Diabetes mellitus - Ursachen, Formen, Symptome, Behandlung und mögliche Folgeerkrankungen

Hände eines Diabetikers, Bluttest in Fingerkuppe

Die Entstehung von Typ 1- und Typ 2-Diabetes und wie man die Zuckerkrankheit erkennen und behandeln kann

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  • von Paradisi-Redaktion

Je nach Form des Diabetes mellitus gibt es verschiedene auslösende Ursachen. Dadurch ist auch der Verlauf unterschiedlich.

Inhaltsverzeichnis des Artikels

Krankheitsbild

Bei Diabetes mellitus, auch Zuckerkrankheit genannt, handelt es sich um eine Stoffwechselstörung. Dabei bildet die Bauchspeicheldrüse (Pankreas) nicht genügend von dem Hormon Insulin.

Typ 1-Diabetes

Diabetes mellitus ist in der heutigen Zeit weit verbreitet. Besonders betroffen von der Zuckerkrankheit sind ältere Menschen.

So steigt das Risiko an Diabetes mellitus zu erkranken mit zunehmendem Lebensalter. Während bei Menschen über 50 Jahren etwa ein bis zwei Prozent betroffen sind, ist dies bei Personen über 70 Jahren sogar bei rund 20 Prozent der Fall.

Typ-1-Diabetes tritt deutlich seltener auf als Typ-2-Diabetes. So leidet nur ungefähr jeder zwanzigste Diabetiker unter Typ 1. Allerdings kommt Typ 1 häufiger bei jungen Menschen unter 25 Jahren vor.

Diabetes Typ 1 zählt man zu den Autoimmunkrankheiten. Das bedeutet, dass die Insulin produzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) von so genannten Antikörpern, also körpereigenen Abwehrstoffen, angegriffen und zerstört werden.

Das Hormon Insulin wird jedoch von sämtlichen Zellen des Organismus benötigt, damit diese in der Lage sind, Glukose (Zucker) in die Blutbahn aufzunehmen. In der Zelle kommt es dann zum Verbrennen des Zuckers, um Energie zu gewinnen. Die Zerstörung der Bauchspeicheldrüsenzellen nimmt meist viele Jahre in Anspruch, manchmal können aber bereits vor dem Ausbruch der Zuckerkrankheit Antikörper gegen die Drüsenzellen festgestellt werden.

Typ 2-Diabetes

Kommt es zur Zuckerkrankheit, ist der Körper nicht in der Lage Kohlenhydrate wie Zucker richtig zu verwerten, was einen erhöhten Blutzuckerspiegel zur Folge hat. Da Diabetes Typ 2 schleichend beginnt, kann die Krankheit meist erst sehr spät festgestellt werden.

Diabetes mellitus ist eine weit verbreitete Krankheit. So leiden auf der gesamten Welt rund 194 Millionen Menschen unter der Zuckerkrankheit, was 5,1 Prozent der erwachsenen Weltbevölkerung entspricht. Allein in Deutschland sind rund sechs Millionen Menschen von Diabetes betroffen.

Während Typ-1-Diabetes eher selten auftritt, leiden mehr als 90 Prozent der Diabetiker an Typ-2-Diabetes. Als Vorstufe zu Diabetes Typ 2 gilt die pathologische Glukoseintoleranz. In diesem Fall können die Kohlenhydrate vom Organismus nicht richtig verwertet werden. Begleitet wird die pathologische Glukoseintoleranz meist durch

Als Diabetes Typ 3 werden sämtliche anderen Diabetesformen bezeichnet, während es sich bei Typ 4 um eine Schwangerschaftsdiabetes handelt.

Verbreitung

Auf der Welt leiden ungefähr 171 Millionen Menschen unter der Zuckerkrankheit. Besonders häufig kommt die Stoffwechselstörung in den Industrieländern vor, während sie in den ärmeren Entwicklungsländern kaum auftritt. Bei rund 90 Prozent aller Diabetiker liegt Diabetes mellitus Typ 2 vor.

Ursachen

Typ 1-Diabetes

Der jugendliche Typ 1-Diabetes wird möglicherweise vererbt. Die Typ-1-Diabetes wird mit einer Wahrscheinlichkeit von 5 Prozent von einem Elternteil auf das Kind vererbt.

Wenn beide Eltern erkrankt sind, erhöht sich das Risiko einer Vererbung auf bis zu 25 Prozent. Ob die Krankheit letztendlich ausbricht, hängt von unterschiedlichen Faktoren ab.

Allein die Erbanlage ist jedoch noch nicht ausreichend, um an dieser Diabetesform zu erkranken. Gleichzeitig muss der Körper auch in Kinderjahren eine Erkrankung durchgemacht haben (wie bei Masern), die im Körper eine Autoimmunreaktion auslöst. Dadurch werden die Insulin produzierenden Zellen über Monate und Jahre hinweg zerstört. Hauptverantwortlich sind die Inselzell-Antikörper (ICA), Insulin-Autoantikörper (IAA), Antikörper gegen die Tyrosinkinase IA-2 und die Antikörper gegen das Enzym Glutamatdecarboxylase (GADA).

Wodurch die Fehlfunktion des körpereigenen Immunsystems entsteht, ließ sich bislang noch nicht klären. Es wird angenommen, dass eine Ähnlichkeit zwischen den Bauchspeicheldrüsenzellen und bestimmten Viren oder Bakterien besteht.

Deshalb zerstört der Organismus nicht nur die Krankheitserreger, sondern auch die eigenen Körperzellen. Darüber hinaus wird vermutet, dass auch die Ernährungsgewohnheiten zum Entstehen von Typ-1-Diabetes beitragen.

Typ 2-Diabetes

Verursacht wird Typ-2-Diabetes mellitus vor allem durch zwei Faktoren. Zum einen besteht eine Insulinresistenz und zum anderen liegt ein Mangel an Insulin vor. Bei Insulin handelt es sich um ein Hormon, das in der Bauchspeicheldrüse hergestellt wird.

Die Produktion des Hormons hängt ab von der Nahrungsaufnahme. Das heißt, je mehr ein Mensch isst, desto mehr Insulin stellt der Organismus her. Sämtliche Zellen des Körpers benötigen Insulin, damit sie in der Lage sind Glukose, also Zucker, aus der Blutbahn aufzunehmen.

Zunächst kann die geringe Empfindlichkeit der Körperzellen gegenüber Insulin noch durch eine Mehrproduktion des wichtigen Enzyms ausgeglichen und so der Blutzuckerspiegel relativ konstant gehalten werden. Irgendwann erschöpft sich die Produktion von Insulin jedoch und es entsteht ein überhöhter Blutzuckeranstieg nach dem Verzehr von Zucker und schließlich die Typ-2-Diabetes.

Im Normalfall wird vom Körper nach einer Mahlzeit rasch Insulin ausgeschüttet, damit der aufgenommene Zucker in die Körperzellen gelangt. Im Falle von Diabetes Typ 2 können die Zellen das Insulin nicht mehr genau erkennen, weshalb sie nur schwach darauf reagieren.

Dies hat zur Folge, dass die Bauchspeicheldrüse vermehrt Insulin herstellt, damit die Insulinresistenz ausgeglichen werden kann. Gesteigert wird die Insulinresistenz noch durch Übergewicht und Bewegungsmangel.

Der Typ 2-Diabetes entsteht hauptsächlich durch jahrelange falsche Ernährung. Typ 2-Diabetiker sind fast immer übergewichtig.

Wegen der Insulinresistenz wird immer mehr Insulin von den Bauchspeicheldrüsenzellen produziert, was jedoch eine Überlastung der Bauchspeicheldrüse zur Folge hat. Schließlich lässt die Insulinproduktion nach und es kommt zu Insulinmangel.

