Burnout-Syndrom - Ursachen, Symptome anhand der sechs Phasen und Behandlung

Überforderter Geschäftsmann hat Kopf auf Stapel Papieren liegen

Vom übermäßigem Engangement bis zur Verzweiflungsphase - die Entstehung der Burnout-Erkrankung und wie man sie erkennen und behandeln kann

Unter dem Burnout-Syndrom versteht man einen Zustand von emotionaler Erschöpfung, der mit herabgesetzter Leistungsfähigkeit einher geht. Man unterscheidet zwischen verschiedenen Phasen der Burnout-Erkrankung.

Inhaltsverzeichnis des Artikels

Krankheitsbild

Als Burnout bezeichnet man Ausgebranntsein oder völlige Erschöpfung. Diese psychische Krankheit zieht sich mittlerweile durch sämtliche Bereiche der Gesellschaft und kann Hausfrauen ebenso betreffen wie hoch bezahlte Manager.

Die perfekte Gesellschaft

Die heutige Gesellschaft feilt unablässig an Perfektion:

  • ein hohes Gehalt ist wichtig.
  • Der Job soll natürlich zu 100% erledigt werden
  • Der Körper ist schlank, perfekt trainiert und stilvoll umhüllt.
  • Ganz nebenbei wird evtl. noch der Haushalt erledigt, sich um den Partner gekümmert und den Kindern die Hausaufgaben erklärt.
  • Seit 2 Monaten nur 5 Stunden jede Nacht geschlafen? Kein Problem!
Wenn die Grenzen überschritten werden

Aber: Jeder Mensch hat eine Belastbarkeitsgrenze und wenn diese andauernd überschritten wird, ist der Zusammenbruch unausweichlich. Betroffene

  • sind ausgelaugt
  • haben Kopfschmerzen oder andere psychosomatische Symptome und
  • sind gar nicht mehr in der Lage, zu entspannen, weil
  • sie ständig unter Strom stehen.

Und selbst wenn ihnen etwas Freizeit vergönnt ist, dann beschäftigen sie sich gedanklich nur mit der Frage: Wie soll ich das bloß alles schaffen? Habe ich heut alles erledigt was ich mir vorgenommen habe?

Das Burnout-Syndrom ist mittlerweile medizinisch anerkannt. Viele Kurorte kümmern sich um die Betroffenen, "päppeln" sie sozusagen wieder auf. Während solch einer Kur werden Entspannungstechniken erlernt und in Gesprächen mit dem Spezialisten ermittelt, wie der Druck, den viele sich selbst bereiten, vermindert werden kann.

Ursachen

Bei jedem Betroffenen gibt es andere Ursachen für die Entstehung des Burnout-Syndroms. Meist ist es jedoch so, dass sich die Betroffenen beruflich oder privat überfordert oder unter Druck gesetzt fühlen und der Meinung sind, die in sie gesetzten Erwartungen nicht erfüllen zu können. Ihnen wird einfach alles zu viel.

Sehr oft ist auch Mobbing ein Auslöser für das Burnout-Syndrom. Betroffene, die über Monate oder sogar Jahre von Kollegen gemobbt werden, reagieren oft irgendwann mit den beschriebenen Krankheitssymptomen.

Innere Risikofaktoren

Besonders ehrgeizige Menschen sind eher gefährdet am Burnout-Syndrom zu erkranken als Menschen, die alles etwas ruhiger und weniger leistungsorientiert angehen; Gleiches gilt für besonders liebebedürftige Menschen mit einem schwachen Selbstbewusstsein. Ebenso als innere Ursachen gelten:

  • unrealistische Ziele
  • Pläne und Handlungen, die nur den Erwartungen anderer entsprechen
  • Probleme, persönliche Schwäche und Hilflosigkeit einzugestehen sowie
  • Probleme, "nein" zu sagen.

Äußere Risikofaktoren

Zu den äußeren Risikofaktoren für das Burnout-Syndrom zählen neben der Arbeitsüberlastung beispielsweise:

  • ungelöste Konflikte mit dem Arbeitgeber oder mit Kollegen
  • ein Mangel an Belohnungen und Anerkennung
  • ein Mangel an Unterstützung im Privatleben sowie
  • ein Mangel an Kontrolle.

Wer ist besonders gefährdet?

Besonders verbreitet ist das Burnout-Syndrom im Management-Bereich: Vielen wird über 60 Arbeitsstunden pro Woche zugemutet. Besprechungen und Präsentationen müssen möglichst effizient über den Tisch gehen, dazu kommt häufiges Verreisen, so dass sich auch der Jetlag negativ auswirkt.

Hinzu kommt, das Manager unter dem Druck stehen, Entscheidungen treffen zu müssen, die millionenschwer sind. Eine Fehlentscheidung kann zum schweren Absturz führen. So ein Zusammenbruch geht oft mit Schlafmangel und falscher oder ausbleibender Ernährung einher.

Stress muss jedoch nicht immer negativ sein. Viele Menschen benötigen Stress um produktiv/kreativ zu arbeiten, er dient als Ansporn.

Dieser "positive" Stress wirkt förderlich. Auch das nur phasenweise unter Stress stehen ist nicht unbedingt gefährlich. Entscheidend ist, dass die Belastung im Rahmen bleibt und nicht langfristig überschritten wird.

Das Burnout-Syndrom betrifft häufig Charaktere, die

  • sich für alles verantwortlich fühlen
  • Aufgaben nicht an Dritte weiter delegieren wollen und
  • einfach nicht "Nein" sagen können.

Um das Gefühl des "Ausgebranntseins" zu überwinden, ist es wichtig zu begreifen, dass kein Mensch eine Maschine sein kann und es nicht möglich ist, jede Lebenslage bis ins Detail perfekt zu bewältigen.

Krankheitsverlauf

Wie genau das Burnout-Syndrom verläuft, hängt von dem jeweiligen Betroffenen und dessen Krankheitseinsicht ab. Anfangs sind die Betroffenen übermotiviert und gut gelaunt, was sich im Verlauf der Erkrankung jedoch meist wandelt in eine gedrückte Stimmung und Motivationslosigkeit.

Die Erkrankten fühlen sich völlig ausgepowert und kraftlos. Sie werden aggressiv dem Chef und den Kollegen bzw. der Familie und den Freunden gegenüber. Sie distanzieren sich auch im privaten Umfeld immer mehr. Es finden keine Unternehmungen mehr statt und der Betroffene igelt sich zu Hause ein.

An dieser Stelle treten dann oft die körperlichen Symptome auf. Viele Erkrankte nehmen gegen diese Symptome dann Medikamente ein und versuchen ihren Kummer mit Alkohol zu lösen. Bleibt die Erkrankung auch dann noch unbehandelt, kann die Verzweiflung so groß werden, dass sich der Betroffene mit Selbstmordgedanken trägt.

Wird das Burnout-Syndrom jedoch rechtzeitig behandelt, bestehen in der Regel gute Heilungschancen.

Symptome

Betroffene, die am Burnout-Syndrom leiden, zeigen eine Vielzahl an Symptomen. Dazu zählen sowohl körperliche als auch psychische Symptome, wobei auch die körperlichen Symptome psychisch bedingt sind.

Psychische Symptome

Das Burnout-Syndrom äußert sich zum Beispiel durch psychische Beschwerden wie

  • hohe Stressanfälligkeit
  • Depressionen und
  • ein immer geringeres Selbstvertrauen.

Hinzu kommen

Körperliche Symptome

Körperliche Symptome sind beispielsweise

Die sechs Phasen der Burnout-Erkrankung

In den letzten Jahren entwickelten Forscher verschiedene Phasenmodelle, bei denen das Burnout-Syndrom in unterschiedliche Stadien eingeteilt wird.

