15. Oktober 2007
Eine ausgewogene, gesunde Ernährung während der Schwangerschaft spielt eine wesentliche Rolle für die Entwicklung des Kindes. Denn das Kind bezieht seine Nährstoffe ausschließlich von der Mutter, mit der es über die Nabelschnur verbunden ist.
In der Schwangerschaft ist eine ausgewogene, fettarme Ernährung, die reich an Vitaminen und Mineralstoffen ist, sehr wichtig. Denn der Nährstoffbedarf ist bei zunächst gleich bleibendem Energiebedarf stark erhöht. Erst ab dem zweiten Drittel der Schwangerschaft kommt es zu einem Mehrbedarf von 300 Kilokalorien. Die alte Hypothese, dass die werdende Mutter für zwei essen muss, klingt verlockend, ist aber schlichtweg falsch. Dennoch ist eine Gewichtszunahme bei schwangeren Frauen von etwa 10 Kilogramm ganz natürlich.
Die Kilokalorien, die in der Schwangerschaft zusätzlich verbraucht werden, sollten mit nährstoffreichen Nahrungsmitteln wie Obst, Gemüse, Vollkorn- und Milchprodukten zugeführt werden. Gerade Gemüse und Vollkornprodukte enthalten zudem reichlich Ballaststoffe, die die Verdauung anregen.
Eiweiße werden für den Aufbau von Körpersubstanz benötigt- daher ist der Eiweißbedarf von Schwangeren erhöht. Da in den Industrieländern jedoch in aller Regel kein Mangel an eiweißreicher Nahrung besteht, müssen sich Schwangere keine Sorgen um die Eiweißzufuhr machen. Gute Eiweißlieferanten sind fettarme Milch, Milchprodukte, mageres Fleisch, Fisch oder Hülsenfrüchte.
Auf fettreiche Kost sollten Schwangere verzichten, da der Lipidspiegel im Blut während der Schwangerschaft häufig erhöht ist. Zum Braten oder Kochen eignen sich hochwertige Pflanzenöle, die wertvolle Fettsäuren enthalten und den Lipidspiegel des Blutes positiv beeinflussen. Zudem enthalten Pflanzenöle wie Rapsöl und Olivenöl das fettlösliche Vitamin E, das eine wichtige Rolle beim Fettstoffwechsel spielt und die Zellen vor schädlichen Umwelteinflüssen schützt.
Schwangere sollten ihre Gesamtenergiezufuhr zu 50 Prozent über Kohlenhydrate decken. Besonders günstig sind langkettige Kohlenhydrate aus Vollkornprodukten, die den Blutzuckerspiegel nur langsam ansteigen lassen.
Sehr wichtig ist die ausreichende Versorgung mit Folsäure, Jod, Calcium und Eisen. Folsäure ist für die Zellteilung und Zellbildung verantwortlich und hat eine besondere Bedeutung bei der Prävention von Entwicklungsstörungen des Gehirns. Kein Wunder, dass der Bedarf in der Schwangerschaft mit 0,8 Milligramm deutlich über dem Normalbedarf von 0,4 Milligramm liegt. Reich an Folsäure sind Spinat, Weizenkeimen, Grünkohl, Kartoffeln, Weintrauben und Hülsenfrüchten.
Eisen ist für die Bildung von roten Blutkörperchen und eine gesunde Hirnentwicklung unentbehrlich. Da es sehr schwer ist, die empfohlenen 30 Milligramm Eisen über die Nahrung abzudecken, sollten während der Schwangerschaft Eisentabletten eingenommen werden.
Jod ist für die Bildung der Schilddrüsenhormone und für das Wachstum des Fötus nötig. Da Jodmangel weit verbreitet ist, sollte auch hier auf Nahrungsergänzungspräparate zurückgegriffen werden. Zusätzlich sollte einmal wöchentlich eine Seefischmahlzeit auf dem Speiseplan stehen.
Calcium ist ein Mineralstoff, der für den Aufbau von Knochensubstanz wichtig ist. Die empfohlene Tagesdosis beträgt 1000 Milligramm. Gute Calciumlieferanten sind die Milch und Milchprodukte.
Frauen sollten während der Schwangerschaft zudem darauf achten, immer genug zu trinken. Zwei Liter täglich sind ein absolutes Muss. Gut geeignet sind Frucht- und Gemüsesäfte, Mineralwasser und Tees.
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