Das Herz - Pumpt Blut durch den Körper und versorgt die Organge und Zellen mit Sauerstoff

Grafik Organe mit Herz hervorgehoben

In manchen Situationen kommt es zu Herzrasen, Herzstolpern, Herzdrücken oder Herzklopfen - Wir informieren über Herzbeschwerden und was sie bedeuten können

Als Herz bezeichnet man ein muskuläres Hohlorgan. Es pumpt Blut durch den Körper und sichert dadurch die Durchblutung sämtlicher Organe.

Das Herz (Kardia) gehört zu den lebenswichtigsten Organen des Körpers. Durch das muskuläre Hohlorgan wird das Blut durch den Körper gepumpt, wodurch Organe, Zellen und Gewebe mit Sauerstoff versorgt werden.

Anatomie

Das menschliche Herz liegt auf der linken Brustseite zwischen der zweiten und fünften Rippe, genauer gesagt im Mittelfellraum (Mediastinum) im so genannten Herzbeutel. Aus funktioneller Sicht ist das Herz, das von Brustbein, Rippen und Wirbelsäule geschützt wird, ein Hohlmuskel, der sich aus vier Höhlen, den beiden Vorhöfen und zwei Hauptkammern, zusammensetzt. Während der Vorhof Atrium genannt wird, bezeichnet man die Hauptkammer als Ventrikel.

Getrennt und in den Kreislauf eingeschaltet werden sie von den Herzklappen. Die Koronararterien sorgen für die Blutversorgung des lebenswichtigen Organs.

Grafische Darstellung der Herzanatomie
Grafische Darstellung der Herzanatomie

Darüber hinaus verfügt das Herz über eine Pumpfunktion, dessen Leistung es bei Bedarf, wie z.B. körperlichen Anstrengungen, vervielfachen kann. Die äußere Begrenzung des Herzens erfolgt durch den Herzbeutel (Perikard), der das Herz einerseits schützt und es andererseits von den anderen Organen abgrenzt.

Überzogen wird die Innenseite des Herzbeutels mit einem glatten Deckgewebe. Nach innen angeschlossen ist der Herzbeutel an die Herzaußenhaut (Epikard). Durch eine Struktur von Schichten und seröser Flüssigkeit wird die Reibung zwischen Herzbeutel und Herzaußenhaut reduziert.

An die Innenseite des Herzbeutels lehnt sich das Myokard, eine schlauchartige Muskelschicht, die aus speziellem Muskelgewebe besteht, an. Die Dicke des Herzmuskels ist individuell unterschiedlich und hängt von der Stärke der Beanspruchung ab.

An den Herzmuskel angeschmiegt ist die Herzinnenhaut (Endokard), die von elastischem Bindegewebe überzogen wird und die über eine feinfaserige Struktur verfügt. Durch die Herzinnenhaut wird der Herzmuskel vom Hohlraum getrennt. Durch eine glatte abschließende Deckschicht wird dem Blutstrom so wenig Widerstand wie möglich geboten.

Im Folgenden gehen wir etwas genauer auf die anatomischen Komponenten ein.

Herzbeutel

Bei dem Herzbeutel (Perikard) handelt es sich um einen bindegewebigen Sack. Er umhüllt das Herz und sorgt mit einer schmalen Gleitschicht dafür, dass es sich frei bewegen kann. Als Gleitmittel verfügt er über etwa 10 bis 15 Milliliter seröse Flüssigkeit, die man auch als Liquor pericardii bezeichnet.

Das menschliche Herz wird fast vollständig vom Perikard umschlossen. Davon ausgenommen sind jedoch die abgehenden Herzgefäße. Zusammengesetzt wird der Herzbeutel aus zwei Komponenten. Dies sind

  • das aus Kollagenfasern bestehende Pericardium fibrosum, welches das Herz vor Überdehnung schützt, sowie
  • das Pericardium serosum.

Letzteres befindet sich zwischen dem Herz und dem Pericardium fibrosum. Das Pericardium serosum teilt man ebenfalls in zwei Bereiche ein.

Dazu gehören das Epikard (Lamina visceralis), das direkt am Herzen liegt, und die fest mit dem Pericardium fibrosum verwachsene Lamina parietalis. Zwischen diesen Blättern findet man die seröse Flüssigkeit.

An der Ausgangsstelle der Herzgefäße kommt es zum Umschlagen der Blätter ineinander. Dabei geht das innere Blatt des Perikards in zwei Umschlaglinien, die voneinander getrennt sind, auf das äußere Blatt über. Während die eine Umschlaglinie die Venen umschließt, umgibt die andere Linie sämtliche Arterien.

Innerhalb des Herzbeutels befinden sich zwei freie Räume, die als Sinus transversus und Sinus obliquus bezeichnet werden. Durch den Sinus transversus erfolgt die Trennung zwischen den zuführenden und den abgehenden Blutgefäßen.

Herzkranzgefäße

Als Herzkranzgefäße oder Koronargefäße bezeichnet man die Venen und Arterien, von denen das Herz kranzförmig umgeben wird. Sie sind für die Versorgung des Herzens mit Blut sowie für dessen Abtransport zuständig. Es wird zwischen Koronararterien und Koronarvenen unterschieden.

Koronararterien

Ihren Ursprung haben die Koronararterien (Arteriae coronariae) an der Einbuchtung der Aorta (Hauptschlagader) über der Aortenklappe. Man unterscheidet zwischen der rechten und der linken Herzkranzarterie.

Sowohl die rechte Herzkranzarterie (Arteria coronaria dextra) als auch die linke Herzkranzarterie (Arteria coronaria sinistra) verfügen über kleinere Äste. Während die linke Arterie die Herzvorderwand, das Septum sowie die Seitenwand versorgt, ist die rechte Arterie unter anderem für die Versorgung der rechten Herzkammer, des rechten Vorhofs sowie des Sinus- und des AV-Knotens zuständig.

Koronarvenen

Der Verlauf der großen Koronarvenen (Venae cordis) erfolgt größtenteils parallel zu den Koronararterien. Über dem Sinus coronarius münden sie im rechten Vorhof. Zu den großen Koronarvenen zählen

  • Vena cordis media
  • Vena cordis magna und
  • Vena cordis parva.
Der Blutkreislauf im Herzen grafisch dargestellt
Der Blutkreislauf im Herzen grafisch dargestellt

Endokard

Als Endokard wird die Innenschicht des Herzens bezeichnet. Es stellt die innerste Schicht von insgesamt drei Herzschichten dar. Zusammengesetzt wird das Endokard aus Bindegewebe und Endothel. Seine Dicke beträgt etwa 0,5 bis 1,0 Millimeter.

Das Endokard lässt sich in mehrere Schichten einteilen. Dies sind

  • das Endothel, das aus einschichtigem Plattenepithel entsteht,
  • das Stratum subendotheliale, welches sich aus lockerem Bindegewebe zusammensetzt,
  • das Stratum myoelasticum, das aus Kollagenfasern und glatter Muskulatur besteht, sowie
  • die Tele subendocardialis, bei der es sich um eine lockere Bindegewebeschicht handelt.

Vom Endokard wird das gesamte Lumen überzogen, wozu auch die Sehnenfäden und die Papillarmuskeln gehören. Außerdem bildet es die vier Herzklappen.

Funktionen des Endokards

Dank seiner glatten Oberfläche kann das Endokard das Festkleben von Blut an der Herzwand sowie die Bildung von Gerinnseln verhindern. Darüber hinaus sorgt die glatte Endokard-Oberfläche dafür, dass der Blutfluss leichter vonstatten geht und das Herz effizient arbeiten kann. Allerdings haben oft schon kleine Unebenheiten, die durch eine Entzündung wie eine Endokarditis entstehen, Störungen des Blutflusses und der Herzleistung zur Folge.

Herzklappen

Das menschliche Herz ist mit vier Herzklappen ausgestattet. Diese haben die Funktion eines Ventils und sorgen dafür, dass das Blut nicht in die falsche Richtung fließt. Jede Herzhälfte verfügt über eine Taschenklappe (Semilunarklappe) sowie eine Segelklappe (Atrioventrikularklappe).

Die Taschenklappen befinden sich zwischen dem Ausstromgefäß und der Herzkammer.

  • Die rechte Klappe bezeichnet man als Aortenklappe,
  • während die linke Klappe Pulmonalklappe genannt wird.

Die Segelklappen, die zwischen Herzkammer und Vorhof liegen, tragen die Bezeichnungen Mitralklappe bzw. Bikuspidalklappe sowie Trikuspidalklappe. Zusammengesetzt werden die Herzklappen aus Einfaltungen des Endokards. Diese öffnen und schließen sich in konzentrischer Weise.

Für den Blutstrom sind normale Herzklappen kein Hindernis. So werden sie gegen die Herzwand gedrückt, wenn sie geöffnet sind. Bei Beginn des Rückstroms kommt es zur Entfaltung der Herzklappen und zum Verschluss der Strombahn.

Pulmonalklappe

Als Pulmonalklappe (Valva trunci pulmonalis) bezeichnet man das Auslassventil, das sich zwischen der Lungenstrombahn und der rechten Herzkammer befindet. Die Pulmonalklappe ist eine Taschenklappe und verfügt in der Regel über drei Klappentaschen, die die Form eines Halbmonds haben. Die Klappentasche (Valvulae semilunares) verhindert, dass es zum Rückfluss von Blut in die rechte Kammer kommt.

Trikuspidalklappe

Bei der Trikuspidalklappe (Valva atrioventricularis dextra) handelt es sich um das Einlassventil zwischen rechter Herzkammer und rechtem Vorhof. Zusammengesetzt wird die Trikuspidalklappe von den drei Segeln

  • Cuspis septalis
  • Cuspis parietalis und
  • Cuspis angularis.
Mitralklappe

Die Mitralklappe (Valva mitralis), auch Bikuspidalklappe (Valva atrioventricularis sinistra) genannt, dient als Einlassventil zwischen der linken Herzkammer und dem linken Vorhof. Sie verfügt über die beiden Klappensegel Cuspis posterior und Cuspis anterior. Da diese Herzklappe an die Form einer Mitra erinnert, erhielt sie den Namen Mitralklappe.

