Osteoporose - Ursachen, Symptome und Behandlung

Für die Entstehung einer Osteoporose gibt es verschiedene Ursachen. Wie die Erkrankung verläuft, hängt davon ab, wann sie erkannt und behandelt wird.

Die Entstehung der Osteoporose und wie man den Knochenschwund erkennen und behandeln kann

Krankheitsbild

Die Osteoporose (Knochenschwund) ist heute eine der häufigsten Erkrankungen des Bewegungsapparates. Allein in Deutschland leiden derzeit etwa 7 Millionen Menschen an dieser Erkrankung; die meisten von ihnen sind Frauen in oder nach den Wechseljahren.

Jede vierte Frau über 50 Jahre leidet bereits unter Osteoporose und bei Frauen etwa nach dem 55. Lebensjahr, also nach den Wechseljahren, ist das Risiko, daran zu erkranken, noch deutlich höher. Die Osteoporose ist zur Volkskrankheit geworden.

Die wörtliche Übersetzung für Osteoporose ist "poröser Knochen". Man versteht unter einer Osteoporose eine Abnahme der Knochenmasse, der Knochenstruktur und Knochenfunktion.

Diese Abnahme macht den Knochen porös und führt zu einer schmerzhaften mechanischen Instabilität des Skeletts. Beim Stolpern oder bei Stürzen besteht eine erhöhte Gefahr von Knochenbrüchen.

Als besonders gefährdet gelten die Knochen von

Mitunter treten auch spontane Frakturen auf, obwohl keine äußere Einwirkung besteht.

Verschiedene Formen

Bei Osteoporose unterscheidet man zwischen der primären und der sekundären Osteoporose. Die primäre Osteoporose, die mit einem Anteil von 95 Prozent, die am häufigsten vorkommende Form von Knochenschwund ist, wird wiederum in Typ I und Typ II unterteilt.

Da Typ I vorwiegend bei Frauen nach den Wechseljahren auftritt, bezeichnet man diese Form auch als postmenopausale Osteoporose. Sie betrifft also hauptsächlich das weibliche Geschlecht.

Dagegen kommt die primäre Osteoporose vom Typ II ebenso bei Männern vor. Man bezeichnet diese Form auch als senile Osteoporose, da vor allem Menschen über 70 Jahren davon betroffen sind. Doch auch bei dieser Form tritt die Erkrankung deutlich häufiger bei Frauen als bei Männern auf.

Genau wie bei der primären Osteoporose vom Typ I, kommt es bei der senilen Osteoporose zu Schäden an der Spongiosa, der schwammartigen Knocheninnenstruktur. Darüber hinaus ist jedoch auch die Kompakta, die massive Substanz der Knochen, betroffen, wodurch vor allem Frakturen an den Röhrenknochen, wie dem Unterarmknochen oder dem Oberschenkelknochen, auftreten.

Ursachen

Der Knochenschwund, wie die Osteoporose auch genannt wird, beginnt meist ab einem Alter von etwa 40 Jahren. Bis zu diesem Alter baut der menschliche Körper die Knochenmasse stetig auf; danach wird sie wieder - wenn auch nur geringfügig - abgebaut.

Man unterscheidet die

  • primäre Osteoporose und die
  • sekundäre Osteoporose

Die primäre Osteoporose betrifft etwa 95 Prozent aller Fälle und entsteht ohne direkt erkennbare Ursachen und vielmehr nach den Wechseljahren sowie im höheren Alter, während die sekundäre Osteoporose als Folge verschiedener Erkrankungen auftritt.

Ursachen und Risikofaktoren der primären Osteoporose

Eine Ursache für die Entstehung einer primären Osteoporose ist der verminderte Knochenaufbau in den ersten vierzig Lebensjahren. Wird der Knochen nur unzureichend aufgebaut und ab diesem Alter wieder abgebaut, bildet sich weitaus früher eine Osteoporose.

Zu den Risikofaktoren gehören

Diese Faktoren begünstigen die Entstehung einer Osteoporose. Jedoch zeigt sich die Erkrankung meist erst in einem Alter von etwa fünfzig Jahren.

Die Ursache dieser Form der Osteoporose ist ein Mangel an Sexualhormonen, die bei Männern in diesem Alter nur noch unzureichend gebildet werden. Zusätzlich bestehen in diesem Alter auch meist ein chronischer Bewegungsmangel sowie ein Mangel an Kalzium.

