Alte Waage, die über 100 Kilogramm anzeigt
Körpergewicht © bilderbox - www.fotolia.de

Morbus Cushing, auch als Cushing-Syndrom bekannt, ist eine schwere Erkrankung, bei der der Körper durch einen Tumor zu viel Kortisol produziert. Dies führt u.a. zu Stoffwechsel- und Wachstumsstörungen, zu Fettsucht, Gewichtszunahme und erhöhtem Blutdruck. Häufig wird Morbus Cushing auch mit Diabetes und psychischen Problemen in Verbindung gebracht.

Als Therapie wird zumeist eine Operation der Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) empfohlen, der eine wichtige Rolle bei der Regulierung der Hormone zukommt. Allerdings ergab eine neue Analyse nun, dass ein operativer Eingriff meist keine vollständige Heilung bringt. Stattdessen leben die Patienten auch später noch mit ihren Symptomen.

Auffällig dabei ist, dass Erkrankungen wie Morbus Cushing und Akromegalie, bei der eine Überproduktion des Hormons Somatropin krankhaftes Wachstum auslöst (z.B. einen Kropf) eng mit psychischen Problemen wie neurotischen Störungen, Zukunftsängsten und geringer Neugier zusammenhängen. Die Mediziner empfehlen eine bessere Früherkennung dieser Krankheiten, zum Beispiel durch Tests auf Hyperkortizismus, bei denen das Kortisol im Körper gemessen wird.

Störungen der Geschlechtshormone

Dazu gehören z.B. Unfruchtbarkeit bei Frauen und erektile Dysfunktionen bei Männern. So kann es durch eine mangelhafte Freisetzung von Testosteron zum Nachlassen des männlichen Sexualtriebs und zur Schwächung der Erektionsfähigkeit kommen.

Bei Frauen ist durch eine vermehrte Ausschüttung von männlichen Geschlechtshormonen eine vermehrte Körperhaarbildung (Hirsutismus) an

möglich. Zur Behandlung werden oftmals Antiandrogene eingesetzt. Diese hemmen die Wirkung der männlichen Geschlechtshormone an den Haarfollikeln, wodurch das übermäßige Haarwachstum gestoppt werden kann.

Störungen der Schilddrüsenhormone

Eine weitere hormonelle Störung ist die Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose), bei der zu wenige Schilddrüsenhormone gebildet werden, was verschiedene Beschwerden zur Folge hat, wie:

Durch eine Vergrößerung versucht die Schilddrüse den Jodmangel auszugleichen; es kommt zur Bildung eines Kropfes.

Bei einer Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) werden dagegen zu viele Schilddrüsenhormone produziert. Dadurch kommt es zu Beschwerden wie:

Störungen der Insulinproduktion

Besonders schwerwiegend sind Störungen der Insulinproduktion, da dadurch die Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) entstehen kann. Als mögliche Ursachen für hormonelle Störungen kommen unterschiedliche Probleme in Frage:

  • Erkrankungen oder Schäden am hormonbildenden Organ
  • Schäden oder Erkrankungen am Zielorgan
  • Probleme beim Transport
  • Tumore

Störungen der Wachstumshormone

Die Akromegalie ist auf Störungen der Wachstumshormone zurück zu führen. Das Hormon Somatropin wird dabei in übermäßiger Menge produziert, was zur Bildung eines gutartigen Tumors an der Hirnanhangsdrüse führt.

Entsteht die Erkrankung vor der Pubertät, kommt es bei Betroffenen zu einem Riesenwuchs; dabei bleiben die Körperproportionen erhalten. Erkrankt man nach der Pubertät, erfolgt das Wachstum nur noch an den Weichteilen, knöchernen Akren sowie inneren Organen. Behandelt wird im Rahmen einer operativen Entfernung des Tumors.

Es gibt zudem einige typische körperliche Merkmale, die auf mögliche Störungen im Hormonhaushalt hindeuten können...