Phase 1: Übermäßiges Engagement

In den meisten Fällen markiert das überdurchschnittliche Engagement eines Menschen den Beginn eines Burnout-Syndroms. Ein typisches Merkmal ist, dass die betroffenen Personen geradezu vor Motivation brennen und sich ohne Rücksicht auf Verluste in ihre Arbeit stürzen.

Dass sich eine Burnout-Erkrankung ankündigt, ist in dieser Phase kaum zu erkennen. Führt das große Engagement nach einer gewissen Zeit jedoch nicht zu den Erwartungen, die der Betroffene damit verbindet, beginnt das Ausgebranntsein. Durch die permanente Selbstüberforderung kommt es zu

  • Frustration
  • Unverständnis und
  • schließlich Erschöpfung.

Auch körperlich macht sich die starke seelische Belastung bemerkbar. Typische Beschwerden bei einem Burnout-Syndrom sind

  • Schlafstörungen
  • Kopfschmerzen oder
  • Magen- und Darmprobleme.
Phase 2: Weniger Engagement

In der zweiten Phase stellt sich bei den Betroffenen tiefe Frustration ein. Diese wird durch die Erkenntnis ausgelöst, dass sich die gesteckten Ziele nicht verwirklichen lassen. Dadurch kommt es zum Nachlassen des Idealismus, was wiederum zu weniger Engagement sowie emotionaler Abstumpfung führt.

In der Regel steckt der Wunsch dahinter, etwas von der Investition zurückzubekommen, wobei die Wünsche immer mehr gesteigert werden. Schließlich fühlen sich die Betroffenen nur benutzt und ausgebeutet.

Im Berufsleben kommt es in dieser Phase oft zu einer inneren Kündigung. Das heißt, dass nun nur noch das Nötigste erledigt wird. Der Idealismus schlägt jetzt sogar in Widerwillen gegen die Arbeit um.

Phase 3: Schuldzuweisungen

In Phase 3 führen die Frustrationen dazu, die Schuld für das Problem zu suchen. Während manche Betroffene sich selbst verantwortlich machen, geben andere lieber ihren Mitmenschen die Schuld.

Bei Menschen, die sich selbst schuldig fühlen, besteht oft die Gefahr einer Depression. So fühlen sie sich als unfähige Versager. Bei den anderen kommt es dagegen zu Aggressionen, die sich gegen Arbeitskollegen, Vorgesetzte, Freunde oder Angehörige richten.

Phase 4: Abbau der Leistungsfähigkeit

In dieser Phase macht sich das Burnout-Syndrom zunehmend bemerkbar. So fällt den Betroffenen die Arbeit immer schwerer. Außerdem herrscht bei ihnen oftmals simples Schwarz-Weiß-Denken vor.

Phase 5: Desinteresse

In diesem Stadium zeigen sich die Betroffenen zunehmend gelangweilt und gleichgültig. Auch Familie, Freunde oder Hobbys wecken kein Interesse mehr in ihnen.

Phase 6: Verzweiflung

In der letzten Phase fühlen sich die Betroffenen verzweifelt und hoffnungslos. Das Leben hat für sie keinen Sinn mehr. Schließlich tauchen auch Selbstmordgedanken auf, die manchmal sogar in die Tat umgesetzt werden.

Diagnose

Viele Betroffene wissen anfangs nicht, dass sie am Burnout-Syndrom leiden. Sie gehen wegen der körperlichen Beschwerden zum Arzt. Die erste Anlaufstelle ist meist der Hausarzt, der jedoch keine körperlichen Ursachen für die Beschwerden finden kann.

Kann der Arzt Erkrankungen mit ähnlichen Symptomen (zum Beispiel eine Schilddrüsenstörung) ausschließen, erfolgt die Überweisung zum Psychologen, der dann die weitere Behandlung übernimmt. Der Psychologe nimmt sich Zeit und befragt den Patienten ausführlich nach seiner privaten und beruflichen Situation. Ergibt sich hier, dass der Patient sich in allem überlastet fühlt, und seine Reserven aufgebraucht sind, spricht dies für das Burnout-Syndrom.

Im Folgenden geben wir Ihnen einen Überblick über mögliche Anlaufstellen bei Burnout...

Die Wahl des richtigen Arztes bei Burnout

Unter dem Burnout-Syndrom versteht man einen Zustand von chronischer Erschöpfung, bei dem sich die Betroffenen regelrecht ausgebrannt fühlen. Oftmals ist eine medizinische Behandlung erforderlich. Doch wie findet man den geeigneten Arzt?

Individuelle Therapien

Schafft man es nicht aus eigener Kraft, ein Burnout-Syndrom in den Griff zu bekommen, ist der Gang zu einem Arzt unvermeidlich. Obwohl das Burnout-Syndrom der Medizin bereits seit längerer Zeit bekannt ist, gibt es bislang noch keine Standard-Therapie.

Das ist auch auf den Umstand zurückzuführen, dass die Ursachen für den chronischen Erschöpfungszustand meist individuell unterschiedlich sind. Auch die Beschwerden fallen oft verschieden aus.

Das bedeutet, dass jeder, der unter einem Burnout-Syndrom leidet, auf individuelle Weise behandelt werden muss. Den richtigen Arzt zu finden ist allerdings nicht immer einfach. So sind oft verschiedene Umwege nötig.

Psychotherapien

Bei schweren Burnout-Fällen ist eine Psychotherapie bei einem Psychotherapeuten oder einem Facharzt, der über eine zusätzliche Ausbildung in Psychologie verfügt, am sinnvollsten. So sind Psychotherapeuten bestens mit psychischen Erkrankungen vertraut.

Der Hausarzt

Normalerweise wendet man sich bei gesundheitlichen Problemen an seinen Hausarzt. Kennt man diesen schon länger, ist dies ein großer Vorteil, da er mit der Krankengeschichte und den Lebensumständen des Patienten vertraut ist. Außerdem pflegen viele Hausärzte ein persönliches Verhältnis zu ihren Patienten und sind auch bereit für längere Gespräche.

Der Patient wiederum ist offener zu seinem Hausarzt, da er diesen kennt und Vertrauen zu ihm hat. Dadurch ist er rascher bereit, mit ihm über persönliche Probleme zu sprechen, als mit einem Arzt, der ihm fremd ist.

Vom Hausarzt zum Spezialisten

Bei Hausärzten handelt es sich in der Regel um Allgemeinmediziner oder praktische Ärzte. Das heißt, dass sie für die medizinische Grundversorgung zuständig sind.

Bei einem Burnout-Syndrom sind jedoch weitergehende Behandlungen durch einen Spezialisten erforderlich. Wer einen guten Hausarzt hat, der um seine Grenzen weiß, wird von diesem zu einem Fachmann weitergeleitet. Ein Vorteil ist natürlich, wenn der Arzt einen gut kennt und über die psychischen Probleme seines Patienten Bescheid weiß, denn in diesem Fall wird er nach den eigentlichen Krankheitsursachen suchen.

Vorsicht: Nicht immer erfolgt eine Überweisung

Allerdings gibt es auch Hausärzte, die gegenüber Psychotherapien nicht besonders aufgeschlossen sind und sich auf die Behandlung der körperlichen Symptome beschränken. Die eigentlichen Ursachen der Beschwerden hinterfragen sie nicht. So werden den Patienten häufig Medikamente verordnet, die nicht dauerhaft wirken und sogar schädliche Nebeneffekte hervorrufen können.

Tipp:

Hat man das Gefühl, dass der Arzt einen nicht richtig behandelt, kann man versuchen, ihn für das Problem zu sensibilisieren, indem man über seine Probleme im Beruf oder in der Familie spricht und ihn direkt fragt, ob die Beschwerden eine psychische Ursache haben könnten und ob eine Überweisung an einen Facharzt sinnvoller ist. Reagiert der Arzt nicht, sollte man einen anderen Mediziner konsultieren.