Postklimakterische Osteoporose

Besonders Frauen sind von der Osteoporose betroffen. Dies hat hormonelle Gründe. Ein Mangel an Östrogen, einem weiblichen Geschlechtshormon, begünstigt die Entstehung einer Osteoporose. Wenn Frauen in die Wechseljahre kommen, bildet ihr Körper das Hormon Östrogen nicht mehr, so dass sich dadurch ein Östrogenmangel ergibt.

Viele Frauen leiden daher nach den Wechseljahren an der so genannten postklimakterischen Osteoporose, der Osteoporose nach den Wechseljahren. Nicht jede Frau bekommt nach den Wechseljahren automatisch eine Osteoporose. Wird dem Körper besonders in diesen Jahren ausreichend Vitamin D und Kalzium zugeführt und findet eine regelmäßige körperliche Bewegung statt, kann trotz eines Östrogenmangels eine Osteoporose verhindert werden.

Ursachen und Risikofaktoren der sekundären Osteoporose

Zu den Erkrankungen, die eine sekundäre Osteoporose als Folge haben können, zählen mitunter

Des Weiteren kann die Langzeittherapie mit bestimmten Medikamenten zu Osteoporose führen; dazu zählen

Auch spielen

eine mögliche Rolle.

Verlauf

Die Osteoporose kann völlig unterschiedlich verlaufen. Je früher eine Therapie eingeleitet wird, desto besser sind die Erfolgsaussichten.

Vermehrte Knochenbrüche

Bei allen Osteoporosepatienten ist das Knochenbruchrisiko erhöht. Ältere Menschen stürzen meist häufiger als jüngere. Bei fast jedem Sturz ziehen sie sich im Rahmen der Osteoporose Knochenbrüche zu.

Es muss jedoch nicht immer ein Sturz vorangegangen sein, um einen Knochenbruch zu erleiden. Oft reicht auch schon eine falsche Bewegung, die einen Knochen brechen lässt.

Rundrücken und Knochenschmerzen

Wird die Osteoporose hingegen nicht oder zu spät behandelt, führt sie zu einem Rundrücken (so genannter Buckel) und auch zu Knochenschmerzen. Die Betroffenen haben fast ununterbrochen Schmerzen und können ihrem geregelten Leben nicht mehr nachgehen. Sie werden pflegebedürftig und sind auf fremde Hilfe angewiesen.

Symptome

Zu Beginn der Erkrankung liegt bei den Betroffenen eine verminderte Knochenmasse vor. Diese bereitet jedoch im Anfangsstadium noch keine Beschwerden, so dass viele Betroffene von ihrer Erkrankung nichts wissen.

Dadurch, dass die Knochen durch die Erkrankung an Stabilität verlieren, treten im Verlauf der Erkrankung

auf.

Diagnose

Die Diagnostik der Osteoporose umfasst je nach Stadium mehrere Schritte:

Zunächst erfragt der Arzt die Vorgeschichte (Anamnese) des Patienten. Anschließend erfolgt eine körperliche Untersuchung. Auch eine Untersuchung des Blutes wird vorgenommen, um andere Erkrankungen mit ähnlichen Symptomen ausschließen zu können.

Zur Diagnostik der Osteoporose gibt es verschiedene Möglichkeiten. Alle diese Untersuchungen können die Osteoporose jedoch erst im etwas fortgeschrittenerem Stadium diagnostizieren.

Röntgenuntersuchung

Ist die Erkrankung bereits fortgeschritten, kann man im Rahmen einer Röntgenaufnahme die verminderte Substanz der Knochen feststellen. Auch Brüche können hiermit diagnostiziert werden.

Knochendichtemessung

Sehr häufig wird auch die so genannte Osteodensitometrie, die Knochendichtemessung, durchgeführt. Eine Messung wird an der Lendenwirbelsäule und im Hüftbereich durchgeführt. Liegen Beschwerden oder spezielle Risiken vor (wie z.B. eine familiäre Belastung, ein spätes Einsetzen der Regel, eine frühe Menopause, eine körperliche Inaktivität oder eine Langzeitbehandlung mit Cortison), dann sollte unbedingt die Knochendichte bestimmt werden.