Satt ohne Essen

Britische Forscher haben ein Hormonduo entdeckt, das satt macht

Pommesschale mit Pommes Frites vor weißem Hintergrund
Kartoffelprodukt © Teamarbeit - www.fotolia.de

Britische Forscher machen Abnehmwilligen neue Hoffnung. Sie haben ein Hormonduo entdeckt, das satt macht, obwohl der Magen leer bleibt. Wie das Journal „Cell Metabolism" berichtet, sollen zwei Darmhormone als Appetitzügler fungieren. Normalerweise schüttet der Darm diese Proteine nach der Nahrungszufuhr aus und verhindern ein Überessen. Nun wird angenommen, dass diese Proteine aber auch wirken, wenn sie als Tablette eingenommen werden und der Magen leer bleibt.

Einfluss auf die Appetitregulierung

Bei der Studie, durchgeführt von Waljit Dhillo, konnte beobachtet werden, dass Personen, die diese Hormone erhielten, bei einem Buffet weitaus weniger zu sich nahmen als andere, die keine Hormone erhielten. Eine funktionelle Magnetresonanztomografie gab Aufschluss über den Grund: Die betreffenden Bereiche im Gehirn, die für die Appetitregulierung und den Hunger verantwortlich sind, waren bei ihnen ebenso aktiv, wie bei Personen, die wirklich etwas gegessen hatten.

Dhillo hofft nun, dass eine Pille mit diesen beiden Proteinen als neue Hoffnung im Kampf gegen Übergewicht eingesetzt werden kann. Zwar wirke auch jedes Hormon für sich bereits appetitregulierend, dennoch potenziere sich die Wirkung in der Kombination beider Hormone.

Gesunde Ernährung

Auch im Bereich einer gesunden Ernährung könnte ein solches Medikament wertvolle Dienste leisten. Denn bei einem großen Hunger neige man in der Regel zu ungesunden Lebensmitteln wie

und mit der Pille ziehe man stattdessen Frischkost oder Fisch vor.

Mit einer Hormontherapie gegen Adipositas

Durch die Einnahme künstlicher Wachstumshormone, sollen adipöse Patientinnen überschüssige Kilos verlieren

Grafische Darstellung Fettzellen
fettzellen © Sebastian Kaulitzki - www.fotolia.de

Adipöse Frauen können von der Vergabe von Hormonen profitieren. Indem sie für sechs Monate künstliche Wachstumshormon einnehmen, verlieren sie überschüssige Kilos. Zu diesem Schluss kommt eine aktuelle Studie mit 79 Frauen.

Studie zur Hormontherapie

Im Durchschnitt hatten sie einen BMI von 35 und waren damit adipös. Bevor die Hormone vergeben wurden, ermittelte man die Knochendichte mittels radiologischer Untersuchung und stellte fest, wie groß der Fettanteil in ihrem Körper genau war. Abschließend wurden die Oberschenkel auf ihre Muskelmasse hin untersucht und alle Daten notiert.

Dann begann die Hormontherapie, während der die Frauen entweder die Wachstumshormone oder ein Placebo bekamen. An der Ernährung oder dem sonstigen Lebensstil wurde nichts verändert.

Ungesunde Nebenwirkungen

Nach sechs Monaten hatte die Gruppe unter Hormoneinfluss deutlich an Gewicht abgenommen. Doch die Frauen verloren nicht nur das ungesunde Übergewicht. Das Hormon hatte auch Auswirkungen auf die Knochen und Muskeln.

Während das Fett abgebaut wurde, kam es zu einem gesunden Anstieg der Muskelmasse und zu einer dichteren Knochenstruktur. Die Frauen profitierten also dreifach von der Therapie.

Anwendung in der Zukunft denkbar

Eine Anwendung für die breite Masse ist so allerdings noch nicht möglich, da die Kosten dieser Methode sehr hoch sind. Da sich der positive Einfluss auf den Fett- und auch auf den Knochenstoffwechsel nun nachweisen lässt, ist eine Anwendung in der Zukunft aber zumindest denkbar. Auch für Patienten mit Osteoporose könnten darin eine neue Therapieoption liegen.

Neues Hormon entdeckt - der Mensch besitzt ein Sport-Hormon

Trotz unseres inzwischen so großem medizinischen Wissens entdecken wir immer wieder Neues. In den USA ist es Wissenschaftlern nun gelungen, im Mausexperiment ein bisher völlig unbekanntes Hormon nachzuweisen. Das Hormon ist eine Art Sport-Hormon, denn es wird nach sportlichen Aktivitäten gebildet. Man taufte es auf den Namen Irisin.

