Wissenswertes zu Schnaps - Geschichte, Herstellung, Sorten und Verwendungsmöglichkeiten

Zu den verschiedenen Sorten zählen z.B. Kräuterschnaps, Obstbrand und Branntwein

Schnaps ist eine hochprozentige Spirituose, welche wohl schon so manchen Konsumenten in einen Vollrausch versetzt hat. Es gibt unterschiedliche Sorten, die sich mitunter auch zum Mischen von Cocktails eignen.

Nahaufnahme Glas mit Whiskey und Eiswürfeln

Geschichte

Die Geschichte des Schnapses ist eng mit jener der Technik der Destillation verbunden. So wurde diese bereits in der Antike erfunden, woraufhin es beispielsweise den Griechen und Römern möglich war, auch hochprozentigen Alkohol herzustellen.

Allerdings verbreitete sich das Wissen um diese Technik nur schleppend. Dies ist auch an der Tatsache ersichtlich, dass Schnaps in Deutschland erst im Mittelalter produziert wurde, da es schlicht am Wissen um die entsprechenden Verfahren mangelte.

Heutzutage wird Schnaps fast weltweit hergestellt und es existiert eine unüberschaubare Vielzahl an Sorten. Letztere, die Artenvielfalt des Schnaps, resultiert wiederum aus den verschiedenen Techniken der Herstellung und den unterschiedlichen Rohmaterialien, welche zur Schnapsherstellung herangezogen werden.

Herstellung und Verarbeitung

Schnaps ist aus dem heutigen Nachtleben kaum mehr wegzudenken. So wird dieser nicht nur pur konsumiert, sondern findet auch in zahlreichen Mischgetränken Verwendung. Doch wie wird dieses Genussmittel überhaupt hergestellt, welches insbesondere in Kneipen häufig serviert wird?

Prinzipiell kann in diesem Zusammenhang kein einheitliches Verfahren angegeben werden. Dies ist schlicht auf die Tatsache zurückzuführen, nach welcher es vielfältige Möglichkeiten gibt, eine Spirituose herzustellen. Stattdessen wird sich nun auf jene Technik konzentriert, welche all diese Herstellungsverfahren gemeinsam haben: die Destillation.

Ablauf

Für die Destillation wird zunächst eine Grundsubstanz benötigt, bei welcher es sich im Falle der Schnapsproduktion um organische Pflanzenstoffe handelt. Diese werden daraufhin zur Maische verarbeitet, wofür den Pflanzenstoffen unter anderem auch Wasser zugeführt wird. Im Zuge der Destillation wird die Maische in eine Brennblase gegeben, welche in mehreren Gängen auf Temperaturen über 100°C erhitzt wird.

Eine solche Erhitzung wird als Lauf bezeichnet, wobei es bei klassischer Schnapsproduktion einen Vor-, Mittel- und Nachlauf gibt. Während eines solchen Laufs kommt es zum Verdampfen von Anteilen der Maische, welche wiederum mit Hilfe eines Kessels oberhalb der Brennblase aufgefangen werden.

Bei diesen Anteilen handelt es sich um Alkoholdämpfe. Dies ist auf die Tatsache zurückzuführen, dass Alkohol eine geringere Dichte als die restlichen Inhaltsstoffe aufweist und somit auch zuerst im Falle einer starken Erhitzung verdampft.

Die Dämpfe, welche sich im Rohrsystem oberhalb der Brennblase wieder zu einer Flüssigkeit sammeln, fließen daraufhin durch das so genannte Glockenbodensystem. In diesem wird dem Destillat nochmals der Wasseranteil entzogen, sodass das Endprodukt des Destillierens hochwertiger und möglichst reiner Alkohol ist.

Weiterverarbeitung

Im Zuge der Schnapsproduktion wird dieses Destillat in der Regel noch weiter verarbeitet, wonach es auch noch zu einer Reifung in Fässern oder Stahltanks kommen kann, wie es bei der Whiskey- und Rumproduktion der Fall wäre.

Sorten

Allein schon der kurze Blick auf die Getränkekarte einer Kneipe lässt erahnen, dass es eine riesige Vielzahl an Schnapssorten gibt, welche teils auch nur regional produziert und verzehrt werden. Doch was sind die wichtigsten Schnapssorten, welche in weite Teile der Welt exportiert werden und dort dementsprechend auch bekannt sind und konsumiert werden?

