Als Dialyse (Blutwäsche) bezeichnet man in der Medizin eine Methode, um harnpflichtige Substanzen, Giftstoffe im Blut und überflüssiges Wasser aus dem Körper zu entfernen. Zum Einsatz kommt die Dialyse bei Nierenversagen.
Zweck einer Dialyse, die auch Blutwäsche genannt wird, ist die Entfernung von schädlichen Stoffen im Körper, wenn es zu einem Versagen der Nieren kommt. Zusammen mit der Nierentransplantation zählt die Dialyse zu den wichtigsten Therapiemöglichkeiten bei akutem und chronischem Nierenversagen.
Sind die Nieren gesund, filtern diese giftige Produkte des Stoffwechsels, die man als harnpflichtige Substanzen bezeichnet, aus dem Blut. Danach werden diese Giftstoffe über den Urin aus dem Körper ausgeschieden.
Im Falle einer starken Nierenschwäche können die Nieren dieser wichtigen Aufgabe nicht mehr nachkommen. Dann übernimmt die Blutwäsche mit Hilfe eines Dialysegerätes diese Funktion. Im Verlauf einer Dialyse schickt man das Blut durch die Poren einer halbdurchlässigen Membran, durch die bestimmte Stoffe gefiltert werden.
Erstmals durchgeführt wurde eine Dialyse im Jahr 1924 von dem deutschen Mediziner Georg Haas (1886-1971). Über 20 Jahre später schaffte der niederländische Internist Willem Kolff (1911-2009) den Durchbruch, als es ihm 1945 erstmals gelang eine Patientin, die unter akutem Nierenversagen litt, mit Hilfe der Dialyse zu retten.
Bei einer Blutwäsche unterscheidet man zwischen zwei Arten: Der Hämodialyse und der Peritonealdialyse, die auch als Bauchfelldialyse bezeichnet wird, weil das Bauchfell als Membran fungiert.
Die Peritonealdialyse wird in Deutschland jedoch nur noch sehr selten angewandt, sodass die Hämodialyse die Standard-Methode ist. Dabei schickt man das Blut des Patienten über eine künstliche Membran außerhalb des Körpers, wo es von den schädlichen Stoffen gereinigt, also gewissermaßen "gewaschen" wird.
Da die Membran wie ein Filter funktioniert, lässt sie nur einen Teil der Substanzen durch. Für den Fall, dass auf der einen Seite der Membran mehr Stoffe konzentriert sind als auf der anderen, kommt es solange zu einer Wanderung der Stoffe, bis ein Ausgleich erreicht ist.
Dieser Vorgang wird als Osmose bezeichnet. Während also auf der einen Seite der Membran das Blut entlang fließt, strömt aus der anderen Richtung Dialysat ein, eine genauestens dosierte salzhaltige Flüssigkeit.
Eine Dialyse kommt dann zur Anwendung, wenn die Nieren eines Patienten nicht mehr richtig arbeiten. Ohne die Dialyse könnten die Betroffenen nicht überleben und würden innerhalb einer Woche an einer Urämie (Vergiftung durch Stoffwechselprodukte) sterben.
Mehr als 50.000 Patienten sind in Deutschland auf eine Dialyse angewiesen. Vor allem Menschen über 60 Jahre sind davon betroffen.
Bei akutem Nierenversagen oder Vergiftungen wird die Blutwäsche nur für ein paar Tage durchgeführt, während bei einer chronischen Niereninsuffizienz eine dauerhafte Behandlung erforderlich ist.
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