Irisin wird nach dem Sport von den stimulierten Muskelzellen gebildet und bewirkt im Körper, dass sich weiße Fettzellen wandeln und zu braunen Fettzellen werden. Das bedeutet, dass nicht mehr länger Energie gespeichert wird, sondern direkt für den Energieverbrauch verbrannt wird. Das hilft nicht nur beim Abnehmen, es stimuliert zudem den Glukosestoffwechsel sehr positiv. Der Traum der Forscher ist es daher, daraus einmal ein wirksames Mittel gegen Diabetes Typ 2 abzuleiten.

So weit ist man aber noch nicht. Bisher hat man erst einmal nachgewiesen, dass sich die Erkenntnis bei den Mäusen auch auf den Menschen übertragen lässt. Nicht jede Erkenntnis lässt sich vom Labortier nämlich eins zu eins auf den Menschen anwenden. In diesem Fall gelang das aber problemlos. Das Hormon Irisin war bei uns eindeutig nachweisbar. Den Namen haben die Forscher übrigens von Iris abgeleitet, der Götterbotin aus der griechischen Mythologie.

Mittel zur Linderung des Kurzdarmsyndrom - Medikament „Teduglutid“ hilft

Auch auf pathologisch verkürzter Verdauungsstrecke soll so viel wie möglich aus dem Nahrungsbrei gewonnen werden

Grafik männlicher Körper mit Dünndarm, weißer Hintergrund
männlicher körper mit dünndarm © Sebastian Kaulitzki - www.fotolia.de

Menschen mit dem sogenannten Kurzdarmsyndrom leiden an einer schweren Krankheit. Bei ihnen fehlt ein guter Stück des Darms, was entweder die Folge einer notwendigen Operation sein kann, oder aber auf einen angeborenen Entwicklungsfehler zurückgeht. Die Diagnose wird gestellt, sobald der Dünndarm kürzer als einhundert Zentimeter ist.

Verdauungsprobleme und Wasserverlust

Diese Verkürzung kann sehr schwerwiegende Folgen haben, da die Verdauung nicht mehr richtig funktioniert. Oft kommt es beständig zu Durchfall, was die ausreichende Aufnahme von Nährstoffen und Vitaminen verhindert. Durch den hohen Wasserverlust kann außerdem eine Dehydration die Folge sein und bei vielen Patienten haben die Ärzte keine andere Wahl, als zu einer künstlichen Ernährung zu greifen.

Teduglutid verspricht Abhilfe

Via parenterale Ernährung wird der Dünndarm so umgangen, doch das wiederum mindert die Lebensqualität beträchtlich. Nun gibt es ein neues Medikament, das zumindest etwas Linderung verspricht. Das Medikament „Teduglutid“ ist sowohl in Amerika, als auch in Deutschland zugelassen und darf an Menschen mit dem Kurzdarmsyndrom verschrieben werden.

Studie über Nutzen und Nebenwirkungen

Bis auf eine Stelle in der Aminosäure-Kette gleicht es dem Hormon „GLP-2“. Dieses wird bei gesunden Menschen nach dem Essen im Körper freigesetzt und steigert die Aktivität im Darm, damit die Nährstoffe schneller aufgenommen werden. Genau dieses Mehr an Aktivität ist beim Kurzdarmsyndrom sehr wünschenswert, damit auch auf der zu kurzen Verdauungsstrecke so viel wie möglich aus dem Nahrungsbrei gewonnen werden kann.

In Studien reagierten viele Probanden sehr gut auf das Medikament, allerdings gab es auch viele Nebenwirkungen zu beobachten. Zum Beispiel steigt die Gefahr für Polypen im Dickdarm, es kommt oft zu

Neues Mittel gegen Diabetes gefunden? Forscher setzen auf Betatrophin

Diabetikerin spritzt sich Insulin in den Bauch
Diabetes patient insulin shot by syringe with dose of lantus © Dmitry Lobanov - www.fotolia.de

In der menschlichen Leber wurde ein neues Hormon entdeckt, das die Insulinproduktion im Körper steuert. Forscher, die das Proteohormon zunächst in Mäusen entdeckten, nannten es Betatrophin. Es wird in der Leber gebildet und ins Blut abgegeben.

