16. Februar 2009

Kinderkrankheiten Artikel

Nicht immer rosig zart?

(pgk) Rosige Bäckchen, samtweiche Haut. Das verbinden wir mit Babyhaut. Doch nicht immer sieht sie so aus wie in der Werbung. Die Haut eines Neugeborenen ist drei bis fünf Mal dünner als die Haut eines Erwachsenen. In den ersten Wochen nach der Geburt ist sie daher sehr empfindlich gegenüber Belastungen von außen, benötigt besondere Pflege und ausreichenden Schutz. So ist beispielsweise das Unterhautfettgewebe noch nicht vollständig entwickelt und die Temperaturregulierung durch die Schweißdrüsen nicht ausreichend – Babys neigen dadurch zu Auskühlung oder Hitzestau!

Erst nach den ersten Lebensmonaten erreicht die Haut die volle Funktionsfähigkeit. Hautprobleme wie Milchschorf, Babyakne und Male sind nicht selten. Insgesamt leiden etwa zwei Drittel aller Babys unter trockener Haut. Hautprobleme im Gesicht treten zudem häufig erst ab dem vierten / fünften Monat auf, wenn die erste Beikost gefüttert wird.

Neugeborenenakne
Babyakne, auch Acne neonatorum genannt, bekommt etwa jedes fünfte Baby in den ersten sechs Wochen nach seiner Geburt. Zu den unschönen Pusteln, Mitessern und Pickelchen neigen kleine Jungs vier Mal häufiger als Mädchen. Der Grund: Babys machen nach der Geburt eine Hormonumstellung durch, die sich auch auf die Haut auswirken kann. Behandeln muss man die Hautunreinheiten normalerweise nicht. Häufig verschwinden die Pickel nach zwei bis vier Wochen genauso schnell, wie sie gekommen sind. Damit das Kind die juckenden Aknepickelchen nicht aufkratzen kann, sollten Sie Ihrem Baby die Fingernägel schneiden.

Milien
Besser bekannt sind Milien unter dem Begriff Grießkörner oder Hautgries. Es handelt sich um mit Hornmaterial gefüllte Zysten, die sich an den Ausführungsgängen der Talgdrüsen der Haut bilden. Sie entstehen, wie auch die Babyakne, durch die Hormonumstellung, die jedes Baby nach seiner Geburt durchmacht. Die kleinen weißen Körnchen hat fast jedes Baby unter der Haut. Milien können sich binnen Tagen stark vermehren und kommen nicht nur im Gesicht, sondern am gesamten Körper vor. Sie müssen nicht behandelt werden, sondern verschwinden nach einigen Wochen von alleine.

Schweißfriesel
Schweißfriesel, auch Miliaria oder Hitzepickel genannt, sind kleine wasserhelle Bläschen auf der Haut, die besonders nach starkem Schwitzen oder auch bei Fieber auftreten. Sie entstehen durch Überhitzung der Haut bei starkem Schweißfluss um die Drüsenporen und sind harmlos. Schweißfriesel sind typischerweise an Stellen, an denen man schwitzt, am Nacken, am Oberkörper und den Armen.

Milchschorf
Milchschorf, auch Säuglingsekzem genannt, hat nichts mit einer Milchallergie zu tun. Äußerlich ähnelt er vielmehr übergekochter Milch auf der Herdplatte. Typischerweise findet sich die gelbe Schuppenschicht auf der Kopfhaut. Milchschorf verschwindet im Laufe des ersten Lebensjahres von alleine. Solange er nur die Kopfhaut betrifft, ist er meist harmlos. Zieht sich der Milchschorf ins Gesicht hinein – ganz typisch auch in den Augenbrauen – sollten Sie einen Kinderarzt um Rat fragen. Abkratzen sollte man den Schorf nicht. Um die Krusten aber etwas zu lösen, kann man die Kopfhaut mit Öl einmassieren.

Storchenbiss
Der Storchenbiss, Naevus flammeus (Feuermal), ist ein Muttermal, das viele Neugeborenen als roten Hautfleck am Hinterkopf, manchmal auch auf der Stirn oder am Augenlid aufweisen. Das Hautmal ist auf eine Erweiterung der Kapillargefäße (kleinste Blutgefäße) zurückzuführen. Die Farbe ändert sich mit der Temperatur, wird bei Erregung (Schreien) und bei gesteigerter Durchblutung intensiver. Während die meisten Storchenbisse – besonders die im Gesicht – innerhalb des ersten Lebensjahres verschwinden, bleibt das Mal am Hinterkopf auch manchmal ein Leben lang. Sie sind nicht zu verwechseln mit dem Blutschwämmchen, das eine gutartige von der Innenschicht der Gefäße ausgehende Gefäßwucherung ist.

Blutschwamm
Der Blutschwamm, auch Hämangiom genannt, ist eine sehr auffällige Hautveränderung. Ungefähr zwei bis drei Prozent aller Neugeborenen kommen mit einem Blutschwamm zur Welt, bei Frühchen sogar jedes zehnte Baby. Am häufigsten treten Blutschwämme am Kopf und Hals auf. Blutschwämme sind gutartige Tumore der Blutgefäße, die etwas erhaben sind und normalerweise nicht bösartig werden. Sie zeigen aber unterschiedliche Wachstumstendenzen: Manche Blutschwämme werden langsam größer, andere bilden sich mit der Zeit zurück. Bei Babys sind sie häufig bei der Geburt nur ganz leicht vorhanden, treten dann aber innerhalb des ersten Lebensjahres immer stärker hervor.

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