19. Mai 2010
Als Herz bezeichnet man ein muskuläres Hohlorgan. Es pumpt Blut durch den Körper und sichert dadurch die Durchblutung sämtlicher Organe.
Das Herz (Kardia) gehört zu den lebenswichtigsten Organen des Körpers. Durch das muskuläre Hohlorgan wird das Blut durch den Körper gepumpt, wodurch Organe, Zellen und Gewebe mit Sauerstoff versorgt werden.
Aus funktioneller Sicht ist das Herz, das sich im Brustkorb befindet und von Brustbein, Rippen und Wirbelsäule geschützt wird, ein Hohlmuskel, der sich aus vier Höhlen, den beiden Vorhöfen und zwei Hauptkammern, zusammensetzt. Während der Vorhof Atrium genannt wird, bezeichnet man die Hauptkammer als Ventrikel. Darüber hinaus verfügt das Herz über eine Pumpfunktion, dessen Leistung es bei Bedarf, wie z.B. körperlichen Anstrengungen, vervielfachen kann. Die äußere Begrenzung des Herzens erfolgt durch den Herzbeutel (Perikard), der das Herz einerseits schützt und es andererseits von den anderen Organen abgrenzt. Überzogen wird die Innenseite des Herzbeutels mit einem glatten Deckgewebe. Nach innen angeschlossen ist der Herzbeutel an die Herzaußenhaut (Epikard). Durch eine Struktur von Schichten und seröser Flüssigkeit wird die Reibung zwischen Herzbeutel und Herzaußenhaut reduziert. An die Innenseite des Herzbeutels lehnt sich das Myokard, eine schlauchartige Muskelschicht, die aus speziellem Muskelgewebe besteht, an. Die Dicke des Herzmuskels ist individuell unterschiedlich und hängt von der Stärke der Beanspruchung ab. An den Herzmuskel angeschmiegt ist die Herzinnenhaut (Endokard), die von elastischem Bindegewebe überzogen wird und die über eine feinfaserige Struktur verfügt. Durch die Herzinnenhaut wird der Herzmuskel vom Hohlraum getrennt. Durch eine glatte abschließende Deckschicht wird dem Blutstrom so wenig Widerstand wie möglich geboten.
In der Regel beträgt die Länge eines ausgewachsenen Herzens ca. 12–13 Zentimeter, die Breite liegt bei rund 9,5–10,5 Zentimetern. Das durchschnittliche Gewicht erreicht bei Frauen durchschnittlich 280 Gramm und bei Männern 320 Gramm. Das menschliche Herz pumpt pro Tag ca. 8000 Liter Blut durch den Organismus. Falls erforderlich, ist es in der Lage den Blutfluss auf 5–25 Liter pro Minute zu erhöhen. Im Ruhezustand schlägt das Herz eines erwachsenen Menschen etwa 60 bis 80 Mal in der Minute.
Der Aufbau des menschlichen Herzens besteht aus vier Hohlräumen: den zwei Herzkammern und den zwei Vorhöfen. Aufgabe der Herzkammer ist es, das Blut über eine Arterie in den Kreislauf zu pumpen. Dabei unterscheidet man zwischen Lungenkreislauf und Körperkreislauf. In dem rechten Vorhof wird das sauerstoffarme Blut aus dem Organismus gesammelt und dann über die rechte Hauptkammer (Ventriculus dexter) zuerst in die Lungenarterien und von dort aus in die Lungen gepumpt, wo die Anreicherung mit Sauerstoff erfolgt. Das mit Sauerstoff angereicherte Blut wird dann in den linken Vorhof weitergeleitet. Das Blut im linken Vorhof fließt über die linke Hauptkammer (Ventriculus sinister), die es mit großem Druck in die Aorta (Hauptschlagader) pumpt, von wo es weiter zu den Arterien, Arteriolen und Kapillaren transportiert wird. Auf diese Weise gelangt das Blut in den Körperkreislauf, wodurch die Körperzellen mit Nährstoffen und Sauerstoff versorgt werden können. Außerdem wird vom Blut Kohlendioxid aufgenommen, das dann in die Lunge gelangt und von dort ausgeatmet wird. Da die linke Herzkammer das Blut in den Körperkreislauf pumpt, verfügt sie über die größte Muskelstärke. Damit das Blut nicht zwischen den Pumpstößen zurückfließen kann, liegen zwischen den Herzkammern und den Vorhöfen sowie den Herzkammern und den Gefäßen vier Herzklappen, die aus Falten der Herzinnenhaut bestehen. Dies sind die Trikuspedialklappe, die Pulmonalklappe, die Mitralklappe und die Aortenklappe.
Wie alle anderen Körperzellen, müssen auch die Herzzellen mit Sauerstoff und Energie versorgt werden. Diese Versorgung erfolgt über die Herzkranzgefäße (Koronararterien), die der Hauptschlagader entspringen und sich kranzförmig um das Herz spinnen. Die rechte Herzhälfte und die hintere Wand der linken Kammer werden von der rechten Koronararterie (RCA) versorgt. Die Versorgung der Vorderwand sowie der rechten und der linken Hinterwand wird von der linken Koronararterie (LCA) vorgenommen, die sich in zwei Hauptäste aufteilt, den Ramus circumflexus (RCX) und den Ramus interventricularis anterior (RIVA). Außerdem gibt es mehrere kleine Abzweigungen, durch die verschiedene Herzteile versorgt werden, wodurch einige Herzteile eine Versorgung von mehreren Seiten erhalten.
Dass das Blut pumpen kann, wird durch elektrische Impulse bewirkt. Zu diesem Zweck verfügt das Herz über einen kleinen Schrittmacher, den Sinusknoten, der sich im rechten Vorhof befindet. Durch diesen Schrittmacher werden elektrische Signale erzeugt, die anschließend über die Vorhöfe verteilt werden und für die Kontraktion der Zellen sorgen. Damit sich die Vorhöfe nicht zur gleichen Zeit wie die Hauptkammern, sondern erst kurz nacheinander zusammenziehen, sind sie von den Kammern elektrisch isoliert. Verantwortlich für einen kontrollierten Ablauf ist der so genannte AV-Knoten (Antiventrikulär). Vom AV-Knoten wird die elektrische Erregung in die beiden Ventrikel verbreitet, wodurch die Kontraktion der Herzmuskelzellen erfolgt und das Herz pumpen kann.
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