Betatrophin sorgt vor allem in der Schwangerschaft dafür, dass der Körper mehr Insulin produziert um den erhöhten Bedarf an Hormonen zu decken. Auch bei Menschen, die an Diabetes mellitus leiden, hilft das Betatrophin dabei, die Insulinresistenz zu kompensieren und den Blutzuckerspiegel zu normalisieren.

Forscher wollen nun daran arbeiten, das Betatrophin-Gen künstlich im Labor herzustellen und zu einem Diabetes-Medikament weiter zu entwickeln. Sie glauben, dass eine einzige Injektion pro Monat reichen würde, um die Insulinproduktion im Körper soweit anzuregen, dass die Einnahme von antidiabetischen Medikamenten stark reduziert werden könnte.

Bei Mäusen liefen erste Tests mit Betatrophin bereits positiv ab: Innerhalb einer Woche wurde die Zahl der Beta-Zellen so stark gesteigert, dass die diabetischen Mäuse wieder über einen normalisierten Blutzuckerspiegel verfügten.

Forscher denken an die Entwicklung eines Medikaments gegen Cannabis

Hand hält Cannabispflanze
cannabis background © yellowj - www.fotolia.de

Cannabis kann schnell als Droge missbraucht werden und führt so auch rasant zu einer Abhängigkeit. Vor allen Dingen Teenager verfallen aus reiner Neugier dem Suchtstoff und kommen dann nicht mehr davon los.

THC-Wirkung hemmen

Mediziner beschäftigen sich schon seit einiger Zeit mit der Frage, ob man ein Mittel gegen den Suchtstoff herstellen kann. Cannabis enthält nämlich Tetrahydrocannabinol (kurz THC) und dieser Cannabis-Wirkstoff kann im Menschen eine psychoaktive Wirkung entfalten. Der Konsument entspannt sich, kann sogar Euphorie erleben und wird nach diesem Zustand süchtig. Französische Forscher möchten daher THC in seiner Wirkung hemmen und nun scheint man auf dem richtigen Weg zu sein.

Körpereignes Produkt Pregnenolon nutzen

Die Schlüsselfigur in diesem Zusammenhang trägt den Namen "Pregnenolon". Dabei handelt es sich um ein Zwischenprodukt im Körper, das immer dann entsteht, wenn Steroide vom Organismus hergestellt werden. In einem Experiment fanden die Forscher heraus, dass dieses Pregnenolon im Gehirn die Wirkung von THC abschwächen kann. Dies wiederum bedeutet, man könnte sich das körpereigene Zwischenprodukt zunutze machen und damit ein Medikament gegen die Cannabis-Sucht entwickeln.

Noch längere Entwicklung nötig

Allerdings weisen die Forscher aus Frankreich bereits jetzt darauf hin, dass man Pregnenolon in seiner natürlichen Form vermutlich nicht direkt zum Wirkstoff machen kann. Bisher kann man es nicht so herstellen, dass es in Tablettenform eingenommen werden kann.

Versuche mit der Vergabe über die Haut hat es bereits gegeben, doch dabei trat das Problem auf, dass der Körper auf diesem Weg einen zu schnellen Abbau einleitet. Pregnenolon kann also nicht lange genug im Organismus verbleiben, um seine Wirkung gegen Cannabis zu entfalten. Außerdem steht noch der Aspekt der Nebenwirkungen im Raum, die vermutlich bei einem Stoff, der von der Natur nur als Zwischenprodukt gedacht ist, zahlreich sind.

Die Medizin wird es schon richten - Wer Statine nimmt, ernährt sich ungesünder

Künstliches Gebiss auf weißem Hintergrund
false teeth © paul prescott - www.fotolia.de

Bei einem stark erhöhten Cholesterinspiegel werden den Betroffenen häufig Statine verschrieben um die Blutfettwerte zu senken. Dies führt jedoch häufig dazu, dass die Patienten dann - in der Annahme die Statine werden es schon richten - noch häufiger zu fett- und kalorienreicher Kost greifen als vorher.

