Die Haut - Das größte Organ des Menschen schützt vor zahlreichen äußeren Einflüssen

Grafik Querschnitt der Haut

Die Hauptschichten der Haut teilt man ein in Oberhaut, Lederhaut und Unterhaut

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  • von Paradisi-Redaktion

Als Haut oder Cutis bezeichnet man das größte Organ des Menschen. Sie dient zum Schutz vor äußeren Einflüssen und Krankheitserregern.

Anatomie

Unter der Haut (Cutis) versteht man ein Flächenorgan, das den Körper von der Außenwelt abgrenzt. Mit 1,5 bis 2 Quadratmetern und einem Gewicht von 3,5 bis 10 Kilogramm ist die Haut das größte Organ des Menschen. Zu ihren Aufgaben gehört der Schutz des Körpers vor:

Als Hüllorgan sorgt die menschliche Haut für eine Abgrenzung von Innen und Außen. Gemeinsam mit ihren Anhangsgebilden wie Nägeln, Haaren, Talg- und Schweißdrüsen sorgt die Haut für das Erscheinungsbild eines Menschen.

Des Weiteren hat sie eine Vielzahl von Aufgaben und Funktionen. Dazu gehören:

  • die Abschirmung des Körperinneren als Barriere
  • die Regulierung der Körpertemperatur durch Erweiterung der Blutgefäße, die sich in der Haut befinden
  • die Regulierung des Wasserhaushaltes durch Schwitzen
  • die Synthese von Vitamin D unter Sonneneinstrahlung
  • die Wahrnehmung von Sinneseindrücken wie Berührungen, Reizen und Schmerzen
  • die Bildung von Energiereserven für den Körper durch das Speichern von Fett
  • die Immunfunktion bei bestimmten Erkrankungen wie Allergien oder Infektionen
  • Kommunikation durch Erblassen oder Erröten

Auch die Haut produziert Hormone

Jugendliche vor Badezimmerspiegel
Teen girl in bathroom © Skazka Grez - www.fotolia.de

Das größte Sinnesorgan des Menschen ist die Haut, die etliche Aufgaben hat, so einmal auch als Schutz, aber sie ist auch für die Versorgung durch Vitamin-D zuständig. Doch die Haut selber wird auch durch Hormone beeinflusst, so dass besonders in der Pubertät die Akne entsteht und im Alter kommt es zur Faltenbildung, was besonders Frauen als störend empfinden.

Jetzt haben Dermatologen festgestellt, dass die Haut auch selber Hormone produziert, die aber im Vergleich zur Schilddrüse oder Nebenniere mengenmäßig sehr gering sind. So fördern diese Hormone auch die Hautpigmentierung und produzieren auch schmerzlindernde Morphine. Mittlerweile müssen sich die Dermatologen verstärkt auch mit dem Thema der Endokrinologie befassen, denn wie schon gesagt, beeinflussen Hormone den Zustand der Haut.

So sind neben dem männlichen Sexualhormon auch Stresshormone die Ursache für die Entstehung der Akne und nicht nur, wie man früher dachte, eventuelle Bakterien oder eine falsche Ernährung. So lässt sich heutzutage eine gemäßigte Akne beispielsweise auch gut mit Antiandrogenen behandeln.

Bei Frauen in den Wechseljahren wirken Östrogene gut gegen die Faltenbildung und so wird auch das Östrogen direkt auf die Haut aufgetragen, damit diese dann dicker und elastischer wird. Auch die Haarbildung wird durch Hormone beeinflusst.

Wie wir die sanfte Brise auf der Haut spüren: Spezielle Sensoren entschlüsseln

Querschnitt der Haut mit Haarwurzel
Skin Cross-section © OOZ - www.fotolia.de

Schon der sanfte Windhauch ist auf der nackten Haut deutlich spürbar, ebenso die leichteste Berührung einer anderen Person. Warum dies so ist, wollten Wissenschaftler nun genauer erforschen und fanden in der menschlichen Haut gleich zwei spezielle Sensoren. In Experimenten mit Mäusen, denen menschliche Hautzellen eingepflanzt worden waren, stellten die Forscher fest, dass die sogenannten Merkelzellen in der Haut eine wichtige Rolle bei der Weiterleitung von Signalen spielen, aber auch die Nervenenden daran beteiligt sind.

Verantwortlich für die Reaktion selbst ist ein Molekül mit dem Namen Piezo-2, das sowohl in den Nervenenden der Haut als auch in den Merkelzellen sitzt und nur auf ganz sanfte Berührungen reagiert. Bei einer Gruppe von Mäusen, denen gentechnisch veränderte Zellen ohne dieses Molekül eingepflanzt worden waren, zeigten sich bei sanftem Kontakt mit Wattebäuschen keine Reaktion, während sie stärkere Druckreize auf der Haut durchaus spürten.

Die Forscher vermuten nun, dass Piezo-2 auch eine Erklärungen liefern könnte, warum bei manchen Menschen schon ganz sanfte Berührungen der Haut wie der Stoff eines Kleidungsstückes oder eine milde Bewegung der Luft zu Schmerzen führt und dadurch erstmals eine Behandlung ermöglicht.

Spürnase Haut - Sandelholz wird durch seinen Duft erkannt und gezielt zum Einsatz gebracht

Die menschliche Haut bietet nicht nur Schutz vor Kälte, Hitze und zahlreichen Erregern. Zusätzlich lässt sie Berührungen empfinden oder weitergeben und eignet sich sogar als Warnmittel, wie oftmals durch die berühmte Gänsehaut ersichtlich wird. Doch die Haut kann noch viel mehr, wie nun Wissenschaftler der Ruhr-Universität Bochum herausfanden.

Geruchssinn der Haut

Sie kann "riechen" und ermöglicht folgend eine spannende Entwicklung im Körper. Bei ihren Forschungsarbeiten untersuchten die Forscher mehrere Riechrezeptoren, wobei ein Rezeptor eine besondere Aufmerksamkeit erweckte.

Der Duftrezeptor kann wohl künstlichen Sandlholzduft erriechen. Nach der "Erkennung" werden folgend im Körper Prozesse ausgelöst, die dafür sorgen das sich Hautzellen nicht nur vermehrt teilen, sondern sogar rascher verwandeln. Derartige Riechrezeptoren konnten zudem unter anderem in der Niere, im Darm sowie in der Prostata entdeckt werden.

Zusätzliche Forschungen sollen nun folgen, wobei dann weitere Duftrezeptoren im wissenschaftlichen Interesse stehen werden, die möglicherweise für neue Medikamente einen Einsatz finden könnten.

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    Für das Immunsystem: Forscher klären, warum unsere Haut Salz speichert

    Wie Forscher aus Regensburg herausgefunden haben, hilft Natriumchlorid der Haut bei der Bekämpfung von Infektionen

    Salz auf Steinen auf weißem Hintergrund
    salz © foto.fred - www.fotolia.de

    Wissenschaftler fanden vor einigen Jahren heraus, dass die Haut als größtes Organ des Menschen aktiv Salz speichert. Wer regelmäßig und genügend Salz zu sich nimmt, dessen Haut holt sich automatisch ihren Anteil.

    Doch warum sie das tut, war bisher nicht klar. Als "Schutzmantel" des menschlichen Körpers hat die Salzspeicherung aber sicher etwas mit dem Immunsystem zu tun, dachten sich Forscher und untersuchten das Phänomen genauer.

    Salz unterstützt Fresszellen der Haut

    Dabei fanden sie heraus, dass Natriumchlorid (also Kochsalz) tatsächlich einen direkten Einfluss auf die Makrophagen hat. Diese Fresszellen des Immunsystems kümmern sich um körperfeindliche Organismen und kranke Zellen, indem diese "gefressen" und im Zellinneren "verdaut" werden. Hat die Haut viel Salz eingespeichert, können die Fresszellen umso aktiver sein.

    Dies zeigte sich in Regensburg, als Forscher dort Patienten mit einer Bakterieninfektion der Haut untersuchten. Im MRI (Magnet-Resonanz-Imaging) wurde sichtbar, wie viel Salz jeder Patient in der Haut gespeichert hatte.

    Nachdem die Infektion erfolgreich mit Antibiotika bekämpft worden war, ging auch die Salzkonzentration zurück. Die Haut brauchte nun nicht mehr so viel zu speichern.

    Salzlösung macht die Fresszellen effektiver

    Noch deutlicher wurde die Rolle des Salzes als man Fresszellen im Labor untersuchte. Einige wurden in einer Nährlösung mit viel Salz kultiviert, die anderen lebten in einer salzfreien Lösung.

    Als man nun Bakterien hinzu gab, versuchten beide Gruppen von Fresszellen gegen den Erreger vorzugehen. Effektiv schafften das aber nur jene Makrophagen, die in der Salzlösung waren. Nach 24 Stunden hatten sie über 50 Prozent der Bakterien gefressen.

