Karies - Ursachen, Symptome und Behandlung

Karies ist eine Infektionskrankheit, die insbesondere durch bakterielle Keime verursacht wird. Kommt es im Bereich der Zahnhälse zu Kariesdefekten, kann eine Zahnhalskaries entstehen. Diese Kariesart birgt einen hohes Risiko für Nervenschädigungen in der Zahnmarkhöhle. Besonders die Frontzähne sind anfällig für Karies an den Zahnhälsen. Informieren Sie sich über Ursachen, Symptome und Behandlung von Karies.

Die Entstehung von Karies und wie man auch Zahnahlskaries erkennen und behandeln kann

Krankheitsbild

Karies entsteht, wenn Bakterien die Zahnsubstanz zerstören. Schreitet die Erkrankung fort, können auch der Zahnnerv in Mitleidenschaft gezogen werden - der Zahn kann ausfallen.

Kaum ein Mensch bleibt ein Leben lang von Karies verschont, die zu den häufigsten Infektionskrankheiten in den Industrieländern zählt. Über 90 Prozent der Deutschen sind einmal in ihrem Leben von der umgangssprachlichen Zahnfäule betroffen - Tendenz steigend.

Denn die Auslöser dieser Erkrankung sind Bakterien, die gerade an zuckerhaltigen Speisen Gefallen finden. Das zunehmend schlechte Essverhalten ist also sehr im Sinne der Kariesbakterien. Eine weitere Ursache kann die produzierte Speichelmenge oder auch die Zusammensetzung des Speichels sein.

Kariesverbreitung im Mund

Die Kariesbakterien siedeln sich zunächst auf dem Zahn an, von wo aus sie durch ihre sauren Stoffwechselprodukte die schützende Kalksubstanz zersetzen. Die Zahnoberfläche ist nun den Säuren im Mund schutzlos ausgeliefert - der Säureangriff setzt die Zerstörung des Zahnes fort.

Wenn die Schädigung das weiche Zahnbein erreicht, dann kann die Hartsubstanz des Zahnes gewissermaßen einbrechen: Es bilden sich mitunter sehr schmerzhafte Zahndefekte, die so genannten Löcher. Im Endstadium kann der Zahnnerv von der Infektion betroffen sein, was im schlimmsten Fall den Verlust des Zahnes zur Folge hat.

Unterschied zwischen gewöhnlicher Karies und Zahnhalskaries

Mit Karies im Zahnhalsbereich ist nicht zu spaßen, denn es kann zu einer vorzeitigen Öffnung der Zahnmarkhöhle kommen. In der Markhöhle liegt das Nervengewebe, das bei einer ausgeprägten Wurzelkaries häufig Schaden nimmt.

Die gewöhnliche Karies entwickelt sich sehr oft auf den Kauflächen der Backenzähne, während die Wurzelkaries die sensiblen Zahnhälse angreift. Der Zahnhals ist nicht durch den Zahnschmelz geschützt und daher überaus empfindlich. Betroffene bemerken eine Zahnhalskaries häufig erst sehr spät, nämlich dann, wenn die Zähne beim Kontakt mit süßen, sauren, kalten oder heißen Speisen und Getränken stark schmerzen.

Ursachen

Hauptursache für die Entstehung von Karies ist das Essen von süßen Lebensmitteln. Besonders schlimm für die Zähne ist es, wenn diese süßen Lebensmittel an den Zähnen kleben bleiben.

Auch die Zahnsubstanz ist ein Grund für die Entstehung von Karies. Schlechte Zahnsubstanz fördert Karies. Diese kann auch vererbt sein.

Sie kann jedoch auch durch unzureichendes Zähneputzen entstehen. Wer sich nur selten die Zähne putzt, läuft ebenso Gefahr, kariöse Zähne zu bekommen. Auch falsches Zähneputzen führt zu Karies.

Saures ist schlecht für den Zahnschmelz und erhöht dadurch das Kariesrisiko

Während süße Sachen das ideale Futter für kariesauslösende Bakterien sind, schädigen saure Lebensmittel den Zahnschmelz. Als Folge des hohen Säuregehalts kann es zu einer Zerstörung des schützenden Schmelzes kommen. Aufgrund der Erosion breiten sich Kariesbakterien besonders schnell aus und starten ihren Angriff auf die Zähne.

sind nicht gerade zahnfreundlich, aber auch

schaden der Zahngesundheit. Apfelschorle enthält neben Fruchtzucker auch aggressive Fruchtsäure und ist ebenfalls nicht gut für die Beißerchen. Der Effekt von Fruchtsäure ist sogar noch schädlicher für die Zähne als Zucker in Softdrinks wie Limonade oder Cola.

Oxalsäure killt Kalzium

Nach dem Genuss von Spinat und Rhabarber, aber auch von Mangold, fühlen die Oberflächen der Zähne sich pelzig oder stumpf an. Das passiert, weil diese Gemüsesorten einen hohen Oxalsäure-Gehalt aufweisen.

Oxalsäure geht eine Symbiose mit Kalzium ein. Dieser Prozess bewirkt, dass der Mineralstoff den Zähnen entzogen wird, was wiederum die Erosion begünstigt.

Um das zu vermeiden, kann Rhabarber beispielsweise mit Joghurt vermischt werden und Spinat mit einem Schuss saurer Sahne. Joghurt und saure Sahne sind reich an Kalzium und in der Lage, zahnschädigende Säuren zu binden.

Ursachen für Schmelzschäden

Säurehaltige Lebensmittel machen den Zahnschmelz auf Dauer weicher. Eigentlich schützt der Speichel vor schädlichen Säuren, indem er sie neutralisiert. Die im Speichel vorkommenden Mineralstoffe können minimale Schmelzschäden sofort beseitigen.