Aortenklappe

Als Auslassventil der linken Herzkammer fungiert die Aortenklappe (Valva aortae). Ausgestattet ist die Taschenklappe mit drei Taschen. Diese werden als

  • Valvula seminularis sinistra
  • Valvula seminularis dextra und
  • Valvula seminularis posterior

bezeichnet.

Die Anatomie des Herzens von innen
Die Anatomie des Herzens von innen

Größe, Gewicht und Herzschlag

Die Form des faustgroßen Herzens ähnelt einem abgerundeten Kegel. Dessen Spitze zeigt in die untere Richtung.

In der Regel beträgt die Länge eines ausgewachsenen Herzens ca. 12–13 Zentimeter; die Breite liegt bei rund 9,5–10,5 Zentimetern. Das durchschnittliche Gewicht erreicht bei Frauen durchschnittlich 280 Gramm und bei Männern 320 Gramm. Die Herzfläche, an der sich die Mündung der großen Gefäßstämme befindet, wird als Basis cordis (Herzbasis) bezeichnet, während das entgegen gesetzte Ende die Bezeichnung Apex cordis (Herzspitze) trägt.

Das menschliche Herz pumpt pro Tag ca. 8.000 Liter Blut durch den Organismus. Falls erforderlich, ist es in der Lage, den Blutfluss auf 5–25 Liter pro Minute zu erhöhen. Im Ruhezustand schlägt das Herz eines erwachsenen Menschen etwa 60 bis 80 Mal in der Minute.

Gesundheit des Herzens bei Frauen hängt von der Beinlänge ab

Frauenbeine mit roten Stöckelschuhen über Sessel gelehnt, im Hintergrund Einkaufstüten
red shoes © Edward Rutherford - www.fotolia.de

Die Universität Bristol führte eine Studie, an der 4.000 Frauen im Alter zwischen 60 bis 79 teilnahmen, durch, um einen Zusammenhang zwischen dem Zustand des Herzens und der Beinlänge festzustellen.

Frauen mit langen Beinen hatten das gesündere Herz, wobei die Idealwerte zwischen 75,75 und 76,03 cm lagen. Das Herzinfarktrisiko wird bei einer um 4,3 cm längeren Beinlänge um 16 Prozent gesenkt.

Zwischen Geburt und Pubertät liegt die Ursache für die Beinlänge, wobei rauchende Eltern meist kleinere Töchter haben, aber auch die Länge des Stillens ist ein Faktor.

Wegen einem leistungsstärkeren Herz leben Frauen länger als Männer

Grafik Herz mit EKG vom Herzschlag Puls
herzschlag © Sebastian Kaulitzki - www.fotolia.de

Warum Frauen länger leben als Männer, haben schottische Wissenschaftler wahrscheinlich entdeckt, denn Frauen haben auch im Alter von 70 Jahren noch ein so leistungsstarkes Herz wie eine Frau, die gerade mal 20 Jahre alt ist.

Bei den Männern dagegen nimmt die Herzleistung im Alter stark ab. So wie David Goldspink erklärt, nimmt die Leistung bei den Männern in den Jahren von 18 bis 70 um zirka ein Viertel ab, was bei den Frauen nicht der Fall sei.

Für diese Studie wurden 250 Frauen und Männer im Alter von 18 bis 80 Jahren untersucht. Man untersuchte von den Testpersonen beispielsweise die Knochendichte, Muskelmasse sowie die Verteilung und Masse des Körperfetts.

Männer zwischen 50 und 70 Jahren, die Sport treiben, besitzen dahingegen ein gutes und leistungsfähigeres Herz.

Herzkranzgefäße werden durch mehr Schlaf geschützt

Dunkelhaarige, schlafende Frau in weißer Bettdecke liegend
Beautiful woman lying and sleep on the snowy bed © Valua Vitaly - www.fotolia.de

Eine Studie mit etwa 500 Teilnehmern hat ergeben, dass mehr Schlaf die Herzkranzgefäße schützt. Früher hatte man für den Zusammenhang vom Schlaf und der Arteriosklerose die Teilnehmer um eine Selbstauskunft gebeten, aber jetzt trugen die Teilnehmern ein Gerät, das die Aktivität des Brustkorbs gemessen hat.

Beim Beginn der Studie lagen keinerlei Anzeichen einer Erkrankung der Herzkranzgefäße vor. Aber nach fünf Jahren stellte sich bei mehr als 12 Prozent (von 61 Teilnehmern) eine Verkalkung der Koronararterien im CT heraus. Nach der genauen Analyse der einzelnen Daten, unter anderem Alter, Raucher und Geschlecht, stellten die Forscher von der Universität von Chicago Faktoren fest, dass eine Stunde mehr Schlaf das Risiko einer Verkalkung um ein Drittel senkt.

Warum das Herz auf der linken Seite ist

Grafische Darstellung Herzinfektion
herzinfektion © Sebastian Kaulitzki - www.fotolia.de

Normalerweise ist bei allen Wirbeltieren das Herz auf der linken Seite. Aber warum eigentlich? Jetzt haben Biologen aus Würzburg vermutlich eine Erklärung dafür. Die Zellen müssen, nach der Befruchtung der Eizelle, auch wissen, wo später die einzelnen Organe ihren Platz finden sollen, also links oder rechts.

Das Herz besteht aber aus einem schlauchartigen Gebilde, das sich zuerst nach rechts orientiert, anschließend aber nach links. Aber im menschlichen Körper haben wir noch weitere Organe die, entgegengesetzt zu allen anderen menschlichen teilen, die symmetrisch angeordnet sind, sich nur auf einer Seite befinden, wie beispielsweise die Leber oder auch Milz.

Doch seien wir einmal ehrlich, es ist doch im Prinzip egal, ob das Herz links oder rechts sitzt, die Hauptsache es ist gesund und schlägt normal und möglichst lange.

Deutliche Geschlechterunterschiede bei Herzbewegung nachgewiesen

Mann hält Herz-Modell vor seine Brust
Close-up heart © Pathathai Chungyam - www.fotolia.de

Was früher durchaus nicht überall bekannt war, ist heute eine Selbstverständlichkeit in der Medizin: Die meisten Krankheitsverläufe und Beschwerden sind stark abhängig vom Geschlecht des Patienten.

Mediziner vom Universitätsklinikum Freiburg veröffentlichten jetzt Studienergebnisse, laut denen Frauen- und Männerherzen sogar unterschiedlich schlagen. Die Wissenschaftler beobachteten 58 Herzen von gesunden Männern und Frauen aus drei Altersgruppen mit einer speziellen Kernspintomografie-Technik. Damit konnten Herzbewegungen aufgezeichnet werden, die mittels Ultraschall bis dato kaum messbar waren.

Je älter die Probanden waren, desto deutlicher wurden die Unterschiede sichtbar. Die Längsbewegung des Herzmuskels nimmt beispielsweise bei Frauen im höheren Alter deutlicher ab, als bei Männern.

Längeres Leben mit einer tieferen Herzfrequenz

Diagramm eines Herzschlags mit 3-D-Grafik des Herzens
Human heart beats © Sergey Nivens - www.fotolia.de

Der Schweizer Kardiologe Professor Dr. Otto M. Hess glaubt, dass Menschen mit einer tieferen Herzfrequenz länger leben, als andere. Als Beispiel berichtet er aus dem Tierreich, wo Schildkröten nur einen Herzschlag von 20 Schlägen pro Minute haben und dabei 170 Jahre alt werden können. Auch die Elefanten können bis zu 100 Jahre alt werden mit einem Herzschlag von 15 bis 30 Schlägen pro Minute.

Aber bedeutet dies nun, dass wir uns einfach nur noch wenig bewegen sollten, damit das Herz langsamer schlägt? Nein, denn genau das Gegenteil sollte man tun, das heißt sich viel bewegen, möglichst Ausdauersport, denn dies führt im Fazit zu einem niedrigeren Herzschlag in der Ruhephase. Wer sich nicht bewegt, bei dem arbeitet das Herz doppelt so viel, denn es schlägt auch in den Ruhephasen schneller und kann sich so nicht erholen. Am Anfang sollte man vielleicht erst einmal anstelle des Fahrstuhls die Treppe benutzen und nach einiger Zeit schafft man dies problemlos ohne öfters sich dabei auszuruhen. Oder man holt am Wochenende morgens seine Brötchen einmal nicht mit dem Auto und nimmt stattdessen das Fahrrad.

So gelten Schwimmen, Laufen und Radfahren zu den besten Sportarten, wo man gezielt die Ausdauer trainieren kann. Zwischendurch sollte man den Puls messen, der bei einer Belastung einen bestimmten Wert nicht überschreiten sollte. Dieser Wert lässt sich durch die Formel "Belastungspuls in 10 Sekunden mal 6 = 180 minus Alter" ermitteln. Also sollte bei einem 40-Jährigen der Pulsschlag innerhalb von einer Minute nicht 140 überschreiten.

Aus Stammzellen soll ein komplettes Herz wachsen - Deutsche Forscher planen ein mutiges Projekt

Arzt in weißem Kittel hält ein rotes Plastikherz in seinen Händen
Doctor protecting a heart © Von Schonertagen - www.fotolia.de

Schon seit vielen Jahren beschäftigen sich Forscher auf der ganzen Welt mit Stammzellen und dennoch gibt es so viel über das Thema zu lernen, dass dieser Zweig der Wissenschaft noch in den Kinderschuhen steckt. Nun wollen Forscher aus Deutschland einen ganz entscheidenden Schritt nach vorn wagen: Sie möchten einen Herzmuskel allein aus Stammzellen entstehen lassen und dieser soll komplett funktionstüchtig sein.

Dafür möchte man mit Menschen arbeiten, die an der sogenannten dilatativen Kardiomyopathie leiden. Die Krankheit betrifft den Herzmuskel und sorgt für eine Art Aufblähung. Freiwilligen mit dieser bislang unheilbaren Krankheit möchte man Zellen entnehmen. Diese sollen im Labor eingehend analysiert und ihr Potenzial Stück für Stück offen gelegt werden. Man hofft, dass man dazu in der Lage sein wird, diese Zellen so zu programmieren, dass sie zu iPS-Zellen werden.

iPS-Zellen nennt man komplett ausgesprochen induzierte pluripotente Stammzellen und sie sind prinzipiell in der Lage, sich in jeden möglichen Zelltyp weiterzuentwickeln. Genau wie embryonale Stammzellen können sie also ebenso Hautzellen, wie auch Nervenzellen oder Muskelzellen werden. Man will den Probanden also Gewebeproben der Haut entnehmen, daraus iPS-Zellen machen und diesen wiederum den Befehl geben, sich zu Herzmuskelzellen zu entwickeln.