    Forscher: Trotzdem nicht mehr Salz konsumieren

    Dennoch warnen die Forscher davor, zu mehr Salz bei der Ernährung zu greifen, nur um dem Immunsystem der Haut zu helfen. In Deutschland ist der Salzkonsum im Schnitt ohnehin zu hoch und falscher Salzkonsum geht mit Risiken einher. Diese Risiken überwiegen den möglichen Nutzen.

    Warum selber kitzeln langweilig ist

    Lachende, fröhliche Familie mit kleiner Tochter auf dem Sofa, sich gegenseitig zugewendet
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    Menschen können sich nicht selber kitzeln, weil das Gehirn immer schon vorher weiß, was die eigene Hand da vorhat, berichtet das Apothekenmagazin BABY&Familie unter Berufung auf Paul Bays und sein britisch-kanadisches Forscherteam.

    Das Gehirn berechnet bei Berührungen mit der eigenen Hand den Zeitpunkt des Kontakts voraus und dämpft alle Nervensignale, die zu diesem Zeitpunkt vom entsprechenden Körperteil ausgesendet werden – keine Überraschung mehr möglich!

    Studie: Menschliche Haut kann elektrische Spannung speichern

    Menschliche Haut kann elektrische Spannung einige Zeit speichern. Das haben norwegische Forscher an der Universität Oslo herausgefunden und ihre Erkenntnisse in der Fachzeitschrift "Physical Review" veröffentlicht.

    Sie hatten bei Probanden den leicht schweißnassen Arm abwechselnd positivern und negativer Spannung durch Elektroden ausgesetzt. Es zeigte sich, dass bei der negativen Spannung der elektrische Widerstand der Haut anstieg. Bei positiver Spannung stieg die elektrische Leitfähigkeit der Haut.

    Als die Forscher nach einigen Minuten noch einmal maßen, waren die elektrischen Zustände auf der Haut immer noch die gleichen. Die Erkenntnis kann man dazu nutzen, krankhafte Hautveränderungen mit Hilfe von elektrischer Spannung zu diagnostizieren.

    Drei Hauptschichten der Haut

    Die menschliche Haut setzt sich aus verschiedenen Schichten zusammen, die unterschiedliche Funktionen haben. Unterteilt wird die Haut in drei Hauptschichten:

    1. die Epidermis (Oberhaut)
    2. die Dermis oder Corium (Lederhaut)
    3. die Subcutis (Unterhaut)

    Diese drei Hauptschichten haben verschiedene Aufgaben. So wird von der Oberhaut eine schützende Hornschicht gebildet. Die Lederhaut beinhaltet wichtige Strukturen, die z.B. für den Tastsinn von Bedeutung sind und die Unterhaut dient vor allem als Fettspeicher.

    Die Oberhaut

    Der Teil der Oberhaut, der äußerlich sichtbar ist, setzt sich aus einer Hornschicht zusammen. Diese wiederum wird in erster Linie von Keratinozyten, abgestorbenen Epithelzellen, gebildet. Da es zu Schuppung und Nachbildung kommt, kann die Hornschicht ständig ersetzt werden.

    Die neuen Epithelzellen, die in den untersten Zelllagen entstehen, gelangen nach dreißig Tagen an die Oberfläche und werden dann als Hornschuppen abgestoßen.

    Unterteilt wird die Oberhaut in fünf Schichten. Dies sind:

    1. die Basalzellschicht (Stratum basale), in der die Neubildung der Keratinozyten erfolgt
    2. die Stachelzellenschicht (Stratum spinosum), in der die Epithelzellen über eine netzartige Verbindung verfügen
    3. die Körnerschicht (Stratum granulosum)
    4. die stark lichtbrechende Schicht (Stratum lucidum), die nur an dickeren Stellen der Oberhaut vorkommt, wie an den Fußsohlen oder Handflächen
    5. die Hornschicht (Stratum corneum)
    Basalschicht

    Die Basalschicht, Basalzellschicht oder Stratum basale besteht lediglich aus einer Zellschicht aus Epithelzellen. Sie ist wichtig für die Regeneration der Haut. So kommt es in der Basalschicht zur Teilung der Zellen.

    Während eine Tochterzelle zur Oberfläche wandert, bleibt die andere zurück, um sich erneut zu teilen. Über Blutgefäße verfügt die Epidermis nicht.

    Von der sich darunter befindenden Lederhaut wird sie durch eine Basalmembran abgegrenzt. Diese verläuft in der Felderhaut zumeist flach, während in der Leistenhaut starke Verformungen durch Ausbuchtungen bestehen.

    In der Basalschicht befinden sich spezielle Sinneszellen für Berührungsreize, die man als Merkel-Zellen bezeichnet. Außerdem sind dort auch die pigmentbildenden Melanozyten vorhanden.

    Stachelzellschicht

    Eine weitere Schicht der Epidermis ist die Stachelzellschicht bzw. Stratum spinosum. In dieser Schicht besteht eine Verbindung zwischen den Zellen und den Desmosomen (Zellstrukturen in Zellmembranen) durch Zytoplasmaausläufer.

    In dieser Schicht setzt der Verhornungsprozess ein, den man auch als Keratinisierung bezeichnet. Stachelzellen werden die Zellen genannt, weil sie bei einer histologischen Verarbeitung schrumpfen und dann ein stacheliges Aussehen aufweisen.

    In der Stachelzellschicht liegen auch die so genannten Lagerhans-Zellen. Dabei handelt es sich um Abwehrzellen des lymphatischen Systems.

    Körnerschicht

    In der Körnerschicht, auch Körnerzellschicht oder Stratum granulosum genannt, nimmt der Abbau der Zellen seinen Anfang. Diese werden langsam in leblose Korneozyten umgewandelt. Bei der äußeren Form kommt es zu einer allmählichen Abplattung.

    Das Innere der Zellen wird zunehmend von Keratingranula beherrscht. Der Zellkern der Körnerschicht lässt sich nicht so gut abgrenzen wie der Kern der Stachelzellschicht.

    Glanzschicht

    Die Glanzschicht oder Stratum lucidum kommt in größerem Umfang lediglich an der Leistenhaut von Händen und Füßen vor, während sie in der Felderschicht kaum ausgebildet ist. Sie bildet einen Wall gegen sämtliche Eindringlinge.

    Zusammengesetzt wird die Glanzschicht aus einer öligen Schicht. In ihr kommt es zur Verflüssigung vom Keratohyalingranula in Eleidin, eine halbflüssige Substanz, die reich an Fett und Eiweiß ist.

    Hornschicht

    Die oberste Schicht der Epidermis bildet die Hornschicht oder Hornzellschicht. Sie setzt sich aus abgestorbenen Plattenepithelzellen ohne Zellorganellen zusammen. Die Hornzellen bilden gemeinsam mit Fetten, die sich zwischen den Zellen befinden, eine Schutzschicht, die wasserabweisend ist.

    Im Wesentlichen besteht die Hornschicht aus dem Protein Keratin. Dieses bildet eine wirksame Außenbarriere der Haut.

    Wie ausgeprägt die Hornschicht ist, hängt auch von der mechanischen Beanspruchung der Haut ab. So schwankt ihre Stärke je nach Körperregion zwischen 12 und 200 Zellschichten.

    Am stärksten ausgeprägt ist die Hornschicht an den Handflächen und den Fußsohlen. Der oberste Teil der Hornschicht wird als Stratum disjunctum bezeichnet. Dort kommt es zum Ablösen der Hornzellen aus ihrem Verbund. Danach schilfern sie ab.

    Die Haut im Querschnitt
    Die Haut im Querschnitt

    Die Lederhaut

    Zwischen der Oberhaut und der Unterhaut liegt die Lederhaut, die fest mit der Oberhaut verbunden ist. Zusammengesetzt wird sie aus kollagenen und elastischen Fasern, die ein dichtes Netz bilden. Dadurch erhält die Haut ihre Reißfestigkeit und reversible Verformbarkeit.

    Darüber hinaus beinhaltet die Lederhaut:

    Eingeteilt wird die Lederhaut in zwei Schichten. Dies sind:

    1. die an die Epidermis anliegende Papillarschicht oder Zapfenschicht (Stratum papillare)
    2. die an die Unterhaut angrenzende Geflechtschicht oder Netzschicht (Stratum reticulare)
    Netzschicht

    Die Netzschicht oder Stratum reticulare verfügt über ein straffes Bindegewebe mit Kollagenfasern. Auch eingestreute elastische Fasern sind enthalten. Durch den Flüssigkeitsanteil in der Netzschicht wird die Straffheit der Haut bestimmt. Aufgrund der netzartigen Kollagenfaserbündel entstehen die Spaltlinien der Haut.

    Zapfenschicht

    Bei der Zapfenschicht, auch Stratum papillare genannt, handelt es sich um die Grenzschicht zwischen der Dermis und der Basalschicht der Epidermis. Ein typisches Merkmal der Zapfenschicht sind die zapfenartigen Ausstülpungen, von denen Oberhaut und Lederhaut miteinander verzahnt werden.