Auslöser Fastfood und Übergewicht

Vor allem der westliche Lebensstil erhöht das Diabetesrisiko erheblich. Der übermäßige Verzehr von

ist maßgeblich an der Entwicklung eines Typ-2-Diabetes beteiligt.

Fastfood und Übergewicht lösen schon bei Dreijährigen Diabetes aus. Studien beweisen, dass in Deutschland lebende Türken ein doppelt hohes Diabetesrisiko haben, wenn sie von traditioneller Küche auf westliche Ernährung umstellen.

Durch industrielle Fastfood-Ernährung in Verbindung mit geringen Körperaktivitäten ist die Typ-2-Diabetikerrate drastisch gestiegen. Mit schweren Begleiterscheinungen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Nierenschäden und erhöhtem Schlaganfallrisiko.

In Kombination mit Koffein

Wenn wir eine Mahlzeit essen, die mit einem hohen Fettgehalt aufwartet, behindern diese Fettsäuren im Blut den Abbau von Blutzucker. Laut einer Studie kann dieser Effekt durch das Koffein im Kaffee offenbar verstärkt werden kann.

In der Untersuchung hat sich gezeigt, dass sich der Blutzuckerwert der Probanden im Schnitt um 32 Prozent nach dem Genuss einer fettreichen Mahlzeit erhöht hat. Wenn die Probanden zu der Mahlzeit eine Tasse Kaffee tranken, stieg der Blutzuckerwert jedoch um 65 Prozent an.

Die Autoren der Studie gaben außerdem an, dass die Kombination von Koffein und fettreichen Speisen augenscheinlich auch zu einer Verschlechterung der "Kommunikation" zwischen Bauchspeicheldrüse und Magen führe. Die Bauchspeicheldrüse ist das Organ, in dem das Hormon Insulin gebildet wird. Daher kann das Trinken von Kaffee in Verbindung mit einer fettreichen Ernährung zum Entstehen von Diabetes-Typ-2 beitragen.

Alter, Genetik, Medikamente

Eine wichtige Rolle bei Diabetes mellitus spielen auch das Alter sowie erbliche Faktoren. Im Laufe der Jahre sinkt die Produktion von Insulin. Außerdem tritt Typ-2-Diabetes oftmals gehäuft innerhalb einer Familie auf.

Durch mangelnde Bewegung und Übergewicht kann die Zuckerkrankheit aber auch schon in jüngeren Jahren ausbrechen. Manchmal wird Diabetes durch bestimmte Medikamente ausgelöst, die den Zuckerstoffwechsel beeinträchtigen.

Schwangerschaftsdiabetes

Eine Sonderform des Diabetes ist der Schwangerschaftsdiabetes. Er tritt während der Schwangerschaft auf und bewirkt durch die erhöhten Blutzuckerwerte der Mutter ein oft massives Wachstum des Ungeborenen.

Auch das Fehlgeburtenrisiko steigt durch einen Schwangerschaftsdiabetes. Nach der Entbindung normalisieren sich die Blutzuckerwerte der Mutter wieder. In vielen Fällen erleidet die Mutter jedoch nach einigen Jahren einen Typ 2-Diabetes.

Verlauf

Der Verlauf der Diabetes-Erkrankung hängt davon ab, wie diszipliniert der Betroffene mit seiner Erkrankung umgeht und inwieweit man die Blutzuckerwerte in den Griff bekommt.

Je jünger ein Betroffener beim Auftreten des Typ 1-Diabetes ist, desto mehr sinkt die Lebenserwartung dieses Betroffenen. Nur wenige Typ 2-Diabetiker sterben an ihrem Diabetes. Die meisten sterben an einem Schlaganfall oder Herzinfarkt.

Worauf müssen Diabetiker achten?

Bei allen Diabetesformen ist die ärztliche Behandlung unumgänglich. Während jeder Kontrolluntersuchung müssen die Urin- und Blutwerte untersucht und das Gewicht kontrolliert werden.

Bei vielen Diabetikern treten Augenschäden auf, so dass eine regelmäßige augenärztliche Untersuchung von entscheidender Bedeutung zur Verhinderung von Sehschäden ist. Diabetiker müssen ferner regelmäßig ihre Füße auf kleinste Verletzungen untersuchen.

Der Diabetes verursacht eine Empfindungsstörung, so dass der Diabetiker Verletzungen an den Füßen oft gar nicht bemerkt. Das Eindringen von Keimen ist bei diesen Personen sehr gefährlich.

Symptome

Diabetiker leiden unter

Die Symptome können einzeln, jedoch auch zusammen auftreten. Bis die Symptome bemerkt werden, können jedoch oftmals einige Monate vergehen. Oft wird der Diabetes erst im Rahmen einer Routineuntersuchung festgestellt.

Diabetes Typ 1

Der Diabetes Typ 1 tritt bereits meist in jugendlichen Jahren auf. Die Patienten sind überwiegend schlank. Bei dieser Diabetesform zerstören sich die Zellen des menschlichen Körpers selbst, die das lebensnotwendige Insulin produzieren.

Es besteht somit ein Insulinmangel. Diese Diabetesform macht etwa zehn Prozent der Diabeteserkrankungen aus.

Zu den spezifischen Symptomen des Diabetes Typ 1 zählen:

  • Gewichtsverlust
  • generelles Unwohlsein
  • verstärktes Wasserlassen und
  • im schlimmsten Fall ein diabetisches Koma

Diabetes Typ 2

Der Typ 2-Diabetes kommt wesentlich häufiger vor. Die Betroffenen sind meist übergewichtig. Im Gegensatz zum jugendlichen Diabetes produziert der Körper zwar Insulin, jedoch manchmal zu viel und manchmal zu wenig. Je nach der produzierten Insulinmenge besteht hier ein Überschuss oder ein Mangel an Insulin.

Im Unterschied zu Typ-1-Diabetes, zeigen sich bei Typ-2-Diabetes über einen längeren Zeitraum keine Beschwerden oder es kommt zu unspezifischen Symptomen, die sich nicht richtig einordnen lassen. Die spezifischen Anzeichen des Typ-2 Diabetes sind:

Diagnose

Wenn ein Patient seinem Arzt die charakteristischen Symptome schildert, denkt der Arzt oft sofort an einen Diabetes mellitus.

Der Bluttest

Zur Sicherung seines Diagnoseverdachtes erfolgt eine Blutuntersuchung. Hier wird der Glucosewert (Blutzucker) bestimmt. Die Blutabnahme erfolgt meist nüchtern, sowie etwa eine Stunde nach dem Frühstück.

Aus diesen beiden Werten kann der Arzt sehen, wie sich der Blutzucker vor und nach dem Essen verändert. Sind die Werte beide Male erhöht, deutet dies auf einen Diabetes mellitus hin.

Der Glucosetoleranztest

Neben der normalen Blutabnahme wird dann meist ein so genannter Glucosetoleranztest durchgeführt. Hier muss der Patient eine Zuckerlösung trinken. In festgelegten Abständen wird der Blutzucker aus der Fingerkuppe des Patienten gemessen.

Im Rahmen der Blutuntersuchung wird auch der HbA1c-Wert ermittelt. Dieser Wert zeigt dem Arzt, wie sich der Blutzuckerwert über einen längeren Zeitraum verhalten hat. Im Gegensatz zum Glucosewert sagt dieser Wert etwas über den Zuckerverlauf der letzten Zeit an, nicht nur den aktuellen Wert.

Der Urintest

Auch eine Urinuntersuchung wird durchgeführt. Mittels der Teststreifenuntersuchung kann im Urin der Zucker- sowie der so genannte Ketonwert festgestellt werden. Liegen hohe Blutzuckerwerte vor, so geht der Zucker bereits in den Urin über.

