18. Mai 2010
Ein Frauenarzt hat ein vielseitiges Aufgabengebiet. Sehr viele Frauenärzte sind selbstständig.
Frauenärzte behandeln junge Mädchen etwa ab dem Pubertätsalter bis hin zu Frauen in hohem Alter. Frauenärzte, auch Fachärzte für Gynäkologie oder Gynäkologe genannt, beschäftigen sich mit Erkrankungen, die den weiblichen Körper betreffen. Jeder Frauenarzt hat im Rahmen seines Studiums auch die Geburtshilfe erlernt, so dass die korrekte Bezeichnung "Facharzt für Gynäkologie und Geburtshilfe" heißt.
Frauenärzte behandeln somit sämtliche geschlechtsspezifische Erkrankungen der Patientinnen, betreiben Vorsorge und begleiten die schwangere Frau zur Geburt.
Hat eine Frau Beschwerden, so führt der Frauenarzt ein ausführliches Gespräch mit seiner Patientin. Anschließend erfolgt in der Regel die gynäkologische Untersuchung. Der Frauenarzt hat dazu einen speziellen gynäkologischen Stuhl, auf dem die Patientin ihre Beine seitlich ablegen kann, so dass der Gynäkologe die Tastuntersuchung der weiblichen Organe durchführen kann. Hier kann der Frauenarzt z.B. Vergrößerungen der Organe oder Zysten ertasten oder eine Pilzerkrankung feststellen. Entdeckt der Frauenarzt eine Auffälligkeit, so entnimmt er oftmals auch einen Abstrich, den er dann an ein Labor zur Untersuchung sendet. Viele Frauenärzte können derartige Untersuchungen teilweise auch selbst in der eigenen Praxis durchführen und der Patientin dann sofort einen vorläufigen Befund mitteilen. Je nach Art des Befundes untersucht der Frauenarzt die Patientin auch während einer Ultraschalluntersuchung. Hier kann der Frauenarzt die Organe im Rahmen der so genannten Oberbauchsonografie untersuchen oder auch durch den Vaginalultraschall, der mittels eines langen dünnen Ultraschallkopfes durch die Scheide erfolgt. Auch eine Blutabnahme kann notwendig werden.
Frauen, die beispielsweise einen Knoten in der Brust ertastet haben, untersucht der Gynäkologe ebenfalls eingehend und tastet beide Brüste sehr genau ab. Bei einem derartigen Tastbefund wird auch eine Mammografie durchgeführt. Je nach Größe der Praxis kann diese direkt beim Gynäkologen oder extern bei einem Radiologen erfolgen.
Im stationären Bereich operieren die Frauenärzte auch. Patientinnen mit einem bösartigen Tumor in der Brust werden im Krankenhaus von einem Frauenarzt operiert. Dieser entfernt die Brust ganz oder teilweise und rekonstruiert sie anschließend wieder. Auch Ausschabungen der Gebärmutter und andere Operationen führt ein Frauenarzt durch.
Frauenärzte beraten die Frauen auch bezüglich der verschiedenen Verhütungsmittel und verordnen den Frauen eine für sie passende Pille, setzen die Spirale ein, verabreichen eine Spritze zur Verhütung usw.
Auch die Krebsvorsoge der weiblichen Organe wird vom Frauenarzt durchgeführt. Im Rahmen dieser Vorsorge untersucht der Frauenarzt oder die Frauenärztin die Patientin gynäkologisch und entnimmt einen Abstrich, der auf Krebszellen untersucht wird. Zusätzlich misst er den Blutdruck und tastet die Brüste nach knotigen Veränderungen ab. Teilweise wird auch eine Ultraschalluntersuchung durchgeführt.
Schwangere Frauen werden vom Frauenarzt ebenso betreut wie ältere Frauen in den Wechseljahren. Die Wechseljahre bereiten den Frauen unterschiedliche Beschwerden, die der Arzt durch die Gabe von Hormonen, durch Spritzen oder homöopathische Mittel behandeln kann, sofern die Frau dies wünscht.
Im Rahmen der Schwangerschaftsvorsorge untersucht der Frauenarzt zuerst vierwöchentlich, später zweiwöchentlich und kurz vor der Geburt im Abstand weniger Tage den Urin, den Hämoglobinspiegel im Blut, misst den Blutdruck und untersucht das ungeborene Baby. Regelmäßig wird während dieser Untersuchung auch ein Ultraschall gemacht. Der Arzt kann hier Größe und Gewicht des Babys errechnen, die Fruchtwassermenge berechnen und den Gesundheitszustand des Babys kontrollieren. Viele Frauenärzte haben auch Belegbetten in einer Geburtsklinik, so dass sie die Frau auch bei der Entbindung betreuen. Zur Geburt wird der Arzt dann von der Dienst habenden Hebamme verständigt und leitet dann die Entbindung. Sofern dies notwendig ist, entbindet der Arzt das Baby per Saugglocke, Zange oder Kaiserschnitt. Die Wunde vernäht der Frauenarzt anschließend. Auch in den Tagen nach der Entbindung und im Wochenbett betreut der Frauenarzt die Patientin.
Frauenärzte arbeiten oft als selbstständiger Arzt in der eigenen Praxis oder sind in einer großen gynäkologischen Praxis als angestellter Facharzt tätig.
Auch in Krankenhäusern arbeiten angestellte Frauenärzte. Niedergelassene Frauenärzte haben sehr häufig Belegbetten in einer Entbindungsklinik.
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