    Zwischen der Zapfenschicht und der Basalschicht befindet sich die Basalmembran der Oberhaut. Die Membran sorgt für die räumliche Abgrenzung dieser beiden Schichten und verbindet sie gleichzeitig.

    In der Zapfenschicht sind die meisten sensorischen Schichten der Haut zu finden. Darüber hinaus bewegen sich dort zahlreiche Abwehrzellen wie

    • Monozyten
    • Granulozyten
    • Lymphozyten
    • Makrophagen
    • Mastzellen und
    • Plasmazellen

    sowie Zellen, die Bindegewebe bilden, wie Fibroblasten.

    Die Unterhaut

    Die Unterhaut, die die Haut mit den darunter liegenden Strukturen verbindet, setzt sich aus lockerem Fett- und Bindegewebe zusammen. Das Fettgewebe der Unterhaut wird wiederum aus Fettzellen zusammengesetzt.

    Das Fett speichert Energie und dient als Wärmeisolator. Darüber hinaus wird die Verschiebbarkeit der Haut durch die Unterhaut ermöglicht.

    Das Fettgewebe strukturieren Bindegewebssepten in läppchenähnliche Fettgewebsinseln. Durch in die Haut einstrahlende Retinacula, die aus Kollagenfasern bestehen, wird die Subcutis mit höher liegenden Hautschichten und der tiefer liegenden Faszie verbunden.

    Innerhalb der Bindegewebssepten befinden sich Nervenfasern und Blutgefäße. Da die Unterhaut stark vaskularisiert, wird die Haut dadurch mit Nährstoffen und Sauerstoff versorgt.

    Die sensible Versorgung übernehmen feine Nervenäste. Da die Fettschicht der Subcutis recht groß werden kann, führt dies an bestimmten Körperstellen wie

    häufig zu ästhetischen Problemzonen. Während sich das Fett bei Männern vor allem am Bauch anlagert, ist dies bei Frauen an Hüften und Gesäß der Fall.

    Funktionen

    Die Unterhaut fungiert vor allem als Verschiebeschicht zwischen der Körperfaszie und der Haut. Aber auch für den Wärmehaushalt des Körpers ist sie überaus wichtig. Des Weiteren dient die Subcutis als Energiespeicher, da sie im Bedarfsfall Fettreserven mobilisiert.

    Aus eigenen Hautzellen sollen neue Zellen entstehen

    Ersatz-Zellen aus eigenem Körper sollen Abstoßungsreaktionen bei Tranplantationen verhindern

    Nahaufnahme Mikroskop Zelle mit Spritze, Zellmanipulation o künstliche Befruchtung
    zellmanipulation © Sebastian Kaulitzki - www.fotolia.de

    Aus eigenen Hautzellen neue Zellen entstehen zu lassen, das ist das Ziel, das Dr. Jürgen Hescheler (49), der berühmte Stammzellenforscher der Uni Köln, bei seiner Forschung anstrebt. Jetzt hat er bei einem Selbstversuch sich aus dem Rücken zwei Millimeter Haut entfernen lassen, um daraus Ersatz-Zellen für ein erkranktes Organ zu züchten. Das Forschungsziel ist, dass zukünftig niemand auf irgend ein Organ, sei es Herz oder Leber warten muss, denn weil die neuen Ersatz-Zellen dem eigenen Körper entstammen, gäbe es kein Problem mit der Abstoßung, was bislang eines der größten Probleme nach Transplantationen ist.

    Erste positive Forschungsergebnisse bei Tierversuchen

    Bei einem Tierversuch an Mäusen ist es gelungen, nachdem künstlich ein Infarkt verursacht wurde, die beschädigten Herzzellen durch neue zu ersetzen, so dass es dem Tierchen wieder gut geht. In einem Brutschrank bei 37 Grad wachsen die Hautzellen, auch die vom Herrn Professor, in einer Nährlösung bestehend aus verschiedenen Zutaten, beispielsweise Salzen, Zucker und Aminosäuren.

    Aber man wird noch bis zum Jahr 2018 warten müssen, bevor es zum Einsatz beim Menschen kommen kann, wegen der strengen Gesetzesregelung, so die die Schätzung von Dr. Hescheler.

    Menschliche Haut in großen Mengen künstlich herstellen

    Laborarzt mit blauer Schutzbrille schüttet orange Flüssigkeit aus Reagenzglas in Flasche
    pouring © Franz Pfluegl - www.fotolia.de

    In Zukunft soll menschliche Haut mit Hilfe einer Apparatur produziert werden, so das Ziel einiger Wissenschaftler von verschiedenen Fraunhofer Instituten.

    In der Vergangenheit war die Technik so ausgelegt, dass menschliche Haut in mehreren Schritten mühevoll manuell hergestellt wurde. Die Apparatur soll es nun möglich machen, künstliche Haut in hohen Produktionsmengen herstellen zu können. Der Vorgang würde dann so aussehen, dass Gewebeproben in der Anlage verkleinert und nach Zelltyp sortiert werden.

    Durch Nährlösungen wird das Wachstum der Zellen gefördert. Die Lebensfähigkeit der Zellen wird nach sechs Wochen getestet und dann passend in ein einer Gelmatrix zusammengefügt.

    Mit der Maschine wird es dann sogar möglich sein, versandfertige Verpackungen zu erstellen.

    Umprogrammierte Hautzellen wohl doch stark von der Norm abweichend

    Massage - Rückenmassage mit zwei übereinander liegenden Händen
    massage therapy © NiDerLander - www.fotolia.de

    Forscher haben herausgefunden, dass sich modifizierte Hautzellen, die in der embryonalen Stammzellenforschung eingesetzt werden sollten, anscheinend doch grundlegender von den wirklichen Embryonalzellen unterscheiden als angenommen. In Untersuchungen hat sich gezeigt, dass viele verschiedene Gene in beiden Zellarten unterschiedlich aktiv sind.

    Als man in der Forschung vor drei Jahren eine Alternative für Stammzellen eines Embryos gefunden wurde, war die Erleichterung groß, mussten nämlich nun keine Embryonen mehr in einem frühen Entwicklungsstadium getötet werden. Nun wurden jedoch Abweichungen bei den Genen festgestellt, die an grundlegenden zellulären Prozessen (wie der DNA-Reparatur oder der Produktion von Energie) beteiligt sind. Forscher raten daher, die neuartigen Zellen nicht mit den embryonalen Stammzellen zu vergleichen.

    Roboter mit Tastsinn: Elektronisches Pendant zur menschlichen Haut entwickelt

    Hände sind ein kleines Wunderwerk. Sie können durch ihr Fingerspitzengefühl feinste Unebenheiten und Temperaturen erfühlen. Amerikanischen Wissenschaftlern ist auf dem Gebiet der Berührungstechnologie nun ein enormer Fortschritt gelungen. Sie entwickelten ein elektronisches Pendant zur menschlichen Haut, welches aus einem Gerüst aus Nanodrähten besteht. Diese kleben auf dem Untergrund einer dünnen, mit Gummi überzogenen, Platte und sind zur Weiterleitung elektrischer Impulse in der Lage. Die Sensibilität der künstlichen Haut liegt zwischen 0,5 und 20 Kilopascal.

    Forscher hoffen auf diese Weise die Robotertechnologie voranzubringen und Prototypen in naher Zukunft mit Tastgefühl ausstatten zu können. Langfristig soll die künstliche Haut auch auf dem Gebiet synthetischer Gliedmaßen eingesetzt werden und Menschen, die eine Prothese besitzen, wieder zu Sensibilität in Armen und Beinen verhelfen.

    Neu entwickelte Ersatzhaut für Transplantationen enthält auch Blut- und Lymphgefäße

    Grafik Querschnitt der Haut
    querschnitt der haut © Sebastian Kaulitzki - www.fotolia.de

    Etwa 11 Millionen Menschen erleiden jährlich größere Verbrennungen, so dass anschließend oftmals nur eine Hauttransplantation helfen kann. Aber dies ist nicht immer so einfach, weil ja dann auch bei der Entnahmestelle eine Wunde entsteht, die dann heilen muss.

    Jetzt haben Forscher in der Schweiz eine neue Möglichkeit entwickelt. So konnten sie einen Hautersatz aus den Zellen eines Patienten im Labor herstellen, der der natürlichen Haut des Betroffenen ähnlich ist. Seit einiger Zeit ist man auch schon in der Lage einen Hautersatz mit Unter- und Oberhaut herzustellen, aber diese Ersatzhaut enthält weder Blut- oder Lymphgefäße und auch keine Nerven.

    Doch jetzt konnten die Wissenschaftler aus den Zellen auch in der Ersatzhaut Blut- und Lymphgefäße herstellen. Dadurch könnte es zukünftig nach einer Transplantation auch zu einer schnelleren Heilung kommen. Der erste neu hergestellte Hautersatz soll in naher Zukunft klinisch erprobt werden, aber dann noch keine Blut- oder Lymphgefäße enthalten, weil dafür noch die offizielle Zulassung fehlt.

