Parasitenbefall - Ursachen, Symptome und Behandlung

Parasitenbefall des menschlichen Körpers führt zu verschiedensten Symptomen. Die Diagnostik ist oft umfangreich. Parasiten können auf verschiedene Art und Weise den Menschen befallen. Wie die Krankheit verläuft, hängt vom jeweiligen Parasiten ab.

Der Befall mit Parasiten und wie man ihn erkennen und behandeln kann

Krankheitsbild

Man unterscheidet viele Parasiten, die verschiedene Regionen im Körper befallen und zu unterschiedlichsten Erkrankungen im Körper des Menschen führen können. So treten Parasiten

  • im Blut
  • im Gewebe/in den Organen sowie
  • im Magen-Darm-Trakt

auf. Zu den bekannten Parasiten zählen zum Beispiel

Ursachen und Übertragung

  • Ein Parasitenbefall kann zum Beispiel durch kontaminierte Lebensmittel geschehen, wenn der Betroffene verunreinigtes Wasser trinkt oder rohes Fleisch ist. Auch Lebensmittel, die vor dem Verzehr nicht richtig gewaschen werden, können mit Kot verunreinigt sein und so Parasiten auf den Menschen übertragen.

  • Auch von Mensch zu Mensch ist eine Übertragung der Parasiten möglich, wie dies zum Beispiel bei den Kopfläusen der Fall ist. Wenn Kinder hier die Köpfe zusammenstecken oder die gleiche Kopfbedeckung oder Haarbürste benutzen, können die Läuse vom Kopf des einen Kindes auf den Kopf des bis dahin gesunden Kindes übertragen werden.

  • Eine weitere Infizierung kann über die Haut des Menschen erfolgen. Sie gelangen so direkt ins Blut und können von dort zur Lunge transportiert werden. Die Atemwege führen sie in den Rachenraum und durch Schlucken in den Verdauungstrakt.

  • Ebenso über den Geschlechtsverkehr ist es möglich, dass die Parasiten in den menschlichen Körper gelangen. Besonders beim Analaverkehr ist die Gefahr groß, da sie sich, beispielsweise die Fadenwürmer, nahe des Darmausgangs aufhalten und/oder dort ihre Eier ablegen.

Zu den weiteren Übertragungsmöglichkeiten zählen Haustiere, ein verseuchter Boden oder auch Stechmücken.

Verlauf

Einige Parasiten können gut behandelt werden. Dazu zählen unter anderem die Kopf- und Filzläuse. Die Behandlung muss jedoch frühzeitig und konsequent durchgeführt werden. Patienten, die vom Fuchsbandwurm befallen sind, können auch versterben, wenn keine konsequente Therapie erfolgt.

Je nach Art des Parasitenbefalles kann es notwendig werden, den kompletten Wohnraum zu reinigen. Dazu gehört gründliches Staubsaugen, Wischen und das Waschen der gesamten Bettwäsche. Gewaschene Kleidung sollte in diesem Fall unbedingt gebügelt werden, um die nach der Wäsche noch verbliebenen Parasiten zu töten.

Teilweise kann es auch notwendig sein, die Kuscheltiere des Kindes in einen luftdichten Sack zu verpacken oder in den Gefrierschrank zu legen, um zum Beispiel Kopfläuse zu vernichten.

Symptome

Die Parasiten verursachen die unterschiedlichsten Symptome. Hierzu zählen

Diagnose

Die Diagnose eines Parasitenbefalls ist oftmals schwierig, denn häufig ziehen Ärzte diesen aufgrund der unspezifischen Symptome überhaupt nicht in Betracht. Auch die Annahme, Parasiten seien ein Problem, was beispielsweise in tropischen Ländern auftrit und hierzulande nicht vorkommt, kann zu einer Fehldiagnose führen. Es macht also mitunter durchaus Sinn, mehrere Ärzte zu befragen, wenn man sich bei der Erstdiagnose nicht sicher ist, dass diese stimmt und/oder aber die verordnete Therapie keinen Nutzen bringt.

Blickdiagnose

Parasiten werden auf völlig unterschiedliche Art und Weise vom Arzt diagnostiziert. Kopfläuse sind zum Beispiel eine häufige Erkrankung im Kindesalter. Die Diagnose stellt daher meist der Kinderarzt.