Der Traum ist es, mit genügend Zellen so einen dreidimensionalen Herzmuskel zu erstellen, der zwar künstlich, aber zu 100 Prozent menschlich ist. Der Weg bis zu diesen Ziel ist natürlich lang. Zunächst wollen die Forscher erst einmal funktionsfähige Herzmuskelzellen an sich züchten. Das zweite Ziel ist es dann, diese im direkten Vergleich zu natürlich entstandenen Herzmuskelzellen zu untersuchen und potenzielle Unterschiede zu dokumentieren.

Erstes Mikro-Herz aus Stammzellen gebildet

Wissenschaftlern gelingt es, winzige Kammern zu züchten, die sich wie beim echten Herzen bewegen

Rotes Modell menschliches Herz auf weißem Hintergrund
gesundes herz © fotoflash - www.fotolia.de

Forschern aus den USA ist ein echter Durchbruch in der Arbeit mit Stammzellen gelungen. Sie brachten die Stammzellen dazu, sich in die Zellen des Herzmuskels zu differenzieren und dabei im Zellverband zu schlagen.

In der Natur ist die Entwicklung des Herzens eine extrem komplizierte Angelegenheit. Bei der Entwicklung im Mutterleib benötigen die vorhandenen Stammzellen die idealen Bedingungen, um im Embryo ein schlagendes Herz zu werden. Neben biochemischen Impulsen im Inneren ist dafür auch die richtige Umgebung wichtig.

Mikro-Herzkammern aus dem Labor

Dies wurde Forschern klar, als sie die Stammzellen in eine einfache Petrischale gaben und trotz der passenden Impulse nichts geschah. Das Herz entsteht offenbar nur, wenn die Zellen nicht flach ausgebreitet sind, sondern ein Gerüst bekommen. Im Labor stellte man diesen Zustand her, indem die Wissenschaftler einen ringförmigen Träger nutzten.

Die Stammzellen wurden darauf angebracht und entwickelten sich tatsächlich innerhalb von 14 Tagen in echte Herzmuskelzellen. Doch damit nicht genug, die Zellen verbanden sich untereinander, sodass sich tatsächlich winzige Kammern bildeten, die sich wie beim echten Herzen bewegten. Man hatte also tatsächlich schlagende Mikro-Herzkammern im Labor gezüchtet.

Durchbruch im Kleinen

Mikro-Herzen dieser Art will man nun nutzen, um Wirkstoffe für Medikamente zu testen. Das lebende Modell dürfte besser geeignet sein als Tierversuche. Einen weiteren Einsatzzweck - wie etwa das Züchten eines komplexen Herzens zur Transplantation für Patienten - sehen die Forscher derzeit noch nicht.

Sie geben zu bedenken, dass ihr Mikro-Herz weit davon entfernt ist, realistische Mengen Blut aufzunehmen und zu pumpen. Dafür fehlt es an Kraft, denn ein echtes Herz leistet enorme Arbeit, die man noch nicht nachahmen kann. Der Durchbruch im Kleinen dürfte die Medizin jedoch auf den richten Weg führen und neue Grundlagenforschung ermöglichen.

Neuste Erkenntnis der Medizin: Warum hat unser Herzmuskel keine Regenerationsfähigkeit?

Mit dem Alterungsprozess kommt für den menschlichen Herzmuskel auch der stetige Zerfall

Grafik Organe mit Herz hervorgehoben
menschliches herz © Sebastian Kaulitzki - www.fotolia.de

Der menschliche Körper verfügt über ein riesiges Repertoire an Zellen. Diese können sich teilen und so Tochterzellen bilden. Kommt es zu einer Schädigung vieler Zellen eines Organs, kann sich der Körper mit genügend Zeit und Kraft dennoch regenerieren. Doch ausgerechnet das menschliche Herz macht hier eine Ausnahme.

Menschlicher Herzmuskel im Vergleich

Dem Herzmuskel fehlt es an dieser Regenerationsfähigkeit und bisher konnte die Medizinwelt nicht erklären, warum dies so ist. In einer aktuellen Studie mit Lurchen und Fischen sind deutsche Wissenschaftler dem Problem nachgegangen und können zum ersten Mal eine Antwort liefern.

Zebrafische und Lurche sind in der Lage, abgestorbene Zellen im Herzmuskel zu erneuern. Ihr Organismus nutzt dafür die übrigen Zellen, regt diese zur Teilung an füllt die "Lücke" wieder auf. Warum also machen die Herzmuskelzellen des Menschen nicht dasselbe?

Die einzige Antwort: Es muss einen entscheidenden Unterschied zwischen unseren Zellen und denen der Tiere geben. Daher verglichen die Forscher die Herzmuskelzellen der Lurche und Fische mit ihren menschlichen Gegenstücken und wurden dabei auf das sogenannte Zentrosom aufmerksam.

Der Zerfall des Zentrosoms

Das Zentrosom ist ein Bestandteil von tierischen Zellen (in Pflanzen kommt es nicht vor) und sitzt nahe beim Zellkern. Jedes Zentrosom besteht aus zwei Teilen, die bei der Zellteilung auseinander wandern, damit jede der beiden Tochterzellen wieder ein Zentrosom besitzt.

Eine Zelle kann sich nur dann vermehren, wenn das Zentrosom intakt ist und genau ihr liegt beim Menschen das Problem. Während es bei den untersuchten Fischen und Lurchen auch bei erwachsenen Tieren aktiv war, befand es sich bei den menschlichen Zellen in einem inaktiven Zustand.

Die Untersuchung zeigt, beim Menschen beginnt bereits kurz nach der Geburt ein schleichender Prozess, bei dem das Zentrosom der Herzmuskelzellen zerfällt. Daher können die Zellen sich ab einem gewissen Lebensalter nicht mehr vermehren und einmal entstandene Schäden werden nicht repariert.

Wichtiger Unterschied der Geschlechter: Das Herz altert bei Frauen anders

Forscher haben herausgefunden, dass es zwischen alternden Männer- und Frauenherzen einen überraschenden Unterschied gibt

Anatomie - Grafik des menschlichen Herzens mit umliegenden Blutgefäßen
menschliches herz © Sebastian Kaulitzki - www.fotolia.de

Der menschliche Organismus verändert sich im Laufe des Lebens stark und baut mit zunehmenden Alter langsam aber kontinuierlich ab. Im Fall des Herzens kommt es zu einer schrittweisen Verkleinerung.

Damit nimmt die Pumpleistung messbar ab und der Körper wird anfälliger für Durchblutungsprobleme. Diese Fakten treffen sowohl auf Frauen als auch auf Männer zu, doch sieht man etwas genauer hin, zeigt sich ein bislang unbekannter Unterschied zwischen den Geschlechtern.

Männliche Herzen nehmen an Gewicht zu - Frauenherzen nicht

Männerherzen reagieren auf die zunehmende Verkleinerung mit einer Gegenmaßnahme. Während der linke Herzventrikel schrumpft, wird die Muskelwand um diese Herzkammer herum immer dicker. Das kleiner werdende Herz nimmt also an Gewicht zu.

Bei Frauen bleibt diese Reaktion des Körpers komplett aus. Der Muskel um die Herzkammer wird nicht dicker. Bei einigen Frauen reagiert der Organismus sogar gegenteilig zu männlichen Herzen und der Muskel wird dünner.

Unterschied fiel in Studie auf

Die Studie, die zu diesem Ergebnis kam, arbeitete mit 3.000 Männern und Frauen, die völlig gesund waren. Die Probanden hatten ein Alter zwischen 54 Jahren und 94 Jahren und erklärten sich zum MRT bereit.

Dabei wurde zu Studienbeginn einmal ein MRT-Scan des Herzens angefertigt und nach einer Wartezeit von zehn Jahren eine weitere Untersuchung angesetzt. So konnten die Forscher bei jedem Teilnehmer das individuelle Altern des Herzens verfolgen. Als man Frauen und Männer in zwei Gruppen aufteilte, wurde der überraschende Unterschied deutlich.

Umdenken in der Medizin könnte erforderlich sein

Dies könnte ein Umdenken in der Medizin zur Folge haben, denn bisher werden Männer und Frauen beim Thema Herzvorsorge gleich behandelt. Oft verschreiben Ärzte an Senioren mit schwindender Herzkraft ein Medikament, um das Verdicken des Herzmuskels zu stoppen. Da Frauen jedoch diesen Effekt gar nicht erleben, profitieren sie vermutlich gar nicht von dieser Therapie.

Funktion und Versorgung

Das menschliche Herz besteht aus vier Hohlräumen: den zwei Herzkammern und den zwei Vorhöfen. Aufgabe der Herzkammer ist es, das Blut über eine Arterie in den Kreislauf zu pumpen. Dabei unterscheidet man zwischen Lungenkreislauf und Körperkreislauf.

In dem rechten Vorhof wird das sauerstoffarme Blut aus dem Organismus gesammelt und dann über die rechte Hauptkammer (Ventriculus dexter) zuerst in die Lungenarterien und von dort aus in die Lungen gepumpt, wo die Anreicherung mit Sauerstoff erfolgt. Das mit Sauerstoff angereicherte Blut wird dann in den linken Vorhof weitergeleitet.

Das Blut im linken Vorhof fließt über die linke Hauptkammer (Ventriculus sinister), die es mit großem Druck in die Aorta (Hauptschlagader) pumpt, von wo es weiter zu den Arterien, Arteriolen und Kapillaren transportiert wird. Auf diese Weise gelangt das Blut in den Körperkreislauf, wodurch die Körperzellen mit Nährstoffen und Sauerstoff versorgt werden können.

Außerdem wird vom Blut Kohlendioxid aufgenommen, das dann in die Lunge gelangt und von dort ausgeatmet wird. Da die linke Herzkammer das Blut in den Körperkreislauf pumpt, verfügt sie über die größte Muskelstärke.

