Abenteuerreisen - Merkmale, Ziele und Möglichkeiten des Erlebnisurlaubs

Junges Paar beim Zelten, Zelt steht am Flussufer auf Steinen

Unbekannte Gebiete, ungeahnte Abenteuer - Informationen rund um die Erlebnisreise

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  • von Paradisi-Redaktion

Abenteuerreisen oder auch Erlebnisreisen stehen bei denjenigen, die keine Lust haben auf Pauschalreise und Vollverpflegung, hoch im Kurs. Auch auf Luxus muss in besonderen Fällen verzichtet werden. Um einen Abenteuerurlaub zu erleben, muss man nicht unbedingt in die Ferne reisen; auch in Deutschland gibt es Möglichkeiten für eine aufregende Abenteuerreise. Informieren Sie sich über die Merkmale einer Abenteuerreise und holen Sie sich Tipps für Ihren nächsten Erlebnisurlaub.

Abenteuerreisen - Generelle Merkmale und Voraussetzungen

Bei einer Abenteuerreise handelt es sich um eine in der Regel wagnisreiche Reise eines Menschen, welcher seine gewohnte Umgebung sowie das gewohnte soziale Umfeld verlassen möchte, um sich zu einem neuen, häufig weit entfernten, Ziel zu begeben. Dabei nimmt man als Abenteuerurlauber bewusst alle möglichen Risiken sowie auch eventuelle Gefahren in Kauf.

Ebenfalls sollte man sich darüber im Klaren sein, dass man mit ganz anderen Herausforderungen rechnun muss und in vielerlei Hinsicht auf sich allein gestellt ist. Dies ist aber auch der Reiz der Abenteuerreise: sich ins Unbekannte stürzen und neue, außergewöhnliche Erfahrungen zu machen.

Andererseits werden auch Reisen, in denen man besonders aktiv ist, in die Sparte des Erlebnisurlaubs gelegt. Hierzu zählen dann beispielsweise auch bestimmte Formen von Familienreisen.

Geht man jedoch von dem ursprünglichen Sinn einer Abenteuerreise aus, so stehen folgende Merkmale für diese Form des Urlaubs:

  • kultureller Austausch
  • physische Herausfoderung
  • Naturverbundenheit

Entscheidend ist in dem Fall ein Abenteuermotiv. Zu den wichtigen Voraussetzungen, um eine solche Reise antreten zu können, zählen

  • Spontanität
  • Flexibilität
  • köperliche Fitness
  • Selbstständigkeit
  • Bereitschaft, auf Luxus (wie z.B. warmes Wasser oder Toiletten) zu verzichten
  • der Wille, neue Kulturen kennen zu lernen
  • die Bereitschaft, über seine eigene Leistungsfähigkeit hinaus zu gehen, wenn nötig
  • keine Angst vor Einsamkeit/Isolation, wenn man die Reise allein antritt
  • Stressresistenz
  • keine Scheu, Ungewöhnliches zu probieren

Wie der Name "Abenteuerreise" bzw. "Erlebnisreise" schon sagt, stehen bei dieser Reiseform also vor allem das Abenteuer sowie das Erlebnis im Vordergrund. Anstatt seinen Urlaub gemütlich im Liegestuhl oder am Strand zu verbringen, möchte der Reisende seine Zeit lieber für aufregende Aktionen und unvergessliche Erlebnisse nutzen.

Bei einer Erlebnisreise sucht der Urlauber nach körperlichen Herausforderungen oder möchte seinen Forschungsdrang befriedigen und ferne Länder oder abgelegene Gebiete jenseits des Massentourismus besuchen. Wie ein Erlebnisurlaub aussehen kann, hängt letztendlich vom Reisenden und seinen Wünschen ab.

Für eine Abenteuerreise muss man spontan, flexibel und körperlich fit sein
Für eine Abenteuerreise muss man spontan, flexibel und körperlich fit sein

Zahlreiche Möglichkeiten

Die Möglichkeiten sind jedenfalls äußerst vielfältig. So gibt es die verschiedensten Arten von Erlebnisreisen. Eine Erlebnisreise kann sowohl in einer Gruppe als auch allein durchgeführt werden.

Für Erlebnisreisen gibt es zahlreiche Möglichkeiten, denn unter diesem Begriff lassen sich viele verschiedene Reisearten zusammenfassen. Dazu gehören unter anderem

Unterschiedliche Arten von Erlebnisreisen

Im Gegensatz zu Erholungsreisen, stehen bei Erlebnisreisen besondere Aktionen und Erlebnisse im Vordergrund. Eine Erlebnisreise kann auf unterschiedliche Art durchgeführt werden.