Der Betriebsarzt

Wer keinen Hausarzt hat, kann auch den Betriebsarzt seiner Firma aufsuchen, sofern diese einen beschäftigt. Vor allem größere und mittlere Betriebe verfügen über Arbeitsmediziner oder Fachkräfte für Arbeitssicherheit. In kleineren Firmen sind sie allerdings nicht zu finden.

Funktion und Arbeitsweise eines Betriebsarztes

Betriebsärzte sind für das physische und psychische Wohlergehen der Angehörigen eines Betriebes zuständig. Außerdem haben sie eine beratende Funktion in Sachen

  • Gesundheitsförderung
  • Unfallverhütung und
  • Arbeitsschutz.

Die Arbeitnehmer werden von einem Betriebsarzt auch bei beruflichen Belastungen untersucht. Im Gegensatz zu einem Hausarzt beraten sie den Patienten nur und behandeln ihn nicht.

Wann ist eine Beratung sinnvoll?

Das Konsultieren eines Betriebsarztes kann sinnvoll sein, wenn es aufgrund von beruflichen Problemen zu gesundheitlichen Beschwerden kommt. In diesem Fall stellt der Arbeitsmediziner fest, ob berufliche Ursachen für die Symptome verantwortlich sind.

Erhärtet sich der Verdacht auf ein Burnout-Syndrom, kann der Betriebsarzt einen geeigneten Fachmann empfehlen. Außerdem hat er die Möglichkeit, Veränderungen im Betrieb zu bewirken.

Der Psychotherapeut

Am besten für die Behandlung eines Burnout-Syndroms sind Fachärzte geeignet. Dazu gehören

Psychiater

Psychiater werden auch als Fachärzte für Psychiatrie bezeichnet. Sie können grundsätzlich ein Burnout-Syndrom feststellen und auch entsprechend behandeln. Allerdings befassen sich Psychiater in erster Linie mit schweren psychischen Erkrankungen, zu denen auch Schizophrenie gehört. Da ein Burnout-Syndrom jedoch nicht als psychische Störung eingestuft wird, ist eine Behandlung durch einen Psychiater normalerweise nicht erforderlich.

Psychologen

Eine Alternative sind Psychologen. Da sie Psychologie studiert haben, nennen sie sich meist Diplom-Psychologen. Psychologen haben jedoch den Nachteil, dass sie den Patienten bei einem Burnout-Syndrom lediglich beraten und Gespräche führen können, was oftmals unzureichend ist. Außerdem dürfen sie keine Medikamente verordnen.

Psychotherapeuten

Daher ist es sinnvoller, sich an einen Psychotherapeuten zu wenden. Doch auch bei Psychotherapeuten gilt es zwischen psychologischen, ärztlichen und heilkundlichen Psychologen zu unterscheiden.

  • Psychologische Psychologen verfügen sowohl über ein Psychologiestudium als auch über eine Psychotherapie-Zusatzausbildung.
  • Ärztliche Psychologen haben auch Medizin studiert, während
  • heilkundliche Psychologen zusätzlich Fachwissen in Heilpraktik, Pädagogik oder Soziologie besitzen.

Im Rahmen einer Psychotherapie werden sowohl die psychischen als auch die physischen Symptome behandelt. Hilfe erhält der Patient durch Gespräche, bei denen der Therapeut versucht, die negativen Gedanken und Einstellungen der Betroffenen zu verändern, damit diese eine positivere Einstellung bekommen. Darüber hinaus werden auch Konflikte behandelt und hilfreiche Verhaltensmaßnahmen aufgezeigt.

Normalerweise ist das Aufsuchen eines Psychotherapeuten bei einem Burnout-Syndrom am sinnvollsten. Wer unter körperlichen Beschwerden leidet, sollte allerdings vorher feststellen lassen, ob für diese eine spezielle medizinische Therapie erforderlich ist. In manchen Fällen kommt es auch zu einer Zusammenarbeit zwischen einem Arzt und einem Psychotherapeuten.

Adressen finden

Möglichkeiten, Adressen von entsprechenden Therapeuten in Erfahrung zu bringen, gibt es viele. Dazu gehören vor allem

  • Branchenverzeichnisse
  • Krankenkassen
  • Selbsthilfegruppen
  • Ärzte- und Psychotherapeutenverbände
  • die Kassenärztliche Vereinigung sowie
  • diverse Beratungsstellen.

Manchmal können auch der Hausarzt, Freunde, Verwandte oder Bekannte einen guten Therapeuten empfehlen.

Tätig sind Psychotherapeuten in

  • psychosomatischen Kliniken
  • privaten Praxen
  • Beratungsstellen
  • Ambulanzen von Universitätskliniken und
  • Klinken für Psychiatrie und Psychotherapie.
Auf die verschiedenen Spezialisierungen achten

Bei der Suche nach dem geeigneten Psychotherapeuten muss beachtet werden, dass es zahlreiche Spezialisierungen gibt. Dazu zählen unter anderem

Das heißt, dass diese Therapeuten ausschließlich eine bestimmte Therapieform anwenden. Manche Therapeuten verbinden aber auch mehrere Therapieverfahren miteinander. Welche Form der Behandlung am sinnvollsten ist, muss der Patient letztlich selbst entscheiden.

Die Suche nach einer Klinik

Manchmal kann auch der Aufenthalt in einer psychosomatischen Klinik erforderlich sein.

Angebote und Ziele

Bei der Wahl der Klinik gilt es jedoch darauf zu achten, dass sie auch eine Burnout-Therapie sowie Unterstützung bei der Nachsorge anbietet. Auch die Therapieziele der Klinik wie beispielsweise die Wiederherstellung des Selbstvertrauens und der Arbeitsfähigkeit sowie die Vermeidung von Rückfällen sind wichtig.

Normalerweise dauert ein Klinikaufenthalt bei einem Burnout-Syndrom etwa 4-6 Wochen. Bestehen zusätzliche Krankheiten, kann die Dauer auch länger sein.

Behandlung

Die Therapie eines Burnout-Syndroms richtet sich individuell nach dem Betroffenen. Im ersten Schritt muss er erkennen, dass seine Symptome behandlungsbedürftig sind und dass er an seiner jetzigen Situation etwas ändern muss. Die anschließende Therapie richtet sich nach den vorliegenden Symptomen und Beschwerden.

Entspannung, Bewegung und soziale Kontakte

Während der Therapie lernen die Betroffenen Entspannungsübungen für den Alltag. Auch Meditation und autogenes Training wird meist in den Therapieplan mit eingebaut. Die Betroffenen lernen, wie wichtig ein Ausgleich zur täglichen Arbeit ist und ebenso, diesen Ausgleich in ihren täglichen Lebensablauf einzuplanen.

Beispiel: Nach der Arbeit erfolgt jeden Tag ein ausgedehnter Spaziergang in der Natur.

Betroffene werden ferner im Rahmen der Therapie angehalten, Kontakte zu Freunden und der Familie wieder aufzunehmen, wenn diese vorher schleifen gelassen wurden. Ferner lernen die Betroffenen, dass nicht immer alles 100%ig perfekt sein muss und sie auch geschätzt werden, wenn nicht immer alles perfekt läuft.

Psychologische Behandlung

Meist wird die Therapie des Burnout-Syndroms ambulant bei einem Psychologen durchgeführt. Kann der Betroffene jedoch in seinem häuslichen Umfeld nicht entspannen und somit bei der Therapie nur unzureichend mitarbeiten, kann auch ein stationärer Aufenthalt in einer entsprechenden Fachklinik notwendig werden. Die stationäre Behandlung dauert meist mehrere Wochen. Zu der psychologischen Therapie gehören mitunter:

Medikamente

Medikamente zur Behandlung des Burnout-Syndroms gibt es nicht. Jedoch können die Symptome behandelt werden, wenn diese sehr ausgeprägt sind. Kann der Betroffene zum Beispiel seit Wochen nicht mehr schlafen, verschreibt der Arzt meist vorübergehend ein Schlafmittel.