Wie alle anderen Körperzellen, müssen auch die Herzzellen mit Sauerstoff und Energie versorgt werden. Diese Versorgung erfolgt über die Herzkranzgefäße (Koronararterien), die der Hauptschlagader entspringen und sich kranzförmig um das Herz spinnen.

Die rechte Herzhälfte und die hintere Wand der linken Kammer werden von der rechten Koronararterie (RCA) versorgt. Die Versorgung der Vorderwand sowie der rechten und der linken Hinterwand wird von der linken Koronararterie (LCA) vorgenommen, die sich in zwei Hauptäste aufteilt, den Ramus circumflexus (RCX) und den Ramus interventricularis anterior (RIVA). Außerdem gibt es mehrere kleine Abzweigungen, durch die verschiedene Herzteile versorgt werden, wodurch einige Herzteile eine Versorgung von mehreren Seiten erhalten.

Die elektrischen Impulse des Herzens

Dass das Blut pumpen kann, wird durch elektrische Impulse bewirkt. Zu diesem Zweck verfügt das Herz über einen kleinen Schrittmacher, den Sinusknoten, der sich im rechten Vorhof befindet. Durch diesen Schrittmacher werden elektrische Signale erzeugt, die anschließend über die Vorhöfe verteilt werden und für die Kontraktion der Zellen sorgen.

Damit sich die Vorhöfe nicht zur gleichen Zeit wie die Hauptkammern, sondern erst kurz nacheinander zusammenziehen, sind sie von den Kammern elektrisch isoliert. Verantwortlich für einen kontrollierten Ablauf ist der so genannte AV-Knoten (Antiventrikulär). Vom AV-Knoten wird die elektrische Erregung in die beiden Ventrikel verbreitet, wodurch die Kontraktion der Herzmuskelzellen erfolgt und das Herz pumpen kann.

Das Herz versorgt den ganzen Körper mit Blut
Das Herz versorgt den ganzen Körper mit Blut

Beschwerden und Erkrankungen des Herzens

Erkrankungen des Herzens sind weit verbreitet. In Europa sind sie sogar Todesursache Nummer 1.

Koronare Herzerkrankung

Herz-Kreislauferkrankungen sind weit verbreitet und in Europa sogar häufigste Todesursache. Besonders oft tritt die Koronare Herzerkrankung (KHK) auf, bei der die Durchblutung des Herzmuskels gestört wird. Das heißt, dass der Herzmuskel nicht mehr genug Blut erhält und daher auch nicht ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt wird.

Verursacht wird die Krankheit durch die Verengung der Herzkranzgefäße, die durch Kalk- oder Fettablagerungen an den Gefäßwänden entsteht. Bei starken Gefäßverengungen kommt es zu Beschwerden wie Engegefühlen in der Brust und Brustschmerzen (Angina pectoris), die vor allem bei physischer und psychischer Belastung auftreten.

Bei einer Angina pectoris können die Schmerzen ausstrahlen, etwa in:

Elektroschockpistolen schaden dem Herzen nicht

Körperausschnitt Mann drückt sich rotes Plastikherz an die Brust
Herzinfarkt © bilderbox - www.fotolia.de

Viele kennen sie aus dem Fernsehen: Elektroschockpistolen. Diese kleinen Waffen, die Elektrostöße abgeben und durch ihre Form einer Pistole ähneln, kann man jedoch auch in der richtigen Welt erwerben. Häufig dürfen Polizisten mit diesem Gerät ausgestattet sein. Mediziner waren bisher skeptisch, ob diese Werkzeuge der Selbstverteidigung nicht gefährlicher sind, als ihr Ruf. Eigentlich sollen sie den Angreifer nur leicht betäuben und so schlimmere Folgen wie Gewalt, Raub und Vergewaltigung verhindern. Doch leidet nicht das Herz unter den Elektroschocks?

Dieser Frage sind Forscher gezielt nachgegangen und können aktuell eine Entwarnung aussprechen: einen direkten Schaden für den Herzmuskel kann man ausschließen. Untersucht wurden 1.200 Fälle, in denen ein Polizist mit der Waffe eine Zielperson unschädlich gemacht hatte. Dabei waren spezielle Schocker zum Einsatz gekommen, die zwei Drähte abschießen, diese mit Widerhaken bei der Person verankern und dann gezielt Strom abgeben.

In nur 22 Fällen war der Polizist gezwungen, direkt auf den Brustkorb der Zielperson zu schießen, was einen Stromschlag in Herznähe zur Folge hatte. Doch bei keiner einzigen Person war ein Schaden am Herz nachweisbar, weder bei diesen Menschen, noch bei jenen, die an anderen Körperstellen getroffen worden waren. Es gab weder Infarkte, noch Herzrhythmusstörungen oder vergleichbares.

Der Schocker bewirkte nur das, was er bewirken sollte: eine vorübergehende Lähmung. Leichte Muskelkrämpfe traten oft auf, dauerten aber nur wenige Momente an und verschwanden ohne Nachwirkungen.

Herzrhythmusstörungen

Zu zahlreichen verschiedenen Symptomen führen Herzrhythmusstörungen. Von Herzrhythmusstörungen spricht man, wenn das Herz unregelmäßig, zu langsam oder zu schnell schlägt. Sie können sowohl eine harmlose als auch eine bedrohliche Ursache haben.

Zu den begleitenden Beschwerden gehören u.a.:

Sind die Herzrhythmusstörungen nur leicht oder treten nur gelegentlich auf, nimmt der Betroffene sie oftmals gar nicht wahr. In manchen Fällen kommt es jedoch durch den unregelmäßigen Herztakt zu erheblichen Beschwerden. Man unterscheidet zwischen

  • Herzrasen
  • Herzstolpern
  • Herzklopfen und
  • Herzdrücken.
Herzrasen

Zu den häufigsten Herzbeschwerden bei Herzrhythmusstörungen gehört Herzrasen (Tachykardie). Herzrasen bedeutet, dass das Herz zu schnell schlägt. So beträgt der Puls dabei über 100 Herzschläge in der Minute.

Ursachen

Mögliche kardiale Ursachen von Herzrasen können

sein. Aber auch

können Herzrasen auslösen. Nicht immer ist Herzrasen gesundheitlich bedenklich. So entsteht es häufig auch aus harmlosen Gründen wie

Diagnose

Ob Herzrasen eine harmlose Ursache hat oder ob eine ernsthafte Erkrankung dahinter steckt, lässt sich durch verschiedene Untersuchungen klären. Dazu gehören vor allem das Elektrokardiogramm (EKG) und die Messung des Blutdrucks.

Herzstolpern

Von Herzstolpern spricht man, wenn es zu zusätzlichen Herzschlägen und einem unregelmäßigen Herzrhythmus kommt. Herzstolpern ist weit verbreitet und wird von so genannten Extrasystolen verursacht. Dabei handelt es sich um zusätzliche Herzschläge, von denen das Herz für kurze Zeit aus dem Takt gebracht wird.

Ernstzunehmende Begleitsymptome

In den meisten Fällen ist Herzstolpern harmlos; hält es jedoch über mehrere Stunden an, ist es ratsam, einen Arzt zu Rate zu ziehen. Das sollte man auch dann tun, wenn neben dem Herzstolpern noch weitere Beschwerden wie

auftreten.

Behandlung

Normalerweise ist Herzstolpern nicht behandlungsbedürftig. Bei stressbedingtem Herzstolpern können Medikamente wie Betablocker verabreicht werden. In manchen Fällen verordnet man auch den Mineralstoff Kalium.

Störungen der Herzfrequenz können sehr unangenehm sein
Störungen der Herzfrequenz können sehr unangenehm sein
Herzklopfen

Manche Menschen können in bestimmten Situationen hören, wie ihr Herz in der Brust klopft und pocht. Dabei lässt sich der Puls mitunter bis zur Halsschlagader spüren.

Ursachen

In der Regel ist leichtes Herzklopfen harmlos und wird von

  • Aufregung
  • Vorfreude oder
  • Stress

hervorgerufen. Ist das Herzklopfen jedoch stark ausgeprägt, weist dies womöglich auf eine Erkrankung wie Vorhofflimmern hin.

Ernstzunehmende Begleitsymptome

Herzklopfen kann auch mit

einher gehen. Treten solche Beschwerden auf, muss umgehend ein Arzt aufgesucht werden.

Herzdrücken

Unter Herzdrücken oder Druck auf dem Herzen versteht man ein beklemmendes Gefühl im Brustkorb oder in der Herzgegend. Herzbeklemmungen werden zumeist von starker Angst ausgelöst.

Begleitsymptome

Mitunter kommt es dabei auch zu

Ursachen

Ursache für Herzbeklemmungen sind meist Angststörungen oder Alltagssorgen; es können aber auch Erkrankungen wie

dahinter stecken.

Grafische Darstellung von Herzrhytmusstörungen
Grafische Darstellung von Herzrhytmusstörungen

Herzmuskelentzündung

Eine weitere Erkrankung ist die Herzmuskelentzündung (Myokarditis), die zumeist von Viren verursacht wird. TYpische Symptome sind:

Löcher in der Herzscheidewand werden oft zu spät erkannt

3-D-Grafik des Herz-Kreislaufsystems einer Frau mit Venen und Arterien
Frau mit Herz-Kreislauf © psdesign1 - www.fotolia.de

Herzinfarkte und Schlaganfälle sind Notfälle, die leider nicht selten tödlich enden. Weniger bekannt ist das Phänomen von Löchern im Herzgewebe, die oft angeboren sind. Eine frühere Diagnose im Kindesalter ist extrem wichtig, da die zunächst symptomfreie Erkrankung in späteren Jahren ebenfalls zu Schlaganfälle führen kann. Zudem kann bei hohem Blutdruck das Blut durch das zerstörte Gewebe in den Lungenkreislauf eindringen.

Die Krankheit muss daher unbedingt bereits in Jugendjahren erkannt werden. Zur Diagnose fertigen die Ärzte ein Ultraschallbild des Herzens an und führen ein EKG durch, das Herzrhythmusunregelmäßigkeiten aufdecken kann. Wird die Krankheit entdeckt, kann ein Arzt die Löcher direkt behandeln. Es bedarf nicht einmal einer Narkose, eine lokale Betäubung genügt. Vorsorgeuntersuchungen müssen also Pflicht sein, denn sie können Leben retten.