Mögliche Folgeerkrankungen

Diabetes mellitus, auch als Zuckerkrankheit bekannt, zählt zu den Stoffwechselerkrankungen. Die Zuckerkrankheit muss unbedingt ärztlich behandelt werden, denn durch einen dauerhaft erhöhten Blutzuckerspiegel im Körper drohen Schädigungen von Blutgefäßen und Organen.

Infolgedessen können schwere Folgeerkrankungen auftreten. Vor allem

sind davon betroffen. Um Folgeerkrankungen zu verhindern, ist es wichtig, den Blutzucker gut einzustellen.

Herz-Kreislauferkrankungen

Bei Diabetes führt ein dauerhaft erhöhter Blutzuckerspiegel zu einer Schädigung der Blutgefäße und kann koronare Herzerkrankungen auslösen.

Im Blut steigt die Thrombozyten-Anzahl, was die Funktion zur Auflösung von Blutgerinnseln beeinträchtigt. Dadurch wird das Blut zähflüssiger und kann die Blutgefäße verstopfen. Das Risiko für einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall steigt.

Etwa 55 Prozent aller Diabetiker erleiden sogar einen tödlichen Herzinfarkt. Studien zufolge kommt es jedes Jahr bei rund 44.000 Typ-2-Diabetikern zu einem Schlaganfall.

Neben den Blutgefäßen werden auch die Herzkranzgefäße geschädigt. Durch die Verengung der Arterien kann es zu einer lebensgefährlichen Unterversorgung des Herzmuskels mit Sauerstoff und Nährstoffen kommen.

Bluthochdruck und ein zu hoher LDL-Cholesterinwert erhöhen die Gefahr einer Herzschädigung zusätzlich. Zudem droht eine Herzschwäche.

Besonders hoch ist die Gefahr einer Herz-Kreislauferkrankung für Patienten, die sowohl unter Diabetes als auch unter Bluthochdruck leiden. Umso wichtiger ist es, eine Herz-Kreislaufkrankheit konsequent zu behandeln oder ihr vorzubeugen.

Mediziner weisen darauf hin, dass eine Zuckerkrankheit von Anfang an das Risiko von Herzerkrankungen birgt und nicht nur als Stoffwechselstörung behandelt werden sollte.

Diagnose diabetischer Herzfunktionsstörungen

Gerade, weil Diabetiker durch das reduzierte Schmerzempfinden keine oder erst sehr spät Herzschmerzen empfinden, steigt das Risiko einer zu hohen Beanspruchung des Herzens. Diabetiker brechen beispielsweise anstrengende Aktivitäten nicht ab, wodurch eine Herzschädigung unbemerkt voranschreiten kann. Ein stummer Herzinfarkt ohne Alarmsignale kann die Folge sein.

Die Diagnose diabetischer Herzfunktionsstörungen erfordert mehr Aufwand als die Messung der Herzfrequenz. Ein Belastungs-EKG und ein Langzeit-EKG klären, wie sich das Herz in Bewegungs- und Ruhephasen verhält und wie sich stärkere Belastungen auswirken.

Stellt der Arzt Unregelmäßigkeiten fest, kann anhand einer Herzkatheter-Untersuchung festgestellt werden, ob eine Arterienverkalkung vorliegt oder wie weit diese fortgeschritten ist. Auch mittels bildgebender Verfahren wie

  • Magnetresonanztomographie (MRT)
  • Mehrschicht Computertomographie (CT) oder
  • Positronen-Emissionstomographie (PET)

lassen sich Ablagerungen und Verengungen an den Arterien frühzeitig erkennen, um die Gefahr eines Herzinfarkts zu minimieren.

Behandlung bei koronaren Herzerkrankungen

Eine koronare Herzerkrankung kann nicht geheilt werden, doch die Symptome wie Angina pectoris und Herzrhythmusstörungen lassen sich gut behandeln, wodurch die Lebensqualität erheblich steigt.

Zum Einsatz kommen Medikamente wie

  • Blutgerinnungshemmer zur Vorbeugung von Thrombosen,
  • Betablocker zur Blutdrucksenkung oder
  • Cholesterinsenker zur Regulierung der Blutfettwerte.

Eine Bypass-Operation ist dann nötig, wenn die Herzkranzgefäße an allen drei Stämmen sehr stark verengt sind.

Eine andere Möglichkeit ist die Perkutane Coronar Intervention (PTCA). Im Zuge einer Herzkatheter-Untersuchung wird die Verengung durch einen Stent (beweglicher Zylinder) erweitert. Neue Stents sind mit Medikamenten beschichtet und erhöhen im Gegensatz zu herkömmlichen Stent-Modellen die Durchgängigkeit über einen längeren Zeitraum.

Risikofaktoren vermeiden und mäßig trainieren

Diabetiker können selbst viel tun, um die Gefahr einer Herzschädigung zu senken. Eine regelmäßige Kontrolle des Blutdrucks, der Blutzuckerwerte und der Blutfettwerte ist überaus wichtig.

Häufig ist der Blutzucker schlecht eingestellt, was die Schädigung der Blutgefäße begünstigt. Die Reduzierung von Übergewicht sowie der Verzicht auf Nikotin und Alkohol senken ebenfalls das Risiko einer Herzbeteiligung.

Drei bis vier Mal pro Woche sollten Diabetiker etwa 30 Minuten mäßig trainieren. Schwimmen, Nordic Walking und Fahrradfahren sind ideale Aktivitäten.

Es genügen schon kurze Trainingseinheiten bei leichter Anstrengung. Auch wenn regelmäßige ärztliche Untersuchungen das Risiko von Herzerkrankungen bei Diabetikern reduzieren, ist ein gesunder Lebensstil die beste Vorbeugung.

Diabetische Nephropathie

Ebenfalls zu den Folgeerscheinungen von Diabetes mellitus zählt die diabetische Nephropathie. Dabei handelt es sich um eine Schädigung der Nieren, die langfristig durch schlecht eingestellten Blutzucker verursacht wird. So büßen die Nieren zunehmend ihre Filterfunktion ein, was schließlich zu einer Niereninsuffizienz führt.

Von einer diabetischen Nephropathie sind rund 25 Prozent aller Diabetiker betroffen. Im schlimmsten Fall droht ein komplettes Versagen der Nieren, wodurch eine Dialyse (Blutwäsche) oder eine Nierentransplantation notwendig wird. Etwa die Hälfte aller Dialyse-Patienten in Europa sind Diabetiker.

Diabetische Retinopathie

Auch die Augen können durch Diabetes mellitus in Mitleidenschaft gezogen werden. Eine besonders gefürchtete Folgeerkrankung ist die diabetische Retinopathie. Durch den chronisch erhöhten Blutzucker besteht die Gefahr, dass es zu Schädigungen der Blutgefäße an der Netzhaut des Auges, der Retina, kommt.

Im Frühstadium ist die Retinopathie kaum zu bemerken, im weiteren Verlauf nimmt jedoch die Sehschärfe immer mehr ab. Im schlimmsten Fall droht sogar die Erblindung des Patienten.

Rund 30 Prozent aller Erblindungen innerhalb von Europa sind auf die Zuckerkrankheit zurückzuführen. Besonders betroffen von der Augenkrankheit sind Typ-1-Diabetiker. Um eine diabetische Retinopathie rechtzeitig zu erkennen, wird den Patienten empfohlen, sich einmal pro Jahr von einem Augenarzt untersuchen zu lassen.

Diabetisches Fußsyndrom

Zu den häufigsten Langzeitschäden durch Diabetes mellitus gehört das diabetische Fußsyndrom. Dabei kann es bereits durch kleinste Verletzungen zur Bildung von infektiösen Geschwüren an den Füßen kommen. Bei bis zu zehn Prozent aller Diabetiker tritt infolge der Erkrankung ein diabetisches Fußsyndrom auf.

