Trotz Jugend-, Familien- und Sexualberatungsstellen wie zum Beispiel Pro Familia und einer Vielzahl von Verhütungsmöglichkeiten werden viele Frauen bereits im Jugendalter schwanger. Dabei sind die meisten Schwangerschaften ungewollt.
Die meisten Mädchen entscheiden sich bewusst gegen einen Schwangerschaftsabbruch, einige erwägen eine spätere Freigabe des Kindes zur Adoption. Eine Schwangerschaft in der Jugend ist ein massiver Einschnitt in das Leben der Betroffenen. In den meisten Fällen besteht keine feste Partnerschaft und auch viele Eltern der Betroffenen entziehen sich der Verantwortung, sodass für viele Mädchen nur der Weg in ein Mutter-Kind-Heim bleibt.
Schule oder Ausbildungsmaßnahmen werden nicht selten wegen der Schwangerschaft abgebrochen. Die jugendlichen Mütter haben dann auch für die Zukunft keine gute Perspektive. Viele Jugendliche sind mit der Schwangerschaft und der folgenden Mutterrolle überfordert, so dass sich die Beziehung zu dem Kind von vorneherein als schwierig gestaltet.
Im Jugendalter und der Pubertät müssen bestimmte Entwicklungsaufgaben bewältigt werden, diese Zeit und Phase ist an sich schon schwierig genug, kommt dann noch eine ungewollte Schwangerschaft dazu, wird der Jugendlichen viel abverlangt.
Der Jugendlichen stehen aber Hilfen zur Verfügung zum Beispiel vom Jugendamt. Solange die Mutter nicht volljährig ist, erhält das Baby einen Vormund. Bei der Vaterschaftsanerkennung und um Unterhaltsansprüche durchzusetzen hilft das Jugendamt. Wenn der Kindesvater nicht zahlen kann oder will, gewährt das Jugendamt einen Unterhaltsvorschuss.
Viele Omas unterstützen aber auch ihre Töchter, beaufsichtigen das Kind, so dass Schule und Ausbildung beendet werden können. Es gibt auch Tagesmütter oder Kinderkrippen, um die junge Mutter zu unterstützen.
Für die betroffenen Eltern ist es eine große Herausforderung, wenn das minderjährige Kind schwanger wird. Meist kommen da Gefühle wie Wut, Ärger, Ratlosigkeit und Hilflosigkeit auf. Viele Familien schaffen es dann trotzdem zusammenzuhalten und die Situation zu meistern. Dieser Rückhalt ist für die jugendliche Mutter sehr wichtig und kann ihr den Rücken stärken.
Während der Schwangerschaft muss der Teenager auch mit den einhergehenden körperlichen Veränderungen klar kommen, dazu kommen unter Umständen noch Angst vor der Geburt und auch vor der Zukunft. Gruppen und Organisationen, die sich mit dem Thema auseinandersetzen, auch Selbsthilfegruppen und Schwangerschaftsvorbereitungskurse können der werdenden Mama helfen. Je mehr Unterstützung sie erfährt, umso besser die Perspektiven.
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