Menschen mit linksseitiger Hypertrophie im Herzen bauen im Alter geistig ab

Modell offenes Herz
Model of open heart © Patricia Hofmeester - www.fotolia.de

Spricht der Mediziner von einer "Linksherz­hypertrophie" so leidet der Patient an einer Organvergrößerung, einer sogenannten Hypertrophie. In diesem speziellen Fall ist die linke Seite des Herzens betroffen. Die Krankheit schwächt nicht nur das Herz, sie scheint auch langfristige Auswirkungen auf die geistige Verfassung zu haben. Eine Studie ergab, dass Menschen mit dieser Hypertrophie im Seniorenalter verstärkt geistig abbauen.

Die Studie in den USA untersuchte über vier Jahre hinweg 24.000 Patienten im Seniorenalter. Alle waren zu Beginn der Untersuchung geistig und mental völlig gesund gewesen. Während des Beobachtungszeitraums entwickelten 1.907 der Senioren jedoch zunehmend kognitive Beeinträchtigungen. Ein Gesundheits-Check zeigte daraufhin, dass gerade unter dieser Gruppe viele an einer linksseitigen Hypertrophie des Herzens litten.

Diese Studienergebnisse sind sehr wichtig. Man kann die gewonnene Erkenntnis benutzen, um den geistigen Abbau im Alter in gewissem Maße vorab zu berechnen. Zumindest lässt sich eine Risikogruppe deutlicher eingrenzen.

Wer älter aussieht, als er ist, hat größeres Risiko für Herzerkrankungen

Traurige Seniorin, den Kopf ans Handgelenk gestützt
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Wie Studien aus Kopenhagen ergeben haben, haben diejenigen unter uns, die älter aussehen, als sie tatsächlich sind, ein erhöhtes Risiko an einem Herzproblem zu erkranken.

Für die Studie wurde das äußere Erscheinungsbild von mehr als 11.000 Dänen über einen Zeitraum von über 35 Jahren beobachtet. Dabei ergab sich, dass diejenigen mit den meisten Falten auch am häufigsten von Herzerkrankungen heimgesucht wurden.

Aber nicht nur überdurchschnittliche Falten sprechen für ein erhöhtes Risiko. Auch eine vorzeitige Glatze, gelbliche Verfärbungen an den Augenlidern und Geheimratsecken sollen ebenfalls ein Anzeichen für ein ansteigendes Risiko sein.

Vermutlich spielen veränderte Hormonausschüttungen hierbei eine Rolle, die zu den vorzeitigen Alterserscheinungen führen und auf einen schlechten Gesundheitsstatus hinweisen. Ab sofort sollten Ärzte also auch in den Gesichtern ihrer Patienten lesen und sich nicht allein auf Werte von technischen Messgeräten verlassen.

Herzinsuffizienz

Ebenfalls schwerwiegend ist eine Herzinsuffizienz (Herzschwäche). Dabei ist die Leistung des Herzens nicht ausreichend, um den Bedarf des Körpers zu decken. Es kommt zu:

  • Atemnot
  • Erschöpfung
  • geschwollenen Beinen

Herzinfarkt

Gefährlichste Herzerkrankung ist der Herzinfarkt (Myokardinfarkt) , bei dem ein Teil des Herzmuskels aufgrund eines verschlossenen Herzkranzgefäßes abstirbt. Ein Herzinfarkt ist lebensgefährlich und führt zu:

  • starken Schmerzen in der Brust
  • Angstgefühlen
  • Engegefühlen
  • Schwindelgefühlen
  • schwerer Atemnot
  • Bewusstlosigkeit

Schnelle Hilfe für Herzinfarktpatienten durch Blockade des Moleküls microRNA-34a

Grafik Mensch mit Herzschmerzen - Herzinfarkt
Herzinfarkt © psdesign1 - www.fotolia.de

Das Protein "PNUTS" spielt die wesentliche Rolle, wenn es darum geht unser Herz zu schützen. Denn es ist für die Zellteilung verantwortlich und wehrt Schäden ab. Es gibt allerdings ein Molekül, das sich dazu kontraproduktiv verhält und die Produktion dieses wertvollen Proteins verhindert, nämlich das Molekül microRNA-34a.

Im Tierversuch wurde dieses Molekül blockiert. Im Ergebnis starben weniger Herzzellen ab. Könnte eine solche Therapie auf den Menschen übertragen werden, wäre das eine Hilfe für Herzinfarktpatienten. Man könnte den Zelltod aufhalten, Herzstammzellen würden überleben und sich in neue Herzzellen umwandeln. So würde das Gewebe neu instandgesetzt.

Bei Lebererkankungen wird diese Methode bereits erfolgreich angewandt. Bei Herzinfarktpatienten steckt die Forschung noch in den Kinderschuhen, denn es müssen mehr Tierversuche stattfinden.

Die Herzalterung ist zwar normal, bei einem Herzinfarkt geht das allerdings sehr viel schneller. Da Infarkte in den Industrieländern steigen, bedeutet eine wirksame Therapie Hilfe für Betroffene.

Herzklappenfehler

Ist eine oder sind mehrere Herzklappen von einer Fehlfunktion betroffen, spricht man von einem Herzklappenfehler. Während dieser zu Beginn oftmals ohne Symptome verläuft, kann er unbehandelt zu einer Herzinsuffizien führen.

Man unterscheidet

  • verengte Herzklappen (Klappenstenose), z.B. eine Aortenstenose, bei der sich die Klappe nicht mehr weit genung öffnen kann
  • undichte Herzklappen (Klappeninsuffizienz), wodurch es zu einem zurückfließenden, zusätzlichen Blutvolumen, was die Herzkammer dehnt und den Herzmuskel verdickt
  • die Aortenklappeninsuffizienz (Aorteninsuffizienz) und
  • den Herzklappenprolaps, bei dem sich die Mitralklappensegel im geschlossenen Zustand in den linken Vorhof hineinwölben.

Roemheld-Syndrom

Mit dem Roemheld-Syndrom werden reflektorische Herzbeschwerden beschrieben, welche durch Gasansammlungen im Magen und Darm entstehen. Diese wiederum werden durch blähende Lebensmittel, Anomalien im Magen-Darm-Trakt oder übermäßiges Essen ausgelöst.

Zu den möglichen Symptomen zählen mitunter

Zur Behandlung werden gängige Maßnahmen zur Milderung von Blähungen empfohlen.

Perikarditis

Mit der Perikarditis ist eine Entzündung des Herzbeutels gemeint. Stechende Schmerzen hinter dem Brustbein gelten als hauptsächliche Merkmale. Verstärkt werden diese bei Bewegung, bei tiefem Atmen, bei Husten, aber auch im Liegen.

Man unterscheidet die Pericarditis sicca / fibrinosa (trockene Perikarditis) und eine Pericarditis exsudativa (feuchte Perikarditis), bei der es zusätzlich zu Flüssigkeitsansammlungen im Herzbeutel kommt (Perikarderguss). Eine echokardiografische Überwachung, Bettruhe sowie die Verschreibung von Schmerzmitteln zählen zu den ersten Behandlungsbestandteilen.

Erstmals neue Herzpumpe implantiert

Nahaufnahme Chirurg und Assistenzärztin mit Brille bei einer Operation
chirurgen © Falk - www.fotolia.de

Österreichische Mediziner haben in Wien erstmals eine neuartige Herzpumpe implantiert. Die Pumpe besteht aus einem Rotor, der berührungslos in einem passiven Magnetfeld schwebt. Der geringe mechanische Verschleiß erhöht die Lebensdauer des Gerätes auf fünf bis zehn Jahre.

Zur Zeit wird die Titanherzpumpe noch mit einer externe Energiequelle versorgt. In Zukunft könnte eine drahtlose Energieübertragung durch die Haut und telemedizinische Ferndiagnostik eingesetzt werden.

Starkes Herz - beschädigter Herzmuskel kann sich teilweise selbst heilen

Selbstheilung des Herzen soll zur Therapie bei Infarkt-Patienten genutzt werden

Anatomie - Grafik des menschlichen Herzens mit umliegenden Blutgefäßen
menschliches herz © Sebastian Kaulitzki - www.fotolia.de

Der menschliche Körper ist zu großen Leistungen fähig. Mediziner kennen nun eine neue: unser Herz kann sich teilweise bei Beschädigungen selbst heilen.

Forscher entdeckten im Körper von Labormäusen Zellen, die sich bei Bedarf selbst so verändern können, dass sie zu Herzmuskelzellen werden. Schäden am Muskelgewebe, wie sie etwa nach einem Herzinfarkt auftreten, können so teilweise behoben werden. Diese Selbstheilung funktioniert jedoch nicht immer.

Molekül "Thymosin beta-4" ist der Schlüssel zur Selbstheilung

Die Forscher haben durch Tests enträtselt, wie die Zellen zur wichtigen Umwandlung animiert werden können. Schlüssel dazu ist ein einzelnes Molekül. Kommt „Thymosin beta-4“ ins Spiel, gilt das für die Zellen als Startschuss und sie verändern sich so weit, dass sie Herzmuskelzellen werden und abgestorbene Zellen in ihrer Funktion komplett ersetzen.

Das Problem besteht darin, das Molekül zu stimulieren, denn es springt nur in seltenen Fällen von selbst an. Für eine wirkungsvolle Therapie bei Infarkt-Patienten muss in diese Richtung noch weiter geforscht werden. Der Traum der Forscher ist es, eine Tablette herzustellen, die einfach geschluckt wird und in sich einen Wirkstoff enthält, um die Selbstheilung zu aktivieren.

Blockade eines Gens könnte die Selbstheilungskräfte des Herzmuskels wiederherstellen

Rotes Modell menschliches Herz auf weißem Hintergrund
gesundes herz © fotoflash - www.fotolia.de

Sobald das Herz eines Menschen durch Unfall oder Krankheit verletzt ist, haben Mediziner ein großes Problem. Dieses Organ gehört zu jenen, bei denen man sich nicht auf die Selbstheilungskräfte des Körpers verlassen kann.

Während bei anderen Lebewesen auch das Herz zum Teil regeneriert werden kann, besitzen Säugetiere diese Fähigkeit nicht. Unmittelbar nach der Geburt geht ihnen diese wichtige Eigenschaft verloren. Weshalb dies so ist und ob man das medizinisch ändern könnte, wollten Forscher herausfinden. In den USA gelang nun die entscheidende Erkenntnis und sie könnte bald ganz neue Therapieoptionen für Herzkranke ermöglichen.