Doch bei starken Einwirkungen durch säurehaltige Speisen und Getränke wird der schützende Schmelz erheblich angegriffen, was zur Zersetzung der Zahnsubstanz bis hin zur Freilegung des Zahnbeins führen kann. Auch bei eingeschränktem Speichelfluss drohen Schäden am Zahnschmelz. Zunächst sind die Zahnschäden kaum spürbar, später reagieren die Zähne überempfindlich auf Heißes und Kaltes und im weiteren Verlauf löst sich die Zahnsubstanz nach und nach auf.

Säurehaltige Nahrungsmittel, die Schmelzschäden verursachen:

  • Getränke wie Früchtetee, Diätgetränke, Obstsäfte und Limonade
  • Alkoholika wie Weißwein und verschiedene Cocktails
  • Saure Obstsorten wie Äpfel, Orangen, Johannisbeeren und Grapefruit
  • Apfelmus und saurer Kompott
  • Kefir
  • Sauerkraut
  • Spinat
  • Essig
  • Fruchtdrops und saure Bonbons

Auch verschiedene Medikamente wie

können einen hohe Säuregehalt aufweisen und die Zahnsubstanz schädigen.

Eine Erkrankung der Speicheldrüsen kann außerdem zu vermindertem Speichelfluss führen, wodurch sich ebenfalls das Risiko für Karies und andere Zahnerkrankungen erhöht.

Verlauf

Karies kann sowohl Kinder bei den Milchzähnen als auch Erwachsene bei den bleibenden Zähnen betreffen. Die Erkrankung kann an vielen verschiedenen Stellen des Zahnes auftreten.

Wer regelmäßig zu den Vorsorgeuntersuchungen zum Zahnarzt geht, hat normalerweise kaum Probleme mit kariösen Zähnen. Wer jedoch nur selten oder gar nicht zum Zahnarzt geht, wird früher oder später Karies an einem oder mehreren Zähnen bekommen.

Diese verursachen irgendwann derartige Schmerzen, dass der Betroffene freiwillig zum Zahnarzt geht. Dann ist die Behandlung jedoch wesentlich langwieriger, als wenn die Zähne regelmäßig vom Zahnarzt kontrolliert werden.

Symptome

Bei Karies handelt es sich um eine Erkrankung der Zähne. Zahnkaries äußert sich anfangs durch dunkle Verfärbungen oder braune Flecken an dem erkrankten Zahn.

Bildet sich im Bereich einer bereits vorhandenen Füllung Karies, kann dies dazu führen, dass sich die Füllung lockert und herausfällt. Mit der Zeit verspürt der Betroffene immer mehr Schmerzen.

Anfangs sind diese noch ganz leicht und treten oft auch nur bei heißen, kalten oder süßen Lebensmitteln auf. Später bestehen die Schmerzen jedoch ununterbrochen.

Verschiedene Karies-Formen

Je nachdem, wie tief die Karies bereits in den Zahn eingedrungen ist, unterscheidet der Zahnarzt verschiedene Formen. Handelt es sich nur um Verfärbungen, wird dies Initialkaries genannt. Hat die Karies bereits den Schmelz oder andere Teile des Zahnes angegriffen, nennt dies der Zahnarzt etablierte Karies.

Letztere Kariesform lässt sich wiederum einteilen:

  • Caries superficialis mit Defekt im Schmelz
  • Caries media mit Defekt bis zum Zahnbein
  • Caries profunda mit Defekt im nahen Bereich der Nerven und
  • Caries sicca mit alter Karies, die zum Stillstand gekommen ist

Welche Anzeichen deuten auf eine Wurzelkaries hin?

Wenn Kaltes, Heißes oder Saures Schmerzen hervorruft, ist die Zahnhalskaries meistens schon fortgeschritten. Die Symptome können sich in ganz unterschiedlicher Form äußern.

Im Frühstadium verspüren Betroffene oft überhaupt keine Schmerzen. Selbst sehr kalte und heiße Speisen lösen keinerlei Reaktionen aus.

In der Regel zeigen sich im Anfangsstadium jedoch weißliche Flecken im Zahnhalsbereich. Die Behandlung der Wurzelkaries ist dann noch relativ leicht und schonend möglich. Bei fortgeschrittener Zahnhalskaries empfinden Patienten schon den Verzehr geringer Mengen zuckerhaltiger oder saurer Nahrungsmittel als sehr unangenehm.

Treten vermehrt Schmerzen im Zahnhalsbereich auf, ist die Zahnmarkhöhle oft schon geöffnet und das Nervengewebe angegriffen. Betroffene haben zunächst nur gelegentlich und kurzzeitig Schmerzen, die nach einer Weile wieder ganz verschwinden. Mediziner sprechen dann von einem intermittierenden Schmerz.

Doch mit der Zeit treten die Schmerzen häufiger auf und vergehen nicht mehr. Weitere Symptome für eine Wurzelkaries:

Diagnose

Der Zahnarzt kann die Diagnose meist sofort stellen. Wenn er im Rahmen einer Routineuntersuchung jeden einzelnen Zahn untersucht, fallen ihm Verfärbungen sofort auf. Bestehen bereits Schmerzen und kann der Zahnarzt keine Verfärbungen an den Zähnen feststellen, fertigt er oftmals auch ein Röntgenbild an.

Vor allem in Zahnzwischenräumen ist Karies mit bloßem Auge oftmals schwer zu diagnostizieren, weshalb die modernen Verfahren hierbei eine große Stütze sind. Der Zahnarzt erkennt die Tiefe der Zahnerkrankung und kann dann abwägen, welche Behandlungsmethode für den Patienten am besten geeignet ist.

Therapie

Wenn die Karies noch vor dem Einsetzen der Defekte erkannt wird und der Zahnarzt mit der Remineralisierung des Zahnes frühzeitig beginnt, kann der Krankheitsverlauf gestoppt werden. Ein beliebtes Verfahren ist es, Mineralien und Fluoride auf die betroffene Zahnoberfläche aufzutragen.