Im Folgenden gehen wir etwas näher auf die unterschiedlichen Therapiemethoden ein...

Die Herangehensweisen verschiedener Therapiemöglichkeiten

Zur Behandlung eines Burnout-Syndroms gibt es bislang noch keine Standard-Therapie. In den meisten Fällen richtet sich die Therapie nach dem Schweregrad der Erkrankung und wird individuell auf den Patienten abgestimmt.

Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Behandlung ist allerdings, dass der Patient seine Krankheit sowie die Notwendigkeit einer Therapie akzeptiert. Zu den Therapieformen, die am häufigsten bei einem Burnout-Syndrom zur Anwendung kommen, gehören

  • die Psychoanalyse
  • die Verhaltenstherapie sowie
  • die tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie.

Die Psychoanalyse

Bei der Psychoanalyse geht man davon aus, dass die psychischen Probleme, unter denen der Patient leidet, ihren Ursprung bereits in der frühen Kindheit haben. Daher versucht man durch Gespräche zwischen Therapeuten und Patienten, traumatische Erlebnisse und Konflikte aus der Vergangenheit zu erkennen und zu verarbeiten. Darüber hinaus soll die Persönlichkeit des Patienten verändert werden.

Die Verhaltenstherapie

Grundlage der Verhaltenstherapie ist dagegen, dass schädliche Verhaltensweisen, Ängste und Emotionen im Laufe der Zeit erlernt wurden. Dieses schädliche Verhalten soll dem Patienten im Rahmen der Therapie wieder abgewöhnt werden.

Anstelle der negativen Verhaltensmuster treten dann Einstellungen und Verhaltensweisen, die dem Patienten nützen. Außerdem lernt der Patient, wie er Stress besser bewältigen und zu mehr Selbstsicherheit gelangen kann.

Die Psychotherapie

Die tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie befasst sich vor allem mit den zentralen Lebensproblemen des Betroffenen. Auf eine weitgehende Veränderung seiner Persönlichkeit wird dabei verzichtet.

Neben diesen drei Therapieformen gibt es aber noch weitere Möglichkeiten, ein Burnout-Syndrom zu behandeln. Dazu gehören

Gesprächspsychotherapie

Die Gesprächspsychotherapie zählt zur humanistischen Psychologie und wird auch als Klientzentrierte Psychotherapie oder Personzentrierte Psychotherapie bezeichnet. Begründet wurde diese spezielle Behandlungsform von dem amerikanischen Psychotherapeuten und Psychologen Carl Ransom Rogers (1902-1987).

Rogers, der zu den Hauptvertretern der humanistischen Psychologie zählt, gelang der Beweis, dass der Erfolg einer Behandlung nicht nur von einer bestimmten Methode abhängt. So ist auch die Verbindung zwischen Therapeut und Patient von entscheidender Bedeutung.

Bestandteile und Behandlungsprinzip

Wichtig für das Gelingen der Therapie sind nach Rogers Ansicht

  • Empathie
  • Offenheit
  • Akzeptanz und
  • Echtheit.

Bei der Gesprächspsychotherapie stehen der Patient und das Konzept, das er von sich selbst hat, im Mittelpunkt. So verfügt jeder Mensch über bestimmte Vorstellungen von seiner Persönlichkeit, die man als Selbstkonzept bezeichnet. Allerdings kann ein Mensch auch in Konflikt mit sich selbst geraten, was oft zu seelischen Störungen führt.

ei einer Gesprächspsychotherapie versucht der Therapeut diese Brüche zu erkennen. Im Unterschied zur Psychoanalyse konzentriert man sich dabei nicht auf die Vergangenheit des Patienten, sondern auf dessen Gegenwart. In offenen Gesprächen zwischen Therapeut und Patient, die in einer respektvollen und warmen Atmosphäre stattfinden, arbeitet man die Probleme heraus, ohne dass eine Bewertung vorgenommen wird.

Ziel

Ziel der Gesprächspsychotherapie ist es, den Patienten dazu zu bringen,seine Konflikte zu erkennen und ein anderes Verhalten zu entwickeln. Durch dieses veränderte Verhalten kommt es indirekt auch zur Besserung seiner Beschwerden.

Ein Gespräch pro Sitzung dauert etwa 60 Minuten. In der Regel wird jede Woche eine Sitzung abgehalten.

Gestalttherapie

Ein weiteres Therapieverfahren der humanistischen Psychologie ist die so genannte Gestalttherapie. In weiten Teilen hat sie sich aus der Psychoanalyse entwickelt. Grundlage der Gestalttherapie ist die Annahme, dass seelische Störungen durch das Verdrängen von bestimmten Gefühlen oder Außenwelteinflüssen entstehen.

Ähnlich wie bei der Gesprächspsychotherapie stehen die gegenwärtigen Probleme des Patienten im Vordergrund. Während der Behandlung konfrontiert der Therapeut den Patienten wiederholt mit dessen verdrängten Gefühlen, damit dieser Schritt für Schritt seine inneren Blockaden auflösen und sich besser selbst entfalten kann.

Körperorientierte Psychotherapie

Die körperorientierte Psychotherapie wird auch Körperpsychotherapie genannt. Diese Behandlungsmethode ähnelt der Gestalttherapie, konzentriert sich jedoch mehr auf die Körperlichkeit. So leiden viele Menschen unter einem gestörten Verhältnis zu ihrem Körper.

Ziele und Bestandteile

Dieses gestörte Körperbewusstsein wird dem Patienten im Rahmen der Therapie bewusst gemacht. Außerdem sollen die Bewegungen des Körpers mit

in Einklang gebracht werden. Auf diese Weise ist der Patient in der Lage, seine Potentiale besser auszuschöpfen.

Unter dem Begriff Körperpsychotherapie fasst man eine Vielzahl an unterschiedlichen Behandlungsmethoden zusammen. Dazu gehören unter anderem

  • die integrative Körperpsychotherapie
  • die Klientzentrierte Körper- und Gesprächstherapie
  • die Organismische Psychotherapie
  • die Biodynamische Psychologie und Körperarbeit oder
  • die Strukturelle Körpertherapie.

Systemische Therapie

Die systemische Therapie befasst sich mit den Beziehungsprozessen von Menschen, die eine wichtige Rolle bei der Entstehung von Problemen spielen. So haben psychische und seelische Störungen oftmals ihre Ursache im sozialen Umfeld, wie zum Beispiel Familie oder Arbeitsplatz. Aus diesem Grund muss für eine erfolgreiche Behandlung auch der soziale Zusammenhang berücksichtigt werden.

Ziele

Im Rahmen einer systemischen Therapie versucht man, die Regelmäßigkeit von schädlichen Verhaltensmustern festzustellen. Außerdem gibt der Therapeut den beteiligten Personen Hinweise, wie sie in Zukunft besser miteinander umgehen können.

Meistens lässt sich die Situation des Patienten durch das Einüben von neuen Verhaltensmustern verbessern. In Deutschland zählt die systemische Therapie seit 2008 zu den wissenschaftlich anerkannten Psychotherapieformen.

Unterstützende Therapiemaßnahmen

Ob eine bestimmte Therapieform erfolgreich verläuft, hängt oftmals von den Begleitumständen ab. So lässt sich der Behandlungseffekt durch unterstützende Maßnahmen verbessern.

Literatur und Entspannungsmaßnahmen

Durch bestimmte Maßnahmen ist es möglich, den erfolgreichen Verlauf einer Psychotherapie zu unterstützen. So empfehlen manche Therapeuten ihren Patienten spezielle Bücher, mit deren Hilfe diese sich besser über ihre Erkrankung und ihre Therapie informieren können.

Ebenfalls einen unterstützenden Effekt haben Meditationsübungen oder Entspannungstechniken, die begleitend zur Behandlung erlernt und durchgeführt werden. Im Rahmen einer Verhaltenstherapie ist das Anwenden von Entspannungsmethoden sogar durchaus üblich.