    Aus Stammzellen wird erstmals funktionierende Haut samt Haaren

    Forschern aus Japan gelingt im Tierversuch ein Meilenstein in der Artbeit mit Stammzellen

    Mann und Frau im Labor, er guckt durch ein Mikroskop, sie sitzt mit Mundschutz und Schutzbrille vor einer Petrischale
    Improving modern medicine. © gstockstudio - www.fotolia.de

    Die Arbeit mit Stammzellen wird zwar seit Jahrzehnten betrieben, doch in der komplexen Welt der Medizin bedeutet dies, dass sie noch in den Kinderschuhen steckt. Um gewissenhaft zu arbeiten, müssen kleine Schritte gegangen und Ergebnisse immer wieder überprüft werden. Auf dieser langen Reise ist Forschern aus Japan nun ein kleiner Meilenstein gelungen.

    Sie haben es geschafft, aus Stammzellen zum ersten Mal echte Haut samt Haaren so zu züchten, dass das Gewebe nach einer Implantation voll funktionstüchtig war. Bisher war aus Stammzellen gezüchtetes Gewebe nach der Verpflanzung nicht dazu in der Lage.

    Die Arbeit mit iPS-Zellen

    Die japanischen Wissenschaftler arbeiteten mit Mäusen. Den gesunden Tieren wurde etwas Gewebe entnommen und die Körperzellen im Labor so behandelt, dass sie in ihren embryonalen Zustand zurückkehrten. Man spricht dann von "induzierten pluripotenten Stammzellen" (iPS-Zellen).

    Diese Stammzellen wurden danach weiter behandelt und dazu angeregt, sich in Hautzellen zu entwickeln. Dafür nutzte man bestimmte Signalstoffe und pflanzte die Zellen bei den Mäusen in der Nähe ihrer Nieren ein. In dieser Umgebung sollten die Stammzellen sich ideal entwickeln können.

    Tierversuch erfolgreich

    Das Experiment gelang und es bildeten sich die Zellen der einzelnen Hautschichten und Haarfollikel aus. Die Analyse ergab, dass die gezüchteten Zellen von Muskelfasern bis hin zu Talgdrüsen alle Bestandteile aufwiesen, die bei der natürlichen Entstehung von Haut vorzufinden sind. Die Forscher entnahmen das fertige Gewebe und implantierten es bei anderen Mäusen, die von Natur aus kein Fell hatten.

    Bei den Nacktmäusen wuchs das neue Gewebe an und tatsächlich hatte sich nach rund zwei Wochen ein normales Haarwachstum eingestellt. Das Transplantat war sauber verwachsen und hatte Verbindungen zu den umliegenden Nervenfasern aufgebaut. Fälle von Krebs - die Tumorbildung gilt als größte Gefahr dieser Stammzellennutzung - blieben über die gesamte Beobachtungszeit von drei Monaten aus.

    Die Forscher planen nun, dass Verfahren für den Mensch zu testen. Man könnte Verbrennungsopfern auf diese Weise effektiv helfen.

    Hautanhangsgebilde und Hauttypen

    Unter Hautanhangsgebilden (Adnexen) versteht man sämtliche Strukturen, die aus der Haut hervorgehen. Diese speziellen Gewebestrukturen entwickeln sich aus den Epithelzellen der Oberhaut und stehen mit der Haut in enger Verbindung. Allerdings sind sie funktionell und morphologisch eigenständig.

    Arten von Hautanhangsgebilden

    Zu den Hautanhangsgebilden gehören die Nägel (Ungues) wie Fingernägel und Zehennägel sowie die Haare (Pili) und die Haarbalgmuskeln (Musculus arrector pili). Ebenfalls zu den Hautanhangsgebilden gerechnet werden die Hautdrüsen (Glandulae) wie

    Des Weiteren teilt man die Haut in zwei Typen ein: Leistenhaut und Felderhaut. Abgesehen von den Schweißdrüsen, hat die Leistenhaut keine Anhangsgebilde. Alle weiteren Hautbereiche werden von der Felderhaut umgeben, die auch die Hautanhangsgebilde enthält.

    Leistenhaut

    Unter der Leistenhaut versteht man eine morphologische Variante der Haut. Der Anteil der Leistenhaut an der Oberfläche des Körpers liegt bei ca. 4 Prozent.

    Merkmale der Leistenhaut

    Zu finden ist die Leistenhaut an

    • den Innenseiten der Hände
    • den Fingern sowie
    • den Fußsohlen.

    Die Oberhaut weist dabei feine Hautleisten, die man Papillarlinien nennt, auf. Zu diesen kommt es, weil die Anordnung der Lederhautpapillen in Längsreihen verläuft.

    Unter jeder Hautleiste befinden sich zwei Papillarkörperreihen. Typisch für die Hautleisten ist, dass sie Muster aus unterschiedlichen geometrischen Figuren bilden, wie Schleifen, Doppelschleifen, Bögen oder Wirbel.

    Abgesehen von zahlreichen Schweißdrüsen, verfügt die Leistenhaut über keine Hautanhangsgebilde. Das Relief der Leistenhaut ist genetisch festgelegt und unveränderlich. Daher ist es für jeden einzelnen Menschen charakteristisch.

    Typische Papillarlinien der Leistenhaut
    Typische Papillarlinien der Leistenhaut
    Felderhaut

    Von der Felderhaut werden alle weiteren Körperbereiche bedeckt. Ihr Anteil an der Körperoberfläche beträgt rund 96 Prozent. Durch feine Furchen bilden sich auf der Oberfläche der Felderhaut abgegrenzte rhombische Felder. Zur Entstehung dieser Furchen kommt es an den papillenfreien Epidermisbereichen.

    Bei stärkerer Anspannung der Haut verstreichen sie wieder. Da die Oberhaut sich weniger dehnen lässt als die Lederhaut, bilden die Furchen Reservefalten. Je nach Körperstelle ist die Größe der Hautfelder unterschiedlich.

    In der Felderhaut sind auch die Hautanhangsgebilde wie Haare und Schweißdrüsen enthalten. Während die Haare aus den Furchen wachsen, münden die Schweißdrüsen an den erhabenen Hautflächen.

    Aufgaben verschiedener Hautbestandteile

    Die einzelnen Bestandteile der Haut haben verschiedene Aufgaben und Funktionen:

    1. die Hornschicht schützt vor Austrocknung und Verletzungen
    2. die Haare schützen vor Sonnenstrahlen und Wärmeverlust
    3. die Schweißdrüsen produzieren Schweiß und schützen vor Überhitzung
    4. die Talgdrüsen produzieren Fett
    5. der Haarbalgmuskel richtet die Vellushaare auf
    6. die Blutgefäße regulieren die Temperatur und versorgen die Hautzellen mit Sauerstoff
    7. die Melanocyten schützen vor UV-Strahlung
    8. die Keimschicht ist für die Nachbildung von Hautzellen zuständig
    9. die Lamellenkörperchen dienen der Aufnahme von Druckreizen
    10. die freien Nervenendigungen sorgen für die Aufnahme von Schmerzempfindung und Berührungsreizen
    11. das Fettgewebe in der Unterhaut schützt vor Unterkühlung und Druck
    12. die Wärme- und Kälterezeptoren sind für die Aufnahme von Temperaturreizen zuständig
    13. die Tastkörperchen ermöglichen die Aufnahme von Berührungsreizen

    Wie die Haut auf bestimmte Temperaturreize - bzw. auf Kälte - reagiert, erfahren Sie im folgenden Abschnitt...

    Von niedrigen Plusgraden bis zu Minusgraden: Die Reaktion der Haut bei Kälte

    Die Talgproduktion des Körpers wird bei 8°C komplett gestoppt. Der Mensch schwitzt bei Kälte weniger und es kommt kaum noch Wasser an die Hautoberfläche. Schon gerät der Wasser- und Fetthaushalt aus dem Lot und die Haut trocknet aus; beschleunigt wird dieser Vorgang durch Nässe und Wind. Aber auch der Wechsel zwischen trocken, warmer Heizungsluft in geschlossenen Räumen und der Aufenthalt im Freien bei klirrender Kälte, lässt die Haut zusätzlich austrocknen.

    Empfindliche Hautstellen

    Bei niedrigen Plusgraden und Minusgraden muss die Haut besonders geschützt werden.

    trifft es am meisten, denn diese Bereiche sind selten durch Kleidung geschützt. Aber auch die Arme und die Beine, in denen ohnehin wenige Talgdrüsen sitzen, werden im Winter häufig trocken und schuppig, was zu einem unangenehmen Juckreiz führt.

    Kältemarmorierungen bei Babys im Winter sind unbedenklich

    Baby in Winterkleidung und Schnuller im Mund schaut in Kamera
    2 months old baby outdoor in warm clothes, winter © nyul - www.fotolia.de

    Wenn es im Winter durch die Kälte zu blauroten Verfärbungen der Babyhaut kommen sollte, ist das kein Grund für eine Besorgnis bei den Eltern - das ist ganz normal für die Jahreszeit und völlig harmlos. Dies erklärt die Dermatologin aus Karlsruhe, Christina Ili.