Dies ergab eine Studie in den USA, bei der insgesamt 27.886 Probanden im Zeitraum von 1999 bis 2010 regelmäßig zu ihrem Lebensstil und ihren Ernährungsgewohnheiten befragt wurden.

Patienten achten bei Statintherapie weniger auf gesunde Ernährung

In dieser Zeit stieg die Anzahl der Studienteilnehmer, die aufgrund einer Hyperlipidämie Statine verschrieben bekamen von 7,5 auf 16,5 Prozent. Bei diesen Menschen stieg im gleichen Zeitraum der Fettkonsum um 9,6 Prozent und der Kalorienkonsum sogar um 14,4 Prozent. Hatten sich die Patienten, die Statine erhielten, in den Jahren 1999/2000 noch gesünder ernährt als die andere Studienteilnehmer, wandelte sich dieses Bild komplett bis 2009/2010, denn in diesem Jahr nahmen die Statinpatienten mehr Kalorien zu sich als die anderen und auch mehr Fett.

Entsprechend legte auch der Body-Mass-Index bei dieser Gruppe stärker zu als bei den anderen Teilnehmern. Die Forscher folgerten daraus, dass sich die Patienten der Illusion hingeben, dass sie dank der Statine nicht mehr auf eine gesunde Ernährung achten müssen. Sie stellten die Frage in den Raum, wie sinnvoll es eigentlich sei, eine Statintherapie zu verordnen, wenn die Patienten nicht ausdrücklich angewiesen werden, zugleich auf eine gesunde fettarme Ernährung zu achten.

Die Vergabe von Statinen vor einer Herz-OP: Rate der Komplikationen sinkt nicht

Operation - Drei Ärzte bei chirurgischem Eingriff am OP-Tisch
In safe hands © Yuri Arcurs - www.fotolia.de

Statine sind als Medikamente immer dann im Einsatz, wenn das schädliche LDL-Cholesterin gesenkt werden soll. Die Mittel werden daher bevorzugt eingesetzt, wenn die Gesundheit der Gefäße durch die Blutfette in Gefahr ist.

Aus dieser Überlegung heraus werden hochdosierte Statine oft vor einer geplanten Operation am Herzen eingesetzt. Die kurzzeitige Intensivtherapie soll die Gefäße des Herzens schützen und damit die Gefahr für Komplikationen senken. Da Statine auch gegen Entzündungen wirken, könnte so das Risiko für

gesenkt werden.

Fehler im Aufbau der Untersuchungen

In einer Meta-Studie war eindrucksvoll gezeigt worden, dass die Rate an Problemen durch die Vergabe tatsächlich zurückgeht. In dieser Untersuchung hatte man 14 ältere Studien neu ausgewertet. Die Daten von 1.300 Patienten lagen vor und zeigten eine Senkung des Risikos um immerhin 50 Prozent.

Nun haben Kritiker die Studienlage erneut betrachtet und sind auf viele Fehler im Aufbau der Untersuchungen aufmerksam geworden. Eine neue Großstudie vermied all diese Probleme und legt nun Ergebnisse vor, die den Statinen als Kurzzeittherapie ihre Wirkung absprechen.

Komplikationsrisiko mit Statinen sogar geringfügig erhöht

Man hatte mit 1.922 Betroffenen gearbeitet, bei denen eine Operation am Herzen geplant war. Acht Tage vor dem OP-Termin bekamen die einen Statine und die anderen ein Placebo. Dies erfolgte bis zum fünften Tag vor dem Eingriff und dann wurden die Mittel wieder abgesetzt.

Als man die Rate an Komplikationen nach der OP verglich, zeigte sich kaum ein Unterschied zwischen beiden Gruppen. Mit Statinen lag sie bei 21 Prozent und ohne bei 20 Prozent. So gesehen, war die Gefahr auf Komplikationen durch die Medikamente sogar geringfügig erhöht.

Die Forscher fordern, dass die Leitlinie zur Versorgung der Patienten entsprechend umgeschrieben wird und künftig keine Statine mehr als Kurztherapie vor einer Herz-OP vergeben werden.