Physiotherapie, Wärme und Massagen

Weitere hilfreiche Maßnahmen sind physikalische Verfahren, die zur Förderung des Wohlbefindens sowie zum Abbau von muskulären Verspannungen dienen. Dazu gehören unter anderem

Arzneimittel

In manchen Fällen kann auch der Einsatz von Medikamenten wie Psychopharmaka notwendig sein. Gebräuchliche Arzneimittel sind Tranquilizer und Antidepressiva.

Während Tranquilizer einen beruhigenden und angstlösenden Effekt haben, verbessern Antidepressiva die Stimmung. Vor allem bei der Behandlung eines Burnout-Syndroms kann der Einsatz dieser Mittel Sinn machen. Manche Ärzte greifen auch auf pflanzliche oder homöopathische Mittel zurück.

Selbst den Therapieverlauf optimieren

Ein Burnout-Syndrom zu behandeln, ist nicht immer leicht. Der Patient kann jedoch auch selbst dazu beitragen, den Verlauf der Therapie zu optimieren.

Vorbereitung der Therapiesitzungen

Bei einer Psychotherapie hat der Patient die Möglichkeit, die Wirkung der Behandlung durch sein Verhalten zu steigern. So kann er sich zum Beispiel vor Beginn einer Therapiesitzung überlegen, wovon er seinem Therapeuten berichten möchte oder was er ihn fragen will. Außerdem ist es ratsam, darüber nachzudenken, ob man sich bei dem Therapeuten gut aufgehoben fühlt, oder ob Verbesserungsbedarf besteht.

Hausaufgaben

Manche Therapeuten geben ihren Patienten auch Hausaufgaben mit und wollen später wissen, wie sich der Patient beim Ausführen der Aufgaben gefühlt hat. Außerdem fragen die meisten Therapeuten nach Situationen, in denen es möglicherweise zu Problemen oder Stress gekommen ist.

Die Antworten auf diese Fragen sollte man sich bereits vorher überlegen. Dabei kann man ruhig auch Notizen machen, die man dann zur Therapiesitzung mitnimmt.

Vergleich aufstellen und Notizen machen

Wichtig ist auch, die vergangenen Sitzungen mit den gegenwärtigen zu vergleichen und zu prüfen, ob man sich besser fühlt oder nicht. Ist das eine oder andere der Fall, sollte man dies den Therapeuten wissen lassen.

Auch nach einer Therapiesitzung kann man sich mit der Behandlung befassen. Dazu genügt es, sich Notizen darüber zu machen, was man während der Stunde gelernt und wie man sich dabei gefühlt hat.

Dabei sollte man auch aufschreiben,

  • wie die Atmosphäre war
  • was einem gefallen hat und
  • was man nicht gut fand.

Mögliche negative Empfindungen sollten ruhig angesprochen werden, da sich durch Schweigen die Situation nicht verbessern lässt.

Einen möglichen Rückfall erfolgreich verhindern

Selbst wenn die Symptome eines Burnout-Syndroms nachlassen, sollte man sich nicht zu früh freuen. So sind die Rückfallquoten bei der Erkrankung relativ hoch. In manchen Berufsgruppen werden sogar 50–70 Prozent rückfällig.

Das ist auch darauf zurückzuführen, dass ein Burnout-Syndrom langsam entsteht und daher auch nur langsam verschwindet. Daher sind viel Geduld und Willenskraft erforderlich, um einen Rückschlag zu vermeiden.

Die Anfangsphase überstehen

Besonders schwierig ist die Anfangsphase der Therapie. Zahlreiche Patienten geraten zu diesem Zeitpunkt in eine Krise und fühlen sich noch schlechter als vor der Behandlung.

Einige brechen dann aus Enttäuschung die Therapie sogar ab. Allerdings ist eine Verschlechterung des Zustands zu Beginn der Behandlung durchaus normal, da das zuvor entstandene Gleichgewicht zerstört wird.

Dabei handelt es sich jedoch nur um eine Übergangsphase, die allerdings einige Wochen oder Monate dauern kann. Schafft man es, diese schwierige Phase zu überstehen, ist man auf dem Wege der Besserung. Doch auch wenn man die Therapie erfolgreich abgeschlossen hat, besteht die Gefahr eines Rückfalls.

Das liegt vor allem am grauen Alltag, der oft dazu führt, dass man wiederum großem Stress ausgesetzt ist. So wird man erneut mit den kraftraubenden Anforderungen von Beruf oder Familie konfrontiert.

Mut zur Veränderung

Um ein erneutes Ausgebranntsein zu verhindern, ist es nun besonders wichtig, nicht wieder in die alten Verhaltensmuster zurückzufallen. Dies lässt sich am besten erreichen, wenn man sich bereits während der Behandlung überlegt, was man in seinen Leben und dem Alltagsablauf ändern kann.

Im Verlauf der Therapie hat man nämlich den Vorteil, Rückhalt vom Therapeuten zu bekommen. Die Änderungen, die man beschließt, sollte man dann auch konsequent durchführen, damit die Behandlung nicht umsonst war.

Leidet man unter einem Burnout-Syndrom, ist meist eine ärztliche Behandlung erforderlich. Doch werden die Kosten dafür auch von den Krankenkassen übernommen?

Kostenübernahme oder -beteiligung der Krankenkassen

Besteht ein Burnout-Syndrom, muss oftmals medizinische Hilfe in Anspruch genommen werden. Erste Anlaufstelle für eine Behandlung ist der Hausarzt. Dieser stellt in der Regel eine Überweisung an einen Spezialisten wie einen Psychotherapeuten aus.

Wer keinen Hausarzt hat, kann sich auch selbst auf die Suche nach einem Therapeuten machen. Verläuft die Suche erfolgreich, wird zunächst ein Erstgespräch geführt, bei dem man Informationen sammeln und sich ein Bild von dem Therapeuten machen kann.

Das Erstgespräch und seine Folgen

Ein solches Erstgespräch dauert ungefähr 30 Minuten und ist kostenfrei. Entscheidet man sich für den Therapeuten und eine bestimmte Behandlung, stellt sich jedoch die Kostenfrage. So ist es von bestimmten Psychotherapierichtlinien abhängig, ob die Kosten von der Krankenkasse auch übernommen werden.

Bei diesen Richtlinien handelt es sich um eine Vereinbarung, die zwischen den Krankenkassen und den Kassenärztlichen Vereinigungen besteht. Geregelt werden darin die Bedingungen für eine Übernahme der Kosten durch die gesetzlichen Krankenkassen im Falle einer psychotherapeutischen Behandlung.

Anerkannte Therapieformen

Die Psychotherapierichtlinien besagen, dass nur die Kosten für

  • Verhaltenstherapien
  • Psychoanalysen und
  • tiefenpsychologische Verfahren

getragen werden, da diese Therapieformen anerkannt sind. Allerdings gibt es mittlerweile auch weitere Formen der Psychotherapie, die durchaus wirksam sind.

Dass nur drei bestimmte Therapieformen anerkannt werden, wird auf die berufspolitische Dominanz der Mediziner zurückgeführt. So gibt es eine Lobby, die andere Psychotherapieverfahren ablehnt, obwohl wissenschaftlich bewiesen ist, dass diese Behandlungsformen positive Wirkungen haben. Zu diesen Behandlungen werden unter anderem die Gestalttherapie und die Gesprächstherapie gezählt.

Kostenübernahme im engen Rahmen

Doch selbst wenn die jeweilige Psychotherapie den Psychotherapierichtlinien entspricht, übernehmen die Krankenkassen die Kosten nur dann, wenn sie zur Behandlung von psychosomatischen oder psychischen Krankheiten dient.