    Plötzlich treten auf der zarten Babyhaut im Winter Verfärbungen auf, die wie ein "Fischnetz" aussehen, das sind harmlose Kältemarmorierungen. Diese Marmorierungen entstehen dadurch, dass sich die Blutgefäße der Haut bei der Winterkälte verschieden stark zusammenziehen und durch die dünne Babyhaut schimmern, berichtet die Expertin. Dieser Effekt kann unter Umständen auch bei Erwachsenen und älteren Kindern auftreten und ist auch da völlig harmlos. Kommt die Haut wieder in warme Umgebungsbereiche gehen die Kältemarmorierungen wieder von alleine weg.

    Die Ärztin erläutert, dass bei Babys erst ein Hinweis auf Unterkühlung bestünde, wenn die Lippen, Hände und Füße einen blauen Ton annehmen würden. Dann sollte man mit dem Kind schleunigst ins Warme.

    Die beste Kombination: Fett und Sonnenschutz

    Die Haut benötigt bei Kälte dringend fetthaltige Pflege. Selbst Hauttypen, die zu anderen Jahreszeiten mit fettiger Haut zu kämpfen haben, sollten ab 8°C Außentemperatur zu rückfettenden Cremes greifen. Dabei muss keine dicke Cremeschicht aufgetragen werden, denn das raubt der Haut die Luft zum Atmen.

    Vor dem Auftragen der Creme ist eine gründliche Reinigung ratsam, ansonsten können feine Schmutzpartikel die Poren verstopfen oder entzünden. In Höhenlagen bieten sich rückfettende Cremes mit Lichtschutzfaktor an, die gleichzeitig vor UVA- und UVB-Strahlen schützen.

    Auch die Lippenpflege ist bei Kälte besonders wichtig, denn sie besitzen keine Talgdrüsen und trocknen daher besonders schnell aus. Jojobaöl und Stifte mit Palm- oder Bienenwachs haben sich als Lippenpflege besonders bewährt. Keinesfalls dürfen die Lippen mit der Zunge befeuchtet werden, das trocknet sie noch schneller aus.

    Hilfe für Kälteallergiker

    Besonders schwer haben es Kälteallergiker, die es nachweislich gibt. Durch Kälte wird bei ihnen Histamin freigesetzt, was an den Stellen wo die Kälte auf die Haut einwirkt in wenigen Minuten zu

    führt. Die Betroffenen mit Kälteurtikaria sollten extreme Kälte so gut es geht meiden und sich von einem Hautarzt Medikamente und Salben verordnen lassen.

    Das Aussehen verändern

    Wie kein anderes Organ, prägt die Haut das Erscheinungsbild eines Menschen. Aus diesem Grund werden an ihr zahlreiche kosmetische Behandlungen vorgenommen. Zu ihren natürlichen Erscheinungen gehören Leberflecken, Sommersprossen und Altersflecken. Durch Tätowierungen, Körperbemalung oder Skarifizierung lässt sich ihr Aussehen künstlich verändern.

    Hautzellen schützen sich mit Melanin vor UV-Strahlung

    Blauer Himmel mit Wolken und strahlend heller Sonne
    Sky © Sergey Tokarev - www.fotolia.de

    Elena Oancea arbeitet als Wissenschaftlerin an der Brown University im US-amrikanischen Providence. Sie berichtet in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift "Current Biology" von einer bisher unbekannten Schnelligkeit, mit der sich Hautzellen vor Ultraviolettem Licht schützen. Die Hautzellen "erkennen" UV-Licht durch das Protein Rhodopsin, das auch im menschlichen Auge vorkommt.

    Binnen Sekunden werden durch das eintretende schädliche UV-Licht Kalzium-Ionen freigesetzt, die die Melanin-Produktion anregen. Das Melanin wandelt das UV-Licht dann in weniger schädliche Wärme um. UV-Strahlung ist gefährlich, weil es die DNA der Hautzellen schädigen und dadurch zu Hautkrebs führen kann.

    Gesunde Blässe - Hellhäutige bilden mehr Vitamin D

    Schöne Frau mit geschlossenen Augen vor einem leuchtend grünen Hintergrund fasst sich mit den Händen ans Kinn
    Beautiful young woman applying organic cosmetics to her skin © Andrejs Pidjass - www.fotolia.de

    Sie denken auch, dass eine dunkle Hautfarbe gesünder ist? Irrtum.

    Helle Haut als Schönheitsideal

    Wer im Frühjahr seine käseweißen Beine entblößt, kann sich glücklich schätzen: die helle Haut hält ihren Träger gesund. Unsere Urgroßeltern lagen also gar nicht so verkehrt, als sie eine vornehme Blässe zum Schönheitsideal erkoren. Der entscheidende Trend zu weniger Pigment setzte aber bereits vor 5.000 Jahren ein.

    Hellhäutigkeit ist besser für die Knochengesundheit

    Die ersten europäischen Siedler waren noch dunkel. Als sie aus dem sonnigen und heißen Afrika immer weiter nach Norden vordrangen, lenkten ihre Gene noch reichlich Melatonin in die Haut. Auch Augen und Haare lagerten dunkle Farbstoffe an. Nach rund 45.000 Jahren setzte jedoch ein Wandel ein: blass wurde beautiful. Fortan standen bei der Partnerwahl die Hellhäutigen höher im Kurs. Entsprechend rasant konnten sich die Käsehaut-Gene HERC2, SLC45A2 und TYR vermehren.

    Evolutionsbiologen sehen hinter der blassen Fassade aber noch mehr als einen ästhetischen Bonus. Für sie liegt der Sinn einer pigmentfreien Haut in den stabileren Knochen von Bleichgesichtern.

    Stabilere Knochen dank Vitamin D

    In nördlichen Breiten scheint die Sonne so selten, dass dunkle Haut gar nicht genug UV-Strahlen durchlässt, um das lebenswichtige Vitamin D zu bilden. Hellhäutige Typen können den molekularen Knochenstabilisator dagegen auch bei geringer UV-Strahlung herstellen und bleiben dadurch gesünder.

    Erkrankungen und Verletzungen der Haut

    Die menschliche Haut kann durch verschiedene Verletzungen oder Hautkrankheiten (Dermatosen) beeinträchtigt werden, da sie als Grenzorgan zahlreichen Einflüssen ausgesetzt ist. Die Oberfläche der gesunden Haut ist glatt und makellos. Doch auf der Haut können sich auch

    und andere Veränderungen ausbilden. Einige dieser Symptome sind dabei recht harmlos, andere bilden sich als Zeichen einer Hauterkrankung und wieder andere haben ihre Ursache in anderen ernsten Erkrankungen.

    Forscher lüften Geheimnis der Schrumpel-Finger

    Die Newcastle University untersucht die Vor- und Nachteile der im Wasser entstehenden Hautrillen

    Beine einer Frau schauen aus Badewanne mit viel Schaum raus
    bath series. feet ii © Alexey Stiop - www.fotolia.de

    Sobald man längere Zeit im Wasser ist, werden neben den Fingern auch die Zehen schrumpelig. Dies liegt daran, dass sich die kleinen unter der haut liegenden Blutgefäße zusammenziehen, was vom sympathischen Nervensystem geregelt wird. Die Haut wird dabei nach innen gezogen, da sich die Äderchen immer mehr verengen.

    Rillen für einen besseren Griff

    Forscher von der Newcastle University haben nun die Vorteile dieser Rillen untersucht und festgestellt, dass die Rillen als Art Drainage dienen könnten, sodass das Wasser möglichst schnell wieder abtropft. Theoretisch würde dadurch der Halt mit den Zehen sowie der Griff mit den Fingern verbessert. Tatsächlich konnten die Forscher im Praxistest mit 20 Probanden beweisen, dass die Fingerrillen im Nassen klar im Vorteil und im Trockenen beim Greifen nicht im Nachteil sind.

    Nachteile schrumpeliger Finger

    Warum die Finger nicht ständig über diese Mini-Drainage verfügen, liegt wohl laut den Wissenschaftlern an dem Tastsinn, der in dem Fall wahrscheinlich nicht so gut arbeiten würde. Daneben könnten die schrumpeligen Finger auch anfälliger für Verletzungen sein.

    Deutsche kontra englische Forscher: Mit Schrumpelfingern kann man nicht besser greifen

    Noch vor einem Jahr waren englische Wissenschaftler der Ansicht, dass Menschen nach einem langen Bad mit ihren Schrumpelfingern besser nach Gegenständen, wie der Seife, greifen könnten.

    Das widerlegten jetzt Wissenschaftler des Max-Delbrück-Centrums (MDC) für Molekulare Medizin in Berlin-Buch. Nach ihrer Studie, in der sie Probanden mit trockenen, oder aufgequollenen Fingern Gegenstände greifen ließen, sahen die Forscher in der Schrumpelhaut weder einen Nach- noch einen Vorteil.