Das Tückische an den Geschwüren ist, dass sie sich ausbreiten und zu einer gefährlichen Gewebsnekrose führen können. In stark ausgeprägten Fällen ist mitunter sogar eine Amputation oder Teilamputation des betroffenen Fußes erforderlich.

Damit es nicht zu solch schwerwiegenden Folgen kommt, wird empfohlen, eine regelmäßige Kontrolle der Füße vorzunehmen. Schon kleinste Verletzungen bedürfen einer sorgfältigen Behandlung, gegebenenfalls durch einen Arzt. Ebenfalls wichtig sind eine optimale Einstellung des Blutzuckers sowie der Verzicht auf Nikotin und Alkohol.

Ketoazidose

Bei Ketoazidose, auch diabetische Ketoazidose genannt, handelt es sich um eine Form der metabolischen Azidose. Sie kommt in erster Linie bei Diabetes mellitus mit absolutem Insulinmangel vor. Vor allem bei Typ-1-Diabetikern besteht die Gefahr, dass diese Folgekrankheit auftritt.

Ursachen

Die menschlichen Körperzellen brauchen Insulin, damit sie in der Lage sind, den Zucker aus der Blutbahn aufzunehmen. Innerhalb der Zellen findet die Verbrennung des Zuckers zu Energie statt.

Liegt jedoch ein Mangel an Insulin vor, nehmen die Zellen den Zucker nicht in ausreichendem Maße auf, wodurch er sich im Blut ansammelt. Infolgedessen kommt es zu einer beträchtlichen Erhöhung der Blutzuckerwerte.

Hervorgerufen wird die diabetische Ketoazidose durch einen absoluten Insulinmangel, der über einen längeren Zeitraum anhält. Eine leichtere Form der Ketoazidose kann auch durch längeres Fasten oder Hungern sowie durch einen verstärkten Abbau von Eiweiß und Fett zum Gewinnen von Energie auftreten.

Von der Leber werden Ketonkörper gebildet, damit die Körperzellen trotz des Insulinmangels Energie erhalten. Die Ketonkörper liefern einigen Zellen Energie, wenn diese nicht über genügend Zucker verfügen.

Durch die Ketonkörper kommt es jedoch zur Übersäuerung des Blutes. Da ihre Ausscheidung zum Teil über den Urin erfolgt, werden dem Organismus dadurch Salze und Wasser entzogen.

Eine Ketoazidose kann durch verschiedene Faktoren entstehen. Dazu gehören vor allem

  • eine unentdeckte Zuckerkrankheit
  • eine falsche Diabetesbehandlung, bei der zu wenig Insulin verabreicht wird, oder
  • ein erhöhter Insulinbedarf aufgrund von Magen-Darmerkrankungen, Infektionen oder eines operativen Eingriffs.

Bei Trägern einer Insulinpumpe besteht das Risiko, dass eine Ketoazidose durch eine Unterbrechung der Insulinzufuhr auftritt.

Symptome

Kommt es zu einer Ketoazidose, führt dies zu einem deutlichen Anstieg des Blutzuckerspiegels, was wiederum unterschiedliche Beschwerden auslösen kann. Dazu gehören vor allem

Sogar Bewusstseinsstörungen sind möglich. Außerdem kann die Atemluft nach Aceton riechen. Dieser Geruch ähnelt dem von Nagellack. Im schlimmsten Fall fällt der Patient in ein lebensbedrohliches Koma.

Nicht selten wird eine diabetische Ketoazidose von einer fieberhaften Infektion hervorgerufen. So kommt es dabei zu einem Anstieg des Insulinbedarfs. Aufgrund von mangelndem Appetit während einer Infektion erhält der Körper weniger Nährstoffe.

Dies hat zur Folge, dass er auf seine Reserven zurückgreift, was wiederum zu einer verstärkten Bildung von Ketonkörpern führt. Dadurch besteht jedoch die Gefahr einer Ketoazidose.

Diagnose

Liegt Verdacht auf eine diabetische Ketoazidose vor, führt der behandelnde Arzt eine körperliche Untersuchung durch und bestimmt mit einem Teststreifen den Blutzucker. Außerdem muss der Patient eine Urinprobe abgeben, damit im Harn der Zucker und der Ketonwert gemessen werden können.

Des Weiteren erfolgt eine Blutuntersuchung, die zur Bestimmung des pH-Wertes, der Blutgase, sowie der Kalium- und Natriumkonzentration im Körper dient. Als nicht geeignete Diagnosemethode gilt dagegen der HbA1c-Wert. So wird der Wert von hohen Blutzuckerspitzen, die höchstens vier Stunden dauern, nicht beeinflusst.

Therapie

Liegt eine diabetische Ketoazidose vor, ist eine Behandlung in einem Krankenhaus erforderlich. In schweren Fällen muss sogar eine Intensivüberwachung erfolgen.

Um die Stoffwechselentgleisung zu bekämpfen, verabreicht man den Patienten Insulin. Auf diese Weise sollen die Blutzuckerwerte gesenkt, die Übersäuerung des Blutes reduziert und die Energiegewinnung mobilisiert werden.

Durch Infusionen mit Flüssigkeit verhindert man, dass der Körper austrocknet. Gleichzeitig wird der Kreislauf stabilisiert.

Des Weiteren werden Infusionen mit Kaliumsalzen und Natriumsalzen gegeben, um den Salzverlust auszugleichen. Liegt eine bakterielle Infektion vor, bekämpft man diese mit Antibiotika.

In manchen Fällen kann auch die Gabe von Bikarbonat erforderlich sein. Erfolgt die Behandlung der diabetischen Ketoazidose rechtzeitig, ist normalerweise kein Koma zu befürchten.

Vorbeugung

Damit es gar nicht erst zu einer diabetischen Ketoazidose kommt, ist es wichtig, dass Diabetiker regelmäßig ihren Blutzucker kontrollieren. Dieser sollte besonders dann gemessen werden, wenn man sich unwohl fühlt. Auf diese Weise lässt sich ein möglicher Anstieg der Blutzuckerwerte rasch feststellen.

Leidet man unter einer Infektion, die mit Fieber verbunden ist, sollte man trotz Appetitlosigkeit nicht die Insulindosis reduzieren. Im Zweifelsfall gilt es, einen Arzt um Rat zu fragen. Wichtig ist zudem eine ausreichende Zufuhr von Flüssigkeit, selbst dann, wenn kein Durst besteht.

Hyperosmolares Koma

Als hyperosmolares Koma wird eine Form des diabetischen Komas (Coma diabeticum) bezeichnet. Dabei handelt es sich um eine schwerwiegende Diabetes-Komplikation.

Besonders betroffen davon sind ältere Menschen, die unter Diabetes mellitus Typ 2 leiden. Das hyperosmolare Koma tritt auf, wenn die Zuckerkrankheit nicht richtig behandelt wird oder noch gar nicht bekannt ist.

Ursachen

Zu einem hyperosmolaren Koma kommt es aufgrund von Insulinmangel. So ist Insulin wichtig, um den Blutzuckerspiegel abzusenken. Fehlt es dem Körper jedoch an Insulin, hat dies den Anstieg des Blutzuckerspiegels zur Folge.

Zum Teil wird das Insulin über die Nieren aus dem Organismus ausgeschieden. Da der im Urin enthaltende Zucker Wasser nach sich zieht, führt dies zu einem erheblichen Flüssigkeitsverlust.

Die Blutzuckerwerte steigen bei einem hyperosmolaren Koma drastisch an und betragen oftmals mehr als 600 mg/dl (Milligramm pro Deziliter). Normalerweise liegt der Blutzuckerwert bei einem gesunden Menschen lediglich zwischen 80–120 mg/dl im nüchternen Zustand. Zu einem Fettabbau und einer Übersäuerung des Blutes kommt es im Gegensatz zur Ketoazidose jedoch nicht.