Abenteuerreisen und Expeditionen

Abenteuerreisen bieten die Chance für aufregende und unvergessliche Erlebnisse. Vor allem die Herausforderung steht dabei im Vordergrund.

Die Palette an Angeboten ist breit und reicht

  • von Rafting
  • oder Kamel-Trekking
  • bis hin zu einer ethnologischen Entdeckungsreise zu indigenen Völkern, die jenseits der Zivilisation leben.

Bei einer Expedition in abgelegene Gebiete sind dagegen Eigenschaften wie

  • Teamgeist
  • Kameradschaft und
  • Wildnisfähigkeit

gefragt. Informieren Sie sich hier detaillierter über das Thema Expeditionen.

Kameltrekking im Abenteuerurlaub
Kameltrekking im Abenteuerurlaub
Aktivreisen

Aktivreisen sind vor allem für Sportfreunde ein besonderes Erlebnis, die sich während ihres Urlaubs körperlich betätigen wollen.

Dabei lässt sich nahezu jede beliebige Sportart ausführen, wie zum Beispiel

Über Aktivreisen informieren wir hier noch einmal gesondert.

Kajakfahren im Aktivurlaub
Kajakfahren im Aktivurlaub
Erlebnisstudienreisen

Erlebnisstudienreisen sind vor allem für aktive Kulturfreunde zu empfehlen, die die Kultur eines anderen Landes oder einer bestimmten Stadt erkunden möchten. Dabei kann die Erkundungstour sowohl durch die Natur als auch durch eine Stadt erfolgen.

Besonders beliebt sind Eventreisen, bei denen man ein bestimmtes Ereignis wie zum Beispiel

besucht.

Trekkingreisen

Ebenfalls ein besonders Erlebnis sind Trekkingreisen. Diese führen den Reisenden in abgelegene, ursprüngliche Landschaften, die er über mehrere Tage durchwandert, was auch eine körperliche Herausforderung darstellt, da das Gepäck zumeist selbst getragen werden muss. Informieren Sie sich hier genauer.

Naturreisen und Safaris

Für Urlauber, die die Natur aktiv erleben möchten, sind Naturreisen oder Safaris zu empfehlen. Bei dieser Reiseform stehen Fauna und Flora des Reiseziels im Vordergrund.

Safaris als beghrte Art der Erlebnisreisen
Safaris als beghrte Art der Erlebnisreisen

Einzigartige Landschaften und faszinierende Tierbeobachtungen sorgen für unvergessliche Erlebnisse. Mehr Informationen zum Thema Naturreisen finden Sie hier, während wir hier gesondert über Safaris berichten.

Wanderreisen

Wer es etwas ruhiger mag und dennoch aktiv sein möchte, sollte sich auf eine Wanderreise begeben. Dabei können auf Tageswanderungen von mehreren Stunden die umliegenden Landschaften des Reiseziels sorgfältig erkundet werden. Lesen Sie hier, welche unterschiedlichen Möglichkeiten es gibt.

Viele Möglichkeiten - Ziele von nah bis fern

Ein Urlaub am Strand kann sehr erholsam sein, eine Abenteuerreise bietet jedoch auch Action und Abwechslung. So kann man

  • unbekannte Gegenden durchwandern
  • faszinierende Landschaften bewundern oder
  • den Spuren von alten Kulturen folgen.

Reiseanbieter stellen die verschiedensten Angebote für Erlebnisreisen zur Verfügung. Dabei sind sowohl Pauschalreisen als auch Individualreisen möglich.

Eine Abenteuerreise lässt sich ebenso im Winter wie im Sommer durchführen und kann in die verschiedensten Winkel des Erdballs führen. Ideen für einen Abenteuerurlaub gibt es viele.

  • Wer nicht zu weit reisen möchte, kann zum Beispiel in Hamburg einen Bungeesprung vom Hafenkran wagen oder im Winter eine Hundeschlittentour in Rostock unternehmen.
  • Für Abenteuerurlauber, die es lieber exotisch mögen, ist Elefantenreiten in Thailand oder ein Kamel-Trekking durch die Halbinsel Sinai genau das Richtige.
  • Aber auch ein Hubschrauberflug durch den nordamerikanischen Grand Canyon kann sehr aufregend sein.