    Das Ergebnis für Fingerfertigkeit und Tastsinn war gleich. Die Forscher mutmaßen eher einen Nebeneffekt für die Gefäßverengung. Schrumpelfinger sind das Resultat von Blutgefäßen, die sich zusammenziehen und mit ihnen auch die Haut. Die Haut quillt also nicht auf, sondern schrumpft vielmehr.

    Mögliche Verletzungen

    Zu den häufigsten Verletzungen der Haut gehören:

    Zumeist werden diese durch Unfälle verursacht. Je nach Art der Verletzungen unterscheidet man eine mechanische Einwirkung, wie etwa beim Schnitt in den Finger, eine chemische Einwirkung, wie etwa bei einer Verätzung durch Hautkontakt mit einer giftigen Substanz, eine thermische Einwirkung, wie etwa bei einer Verbrühung oder eine Einwirkung von Lichtstrahlung, zum Beispiel bei Sonnenbrand.

    Bei großflächigen und/oder tiefen Wunden sollte man die Behandlung einem Arzt überlassen; mitunter müssen solche Wunden genäht oder geklebt werden. Kleinere Alltagsverletzungen lassen sich mithilfe von Pflastern, Verbandmaterial und Salben selbst behandeln.

    Schönere Hautwunden durch Haut aus der Sprühdose

    Sprühnebel kommt aus einer kleinen, blauen Sprühflasche, grauer Hintergrund
    bottle spraying against gray background © wckiw - www.fotolia.de

    Eine auf frische Wunden gesprühte Lösung mit eigenen Haut-Keimzellen (Basalzellen) lässt oberflächliche Hautwunden schöner heilen, als dies bisher mit Hauttransplantationen gelang.

    Bei der in Australien entwickelten Methode werden laut einem Bericht des Gesundheitsmagazins Apotheken Umschau aus einem frisch entnommenen, millimeterdünnem Hautstück Basalzellen gewonnen und unmittelbar zur Sprühlösung verarbeitet. Auf der Wunde entwickeln sie sich zu Zellen mit unterschiedlicher Funktion, zum Beispiel Oberhaut-, Immun- und Pigmentzellen.

    Die neue Haut heilt glatt, narbenarm und ohne Farbveränderungen. Aber auch die Selbstheilungskräfte werden angeregt, sagt Privatdozent Dr. Ernst Magnus Noah, Rotes-Kreuz-Krankenhaus in Kassel, der mit der neuen Methode bereits Erfahrungen sammeln konnte: "Es ist, als würden sie die Zellen, die eine Verletzung überlebt haben, daran erinnern, sich zu vermehren." Die mögliche Behandlungsfläche ist etwa 80-mal größer als das zur Gewinnung benötigte Hautstückchen.

    Mögliche Erkrankungen

    Auch verschiedene Hautkrankheiten sorgen für eine Beeinträchtigung der Haut.

    Akne

    Bei einer Akne kommt es zu Entzündungen der Talgdrüsen von Haarbälgen, woraus sich kleine Abszesse bilden. Zu den Ursachen zählt eine vermehrte Talgbildung, z.B. durch hormonelle Veränderungen, Verhornungsstörungen, erbliche Veranlagung sowie Stress.

    Therapiert wird mit einer entsprechenden Hautpflege, UV-Licht, Hormonen oder auch antibiotikahaltigen Produkten. Bestehen jahrelang Entzündungen, kann es zu auffälligen Narben kommen.

    Starke Akne im Gesicht
    Starke Akne im Gesicht
    Warzen
    Eine Warze an der Fußsohle
    Eine Warze an der Fußsohle

    Zu den eher harmlosen Hauterkrankungen zählen sicher die Warzen. Diese können zum Beispiel durch Viren entstehen, die durch eine Verletzung in die Haut eingedrungen sind.

    In den meisten Fällen sind Warzen harmlos. Sie werden, ebenso wie Akne, meist nur aus ästhetischen Gründen behandelt, vor allem, wenn sie sich an sichtbaren Stellen wie den Händen befinden.

    Neurodermitis

    Weit verbreitet ist das atopische Ekzem, besser bekannt als Neurodermitis. Dabei handelt es sich um eine chronische Hautkrankheit, die jedoch nicht ansteckend ist.

    Typische Symptome von Neurodermitis sind eine juckende, sehr trockene und entzündete Haut. Der Ausbruch der Krankheit kann sowohl im Kindesalter als auch im fortgeschrittenen Alter erfolgen.

    Die genauen Ursachen der Erkrankung konnten bislang nicht ermittelt werden. Sicher ist nur, dass genetische Faktoren eine Rolle spielen. Ebenso können Umweltfaktoren oder psychische Gründe zum Ausbruch von Neurodermitis führen.

    Neurodermitis beim Kleinkind
    Neurodermitis beim Kleinkind
    Schuppenflechte

    Eine weitere häufig auftretende Hautkrankheit ist Schuppenflechte (Psoriasis). Bei dieser nicht ansteckenden Krankheit kommt es zu stark schuppenden Hautveränderungen.

    Es gibt verschiedene Formen von Schuppenflechte. Am häufigsten tritt jedoch die gewöhnliche Schuppenflechte (Psoriasis vulgaris) auf, die vor allem Kopf, Knie, Ellenbogen und die Kreuzbeingegend befällt. Als Ursache für die Schuppenflechte wird eine Autoimmunerkrankung vermutet.

    Schuppenflechte kommt häufig am Ellbogen vor
    Schuppenflechte kommt häufig am Ellbogen vor
    Allergien

    Oftmals kommt es auch durch Allergien oder verschiedene Infektionskrankheiten wie

    zu einem akuten Hautausschlag (Exanthem).

    Winterexzem oder Flüssigkeitsmangel

    Sehr trockene und rissige Haut muss aber nicht zwangsläufig auf eine Neurodermitis-Erkrankung hindeuten. Vor allem, wenn diese Symptome im Winter auftreten. Dann kann es sich um ein so genanntes Winterekzem handeln, dass man sehr gut mit reichhaltigen, fettenden Cremes behandeln kann.

    Trockene, raue und rissige Haut kann übrigens auch dann auftreten, wenn dem Körper dauerhaft viel zu wenig Flüssigkeit zugeführt wird. Auch übertriebene oder zu geringe Körperhygiene sowie organische Erkrankungen wie Diabetes mellitus können auf der Haut sichtbar werden.

    Hautpilz

    Auch eine Pilzerkrankung kann die Haut betreffen. Verantwortlich für eine Infektion sind meist Dermatophyten, die Haut, Nägel und Haare befallen. Eine Erkrankung mit diesen Erregern wird als Tinea bezeichnet.

    Doch auch Hefepilze können die Haut befallen. Behandelt wird in der Regel mit Cremes; gängig sind Breitspektrumantimykotika wie Ciclopiroxamin, Clotrimazol Amorolfin und Terbinafin.

    Hautkrebs
    Die ABCDE-Regel zur Erkennung von Hautkrebs
    Die ABCDE-Regel zur Erkennung von Hautkrebs

    Die gefährlichste Erkrankung der Haut ist Hautkrebs. Dabei unterscheidet man zwischen weißem Hautkrebs (Basaliom), der in erster Linie bei hellhäutigen Menschen auftritt, Stachelzell-Hautkrebs (Spinaliom) und schwarzem Hautkrebs (malignem Melanom). Basalzellhautkrebs gehört zu den häufigsten Hautkrebserkrankungen und entsteht vor allem durch ständige ungeschützte Einwirkung von UV-Licht.

    Wesentlich seltener tritt der Stachelzell-Hautkrebs auf, der auch schleimhautnahe Hautbezirke oder den Genitalbereich befallen kann. Besonders gefährlich ist der schwarze Hautkrebs, bei dem es sich um einen äußerst aggressiven und bösartigen Tumor handelt. Schon frühzeitig kommt es durch ihn zu Metastasen in anderen Organen. Er bildet sich vor allem an:

    Als Therapie wird in der Regel eine Operation durchgeführt, um das Melanom zu entfernen. In manchen Fällen kann zusätzlich eine Chemo- oder Strahlentherapie erforderlich sein.

    Hauterkrankungen werden durch das Gen Fatp4 verursacht

    Hautausschnitt mit Ausschlag, Allergie
    An allergic reaction causeing a severe case of hives. © Rob Byron - www.fotolia.de

    Schwere Hauterkrankungen, wie Neurodermitis, entstehen bei einem falschen Fettsäuretransport in die Hautzellen. Dafür verantwortlich ist das Gen Fatp4, wie Forscher der Uniklinik Heidelberg feststellten. Das Gen Fatp4 ist verantwortlich für die Erhaltung der Schutzstoffe der Haut, so dass die Haut geschmeidig und widerstandsfähig bleibt, was aber bisher nur in Versuchen nachgewiesen wurde.

