Migräne - Auslöser, Ausprägungsformen und Therapie

Als Migräne bezeichnet man eine neurologische Erkrankung, bei der es zu starken Kopfschmerzen kommt. Es wird zwischen verschiedenen Migräneformen unterschieden. In den meisten Fällen handelt es sich um einseitige Schmerzen, die sich wiederholt zeigen. Typisch sind bestimmte Begleitsymptome. Bereits Kinder können von dieser Erkrankung betroffen sein. Lesen Sie alles Wissenswerte zum Thema Migräne.

Wissenswertes über Migräne

Krankheitsbild Migräne

Bei Migräne handelt es sich um einen anfallartigen, sehr starken Kopfschmerz, der meist einseitig und wiederholt auftritt. In vielen Fällen wird er von visuellen, vegetativen oder neurologischen Symptomen begleitet.

Prinzipiell können Menschen jedes Alters unter Migräne leiden. Meistens kommt es nach der Pubertät bis zum 25. Lebensjahr zu den ersten Anfällen.

Frauen sind häufiger betroffen, als Männer. Migräne gilt als nicht heilbar; sie lässt sich jedoch durch eine adäquate Behandlung gut in den Griff bekommen.

Migräne bei Kindern

In Deutschland ist etwa jedes zehnte Kind im Alter von 7-14 Jahren von Migräne betroffen. So gehört Migräne mittlerweile zu den am häufigsten vorkommenden Kinderkrankheiten.

Innerhalb der letzten 30 Jahre nahmen Kopfschmerzen bei Kindern und Jugendlichen deutlich zu. Selbst bei 20 Prozent aller Vorschulkinder treten gelegentlich Kopfschmerzen auf. Mit zunehmendem Alter steigen die Kopfschmerzerfahrungen.

Neben Spannungskopfschmerzen kommt es auch immer häufiger zu Migräne. Studien zufolge beträgt die Migräne-Häufigkeit bei Kindern vier Prozent und bei Jugendlichen elf Prozent.

Wenn Sie mehr zum Thema Migräne bei Kindern erfahren möchten, informieren Sie sich hier.

Ursachen - Welche Auslöser spielen bei Migräne eine Rolle?

Da in einigen Familien Migräne gehäuft auftritt, ist sie möglicherweise genetisch bedingt, also vererbt. Auch Störungen im Serotoninhaushalt gelten als mögliche Ursache.

Migräne-Triggerfaktoren

Zudem gibt es einige Triggerfaktoren, die im Verdacht stehen, einen Migräneausfall auslöse zu können, so zum Beispiel Stress. Bei den meisten Migränepatienten tritt ein Migräneanfall in Zeiten der Entspannung auf, zum Beispiel im Urlaub oder an den Wochenenden.

Des Weiteren vermuten Mediziner, dass auch bestimmte Lebensmittel eine Rolle spielen. So ist es möglich, dass Migräneanfälle durch

ausgelöst werden.

Auch zu viel oder zu wenig Schlaf kann eine Migräneattacke auslösen. Besonders wenn zum Beispiel ausnahmsweise ein Mittagsschlaf gemacht wird, kann nach einigen Stunden die Migräne auftreten.

Bei Frauen liegen oft hormonelle Ursachen als Grund für die Migräne vor. Auslöser ist zum Beispiel das Einnehmen der Pille.

Viele Frauen haben auch während ihrer Regelblutung Migräne. Die Migräne tritt dann alle vier Wochen auf.

Während einer Schwangerschaft und nach den Wechseljahren verschwindet die Migräne wieder. Ursache für eine Migräneattacke kann auch eine Kombination aus diesen Faktoren sein.

Triggerfaktoren bei Kindern

Mitunter gibt es bei Kindern andere Triggerfaktoren, als bei Erwachsenen. So hat bei ihnen eine ausfallende oder später stattfindende Mahlzeit ein schnelleres Absinken des Blutzuckerspiegels zur Folge, wodurch es wiederum leichter zu einem Migräneanfall kommt. Aber auch

  • unregelmäßiger Schlaf
  • physischer Stress
  • seelische Belastungen
  • Angstgefühle
  • Hitze oder
  • Wetterumschwünge

können zu Migräneattacken führen.