Dies kann zum einen in der Zahnarztpraxis erfolgen, doch auch für Zuhause kann dem Patient ein fluoridhaltiges Präparat mitgegeben werden. Als Vorbehandlung könnte sich das Abtöten der Karies verursachenden Bakterien durch Ozon eignen; diese Methode muss allerdings noch genauer auf ihre Wirksamkeit überprüft werden. Sind die Zähne bereits stark geschädigt, muss der Zahnarzt den Bohrer zücken.

Frühstadium

In den meisten Fällen bohrt der Zahnarzt am kariösen Zahn und entfernt die Karies. Dazu betäubt er meist den Zahn, damit der Betroffene keine Schmerzen hat. Die zurückbleibenden Löcher werden anschließend mit plastischen Materialien gefüllt.

Die Spritze muss jedoch nicht sein. Jeder Patient kann selbst entscheiden, ob er eine Spritze in das Zahnfleisch möchte oder nicht. Handelt es sich nur um ein kleines "Loch" kann dies meist auch ohne Betäubungsspritze ohne größere Schmerzen für den Patienten behandelt werden.

Fortgeschrittene Karies

Ist die Karies bereits sehr tief in den Zahn eingedrungen und hat die Zahnwurzel angegriffen, kann auch eine Wurzelbehandlung notwendig werden. Der Zahnarzt füllt dazu die Wurzelkanäle, so dass der Patient an diesem Zahn keine Schmerzen mehr verspürt.

Hat der Zahnarzt die Karies entfernt, wird der Zahn wieder mit einer Füllung verschlossen. Hierzu stehen verschiedene Materialien zur Verfügung

Teilweise werden die Füllmaterialien von den Krankenkassen erstattet, teilweise müssen sie auch selbst bezahlt werden. Je nach Art des Füllmaterials hält dieses eine bestimmte Zeit, bis die Füllung erneuert werden muss.

Wie kann Zahnhalskaries behandelt werden?

Karies im Zahnhalsbereich kann wesentlich schneller Entzündungen verursachen als eine gewöhnliche Kariesinfektion, da kein Zahnschmelz vorhanden ist. Im Anfangsstadium therapieren Zahnmediziner eine Wurzelkaries wie eine herkömmliche Karies, die im Umfeld von Zahnkronen auftritt.

Eine Behandlung mit Füllmateriel ist allerdings nicht sinnvoll, wenn Patienten bereits starke Schmerzen haben. Die Therapie einer Zahnhalskaries geht mit einer Wurzelkanalbehandlung einher.

Das Ziel ist es, die Karieserreger sowie entzündetes Nervengewebe aus dem Zahnmark zu lösen. Der betroffene Zahn wird während der Behandlungsdauer mithilfe von Saugern und Zahnwatterollen vor Kontakt mit Speichel geschützt.

Bei einer tief gehenden Wurzelkaries erfolgt eine lokale Betäubung und das Aufbohren des Zahnwurzelkanals. Entzündetes Gewebe in der Markhöhle entfernt der Zahnarzt mit speziellen Wurzelkanalinstrumenten wie K-Feile oder Reamer. Danach erfolgt eine Spülung mit Lösungen aus Wasserstoffperoxid, antibakteriellem Chlorhexidin sowie Natriumhypochlorid.

Ohne Bohren: Alternative Zahnbehandlungen für Angstpatienten

Schon die Vorstellung vom Surren des Bohrers oder dem Stich der Betäubungsspritze löst bei einigen Menschen Angstzustände aus. Statt zum Zahnarzt zu gehen, nehmen Betroffene lieber starke Schmerzmittel ein und leben mit erheblichen Einschränkungen. Dabei gibt es heute moderne Technologien, die eine Behandlung von Zahnkaries ohne Bohren ermöglichen.

Innovative Therapie mit Versiegelungen

Bei der konventionellen Behandlungsmethode mit dem Bohrer wird der beschädigte Teil des Zahns abgetragen, gleichzeitig verschwindet aber auch ein Teil des gesunden Zahnmaterials. Zwar können Zahnfüllungen kariesbefallene Zähne zunächst retten, doch langfristig nimmt die Zahnsubstanz Schaden.

Innovative Therapien mit Versiegelungen können Kariesbefall im Frühstadium stoppen - ohne den Einsatz von Bohrern und Spritzen. Zudem sind diese Verfahren völlig schmerzfrei und schonen die Zahnhartsubstanz.

Es spielt keine Rolle, ob glatte Flächen auf den Zahnvorder- und Hinterseiten oder die Zahnzwischenräume kariös sind.

  1. Die von Karies befallenen Bereiche behandelt der Zahnarzt zunächst mit einem Spezial-Gel.
  2. Anschließend wird eine alkoholhaltige Tinktur aufgetragen, um die im Zahn befindlichen Poren auszutrocknen.
  3. Danach kommt ein Kunststoff zum Einsatz, der durch die nun trockenen Poren bis zu den kariösen Stellen vordringt.
  4. Der Kunststoff härtet aus und versiegelt den Zahnbereich.

Die Versiegelung kann den Kariesbereich im Zahn isolieren. Auf diese Weise wird verhindert, dass sich Kariesbakterien ausbreiten, andere Areale befallen und die wertvolle Zahnsubstanz zerstören. Vorteile des Versiegelungsverfahrens:

  • kein Bohrer und keine Betäubungsspritze
  • Behandlung bei nur einem Zahnarzttermin möglich
  • ideale Methode für Patienten mit Zahnarztphobie
  • schonende Methode, die Karies im Frühstadium stoppt
  • optisch nicht auffällig, da der behandelte Bereich dem Zahnschmelz ähnlich ist

Dieses Behandlungsverfahren ist jedoch nur geeignet, wenn sich der Kariesbefall im Anfangsstadium (Caries initialis) befindet und als vorbeugende Maßnahme zum langfristigen Zahnschutz. In fortgeschrittenen Kariesstadien (Caries media und Caries profunda) mit tiefen Löchern ist die Methode nicht wirksam.