Die Forscher fanden heraus, dass ein einzelnes Gen für die blockierte Selbstheilung verantwortlich ist. Es wird kurz nach der Geburt aktiv und verhindert, dass der Herzmuskel sich regenerieren kann. Das Gen veranlasst, dass der sogenannte Transkriptionsfaktor Meis1 verstärkt gebildet wird. Das wiederum bewirkt, dass die Produktion neuer Herzmuskelzellen ganz aktiv unterbunden wird.

Nachdem man das Gen genau lokalisiert und seine Funktion verstanden hatte, nahm man Labortiere und schaltete bei ihnen das Gen wieder aus. Es geschah das, was die Forscher erhofft hatten: die Mäuse waren nun wieder in der Lage, Schäden am Herzen zu heilen. Könnte man auch bei Menschen dieses Gen deaktivieren, wäre vor allen Dingen Patienten mit einem Herzinfarkt sehr geholfen.

Die dabei entstehenden Wunden im Herzmuskel werden dann nicht mehr mit minderwertigem Narbengewebe geschlossen, sondern der Muskel kann komplett ausheilen und sollte danach seine alte Leistungsfähigkeit zurückbekommen haben. Ob der Mausversuch so einfach auf den Menschen zu übertragen ist, müssen Studien nun aber erst noch zeigen.

Forscher entwickeln neuartige Herzklappen – Hoffnung speziell für Kinder

Zeichnung Anatomie menschliches Herz auf weißem Hintergrund
Human Heart © hakan çorbaci - www.fotolia.de

Der Ersatz einer defekten Herzklappe ist ein verbreiteter Eingriff. 27.612 Patienten haben im letzten Jahr eine neue Herzklappe bekommen. Bei Kindern ist der Einsatz von Prothesen jedoch problematisch, da die mechanischen Klappen nicht mitwachsen und Spenderklappen häufig abgestoßen werden. Forscherteams arbeiten deshalb an alternativen Lösungen.

Eine Arbeitsgruppe der Uni Hannover setzt auf die Modifikation menschlicher Spenderklappen. Die Mediziner waschen aus dem gespendeten Gewebe alle fremden Zellen heraus, bis nur noch ein Kollagen- und Elastingerüst vorliegt. Dieses lässt sich ohne die typischen Abstoßungsreaktionen implantieren.

Insgesamt 120 solcher Klappen-Gerüste haben die Ärzte mittlerweile erfolgreich eingesetzt. Das Problem: die Größe der Implantate lässt sich nicht verändern. Kinder mit angeborenem Herzfehler profitieren deshalb kaum von der Methode, weil keine passenden Spenderorgane existieren.

Am Stuttgarter Fraunhofer-Institut versucht man deshalb, Herzklappen aus körpereigenen Zellen zu züchten. Dazu entwickelten die Forscher ein Trägersubstrat aus natürlichen und synthetischen Polymeren, die sich wie Zuckerwatte verweben. Nach dem Einpflanzen sollen sich darin menschliche Zellen aus der Umgebung ansiedeln und eine neue Herzklappe wachsen lassen. Das Trägergerüst löst sich nach einiger Zeit auf.

Problematisch ist jedoch, das Wachstum der neuen Herzklappe zu steuern. Im Labor verläuft das bereits erfolgversprechend. Ob es auch im lebenden Organismus funktioniert, sollen demnächst Versuche an Schweinen zeigen.

Neue Therapiemöglichkeiten für Herzprobleme dank Stammzellen: Gewebe einfach ersetzen

Es konnten 40 Millionen hPS-Zellen auf einmal gezüchtet werden - Hilfe für Herzpatienten

Forscherin schnibbelt mit einer Schere an einem blauen DNA-Modell
gen schere 1 © Gernot Krautberger - www.fotolia.de

Geschädigtes Herzmuskelgewebe kann in Zukunft möglicherweise ganz einfach durch neues Gewebe ersetzt werden, das mit Hilfe von Stammzellen gezüchtet wurde. Forschern der Medizinischen Hochschule Hannover gelang es im Labor, große Mengen der sogenannten menschlichen pluripotenten Stammzellen (hPS-Zellen) zu züchten und diese in Herzzellen umzuwandeln.

Bisher war die gezüchtete Menge an Zellen zu klein

Bislang scheiterten ähnliche Pläne daran, dass es nicht möglich war, Stammzellen in ausreichender Zahl herzustellen, doch die Forscher entwickelten ein neues Verfahren, wonach die Zellen in einer Nährlösung schwimmen und nicht mehr an der Oberfläche einer Kulturschale wachsen. So konnten 40 Millionen Herzmuskelzellen auf einmal hergestellt werden.

Reaktion auf Medikamente muss noch getestet werden

Ehe die im Labor gezüchteten Zellen jedoch am Menschen ausprobiert werden können, müssen zunächst die Sicherheitsaspekte überprüft werden. Außerdem müssen sich die Zellen erst gegen Nebenwirkungen bestimmter Medikamente bewähren.

Sollten die Experimente erfolgreich verlaufen, könnten in Zukunft ausreichende Mengen an hPS-Zellen produziert werden um das geschädigte Gewebe, zum Beispiel nach einem Herzinfarkt, komplett zu ersetzen. Dafür sind pro Patient rund ein bis zwei Milliarden Zellen erforderlich.

Selbstheilung des Herzens anregen: Studie bringt erste Ergebnisse

Der neue Wirkstoff "Chemokin SDF-1" zeigt eine Tendenz in die richtige Richtung

Anatomie - Grafik des menschlichen Herzens mit umliegenden Blutgefäßen
menschliches herz © Sebastian Kaulitzki - www.fotolia.de

Der menschliche Körper besitzt einen großen Vorrat an Stammzellen, um verletztes Gewebe mit neuen Zellen zu versorgen. Diese erstaunliche Regenerationskraft versagt aber ausgerechnet dort, wo allein in Deutschland drei Millionen Patienten sie bräuchten: im Herzen.

Rund drei Millionen Männer und Frauen hierzulande leiden an der sogenannten Herzinsuffizienz. Bei ihnen sind so viele Zellen im Herzmuskel abgestorben, dass die Muskelleistung stark nachgelassen hat. Rund 50.000 Betroffene versterben jährlich an den Folgen, wenn das Herz aus Überanstrengung komplett zu schlagen aufhört.

"Chemokin SDF-1" als neuer Wirkstoff im Test

Die Forschung arbeitet mit Hochdruck an Wegen, die geschwächten Herzmuskeln wieder zu stärken. Der neuste Ansatz arbeitet mit Injektionen, die direkt ins Herz abgegeben werden sollen. Enthalten ist der Wirkstoff "SDF-1", was kurz für "Chemokin SDF-1" steht. In Laborversuchen hatte sich herausgestellt, dass dieser Stoff auf die Herzzellen anregend wirkt und damit die Bildung neuer Zellen denkbar ist.

Im ersten Test weniger wirksam als erhofft, die Tendez stimmt aber

Ein erster Versuch mit 93 Freiwilligen fällt weniger wirksam als erhofft aus, zeigt aber eine Tendenz in die richtige Richtung. Man hatte die Teilnehmer in zwei Gruppen unterteilt und entweder die Therapie durchgeführt, oder zur Bildung einer Kontrollgruppe nur vorgetäuscht. Leider kam es zu einem starken Placeboeffekt. In beiden Gruppen fühlten sich die Teilnehmer nach einem Jahr Behandlung deutlich besser.

Wirkung auf biologischer Ebene

Ein Blick auf biologischer Ebene zeigt aber, dass SDF-1 im Herzen durchaus eine Wirkung erzielt hatte. In der Kontrollgruppe hatte sich die Auswurffraktion innerhalb der zwölf Monate weiter verschlechtert und zwar im Schnitt um vier Prozent. Dieser Verlauf kann als normal angesehen werden. In der Gegengruppe war die Auswurffraktion aber nicht nur stabil geblieben, sondern hatte sich bei manchen Patienten sogar wieder gebessert. Im Gruppendurchschnitt stieg die Funktionalität um sieben Prozent.

Die Forscher betonen, dass größere Studien notwendig sind, um eindeutigere Zahlen zu bekommen und die ideale Dosis für die Therapie zu ermitteln.

Mit einigen Maßnahmen kann man effektiv etwas für seine Herzgesundheit tun...

Tipps für ein starkes und gesundes Herz

Das Herz ist unser Kraftwerk. Ohne dieses Organ sind wir nicht lebensfähig.

Doch das Herz ist kein Perpetuum mobile, das sich ewig aus seiner eigenen Kraft bewegt. Es braucht mehr als den starken Muskel. Es braucht auch freie Wege für das Blut, das es durch den Körper pumpt.

Die Arterien und Venen sind sozusagen die Straßen, die den Brennstoff zum Kraftwerk Herz transportieren. Sie können wir aktiv schützen und so unser Herz stärken.

Die richtige Ernährung

Um eine Verkalkung und damit Blockade der Blutwege zu verhindern, sollte vor allem darauf geachtet werden, dass die Ernährung ausgewogen und gesund ist.

sind gut fürs Herz. Weißmehl und Zucker werden vom Körper kaum verwertet, setzen aber an und verstopfen die Arterien.

Zu viel Fleisch ist genauso wenig gut wie gar kein Fleisch. Einmal in der Woche eine Fleischmahlzeit ist jedoch ausreichend. Wenn Fleisch, dann sollten es eher fettarme Sorten wie Geflügel oder Rind sein, Schweinefleisch ist sehr fett.

Sport fürs Herz

Neben der Ernährung braucht der Körper Bewegung. Die moderne Welt ist jedoch so eingerichtet, dass wir uns kaum bewegen müssen. Fahrstühle, Rolltreppen, Autos, öffentliche Verkehrsmittel – alles Dinge, die den Alltag vereinfachen, aber die Bewegung minimieren.

Wer morgens mit dem Fahrrad zur Arbeit fährt oder zumindest eine Bus- oder U-Bahnstation zu Fuß geht, tut schon etwas für sein Herz. Idealerweise sollten die Treppen auch gestiegen und nicht gefahren werden.

