Bauchspeicheldrüse - Reguliert den Blutzucker und spielt für die Verdauung eine wichtige Rolle

Als Bauchspeicheldrüse oder Pankreas bezeichnet man ein Drüsenorgan, das sich im Oberbauch befindet. Sie produziert Hormone und Verdauungsenzyme.

Von Jens Hirseland

Die menschliche Bauchspeicheldrüse (Pankreas) liegt im Oberbauch und produziert Hormone und Verdauungsenzyme. Sie gehört zu den wichtigsten Verdauungsdrüsen des Organismus.

Aufbau

Die keilförmige Bauchspeicheldrüse ist rund fünfzehn bis zwanzig Zentimeter lang, ein bis zwei Zentimeter dick und drei bis vier Zentimeter breit. Sie hat ein Gewicht von siebzig bis einhundert Gramm und ist in Pankreasläppchen gegliedert.

Die wichtige Drüse befindet sich im Retroperitonealraum zwischen Magen, Leber und Milz sowie den großen Bauchgefäßen Vena cava inferior und Aorta. Darüber hinaus besteht eine enge Verbindung zum Duodenum (Zwölffingerdarm).

Dieser umfasst den Pankreaskopf. Beim Ein- und Ausatmen wird die Position der Drüse, im Unterschied zu anderen Organen, kaum verändert.

Unterteilt wird die Bauchspeicheldrüse in drei Abschnitte. Dazu gehören:

  1. der Pankreaskopf (Caput pankreatis), der der umfangreichste Teil der Drüse ist und sich rechts von der Wirbelsäule befindet
  2. der Pankreasschwanz (Cauda pancreatis), der bis zur Milz reicht
  3. der Pankreaskörper (Corpus pancreatis), der horizontal und länglich verläuft

Darüber hinaus markiert die Pankreaseinkerbung (Incisura pancreatis) den Übergang zwischen Pankreaskörper und Pankreaskopf.

Da die Bauchspeicheldrüse eine Verdauungsdrüse ist, ist sie mit einem Ausführungsgang, dem so genannten Ductus pancreaticus ausgestattet. Dieser rund zwei Millimeter weite Gang mündet zusammen mit dem Hauptgallengang (Ductus choledochus) in den Zwölffingerdarm. Außerdem nimmt er die Zuflüsse aus den Pankreasläppchen auf. Manchmal existiert auch ein zweiter Pankreasgang, der als Ductus pancreaticus accessorius bezeichnet wird.

Aufbau der menschlichen Pankreas
Aufbau der menschlichen Pankreas

Versorgung

Die Blutversorgung der Bauchspeicheldrüse wird durch drei Gefäße gewährleistet. Dies sind:

  1. die Arteria splenica
  2. die Arteria pancreaticoduodenalis
  3. die Arteria pancreaticoduodenalis inferior

Für den venösen Abfluss des Pankreas in die Venae portae sorgt die Venae pancreaticoduodenales.

Wie bei den anderen Bauchorganen auch, erfolgt die Versorgung der Bauchspeicheldrüse durch das vegetative Nervensystem. Während die parasympathische Versorgung von den Fasern des Nervus vagus übernommen wird, erfolgt die sympathische Versorgung durch die Fasern aus dem Ganglium coeliacum.

Blutversorgung der Bauchspeicheldrüse
Blutversorgung der Bauchspeicheldrüse

Funktionen

Die Bauchspeicheldrüse ist sowohl eine exokrine (nach außen abgebende) als auch endokrine (nach innen abgebende) Drüse. Dabei produziert das Pankreas Bauchspeicheldrüsensekret und Hormone.

Als exokrine Drüse gilt die Bauchspeicheldrüse als wichtigste Verdauungsdrüse. Sie produziert täglich bis zu zwei Liter Sekret. In dem Bauchspeichelsekret sind wichtige Verdauungsenzyme enthalten, wie z.B.:

  • Elastase
  • Alpha-Amylase
  • Pankreaslipase

Diese machen Eiweiße, Kohlenhydrate und Fette für den Menschen besser verdaulich. Damit eine Selbstverdauung des Organs verhindert werden kann, sind die Eiweiß spaltenden Enzyme inaktiv. Erst nach einer gezielten Abspaltung und Umwandlung wird das benötigte Enzym aktiv.

Außerdem stellt die Drüse lebenswichtige Hormone wie Insulin oder Glukagon her, die für die Regelung der Blutzuckerkonzentration im Organismus verantwortlich sind. Auch Somatostatin, das Pankreatische Polypeptid sowie Ghrelin zählen dazu.

Durch den Blutzuckeranstieg wird die Insulinausschüttung stimuliert. Weitere Anreize geben der Parasympathikus sowie bestimmte Darmhormone.

Durch das Insulin sinkt der Blutzuckerspiegel wieder auf den Normalwert. Kommt es zu einem zu starken Abfall, wird Glucagon ausgeschüttet, welches die Freisetzung von Traubenzucker und somit den erneuten Anstieg des Blutzuckerspiegels zur Folge hat.

Die Insulingewinnung der Bauchspeicheldrüse
Die Insulingewinnung der Bauchspeicheldrüse

Beschwerden und Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse

Akute und chronische Bauchspeicheldrüsenentzündung

Zu den bedrohlichsten Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse gehört die schmerzhafte akute Pankreatitis (Bauchspeicheldrüsenentzündung), die unter Umständen lebensgefährlich sein kann. Verursacht wird diese Krankheit zumeist durch feststeckende Gallensteine oder Alkoholmissbrauch.

Eine andere Form der Pankreatitis ist die chronische Bauchspeicheldrüsenentzündung, die immer wieder auftritt und durch ständigen starken Alkoholkonsum entsteht. Dabei sterben mit der Zeit die Drüsenzellen ab, wodurch sich Narbengewebe bildet.

Infolgedessen kann die Bauchspeicheldrüse nicht mehr genügend Verdauungsenzyme und Insulin herstellen. Aufgrund des Insulinmangels steigt der Blutzuckerspiegel an und es besteht die Gefahr von Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit).

Grafische Darstellung der akuten Pankretitis
Grafische Darstellung der akuten Pankretitis

Bauchspeicheldrüsenkrebs

Eine andere bedrohliche und tückische Erkrankung der Bauchspeicheldrüse ist Bauchspeicheldrüsenkrebs (Pankreaskarzinom). Diese Krebsform ist zwar sehr selten, aber auch überaus gefährlich und in den meisten Fällen tödlich.

Grafische Darstellung des Pankreastumors
Grafische Darstellung des Pankreastumors

Weitere Erkrankungen

Zu den weiteren Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse zählen

  • Pankreaszysten
  • Parasitenbefall
  • Diabetes mellitus sowie
  • die Nesidioblastose.

Auch kann es zu diversen Fehlbildungen kommen:

  • Bei der Pankreasagenesie ist die Ausbildung der Bauchspeicheldrüse unvollständig oder fehlt gänzlich
  • Beim Pancreas divisum bleibt die Verwachsung der beiden Organanlagen aus
  • Beim Pancreas anulare handelt es sich um eine seltene ringförmige Verwachsung