Migräne-Verlauf

Wie ein Migräneanfall verläuft, ist meist von Betroffenem zu Betroffenem unterschiedlich. Bei einigen Patienten dauert ein Anfall nur wenige Stunden, bei anderen mehrere Tage. Die meisten ziehen sich jedoch in einen dunklen Raum zurück und brauchen absolute Ruhe.

In wenigen Fällen kann ein Migräneanfall sofort in den nächsten übergehen. Die Betroffenen haben dann fast ununterbrochen Übelkeitsgefühle und Erbrechen und können kaum Flüssigkeit bei sich behalten.

In diesen Fällen kann ein stationärer Aufenthalt notwendig werden. Den Betroffenen wird dann die lebensnotwendige Flüssigkeit per Infusion zugeführt.

Wenn Betroffene zwar wissen, welche Faktoren bei ihnen Migräne auslösen, diese Faktoren jedoch nicht meiden, kann die Migräne unendlich oft auftreten. Viele Betroffenen sind in ihrem Alltag soweit eingeschränkt, dass ihnen ein normales Leben fast nicht mehr möglich ist. In diesen Fällen ist oftmals eine Behandlung in einer speziellen Fachklinik angebracht.

Symptome - Migräne erkennen

Von Migräne können sowohl Kinder als auch Erwachsene (Männer und Frauen) betroffen sein. Migräneattacken bei Kindern verlaufen meist kürzer als bei erwachsenen Menschen.

So dauern sie oftmals nur zwei Stunden oder weniger an. Auch die so genannte Aura tritt bei Kindern seltener auf. Die Symptome der Migräne können in vier Phasen eingeteilt werden:

  • Migräne-Vorphase (Prodromalphase)
  • Auraphase
  • Kopfschmerzphase und
  • Rückbildungsphase

Migräne-Vorphase

Die Anzeichen vor einer Migräneattacke bezeichnet man auch als Prodromi. Die Vorbotenphase läuft oft individuell unterschiedlich ab.

Bei einigen Patienten kündigt sich ein Anfall bereits einige Tage vorher mit Heißhungerattacken oder erhöhter Reizbarkeit an. Auch

können sich bemerkbar machen. Manchmal sind die Anzeichen auch ziemlich widersprüchlich. So kann es bei den Betroffenen einerseits zu

kommen. Andererseits treten aber auch

  • überschwängliche Heiterkeit
  • Elan und
  • Tatendrang sowie
  • Heißhunger auf Schokolade

auf. Ebenso können

ein Hinweis auf einen bevorstehenden Migräneanfall sein. Da die meisten Patienten keinen Zusammenhang zwischen diesen Symptomen und dem späteren Migräneanfall sehen, neigen sie häufig dazu, die Vorbotenphase zu unterschätzen.

Mitunter werden die Prodromi von den Patienten auch mit den Triggern, den Auslösern einer Migräneattacke, verwechselt. Besteht zum Beispiel am Tag vor dem Anfall eine erhöhte Reizbarkeit, wird die Attacke oft auf zuviel Stress zurückgeführt, der den Anfall ausgelöst hat. In Wirklichkeit gehört jedoch bereits die Reizbarkeit zu den ersten Anzeichen einer bald auftretenden Migräne.

Die Vorbotenphase kann ein paar Stunden, aber auch schon zwei Tage vor dem eigentlichen Migräneanfall beginnen. Ihre Dauer beträgt in den meisten Fällen etwa ein bis zwei Stunden.

Ursachen

Warum manche Migränepatienten unter der Vorbotenphase leiden, andere jedoch dagegen nicht, konnte man bislang nicht feststellen. Es wird vermutet, dass der Grund für den Heißhunger auf Schokolade oder die veränderte Stimmung eine Störung des Serotonin-Stoffwechsels ist. So hat der Botenstoff Serotonin im Gehirn Auswirkungen auf das Empfinden von Schmerzen, die Stimmung sowie allgemeine Aktivitäten.

Darüber hinaus kann Serotonin auch Übelkeit und Erbrechen hervorrufen. Im Magen- und Darmtrakt hat der Botenstoff dagegen die Eigenschaft, die Beförderung der Nahrung zu verlangsamen. Wissenschaftlich belegen ließ sich die Serotonin-Theorie allerdings noch nicht.

Auraphase

Die Auraphase tritt bei ca. 10 bis 30 Prozent der Betroffenen auf. Hier kommt es zu neurologischen Ausfällen, die sich in

äußern. Ein typisches Merkmal eines Migräneanfalls bei Kindern ist, dass sie rot oder blass im Gesicht werden und sich hinlegen.