Sanfte Kariesbehandlung mit Laser

Zwar hat fast jeder Mensch Respekt vor Spritze und Zahnarztbohrer, doch so mancher bekommt schon beim Bohrgeräusch Panikattacken. Bei der sanften Kariesbehandlung mit dem Laser muss niemand mehr Angst haben.

Inzwischen wird die Lasertechnologie in der Oralchirurgie, bei Wurzelbehandlungen, sowie zur Behandlung von Karies und Zahnfleischerkrankungen eingesetzt. Das gebündelte Licht eines Laserstrahls streut nicht, sondern trifft punktgenau die zu behandelnde Stelle.

Der Laser kommt im Medizinbereich bereits seit langem zum Einsatz, beispielsweise in der Augenheilkunde oder bei Hauterkrankungen. Und auch im Bereich Zahnmedizin leistet die Lasertechnologie ausgezeichnete Dienste und ist ein optimaler Bohrerersatz.

Eine Kariestherapie mit dem Laser ist insbesondere für Angstpatienten, Kinder oder Senioren geeignet.

  • Die Behandlung ist allein deshalb entspannter, weil keine unangenehmen Bohrergeräusche entstehen.
  • Zudem ist die Lasermethode nahezu schmerzlos,
  • kann auch bei schwer erreichbaren Bereichen eingesetzt werden,
  • beschleunigt die Wundheilung und
  • tötet Keime zuverlässig ab.

Bei Kariesbefall kommt ein Erbium-Laser mit einer Wellenlänge von bis zu 2940 mm zur Anwendung. Der Zahnarzt richtet das Laserlicht direkt auf das beschädigte Gewebe und löst es heraus, um es im Anschluss abzusaugen. Der Patient spürt nicht mehr als ein unterschwelliges Pochen, das jedoch keine Schmerzen verursacht, da es nur zu einer ganz kurzen Reizung der empfindlichen Zahnnerven kommt.

Der Laserstrahl kann gleichzeitig Kariesbakterien zerstören und auch feinste Risse versiegeln. Da der Laser zuverlässig Keime vernichtet, ist er das ideale Instrument zur Parodontitisbehandlung und anderen Zahnfleischerkrankungen. Mit einem Laser werden auch Bakterien erreicht, die tief in den Zahntaschen verborgen sind, genauso wie kleinste Entzündungsherde in den Wurzelkanälen. Bei Zahnoperationen verhindern die feinen Laserschnitte spätere Schwellungen oder Schmerzen.

Generell ist eine sorgfältige Zahnpflege und Mundhygiene natürlich der beste Schutz vor Kariesbefall und Parodontitis. Trotz Zahnarztangst sollte jeder zweimal pro Jahr die Zahnvorsorgeuntersuchungen wahrnehmen und wenigstens einmal im Jahr eine Professionelle Zahnreinigung (PZN) durchführen lassen.

Bei großer Angst vor dem Zahnarzt ist es sinnvoll, vor der Behandlung einen Beratungstermin auszumachen, um sich eingehend zu informieren. Geschulte Teams nehmen sich Zeit, beraten umfassend, beantworten alle Fragen und empfehlen eine geeignete Behandlungsmethode.

Vorbeugung

Zahnhygiene

Um der Entstehung von Karies vorzubeugen, sollte man regelmäßig seine Zähne putzen. Die Zahnbürste sollte dabei mindestens alle zwei bis drei Monate erneuert werden.

Zahnpflege bei Babys und Kindern

Mit dem Zähneputzen sollte man bereits im Säuglingsalter beginnen, so dass sich die Kinder von Anfang an an dieses Ritual gewöhnen. Kinder- und Zahnärzte empfehlen, bereits den ersten Zahn regelmäßig mit einem Wattestäbchen zu reinigen.

Bei etwas älteren Babys kann dann eine spezielle Milchzahnbürste verwendet werden. Zahnpasta ist hier meist noch nicht notwendig.

Diese sollte jedoch ab dem Kleinkindalter verwendet werden. Im Handel gibt es spezielle Kinderzahnpasta, die die Kinder auch hinunterschlucken können, wenn sie das Ausspucken noch nicht beherrschen.

Die Eltern sollten lediglich darauf achten, nicht gleichzeitig Fluor in Tablettenform zu verabreichen und fluorhaltige Zahnpasta zu verwenden, da dies zuviel Fluor für den kleinen Körper wäre.

Kontrolluntersuchungen

Sehr wichtig sind auch die Kontrolluntersuchungen beim Zahnarzt. Dieser kann die Zähne von Zahnstein reinigen und sofort erste Anzeichen von Karies entdecken. Je früher die Karies erkannt und behandelt wird, desto weniger muss gebohrt und der Zahn somit zerstört werden.

Gesunde, zuckerarme Ernährung

Selbstverständlich trägt auch eine gesunde Ernährung zur Zahngesundheit bei. Süßigkeiten sollten die Ausnahme bleiben, so dass die Zähne bis ins hohe Alter gesund bleiben.

Neben Haushaltszucker erweisen sich auch Zuckerarten wie Traubenzucker, Malzzucker, die in Brot enthaltene Stärke oder Honig als schädlich für die Zähne und dienen als Nahrungsquelle für kariesverursachende Bakterien. Auch Fruchtsäfte, die ohne Zuckerzusatz oder zuckerfrei angeboten werden, enthalten Laktose, Glukose oder Maltose, die ebenfalls Karies fördern.

Zudem findet sich in Nahrungsmitteln wie Cornflakes, Ketchup, Fruchtjoghurt oder Chips versteckter Zucker. Selbst Hustensäfte oder Lutschtabletten sind häufig mit zuckerhaltigen Süßmachern versetzt.