Hervorgerufen wird ein hyperosmolares Koma entweder durch eine mangelhafte Zufuhr von Insulin oder einen erhöhten Insulinbedarf. Eine ungenügende Insulinzufuhr kann eintreten, wenn der Diabetiker zu wenig Insulin spritzt oder nicht genügend blutzuckersenkende Tabletten einnimmt. Manchmal reicht jedoch die Einnahme von Tabletten nicht mehr aus, sodass Insulininjektionen notwendig sind.

Ein höherer Bedarf an Insulin wird oftmals durch Infektionen wie eine Lungenentzündung hervorgerufen. So führen fieberhafte Infekte zu einem Anstieg des Blutzuckerspiegels, was wiederum einen erhöhten Insulinbedarf zur Folge hat.

Zu einem größeren Bedarf an Insulin kann es aber auch durch eine Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose), operative Eingriffe oder eine falsche Ernährungsweise kommen.

Symptome

Bis sich ein hyperosmolares Koma entwickelt, dauert es meist einige Tage. Durch den stark erhöhten Blutzuckerspiegel kommt es über den Urin zu einer vermehrten Glukoseausscheidung.

Durch das Lösen der Glukose im Urin erfolgt gleichzeitig auch das Ausscheiden von großen Flüssigkeitsmengen. Aufgrund der vermehrten Flüssigkeitsausscheidungen besteht jedoch die Gefahr, dass der Patient austrocknet.

Schließlich hat die Kombination aus erhöhtem Blutzuckerspiegel und Flüssigkeitsverlust eine Hyperosmolarität zur Folge. Darunter verstehen Mediziner die Anwesenheit von großen Mengen von festen Stoffen in nur wenig Flüssigkeit, in diesem Fall also von Glukose im Blut.

Neben dem Blut ist aber auch das Liquor (Nervenwasser des Gehirns) von der Hyperosmolarität betroffen. Der menschliche Organismus versucht nun, die Balance zwischen den festen und den flüssigen Substanzen wiederherzustellen, indem die Gehirnnervenzellen Flüssigkeit in das Liquor abgeben. Zusammen mit der Flüssigkeit werden auch Natrium-Ionen abgegeben.

Um einen Mangel an Nährstoffen zu vermeiden, nehmen die Nervenzellen verstärkt Kalium-Ionen auf. Das Austauschen von Kalium gegen Natrium führt jedoch zu einer deutlichen Beeinträchtigung der Gehirnzellen, die wiederum Symptome wie Bewusstseinstrübung, Krampfanfälle und schließlich ein Koma zur Folge haben.

Darüber hinaus kann es zu

kommen. Ein hyperosmolares Koma ist lebensbedrohlich. So versterben zwischen 5 und 30 Prozent aller Betroffenen daran.

Diagnose

Diagnostizieren lässt sich ein hyperosmolares Koma durch eine Messung des Blutzuckers. So beträgt der Blutzuckerspiegel beim diabetischen Koma häufig über 600 mg/dl. Darüber hinaus erfolgt eine Bestimmung der Kalium- und Natriumwerte.

Da ein hyperosmolares Koma in den meisten Fällen durch eine Infektion verursacht wird, sucht man nach möglichen Entzündungsherden im Körper. Dazu bestimmt der Arzt im Blut spezielle Entzündungsparameter wie CRP (C-reaktives Protein) sowie die Blutsenkungsgeschwindigkeit. Außerdem gilt es, andere Organkrankheiten auszuschließen.

Therapie

Bei einem hyperosmolaren Koma ist eine sofortige medizinische Behandlung in einem Krankenhaus erforderlich. In der Regel kommt der Patient auf die Intensivstation. Dort erhält er Infusionen mit physiologischen Kochsalzlösungen und Kaliumsubstitutionen, die zu einer schnellen Rehydratation dienen.

Darüber hinaus wird intravenös Insulin zugeführt. In den ersten Stunden verabreicht man dem Patienten 2–3 Liter isotone Kochsalzlösung. Später ist auch die Gabe von hypotonen Infusionslösungen möglich. Des Weiteren werden eventuelle Entzündungen im Körper behandelt. Gelingt es, den Stoffwechsel wieder zu normalisieren, wird der Diabetes mellitus neu eingestellt.

Vorbeugung

Um einem hyperosmolaren Koma vorzubeugen, ist es wichtig, den Blutzucker gut einzustellen. Dazu muss dieser jedoch regelmäßig gemessen werden. Kommt es während einer Infektion zum Anstieg der Blutzuckerwerte, gilt es, die Insulindosis entsprechend anzupassen.

Wichtig ist zudem, stets genügend Flüssigkeit zu sich zu nehmen. Empfohlen werden wenigstens zwei Liter pro Tag.

Zur Vermeidung von Komplikationen und Folgeerkrankungen durch Diabetes mellitus, ist es hilfreich, gut über die Zuckerkrankheit informiert zu sein. Zu diesem Zweck werden auch spezielle Schulungen für Diabetiker angeboten.

Die Auswirkungen von Diabetes auf die Nerven

Bei der so genannten diabetischen Polyneuropathie handelt es sich um geschädigte Nervenzellen, die durch die Stoffwechselkrankheit entstehen. Dies führt bei den Schweißdrüsen zu einer verminderten Produktion von Sekret, sodass es zu trockener Haut kommt. Ist diese verletzt, kann die Wundheilung nicht normal ablaufen.

Ausprägungsformen und Symptome

Diabetiker haben ein größeres Risiko, sich an den Extremitäten zu verletzen, als gesunde Menschen. Dadurch, dass der Blutzuckerspiegel erhöht ist, wird im Nervengewebe vermehrt Glukose gebildet. Die Nerven werden geschädigt und es kommt zu Gefühlsstörungen.

Werden zu enge Schuhe getragen, spüren Betroffene die Druckstellen nicht. Auf lange Sicht hin können daraus offene Hautstellen werden. Zu den weiteren Symptomen einer Nervenstörung an den Extremitäten zählen

Nervenschädigungen des vegetativen Nervensystems

Die Schädigungen können jedoch auch das vegetative Nervensystem betreffen. In diesem Fall sind die Symptome komplexer; es kommt mitunter zu

Linderung der Beschwerden

Am besten ist es natürlich, es gar nicht erst zur Polyneuropathie kommen zu lassen; dies kann durch eine stetige Kontrolle des Blutzuckerspiegels gewährleistet werden. Von rezeptfreien Medikamenten aus der Apotheke raten Experten ab, da diese meist keine Wirkung erzielen. Wichtig ist, dass die Mittel im Gehirn und Rückenmark wirken und somit im zentralen Nervensystem.

Für eine erfolgreiche Schmerztherapie wird in den meisten Fällen mit Opioiden behandelt; deren Wirkung dauert bis zu 72 Stunden an. Präparate gibt es beispielsweise auch als Pflaster, sodass man mögliche Nebenwirkungen gering halten kann. Im Vergleich zu anderen Therapien hat diese Art der Behandlung den Vorteil, dass keine Organe geschädigt werden.

Neben den Schmerz lindernden Medikamenten werden zudem häufig Antikonvulsiva und Antidepressiva eingesetzt. Die Schmerzschwelle der Patienten wird erhöht und die Nervenzellen werden stabilisiert. Beachten sollte man dabei, dass die Mittel oft erst nach einigen Wochen anfangen zu wirken.

Zuckerkrankheit und Parodontitis: Hohes Risiko gegenseitiger Wechselwirkungen

Parodontitis ist eine durch Bakterien verursachte Infektion des Zahnhalteapparats. Die Entzündungen stehen neben Diabetes auch in Zusammenhang mit Arthritis, Arteriosklerose, Frühgeburten oder Krebserkrankungen.