Kopfschmerzphase

Nach dem Abklingen der Auraphase treten etwa 60 Minuten später die migränetypischen hämmernden und pochenden Kopfschmerzen auf. Migränepatienten verspüren einseitige Kopfschmerzen, die besonders bei Bewegung in einen klopfenden Schmerz ausarten. Oft bestehen zusätzlich

Rückbildungsphase

In der Rückbildungsphase, etwa 4-72 Stunden nach Beginn der Kopfschmerzen, bilden sich die Symptome langsam zurück. Die Patienten verspüren

  • Müdigkeit
  • Erschöpfung und
  • Konzentrationsstörungen.

Formen der Migräne

Eine Migräne ohne Aura weist lediglich Schmerzen, Lichtempfindlichkeit und Übelkeit auf. Patienten, die an einer Migräne mit Aura leiden, verspüren zusätzlich Symptome wie Sehstörungen und Lähmungen. Teilweise ist diese Migräneform sogar mit Sprachstörungen verbunden.

Zusätzlich zu diesen beiden Migräneformen unterscheidet man weitere Formen. Eine seltene Form der Migräne führt beispielsweise zum Sehen von Doppelbildern. Besonders Kinder und junge Erwachsene sind davon betroffen. Das fehlerhafte Sehen kann bis zu zwei Wochen andauern.

Eine besondere Form, die nur bei Kindern auftritt, äußert sich durch beidseitige Kopfschmerzen, die mit Bauchschmerzen verbunden sind. Auch Übelkeit und Schwindel kann auftreten.

Eine weitere seltene Form der Migräne ist die so genannte retinale Migräne. Diese schwere Form der Migräne zeigt zusätzlich zu den normalen Migränesymptomen Gesichtsausfälle.

Generell wird zwischen folgenden Migräneformen unterschieden:

  • Migräne mit Aura (Migraine accompagnée)
  • Migraine sans migraine
  • Vestibuläre Migräne
  • Hemiplegische Migräne
  • Basiläre Migräne
  • Retinale Migräne
  • Menstruelle Migräne
  • Chronische Migräne und
  • Abdominelle Migräne

Migräne mit Halbseitenlähmung

Eine Migräne mit Halbseitenlähmung wird in der Medizin auch als familiäre hemiplegische Migräne bezeichnet, weil sie familiär gehäuft auftritt. Ursache dieser seltenen Migräneform sind Gendefekte auf den Chromosomen 1, 2 und 19.

Typisch für die familiäre hemiplegische Migräne ist, dass die Betroffenen während der Auraphase auf einer Körperseite unter allmählich einsetzenden Lähmungen leiden. Dabei können die betroffenen Gliedmaßen schlaff herabhängen.

Dieser Zustand ist jedoch nur vorübergehend. Außerdem kann es zu

kommen. Bei einer medizinischen Untersuchung muss ein Schlaganfall ausgeschlossen werden.

Basilarismigräne

Von einer Basilarismigräne sind vor allem junge Frauen betroffen. Bei dieser Migräneform treten die Schmerzen nicht auf der Seite, sondern im Hinterkopf auf. Außerdem leiden die Patienten unter

  • Drehschwindel
  • Sehstörungen
  • Ohrgeräuschen
  • Artikulationsproblemen
  • Taubheitsgefühlen im Gesicht sowie
  • einem unsicheren Gang.

Mitunter treten die Beschwerden auch ohne Kopfschmerzen auf, was es den behandelnden Ärzten schwer macht, die Basilarismigräne von anderen Krankheiten, bei denen es zu Schwindelanfällen kommt, abzugrenzen.

Status migraenosus

Der Status migraenosus ist eine besonders schwerwiegende Migräneform, da eine Kopfschmerzphase übergangslos in die nächste übergeht. Das heißt, dass der Schmerz länger als 72 Stunden anhält, was bei den Betroffenen zu einem besonders hohen Leidensdruck führt.

Manche Patienten müssen sich so oft übergeben, dass es zu einem bedenklichen Elektrolyt- und Flüssigkeitsverlust kommt. Daher ist eine medizinische Behandlung unbedingt erforderlich. Verursacht wird der Status migraenosus häufig durch die übermäßige Einnahme von Schmerzmitteln.