Moderater Sport wie regelmäßiges Schwimmen, Joggen oder Walken ist ebenfalls eine Wohltat für jedes Herz. Hierbei sollte jedoch auf die richtige Pulsfrequenz geachtet werden, damit das Herz nicht überlastet wird. Leicht zu errechnen ist die maximale Pulsfrequenz indem man die Zahl 220 minus dem Lebensalter nimmt.

Darüber hinaus können regelmäßige Saunagänge und morgendliches Wechselduschen das Herz stärken, weil beides die Durchblutung anregt und damit auch das Herz. Dass Alkohol, Nikotin, Drogen oder auch dauerhaft fettes Essen alles andere als förderlich fürs Herz sind, muss nicht weiter erwähnt werden, oder?

Im Folgenden gehen wir auf die entscheidenden Punkte - Sport und gesunde Ernährung - etwas genauer ein.

Herzgesundheit - Moderater Sport als optimale Vorbeugung von Herz-Kreislauferkrankungen

In den Industrieländern gehört Bewegungsmangel zu den ernstzunehmenden Problemen und zu den Hauptursachen für Herzerkrankungen. Als Folge absoluter Inaktivität sterben weltweit pro Jahr rund fünf Millionen Menschen vorzeitig. Moderater Sport ist optimal für die Herzgesundheit, ein Zuviel kann dagegen schädlich sein.

Herzkrank und Sport

Mediziner diskutieren bereits seit vielen Jahren, welche Sportdosis für Herzkranke ideal ist. Es steht jedoch fest, dass die richtige Sportart mit individuell angepasster Intensität die Leistungsfähigkeit erhöht und somit die Herzgesundheit verbessert. Darüber hinaus eignen sich sportliche Aktivitäten zur Vermeidung von Übergewicht, ein weiterer Auslöser für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Menschen mit einer Herzkrankheit sollten vor dem Trainingsstart jedoch immer mit ihrem Arzt sprechen, denn die falsche Sportart kann dem Herzen Schaden zufügen. Bei schwerwiegenden Herzkrankheiten oder nach einem Herzinfarkt ist es sinnvoll, sich einer Herzsportgruppe anzuschließen, da diese Sportgruppen ärztlich überwacht werden.

Welche Sportarten sind gut und welche nicht?

Patienten, die an einer koronaren Herzerkrankung leiden, sollten die Sportart mit Bedacht wählen.

Ballsportarten wie Fußball, Squash oder Tennis sind ungeeignet, da sie schnell zu Ehrgeiz verleiten. Der Sportler will seine Ziele unbedingt erreichen, was mehr Kraft erfordert und zu einer übermäßigen Belastung des Herzmuskels kommen kann.

Dagegen sind Ausdauersportarten für Menschen mit koronaren Herzerkrankungen gut geeignet.

gehören zu den Aktivitäten, die die Herzgesundheit fördern. Doch Herzpatienten sollten das Trainingsprogramm nur mit geringer bis mittlerer Intensität ausüben, um eine zu starke Herzbelastung zu vermeiden.

Wer sich für das Laufen entschieden hat, verzichtet besser auf zusätzliche Spurts zwischendurch, da eine maximale Belastung das Risiko einer Herzschädigung erhöhen kann. Besser ist ein Lauf bei gleichmäßiger Intensität. Für Herzpatienten sind mindestens drei Trainingseinheiten pro Woche von etwa 30 Minuten Dauer das Optimum.

Vor dem Sport-Start durchchecken lassen

Gerade Menschen, die bisher nur wenig oder gar keinen Sport getrieben haben, sollten sich vor Trainingsbeginn grundsätzlich bei ihrem Arzt zum Gesundheits-Check einfinden. Auch für Wiedereinsteiger, die länger mit dem Sportprogramm ausgesetzt haben, ist ein Check wichtig, denn diese Personengruppe hat ein erhöhtes Risiko für Herzinfarkte oder den plötzlichen Herztod.

Grundsätzlich gilt: Langsam starten und nicht versuchen, die sportlichen Leistungen früherer Jahre zu erreichen. Ab dem 35. Lebensjahr steigt übrigens die Gefahr einer koronaren Herzerkrankung, daher sind regelmäßige Untersuchungen ein wesentlicher Aspekt zur Früherkennung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Die Kosten für Gesundheits-Check-ups ab 35 Jahren für Frauen und Männer übernehmen die Krankenkassen. Bei familiärer Vorbelastung sind Vorsorgeuntersuchungen vor dem 35. Lebensjahr empfehlenswert.

Beim Training auf Alarmsignale achten

Wer beim Training plötzlich ein Enge- und Druckgefühl in der Brust oder Schmerzen verspürt, sollte keinesfalls weitertrainieren, denn das kann lebensbedrohlich sein. Diese Alarmsignale sind typische Anzeichen für einen Infarkt. Auch

  • Schwindel
  • Herzrasen
  • ein ungewöhnlich hoher Pulsanstieg oder -abfall

können Warnzeichen für Herzprobleme sein. Dauern die Beschwerden länger als vier bis fünf Minuten an, muss ein Notarzt verständigt werden, da es ansonsten zu Kammerflimmern und einem Herzstillstand kommen kann.

Wichtig: Bei Auftreten von Infekten ist eine längere Trainingspause nötig, um die Herzfunktion zu schonen. Ein nicht auskurierter Infekt wie eine Grippe kann zu einer Herzmuskelentzündung führen.

Überanstrengung ist bis zur vollständigen Genesung auf jeden Fall zu vermeiden. Nach der Sportpause eignen sich zunächst kurze Spaziergänge, bis das Training nach und nach wieder intensiviert werden kann.

Essen Sie sich herzgesund

In den westlichen Industriestaaten gehören Herzerkrankungen zu den häufigsten Todesursachen bei Männern und Frauen. Durch eine Änderung des bisherigen Lebensstils, z.B. durch regelmäßiger Bewegung, ein gesundes Körpergewicht, eine gesunde und für das Herz leichte Ernährungsweise, kann jeder das Risiko an Herzerkrankungen zu leiden senken. Für die folgenden zehn Lebensmittel konnte nachgewiesen werden, dass der Verzehr gut und gesund für das Herz ist:

Olivenöl
Olivenöl  für Herzgesundheit
Olivenöl für Herzgesundheit

Olivenöl kann sehr gut stellvertretend für Butter eingesetzt werden. Stellen Sie Ihre Ernährung mediterran um, um die Aufnahme von Speisen mit vielen gesättigten Fettsäuren und viel Cholesterin zu begrenzen.

Canolaöl ist ein weiteres Öl mit einem hohen Anteil an ungesättigten Fettsäuren, das stellvertretend für Pflanzenöl, Palm-, Kokos- oder Baumwollsamenöl verwendet werden kann.

Lachs

Kaltwasser-Fische wie

bieten eine der höchsten Konzentrationen an Omega-3-Fettsäuren. Omega-3-Fettsäuren senken die Blutfettwerte wie Triglyceride. Fisch stellt zudem eine hervorragende fettarme Eiweißquelle dar.

Lachs enthält viel Omega-3-Fettsäuren
Lachs enthält viel Omega-3-Fettsäuren
Geflügel
Hähnchenbrust als Eiweißlieferant
Hähnchenbrust als Eiweißlieferant

Eine weitere fettarme Eiweißquelle ist Geflügel. Vorausgesetzt, Sie entfernen die Haut und das überschüssige Fett. Nehmen Sie Hähnchenbrustfilet anstelle eines Brathähnchens oder anstelle verarbeitetem Geflügelprodukten mit hohem Fettgehalt.

Hülsenfrüchte

Hülsenfrüchte wie Bohnen, Linsen und Sojabohnen sind gute fettarme Eiweißquellen, die kein Cholesterin enthalten und eine gesunde Alternative zu tierischen Eiweißen darstellen.

Versuchen Sie einen normalen Hamburger durch einen Soja-Burger zu ersetzen. Verwenden Sie bei der Zubereitung von Speisen viele Kräuter und Gemüse, wie zum Beispiel geraspelte Möhren, Zwiebeln und Sellerie, um den Geschmack der Speisen zu maximieren.

Hülsenfrüchte als pflanzlicher Eiweßlieferant
Hülsenfrüchte als pflanzlicher Eiweßlieferant
Mageres Fleisch
Das Steak aus magerem Fleisch
Das Steak aus magerem Fleisch

Durch die Wahl von magerem Fleisch können Sie auch weiterhin Ihren Burger oder Ihr Steak genießen. Begrenzen Sie jedoch den Verzehr von rotem Fleisch und grillen Sie das Fleisch, anstatt es zu braten.

Frisches Obst und Früchte
4-5 Portionen frisches oder verarbeitetes Obst am Tag
4-5 Portionen frisches oder verarbeitetes Obst am Tag

Obst ist eines der Nahrungsmittel, das Herzerkrankungen am besten vorbeugen kann und das nie eingeschränkt verzehrt werden sollte. Früchte stellen eine gute Quelle an Ballaststoffen und Vitaminen dar.

Die tägliche Ernährung sollte vier bis fünf Portionen an Obst und Früchten enthalten. Eine Tagesration an Obst und Früchten könnte sich beispielsweise wie folgt gestalten:

entsprechen, abhängig von der jeweiligen Person selbst, ungefähr einer Portion pro Tag. Wenn Sie verarbeitetes Obst essen, nehmen Sie das, welches den geringsten Zuckerzusatz hat.

Frisches Gemüse

Wie Obst ist auch Gemüse reich an Ballaststoffen, Vitaminen, hat kein Fett und kein Cholesterin. Experten empfehlen drei bis fünf Portionen täglich. Eine Tasse Blattgemüse oder eine halbe Tasse gekochtes Gemüse entsprechen in etwa einer Portion.

3-5 Portionen frisches Gemüse am Tag
3-5 Portionen frisches Gemüse am Tag
Ganze Körner
Haferflocken helfen bei der Regulierung des Blutdrucks
Haferflocken helfen bei der Regulierung des Blutdrucks

Ganze Körner sind gut fürs Herz. Sie sind reich an Ballaststoffen, Omega-3-Fettsäuren, helfen bei der Regulierung des Blutdrucks und des Cholesterinspiegels. Stellvertretend für Weißmehl kann man Vollkornmehl einsetzen.