Wichtig ist dabei nur, während der Reise aktiv zu sein, damit es nicht zu Langeweile kommt. Besonderer Beliebtheit erfreuen sich ebenso

Urlaubstipp: Kroatien

Abenteuerreisen führen in die verschiedensten Gegenden der Welt. Wer gerne paddelt, sollte nach Kroatien reisen.

Man findet dort zahlreiche Raftingmöglichkeiten. Ebenso verspricht eine Kajakfahrt auf Kroatiens wilden Flüssen aufregende Action.

Urlaubstipp: Norwegen

Auch in der kalten Jahreszeit kann der Abenteuerurlauber viel erleben. Ein besonders interessantes Ziel ist Nordnorwegen mit den Lyngenalpen, die viele spektakuläre Möglichkeiten zum Skifahren jenseits der Piste bieten. Zudem versprechen

abwechslungsreiche Aufregung.

Urlaubstipp: Alpen

Wem der hohe Norden zu weit weg ist, kann im Winter auch in die Alpen reisen. Besonders gut zum

eignet sich die Region Rhônes-Alpes, die als größtes Skigebiet der Welt gilt und über acht Nationalparks verfügt.

Urlaubstipp: Pyrenäen

Möchte man dagegen den Menschenmassen in den Alpen lieber ausweichen, sollte man in die Pyrenäen fahren. Auch dort stehen zahlreiche Wintersportmöglichkeiten zur Verfügung. Im Frühjahr und im Sommer bietet die Region Midi-Pyrenees außerdem zahlreiche

  • Rafting-
  • Kajak- und
  • Wandermöglichkeiten.

Urlaubstipp: Schottland

Für Abenteuerurlauber, die vor allem die Schönheit der Natur reizt, ist das romantische Hochland von Schottland mit seinen zahlreichen Seen und Burgen sehr zu empfehlen. Dort lässt es sich vortrefflich wandern oder Mountainbike fahren.

In Schottland ist es reizvoll die Landschaft zu durchwandern
In Schottland ist es reizvoll die Landschaft zu durchwandern

Urlaubstipp: Frankreich

Folgt man lieber den Spuren von alten Kulturen, kann man mit dem Fahrrad durch die kurvenreichen Straßen der französischen Provence fahren. Dabei lassen sich gleichzeitig die über zweitausend Jahre alten römischen Aquädukte bewundern. Für Urlauber, die es noch spektakulärer mögen, stehen zudem Möglichkeiten zum

zur Verfügung.

Um Abenteuer zu erleben, muss man nicht unbedingt weit reisen...

Abenteuerreisen in Deutschland

Die meisten Abenteuerreisen führen ins Ausland. Vor allem exotische Ziele wie Asien oder Afrika reizen viele Urlauber. Zieht es einen jedoch nicht in die Ferne, kann man auch in Deutschland Abenteuerurlaub machen.

Für Familien: Abenteuer am Bodensee

Für Familien bietet sich dazu ein Erlebnisurlaub am Bodensee an. Dort können Eltern mit ihren Kindern unterschiedliche Aufgaben auf einem Floß oder an einer Kletterwand bewältigen, wodurch auch der Zusammenhalt innerhalb der Familie gestärkt wird.

Zu den zahlreichen Angeboten zählen unter anderem

Besonders aufregend für Kinder ist das Zeltlager Tippi-Stadt. Dort können sie rund zwei Wochen lang in unmittelbarer Nähe zur Natur in einem Zeltlager leben. Dabei werden auch zahlreiche Aktionen und Spiele durchgeführt. Auf Strom und warmes Wasser muss jedoch verzichtet werden, was sehr zum Abenteuercharakter beiträgt.

Für Sportler: Abenteuer in den Bergen und auf dem Wasser

Im Winter bietet die umliegende Region der Allgäuer Alpen beste Bedingungen zum Skifahren und Snowboarding. Immer ein aufregendes Erlebnis ist außerdem das Rafting.

Freunde des wilden Wassersports kommen vor allem in Bad Reichenhall und Umgebung auf ihre Kosten. Neben Rafting werden auch Floßfahrten, Kanadier und Canyoningtouren angeboten, die auf den Gewässern Saalach, Königsseer Ache, Salzach und Lammer stattfinden.

