17. Oktober 2009
Von Viola Reinhardt
Ob Telefonanbieter, Internetdienstleister, Deutsche Bahn oder auch Fitness-Studios: Immer mehr Unternehmer bieten ihren Kunden zunehmend Abonnement-Verträge mit teilweise erheblichen (Mindest-)Laufzeiten an, um diese möglichst lange und preisstabil an sich zu binden. Was das für die Kunden eigentlich bedeutet, machen sich die wenigsten von ihnen bei Vertragsabschluss so richtig bewusst: Sie gehen eine enorme Verpflichtung ein, die, wenn man die Kosten über die Laufzeit zusammenaddiert, oft bis an die Grenze ihrer Leistungsfähigkeit geht.
Ein Beispiel: Ein Student schließt einen Zweijahresvertrag beim Fitness-Studio für 49 Euro im Monat ab. Kosten über die gesamte Laufzeit: 1.176 Euro! Würde man ihm den Betrag auf einmal abknöpfen wollen, hätte er damit vielleicht gewisse Schwierigkeiten. Und genau diese Schwierigkeiten sind es, die ihm später unter Umständen zum Verhängnis werden können, denn was passiert, wenn er seinen Monatsbeitrag einmal nicht bezahlen kann?
Beitragsrückstand, Kündigung, Fälligstellung des Restbetrages bis zum Ende der Laufzeit, Mahnbescheid, Zwangsvollstreckung, Zahlungsunfähigkeit – die Schuldenfalle ist bereits beim Abschluss des Vertrages zugeschnappt, und es hilft dann, im Zweifelsfall, nur noch der Gang zur Schuldnerberatung. Natürlich muss es nicht so laufen wie in diesem Beispiel, aber das Risiko, und das ist eben gerade so vielen jüngeren und älteren Menschen nicht bewusst, das Risiko, dass bei der Abwicklung eines solchen Dauerschuldverhältnisses etwas schief geht, ist einfach sehr groß! Und es nimmt natürlich noch zu, wenn man es nicht, wie in unserem Beispiel, bei einem Vertrag dieser Art belässt.
Hand aufs Herz: Wie viele solcher Verträge haben Sie am Laufen? Haben Sie schon einmal alle monatlichen Beträge über die gesamte jeweilige (Mindest-)Laufzeit zusammenaddiert? Miete, Strom und Gas, Telefon, Mobiltelefon, eventuell Telefon-Miete, Internet, Zeitungen und Zeitschriften, Leasing, Ratenzahlungen, Versicherungen, Vereinsmitgliedschaften, Fitness-Studio, Videothek usw.? Tun Sie es mal und zählen Sie dann all diese Beträge zusammen: Es wird Ihnen nicht nur am Ende der Rechnung schwindlig, sondern schon während der Auflistung der einzelnen Posten. Garantiert!
Selbstverständlich sind viele dieser Verpflichtungen unumgänglich, aber man sollte es eben immer im Hinterkopf behalten, wenn man vor der Frage steht, ob man noch eine weitere solche Verpflichtung eingehen soll, auch wenn es "nur" 5 Euro im Monat sind: Denn wie viel war das noch mal über eine Laufzeit von, sagen wir einmal, 5 Jahren? Richtig, schon wieder 300 Euro! Vorsicht also mit allem, was nach Abonnement aussieht, und dabei nie den Gesamtbetrag über die ganze Laufzeit aus den Augen verlieren, denn dann sind Sie auf der sicheren Seite, ersparen sich mitunter Ärger und so manches graues Haar, weil die Finanzen kollabieren.
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