Beginnen Sie Ihren Tag mit einer Schüssel Haferflocken. Ersetzen Sie weißen Reis immer durch braunem Reis.

Fettarme Milchprodukte

Fettarme Milchprodukte wie Joghurt, fettarme Milch und ein Prozent fettreduzierter Käse sind gute Quellen für Vitamine und Eiweiße. Die empfohlene Tagesdosis für Molkereiprodukte für Erwachsene über 19 Jahren entspricht einer Menge von drei Tassen.

3 Tassen fettarme Milchprodukte am Tag werden empfohlen
3 Tassen fettarme Milchprodukte am Tag werden empfohlen
Rotwein
Gemässigter Rotweinkonsum ist gut fürs Herz
Gemässigter Rotweinkonsum ist gut fürs Herz

Einige Forscher vermuten, dass die Flavonoide, die in Rotwein enthalten sind, das Risiko einer Herzerkrankung verringern können. Die "American Heart Association" empfiehlt dennoch die Mäßigung des Alkoholkonsums. In Bezug auf Wein raten Mediziner, täglich nicht mehr als ein bis zwei Gläser zu trinken.

Möglichen Herzschutz von Alkohol entscheiden die Trinkgewohnheiten

Umgekipptes Glas mit Rotwein, Rotweinfleck in Herzform, Rotweinflasche
Cuore di vino © Designer_Andrea - www.fotolia.de

Bei fettreicher Ernährung trägt der Alkoholgenuss zum Schutz der Herzkranzgefäße bei, wie über das französische Paradoxon viel geschrieben wurde, obwohl normalerweise der Alkohol zu einem erhöhten Blutdruck und Herzschäden führt.

In der täglichen Regelmäßigkeit des Konsums liegt der Schlüssel zum Verständnis, so wird der Alkohol gesundheitsschädlich, wenn die Wochendosis konzentriert auf einen oder zwei Tage wird, wie ein Vergleich zwischen Frankreich und Irland zeigte.

Von Freitag bis Sonntag wird eine größere Alkoholmenge in Irland konsumiert, wobei auch, wie beim "Kampftrinken", eine kurzfristige Alkoholmenge zu Schäden führen kann.

Nach Herzoperation ist Alkoholgenuss gesundheitsfördernd

Zwei Gläser mit Rotwein gekippt, darunter Rotweinfleck in Herzform
Red wine spilled from glasses © Igor Dutina - www.fotolia.de

Heidelberger Wissenschaftler können aufgrund einer im Fachmagazin „Heart“ veröffentlichten Studie beweisen, dass nach einer Herzoperation regelmäßiger Alkoholkonsum gesundheitsfördernd ist.

Bei Männern, die nach einer Herzoperation sechs oder mehr alkoholische Getränke wöchentlich konsumierten, war eine erneute Operation weniger notwendig, als bei denen, die weniger oder keinen Alkohol tranken, so der Beweis der Studie.

Die Herzanfall- und Herzinfarkt-Risiken, sowie auch die Gefahr chronischer Herzprobleme sind geringer, wenn man täglich ein kleines Bier, einen Schnaps oder ein Glas Wein trinkt, als wenn man keinen oder zu viel Alkohol konsumiert.

Ozon: Auswirkungen aufs Herz nachgewiesen

Blauer Himmel mit Wolken und strahlend heller Sonne
Sky © Sergey Tokarev - www.fotolia.de

In den letzten Wochen wurde in vielen Städten in Deutschland Ozon-Alarm ausgerufen. Dass das Gas für Kopfschmerzen sorgt und sich negativ auf die Atemwege auswirkt - besonders bei Kindern, älteren und lungenkranken Menschen - war bereits bekannt. Jetzt konnte in einem Laborexperiment mit Ratten nachgewiesen werden, dass eine hohe Ozonbelastung zusätzlich das Herz schädigt.

Die Tiere, die täglich für acht Stunden einer Ozon-Konzentration von 0,8 ppm in der Luft ausgesetzt wurden, entwickelten im Herzen stark erhöhte Werte des Tumornekrosefaktors-Alpha, was auf einen Prozess der Entzündung und des programmierten Zelltods hindeutet. Die Ratten aus der Kontrollgruppe dagegen durften Frischluft atmen und hatten unauffällige Werte.

Ozon befindet sich normalerweise in der Stratosphäre, also 15 bis 50 Kilometer hoch über der Erde. Gefährlich für Menschen kann allerdings das bodennahe Ozon werden, das sich bei Hitze aus Stickoxiden entwickeln kann.

Die Gesundheit des Herzens hängt mehr vom Lebenstil als von den Genen ab

Ursachen für Herz-Kreislauferkrankungen sind im Lebensstil und nicht in den Genen zu suchen

3D Grafik menschlicher Körper mit Herzinfarkt
herzinfarkt © Sebastian Kaulitzki - www.fotolia.de

Langzeitstudien belegen dies, so ist die Gesundheit des Herzens mehr vom Lebensstil als von den Genen abhängig. So besitzt derjenige, der schon in den jungen Jahren auf seine Gesundheit achtet, ein weniger hohes Risiko im Alter eine Herz-Kreislauf-Erkrankung zu bekommen.

Studie zum Zusammenhang von Lebensstil und Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Man hatte bei einer Studie, die von Wissenschaftlern der Northwestern University im Rahmen der CARDIA-Studie über zwei Jahrzehnte durchgeführt wurde, von 2.300 Teilnehmern den Gesundheitszustand und den Lebensstil verfolgt. Dabei galten die bekannten 5 Grundsätze als gesundheitsfördernd, also nicht Rauchen, wenig Alkohol, regelmäßige körperliche Bewegung, gesunde Ernährung und Vermeidung von Übergewicht.

Nach dem Studienzeitraum besaßen die Teilnehmer, die alle fünf Punkte berücksichtigt hatten ein zu 60 Prozent niedrigeres Risiko einer Herz-Erkrankung. Wer vier Grundsätze befolgte, bei dem war das Risiko nur um 37 Prozent geringer und bei drei sank es auf 30 Prozent und bei zwei auf 17 Prozent. Wer aber überhaupt keine dieser Grundsätze befolgte, bei dem lag das Risiko nur bei sechs Prozent niedriger als das des normalen Risikoprofils für eine Herz-Kreislauf-Erkrankung.

Auch in vorheriger Studie war Lebensstil ausschlaggebend

Danach werteten die Wissenschaftler eine andere Studie aus, die sich auf die Vererbung bezog und wobei drei Generationen zugrunde gelegt wurden. Aber auch hier zeigte es sich, dass mehr der eigentliche Lebensstil ausschlaggebend war. Fazit, gesund leben in jungen Jahren wirkt sich auf die Gesundheit im Alter aus.

Acht Portionen Obst und Gemüse senken das Risiko an einer Herzerkrankung zu sterben deutlich

Rothaarige Frau in grünem Outfit mit Obst-und-Gemüse-Korb in der Hand in einem Supermarkt
fruit basket © Franz Pfluegl - www.fotolia.de

Jeder weiß, dass gesunde Ernährung wichtig für das eigene Wohlbefinden ist. Darum sollte man so oft es geht zu Obst oder Gemüse greifen.

Was dabei oft genug ist, wurde jetzt von Ernährungswissenschaftlern neu definiert. Bei einer Langzeitstudie, an der 300.000 Menschen aus ganz Europa teilnahmen, wurde seit 1992 ermittelt, wie viel Obst und Gemüse zu sich genommen wurde.

Bisher galt: Fünf Portionen täglich sind für eine Versorgung optimal. Im European Heart Journal wurden nun Ergebnisse veröffentlicht. Wer achtmal am Tag Obst und Gemüse aß, hatte ein um 22 Prozent reduziertes Risiko an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung zu sterben. Personen, die weniger als drei Portionen aßen, waren deutlich überrepräsentiert bei der Sterberate. Ob die Menschen mit einem hohen Verbrauch an Früchten sowieso einen gesünderen Lebensstil hatten, wurde bei der Untersuchung nicht berücksichtigt.

Neue Erkenntnis über Energy-Drinks - sie steigern die Leistung des Herzmuskels

Energy-Drinks haben wahrscheinlich weitreichende Auswirkungen auf das Herz

Nahaufnahme offene Getränkedose mit Tropfen von Cola auf Verschluss
aluminum soft drink can © George Bailey - www.fotolia.de

Viele Menschen trinken sie gerne und die meisten denken sich auch nichts dabei. Energy-Drinks können nicht so gefährlich sein, sonst gäbe es sie nicht freiverkäuflich in jedem Supermarkt. Fakt ist allerdings, dass die Drinks in großen Mengen und auch auf lange Dauer durchaus deutliche Auswirkungen auf den menschlichen Organismus haben können.

Wirkung auf das Herz

Nun haben Forscher herausgefunden, dass Energy-Drinks eine Nachwirkung auf den Herzmuskel haben. Sie steigern durch das enthaltene Taurin und durch das Koffein die Leistungskraft des Muskels. Das Herz kann sich stärker zusammenziehen und wieder ausdehnen.

Die Studie wurde in Italien durchgeführt. 35 Männer und Frauen durften zwölf Stunden weder essen noch trinken und dann nahmen sie auf solch nüchternen Magen einen Energy-Drinks zu sich. Nach einer Stunde wurden die im Schnitt 25 Jahre alten Probanden genau untersucht. Der systolische Blutdruck, also der maximale Druck, den das Blut im Gefäß erreichte, war im Schnitt um 2,6 Prozent gestiegen. Der diastolische Blutdruck, also der niedrigste Druck im Gefäß, stieg sogar um sechs Prozent.

Ermittelt wurden diese Anstiege, indem man sie mit einem Messwert von vor dem Trinken des Energy-Drinks verglich. Das bedeutet, dass sich die Herzfunktion durch die Getränke messbar erhöht hatte. Die Kontraktion in beiden Herzkammern waren stärker geworden. Diese Erkenntnisse reichen laut Forschermeinung aber nicht, um daraus irgendwelche Ernährungsempfehlungen abzuleiten. Dazu sei die Probandengruppe einfach zu klein gewesen.

Doch zumindest konnte die Wirkung der Energy-Drinks auf den Stoffwechsel sehr gut verdeutlicht werden.

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Paradisi-Redaktion - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

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