10. Dezember 2009
Von Andreas Hadel
Eine internationale Umfrage unter Trainern und Sporteinrichtungen hat zu einer Hitparade der Fitnesstrends des Jahres 2009 geführt. Welchen haben Sie für sich entdeckt?
Trend #1: Boot-Camp-Workouts
Seit 2008 erfreuen sich sogenannte Boot-Camp-Workouts einer immer größer werdenden Beliebtheit. Eine genaue Abgrenzung des Begriffes ist schwierig, weil sich einige Varianten mit anderen Fitness-Trends überschneiden. Allgemein kann man jedoch sagen, dass Boot-Camp-Workouts an militärischen Trainingseinheiten ausgerichtet ist, mit denen Rekruten innerhalb weniger Wochen hinsichtlich ihrer Fitness in eine überdurchschnittliche Verfassung gebracht werden. Je nach "Spielart" führen sich die Trainer in den Fitness-Studios so auf, als ob sie tatsächlich einen militärischen Rank hätten. In vielen Fällen geht es jedoch weit weniger martialisch zu und man konzentriert sich auf die Schlüsselpunkte, die Boot-Camp-Workouts so effektiv machen. Und das bedeutet intensive Ganzkörper-Trainingssession, die meisten als Zirkel organisiert sind und neben dem funktionellen Kraftaufbau auf die Reduktion von Körperfett zielen und gleichzeitig das kardiovaskuläre Leistungsvermögen erhöhen. CrossFit gehört zu den populärsten Versionen, die ohne schreiende Pseudo-Generäle auskommt.
Trend #2: Workouts zum kleinen Preis
In Zeiten der Krise bleiben kostengünstige Trainingsmöglichkeiten in der Fitness-Hitparade weiterhin innerhalb der Top-3. Fitness-Studios bieten vermehrt Optionen an, bei denen man sich nicht für ein Jahr verpflichten muss, sondern mit 10er-Karten und ähnlichen Lösungen die monatlichen Ausgaben flexibel gestalten kann. Heimtrainingsgeräte, die sich als Ersatz den teureren Gang zum Studio herhalten können, wurden auch 2009 weiterhin verstärkt gekauft.
Trend #3: Tanzkurse
Während sich Yoga und Pilates zu wahren Klassikern entwickeln, stossen Kurse wie Jazz-Dance-Cardio, Step-Aerobic oder Bauchtanz gerade bei den weiblichen Fitness-Fans auf große Gegenliebe. Durch TV-Sendungen wie RTLs "Let's Dance" können sich aber auch die traditionellen Tanzvereine und-schulen über einen Anstieg der Mitgliedszahlen freuen.
Trend #4: Zurück zu den Anfängen
Trotz der zunehmenden Vertechnisierung der Workouts, in der immer größere und komplexere Maschinentürme eine gewichtige Rolle zu spielen scheinen, bleiben gerade Personal-Trainer den Grundübungen wie Kniebeugen, Bankdrücken und Kreuzheben treu. Die Begründung liegt auf der Hand: Wer sich für den Alltag fit machen möchte, kommt um das klassische Grundlagentraining nicht herum. Beispielsweise lernt man durch keine andere Übung einen schweren Gegenstand (Getränkekiste, Wäschekorb etc) rückenschonend vom Boden hochzuheben, als durch das Kreuzheben. Dass diese Übung gleichzeitig die lästigen Reiterhosen und Cellulitis bekämpfen kann, ist ein weiteres Plus.
Trend #5: Zirkeltraining
Wissenschaftliche Untersuchungen haben bestätigt, dass Intervalltraining in Kombination mit Widerstandtraining zu einer umfassenderen Fitness führt, als die traditionelle Trennung der beiden Trainingsarten.
Trend #6: Kettlebell-Workout
Der Siegeszug der tradionellen Kugelhantel (engl. Kettlebell) ist nicht aufzuhalten und hat 2009 weiter an Fahrt gewonnen. Der Grund für die wachsende Begeisterung sind die intensiven und funktionellen Workouts, die bereits nach kurzer Zeit deutlich sichtbare Früchte tragen.
Trend #7: Fitness für die Generation 50+
Gesundheitsbewusst und dennoch ambitioniert. So kann man die Einstellung vieler Menschen zwischen 50 und 60 Jahren beschreiben. Während in den 80er Jahren diese Altersgruppe meistens mit leichter Gymnastik abgefertigt wurde, öffnet sich der Fitnessmarkt auch zunehmend für ältere Fitnessfans, die neben der Prävention von Erkrankungen auch die Verbesserung und langfristigen Erhalt ihrer körperlichen Leistungsfähigkeit im Sinn haben. Aktuelle demoskopische Untersuchungen haben gezeigt, dass diese Altersgruppe künftig zu dem Hauptklientel der Fitnessbranche gehören wird.
Trend #8: Neue Gimmicks für technikverliebte Fitnessfans
Die neuesten Raffinessen von Apple, Nintendo und Co haben sich vom reinen Bespassungsgegenstand zu einer sinnvollen Stütze für das regelmäßige Training etabliert. Sei es der iPod mit seinem Schrittzähler und anderen Features oder die Wii-Spielkonsole mit virtuellen Sportspielen, die uns das Schwitzen etwas unterhaltsamer und erträglicher machen.
Trend #9: Sportartenspezifisches Training
Da sich das Workout mit Hanteln und Maschinen nun in fast allen Sportarten als wertvolles Ergänzungstraining etabliert hat, finden sich immer mehr ambitionierte Wettkampf-Athleten in den Fitness-Studios wieder. Die Studios reagierten in diesem Jahr verstärkt darauf mit einer erweiterter Angebotspalette, die zum Beispiel spezielle Kurse für Triathleten oder Marathoni beinhaltet.
Trend #10: Nicht-Lineare Trainingsplanung
Bisher gaben die Trainer ihren Mitgliedern in den meisten Fällen lineare Trainingspläne in die Hand, die diese dann Schritt für Schritt befolgten. Linear bedeutet in diesem Zusammenhang, dass sich die Intensität eines Trainingszyklus Woche für Woche erhöhte. Meistens betrifft das dann auch nur einen Parameter wie Ausdauer oder Kraft. Neuere Studien haben jedoch gezeigt, dass eine "wellenförmige" Trainingsplanung schneller zum Erfolg führen kann. In der Praxis sieht das dann so aus, dass Sie beispielsweise an einen Tag ein kurzes aber sehr intensives Training auf dem Laufband absolvieren und am anderen Tag mit gemäßigtem Tempo, aber dafür doppelt so lange auf dem Fahrradergometer radeln.
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