Freunde des Canyoning kommen im bayerischen Rettenberg auf ihre Kosten. Dort werden zusätzlich zum Canyoning auch weitere actionreiche Events wie

  • Abenteuerwochenenden
  • Klettern
  • Bockerln
  • Leichtwandern und
  • Mehrtagestouren

in die Allgäuer Alpen angeboten. Im Winter sind zudem Schneeschuhtrekking sowie ein Iglubau samt Übernachtung im Iglu möglich.

Für Autofans: Abenteuer auf besonderen Fahrzeugen

Wer sich für Abenteuer mit dem Auto interessiert, ist im AdventureSteinbruch bei Heilbronn/Künzelsau an der richtigen Adresse. Dort werden Abenteuer und Exkursionen im Steinbruch angeboten. Zu den Events gehören

  • GPS-Schatzsuchen
  • Monster-Roller fahren und
  • das Mitfahren im Offroad-Taxi.

Dabei werden Schlammlöcher, steinige Strecken, steile Auf- und Abfahrten sowie ein Wasserlauf auf einer Holzbrücke durchquert. Für die Erholung für Zwischendurch sorgt ein zünftiges Outdoor-Picknick.

Weitere ereignisreiche Angebote im AdventureSteinbruch sind

Aber auch im Norden Deutschlands sind Abenteuerfahrten möglich. So finden vor den Toren Hamburgs und an der Ostsee Jeep-Safaris statt, bei denen die Tour-Teilnehmer Oldtimer-Geländewagen selbst steuern können, was eine abenteuerliche Herausforderung darstellt.

Wer einen Abenteuerurlaub plant, möchte, dass dieser zu einem ganz besonderen Erlebnis wird - und begibt sich daher nicht selten ganz allein auf die Reise...

Reisetipps für Alleinreisende

Während viele Menschen zumindest in einer kleinen Gruppe ins nächste Abenteuer starten, gibt es auch für Urlauber, die eine Erlebnisreise auf eigene Faust durchführen wollen, eine Vielzahl von individuellen Angeboten. Als besonders empfehlenswert gilt eine Erlebnisrundreise durch das schottische Hochland, bei der der Reisende Landschaft, Kultur und Geschichte Schottlands hautnah erleben kann.

Ebenfalls sehr für Erlebnisurlauber zu empfehlen ist die Insel Island mit ihrer einzigartigen Natur, die an eine Mondlandschaft erinnert. Zu den zahlreichen Erlebnismöglichkeiten auf der Insel gehört zum Beispiel eine Snowmobil-Safari durch Myrdalsjökull, eine faszinierende Kraterlandschaft.

Für das Fahren eines Snowmobils ist nicht einmal ein Führerschein nötig. Auf einen ortskundigen Führer sollte man jedoch besser nicht verzichten, damit man sich in der Gletscherlandschaft nicht verirrt.

Weitere Möglichkeiten auf Island aktiv zu sein, sind Reittouren und Walbeobachtungen mit alten Fischerbooten. Auch eine Rafting-Tour zu dem Geysir Strokkur ist ein unvergessliches Erlebnis.

Zieht es einen noch weiter in die Ferne, kann man eine Individual-Reise mit dem Bus quer durch Mexiko und Guatemala wagen. Dazu muss man jedoch über reichlich Abenteuerlust verfügen und mit wenig Komfort auskommen können.

Empfohlene Vorsichtsmaßnahmen

Bevor man auf eigene Faust eine Reise durch Gebiete antritt, die nicht als sicher gelten, sollte man ein paar Vorsichtsmaßnahmen beherzigen. So ist es ratsam, Kopien des Reisepasses, von wichtigen Dokumenten sowie von Kreditkarten anzufertigen und bei Freunden zu hinterlassen.

Auch an wichtige Impfungen gegen Krankheiten wie Hepatitis A, Hepatitis B, Tetanus, Typhus und Gelbfieber sollte unbedingt gedacht werden, damit die individuelle Erlebnisreise nicht zu einem Negativerlebnis wird.

Urlaub auf der Weltraumstation ISS

Extravanganter Urlaub auf der Weltraumstation ISS möglich, für 25,2 Millionen Euro

Astronaut im Weltall, im Hintergrund Erdkugel und Mond
Astronaut © Jim Mills - www.fotolia.de

Wer einmal einen extravaganten Urlaub buchen will, der kann mit der russischen Raumfähre "Soyuz" zur Weltraumstation ISS fliegen. Nach einer Flugdauer von 30 Stunden, bleibt man dann sieben Tage auf der Station und umkreist 120 Mal die Erde.

