Märchen gehören ins Kino und in die Kinderstube, aber sicher nicht in die Küche. paradisi.de zeigt Ihnen, was von gängigen Diätweisheiten wirklich zu halten ist.

Frisches Obst ist gesünder als gefrorenes. Eines von vielen Ernährungsmärchen.
Man spricht von Diabetes, wenn der Körper nicht genügend Insulin produzieren kann oder seine Rezeptoren nicht empfindlich genug sind, um auf einen erhöhten Blutzuckerspiegel zu reagieren. Als Risikofaktor wurde von der Medizin das Übergewicht ausgemacht und keine hohe Zuckerzufuhr. Da zuckerhaltige Nahrungsmittel aber häufig auch sehr reich an Kalorien sind und deshalb zu Übergewicht führen können, entstand diese falsche Kausalität.
Grundsätzlich gilt, dass jede Kalorie, die nicht vom Körper verbraucht wird, in den Fettzellen eingelagert wird. Dabei ist es vollkommen egal, ob diese Kalorie zuviel von Eiweißen, Kohlenhydraten oder Fetten stammt. Korrekterweise sollte an dieser Stelle jedoch erwähnt werden, dass Kohlenhydrate in den Muskelzellen als Glykogen eingelagert werden können. Diese dienen dem Körper dann als schnell verfügbare Energieressourcen. Da das Glykogen aber nur mit Wasser in den Muskelzellen gespeichert werden kann, erhöht sich auch das Körpergewicht. Wohlgemerkt kommt diese Gewichtserhöhung vom Wasser und nicht etwa von einem Plus an Körperfett.
Gefrorenes oder eingedostes Obst und Gemüse ist in der Regel schockgefroren oder schonend eingedost worden, so dass sie nahezu ihren gesamten Vitamingehalt behalten. Frische Ware hingegen kann an Gehalt verlieren, wenn es im Laden oder ihrer Küche noch einige Tage bis zum Verzehr gelagert wird.
Tatsächlich stammen über 77% des Natriums in unserer täglichen Ernährung aus industriell verarbeiteten Nahrungsmitteln. Sie können die Natriumaufnahme also am ehesten reduzieren, wenn Sie ihr Essen selbst zubereiten.
Die Farbe der Eierschale geht nicht auf einen vermeintlich höheren Gehalt an Nährstoffen zurück. Es ist viel einfacher: Weiße Hennen legen weiße Eier und braune Hennen legen braune Eier.
Obwohl sich zuweilen dieses Gerücht hartnäckig hält, ist brauner Zucker kein kristallisierter Rübenzucker. Es ist normaler raffinierter weißer Zucker, dem Melasse zugefügt wurde. Je dunkler der braune Zucker ist, je mehr Melasse enthält er. Durch Melasse enthält brauner Zucker einen geringes Maß an Mineralien, aber man müsste Unmengen zu sich nehmen, um von einer positiven Wirkung für die Gesundheit sprechen zu können.
Da ist fast etwas wahres dran. Honig enthält Antioxidantien und einige Mineralien, die weißer Zucker nicht hat. Allerdings sind diese nur in sehr geringen Mengen vorhanden. Ähnlich wie beim braunen Zucker müsste man viele Gläser Honig leeren, um genügend Antioxidanten aufzunehmen. Hinzu kommt, dass ein Teelöffel Hönig ca. mit 60 Kalorien zu Buche schlagen. Raffinierter Zucker bringt es bei der selben Menge "nur" auf 46 Kalorien.
Eine neue Studie, die diesen Zusammenhang augenscheinlich zeigt, hat zu einer überzogenen Schockreaktion geführt, woraufhin alle Limonaden mit der Aufschrift "light" voll Argwohn von der diätwilligen Bevölkerung beäugt wird. Fakt ist, dass diese Studie nicht auf die Klärung von Ursache und Wirkung ausgelegt war, sondern lediglich festgestellt hat, dass Personen, die Diät-Limonaden trinken, auch häufig zu Übergewicht neigen. Mittlerweile geht man jedoch davon aus, dass dieser Zusammenhang nicht an den Inhaltstoffen der Diät-Getränke auszumachen ist, sondern am Verhalten der Konsumenten liegt. Offenbar glauben viele Menschen, dass sie mit einer Diät-Cola soviel Kalorien einsparen, dass sie sie an anderer Stelle wieder draufpacken könnten. Jemand, der zu seinem Cheeseburger eine Extraportion Pommes bestellt und das üppige Mahl mit Diät-Limo abrundet, ist ein perfektes Beispiel für diese Annahme.
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10.05.13 | |
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