Migränöser Infarkt

Eine schwere Komplikation bei einer Migräne ist der migränöse Infarkt. So besteht durch die schlechte Durchblutung während der Auraphase die Gefahr von dauerhaften Schäden. Bei einem migränösen Infarkt halten die Aurasymptome an, ohne wieder zu verschwinden.

Behandelt werden muss dieser Infarkt wie ein Schlaganfall. Besonders groß ist die Gefahr dieser Komplikation bei jungen übergewichtigen Frauen, die rauchen und die Antibabypille einnehmen.

Diagnose von Migräne

Bei einer vorliegenden Migräne ist es wichtig, dass der Patient den Kontakt zu seinem Hausarzt oder einem Spezialisten aufnimmt. Selbsttherapie durch Schmerzmittel ist

  • oft wenig erfolgreich
  • körperlich belastend und
  • sollte in jedem Fall ärztlich abgeklärt werden.

Der Arzt kann auch kompetent über Therapiemöglichkeiten informieren und Tipps für den Alltag geben.

Um die Diagnose Migräne festzustellen, notiert ein Mediziner zuerst die genauen Beschwerden des Patienten und auch, wie lange diese jeweils andauern. Er geht dazu meist eine Checkliste durch mit Fragen zur Anfallshäufigkeit und -dauer, Lichtempfindlichkeit oder Geruchsempfindlichkeit, wo sich der Schmerz befindet, wie sich der Schmerz anfühlt und ob während eines Anfalles auch Sehstörungen oder Sprachstörungen bestehen.

Im Anschluss an die Befragung findet eine neurologische Untersuchung statt. Es wird ein EEG durchgeführt, bei dem die Hirnströme gemessen werden.

Anschließend erfolgt meist eine Doppleruntersuchung, bei der die Durchblutung des Gehirns untersucht wird. Auch eine Computertomografie und/oder Magnetresonanztomografie werden durchgeführt, um andere Erkrankungen (wie einen Hirntumor) ausschließen zu können.

Liegt eine Migräne vor, sind diese beiden Aufnahmen jedoch unauffällig. Die Untersuchungsergebnisse werden zusammengefasst, so dass der Arzt diagnostizieren kann, ob es sich lediglich zum Beispiel um einen Spannungskopfschmerz handelt oder um eine echte Migräne.

Andere Ursachen abklären

Es ist möglich, dass den Schmerzen nicht eine Migräne, sondern ein Spannungskopfschmerz oder eine ganz andere Erkrankung zugrunde liegt. Auch psychosomatische Ursachen sind möglich.

Während bei manchen eine falsche Ernährung, zum Beispiel ein Nährstoffmangel oder zu wenig Wasseraufnahme, eine entscheidende Ursache darstellt, ist bei anderen einzig großer Stress Auslöser der Schmerzattacken. Ein Arzt kann feststellen, was der Auslöser für die Schmerzen ist und ob möglicherweise andere Erkrankungen vorliegen, die dringend behandelt werden müssen.

Therapie - Was tun bei Migräne?

Wie die Therapie einer Migräne aussieht, hängt von den genauen Beschwerden des Patienten ab. Eine vollständige Heilung ist nur in seltenen Fällen möglich.

Die Migräne kann immer wieder auftreten. Meist wird die Einnahme von Medikamenten kombiniert mit verschiedenen Therapieverfahren.

Medikamente gegen Migräne

Bei der medikamentösen Therapie eines normalen Migräneanfalles werden zuerst Medikamente gegen Symptome wie zum Beispiel Übelkeit eingenommen. Nach etwa einer Viertelstunde wird ein Schmerzmittel eingenommen.

Es gibt auch Kombinationspräparate aus einem Schmerzmittel und einem Medikament gegen die Begleitsymptome. Wann dieses Medikament genau eingenommen wird, ist unerheblich für die Wirkung. Aufgrund teils starker Nebenwirkungen sind diese Medikamente fast ausschließlich verschreibungspflichtig.

Hausmittel und alternative Behandlungsmöglichkeiten bei Migräne

Während eines Migräneanfalles hilft oft ein kalter Lappen auf der Stirn oder dem ganzen Gesicht, um die pochenden Kopfschmerzen zu lindern.

Während eines akuten Migräneanfalles hilft auch Akupunktur. Hier werden feine Nadeln in bestimmte Stellen des Körpers gestochen und hemmen so die Migräneschmerzen. Auch autogenes Training hilft vielen Betroffenen.

