24. Juni 2010
Ein Psychotherapeut behandelt seelische Erkrankungen. Viele Psychotherapeuten sind selbstständig tätig.
Im Gegensatz zu vielen anderen Ärzten und Therapeuten behandelt ein Psychotherapeut Patienten, die psychische und keine körperlichen Krankheiten haben. Ein Psychotherapeut ist wörtlich übersetzt ein "Behandler der Seele", ein Seelenarzt.
Psychotherapeuten behandeln Patienten mit Essstörungen wie z.B. Magersucht und Bulimie, mit Zwangserkrankungen (z.B. ständiges Händewaschen), mit Depressionen, mit Angsterkrankungen (z.B. vor Spinnen) und viele weitere psychische Erkrankungen. Patienten, die eine schwere körperliche Erkrankung haben, die möglicherweise auch lebensbedrohlich ist, nehmen auch häufig psychotherapeutische Hilfe in Anspruch. Menschen, die einen tragischen Todesfall verarbeiten müssen, können dies ebenfalls mit einem professionellen Psychotherapeuten tun.
Zu Beginn führt der Psychotherapeut ein ausführliches Gespräch mit dem Patienten und ggfs. auch mit den Angehörigen. Er fragt den Patienten nach den Beschwerden und wie stark der Patient den Leidensdruck einordnet. Für den Therapeuten ist auch wichtig zu wissen, inwieweit sich das Leben des Patienten durch die psychische Erkrankung verändert hat und wie Patient und Angehörige die Situation einschätzen.
Je größer die Motivation eines Patienten ist, desto besser verläuft auch die psychotherapeutische Behandlung. Ob die Behandlung ambulant oder stationär stattfindet, hängt von der Krankheit und der psychischen Verfassung des Patienten ab. Besteht die Gefahr, dass sich ein Patient z.B. selbst massiv verletzt oder andere gefährdet, so erfolgt der Beginn einer psychotherapeutischen Behandlung meist in einem geeigneten Krankenhaus. Auch bei einigen anderen Erkrankungen verspricht eine stationäre Behandlung zu Beginn der Therapie den größten Erfolg. Die stationäre Behandlung dient dazu, den Patienten soweit zu stabilisieren, dass er sich wieder in seinem gewohnten Umfeld aufhalten kann und die Therapie ambulant weitergeführt werden kann.
Im Rahmen der Therapie führen Psychotherapeuten verschiedene Verfahren durch. So gibt es z.B. die Verhaltenstherapie. Diese Therapieform wird dann angewendet, wenn ein Patient ein bestimmtes Verhalten ändern muss, um gesund zu werden. Dies gilt z.B. für Patienten mit einer Essstörung. Der Psychotherapeut erarbeitet mit dem Patienten einen Weg, wie dieser den eigenen Körper wieder akzeptieren kann und auch das Gewicht richtig einschätzen kann und sich selbst nicht immer als zu dick wahrnimmt.
Psychotherapeuten führen auch die so genannte analytische Psychotherapie durch. Der Psychotherapeut arbeitet hier mit dem Patienten das ganze Leben auf und erreicht dadurch, dass sich der Patient verdrängte Erlebnisse erneut bewusst macht und dann damit besser zurechtkommt.
Zusätzlich gibt es z.B. auch die tiefenpsychologisch fundierten Psychotherapie, die Gestalttherapie oder die systematische Therapie.
Psychotherapeuten behandeln sowohl kleine Kinder als auch Jugendliche und Erwachsene. Therapeuten, die Kinder und Jugendliche behandeln, haben meist eine spezielle Zusatzausbildung absolviert.
Psychotherapeuten arbeiten häufig in ihrer eigenen psychotherapeutischen Praxis oder sind in einer großen Praxis als angestellter Therapeut tätig. Auch Krankenhäuser und Rehabilitationskliniken beschäftigen jedoch angestellte Psychotherapeuten.
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