Computertomographie

Eine Computertomographie kann vergleichbare Ergebnisse wie die Knochendichtemessung liefern. Es ist aber festzustellen, dass die Strahlenbelastung für die Patienten etwas höher ist.

Ultraschallmessung

Die Ultraschallmessung wird in den letzten Jahren vermehrt für die Messung der Knochendichte eingesetzt. Der Patient ist hierbei keinerlei Strahlenbelastung ausgesetzt. Das Verfahren ist aber noch nicht so ausgreift, dass es routinemäßig eingesetzt werden sollte.

Therapie

Kalziumzufuhr und weitere wichtige Nährstoffe

Wichtig in der Osteoporosetherapie ist eine ausreichende Zufuhr von Kalzium, um einen weiteren Knochenabbau zu verhindern. Dies erreicht man zum einen durch entsprechende Medikamente sowie zum anderen durch eine kalziumreiche Ernährung. Viel Kalzium ist zum Beispiel in Milchprodukten wie Milch und Käse enthalten.

Doch Osteoporose entsteht nicht allein wegen eines Kalziumproblems. Für einen funktionierenden Knochenstoffwechsel braucht der Organismus eine Vielfalt an Mikronährstoffen wie:

Vitamin D-Versorgung

Auch Vitamin D muss dem Körper ausreichend zugeführt werden. Vitamin D kann dem Körper auf natürliche Art und Weise durch Sonnenlicht zugeführt werden. Tägliches Spazierengehen kann den Vitamin D-Gehalt decken.

Bei rund 50 Prozent der Osteoporose-Patienten liegt eine Unterversorgung vor. Vorwiegend leiden ältere Menschen an einem Vitamin-D-Mangel. Für den Knochen- und Muskelaufbau ist Vitamin D essentiell, es regt zudem den Stoffwechsel der Mineralstoffe Phosphat und Kalzium an.

Der Mikronährstoff fördert die Aufnahme von Kalzium aus dem Darm und den Einbau im Skelett. Auf diese Weise trägt Vitamin D zur Knochenstabilität bei.

Bei der Vorbeugung und Behandlung von Knochenschwund spielt die ausreichende Versorgung mit Vitamin D eine zentrale Rolle. Eier, Pilze oder Thunfisch enthalten zwar Vitamin D, allerdings in ungenügender Menge.

Bis zu 90 Prozent des Vitamins bildet der Körper selbst. Das geschieht über die in der Haut eingelagerten Sterole, wenn diese dem natürlichem Sonnenlicht ausgesetzt sind. Doch in unseren Breiten bekommen viele Menschen aufgrund fehlender Gelegenheiten zu wenig Sonne ab, deshalb kann die Zufuhr von Vitamin D als Nahrungsergänzung sinnvoll sein.

Erreichung des Normalgewichts

Sehr schlanke Menschen sollten bis zum Normalgewicht zunehmen. Untergewichtige Patienten haben meist eine stark verminderte Knochensubstanz, was sich im Rahmen der Therapie wesentlich ungünstiger auswirkt als bei normalgewichtigen Patienten.

Gesunder Lebensstil und Bewegung

Rauchen und Alkohol sollten eingestellt werden. Körperliche Bewegung ist ein wesentlicher Faktor in der Osteoporosebehandlung sowie als vorbeugende Maßnahme gegen die Erkrankung. Auch die Muskelverspannungen können so minimiert werden.

Medikamente

Auch diverse andere Medikamente können im Rahmen der Osteoporosetherapie eingesetzt werden. Die akuten Schmerzen der Osteoporose werden durch teils starke Schmerzmittel (teilweise Morphium) behandelt.

Frauen, die während der Wechseljahre große Probleme haben, erhalten vom Frauenarzt oft Östrogenpräparate verschrieben. Diese sollten jedoch nur in Ausnahmefällen und nur vorübergehend verwendet werden.

Die folgenden Medikamente sollten über einen langen Zeitraum eingenommen werden, um der Osteoporose entgegenzuwirken.

Bisphosphonat

Bisphosphonate hemmen die Aktivität der knochenabbauenden Osteoklasten. Des Weiteren bleiben die knochenaufbauenden Osteoblasten weiterhin aktiv und es kommt zu einer Zunahme der Knochenmasse.

Zusätzlich bleibt bei den Bisphosphonaten die tragende Struktur erhalten. Die neu gebildete Knochenmasse entspricht somit der natürlichen Knochensubstanz. Eine Behandlung mit Bisphosphonaten sollte über eine längere Zeit (mindestens 3 bis 5 Jahre) durchgeführt werden.