Doppelt so häufig Karies bei hohem Zuckerkonsum

Studien aus Ländern mit niedrigem und hohem Zuckerkonsum belegen, dass Kinder, die über die Nahrung etwa fünf Prozent Energie in Form von Zucker aufnehmen, doppelt so häufig eine Karieserkrankung entwickeln wie Kinder, die nur sehr wenig oder gar keinen Zucker konsumieren. Um Karies zu vermeiden, ist eine zahnfreundliche, zuckerarme Ernährung in Kombination mit der richtigen Zahnputztechnik der beste Schutz.

Zuckerersatzstoffe bei Kariesanfälligkeit

Wer ein erhöhtes Kariesrisiko hat, sollte den Zuckerkonsum deutlich einschränken. Nahrungsmittel mit Zuckerersatzstoffen erweisen sich als gute Alternative. Süßstoffe sowie Zuckeraustauschstoffe verleihen Lebensmitteln einen süßen Geschmack, begünstigen aber weder die Kariesbildung noch die Entstehung von Plaque.

Süßstoffe sind jedoch im Vergleich mit Haushaltszucker deutlich konzentrierter, was eine optimale Dosierung erschwert. Daher versetzen die Hersteller hauptsächlich Limonade, Cola oder Speiseeis mit Süßstoffen.

Zuckeraustauschstoffe wie Xylit oder Sorbit lassen sich als Süße beim Kochen oder Backen einsetzen. Auch bei der Herstellung von Kaugummis oder Bonbons werden immer häufiger Zuckeraustauschstoffe zugefügt. Nährwert und Süßstärke sind ähnlich wie beim herkömmlichen Zucker, allerdings kann es bei übermäßigem Verzehr von Zuckeraustauschstoffen zu Darmproblemen kommen.

Zahnmännchen-Siegel für zahnfreundliche Lebensmittel

Mit speziellen Tests lässt sich nachweisen, ob Nahrungsmittel zahnschädlich sich. Dazu werden für eine längere Zeit pH-Messelektroden im Mund von Testpersonen angebracht.

Die Probanden verzehren verschiedene Lebensmittel, im Anschluss wird der pH-Wert analysiert. Je nach Änderung des pH-Werts erfolgt die Einstufung in zahnfreundliche und zahnungesunde Nahrungsmittel.

Zahnfreundliche Produkte erhalten das Zahnmännchen-Siegel. Mit diesem Siegel gekennzeichnete Nahrungsmittel lösen keine Karies aus und greifen den Zahnschmelz nicht an. Inzwischen tragen auch viele Süßigkeiten wie Schokolade, Kaugummis und Bonbons den Zahnmännchen-Aufdruck. Verbraucher kaufen wissenschaftlich geprüfte Produkte, die statt mit Zucker mit Zuckeraustauschstoffen oder Süßstoffen hergestellt sind.

Tipps für die Zahngesundheit

  • Besser einmal pro Tag Süßigkeiten essen, als mehrere Schlecker-Mahlzeiten über den Tag verteilt
  • Der einmalige Verzehr von Schokolade ist zahnfreundlicher als der Konsum klebriger Lebensmittel wie Honig oder Karamellbonbons, die stark an den Zähnen anhaften
  • Weitgehend auf Zucker in Kaffee oder Tee verzichten oder öfter Süßstoff verwenden
  • Nach dem Genuss von Fruchtsäften ein paar Schlucke Wasser nachtrinken
Fruchtsäure und Fruchtzucker

Obstsäfte enthalten Fruchtsäure und zudem Fruchtzucker - ein Verbindung, die den Zahnschmelz angreift und Karies begünstigt. Auch andere säurehaltige Lebensmittel wie Softdrinks oder Zitrusfrüchte können den Schmelz lösen.

Nach dem Genuss von Obstsäften, Orangen, Zitronen oder anderen sauren Speisen sollten die Zähne erst nach 30 bis 40 Minuten gereinigt werden, da sofortiges Putzen die Hartsubstanz der Zähne schädigen kann.

Forderung nach Zuckersteuer

Forscher weisen darauf hin, dass Karies weltweit ein ernstzunehmendes Problem ist, bei dem der Konsum von Zucker einen erheblichen Einfluss hat. Zudem ist die Kariesbehandlung ein großer Kostenfaktor. In den Industrieländern entfallen 5 bis 10 Prozent aller Gesundheitsausgaben auf die Therapie von Karieserkrankungen.

Zahlreiche Wissenschaftler fordern daher, dass Politiker für eine deutliche Reduzierung des Zuckerkonsums sorgen, beispielsweise, indem keine Süßigkeiten- und Getränkeautomaten mehr in öffentlichen Einrichtungen wie Schulen oder Kliniken aufgestellt beziehungsweise entfernt werden.

Für Produkte, die einen Zuckergehalt von über 2,5 Prozent aufweisen, empfehlen Experten eine spezielle Kennzeichnung. Darüber hinaus wir die Einführung einer Zuckersteuer diskutiert, um das Kariesrisiko zu reduzieren.

Nach Verzehr von Saurem nicht gleich die Zähne putzen

Trotz des hohen Säuregehalts muss niemand auf Obst, Gemüse oder Fruchtsäfte verzichten, denn der Körper erhält durch diese Nahrungsmittel gesunde Vitamine, Spurenelemente und Mineralstoffe. Allerdings ist es zahnschädlich, sich gleich nach dem Verzehr von Saurem die Zähne zu putzen:

Die Zahnbürste schmirgelt den ohnehin bereits von der Fruchtsäure geschädigten Schmelz ab, was die Gefahr für Säureschäden deutlich erhöht. Deshalb sollte jeder etwa 30 Minuten Zeit bis zum Zähneputzen verstreichen lassen. Unmittelbar nach dem Verzehr hilft das Spülen mit Wasser oder das Kauen von Zahnpflegekaugummis.

Vorsorgemaßnahmen zum Schutz vor Säureattacken

Jeder kann die Intensität der Säurewirkung durch Nahrungsmittel reduzieren.

