Die Schwangerschaft in 42 Wochen - Kindesentwicklung und Veränderungen bei der Mutter

Die Nachricht einer Schwangerschaft stellt für Frauen und Paare jeden Alters oft das ganze Leben auf den Kopf. Während sie nun knapp neun Monate Zeit haben, sich auf den neuen Erdenbürger einzustellen, geschieht im Körper der werdenden Mutter ein kleines Wunder. Die Schwangerschaft in 42 Wochen geht mit zahlreichen Veränderungen bei der werdenden Mutter sowie großen Entwicklungsschritten beim Kind einher. Verschaffen Sie sich hier einen Überblick über die 42 Schwangerschaftswochen.

Die Schwangerschaft in 42 Wochen - von der Befruchtung bis zur Geburt

Wie lange dauert eine Schwangerschaft und wie bemerkt man diese?

Eine Schwangerschaft dauert im Durchschnitt 280 Tage, also 40 Wochen. Da der genaue Tag der Befruchtung meist schwer zu ermitteln ist, zählt der Gynäkologe dabei meistens ab dem ersten Tag der letzten Periode. Spätestens in Woche 42 ist es höchste Zeit für das Baby, das Licht der Welt zu erblicken.

Berechnungsmethoden für den möglichen Entbindungstermin

Wie bereits erwähnt, gilt der erste Tag der letzten Regelblutung als wichtiger Anhaltspunkt, um die Dauer der Schwangerschaft zu errechnen. In diesem Zusammenhang kommt bei einem regelmäßigen Zyklus mit 28 Tagen die so genannte Naegele-Regel zur Anwendung.

Vom ersten Tag der letzten Blutung zählt man sieben Tage sowie ein Jahr dazu. Anschließend zieht man davon drei Monate ab.

Die erweiterte Naegele-Regel wendet man bei einem unregelmäßigen Zyklus an. Zusätzlich zu der besagten Berechnung zählt man die vom regelmäßigen 28-Tage-Zyklus abweichenden Tage dazu bzw. zieht diese ab.

Manchmal ist auch eine Berechnung nach dem Zeitpunkt der Empfängnis möglich. So ist der Tag der Zeugung bekannt. Von diesem Datum zieht man sieben Tage und drei Monate ab und rechnet ein Jahr dazu.

Wie lässt sich die Schwangerschaftsdauer berechnen, wenn weder Empfängnis noch letzte Blutung bekannt sind? In diesem Fall stützt man sich auf die ersten Kindsbewegungen.

Dabei werden diese von Erstgebärenden in der Regel um die 20. Schwangerschaftswoche herum bemerkt. Zweit- und Mehrgebärende können diese bereits um die 18. Schwangerschaftswoche herum beschreiben. Eine solche Berechnung ist natürlich vergleichsweise ungenau.

Weitere Informationen zur Errechnung des Geburtstermins erhalten Sie hier.

Typische Schwangerschaftsanzeichen

Einen eindeutigen Nachweis über eine Schwangerschaft erhält man, wenn man den Schwangerschaftstest ab der 5. Schwangerschaftswoche macht; und dies ist auch der gängigste Weg: sobald die Frau bestimmte körperliche Veränderungen bemerkt, wird sie sich vermutlich einen solchen Test in der Apotheke oder der Drogerie besorgen. Frühestens ab der 4. Woche kann wird das Schwangerschaftshormon HCG produziert; ab dann sind auch verschiedene Veränderungen spürbar - besonders bei Frauen, die ihren Körper sehr gut kennen.