Allerdings ist dieser Flug nicht gerade preiswert, denn man muss dafür 25,2 Millionen Euro bezahlen und natürlich auch fit sein. In dem Preis ist natürlich auch das sechsmonatige Trainingsprogramm, Unterkunft, Verpflegung und der persönliche Raumanzug enthalten, ebenso ein Russisch-Sprachkurs.

Günstigere Alternativen

Wer nicht soviel Geld übrig hat, der kann aber auch einen Flug in 100 Kilometern Höhe, der etwa 30 bis 45 Minuten dauert, für knapp 74.000 Euro buchen, was aber zurzeit noch im Testbetrieb läuft. Erst ab 2010 sollen diese Flüge, bei denen man eine Geschwindigkeit von 10.000 Km/h erreicht, offiziell buchbar sein.

Als dritte Möglichkeit, die Schwerelosigkeit einmal kennenzulernen, ist ein Flug mit einer Boing B727 von Fort Lauderdale auf eine Höhe von 6500 Metern. Dabei vollzieht der Pilot eine sogenannte Parabel, wobei man sich wie im Weltall fühlt. Dieser Flug kostet nur 3.740 Euro.

Reiseziel für Kanuten: Die Boundary Waters im Norden Minnesotas

Wer echte Wildnis sucht und gerne paddelt, könnte in den Norden des US-Bundesstaates Minnesota fahren und sich dort in den Boundary Waters umsehen. Das ist ein 150 km langes Gebiet mit über 1.000 Seen und Flüssen. Dort gibt es 2.400 km Kanurouten und 2.200 Plätze, auf denen man zelten darf. Außerdem gibt es im Norden Minnsotas 20.000 Schwarzbären. In den ganzen USA sind es 420.000. Auch Wölfe streifen durch die Boundary Waters.

Der Besucher erlebt hier also echte Wildnis und dazu gehört auch eine Prise Gefahr. Das Gebiet grenzt an Kanada. Es gibt ein ausgeklügeltes Genehmigungssystem, das verhindert, dass zu viele Kanuten auf einmal an einer Stelle paddeln.

Tourismus mit politischem Anspruch: CorruptTour in Tschechien

Auf den ersten Blick klingt der Name CorruptTour wie ein schlechter Scherz aus einem Kinofilm. Bei genauerer Betrachtung ist jedoch genau das gewollt - schließlich bieten Petr Sourek und sein Team ihren Kunden ein Urlaubserlebnis der etwas anderen Art.

Statt den üblichen Sehenswürdigkeiten vom Wenzelsplatz bis zur Karlsbrücke führt CorruptTour an Orte, die sonst eher nicht im Reiseführer verzeichnet sind. Villen zwielichtiger Geschäftsmänner gehören dazu, ebenso wie brach liegende Baustellen, die durch undurchsichtige Aktionen wohl niemals fertiggestellt werden.

Ziel sei es, so Gründer und Geschäftsführer Sourek, Korruption von der abstrakten Vorstellung ins reale Leben zu holen. Ein Tourismus-Konzept mit politischem Anspruch gewissermaßen - mal sehen, wie dieses extravagante Angebot bei Tschechien-Touristen ankommt...

Höher, weiter, spannender - Extremurlaub wird immer beliebter

Heutzutage kann man jegliche Form von Extremurlaub sogar problemlos im Internet buchen - sei es ein Schlittenhund-Trip im fernen Alaska, eine U-Boot-Fahrt zu gesunkenen Wracks in der Tiefsee oder ein 30-minütiger Flug ins Weltall für schlappe 100.000 Dollar.

Immer mehr Menschen buchen diese für den Otto-Normalverbraucher recht außergewöhnlichen Trips, die Reiseforscher als "Narko-Kapitalismus" beschreiben. Gerade in den letzten Jahren stieg der Abenteuertourismus vor allem hierzulande und mittlerweile machen knapp 10 Prozent der Bevölkerung solch einen Urlaub.

Die Menschen suchen in ihrer Urlaubszeit immer öfter den Kick und den Kontrast zum teils tristen Alltag, weshalb sie derartige Extremurlaube oder aufregende Kurztrips durchziehen.