  • Saure Getränke, Fruchtbonbons und Gummidrops sollten möglichst nur kurze Zeit im Mund bleiben, um die Wirkung der Säure einzuschränken
  • Ein Strohhalm verhindert beim Trinken den direkten Zahnkontakt
  • Säurearme Lebensmittel wie Käse, Kartoffeln, Fisch, Nudeln, Geflügel und Mineralwasser sind besonders zahnfreundlich
  • Zahncremes und Mundspüllösungen mit Fluorid machen die Zahnsubstanz widerstandsfähiger
Applikationsschienen vom Zahnarzt

Individuell angefertigte Applikationsschienen vom Zahnarzt, auf die fluoridhaltige Zahngele aufgebracht werden, tragen zur Zahnhärtung bei. Das Gel sollte allerdings nur in größeren Abständen zum Einsatz kommen, da es selbst sehr sauer ist.

Chronisches Erbrechen ist ebenfalls sehr zahnschädlich. Der Zahnarzt kann in diesem Fall eine Applikationsschiene mit einem Gel auf Glycerin-Basis füllen. Kommt es zum Erbrechen, schützt die Schiene die Zähne vor dem stark säurehaltigen Mageninhalt.

Tipps zur Prävention von Karies im Zahnhalsbereich

Es ist wichtig, dass eine Zahnhalskaries rechtzeitig entdeckt und behandelt wird, um größere Kariesschäden an den Zahnhälsen zu verhindern. Nur dann ist es möglich, die Zahnsubstanz zu erhalten.

Vor allem ältere Menschen gehören zu den Risikopatienten und sind aufgrund des zurückweichenden Zahnfleisches besonders anfällig. Zwar sind die Karieserkrankungen in Deutschland dank guter Vorsorgemaßnahmen stark zurückgegangen, dennoch mangelt es immer noch an der richtigen Zahnpflege.

Mindestens zweimal pro Tag sollten die Zähne mit einer fluoridhaltigen Zahncreme gereinigt werden. Zahnbürsten, ob elektrisch betrieben oder manuell, müssen spätestens nach zwölf Wochen ausgewechselt werden. Durch einen regelmäßigen Zahnbürstenaustausch sinkt laut aktueller Studienergebnisse das Risiko für Zahnfleischentzündungen.

Empfehlenswert sind weichere Zahnbürsten, die bei Druck leicht nachgeben. Dadurch lässt sich verhindern, dass die Zahnhälse freigelegt werden.

Das Kauen zuckerfreier Zahnkaugummis dient der Anregung des Speichelflusses, wodurch der Mundraum sauber gehalten wird. Für die Zahnzwischenräume eignen sich insbesondere Interdentalbürsten.

Zweimal im Jahr sollte eine professionelle Zahnreinigung (PZR) erfolgen. Zahnmediziner und Dentalhygieniker bieten außerdem umfassende Beratung für Kinder und Erwachsene hinsichtlich Putztechnik, Zahnzwischenraumreinigung und Fluoridprävention an.

Schon im frühen Alter ist die richtie Kariesvorbeugung sehr wichtig - in den folgenden Abschnitten widmen wir uns daher noch zusätzlich der Vorsorge bei Kindern.

Karies bei Kindern - Motivation und Prophylaxe für gesunde Zähne

In der modernen Zahnmedizin kommen individuelle Maßnahmen zum Einsatz, um das Risiko für Karieserkrankungen bei Kindern zu senken. In der Altersgruppe der Zwölfjährigen konnte durch präventionsorientierte Prophylaxe-Methoden die Kariesentstehung um fast 70 Prozent reduziert werden.

Individuelle Prophylaxe-Methoden zur Verhütung von Karieserkrankungen

Falsche Essgewohnheiten mit stark zuckerhaltigen oder kohlenhydratreichen Lebensmitteln sowie unzureichende Zahnputzmethoden können schon bei Kleinkindern sehr schnell Karies auslösen.

Durch

  • halbjährliche Kontrolluntersuchungen
  • Motivationstrainings und
  • professionelle Zahnreinigungen

lässt sich das Kariesrisiko bei Kindern deutlich senken. Je früher Zahnschäden erkannt werden, desto eher können individuelle Prophylaxe-Methoden eingeleitet werden. Besteht bei Kindern ein erhöhtes Risiko für Kariesbefall, sollten die Präventionsmaßnahmen erweitert werden.

Zahnärzte bieten spezielle Vorsorgeprogramme für Eltern und Kinder an. Die Prophylaxe-Angebote umfassen Tipps zu Zahnpflege und Ernährung sowie Behandlungsmöglichkeiten, zum Beispiel Fluoridierung oder Fissurenversiegelung. Bei Bedarf werden Speicheltests durchgeführt, um die Kariesanfälligkeit festzustellen.

Tipps für Eltern von Säuglingen und Kleinkindern

Seit einigen Jahren werden nicht nur Kontrolluntersuchungen beim Kinderarzt angeboten, sondern auch zahnärztliche Vorsorgeprogramme für Säuglinge und Kleinkinder.

Etwa im Alter von sechs Monaten lassen sich die ersten Milchzähne blicken. Spätestens dann sollten Eltern reagieren und mit dem Nachwuchs zum Zahnarzt gehen.

Denn gerade die ersten Zähnchen bedürfen der vollen Aufmerksamkeit, um späteren Zahnschäden durch Karies oder andere Zahnerkrankungen vorzubeugen. Eltern lernen unter Anleitung, welche Zahn- und Mundhygienemaßnahmen altersgerecht sind und wie sich Kinder zur Zahnpflege motivieren lassen.

Mundgesundheitsprogramme in Kindergärten und Schulen

Mithilfe von zahnmedizinischen Mundgesundheitsprogrammen in Kindergärten und Schulen konnten bundesweit große Erfolge erzielt werden.