Die Läuse sind oft mit bloßem Auge zu erkennen. Die kleinen weißen Nissen (Eier) der Läuse kleben an den Haaren fest und sind ebenfalls mit bloßem Auge zu erkennen. Bei den Kopfläusen ist die Diagnostik damit bereits abgeschlossen.

Stuhlprobe

Andere Parasiten werden häufig durch eine Stuhluntersuchung festgestellt. Der Patient muss dazu eine Stuhlprobe in ein Gefäß geben, das der Arzt dann in ein Labor schickt. Unter dem Mikroskop können häufig die Parasiten diagnostiziert werden.

Ultraschall und Computertomografie

Zusätzlich dienen weitere Untersuchungsmethoden wie Ultraschall oder Computertomografie bzw. Magnetresonanztomographie der Diagnosenstellung.

Blutuntersuchung

Einige Parasiten können auch im Blut als Antikörper nachgewiesen werden. Dies ist zum Beispiel beim Hundebandwurm der Fall.

Behandlung

Gegen Kopfläuse gibt es unterschiedlichste Produkte in der Apotheke zu kaufen. Die Haare werden mit einem speziellen Shampoo gewaschen und anschließend mit einem so genannten Nissenkamm Strähne für Strähne durchgekämmt, um alle Läuse und Nissen zu entfernen. Auch für Filzläuse, die sich meist im Bereich der Schamhaare befinden, gibt es spezielle Präparate.

Wurmerkrankungen werden häufig mit speziellen Wurmmitteln behandelt. Es kann jedoch auch eine Operation notwendig werden, wie dies beim Hunde- oder Fuchsbandwurm der Fall ist. Diese Wurmarten bilden Zysten, die im Rahmen einer Operation entfernt werden.

Reinigungskräuter

Es gibt zudem spezielle Reinigungskräuter, die bei der Entgiftung von Parasiten hilfreich sein sollen. Zu diesen zählen beispielsweise

Vorbeugung

Um Parasitenbefall vorzubeugen, sollte man verschiedene Vorsichtsmaßnahmen beachten. Dazu gehört zum Beispiel, das Fleisch gut durchzubraten und nicht roh zu verzehren. Gleiches gilt auch für Fisch.

Obst und Gemüse sollte immer gut gewaschen werden, damit dieses nicht mehr durch Kot verunreinigt sein kann. Haarbürsten, Handtücher und Kopfbedeckungen sollte jede Person immer nur für sich benutzen und nicht mit anderen Menschen teilen.

Wer Haustiere wie Hunde oder Katzen besitzt, sollte diese regelmäßig entwurmen, um sich nicht selbst zu infizieren. Dazu gibt es spezielle Wurmmittel in der Apotheke und beim Tierarzt.

Quellen:

  • Reinhard Strametz: Grundwissen Medizin: für Nichtmediziner in Studium und Praxis, UTB GmbH, 2017, ISBN 3825248860
  • Stefan Gesenhues, Anne Gesenhues, Birgitta Weltermann: Praxisleitfaden Allgemeinmedizin: Mit Zugang zur Medizinwelt (Klinikleitfaden), Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH, 2017, ISBN 3437224476
  • Uwe Beise, Uwe Beise, Werner Schwarz: Gesundheits- und Krankheitslehre: Lehrbuch für die Gesundheits-, Kranken- und Altenpflege, Springer Medizin Verlag, 2013, ISBN 9783642369834
  • Susanne Andreae, Peter Avelini, Peter Avelini, Martin Hoffmann, Christine Grützner: Medizinwissen von A-Z: Das Lexikon der 1000 wichtigsten Krankheiten und Untersuchungen, MVS Medizinverlage Stuttgart, 2008, ISBN 3830434545
  • Susanne Andreae, Peter Avelini, Melanie Berg, Ingo Blank, Annelie Burk: Lexikon der Krankheiten und Untersuchungen, Thieme Verlagsgruppe, 2008, ISBN 9783131429629
  • Frank H. Netter: Netter's Innere Medizin, Thieme Verlagsgruppe, 2000, ISBN 3131239611
  • Gerd Herold: Innere Medizin 2019, Herold, 2018, ISBN 398146608X
  • Gerd Herold: Innere Medizin 2020, Herold, 2019, ISBN 3981466098
  • Malte Ludwig: Repetitorium für die Facharztprüfung Innere Medizin: Mit Zugang zur Medizinwelt, Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH, 2017, ISBN 3437233165

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