Bei einem Burnout-Syndrom werden die Behandlungskosten in den meisten Fällen übernommen, da es sich dabei sowohl um eine psychische als auch um eine körperliche Krankheit, die psychische Ursachen hat, handelt. Gehen die Ziele der Therapie darüber hinaus, muss der Patient die Kosten dafür selbst tragen.

Tipps für das Richtlinienverfahren

Für den Fall, dass sich der Patient für ein Richtlinienverfahren entscheidet, stellt der Therapeut bei der Krankenkasse einen Antrag auf Kostenübernahme. Privatpatienten wird geraten, vor Beginn der Behandlung erst mit ihrer Krankenkasse zu sprechen, und sich eine schriftliche Zusage für die Übernahme der Kosten geben zu lassen.

Im Rahmen der Behandlung spielt auch die Entspannung eine wichtige Rolle...

Entspannt gegen ein Burnout vorgehen

Bei einem so genannten Burnout-Syndrom fühlen sich die betroffenen Menschen

  • chronisch erschöpft
  • kraftlos und
  • geradezu ausgebrannt.

In einem frühen Stadium des Burnout-Syndroms ist es noch machbar, mit präventiven Maßnahmen gegen den Erschöpfungszustand vorzugehen. Zu diesen Maßnahmen zählen auch verschiedene Entspannungs- und Aktivierungsmethoden.

Progressive Muskelentspannung

Bei der progressiven Muskelentspannung werden stressbedingte seelische und körperliche Anspannungen gelockert. Dabei assoziiert man bei sich abwechselnder Anspannung und Entspannung das Lösen von den inneren Spannungen.

Bei den verschiedenen praktischen Übungen konzentriert man sich auf einzelne Muskelgruppen, Arme oder Beine. Angeboten werden Kurse zur progressiven Muskelentspannung von zahlreichen psychologischen und pädagogischen Praxen.

Autogenes Training

Beim autogenen Training gleicht man Zustände der Anspannung durch suggestive Selbstentspannung wieder aus, wodurch Verkrampfungen gelöst werden. Bei dieser Psychoregulationsmethode wird die Entspannung von der ausübenden Person selbst vorgenommen. Hat man das autogene Training erlernt, lässt es sich auch ohne Anleitung eines Therapeuten problemlos durchführen.

Yoga

Eine weitere bewährte Entspannungsmethode gegen das Burnout-Syndrom ist Hatha-Yoga, auch Körper-Yoga genannt. Dabei bringt der üÜende Körper, Geist und Seele durch spezielle Körper-, Atem- und Meditationsübungen wieder miteinander in Einklang. Außerdem haben die Übungen eine belebende Wirkung auf die Organe.

Qi Gong

Zu den Aktivierungsverfahren gegen ein Burnout-Syndrom gehört Qi Gong. Ziel der verschiedenen Übungen ist die Reinigung von Geist und Körper. Dabei versteht man den Fluss des Atems als Lebensenergie.

Tai Chi

Ein weiteres Aktivierungsverfahren gegen Burnout ist das Tai Chi, das auch Schattenboxen genannt wird. Darunter versteht man eine alte chinesische Bewegungsmeditation, die in früheren Zeiten auch als Selbstverteidigungstechnik diente. Beim Tai Chi werden harmonische und leichte Bewegungen ausgeübt, die für

  • Entspannung
  • Ausgeglichenheit
  • Ausdauer und
  • Konzentration

sorgen.

Geeignete Wellnessmethoden gegen Burnout

Auch Wellness kann wesentlich dazu beitragen, neue Energie zu tanken. Beliebte Methoden sind Massagen, Bäder und Schwitzbäder.

Massagen

Um sich zu entspannen und gleichzeitig neue Kraft zu tanken, genügen oftmals schon einfache Wellnessmethoden. Dazu gehören zum Beispiel Massagen.

So werden durch Massagen Verspannungen gelockert und die Durchblutung angeregt. Außerdem sorgt der Körperkontakt dabei für zusätzliches Wohlbefinden.

Entspannungsbäder

Eine andere beliebte Methode ist ein heißes Entspannungsbad. So lässt es sich in der heimischen Badewanne vortrefflich abschalten. Besonders zu empfehlen ist ein heißes Bad, wenn man unter Rückenschmerzen oder Schulterverspannungen leidet.

Die Wärme des Wassers hilft dabei, die Muskeln besser zu durchbluten und die schädlichen Stoffe schneller abzutransportieren. Auf diese Weise können die Verspannungen gelöst werden.

Zu empfehlen sind unterstützende Badezusätze, die dabei helfen, abzuschalten. Zu den bewährten ätherischen Ölen zählen mitunter

Saunabesuche

Ebenfalls entspannend wirken Saunabesuche. Durch das Schwitzen lassen sich die Abwehrkräfte des Körpers steigern.

Darüber hinaus wirkt sich die Wärme auch positiv auf Muskelverspannungen aus. Besucht man regelmäßig eine Sauna oder ein Dampfbad, trägt dies sehr zur Erholung und Entspannung bei.

Seinen Hobbys nachgehen

Hobbys sind eine Entspannungsmethode, die den meisten Menschen leicht fällt. So kann man bei einem Hobby ausgezeichnet abschalten, da man sich ganz auf eine bestimmte Tätigkeit konzentriert.

Um einen positiven Erholungseffekt zu erzielen, ist es jedoch wichtig, das Hobby regelmäßig zu betreiben und sich ihm wenigstens 40 Minuten lang am Tag zu widmen. Noch mehr Zeit investieren sollte man am Wochenende oder an einem freien Tag.

Geeignete Hobbys zum Abschalten

Gut geeignet zum Entspannen sind

Aber auch sportliche Betätigungen wie

helfen beim Abschalten. Gleichzeitig baut der Körper dabei schädliche Stoffe ab, die sich durch Anspannung und Stress ansammeln. Darüber hinaus werden auch Muskelverspannungen gelöst.

Auf eine gute Balance achten

Natürlich sollte man es mit anstrengenden Tätigkeiten nicht zu sehr übertreiben und sich auch genügend Ruhephasen gönnen, die man

verbringen kann. Am besten ist eine abwechslungsreiche Mischung aus entspannenden Aktivitäten und Erholung.

Freunde treffen

Leidet ein Mensch unter ständiger Erschöpfung, führt dies auch häufig dazu, dass er soziale Kontakte zu Freunden oder Angehörigen vernachlässigt und sich zurückzieht. Bis zu einem gewissen Punkt kann dies sogar richtig sein, da der Erschöpfte Zeit zur Erholung benötigt.

Freunde können helfen

Andererseits haben soziale Kontakte auch einen aufmunternden und unterstützenden Effekt und tragen zur Ablenkung von den negativen Gefühlen, die durch ein Burnout-Syndrom entstehen, bei. Daher wird empfohlen, vor allem dann, wenn man sich nicht gut fühlt, seine Sorgen mit einem guten Freund oder Verwandten zu teilen.

Schwäche zeigen

Dabei sollte man sich nicht davor scheuen, Schwächen zu zeigen und ganz ehrlich über Misserfolge reden. In den meisten Fällen bemerken Angehörige oder Freunde ohnehin, dass etwas nicht in Ordnung ist.

Zieht man es in einer solchen Situation vor zu schweigen, kann dies auch als Mangel an Vertrauen gedeutet werden. Möchte man über seine Probleme sprechen, sollte man sich nur an einen Menschen wenden, zu dem man wirklich Vertrauen hat und der einem wohlgesonnen ist.

Kleine Pausen zwischendurch

Kleine Pausen zwischendurch sind überaus wichtig, um wieder neue Energie zu gewinnen. Vor allem, wenn man den ganzen Tag über arbeitet, wächst die Anspannung immer mehr an. Bemerkbar macht sich dies auch durch schmerzhafte Muskelverspannungen, die durch eine starre Haltung des Körpers entstehen, weil man ständig am Schreibtisch, im Auto oder am Computer sitzt.