Langzeitschutz durch Statine: Herzinfarktrisiko auch nach 20 Jahren noch gesenkt

Statine haben eine positive Auswirkung auf Herz- und Krebserkrankungen

Mann in medizinischer Schutzkleidung kontrolliert mit der linken Hand einen Monitor mit medizinischen Messdaten
anesthesiologist in or © beerkoff - www.fotolia.de

Menschen, die vor 20 Jahren erstmals mit Pravastatin behandelt worden waren, profitieren auch heute noch von der langfristigen Wirkung dieser Medikamente. Dies ergab eine Auswertung der WOSCOP-Studie, die ursprünglich schon in den 90er Jahren durchgeführt wurde.

Ergebnisse der WOSCOP-Studie aus den 90er Jahren

Zum Studienende 1995 war ein Drittel der Teilnehmer mit Statinen behandelt worden. Nach 20 Jahren besaß diese Gruppe noch immer ein um 27 Prozent niedrigeres Risiko, ein tödliches Herz-Kreislauf-Ereignis zu erleiden als die Vergleichsgruppe, die lediglich ein Placebo erhalten hatte.

Die Gesamtmortalität war bei der Statin-Gruppe ebenfalls um 13 Prozent niedriger.

Für das heutige Follow Up waren die Daten der Sterbe- und Krebsregister des National Health Service in Großbritannien herangezogen worden um die Herz-Kreislauf-Daten der WOSCOP-Studie zu ergänzen.

Positive Auswirkungen der Statine auf den Körper

Dadurch konnten die Mediziner feststellen, dass nicht nur bei den Herz-Kreislauf-Krankheiten ein Langzeitschutz durch die Statine bestand, sondern auch die Rate der Krebserkrankungen konstant blieb.

Durch die Senkung des LDL-Cholesterinspiegels benötigten die Studienteilnehmer um 19 Prozent seltener spätere Eingriffe am Herzen wie z.B. Bypass-Operationen. Auch mussten diese Menschen seltener im Krankenhaus behandelt werden.

Keine Lust auf Naschen: Ein Hormon der Leber sorgt dafür

Das Peptid FGF21 reagiert besonders auf Kohlenhydrate und löst ein Stoppsignal im Appetitzentrum des Gehirns aus

Süßigkeiten, Bonbons in Gläsern und Schalen
Bunte Bonbons © Paylessimages - www.fotolia.de

In der Leber wird ein Hormon produziert, das Wissenschaftler als Peptid "FGF21" bezeichnen. Bereits seit einigen Jahren weiß man von seiner Existenz und hat erforscht, welche Funktion es im Körper hat. Dabei lag von Anfang an der Gedanke nahe, dass FGF21 auf den Insulinstoffwechsel wirkt und daran beteiligt ist, dass ein Sättigungsgefühl entsteht.

FGF21 sendet Stoppsignal an Appetitzentrum im Gehirn

Da die Leber das zentrale Entgiftungsorgan des Körpers ist, sendet sie ein Stoppsignal, wenn zu viel Nahrung mit ungesunden Inhaltsstoffen im Organismus ist. Seit zwei Jahren weiß man, dass FGF21 vor allen Dingen auf Kohlenhydrate reagiert und dabei vermutlich als Hormon ein Stoppsignal im Appetitzentrum des Gehirns auslöst. Eine aktuelle Studie bestätigt das nun im Tierversuch und kommt zu detaillierten Erkenntnissen.

Mäuse mit viel FGF21 im Blut fressen automatisch weniger Kohlenhydrate

Man arbeitete mit Mäusen, die genetisch so verändert waren, dass sie kein FGF21 im Körper hatten. Die Tiere bekamen ebenso wie eine Kontrollgruppe den Zugang zu verschiedenen Nährstoffen.

Es zeigte sich schnell, dass die Mäuse ohne FGF21 eine große Vorliebe für Kohlenhydrate und besonders für Zucker hatten. Zwar fraßen auch die Kontrollmäuse gern etwas Süßes, doch die Forscher konnten dabei beobachten, wie nach dem Verzehr sofort der FGF21-Gehalt im Körper der Tiere stieg.

Hatten sie viel davon im Blut, fraßen sie automatisch weniger Kohlenhydrate. Ihr Appetit darauf war also auf natürliche Weise gezügelt worden. Bei besonders hohen FGF21-Werten zeigten die gesunden Mäuse sogar eine regelrechte Abscheu vor Zuckerwasser.