Behandlung von Kindern

Besonders bei Kindern sind nicht immer gleich Medikamente nötig, da sie besser auf nicht-medikamentöse Behandlungen reagieren, als erwachsene Patienten. Manchmal genügen bereits schonende Maßnahmen wie

  • das Auflegen eines feuchten Tuchs auf die Stirn oder in den Nacken
  • behutsame Massagen der Schläfen mit Pfefferminzöl sowie
  • ausreichend Schlaf.

Wichtig ist zudem, während einer Migräneattacke störende Lärmquellen wie das Radio, den Computer oder den Fernseher abzustellen und für Ruhe zu sorgen. Außerdem wird empfohlen, dass Kind in einem ruhigen, dunklen und rauchfreien Zimmer unterzubringen.

In vielen Fällen schlafen die Kinder während einer Migräneattacke ein und erwachen danach wieder beschwerdefrei. So gilt Schlaf bei einem Anfall als besonders heilsam.

Manchmal lässt sich der Einsatz von Medikamenten bei einer Migräneattacke jedoch nicht vermeiden. Dann können Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Paracetamol eingenommen werden.

Leidet das Kind unter starker Übelkeit, besteht die Möglichkeit, ihm ein entsprechendes Mittel wie Dimenhydrinat zu geben. Bei schweren Migräneanfällen muss der Arzt das Triptan Sumatriptan verordnen, dass in Form eines Nasensprays verabreicht wird.

Kinesiologie bei Migräne

Eine Reizung des Gesichtsnervs (Trigeminusnerv) gilt als eine der Ursachen für Migräne. Der Nerv ist auch für die Steuerung der Kaumuskulatur verantwortlich. In der Kinesiologie werden gezielte Lockerungsübungen eingesetzt, die entspannend auf die Kaumuskulatur wirken und gleichzeitig den Gesichtsnerv beruhigen.

Kinesiologen wenden verschiedene Testverfahren an, unter anderem den Muskeltest, um die Ursachen für die anfallartigen Kopfschmerzen zu ergründen. Störungen der Energieleitbahnen können im psychischen, mentalen oder physischen Bereich vorliegen. Die angewandte Kinesiologie-Therapie erfolgt grundsätzlich unter Berücksichtigung individueller Beschwerden.

Beseitigung von Blockaden und Mobilisierung der Nervenbahnen

In den letzten Jahren haben sich alternative Therapiemethoden wie Akupunktur oder Homöopathie bei der Behandlung von Migräne immer mehr durchgesetzt. Auch Kinesiologie-Heilverfahren verschaffen vielen Migränepatienten Linderung.

Kinesiologen arbeiten mit speziellen Techniken, die auf das Meridian-Energie-System Einfluss nehmen. Dabei stehen die Beseitigung von Blockaden und die Mobilisierung der Nervenbahnen im Vordergrund.

Durch Lockerungen der Muskulatur im Gesichtsbereich und in der Nackenzone lassen sich auch Blockaden in tieferen Schichten erreichen. Auf diese Weise können Muskelverspannungen gelöst werden, die sich mit herkömmlichen Massagen nicht beseitigen lassen. Kinesiologen überprüfen bei einer Migränebehandlung auch die Funktion und Beweglichkeit der Schädelknochen.

Therapiemethoden auf unterschiedlichen Ebenen

Kinesiologen wenden Therapiemethoden an, die auf unterschiedlichen Ebenen wirken. Das kann die mentale oder gefühlsmäßige Ebene sein.

Im Fokus steht immer eine ganzheitliche Behandlung und das Beseitigen energetischer Störungen. Die Symptome von Migräne spielen in der Kinesiologie eine untergeordnete Rolle, das Ziel ist die Erforschung der Ursachen. Die Behandlung auf mehreren Ebenen und die Identifizierung des Problems ermöglichen eine spezifische Therapie, die Körper, Geist und Seele wieder in Einklang bringen.

Auch, wenn die Kinesiologie nicht zu den schulmedizinisch anerkannten Behandlungsmethoden gehört, profitieren zahlreiche Migränepatienten von einer Senkung der Anfallshäufigkeit und von weniger starken Kopfschmerzattacken. Migräne ist zwar bis heute nicht heilbar, eine deutliche Linderung ist jedoch oft auch mit alternativen Therapiekonzepten möglich.