Zu den unsicheren Anzeichen, die für eine Schwangerschaft sprechen könnten, zählen beispielsweise:

Als wahrscheinliche Anzeichen einer Schwangerschaft gelten:

  • eine erhöhte Basaltemperatur über mind. 18 Tage
  • das Ausbleiben der Periode
  • eine bläuliche Färbung von Vagina und inneren Schamlippen
  • HCG-Nachweis
  • das Hegar-Zeichen: ein weicher Gebärmutterhals, der bei einer gynäkologischen Untersuchung festgestellt werden kann
Bei einer gynäkologischen Untersuchung kann man wahrscheinliche Schwangerschaftsanzeichen feststelle
Bei einer gynäkologischen Untersuchung kann man wahrscheinliche Schwangerschaftsanzeichen feststellen

Zu den sicheren Anzeichen, dass eine Frau schwanger ist, gehören:

  • der Nachweis einer Fruchtblase mit Embryo
  • der Nachweis einer Herzaktion beim Embryo
  • das Hören der Herztöne
  • Kindsbewegungen
  • das Tasten von Körperteilen des Kindes durch die Bauchdecke
Per Ultraschall bestätigt man die Schwangerschaft mit Sicherheit
Per Ultraschall bestätigt man die Schwangerschaft mit Sicherheit

Mutter und Kind in drei Trimestern

Mediziner teilen den Verlauf einer menschlichen Schwangerschaft in drei Phasen ein (Trimenon oder Trimester). In jedem Trimester geschehen beim Baby andere entscheidende Entwicklungsschritte, und auch der Körper und das Erleben der Mutter verändern sich im Laufe der Schwangerschaft sehr.

    1. Trimester
  1. Im ersten Trimester entwickelt sich der Embryo besonders schnell - aus der befruchteten Eizelle wird rasch ein kleines Wesen, das auf dem Ultraschall sichtbar ist und einen eigenen Herzschlag hat.
    • Die Wahrscheinlichkeit einer Fehlgeburt ist in den ersten 12 Schwangerschaftswochen am höchsten.
    • Die werdende Mutter hat oft mit Schwangerschaftsbeschwerden wie Übelkeit und Müdigkeit zu kämpfen.
  2. 2. Trimester
  3. Im zweiten Trimester legt sich das dann: Die Frau fühlt sich oft besser und stabiler, und ihre Vorfreude wächst genau so schnell wie Körper und Organe des Babys. Bald werden erste Bewegungen und Tritte gegen die Bauchdecke spürbar.
  4. 3. Trimester
  5. Mit dem dritten Trimester kommt das Kind schließlich in die finale Phase und ist bald reif für die Geburt. Die Schwangere fühlt sich jetzt wegen ihrer Gewichtszunahme und anderen körperlichen Veränderungen oft eingeschränkt. Doch nun dauert es nicht mehr lang: Die Augen des Kindes öffnen sich und es treten bei vielen Frauen bereits Vorwehen auf.

Im Laufe der Schwangerschaft erlernt das Kind nach und nach neue Dinge...

Vorlieben des Babys im Mutterleib und die Fähigkeit, bestimmte Dinge zu erlernen

Schon im Bauch der Mutter hat jedes Baby seine ganz individuellen Vorlieben und lernt bereits jetzt verschiedene Dinge. Frauen, die nicht ihr erstes Kind erwarten, können bestätigen, dass jedes Baby im Mutterleib anders ist bzw. war, und dies ist keinesfalls Einbildung.

Babys Vorlieben für Ernährung

Die Schwangerschaft prägt ein Baby. So kann eine werdende Mutter durch eine gesunde Ernährung in der Schwangerschaft beispielsweise dazu beitragen, dass das Kind auch später gesunde Lebensmittel bevorzugen wird.

Die Vorlieben eines Kindes entwickeln sich nämlich schon im Mutterleib. Bekommt das ungeborene Baby regelmäßig Obst und Gemüse, während es noch geschützt im Bauch seiner Mutter ist, so lernt es bereits jetzt den Geschmack dieser Lebensmittel kennen und wird sie auch später gerne essen.