Zu den beliebten Prophylaxe-Konzepten gehört die spielerische Unterstützung durch Handpuppen. Bei der Gruppenprophylaxe werden Kinder, Eltern und Betreuer einbezogen.

Zahnmedizinische Fachkräfte sind besonders geschult und gestalten mit lebendigen Konzepten ein spannendes Motivationstraining. Das Spiel mit lustigen Handpuppen hilft den Akteuren dabei, alle wichtigen Zahnthemen umzusetzen.

Vor allem Kleinkinder fixieren sich stark auf die Körpersprache von Eltern oder Pädagogen. Die Puppen sorgen dafür, dass Kinder sich schneller öffnen und konzentriert mitmachen. Die neuen Mundgesundheitsprogramme erfordern umfangreiche Kenntnisse von zahnmedizinischem Fachpersonal, um Eltern und Kinder unabhängig von ihrem sozialen Umfeld und ihrer Kultur zu unterstützen.

Eltern sollten auch über die richtige Ernährungsweise zur Vorbeugung von Karies Bescheid wissen...

Süßigkeitenverbot nützt wenig

Viele Eltern verbieten ihrem Nachwuchs Süßigkeiten, um die Zahngesundheit nicht zu gefährden. Doch ein Verzicht auf süße Leckereien schützt nicht vor der Entstehung schmerzhafter Zahnlöcher. Auch Obst, Säfte oder Light-Getränke können die Bildung von Karies fördern.

Beim Kauen von Nahrung kommt es zu einer Aufspaltung von Enzymen, wodurch bereits im Mund die Verdauung in Gang gesetzt wird. In der Mundhöhle ist eine Vielzahl von Bakterien angesiedelt, davon sind einige kariesfördernd. Kariesbakterien vermehren sich rasant schnell, wenn Lebensmittel mit hohen Kohlenhydrat- und Zuckeranteilen verzehrt werden.

Beim Umwandlungsprozess bilden die Bakterien eine Säure, die dem Zahnschmelz Mineralien entzieht und ihn anfällig für Karies macht. Ein saures Mundmilieu schwächt den natürlichen Zahnschutz und ist unmittelbar an der Entstehung von Karies beteiligt.

Zu den kariogenen (kariesauslösenden) Lebensmitteln zählen

Nicht kariogene Lebensmittel sind

Kariesrisiko senken mit der richtigen Ernährung

Schon im Kleinkindalter steigt das Risiko für Karies deutlich an. Besonders das ständige Nuckeln an Saftflaschen ist der Zahngesundheit nicht dienlich.

Zucker ist einer der Hauptauslöser für die Entstehung von Karies, doch ein Süßigkeitenverbot bringt nicht viel. Letztlich kommt es nicht darauf an, wie viele Süßigkeiten verzehrt werden, sondern wie häufig.

Laut vieler Zahnexperten ist es sinnvoller, gleich eine ganze Tafel Schokolade zu essen, statt verteilt über den ganzen Tag eine Tüte Fruchtgummis. Der Grund: Die Zähne müssen sich zwischendurch von den Säureangriffen erholen. Das gelingt nicht, wenn Kinder zwischendurch immer wieder zu Bonbons, Keksen oder Fruchtsäften greifen.

Mit der richtigen Ernährung lässt sich das Kariesrisiko erheblich senken, ohne auf Süßigkeiten verzichten zu müssen. Eine ausgewogene Kost mit einem hohen Anteil nicht kariogener Lebensmittel stärkt den Zahnschmelz und hemmt die Bildung von Kariesbakterien. Säurehaltige Nahrungsmittel und Getränke sollten nicht über mehrere Mahlzeiten am Tag verteilt werden.

Starke Zahnsubstanz durch Fluoridierung

Eine zuckerarme Ernährung nützt allerdings nicht viel, wenn die Mundhygiene vernachlässigt wird. Kinder sollten frühzeitig an eine umfassende Zahnpflege herangeführt werden.

Zur Vorbeugung von Karies, aber auch zur Reparatur kleinerer Kariesschäden eignen sich Fluoride. Durch Fluoridierung lässt sich die Zahnsubstanz stärken und der Stoffwechsel der Bakterien positiv beeinflussen. Fluoride sind Mineralien, die beispielsweise in bestimmten Salzsorten oder in Mineral- und Trinkwasser vorkommen.

Eltern sollten schon die ersten Milchzähne mit fluoridhaltiger Zahncreme putzen. Damit sich Milchzähne gesund entwickeln, ist zwei Mal täglich Zähneputzen ideal.

Da zu große Mengen Fluorid allerdings schaden können, sollte nur einmal am Tag eine fluoridhaltige Zahncreme verwendent werden. Zum Beispiel eine fluoridhaltige Zahncreme am Abend und eine fluridfreie Kinderzahnpasta am Morgen.

Fissurenversiegelung bei Kindern: Dauerhafter Schutz vor Karies

Bei Kindern sind vor allem die Kauflächen der durchbrechenden, bleibenden Zähne kariesgefährdet. Trotz sorgfältiger Mundhygiene können sich Kariesbakterien im Fissurenbereich ansiedeln. Werden Kinderzähne frühzeitig versiegelt, ist die Zahnreinigung erheblich einfacher und Bakterien setzen sich nicht so schnell fest.

Was passiert bei einer Fissurenversiegelung?

Wenn die bleibenden Zähne durchbrechen, entstehen besonders auf den Kauflächen häufig Furchen, Grübchen und Vertiefungen, die als Fissuren bezeichnet werden. Die Fissurenbereiche lassen sich nur schwer reinigen, wodurch das Kariesrisiko steigt. Eine Fissurenversiegelung der Kauflächen verhindert, dass sich Nahrungsreste und andere Kariesauslöser in den Vertiefungen absetzen.