Der mit dem Wolf schläft: Übernachtungen im Wolfcenter von Dörverden

Natürlich braucht sich niemand mit dem Wolfsrudel auf dem Waldboden zusammenkuscheln: Wer eine Übernachtung im Wolfcenter von Dörverden bucht, nächtigt im luxuriösen Baumhaushotel "Tree Inn", das einen faszinierenden Ausblick auf das benachbarte Wolfsgehege bietet, in dem aktuell die sechs jungen Wölfe Sirius, Remo, Yiva, Odin, Juri und Olomuk zuhause sind. In einem zweiten Wolfsgehege leben fünf ältere Grauwölfe. Weitere Wolfsarten wie beispielsweise Polarwölfe sollen in den nächsten Jahren noch hinzukommen.

Die meisten Besucher in Dörverden sind Tagesausflügler, die häufig nur kurze Zeit vor den Gehegen verweilen um den Wölfen zu zu sehen. Wer jedoch im Baumhaus übernachtet, kann die Wölfe stundenlang von oben beobachten - und ihnen abends zuhören, wenn sie um die Wette heulen.

Das Baumhaus ist natürlich kein einfacher Verschlag, der in das Geäst gezimmert wurde, sondern eine hochmodern ausgestattete Unterkunft mit Whirlpool, Dachterrasse, Flachbildfernseher und Minibar. Zugänglich ist sie über eine Seilhängebrücke. Eine sieben Meter lange Glasfront ermöglicht aus dem warmen Inneren das ungestörte Beobachten der Wölfe.

Tauchen mit Haien oder Schlittenhund-Touren in der Arktis - Extremurlaub immer beliebter

Die einzige Grenze für Reisen mit extremen Erlebnissen setzt scheinbar nur noch der eigene Geldbeutel

Weißer Hai im Ozean springt aus Wasser heraus
Great white shark © elsahoffmann - www.fotolia.de

Noch ist der erste Touristenflug ins All nicht gestartet, doch die Wartelisten sind lang: Extremurlaub ist angesagt. Auf dem Erdboden locken Touren durch das ewige Eis der Arktis mit Schlittenhunden und unter Wasser der ganz bestimmte Tauchgang umgeben von Haien.

Extreme Erlebnisse im Kommen

Saufen am Ballermann und Wandern in der Toskana war gestern: Heute muss es schon etwas ganz Besonderes sein. Die einzige Grenze setzt scheinbar nur noch der eigene Geldbeutel. Wer kann sich schon 50.000 Euro für einen Tauchausflug zum Wrack der Titanic leisten?

Einer Umfrage der Hamburger Stiftung für Zukunftsforschung zufolge, unternehmen aktuell etwa 10% der Bevölkerung zumindest ab und zu eine Reise, die extreme Erlebnisse beinhaltet. Die Jüngeren sind dabei 20x so häufig vertreten wie die Älteren über 65 Jahren. Für sie gilt der Extremurlaub heute häufig als Statussymbol, glauben Experten.

Freizeitgestaltung als Selbstdarstellung

Die Freizeitgestaltung ist heute enorm wichtig bei der Selbstdarstellung im Beruf und im Internet. Wer da sagen kann, er ist zum Hai-Tauchen nach Südafrika geflogen, schindet natürlich viel mehr Eindruck als derjenige, der zwei Wochen am Strand von Mallorca Bücher gelesen hat.

Die Gruseltunnel von Cu Chi: Warum Touristen im Vietnam unter der Erde krabbeln wollen

Cu Chi ist eine Stadt nördlich von Saigon in Vietnam. Während der Tet-Offensive im Vietnamkrieg war Cu Chi das Basislager und heiß umkämpft. Der Grund: das wohl einzigartige und über drei Etagen verzweigte Tunnelsystem unter der Stadt.

Von 1960 bis 1975 nutzten vietnamesische Partisanen dieses System, um sich vor Angreifern zu schützen. Kein Wunder, dass amerikanische Truppen sowie deren Verbündete in diesen Gebieten nur mit Mühe Boden gutmachen konnten. Die Tunnel waren so hervorragend getarnt, dass ihre Eingänge noch heute für Touristen kaum zu finden sind. Geschweige denn zu betreten, denn die schmalen Gänge sind nur dort für Otto-Normalo betretbar, wo sie erweitert wurden.

Die Tunnel sind zusammengenommen rund 200 Kilometer lang. Von hier aus wurden Fallen gestellt und Angriffe organisiert. Das System war so effektiv, dass es weder geflutet noch mit Giftgas ausgeräuchert werden konnte. Auch Sprengungen blieben weitgehend ergebnislos.

Heute ist das Netz nur noch für touristische Zwecke in Betrieb. Und auch wer nicht unter die Erde steigen will, kann sich ringsum informieren, Schießübungen machen und sogar echtes, vietnamesisches Soldatenessen probieren.