    Aber die Wissenschaftler sind der Meinung, dass durch ihre Erkenntnis für die zukünftigen Behandlungen bei Hautkrankheiten hilfreich ist.

    Keine feste Verknüpfung von Hautkrankheiten und Psyche

    Junge dunkelhaarige Frau schaut nervös und kaut auf Fingernägel der linken Hand
    kaumi1 © GYNEX - www.fotolia.de

    Mit der Vermutung, hinter jeder Hautkrankheit stecke ein psychosomatischer Auslöser, sollte man vorsichtig sein. „Das wird überbetont“, erklärt Uwe Gieler, Dermatologe und Professor für Psychosomatische Medizin an der Universität Gießen, in der Apotheken-Umschau.

    Stress könne, müsse aber kein Auslöser sein, zum Beispiel bei Neurodermitis. „Bei Untersuchungen sind die Hautveränderungen durch Stress zwar bei etwa der Hälfte der Patienten vorhanden, aber eben nicht zu 100 Prozent“, sagt der Experte.

    Dass die Haut insgesamt sensibel auf das seelische Befinden reagiert, sei auch biologisch erklärbar: „Es liegt vielleicht an der engen Verbindung zwischen Haut, Gehirn und Nervensystem, die beim Embryo aus dem gleichen Keimblatt entstehen“, erklärt der Psychosomatiker. Sehr häufig führe die Sichtbarkeit der Hauterkrankung zu Depressionen. Die Betroffenen fühlten sich abgelehnt und stigmatisiert. „Eine Besserung hängt deshalb auch davon ab, ob sie von ihrem Umfeld unterstützt werden“, so Gieler.

    Hautzellen bei älteren Menschen sind für Infektionen verantwortlich

    Faltige Hände eines alten Menschen o Seniors mit schwarzer Bekleidung an Gehstock o Krückstock
    mani © fotorf - www.fotolia.de

    Wissenschaftler von der University College London stellten fest, dass bei älteren Menschen nicht das Immunsystem für die Anfälligkeit bei Infektionen und auch Hautkrebserkrankungen schuld ist, sondern die alternde Haut selber, weil sie nicht mehr fähig ist das Immunsystem zu informieren, wenn irgendeine Gefahr droht.

    Bislang glaubte man, dass die weißen Blutkörperchen für die höhere Anfälligkeit schuld sind, aber bei Untersuchungen der Immunzellen bei Menschen im Alter von 40 und 70 Jahren konnte man keine wesentliche Unterschiede feststellen. Aber dagegen produzierten die Hautzellen weniger Signalstoffe, die die weißen Blutkörperchen bei irgendwelchen Infektionen aktivieren.

    Ob mit zunehmenden Alter auch andere Gewebearten, neben der Haut, die Fähigkeit das Immunsystem zu aktivieren verlieren, wollen die Forscher noch untersuchen. Auch ob man eventuell die Hautzellen wieder aktivieren kann, damit sie die alte Fähigkeit wieder erlangen - bei Laborversuchen klappte es schon.

    Hauttest hilft bei Gesundheitsvorsorge

    Hautarzt untersucht mit Lupe ein Muttermal auf Schulter der Patientin
    Vorsorgeuntersuchung beim Hautarzt © M&S Fotodesign - www.fotolia.de

    Die Berliner Uniklinik Charité hat bei einer Studie an Schülern aus Kassel herausgefunden, dass ein simpler Hauttest, das Gesundheits-Verhalten der jungen Leute deutlich beeinflusst. Fünfzig Jugendliche wurden dreimal wöchentlich mit einem Hautscanner abgetastet. Dieses Gerät arbeitet mit Licht. Durch Senden und Rückmessung kann der Scanner den Vitamingehalt des Körpers messen.

    Auch die sogenannten Antioxidantien lassen sich damit feststellen. Sie fangen freie Radikale ab, denen eine Mitverantwortung an der Entstehung von Diabetes oder Krebs nachgesagt wird. Ernährt man sich ungesund, ist die Menge der Radikalenfänger klein. Die Wissenschaftler der Universität können bereits nach wenigen Tagen feststellen, ob sich die Ernährungslage gebessert hat.

    Bei der Studie wurden die 17-20 Jahre alten Teilnehmer zu ihren Gewohnheiten beim Essen, Trinken und Rauchen befragt. Allein dadurch scheint es bei den Jugendlichen zu einem Umdenken gekommen zu sein. Die nächste Messung zeigte bereits deutlich positivere Werte. Der Scan an sich scheint also auf das Gesundheitsbewusstsein der Schüler einzuwirken. Eine zusätzliche Unterrichtung in Ernährungslehre förderte die Bereitschaft zur gesunden Lebensweise noch weiter. Das erfreuliche an der Aktion war, dass bei einen Nachmessen ein halbes Jahr spätrer, sich die Werte gehalten hatten.

    Wenn Kinderhaut gelb verfärbt ist, muss nicht zwangsläufig eine Lebererkrankung dahinter stecken

    Kind liegt mit Teddy im Arm krank im Bett
    Sick child © Joanna Zielinska - www.fotolia.de

    Wenn sich die Haut von Kindern gelb verfärbt, muss sich dahinter nicht immer eine Gelbsucht verbergen. Gerade dann, wenn Eltern ihren Kindern viel orangefarbenes Gemüse oder Obst zu essen geben, kann es aufgrund des darin enthaltenen Karotins zu einer Verfärbung der Haut kommen.

    Dabei handelt es sich um eine harmlose Erscheinung, die von selbst wieder abklingt. Insbesondere der reichhaltige Verzehr von Möhren, Spinat, Pfirsichen, Aprikosen, Brokkoli, Bohnen, Orangen, Gurken und Eiern kann zu dieser sogenannten Karotinämie führen. Die Anzeichen sind ähnlich wie bei der Gelbsucht, eine Verfärbung der Fußsohlen, Nasenspitze und Handinnenflächen sowie der Falten von der Nase bis zu den Mundwinkeln.

    Anders jedoch als bei der Gelbsucht bleiben die Augen hier ohne Verfärbung und klar. Sicherheitshalber sollten Eltern von betroffenen Kindern einen Arzt aufsuchen.

    Zu viel Gewicht ist schlecht für die Haut

    Nahaufnahme Bauch mit Übergewicht, Hemd spannt
    Overweight belly © imagesab - www.fotolia.de

    Wer unter Übergewicht leidet, weist häufig Hautkrankheiten auf. Schuppenflechte, Wundrose, Melanome, oder wunde Stellen treten bei adipösen Patienten schneller auf, als bei Normalgewichtigen.

    Fettgewebe kann auch entzündungsfördernde Hormone und Botenstoffe abscheiden. Wer Pech hat, bekommt durch zu viel Gewicht eine chronische Entzündung mit beeinträchtigter Wundheilung. Dass weißes Fettgewebe zu Diabetes mellitus führt, ist vielfach bekannt.

    Natürlich sollten Betroffene die Hautstellen entsprechend behandeln und mit Cremes, die Entzündungen stoppen und gut rückfettend wirken eincremen. Außerdem sollten Übergewichtige ihr Gewicht reduzieren. Sie sollten Bewegung in ihren Alltag einbauen und gesund essen. Damit können Entzündungen abgebaut werden. Die Haut wird besser durchblutete und gesundet schneller.

    Übergewicht führt auch zu Verhärtungen der Haut oder dazu, dass sich in Hautfalten Pilze und Bakterien ansiedeln. Deshalb ist das Abtrocknen von Hautfalten besonders wichtig. Reibung sollte vermieden werden. Durch das große Gewicht ist Hornhaut an den Füßen wahrscheinlich. Darum sollten Menschen mit Übergewicht besonderen Wert auf gutes Schuhwerk legen und gut gefederte Schuhe tragen.

    Rote Flecken vor Wut: Hautprobleme gehen oft mit psychischen Leiden einher

    Bei der Behandlung von Hauterkrankungen auch mögliche psychische Probleme berücksichtigen

    Hautausschnitt mit Ausschlag, Allergie
    An allergic reaction causeing a severe case of hives. © Rob Byron - www.fotolia.de

    Der Volksmund kennt viele Sprüche darüber, wie die Haut auf Ärger reagiert. Dass tatsächlich ein Zusammenhang zwischen psychischen Problemen und Hautkrankheiten besteht, konnte nun eine neue europäische Studie belegen, für die 3.600 Menschen in mehreren Ländern befragt wurden.

    Demnach litten rund 29 Prozent der Hautkranken - also fast ein Drittel - auch unter psychischen Krankheiten. Bei einer Vergleichsgruppe ohne Hautprobleme waren es nur 16 Prozent. Unter den Hautkranken waren auch Depressionen, Ängste und sogar Selbstmordgedanken weit häufiger als in der Gruppe der Gesunden.