Ein Zahnarzt entwickelt für jedes Kind einen individuellen Prophylaxe-Plan, nachdem er ermittelt hat, welche Zahnbereiche besonders von Fissuren betroffen ist. Oft sind Furchen an einigen Zähnen weniger stark ausgeprägt als an anderen. Daher versiegelt ein Dentist nur die kariesgefährdeten Bereiche.

Zahnbeläge lassen sich heute sichtbar machen. Kinder können auf diese Weise besser verstehen, was Zahnbeläge sind und wie stark sie sich ausbreiten. Anhand von Indexwerten bestimmt der Zahnarzt das Ausmaß von Entzündungsherden am Zahnfleisch und der Zahnbeläge.

Ablauf beim Zahnarzt

Bei einer Fissurenversiegelung werden die Zähne zunächst professionell gereinigt. Damit die Zähne trocken bleiben, verwendet der Zahnarzt Wattetampons oder Kofferdam, eine spezielle Gummihaut. Anschließend erfolgt ein Aufrauen der obersten Zahnschicht mit einer ungefährlichen Säure, damit das Versiegelungsmaterial an der Zahnoberfläche haftet.

Das Material besteht in der Regel aus Kunststoff auf Dimethacrylatgrundlage. In vielen Kunststoffen ist zusätzlich Fluorid enthalten.

Vereinzelt erfolgt eine Fissurenversiegelung auch mit Glasionomerzement. Die Versiegelungsmaterialien verhindern, dass Bakterien eindringen und als Folge eine Fissurenkaries entsteht.

Das jeweilige Material wird in einer dünnen Schicht aufgetragen und härtet entweder von alleine aus oder wird mit einem Speziallicht bestrahlt. Ist der Kunststoff ausgehärtet, wird überprüft, ob die Kauflächen exakt aufeinander passen.

Eine Politur gleicht eventuelle Unebenheiten aus. Zu guter Letzt werden die behandelten Zähne flouridiert.

Eine Fissurenversiegelung ist in 15 bis 30 Minuten erledigt. Für Kinder ist es dennoch nicht immer leicht, den Mund so lange zu öffnen. Die Behandlung verursacht aber keine Schmerzen.

Gibt es Nebenwirkungen?

Bei einer Fissurenversiegelung kommt es überaus selten zu Nebenwirkungen. Die Deutsche Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK) weist darauf hin, dass bisher lediglich zwei Fälle weltweit bekannt sind, wo allergische Reaktionen aufgetreten sind.

Zwar gibt es immer wieder Warnungen, dass das Kunststoffmaterial Formaldehyd enthält, doch die DGZMK erklärt, dass die Mengen verschwindend gering sind und keine gesundheitlichen Schäden zu befürchten sind, wenn die Versiegelung fachkundig durchgeführt wird.

Wichtig: Auch nach erfolgter Versiegelung müssen Kinder eine gründliche Zahnhygiene betreiben und die Zähne weiter regelmäßig und sorgfältig putzen, sonst besteht die Gefahr, dass sich unter dem Kunststoffmaterial Kariesbakterien ansiedeln, die sich schnell ausbreiten.

Eltern sollten grundsätzlich jedes halbe Jahr mit ihren Kindern zur zahnärztlichen Vorsorgeuntersuchung gehen. Der Zahnarzt kann dann Beschädigungen an der Versiegelung sofort beseitigen.

In welchen Fällen ist eine Fissurenversiegelung sinnvoll?

Generell hat sich die Zahngesundheit von Kindern und Jugendlichen aufgrund der engmaschigen Vorsorgeuntersuchungen erheblich verbessert, doch immer noch tritt Karies besonders oft an den Kauflächen auf, insbesondere an den Backenzähnen.

Eine Fissurenversiegelung ist besonders sinnvoll bei:

  • allgemein hohem Risiko für Karies
  • erhöhter Kariesgefahr durch stark zerklüftete Furchen und Grübchen
  • bereits vorhandener Fissurenkaries, die nur den Zahnschmelz angegriffen hat
  • Versiegelung bei Milchzähnen, wenn sie besonders kariesgefährdet sind

Kosten

Die Abrechnung für eine Fissurenversiegelung erfolgt über die gesetzlichen Krankenkassen, allerdings nur für eine Behandlung der hinteren großen Backenzähne und in der Altersklasse zwischen sechs und achtzehn Jahren.

Die Krankenkassen zahlen ausschließlich für die bleibenden Zähne. Sollen Zähne im Milchgebiss oder kleinere Backenzähne versiegelt werden, müssen die Kosten selbst getragen werden.

Die Berechnung erfolgt pro Zahn. Eine Versiegelung für einen Zahn kostet etwa 12 bis 18 Euro.

Quellen:

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  • Harald Strippel: Gesundheitsaufklärung bei Kinderarzt und Zahnarzt, Juventa, 2004, ISBN 3779916703
  • Klaus G. König: Karies und Parodontopathien. Ätiologie und Prophylaxe, Thieme, Stgt., 1987, ISBN 3136947010
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  • Frank H. Netter: Netter's Innere Medizin, Thieme Verlagsgruppe, 2000, ISBN 3131239611
  • Gerd Herold: Innere Medizin 2019, Herold, 2018, ISBN 398146608X
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  • Malte Ludwig: Repetitorium für die Facharztprüfung Innere Medizin: Mit Zugang zur Medizinwelt, Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH, 2017, ISBN 3437233165
  • Stefan Gesenhues, Anne Gesenhues, Birgitta Weltermann: Praxisleitfaden Allgemeinmedizin: Mit Zugang zur Medizinwelt (Klinikleitfaden), Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH, 2017, ISBN 3437224476
  • Reinhard Strametz: Grundwissen Medizin: für Nichtmediziner in Studium und Praxis, UTB GmbH, 2017, ISBN 3825248860
  • Hendrik Meyer-Lückel, Sebastian Paris, Kim Ekstrand: Karies: Wissenschaft und Klinische Praxis (ZMK Praxis), Thieme Verlagsgruppe, 2012, ISBN 3131545410

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