Hormon hat keinen Einfluss auf die Geschmacksnervzen

Ebenfalls Teil der Erkenntnis: Das Hormon FGF21 nimmt keinen Einfluss auf die Rezeptoren in der Zunge. Die Geschmacksnerven werden also nicht verändert.

Diese Theorie stand längere Zeit im Raum, da manche Wissenschaftler glaubten, dass zum Selbstschutz vor zu viel Süßem die Wahrnehmung auf der Zunge vorübergehend geändert wird. Dies ist jedoch nicht der Fall. Das Hormon wirkt vielmehr direkt im Gehirn und zwar im Nucleus paraventricularis, dem Appetitzentrum.

Nun wird überprüft, ob man die Erkenntnis therapeutisch nutzen kann.

Wie Ihr Körper Ihnen sagt, dass etwas nicht stimmt

Neben so eindeutigen Signalen wie bei einem Sonnenbrand oder einer Magenverstimmung kennt unser Organismus auch eine Art Geheimsprache. Wir haben für Sie die Signale unseres Körpers entschlüsselt.

Kurze Augenbrauen

Wenn Ihre Augenbrauen auffallend kurz und schmal geraten sind, muss das keine zufällige Laune der Natur sein. Es könnte auch auf eine Erkrankung der Schilddrüse hinweisen.

Die Hormone, die von unserer Schilddrüse produziert werden, haben viele Aufgaben. Eine davon betrifft unter anderem die Zellgeneration.

Bei einer Schilddrüsenunterfunktion sind die Auswirkungen daher auf fast alle Zellen in Ihren Körper desaströs. Am ehesten macht sich das bei den Haarwurzeln bemerkbar. Daher geht eine Unterfunktion der Schilddrüse häufig mit Haarverlust auf dem Haupt und den Augenbrauen einher.

Ein weiteres Symptom ist ein nicht erklärbares Ansteigen des Körpergewichts. Ein Gang zum Arzt bringt Klarheit.

Lange Ringfinger

Wenn Ihre Ringfinger länger als Ihre Zeigefinger sind, tragen Sie ein erhöhtes Risiko, an Rheuma und Osteoporose zu erkranken. Eine Studie aus dem Jahr 2008 konnte diesen überraschenden Zusammenhang beweisen.

Warum zwischen der Fingerlänge und der Erkrankung eine Verbindung besteht, ist bisher noch nicht ganz klar. Wissenschaftler gehen davon aus, dass dies durch erhöhte Testosteronwerte im Mutterleib zu erklären sein könnte.

Dies würde auch noch nach der Geburt beim Baby zu erhöhten Testosteronwerten führen, wodurch die Konzentration von Östrogen im Blut abnimmt. Östrogen spielt jedoch eine entscheidende Rolle bei der Knochenbildung und -entwicklung. Durch einen aktiven Lebensstil und eine ausgewogenen Ernährung können Sie ihr Osteoporose-Risiko jedoch unabhängig Ihrer Fingerlänge minimieren.

Damenbart

Viele Frauen bekommen mit zunehmenden Alter einen leichten Damenbart. Das ist normal und nicht weiter bedenklich.

Kritisch wird es nur, wenn sich die kleinen Härchen nicht nur oberhalb der Lippen tummeln, sondern dick und dunkel auch am Kinn und auf dem Bauch zum Vorschein kommen. Ein ungewöhnlich starker Haarwuchs bei Frauen kann auf eine Zyste im Eileiter hinweisen.

Durch die Zyste ist die Hormonproduktion gehemmt, weshalb das so genannte Männlichkeitshormon in einer erhöhten Konzentration vorzufinden ist. Ein Bluttest beim Arzt gibt schnell Aufschluss.

Die Behandlungsmethoden beinhalten die Gabe von Östrogen sowie einen Lebenswandel. (Rauchen und exzessiver Alkoholgenuss können ebenfalls die Hormonproduktion hemmen.)

Grundinformationen zu Hormonen

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Quellenangaben

  • Bildnachweis: schilddrüse © axel kock - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: Die 8 Hormon-Drüsen des Körpers © Henrie - www.fotolia.de

Autor:

Paradisi-Redaktion - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

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