3. Dezember 2008
Karies entsteht, wenn Bakterien die Zahnsubstanz zerstören. Schreitet die Erkrankung fort, können auch der Zahnnerv in Mitleidenschaft gezogen werden - der Zahn kann ausfallen. Doch so weit muss es nicht kommen.

Kaum ein Mensch bleibt ein Leben lang von Karies verschont, die zu den häufigsten Infektionskrankheiten in den Industrieländern zählt. Über 90 Prozent der Deutschen sind einmal in ihrem Leben von der umgangssprachlichen Zahnfäule betroffen - Tendenz steigend. Denn die Auslöser dieser Erkrankung sind Bakterien, die gerade an zuckerhaltigen Speisen Gefallen finden. Das zunehmend schlechte Essverhalten ist also sehr im Sinne der Kariesbakterien. Eine weitere Ursache kann die produzierte Speichelmenge oder auch die Zusammensetzung des Speichels sein.
Die Kariesbakterien siedeln sich zunächst auf dem Zahn an, von wo aus sie durch ihre sauren Stoffwechselprodukte die schützende Kalksubstanz zersetzen. Die Zahnoberfläche ist nun den Säuren im Mund schutzlos ausgeliefert - der Säureangriff setzt die Zerstörung des Zahnes fort. Wenn die Schädigung das weiche Zahnbein erreicht, dann kann die Hartsubstanz des Zahnes gewissermaßen einbrechen: Es bilden sich mitunter sehr schmerzhafte Zahndefekte, die so genannten Löcher. Im Endstadium kann der Zahnnerv von der Infektion betroffen sein, was im schlimmsten Fall den Verlust des Zahnes zur Folge hat.
Wenn die Karies noch vor dem Einsetzen der Defekte erkannt wird und der Zahnarzt mit der Remineralisierung des Zahnes frühzeitig beginnt, kann der Krankheitsverlauf gestoppt werden. Sind die Zähne bereits stark geschädigt, muss der Zahnarzt den Bohrer zücken. Die zurückbleibenden Löcher werden anschließend mit plastischen Materialien gefüllt. Wenn der Nerv bereits in Mitleidenschaft gezogen wurde, müssen nach dem Bohren zunächst die Wurzelkanäle behandelt werden.
Die Kariesprophylaxe besteht aus einer gründlichen Mund- und Zahnhygiene, Zahn-Fluoridierung, regelmäßigen Kontrolluntersuchungen beim Zahnarzt und eine zahngesunde, zuckerarme Ernährung.
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Von Klaus G. König das Fachbuch Karies und Parodontopathien. Ätiologie und Prophylaxe.