Systemische Familienaufstellung: Emotionale Konflikte erkennen

Neben der Kinesiologie ist die systemische Familienaufstellung eine weitere Therapiemethode zur Behandlung von Migräne. Oft sind Schwierigkeiten in menschlichen Beziehungen Auslöser für Migräneanfälle.

In diesem Fall ermöglicht eine räumliche Aufstellung der betroffenen Personen und deren Problemen das Erkennen tieferliegender Konflikte. Der Therapeut kann anhand des Familienstellens und mittels Befragungen emotionale Zusammenhänge deuten und Veränderungen bewirken.

Migräne kann durch sehr komplexe Störungen hervorgerufen werden, die Betroffenen oft nicht klar sind. Eine systemische Familienaufstellung rückt entweder den Betroffenen oder seine Erkrankung in den Mittelpunkt. Ist die Ursache in Familienbeziehungen zu finden, sind häufig zahlreiche Aufstellungen nötig, um die Auslöser zu beseitigen.

Mit ganzheitlichen und alternativen Heilverfahren lassen sich inzwischen beachtliche Erfolge erzielen. Allerdings sollten diese nicht wissenschaftlich anerkannten Heilmethoden immer als Ergänzung zu einer schulmedizinischen Behandlung eingesetzt werden.

Akupressur bei Migräne

Mit Akupressur werden zunehmend erstaunliche Behandlungserfolge festgestellt. Bei der Eigenbehandlung sollte man stets mit Vorsicht auf die Akupressurpunkte einwirken und keinesfalls bei größeren Schmerzen die Behandlung fortsetzen.

Die Hauptpunkte bei Migräne

Man unterscheidet bei einer Akupressurbehandlung in Haupt- und Nebenpunkte. Im Fall von Migräne befinden sich diese Hauptpunkte am Kopf. Am besten beginnen Sie damit, die Gegend um die inneren Augenwinkel leicht zu drücken und zu massieren. Von dort arbeiten Sie sich vorsichtig bis zu den äußeren Augenwinkeln vor.

Der nächste, sehr wirkungsvolle Punkt liegt direkt am Augenhöhlenknochen, außen oberhalb der Brauen. Wichtig ist hierbei, beidseitig zu behandeln und in einem gemäßigten, gleichmäßigen Tempo zu arbeiten.

Anschließend geht man zum so genannten Tai-Yang Punkt über. Akupressieren Sie direkt an der Stelle der Schläfe, an der man jemandem einen Vogel zeigen würde. Dort, wo Sie eine leichte Vertiefung unter der Haut spüren, sollte in kreisenden Bewegungen leichter bis mittelstarker Druck ausgeübt werden, was die meisten Patienten als eine der befreiensten und wohltuensten Akupressurbehandlungen empfinden.

Der letzte Hauptpunkt befindet sich direkt hinter den Ohren. Ertasten Sie das Ende des Kiefers und behandeln Sie den Punkt, an dem Sie den leicht erhöhten Knochen spüren. Dieser Punkt ist besonders umsichtig zu massieren, da er aufgrund der Nähe zu den Ohrspeicheldrüsen sehr empfindlich ist.

Behandlungsmethoden bei Migräne, die viel versprechen, aber nichts halten

Für eine erfolgreiche Behandlung ist meist eine Kombination aus verschiedenen Therapien erforderlich. Allerdings hält nicht jede Behandlungsmethode das, was sie verspricht.

Therapien mit unzureichender Forschung in Sachen Wirkung

Doch auch in der heutigen Zeit verläuft nicht jede Migräne-Therapie erfolgreich. Darüber hinaus liegen noch nicht für alle Behandlungsformen ausreichend wissenschaftliche Studien über deren positive Wirkung vor. Das gilt vor allem für

Bei einzelnen Patienten sind diese Entspannungsmethoden jedoch durchaus erfolgreich.

Wirksame Therapien

Bestätigt hat sich die Wirksamkeit gegen Migräne bei

Wirkungslose Behandlungsmethoden

Andererseits gibt es Behandlungsmethoden, die bei Migräne erwiesenermaßen keinerlei Besserung bringen und nur den Geldbeutel des Patienten strapazieren. Manche Verfahren können sogar schädliche Auswirkungen auf die Gesundheit haben. Daher ist es ratsam, sich erst einmal umfassend über eine Therapie zu informieren, bevor man sich für deren Durchführung entscheidet.