Calcitonin

Calcitonine haben eine schmerzlindernde Wirkung und wirken dem Knochenabbau entgegen. Leider sind sie nicht frei von Nebenwirkungen. Es kann in einigen Fällen zu Hautrötung und Übelkeit mit Erbrechen kommen.

Fluorid

Die Fluoride haben eine osteoanabole Wirksamkeit - sie fördern die Aktivität der knochenaufbauenden Osteoblasten. Bei Fluoriden sollte auf die Dosierung geachtet werden, da bei zu hohen Dosierungen die Knochenqualität und -stabilität leiden kann.

Das durch Fluoride neu gebildete Knochenmaterial stimmt in seiner Stabilität nicht mit der natürlichen Substanz überein. Fluoride müssen immer mit Calcium kombiniert werden.

Dadurch wird der neu gebildete Knochen ausreichend mineralisiert. Eine Fluoridtherapie sollte nicht länger als zwei bis drei Jahre andauern.

Östrogen

Östrogen kann das Risiko des Knochenschwundes bei Frauen nach den Wechseljahren verringern. Man muss es aber mindestens über einen Zeitraum von fünf Jahren einnehmen.

SERM

Die selektiven Östrogenrezeptor-Modulatoren wirken auf die Knochenstruktur und haben möglicherweise auch eine Schutzfunktion für das Herz und den Kreislauf. SERMs haben im Unterschied zu den Hormonen höchstwahrscheinlich keinen positiven Einfluss auf die typischen Wechseljahrbeschwerden.

Leider können diese Medikamente die Entstehung von Knochenbrüchen nicht komplett verhindern. Darüber hinaus leiden viele Patienten an Nebenwirkungen wie Magen- und Darmbeschwerden, Hitzewallungen oder Venenproblemen. Oft brechen Patienten die Therapiemaßnahmen daher bereits nach einigen Wochen ab.

Optimierte und neue Arzneimittel mit verbesserten Wirkstoffen

Pharmaforscher arbeiten seit Langem an der Entwicklung optimierter Arzneimittel. Cathepsin-K-Enzyme sollen den Knochenabbau reduzieren und die Wirkung von Osteoklasten, die den Knochenabbau vorantreiben, erhöhen.

Durch den Einsatz von Antikörpern mit den Wirkstoffen Romosozumab und Blosozumab könnte das Protein Sklerostin, das die Bildung neuer Knochensubstanzen hemmt, unwirksam gemacht beziehungsweise neutralisiert werden. Auf diese Weise würde der Knochenaufbau ebenfalls beschleunigt.

Studien haben bewiesen, dass diese Antikörper die Knochendichte im Gegensatz zu Bisphosphonaten noch stärker erhöhen. Eine Zulassung steht aktuell aber noch aus.

Auch identifizierten Pharmawissenschaftler verschiedene Moleküle, die sich als Therapie von Osteoporose einsetzen lassen. Inwieweit diese Erkenntnisse tatsächlich zur Entwicklung neuer Osteoporose-Präparate beitragen, wird wohl erst in den nächsten Jahren entschieden.

Um eine sekundäre Osteoporose wirkungsvoll zu behandeln, muss eine Therapie der jeweiligen Grunderkrankung durchgeführt werden. Darüber hinaus erfolgen Maßnahmen zur Verbesserung des Knochenaufbaus sowie des Stoffwechsels. Dazu gehören

  • ausreichend Bewegung
  • die Behebung von Untergewicht
  • Nikotinkarenz sowie
  • eine Ernährungsweise, die reich an Vitamin D und Kalzium ist.

Lässt sich der Bedarf nicht über die Nahrung decken, erhalten die Patienten Nahrungsergänzungsmittel. Darüber hinaus können Medikamente wie Bisphosphonate zur Anwendung kommen, die den übermäßigen Abbau der Knochen verhindern und die noch vorhandene Knochenmasse stärken.

Vorbeugung

Durch die bisher bekannten Ursachen der Erkrankung kann man zu den folgenden vorbeugenden Maßnahmen raten:

  • Eine ausgewogene und gesunde Ernährung mit viel Kalzium und genügend Vitamin D.
  • Viel Bewegung um die Muskulatur, die Beweglichkeit und die Knochendichte zu stärken.
  • Bei Frauen mit einem erhöhten Risiko, für die Entwicklung einer Osteoporose, sollte eine Hormonersatztherapie eingeleitet werden.