Parodontitis gehört zu den häufigsten chronischen Erkrankungen der Welt. Bakterien in der Mundhöhle sammeln und vermehren sich vor allem im Zahnbelag und können Entzündungen hervorrufen, die auf den Zahnhalteapparat übergreifen.

Werden Infektionsherde nicht rechtzeitig behandelt, kann auch der Kieferknochen befallen werden. Besonders tückisch: Parodontitis ist zu Beginn oft kaum spürbar und Betroffene ahnen nichts von der Erkrankung.

Im weiteren Verlauf entsteht

  • Mundgeruch,
  • das Zahnfleisch ist gerötet oder geschwollen,
  • die Zähne können sich lockern oder
  • Eiter kann aus den Zahnfleischtaschen dringen.

Zu den Risikofaktoren von Parodontalerkrankungen gehören

  • eine ungesunde Ernährungsweise,
  • Rauchen,
  • Stress,
  • unzureichende Mundhygiene und eben
  • Diabetes.
Dreifach erhöhte Gefahr bei schlecht eingestelltem Blutzuckerspiegel

Diabetes-Patienten mit einem schlecht eingestellten Blutzuckerspiegel setzen sich einem dreifach höheren Risiko für die Entwicklung einer Parodontitis aus. Der Verlauf der Zahnbetterkrankung schreitet bei Zuckerkranken zudem in der Regel schneller voran.

Eine wirkungsvolle Behandlung wird außerdem durch tiefe Zahnfleischtaschen, Zahnfleischabzesse und einen rasch fortschreitenden Knochenabbau erschwert. Die Therapie ist schwierig, weil sich durch einen erhöhten Blutzuckerspiegel (Hyperglykämie) die Entzündungen intensivieren. Kommt es zu einer chronischen Parodontitis, besteht die Gefahr, dass Bakterien über den Blutkreislauf körpereigene Entzündungsstoffe freisetzen mit der Folge einer verminderten Insulinwirkung, was wiederum Hyperglykämie auslösen kann.

Es besteht die Möglichkeit, dass eine Parodontalerkrankung nicht nur Diabetes verschlimmert, sondern diese sogar bei gesunden Menschen auslösen kann. Andersherum begünstigt Diabetes die Entstehung von Parodontose.

Diabetische Komplikationen bei Parodontitis-Patienten

Neben einer Verschlimmerung der Diabeteserkrankung drohen zudem diabetische Komplikationen bei Parodontitis-Patienten, die zu erheblichen gesundheitlichen Einschränkungen führen können. Typ-2-Diabetiker haben ein besonders hohes Risiko für:

  • erhöhte Eiweißausscheidung
  • schwere Herz- und Nierenschäden
  • Verengte Blutgefäße
  • höheres Sterberisiko durch Erkrankungen von Herz und Nieren

Gelingt dem Zahnarzt eine effektive Parodontitis-Behandlung, führt das laut Studienergebnissen erfreulicherweise zu einer Verbesserung der Blutzuckerwerte. Bei einer unbehandelten Parodontalerkrankung setzt dagegen eine Verschlechterung des Hyperglykämie-Status von Typ-1- sowie Typ-2-Diabetikern ein, was zu einer Reihe ernstzunehmender Folgeerkrankungen führen kann.

Diabetiker sollten bei einem Verdacht auf eine Parodontitis oder bei Vorliegen anderer Entzündungsprozesse im Mundraum so schnell wie möglich eine gute Parodontitis-Praxis mit Schwerpunkt Diabetes aufsuchen. Fachärzte für Zahnerkrankungen und qualifizierte Diabetologen entwickeln gemeinsam ein durch integrierte Therapien generiertes Behandlungskonzept.

Rechtzeitige Parodontitis-Behandlung durch Prävention

Der Behandlungserfolg ist umso aussichtsreicher, je früher Therapiemaßnahmen eingeleitet werden. Durch gezielte Prävention lassen sich schnell fortschreitende Entzündungsprozesse und eine Insulinresistenz stoppen.

Heute führen Diabetologen und viele Allgemeinmediziner einfache Screenings durch, um eine optimale Diabetes-Therapie zu ermöglichen und die Mundgesundheit ihrer Patienten zu kontrollieren. Wegen der fatalen Wechselbeziehung von Diabetes mellitus und Parodontitis sollten Fragen in diese Richtung bereits Teil der Anamnese sein. Anhand von Fragebögen lassen sich diese wichtigen Daten auf einfache Weise ermitteln.

Stellt ein Mediziner rechtzeitig fest, dass sein Patient unter Zahnfleischbluten, Zahnfleischabszessen oder lockeren Zähnen leidet, kann eine schnelle Überweisung zum Zahnarzt erfolgen, um die Chancen für eine vollständige Rehabilitation zu erhöhen. Doch auch wenn keine Parodontitis-Erkrankung diagnostiziert wird, sollten sich Diabetiker mindestens einmal im Jahr für einen Termin zu einer oralen Untersuchung bei einem erfahrenen Dentisten anmelden.

Therapie

Sowohl der Typ 1 als auch der Typ 2 sind nicht heilbar. Diabetiker, die verantwortungsvoll mit ihrer Erkrankung umgehen und sich an die ärztlichen Anweisungen halten, können jedoch ein normales Leben führen. Je kontrollierter die Blutzuckerwerte sind, desto weniger Folgeschäden sind zu erwarten.

Typ 1-Diabetes

Der Typ 1-Diabetes wird mit Insulinspritzen behandelt. Der Diabetiker muss diese Zeit seines Lebens verwenden. Heutzutage gibt es auch die Möglichkeit eine Insulinpumpe zu tragen. Diese gibt in regelmäßigen Abständen automatisch Insulin an den Körper ab, so dass keine Injektion vergessen werden kann.

Typ 2-Diabetes

Ernährungsumstellung und Sport

Liegt nur ein leichter Typ 2-Diabetes vor, so können die Zuckerwerte durch eine Ernährungsumstellung gesenkt werden. Betroffene müssen sich vitaminreich und kohlenhydratarm ernähren und regelmäßig Sport treiben, so dass das Übergewicht reduziert wird. Durch diese Maßnahmen kann den Betroffenen das Insulinspritzen erspart bleiben.

Insulintherapie

Reicht die Ernährungsumstellung nicht aus, verordnet der Arzt Tabletten. Erst im letzten Schritt wird Insulin in Spritzenform verordnet, wenn die Tabletten nicht oder nur unzureichend den Blutzuckerspiegel senken.

Verschiedene Möglichkeiten

Bei der Insulintherapie gibt es verschiedene Möglichkeiten: Betroffene, die ihren Tagesablauf straff durchstrukturiert haben und konsequent ihren Ernährungsplan einhalten, können ein- oder zweimal täglich ein lang- sowie ein kurzwirksames Insulin spritzen. Dieses senkt der Blutzuckerspiegel jedoch nur, wenn sich die Betroffenen täglich ähnlich ernähren.

Für Diabetiker, die individuell ihr Insulin spritzen möchten, gibt es die Möglichkeit, Insulin nach Bedarf zu spritzen. Betroffene messen mehrmals täglich ihren Glucosewert und legen anhand dieses Wertes fest, wie viele Einheiten Insulin gespritzt werden müssen.

Diese Version bedarf jedoch einer hohen Eigenverantwortlichkeit. Sie erlaubt dem Diabetiker jedoch auch, auf eine einmalig veränderte Mahlzeit (zum Beispiel wegen einer Feier) sofort reagieren zu können, ohne dass dies Schäden verursachen würde.

Die Diabetikerschulung

Während einer Diabetikerschulung in speziellen Diabetikerpraxen oder Krankenhäusern lernen die Diabetiker, wie und in welche Stelle des Körpers sie das Insulin spritzen müssen und wie sie sich ernähren müssen, um den Diabetes stabil zu halten. Diabetiker lernen hier auch den Umgang mit den so genannten Pens, mit denen das Insulin gespritzt wird.