Durch diese physischen und psychischen Verspannungen geht jedoch viel Energie verloren. Macht man zwischendurch keine Pause, hat man am Abend schließlich keine Kraft mehr.

Tipps für eine gelungene Pause

Legt man eine Pause ein, sollte man einfach einmal kurz abschalten und kräftig durchatmen. Durch kurze Bewegungen lässt sich die starre Haltung des Körpers lösen, wodurch man gleichzeitig Verspannungen vorbeugt.

Außerdem sollte man sich bewusst machen, dass es abseits der Arbeit auch noch andere Dinge auf der Welt gibt. Um zwischendurch für Entspannung zu sorgen, wird empfohlen, wenigstens drei Pausen während der Arbeit einzulegen.

Nicht überlasten: Gesunden Ausgleich zwischen Beruf und Freizeit finden

Um Anerkennung und Erfolg im Berufsleben zu erreichen, stürzen sich viele Menschen intensiv in ihre Arbeit. Dabei sollte man es jedoch nicht übertreiben und für eine gute Balance zwischen Beruf und Freizeit sorgen, denn sonst droht man auszubrennen.

Als bester Schutz vor einem Burnout-Syndrom gilt ein gesunder Ausgleich zwischen der Arbeit einerseits und Familie und Freizeit andererseits. So weisen Experten immer wieder darauf hin, dass durch zuviel Arbeit und Stress die Gefahr besteht krank zu werden. Nur durch Ausgeglichenheit ist es auf die Dauer möglich, gute Leistungen zu erbringen.

Tipps für einen gesunden Ausgleich

Dazu ist es wichtig, zwischendurch abzuschalten und Berufsleben und Privatleben klar voneinander zu trennen. Das heißt, dass man sich regelmäßig Zeit für sein Privatleben nehmen sollte, um seine Batterien wieder aufzufüllen.

Am besten erreicht man dies, indem man mal ein Wochenende lang

  • gar nichts tut
  • seinen Lieblingsbeschäftigungen nachgeht
  • sich mit Freunden trifft oder
  • einmal richtig ausschläft.

Auch Entspannungstechniken oder sportliche Aktivitäten können zur Anwendung kommen. Auf diese Weise erhalten Körper und Geist wieder neue Lebensenergie. Letztlich profitiert auch der Arbeitgeber davon, denn ein ausgeglichener und gesunder Arbeitnehmer ist für ihn weitaus wertvoller als ein Arbeitnehmer, der ausgebrannt und krank ist.

Vorbeugung

Um einem Burnout-Syndrom vorzubeugen, sollte man generell Ruhepausen in den Alltag einbauen und von einem eventuell vorhandenen Perfektionismus abweichen. Oft kann man Aufgaben im privaten oder beruflichen Bereich an andere abgeben und sich so Arbeitserleichterung verschaffen.

Neben Entspannungsübungen ist auch die Ernährung sehr wichtig. Man sollte sich gesund und vitaminreich ernähren und auch regelmäßig Sport treiben, am besten an der frischen Luft.

Schlafen Sie gesund!

Wer ganztags arbeitet und mehrere Stunden lang körperlich und geistig gefordert ist, braucht im Durchschnitt siebeneinhalb bis acht Stunden Schlaf, um sich richtig zu regenerieren. Das ist nicht gewährleistet, wenn Sie um Mitternacht den Fernseher ausschalten und am nächsten Morgen um halb sieben wieder der Wecker klingelt. Was in der Jugend noch zu funktionieren scheint, schlägt sich irgendwann in dauerhafter Müdigkeit und Gereiztheit nieder.

Es kostet Sie ungleich mehr Kraft, die gewohnte Leistung zu bringen. Viele werden

Achten Sie also auf ausreichend erholsamen Schlaf.

Werden Sie aktiv!

Nein, Sie müssen kein Hochleistungssportler sein, um sich körperlich fit zu fühlen. Auch eine Anmeldung im Fitnessstudio ist nicht nötig, wenn Ihnen das widerstrebt. Dennoch ist ein gewisses Maß an körperlicher Aktivität sehr wichtig, damit Sie in Schwung bleiben, Ihr Schlafverhalten und Ihre Verdauung funktionieren können.

30 Minuten körperliche Aktivität sind angeraten, am besten an der frischen Luft.

Ob Sie lieber

  • joggen
  • radeln
  • schwimmen oder
  • spazieren gehen,

entscheiden Sie selbst.

Essen Sie ausgewogen!

"Du bist, was du isst" - dieser alte Spruch bewahrheitet sich immer wieder. Verzichten Sie weitesgehend auf Fast Food und Fertiggerichte und greifen Sie als Snack lieber zu Obst und Gemüse. Auch Nüsse und Studentenfutter sind eine geeignete "Nervennahrung" und versorgen Sie mit wichtigen Fettsäuren.

Ausreichend zu trinken ist ebenfalls wichtig - das Minimum liegt bei 1,5 Litern am Tag. Dafür eignen sich Wasser, Tee und Fruchtschorlen am besten.

Beobachten Sie Ihren Konsum von Genussmitteln!

Für viele gehört die Tasse Kaffee am Morgen und das Gläschen Rotwein am Abend zu einem angenehmen Lebensgefühl dazu. Das ist auch vollkommen legititim. Seien Sie sich jedoch darüber bewusst, dass bei sechs Tassen Kaffee am Tag meist eine Koffeinabhängigkeit vorliegt.

Abends vor dem Fernseher ist ein Viertelliter Wein oder ein halber Liter Bier für Männer in einem gesunden Rahmen, Frauen sollten sich auf die Hälfte beschränken.

Sorgen Sie für Ruhe und Entspannung!

Viele Menschen beschäftigen sich täglich die meiste Zeit damit, möglichst effizient mit möglichst viel Stress umzugehen. Zur Ruhe zu kommen fällt ihnen daher erstaunlich schwer. Planen Sie gezielte Ruhephasen ein - auch für Ihre Freizeit, denn die Anforderungen von Freunden und Familie können zusätzlichen Stress bedeuten.

  • Entspannungstechniken
  • Meditation
  • Autogenes Training oder
  • Yoga

können dabei helfen. Wenn bereits ein Burnout eingetreten ist, sind diese Techniken enorm wichtig.

Vergessen Sie Ihre Hobbys nicht!

Wissen Sie noch, wie viel Zeit Sie als Kind mit Ihren Freunden verbracht haben? Und wann haben Sie sich das letzte Mal mit Hingabe

Es ist ungeheuer wichtig, auch solche Freizeitaktivitäten als wichtige Termine wahrzunehmen. Kreativität und lebenslanges Lernen bereichern uns jeden Tag.

Trauen Sie sich, spirituell zu sein!

Nicht jeder findet auf Anhieb einen Zugang zu spirituellen Ansätzen und Techniken. Das ist auch in Ordnung. Es schadet aber nicht, wenn Sie offen sind für neue Erfahrungen. Gerade viele Strategien, die aus dem esoterischen Bereich kommen und daher mit Skepsis bedacht werden, helfen im Ernstfall besonders gut auf den Weg zurück zu sich selbst.