Zu den Behandlungsmethoden, die bei Migräne nicht halten, was sie versprechen, gehören die klassische Psychoanalyse, die Psychophonie, bei der Hirnströme in Töne umgewandelt werden, sowie äußerliche Anwendungen wie

Ebenfalls sinnlos sind

  • die Ozontherapie
  • Inhalationen mit Sauerstoff
  • die Psychophonie
  • die klassische Psychoanalyse
  • homöopathische Behandlungen
  • die Corrugator-Chirurgie, bei der man operativ einen Stirnmuskel durchtrennt
  • zahnärztliche Behandlungen wie der Austausch von Amalgamfüllungen, Zahnextraktionen oder Gebisskorrekturen
  • die chirurgische Entfernung der Gebärmutter oder der Mandeln
  • eine Sanierung des Darms
  • die Frischzellentherapie sowie
  • spezielle Diäten.
Medikamente

Neben überflüssigen Migräne-Therapien gibt es aber auch bestimmte Medikamente, die bei einer Migräne wirkungslos sind. Dazu gehören unter anderem

Auch weibliche Hormone sind meist ohne Wirkung, es sei denn, sie werden bei einer menstruationsabhängigen Migräne eingesetzt. Eine Ausnahme bilden Antidepressiva. Diese helfen zwar nicht direkt gegen eine Migräne, können jedoch bei Patienten, die wegen der Erkrankung unter Depressionen leiden, sinnvoll sein.

Vorbeugung von Migräne

Das erste Auftreten einer Migräne kann man meist nicht verhindern. Migränepatienten können jedoch einiges tun, um einem weiteren Anfall vorzubeugen.

Als erstes muss jeder Migränepatien herausfinden, welche Faktoren bei ihm oder ihr den Migräneanfall auslösen. Dazu ist es hilfreich, ein Kopfschmerztagebuch zu führen und genau festzuhalten, was gegessen wurde, wann und wie viel geschlafen wurde, ob man sich in stressigen Situationen befand usw.

Auf diese Weise kann man die individuellen auslösenden Faktoren für eine Migräne herausfinden. Diese Faktoren sollte man künftig - soweit dies möglich ist - meiden um einem weiteren Anfall vorzubeugen.

Es gibt auch Medikamente, die in den migränefreien Zeiten eingenommen werden können und so den nächsten Migräneanfall abgeschwächt auftreten lassen. Auch eine Behandlung mit Akupunktur hilft nicht nur während eines akuten Migräneanfalles, sondern auch in der Zeit dazwischen.

Bei vielen Betroffenen trägt die Akupunktur dazu bei, die Migräne dauerhaft zu lindern oder gar zu heilen. Langfristig hilft es auch vielen Migränepatienten, einen geregelten Wach-/Schlafrhythmus einzuführen.

Migräne-Prophylaxe durch Medikamente

Unter bestimmten Voraussetzungen lassen sich Migräneattacken vorbeugen. Patienten nehmen dazu auch während beschwerdefreier Zeiten geeignete Medikamente zur Prävention ein.

  • Sinnvoll sind diese Prophylaxe-Maßnahmen bei Migräne-Erkrankten, die dreimal pro Monat oder häufiger an den pulsierenden Kopfschmerzschüben leiden.
  • Auch Patienten, die schlecht auf Akutbehandlungen reagieren und von Nebenwirkungen betroffen sind, können von vorbeugenden Maßnahmen profitieren.
  • Ebenso raten Mediziner bei Kopfschmerzattacken von mehr als 72 Stunden Dauer oder bei übermäßig ausgeprägten Aura-Symptomen zu einer Migräne-Vorbeugung.

Geeignete Medikamente zur Vorbeugung

Häufig kommen blutdrucksenkende Präparate wie der Betablocker Propranolol zur Anwendung. Aber auch Flunarizin, ein Kalziumantagonist.

Als vorbeugende Arzneistoffe bei Migräne eignen sich zudem verschiedene Antidepressiva, beispielsweise Amitriptylin, sowie Medikamente gegen Epilepsie mit den Wirkstoffen Valproinsäure oder auch Topiramat.

Migräneexperten empfehlen, die Dosierung dieser Präparate nur langsam zu erhöhen und die Mittel vorwiegend am Abend einzunehmen, da sie oft zu Müdigkeit führen. Die Wirkung setzt nicht unmittelbar ein, sondern in der Regel nach etwa sechs bis acht Wochen. Deshalb sollten Migräniker ein wenig Geduld aufbringen.