Die Behandlung des Typ 2-Diabetes lässt sich in einer Stufentherapie zusammenfassen:

  • Stufe 1: Basistherapie ohne Medikamente mit gesundem Lebensstil
  • Stufe 2: zusätzliche Einnahme eines Medikaments
  • Stufe 3: zusätzliche Einnahme eines zweiten Medikaments und
  • Stufe 4: weiter angepasste Kombinationstherapien

Abschließend gehört zu einer umfassenden Therapie bei Diabetes auch die regelmäßige ärztliche Untersuchung, um Folgeerkrankungen wie zum Beispiel einen Schlaganfall zu vermeiden.

Bei Kindern kommt eine andere Art der Insulintherapie in Frage...

Insulinpumpentherapie für Kinder - Eltern-Schulungen ermöglichen effektiven Einsatz

Das Dawn-Phänomen: Morgendlicher Anstieg des Blutzuckerspiegels

Das Dawn-Phänomen ist die Bezeichnung für einen Blutzuckeranstieg in den Morgenstunden, bedingt durch Schwankungen im Hormonhaushalt. Kinder bewegen sich anders als Erwachsene und sind vermehrt von Hormonschwankungen betroffen, die wiederum den Blutzuckerspiegel ansteigen lassen.

Bei einer herkömmlichen Insulintherapie besteht das Risiko, dass das Insulin schneller seine Wirkung verliert. Die Pumpenbehandlung ist eine gute Alternative und besonders für kleine Patienten mit Dawn-Phänomen geeignet. Eine Insulinpumpentherapie kann helfen, das Gleichgewicht von Insulin und Glukose wieder herzustellen, da die Blutzuckerglukose-Konzentration im Blut abgesenkt wird.

Funktion der modernen CGM-Pumpentechnik

Die Insulinpumpentherapie kann Kleinkindern und Teenagern zu mehr Lebensqualität verhelfen. Die moderne CGM-Pumpentechnik (Continuous Glucose Monitoring) hat nichts mehr mit den schweren Gerätschaften von einst gemeinsam.

Heute sind Insulinpumpen komfortabel und so groß wie Handys. Sie verschwinden diskret unter dem T-Shirt oder in der Hosentasche.

Die Insulinpumpen kalkulieren auch die Messergebnisse der vorher verabreichten Insulingaben mit ein. Dadurch lässt sich die Menge des zusätzlich benötigten Bolus- oder Normalinsulins einwandfrei berechnen.

Inzwischen tragen mehr als 40.000 Diabetiker des Typ 1 eine Insulinpumpe. Das Infusions-Set ist mit einer Kanüle verbunden, die unter der Haut liegt.

Sensoren messen den Gewebezucker und geben Auskunft über die Glukosewerte. Der Sensor ist mit einem Transmitter gekoppelt, der Signale per Funk an den auf der Außenhaut liegenden Empfänger sendet.

Der Empfänger stellt die gemessenen Werte dar, speichert und verarbeitet sie. Das Empfangsgerät ist rundum die Uhr im Einsatz und aktualisiert die Glukosewerte alle fünf bis zehn Minuten.

Bei Kindern mit Dawn-Phänomen kann die Insulinpumpe den erhöhten Insulinbedarf in den Morgenstunden regulieren, wodurch auch das Risiko von Folgeerkrankungen sinkt. Ebenso entfällt das Spritzen von Insulin, das gerade für Kinder sehr unangenehm ist.

Perfekte Einweisungen mit Pumpenschulungen

Pumpenschulungen werden heute stationär und ambulant durchgeführt. In der Regel dauert es zwischen fünf und sieben Tagen, bis sich Kinder und Eltern mit der Pumpentechnik vertraut gemacht haben.

Diabeteszentren und Kinderkliniken bieten ständig aktuelle Kurse an. Mediziner, Kinderpsychologen und Ernährungsberater erklären die genaue Handhabung anhand von Praxisbeispielen.

Die Verantwortung für eine fachgerechte Versorgung liegt vor allem bei den Eltern. Aber auch schon ganz kleine Diabetes-Patienten lernen, wie Kohlenhydrate in Lebensmitteln und Insulinmengen richtig berechnet werden, wie die mehrmals täglich durchzuführende Blutzuckerkontrolle funktioniert und wie die Kanüle richtig platziert wird.

Bei Pumpenschulungen werden alle wichtige Kriterien wie Alter, Insulin-Grundbedarf und Tagesablauf berücksichtigt. Erst eine perfekte Einweisung garantiert den effektiven Einsatz der Insulinpumpe.

Sport, Spaß und Spiel mit Insulinpumpe - geht das?

Viele Eltern machen sich Sorgen, ob das Tragen einer Insulinpumpe den Nachwuchs bei körperlichen Aktivitäten einschränkt. Kleinere Kinder wollen toben, Teenager auf Partys gehen.

In der Regel müssen die Pumpen nicht abgenommen werden. Moderne Pumpenmodelle sind wasserdicht und können auch beim Duschen oder in Schwimmbad am Körper verbleiben. Die Insulinpumpen lassen sich aber auch einfach mittels praktischer Click-Verschlüsse abnehmen und wieder anbringen.

Wird die Pumpe für längere Zeit abgenommen, müssen je nach Bedarf Insulingaben zugeführt werden. Das kann mit Spritzen oder Pens erfolgen.

Von enormer Bedeutung ist die richtige Insulineinstellung, genauso wie eine lückenlose Hygiene und das Wissen, wie in bestimmten Situationen, beispielsweise während eines Urlaubs, zu verfahren ist. Die Einstellung überprüfen Diabetologen oder Kinder- und Jugendärzte.

Insulinpumpen gibt es heute als Sets mit Einführhilfen, die nach Altersklassen gestaffelt sind. Sogar für Babys sind die passenden Pumpensets erhältlich.

Integrierte Alarmsysteme geben Sicherheit

Eltern, die gemeinsam mit ihren Kindern an speziellen Pumpenschulungen teilgenommen haben, sind bestens vorbereitet. Die Insulinpumpen werden individuell eingestellt.

Darüber hinaus lassen sich die Einstellungen so vornehmen, dass Kinder sie nicht selbständig ändern können. Integrierte Alarmsysteme geben zusätzliche Sicherheit.

Sollten die Batterien zur Neige gehen oder ein anderes Problem auftauchen, schlägt die Insulinpumpe sofort Alarm. Eltern sollten Schule, Kindergarten oder Sportverein darüber informieren, dass ihr Kind eine Insulinpumpe trägt.

Eine Pumpentherapie ermöglicht Kindern und Jugendlichen ein flexibleres Leben und vereinfacht das Diabetes-Management deutlich. Klinische Studien belegen, dass Kinder mit Typ-1-Diabetes, die eine Insulinpumpe nutzen, insgesamt zufriedener sind.

Schließlich gehen wir im Punkt Behandlung noch auf eine Studie zur wirksamen Behandlung von Typ-2-Diabetes ein...

Diabetes Typ 2 kann laut Studie in einigen Fällen geheilt werden

Wissenschaftler der Newcastle Universität fanden heraus, dass eine Diät mit geringem Kalorienanteil hilft, Fettanteile in Leber und der Bauchspeicheldrüse zu reduzieren und schließlich die Insulinproduktion normalisieren kann. Am Ende der Studie waren sieben von zehn Menschen nach drei Monaten Diät ohne Diabetes-Diagnose.

Diabetes gehört in beinahe allen Industrienationen zu den immer häufiger auftretenden Erkrankungen. Man spricht von Diabetes, wenn nicht genügend Insulin im Körper vorhanden ist oder wenn das körpereigene Insulin vom Körper nicht verwertet werden kann.