Des Weiteren gilt:

  • Möglichst nur eine Sache machen, die aber richtig. Multitasking mag sicherlich in der heute so schnelllebigen Zeit en vogue sein. Besser ist es, Prioritäten zu setzen und mehrere Dinge der Reihe nach zu erledigen.
  • Zielsetzung sowie Zieldefinition machen ruhig und schaffen Selbstvertrauen. Nur so kann zielorientiert gearbeitet werden. Erfolg ist erst dann möglich, wenn ein machbares, also realistisches Ziel auch tatsächlich erreicht wird.
  • Die Work-Life-Balance muss ausgewogen sein. Sie ist die gelungene und gekonnte Kombination aus Arbeits- sowie Privatleben und wechselt in den einzelnen Lebensabschnitten. Das macht ein laufendes Controlling erforderlich; weniger als eine strenge Selbstkontrolle, sondern vielmehr als einen wohlwollenden, wenn auch kritischen Umgang mit sich selbst.
  • Die Grundstimmung muss positiv sein. Das beginnt beim Aufstehen und setzt sich im Tagesverlauf fort. Jeder Tag endet mit einem kurzen gedanklichen Resümee über Plus und Minus. Dauerhaft müssen die Pluspunkte überwiegen.
  • Außerhalb der täglichen beruflichen sowie privaten Pflichten ganz ad hoc das tun, was gerade gefällt. Wichtig ist die Umsetzung, ohne das Für und Wider lange abzuwägen. Nicht nachdenken, sondern kurzentschlossen tun und anschließend ebenso kurz resümieren.
  • Der Tages- oder auch der Arbeitslauf muss zerlegt, in dem Sinne aufgeteilt werden. Entscheidend sind kleine Abschnitte, die sowohl zeitlich als auch kräftemäßig überschaubar und zu bewältigen sind. Das Erfolgsgefühl steigt ganz automatisch mit der Erledigung jedes einzelnen Teilbereiches.

Konflikte klären und Burnout vermeiden

Das Burnout-Syndrom bezeichnet man auch als chronisches Müdigkeitssyndrom oder chronisches Erschöpfungsyndrom. Dabei fühlen sich die Betroffenen permanent erschöpft und regelrecht ausgebrannt, worunter auch ihre körperliche Leistungsfähigkeit leidet.

Auch alltägliche Sorgen werden zur Dauerbelastung

In den meisten Fällen entsteht ein Burnout-Syndrom durch berufliche Überlastung, doch auch alltägliche Sorgen wie fortwährende Streitigkeiten in der Beziehung oder finanzielle Probleme können zu chronischer Erschöpfung führen.

Um das Entstehen eines Burnout-Syndroms zu vermeiden, ist es daher wichtig, offene oder versteckte Konflikte zu lösen. Sieht sich ein Mensch ständigen Streitigkeiten ausgesetzt, ist dies auf die Dauer eine große Nervenbelastung. Noch schlimmer wird es, wenn man die Probleme in sich hineinfrisst, weil man nicht den Mut hat, sich dem Konflikt offen zu stellen.

Letztlich ist es jedoch befreiender, Konflikte zu klären, auch wenn es einem schwierig erscheint. Es gibt aber verschiedene Möglichkeiten, Problemlösungen zu finden.

1. Schritt: Erklärung des Problems

Um einen Streit beizulegen, müssen alle Beteiligten zufriedengestellt werden oder wenigstens einen Kompromiss akzeptieren. Dabei ist es zunächst wichtig, alle Parteien, die an dem Konflikt beteiligt sind, zusammenzubringen und gemeinsam und ernsthaft an einer Lösung des Problems zu arbeiten.

Dazu müssen die Konfliktpartner natürlich auch bereit sein. Sind alle Beteiligten damit einverstanden, nach einer Lösung zu suchen, sollte man schrittweise vorgehen.

Ursachen erkennen und Probleme voneinander abgrenzen

Der erste wichtige Schritt ist, die Ursachen, die zu dem Streit geführt haben, zu benennen. Dazu sollte man den Konflikt auch offen und ehrlich ansprechen, und darlegen, welche Probleme durch ihn entstehen. Dabei kann ruhig darauf hingewiesen werden, was passiert, wenn der Streit weiterhin anhält.

Bei der Beschreibung des Problems ist es ratsam, den Gegenstand und die Ursache des Streites strikt voneinander zu trennen. Wehren sich zum Beispiel die Mitarbeiter einer Firma gegen etwas Neues, sollte man herausfinden, warum das so ist und welche Befürchtungen die Konfliktparteien haben. Bestehen mehrere Probleme gleichzeitig, ist es besser, diese einzeln voneinander abzugrenzen und ein Problem nach dem anderen zu lösen.

Probleme umformulieren und Gemeinsamkeiten finden

Kommt es in einer Beziehung zu Konflikten, kann es sinnvoll sein, das Problem umzuformulieren. So sollte man zum Beispiel vermeiden, den Partner zu beschuldigen, da dieser dann darauf mit Gegenwehr reagiert. Besser ist es, eine sachliche Formulierung zu wählen, die es auch möglich macht, eine Lösung zu finden.

Oft ist es hilfreich, Gemeinsamkeiten zwischen den streitenden Parteien zu finden und deutlich zu machen. Auf diese Weise lässt sich eine gemeinsame Basis erreichen. Bei Eheleuten kann es sich dabei zum Beispiel um die Kinder handeln, für die man den Streit lösen möchte.

2. Schritt: Bewertung möglicher Lösungen

Um Lösungen für ein Problem zu finden, ist es ratsam, auch die anderen Konfliktparteien nach ihren Ideen zu fragen. Die einzelnen Vorschläge sollte man unbedingt schriftlich festhalten, damit alle Beteiligten sie offen einsehen können.

Sammeln und abwägen

Auf das Kommentieren der Lösungsvorschläge wird zunächst verzichtet, da erst einmal sämtliche Ideen als Vorschläge gelten, auch wenn sie einem unrealistisch erscheinen. In einer Firma besteht zudem die Möglichkeit, einen neutralen Moderator hinzuzuziehen, der die verschiedenen Vorschläge sammelt.

Werden mehrere Vorschläge zur Lösung eines Konflikts oder Streits gemacht, wird empfohlen, diese nach bestimmten Kriterien zu bewerten. So sollte man sich klarmachen,

  • ob die Lösungen auch umsetzbar sind
  • was für oder gegen sie spricht
  • ob sie finanziell zu realisieren sind
  • ob sichergestellt werden kann, dass sich auch alle Beteiligten an sie halten, und
  • ob sie vom menschlichen und moralischen Standpunkt vertretbar sind.
3. Schritt: Entscheidungen treffen und die weitere Vorgehensweise bedenken

Damit ein Konflikt beigelegt werden kann, ist es erforderlich, eine Entscheidung zu treffen. Dabei sollte auch die weitere Vorgehensweise bedacht werden.

Suche nach der möglichen Lösung

Manchmal lässt sich eine Auseinandersetzung auch durch mehrere Lösungen zufriedenstellend beenden. Damit alle Beteiligten die Lösungen auf die gleiche Weise verstehen, empfiehlt es sich, sie so präzise wie möglich zu beschreiben.

Damit man gegebenenfalls reagieren kann, wenn sich die Umstände ändern sollten, ist es besser, die Lösung nicht als endgültig, sondern als veränderlich anzusehen. Schließlich müssen alle Konfliktparteien gemeinsam entscheiden, welche Problemlösung die beste von allen ist. Dazu sollte jeder befragt werden, ob er auch voll und ganz hinter der angestrebten Lösung steht.

Weitere Schritte

Der nächste Schritt ist das konkrete Festlegen der weiteren Vorgehensweise. Dazu wird empfohlen, die Aufgaben und den Handlungsspielraum der Beteiligten zu verteilen und festzulegen. Das heißt, dass jeder erfährt, was er konkret zu tun hat.

Wichtig ist auch, eine verbindliche Ergebniskontrolle festzulegen. Auf diese Weise lassen sich Unstimmigkeiten zwischen den beteiligten Parteien verhindern.

Auf die Einhaltung der getroffenen Absprachen sollte konsequent geachtet werden. Dazu gehören auch mögliche Sanktionen bei Nichteinhaltung der Versprechen.

Hat man das Resultat erreicht, nehmen alle Beteiligten eine Bewertung vor, um festzustellen, ob die Lösung auch den gewünschten Erfolg gebracht hat. Dadurch schafft man eine Grundlage für eine mögliche weitere Konfliktbewältigung.

Grundinformationen zum Burnout-Syndrom

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Autor:

Paradisi-Redaktion - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

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