Reiseziel Inuit unterhalb des Polarkreises

In Nunavut wird es langsam Frühling. Trotzdem ist von Frühling nichts zu merken. Die Temperaturen sind niedriger als im tiefsten Winter in Deutschland.

Trotz allem ist die Region ein beliebtes Touristenziel. Nur drei Flugstunden von Montreal und Ottawa entfernt, lockt es einige Touristen an. Das Leben der Inuit kann kennengelernt werden. Die berühmte Straße ins Nichts führt auf der einen Seite in die Tundra, auf der anderen sind einige Reihenhäuser angesiedelt.

Im Jahr 1999 wurde von der Regierung bestimmt, dass die Inuits ihr eigenes Territorium erhalten, doch mittlerweile gilt dieses Vorhaben als gescheitert. Kriminalität, Drogenmissbrauch und Arbeitslosigkeit sind an der Tagesordnung.

Jetzt wird mit Tourismus versucht wieder Normalität herzustellen. Jeder Tourist wird eingeladen Karibu, Seehund und Saibling zu essen. Nicht immer ein wirklicher Genuss.

Reisepartnerbörse mal anders – bei Globetrotter treffen sich Reiselustige am Lagerfeuer

Eine Reisepartnerbörse bietet Singles eine perfekte Gelegenheit, neue Leute für Unternehmungen zu treffen. Das virtuelle Kennenlernen im Internet ist allerdings nicht jedermanns Sache. Der Outdoor-Ausstatter Globetrotter lädt Reiselustige deshalb einfach ans Lagerfeuer – also dorthin, wo sich Gespräche über Reiseträume und die Sehnsucht nach fernen Orten ganz natürlich entwickeln.

Treffpunkt für die zielorientierte Partnerbörse ist das Hamburger Stammhaus von Globetrotter, wo sich die Interessierten nach Feierabend bei Sekt und Dart-Spiel näherkommen können. Wirklich rasant ist die Nachfrage noch nicht. In Zeiten von Online-Netzwerken mutet der Treff am Feuer nostalgisch an, doch gerade darin sehen die Veranstalter den Vorteil ihres Konzeptes.

Wer Gleichgesinnte zum Tauchen, Segeln oder Wandern sucht, kann seine Wünsche hier per Button bekannt machen. Falls sich kein Mitstreiter für die geplante Tour findet, kann man den Abend trotzdem genießen – zum Austausch von Erfahrungen und als Anregung für interessante Ziele.

Urlaub machen und Gutes tun – Voluntourismus boomt

"Work and Travel" wird von der beliebten Reiseform "Help and Travel" abgelöst

Schild mit angezeigten Richtungen in sechs Kontinente, blauer Himmel
Six continent directions © Roman Milert - www.fotolia.de

Urlaub mit ehrenamtlichem Engagement zu kombinieren – das klingt gut. Tatsächlich findet der sogenannte Voluntourismus bei jungen Menschen immer mehr Anhänger. Beliebt für die Freiwilligenarbeit auf Reisen sind vor allem

Ebenso gefragt sind

  • Bildungsarbeit,
  • Bau und
  • die Mithilfe im lokalen Tourismus.

Idee des Voluntourismus

"Help and Travel" löst allmählich das beliebte "Work and Travel" als Reiseform ab. Neben den sozialen Engagement lernen die meist jungen Teilnehmer fremde Kulturen kennen. In vielen Ländern lässt sich die Freiwilligenarbeit zudem mit einem Sprachkurs ergänzen.

Zeit für Erholung bleibt genug. Die Unterstützungsarbeiten sollen dadurch nicht nur den Einheimischen in armen Ländern helfen – auch die Touristen profitieren von ihren vielseitigen Erfahrungen.

Nur mal kurz die Welt retten

Damit Voluntourismus seinen Zweck erfüllt, muss das Projekt wirklich zum Reisenden passen. Für einfache Arbeiten im Haushalt oder auf dem Feld sind keine Vorkenntnisse erforderlich, in vielen Projekten sind aber auch Bewerber mit speziellen Qualifikationen gefragt. Und der Tourist sollte ausreichend Zeit mitbringen. Wer in zwei Wochen die Welt retten möchte, tut weder sich noch den Menschen vor Ort gut. Bevor man eine Reise bucht, sollte man deshalb genau prüfen, welche Organisation ein passendes Tätigkeitsfeld anbietet.

