6. Januar 2009
Von Andreas Hadel
Das Jahr 2008 bleibt uns alles als Sportjahr in Erinnerung. Die Olympischen Spiele in Peking, Fußballeuropameisterschaft, Tour de France und F1 ließen selbst den unsportlichsten Sportmuffel nicht unberührt. Und für die Bewegungsaktiven unter uns, brachte 2008 jede Menge neue Ideen und Konzepte in die Fitness-Studios und in die heimischen vier Wände. Die besten fünf Fitnesstrends stellen wir Ihnen rückblickend noch einmal vor.
Tanzen, Tanzen, Tanzen
Nach Step-Aerobic, Jazz-Dance und Hip-Hop hielten in diesem Jahr heiße lateinamerikanische Rhythmen Einzug in die germanischen Sportstudios, eroberten das Parkett im Sturm und verdrängten fast gänzlich die Spinning-Rader aus den Spiegelsäalen. Ein Musterbeispiel dieses Trends ist der Erfolg von Zumba. Schon Mitte der 90er Jahre von dem Kolumbianer Alberto Perez ins Leben gerufen, schaffte die Mischung aus Salsa, Samba, Merengue und Pop-Dance auch in Europa den lang verdienten Durchbruch.
Personal Training Online
Mit der Markteinführung von iPod und Co. ist die Anzahl der Fitness-Podcasts in die Höhe geschossen. Und in Einklang damit auch die das Angebot einer virtuellen Trainingsberatung. Sei das nun über einen Youtube-Kanal oder einer E-Mail-Konversation mit Fitnesstrainern. Einen persönlichen Trainer zu haben, der wöchentlich oder sogar täglich Tipps und Ratschläge zur Verbesserung der aktuellen Form gibt, ist mit dem Durchbruch von Web 2.0 nicht mehr nur der Oberschicht oder Hollywood-Stars vorbehalten. Natürlich bleibt eine gewisse Distanz zwischen Trainer und Schützling, dennoch ist es eine unersetzbare Hilfe, wenn Ihr Speiseplan und Ihr Trainingsregime regelmäßig von einem Profi überprüft wird, der dann gegebenenfalls Änderungs- und Verbesserungsvorschläge anbringen kann. Wenn Sie eine Videokamera oder etwas Vergleichbares haben, können Sie von sich während des Trainings Aufnahmen machen, so dass Ihr Trainer auch ihre Übungsausführung unter die Lupe nehmen kann.
Kettlebells
Obwohl die massiven Eisenkugeln schon seit den frühen 50er Jahren in Russland zunächst zur Ertüchtigung des Militärs und wenig später zur körperlichen Erziehung von zivilen Männern und Frauen zum Einsatz kamen, erfreut sie sich erst seit knapp fünf Jahren einer stetig wachsenden Anhängerschaft. Nicht zuletzt durch Fitness-Bewegungen wie CrossFit (wir berichteten) gelangen den Kettlebells im Jahr 2008 der lang verdiente Durchbruch. Kettlebells eröffnen eine für die meisten Trainierende vollkommen neue und abwechslungsreiche Übungspalette, die weit von den üblichen Übungen wie Curls und Seitheben wegführt. Die meisten Kettlebell-Bewegungen belasten den Körper in seiner Gesamtheit und können so muskuläre Dysbalancen und Fehlentwicklungen beheben. Dazu fordern sie auch im hohen Maße das Herz- und Kreislaufsystem, wodurch nicht nur die Ausdauer insgesamt verbessert wird, sondern auch der Fettstoffwechsel ordentlich auf Touren gebracht wird.
Fitness-Spiele
Im Ausbildungssektor hat sich das sogenannte Edutainment schon seit mehr als zehn Jahren etabliert. Ein Konzept, das Lehrinhalte auf unterhaltsame Weise vermitteln will und so den Lernenden länger motiviert halten soll. Seit 2008 gibt es mit dem "Exergaming" (ein Kunstbegriff aus den englischen Worten exercise und gaming) auch auf dem Fitnessmarkt eine ähnliche Idee, die sich dank Nintendos Wii rasend schnell verbreitet hat. Hat man früher Konsolen-Fans gern als passive Stubenhocker bezeichnet, so können diese sich nun mit virtuellem Tennis, Golf und anderen Spielen nach realer Vorlage ordentlich in den heimischen vier Wänden auspowern. Eine ideale Möglichkeit, um vor allem übergewichtigen Kindern und Jugendlichen zu regelmäßige körperliche Betätigung zu motivieren und so Sport zum Teil ihres täglichen Lebens zu machen.
Workouts für das kleine Budget
Die multilateralen Auswirkungen der Finanzkrise machen auch vor das Gesundheitsbewusstsein des Otto-Normalverbrauchers nicht halt. In den Vereinigten Staaten von Amerika, wo sich die Folgen des drohenden Wirtschaftskollaps bereits deutlicher bemerkbar machen, als es momentan in Deutschland und Europa der Fall ist, ist die Nachfrage nach günstigen Trainingsmöglichkeiten und Workouts stark gestiegen. So wurden bereits zahlreiche Artikel und Bücher publiziert, die sich damit auseinandersetzen, wie man nur mit dem Körpergewicht und ohne größere Trainingsgeräte ein vollkommenes und forderndes Training absolvieren kann. Außerdem stechen sich zahlreiche Fitness-Studios gegenseitig mit erstaunlich flexiblen Jahresverträgen und überaus günstigen Beiträgen aus. Ein Trend, der 2009 auch in Deutschland auf fruchtbaren Boden treffen wird.
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