Weitere empfehlenswerte Prophylaxe-Maßnahmen bei Migräne

Verhaltenstherapeutische Behandlungen helfen Migräne-Patienten, unerwünschte Verhaltensmuster zu erkennen und diese durch positive zu ersetzen. Insbesondere tief verankerte Verhaltensmuster, die die Triggerfaktoren (Migräne-Auslöser) verstärken, können häufig mithilfe verhaltenstherapeutischer Verfahren beseitigt werden.

Wie gut sind Naturheilmittel zur Migräne-Prävention?

Da verschreibungspflichtige Arzneimittel bei vielen Patienten zu Nebenwirkungen führen, greifen immer mehr Migräne-Erkrankte zu Naturheilmitteln. Nährstoffe, Vitamine und eine Reihe anderer natürlicher Mittel werden als Vorbeugung bei Migräneattacken angeboten. Sinnvoll ist der Einsatz von Naturheilmitteln jedoch nur als Ergänzung zu herkömmlichen Medikamenten wie Propranolol oder Topiramat, nicht als alleinige Maßnahme.

Für Migräniker eignen sich Mittel wie

Vitamin B2 hat eine essentielle Funktion im Hinblick auf den mitochondrialen Energiestoffwechsel und ist wesentlich am Aufbau von Coenzymen beteiligt. Es kann Eiweißstoffe, Kohlenhydrate und Fette in Energie umwandeln.

In Bezug auf Migräne vermuten Experten einen Zusammenhang mit einem gestörten Energiestoffwechsel. Die empfohlene tägliche Vitamin B2-Menge bei Erwachsenen und Jugendlichen beträgt etwa 1,5 mg.

Mit Biofeedback gegen die Kopfschmerzattacken

Biofeedback bedeutet, dass verschiedene Verfahren unter Zuhilfenahme technischer Geräte eingesetzt werden, um Körpervorgänge, die auf unbewusster Ebene stattfinden, durch einen Umwandlungsprozess wahrnehmen zu können. Das kann beispielsweise über die Atmung geschehen, die in Lichtsignale oder Geräusche umgewandelt wird.

Bei Migränepatienten werden häufig Methoden wie Biofeedback über Hauttemperatur, Atemhäufigkeit oder Muskelanspannung eingesetzt. Auch die Messung des Blutflusses an der Arterie der Schläfe gehört zu den Biofeedback-Techniken für Migräne-Erkrankte.

Immer mehr Physiotherapeuten, Ärzte, Heilpraktiker oder Psychologen lassen sich zum Biofeedback-Therapeuten ausbilden. Informationen über diese Behandlungsmaßnahme und Therapeutenlisten finden Interessierte hier bei Paradisi oder bei der Deutschen Gesellschaft für Biofeedback e.V. unter www.dgbfb.de

Quellen:

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  • Stefan Gesenhues, Anne Gesenhues, Birgitta Weltermann: Praxisleitfaden Allgemeinmedizin: Mit Zugang zur Medizinwelt (Klinikleitfaden), Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH, 2017, ISBN 3437224476
  • Uwe Beise, Uwe Beise, Werner Schwarz: Gesundheits- und Krankheitslehre: Lehrbuch für die Gesundheits-, Kranken- und Altenpflege, Springer Medizin Verlag, 2013, ISBN 9783642369834
  • Susanne Andreae, Peter Avelini, Peter Avelini, Martin Hoffmann, Christine Grützner: Medizinwissen von A-Z: Das Lexikon der 1000 wichtigsten Krankheiten und Untersuchungen, MVS Medizinverlage Stuttgart, 2008, ISBN 3830434545
  • Susanne Andreae, Peter Avelini, Melanie Berg, Ingo Blank, Annelie Burk: Lexikon der Krankheiten und Untersuchungen, Thieme Verlagsgruppe, 2008, ISBN 9783131429629
  • Frank H. Netter: Netter's Innere Medizin, Thieme Verlagsgruppe, 2000, ISBN 3131239611
  • Gerd Herold: Innere Medizin 2019, Herold, 2018, ISBN 398146608X
  • Gerd Herold: Innere Medizin 2020, Herold, 2019, ISBN 3981466098
  • Malte Ludwig: Repetitorium für die Facharztprüfung Innere Medizin: Mit Zugang zur Medizinwelt, Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH, 2017, ISBN 3437233165

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