Auch wichtig: wie sind Anreise und Unterbringung organisiert? Üblich ist etwa ein Zimmer in einer Gastfamilie, mancherorts gibt es aber auch Hostels oder eigene Häuser für Volunteers.

Das Geschäft mit der Hilfe

Die Kosten für eine Volunteering-Reise liegen selten unter 1000 Euro. Grade in armen Ländern lockt das auch Geschäftemacher auf den Plan. In den letzten Jahren ist Voluntourismus dadurch zunehmend kommerzialisiert – und nicht alle Angebote sind seriös. Wer wirklich mit gutem Gewissen reisen möchte, muss deshalb genau hinschauen:

Ohne detaillierte und Vorinformationen und verlässliche Organisation sollte niemand ins Ausland reisen.

Mobiler Urlaub mit Vespa, Harley oder VW Bulli: Reisen einmal anders

Mit diesen fahrbaren Untersätzen erkunden Sie stilecht Ihr Reiseziel nach Wahl

Ausschnitt Motorrad vor Gebirgslandschaft mit See
moto guzzi 75° anniversario © alessandro contarin - www.fotolia.de

Viele Menschen fahren mit dem eigenen Auto in den Urlaub. Doch es muss nicht immer der eigene Pkw sein, um auf Reisen zu gehen.

Durch England mit bunten Campervans

Eine Alternative sind etwa Campervans aus den 1960er- und 1970er-Jahren, die es bei O’Connors Campers für eine Tour durch Großbritannien gibt. Im Angebot sind zahlreiche VW Bullis in bunten Farben und ungewöhnlicher Ausstattung (oconnorscampers.co.uk, ab 365 Pfund / etwa 497 Euro).

Alpenüberquerung im Geländewagen

Mit dem Geländewagen über Stock und Stein geht es bei einer geführten Alpenüberquerung von TC-Offroad-Trekking. Voraussetzung ist ein eigenes Fahrzeug mit Allrad und Geländeuntersetzung. Sieben Tage am Lagerfeuer kosten rund 1000 Euro, mit Übernachtungen im Hotel erhöht sich der Preis etwas. Wer trainieren möchte, kann dies in einem Offroad-Park mit Geländewagenvermietung, etwa im Hoope-Park bei Bremen (hoopepark.de). Auto plus Trainingstag kosten gut 300 Euro.

Mit der Vespa durch die Toskana

Stilgerecht durch die Toskana reisen, lässt sich mit einer Vespa. Die Italo-Roller sind bei Dario von Vintage Tours (vintagetours.it) in Moltepulciano ab 60 Euro pro Tag erhältlich. Voraussetzung ist ein Rollerfahrlizenz oder ein Führerschein Klasse B (Auto), mit dem Zweiräder mit 50 Kubikzentimeter Hubraum und 45 km/h Höchstgeschwindigkeit zu bekommen sind. Den Wind durch die Haare wehen, darf man aber auch in Italien nicht: Es herrscht Helmpflicht.

Route 66 auf der Harley-Davidson

Ebenfalls auf zwei Rädern, doch etwas schneller, geht es auf einer Harley-Davidson auf der berühmten Route 66 in den USA. Selbstverständlich ist ein Führerschein erforderlich und das nötige Kleingeld. Die zweiwöchige Tour von Chicago nach Los Angeles kostet bei Eaglerider (eaglerider.com) inklusive Harleys und Hotels etwa 3700 Dollar pro Person. Möglich sind aber auch kürzere und günstigere Touren.

VW-Käfer-Fahrt durch Berlin

Nicht ganz so weit muss man für eine VW-Käfer-Fahrt durch Berlin reisen. Fahrten ab 50 Euro bietet oldie-kaefer-tour-berlin.de an. Nostalgiker können bald auch einen Trabbi für ihre Tour durch die Hauptstadt wählen.

Grundinformationen und Hinweise zu Abenteuerreisen

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Quellenangaben

  • Bildnachweis: Couple camping in a tent © Taylor Hutchens - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: hike © Vladyslav Makarov - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: Pyramids in desert © Givaga - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: kayaking in kauai under a rainbow © Claudio's Pics - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: giraffe © Sebastien Burel - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: Dunnottar Castle © broker - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: Hike © Galyna Andrushko - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: Tandem skydive © Speedfighter - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: Surf Van © Carlos Caetano - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: Anchoring at lastovo, croatia © cool chap - www.fotolia.de

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