Dennoch hat jedes Baby seine ganz eigenen Vorlieben. Viele Frauen bemerken in der Schwangerschaft, dass sie einige Lebensmittel nicht mehr essen wollen oder ihnen sogar übel wird, wenn sie sich doch zum Essen zwingen. Wenn man also in der Schwangerschaft z.B. eine Obstsorte absolut nicht essen kann, so sollte man eine andere ausprobieren.

Babys Fähigkeiten im Mutterleib

Noch im Bauch der Mutter lernen die Babys eine ganze Menge. So zum Beispiel das Nuckeln am Daumen. Häufig kann man dies auch während einer Ultraschalluntersuchung beobachten. Dann sieht man auch, wie sich das Baby bewegt und im Fruchtwasser herumschwimmt.

Hörvermögen

Während der vierzigwöchigen Schwangerschaft lernt der Fötus aber auch das Hören. Er erkennt bekannte Stimmen, wie die von Mama, Papa oder älteren Geschwistern.

Diese Stimmen sind es auch, die ein Baby nach der Geburt beruhigen können, weil es sie schon seit Monaten kennt. Ab dem Zeitpunkt, ab dem Babys im Mutterleib hören können, kann man auch bemerken, dass sie fest strampeln, wenn ihnen etwas gefällt oder wenn sie beunruhigt sind.

Dem Kind Eigenarten antrainieren

Forschungen zufolge können Babys im Mutterleib schon etliche Dinge erlernen. Gerade in den USA gibt es diverse Kurse, die werdende Eltern belegen können.

In der Schwangerschaft trainieren die Eltern bestimmte Dinge konsequent mit ihrem ungeborenen Baby. Nach der Geburt kann man erstaunlicherweise feststellen, dass die Kinder auf die bereits bekannten Geschichten, Bewegungen etc. aus den Kursen deutlich reagieren.

Woche für Woche - Die Schwangerschaft im Detail

Für alle werdenden Eltern und solche, die das Thema spannend finden, gibt es an dieser Stelle eine detaillierte Beschreibung jeder einzelnen Schwangerschaftswoche:

Trimester Monat SSW
Spermium bohrt sich in Eizelle 0
1
2
3
Embryo von der Seite 3
4
5
6
Der Bauch kurz vor der Geburt 6
7
8
9

Bildnachweise:
1. Trimester: siegerzelle © Sebastian Kaulitzki - www.fotolia.de
2. Trimester: baby2 © ingenium-design.de - www.fotolia.de
3. Trimester: Time to birth © Alena Ozerova - www.fotolia.de

Quellen:

  • Ingeborg Stadelmann: Die Hebammen-Sprechstunde: Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett, Stillzeit - eine einfühlsame Begleitung mit Aromatherapie, Bachblüten, Homöopathie und Pflanzenheilkunde, Stadelmann Verlag, 2018, ISBN 9783943793888
  • Franz Kainer, Annette Nolden: Das große Buch zur Schwangerschaft: Umfassender Rat für jede Woche, GRÄFE UND UNZER Verlag, 2018, ISBN 3833863803
  • Andrea Stiefel: Hebammenkunde: Lehrbuch für Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett und Beruf, Hippokrates, 2012, ISBN 3830454937
  • Bernhard Uhl: Gynäkologie und Geburtshilfe compact: Alles für Station, Praxis und Facharztprüfung, Thieme, 2017, ISBN 9783131073464
  • Murray Enkin, Marc J Keirse, James Neilson, Caroline Crowther, Lelia Duley: Effektive Betreuung während Schwangerschaft und Geburt: Ein evidenzbasiertes Handbuch für Hebammen und GeburtshelferInnen, Hogrefe AG, 2006, ISBN 3456841671

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Bildnachweise:
  • Baby Due Date © Karen Roach - www.fotolia.de
  • Gynecological examination © Max Tactic - www.fotolia.de
  • Frank Optendrenk - paradisi.de
  • Frank Optendrenk - paradisi.de
  • Frank Optendrenk - paradisi.de
  • Ultrasound Scan Of The Women's Abdomen © Andrey Popov - www.fotolia.de

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