    Mögliche psychische Ursachen in Behandlung mit einbeziehen

    Die Universitätsklinik in Gießen, die an der Studie beteiligt war, rät daher dazu, bei chronischen Hauterkrankungen auch auf psychische Probleme zu achten und diese mit zu behandeln. So sei schon länger bekannt, dass Stress die Symptome von Neurodermitis verstärke und unterdrückte Wut Urtikaria auslösen könne.

    Dabei reagiert die Haut überempfindlich auf Wärme, Licht, Wasser oder Druck und bildet rote Flecken oder Quaddeln. Schuld daran sind vermutlich Neuropeptide, Botenstoffe, die durch die Nervenbahnen wandern und in Organen - auch der Haut - Entzündungen auslösen können.

    Die Gesunderhaltung der Haut lässt sich mit einigen Maßnahmen unterstützen.

    Gesunde Haut für einen gesunden Körper

    Unsere Haut gilt als Spiegelbild unseres Immunsystems und unserer körperlichen Leistungsfähigkeit. Wer regelmäßig im Fitness-Studio ambitioniert trainiert und auch schon die entsprechenden Erfolge ernten konnte, wird leider keine bewundernden Blicke erhalten, wenn der gestählte Körper unter einen unreinen und alt erscheinenden Haut steckt. paradisi.de weiß, wie Abhilfe zu schaffen ist.

    Reduzieren Sie Stress

    "Sorgen machen alt", sagten schon unsere Großmütter. Und wie so oft hatten sie damit auch recht.

    Stress empfindet unser Körper wie extreme Kälte als Notsituation. Als Folge wird Blut einmal in Massen zur Haut geleitet oder in anderen Fällen ihr entzogen. Beides schadet dem Hautbild sichtbar.

    Bringen Sie daher so oft wie möglich Ihren Stress auf ein erträgliches Niveau. Nutzen Sie Entspannungstechniken, reden oder schreiben Sie über Dinge, die Sie bedrücken.

    Essen Sie nahrhaft

    Etwas, dass viele Diät haltende Frauen nicht hören wollen ist, dass die Haut auf Nährstoffe angewiesen ist und mit einer Verknappung nur schwer umgehen kann. Achten Sie deshalb trotz aller Abnehmwünsche auf eine ausreichend nährstoffreiche, gesunde Ernährung, um vorzeitige Alterserscheinungen wie Falten und trockene Haut zu vermeiden.

    Bereiten Sie ihr Essen schonend zu

    Die gerade für das Hautbild wichtigen Vitamine und Mineralien befinden sich meistens in den Schalen oder äußeren Rändern von Früchten, Obst und Gemüse. Bevorzugen Sie deshalb möglichst Rohkost und garen Sie Gemüse nur kurz, um nicht die wertvollen Inhaltsstoffe auszuschwemmen.

    Trinken Sie sich schön

    Die Haut ist jenes Organ, welches am schnellsten auf eine Dehydrierung reagiert. Auch wenn dieser Ratschlag in Fitness-Publikationen schon unzählige Male genannt wurde, verliert er nicht an Richtigkeit: Trinken Sie Wasser, Wasser und nochmals Wasser. Einen günstigeren Weg, etwas für Ihr Hautbild zu tun, werden Sie nicht finden.

    Halten Sie ihren Stoffwechsel auf Trab

    Wie Studien gezeigt haben, steht das Hautbild in Zusammenhang mit unserem Stoffwechsel. Je träger er ist, um so langsamer regeneriert sich auch unsere Haut. Treiben Sie also regelmäßig Sport und planen Sie in ihrer Ernährung von Zeit zu Zeit Kalorienspitzen ein, um ihren Stoffwechsel einen Kick zu verpassen.

    Vermeiden Sie extreme Diäten

    Die Haut ist ein Organ, das von jedem der drei Nährstoffgruppen (Protein, Kohlenhydrate und Fett) etwas braucht. Halten Sie sich also von radikalen Ansätzen wie "No-Carb" oder "No-Fat" fern, auch wenn diese gern als besonders effektiv gepriesen werden. Nur was nutzt Ihnen ein schlanker Körper, wenn Ihre Haut zur neuen Problemzone wird?

    Proteine, Proteine, Proteine

    Unsere Haut giert nach keinen anderen Makronährstoff so sehr wie nach Proteine. Als die äußerste Schicht unseres Körpers, ist die Haut allen Belastungen und Umwelteinflüssen direkt ausgesetzt, denen wir jeden Tag zu begegnen haben.

    Neben Sonnenlicht gehören auch Auto-Abgase und Schweiß zu den Faktoren, die unserer Schutzhülle zu schaffen machen. Kein Wunder also, dass sich die Haut in einem ständigen Erneuerungsprozess befindet.

    Um genügend Material für die Produktion von neuen Hautzellen zu haben, ist für unsere Haut das Protein der wichtigste Baustein. Eine ausreichende Eiweißzufuhr sollte deshalb in Ihrer Ernährung an erster Stelle stehen. Wählen Sie dafür vor allem hochwertige Quellen, die keine oder nur wenig gesättigte Fettsäuren beinhalten.

    sind ideale Proteinlieferanten, die zudem auch noch sehr kalorienarm zubereitet werden können.

    Achtung bei den Kohlenhydraten

    Gestalten Sie Ihre Ernährung so, dass Sie möglichst nur Kohlenhydrate aus niedrig-glykämischen Lebensmitteln zu sich nehmen. Also Vollkornprodukte, Bohnen, Linsen und die meisten Obstsorten.

    Niedrig-glykämische Produkte führen zu keiner extremen Insulinausschüttung, was zum einen der Körperfettspeicherung entgegenwirkt und zum anderen einen anti-entzündlichen Effekt nach sich zieht. Wissenschaftler konnten nachweisen, dass hoch-glykämische Speisen wie Nudeln, Kartoffeln, Süßigkeiten und Weißmehl-Gebäck Entzündungen begünstigen können, die unter anderem Schäden am Hautgewebe verursachen und zu Cellulite und anderen negativen Hautveränderungen führen können.

    Nur ungesättigte Fette sind erlaubt

    Fette sind für ein gesundes Hautbild elementar. Nur mit einer ausgewogenen Diät, die den Fettkonsum nicht radikal einschränkt, kann unsere Haut mit Jugendlichkeit und Frische glänzen.

    Fettbausteine bilden einen wesentlichen Bestandteil für den Feuchtigkeitshaushalt der Haut. Aber wie bei den Kohlenhydraten ist auch hier die richtige Wahl gefragt. Bevorzugen Sie immer ungesättigte Fettsäuren, da nur diese eine positive Eigenschaft auf unsere Gesundheit haben.

    Vermeiden Sie möglichst komplett Transfette (häufig in Fertigprodukten und Frittierfett) und reduzieren Sie die Zufuhr von gesättigten Fettsäuren (sichtbares Fett beim Fleisch, Vollmilchprodukte) auf ein Minimum. Hingegen kann es Sinn machen, die normale Ernährung, die ohnehin reich an Fisch sein sollte, mit Fischöl zu ergänzen.

    Damit stehen Sie hinsichtlich der Omega-3-Fettsäuren auf der sicheren Seite. Omega-3 gehört zu den edlen Rittern unter den Fettsäuren. Es hält nicht nur unsere Blutgefäße frei von Ablagerungen, sondern ist ein zuverlässiger Entzündungshemmer, der so auch unser Antlitz vor Mitesser und Eiterpickel bewahren kann.

    Hilfe von der Wissenschaft

    In schweren Fällen raten Dermatologen nicht selten zu den folgenden Präparaten:

    • Vitamin-C-Ester
    • DMAE (Dimethylamino-Ethanol)
    • Ko-Enzym Q-10
    • Astaxanthin
    • Alphaliponsäure

    Naschen Sie ruhig

    Es ist ein Märchen, dass man von Schokolade Akne bekommt. Fakt ist jedoch, dass Übergewicht eine unreine Haut begünstigen kann.

    Auch exzessives fettreiches Essen, kann zu Pickeln führen. Sehen Sie also Süßigkeiten immer als Snack an und nehmen Sie jedes Stück mit Genuss wahr. Das hilft Ihnen auf Dauer eine gesunde Ernährungsweise beizubehalten und kommt letztendlich Ihrem Hautbild zugute.

    Grundinformationen zur Haut

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    Quellenangaben

    • Bildnachweis: querschnitt der haut © Sebastian Kaulitzki - www.fotolia.de
    • Bildnachweis: Skin Cross-section © OOZ - www.fotolia.de
    • Bildnachweis: callosity finger © Igor Negovelov - www.fotolia.de
    • Bildnachweis: Warze © Jean Kobben - www.fotolia.de
    • Bildnachweis: Acne skin © Ocskay Bence - www.fotolia.de
    • Bildnachweis: Neurodermitis © bilderbox - www.fotolia.de
    • Bildnachweis: schuppenflechte am Ellenbogen © Farina3000 - www.fotolia.de
    • Bildnachweis: Hautkrebs. Melanom © Henrie - www.fotolia.de

    Autor:

    Paradisi-Redaktion - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

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