Worum handelt es sich bei Typ-2-Diabetes?

Bei Diabetes Typ 2 befindet sich zu viel Zucker im Blut. Der Zucker kann in dem Fall nicht für Prozesse im Körper verwendet werden. Die Glukose im Blut kann nicht für die Freisetzung von Energie eingesetzt werden.

Eine erfolgsversprechende Studie

An einer Studie nahmen 11 Patienten teil, bei denen innerhalb der letzten vier Jahre Diabetes Typ 2 diagnostiziert wurde. Für zwei Monate stellten sie ihre bisherige Ernährung vollkommen um, tranken nur noch flüssige Diätgetränke und aßen kein stärkehaltiges Gemüse mehr.

Eine Woche später zeigten Testergebnisse, dass die Blutzuckermessungen vor dem Frühstück alle normale Werte aufzeigten. MRI Scans der Bauchspeicheldrüsen zeigten ebenfalls auf, dass der Fettanteil in den Organen von anfänglichen, hohen acht Prozent zum normalen Wert von sechs Prozent gesunken war.

Langzeit-Ergebnis

Drei Monate nach Ende der Diät waren die Patienten zu ihrem normalen Ernährungsverhalten zurückgekehrt. Sie hatten Ratschläge für eine gesunde Ernährung und Essensmengen erhalten. Die Diagnose Diabetes Typ 2 war bei den Teilnehmern des Tests negativ.

Vorsicht vor voreiliger Begeisterung

Diese Ergebnisse geben vielen betroffenen Menschen große Hoffnung. Deshalb riet ein Experte des Newcastle Magnetic Resonance Centre der Newcastle Universität zunächst auch dazu, von einer Veröffentlichung abzusehen.

Es sind viele weitere Studien nötig, um sich die bisher bekannten Beobachtungen absichern zu können. Die Diät war anfänglich dazu da, um die Hypothese zu stützen, dass wenn Menschen, die an Diabetes Typ 2 leiden, an Gewicht verlieren, auch ihre Diabetes verlieren.

Auch wenn der Test mit einer Gruppe durchgeführt wurde, in denen kein Patient länger als vier Jahre mit Diabetes Typ 2 betroffen ist, besteht das Potenzial, dass der Zusammenhang auch für Menschen gilt, die länger als vier Jahre mit der Diagnose leben.

Die Zeichen häufen sich

Ein weiterer Experte der Forschergruppe der Newcastle University sagte, dass der Einfluss einer richtigen Diät einen Einfluss auf Diabetes Typ 2 haben kann, seit längerem besteht. Damit zeigen die Forscher auf, dass die Diagnose kein lebenslanges Urteil bedeutet.

Es ist einfacher, regelmäßig eine Tablette einzunehmen, als seinen bisherigen Lebensstil in einen besseren zu verändern. Wenn man Menschen den Weg einer Gewichtsreduktion vorschlägt, mit Sport und einer entsprechend angepassten Diät, bedeutet das für jeden sofortige Arbeit.

Fazit

Neben der zuvor beschriebenen Studie erfolgten weitere Studien. Nicht jeder Teilnehmer konnte nach Ende der Studie eine negative Diabetes Typ 2-Diagnose erhalten.

Es hängt insgesamt davon ab, wie stark ein Mensch anfällig für Diabetes Typ 2 ist. Es gilt herauszufinden, warum die einen mehr anfällig sind als andere. Die Antwort konnte durch bisherige Studien nicht geliefert werden.

Vorbeugung

Da der Typ 1-Diabetes vererbt wird, kann man diesen nicht verhindern. Wird der Typ 2-Diabetes vererbt, kann man auch diesen nicht verhindern. In den meisten Fällen ist die Hauptursache dieser Diabetesform jedoch das Übergewicht. Genau dieses kann man vermeiden, wenn man sich gesund und ausgewogen mit vielen

ernährt und auch regelmäßig Sport treibt.

Viel Bewegung und Gewichtsreduzierung

Durch Verringerung der Blutzuckerwerte lässt sich die Anfälligkeit für Typ-2-Diabetes erheblich verringern. Diese Blutzuckerwerte lassen sich besonders durch ausreichende Bewegung senken. Hier ist allerdings Vorsicht geboten: übertreiben Sie es nicht mit dem Sport und versuchen Sie keine Höchstleistungen zu erbringen, bloß um Diabetes vorzubeugen, denn einen viel zu hohen Puls sollten Sie tunlichst vermeiden.

Empfohlene Sportarten

Besonders empfehlenswert sind Sportarten wie

Körperliche Aktivität bringt noch einen entscheidenden Vorteil mit sich: eventuell vorhandenes Übergewicht lässt sich so reduzieren, wodurch ebenfalls der Blutzuckerspiegel gesenkt wird.

Gesunde Ernährung

Achten Sie auf eine gesunde Ernährung. So beugen Sie nicht nur dem Erwachsenen-Diabetes vor, sondern schützen sich auch vor vielen anderen Erkrankungen.

  • Zu einer gesunden Ernährung gehört natürlich in erster Linie viel Obst und Gemüse. Es müssen keine großen Portionen sein, aber essen Sie wenn es geht mindestens drei bis vier mal am Tag Obst und Gemüse.
  • Versuchen Sie tierische Fette durch pflanzliche Fette zu ersetzen.
  • Vermeiden Sie möglichst Lebensmittel, dessen Kohlenhydrate sofort ins Blut übergehen oder versuchen Sie diese nur in geringen Mengen zu konsumieren. Dazu gehören unter anderem Süßigkeiten, Cornflakes, Kartoffelbrei und Limonade.
  • Empfehlenswerte Kohlenhydrat-Lieferanten sind dagegen Gemüse, Quark, Joghurt, Vollkornprodukte, Äpfel oder Orangen.
  • Versorgen Sie Ihren Körper außerdem mit genügend Flüssigkeit. Zwei Liter sollten Sie täglich durchaus aufnehmen.
Vegetarier mit niedrigem Body-Mass-Index

Auch vegetarisch lebende Menschen senken das Diabetesriskio. Vegetarier haben in der Regel einen niedrigen Body-Mass-Index (BMI), wodurch Übergewicht und Fettleibigkeit vermieden werden. Dadurch erhöht sich die Insulinsensibilität und die Blutzuckerwerte sinken.

Fleisch enthält große Mengen Eisen. Bei permanent zu hohem Eisenkonsum steigt das Risiko für chronische Erkrankungen, auch für Diabetes Typ-2.

Wer viel Gemüse, Fisch, Geflügel und Früchte verzehrt, auf eine übermäßig fett- und kohlehydratreiche Ernährung verzichtet und sich ausreichend Bewegung verschafft, trägt viel dazu bei, das Diabetes-Typ-2 erst gar nicht entsteht.

Gesunde Lebensführung ist gut, Kontrolle ist besser

Auch wenn Sie Sich noch so gesund ernähren und viel Sport treiben - lassen Sie regelmäßig Ihre Blutzuckerwerte kontrollieren. Einige Apotheken bieten eine Blutzuckermessung an, aber auch Ihr Hausarzt kann Ihr Blut natürlich auf Blutzucker untersuchen.

Der Nüchternblutzucker (NBZ), also der im nüchternen Zustand morgens abgenommene Blutzuckerwert, liegt normalerweise unter 100 mg/dl. Treten wiederholt Werte zwischen 100 und 120 mg/dl auf, so sollten vom Arzt weitere Untersuchungen durchgeführt werden.

Grundinformationen zu Diabetes mellitus

  • Diabetes mellitus - Ursachen, Formen, Symptome, Behandlung und mögliche Folgeerkrankungen

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Quellenangaben

  • Bildnachweis: Diabetic is doing a glucose level finger blood test. © evgenyb - www.fotolia.de

Autor:

Paradisi-Redaktion - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

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