Branntwein

Ein Klassiker ist zunächst der Branntwein, welcher vor allem in Südeuropa hergestellt wird. Bei diesem werden gewöhnliche Weine destilliert und weiter verarbeitet, sodass ein Getränk mit circa 40 Prozent Alkoholgehalt entsteht. Bekannte Sorten sind beispielsweise

Obstbrand

Obstbrände machen sich wiederum einfaches Obst zunutzen, welches zu einer Maische verarbeitet und destilliert werden muss. Da zahlreiche Obstsorten auch in Deutschland gut gedeihen, existieren auch hierzulande viele Brennereien. Bekannte Sorten sind beispielsweise

Getreidebrand

Den Getreidebränden werden wiederum die Klassiker

zugeordnet. Aufgrund deren einfacher Herstellung bzw. leicht verfügbarer Rohstoffe wurden diese früher häufig von Farmen und Bauernhöfen hergestellt. Heute werden diese Schnäpse auch oft mit anderen Säften vermischt oder in Form von Cocktails angeboten.

Zuckerrohrbrand

Brände aus Zuckerrohr verfügen über nur einen berühmten Vertreter:

Dieser wird dafür aber auch weltweit vertrieben und genießt einen guten und hochwertigen Ruf, welcher wohl immer mit der Seefahrt verbunden sein wird.

Likör

Liköre zeichnen sich dagegen vor allem durch den hohen Zuckergehalt aus, welcher mindestens 100 Gramm pro Liter betragen muss. Beispiele für diesen Schnaps sind

  • der Amaretto und
  • der Eierlikör.

Kräuterschnaps

Letztlich existieren beispielsweise noch Spirituosen mit Anis, Kümmel oder Wacholder. Diesen Kräuterschnäpsen ist unter anderem auch der Raki zuzuordnen, welcher sich vor allem in der Türkei einer großen Beliebtheit erfreut.

Inhaltsstoffe und Gesundheitswert

Schnaps genießt hinsichtlich des gesundheitlichen Wertes nicht gerade einen guten Ruf. Doch hat diese allgemeine Annahme überhaupt eine Berechtigung oder handelt es sich hierbei nicht vielmehr um einen Volksglauben, welcher lediglich wegen dem Kater am Tag nach einem Rausch aufkam?

Insgesamt muss festgehalten werden, dass Alkohol prinzipiell nichts anderes als Gift für unseren Körper ist. Da dieser im Falle des Schnapses in sehr hohen Konzentrationen vorliegt, ist dementsprechend auch der Konsum dieses Getränks äußerst kritisch zu sehen. Schnaps sollte demnach nur maßvoll verzehrt werden, um Alkoholfolgeschäden zu vermeiden oder zumindest einzugrenzen.

Schnaps in verschiedenen Mischgetränken

Schnaps wird heutzutage immer mehr für Cocktails und andere Mischgetränke verwendet. Besonders Jugendlichen ist dann oft nicht bewusst, wie viel Alkohol sich eigentlich in den bunten und süß schmeckenden Getränken befindet.

Und besonders sie lieben sie: die Alkoholmischgetränke, auch kurz Alcopops genannt. Sie werden in bunten Flaschen mit auffälligen Etiketten verkauft und beinhalten eine Mischung aus Spirituosen und Limonade. Gerne werden von den Herstellern zum Beispiel

  • Whisky
  • Rum oder
  • Wodka

verwendet. Durch die Zugabe weiterer süßer Zutaten verschwindet der bittere Geschmack der Spirituosen. Diese Alcopops kann man bereits fertig gemischt in den Supermärkten kaufen oder sie auch selbst zu Hause mischen.

Schnaps als wichtige Zutat in Cocktails

Schnaps kann aber nicht nur als Zutat von Alcopops verwendet werden, er ist auch eine sehr wichtige Zutat beim Mixen von Cocktails. Der Schnaps wird als "Basis" eines Cocktails bezeichnet, das heißt, er dominiert den Geschmack des Getränkes.

Beliebte Spirituosen in Cocktails sind zum Beispiel

  • Whisky
  • Rum
  • Gin
  • Tequila oder
  • der Brandy.

Man findet Schnaps in beliebten und bekannten Cocktails wie im "Tequila Sunrise", im "Caipirinha", im "Pina Colada" oder in einem Cocktail namens "Swimming Pool".

"Swimming Pool" selbst mixen

Wer sich zu Hause selbst einen "Swimming Pool" mixen möchte, benötigt dazu Wodka. Zusätzlich werden

  • Blue Curacao
  • Ananassaft
  • Kokosnusslikör und
  • Sahne

gemischt und der Cocktail dann mit crushed Ice und einer Scheibe Ananas in einem schönen Cocktailglas serviert.

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  • Bildnachweis: whiskey © Mor Arditi - www.fotolia.de

Autor:

Paradisi-Redaktion - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

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