Ebenfalls wichtig sind

  • der Verzicht auf das Rauchen
  • die Vermeidung von Untergewicht
  • die Stärkung der Muskulatur
  • das Trainieren des Gleichgewichts.

Liegt ein erhöhtes Risiko für eine Osteoporose vor, können zudem auch Wirkstoffe wie etwa Bisphosphonate eingesetzt werden. Besteht bereits ein Knochenschwund, dann helfen die gerade genannten präventiven Maßnahmen gleichermaßen als auch die zusätzliche Einnahme von Vitamin B 12, Vitamin D3 (täglich 800-2000 IE), Kalzium (1000-1500 mg) und Folsäure.

Ergänzend hierzu sollte man jeden Tag mindestens dreißig Minuten das Sonnenlicht auf das Gesicht und auch die Arme scheinen lassen. Eine gute Unterstützung bieten zudem die Selbsthilfegruppen, die unter anderem auch ein Funktionstraining im Angebot haben.

Gesunde Ernährung

Die Ernährung bei einer bestehenden Knochenschwund-Erkrankung und zur Vorbeugung sieht nicht viel anders aus als die einer ausgewogenen Ernährungsweise. Allerdings sollte man ganz gezielt bestimmte Lebensmittel mit in den Essensplan einbauen, die für den Erhalt der Knochensubstanz unerlässlich sind.

Hierzu zählen besonders Milch und deren Produkte, wie Käse, Joghurt, Quark, Buttermilch oder auch Kefir. Kombiniert man diese Nahrungsmittel mit grünen Gemüsesorten wie etwa Brokkoli, Lauch oder Spinat, dann wird das wertvolle Kalzium ebenso an die Knochen abgegeben als auch Vitamin K.

Letzteres steckt auch in Weißkohl und Sauerkraut, Rot- sowie oder Blumenkohl, so dass man auch diese Gemüsesorten mehrmals wöchentlich zu sich nehmen sollte. Auch Obst gehört natürlich zur gesunden Ernährung dazu; hierbei spielen mitunter Orangen, Beeren und Mandarinen eine wichtige Rolle.

Ebenfalls ein Indikator zur Knochenstärkung ist das Vitamin D, dass das einzige Vitamin ist, das der Organismus selbst synthetisieren kann. In Heringen, Lachs und Makrelen sowie Eigelb, Butter und Margarine ist es ebenfalls enthalten und kann bei einem Einbau in den Speiseplan den Organismus in seiner Produktion des Vitamin D tatkräftig unterstützen.

Mineralwasser

Wenn man Mineralwasser kauft, sollte man auf das Kleingedruckte achten. Um Osteoporose vorzubeugen, sollte man Wasser bevorzugen, das einen hohen Kalziumgehalt und einen niedrigen Natriumgehalt hat. Optimal sind bis zu 500 mg Kalzium und weniger als 60 mg Natrium pro Liter Mineralwasser.

Wasser eignet sich sehr gut zur Vorbeugung einer Osteoporose, Alkohol hingegen sollte gemieden werden.

Ergänzungsmittel

Ergänzende Präparate sollte man nur dann einnehmen, wenn sich die Osteoporose schon eingestellt hat und dann am besten auch nur mit der Rücksprache des Arztes. Was keinesfalls schädlich ist und sehr gute Erfolge aufweisen kann, sind übrigens Präparate die Folsäure enthalten, dessen Effekt in diesem Zusammenhang bereits in unterschiedlichen Tests belegt werden konnte.

Mikronährstoffe zur Prävention von Osteoporose

Um Knochenschwund vorzubeugen, ist der Knochenaufbau in jüngeren Jahren wichtig, genauso wie eine Senkung des Knochenabbaus im höheren Lebensalter. Aktive Bewegung und ein ausgewogener Ernährungsstil sind die besten Voraussetzungen zur Osteoporoseprävention und für einen gesunden Knochenstoffwechsel.

Vitamin K ist ein wichtiger Lieferant für die Entwicklung der Knochenstabilität und fördert die Bildung von Osteocalcin, ein Protein zur Bindung von Knochen-Kalzium. Vitamin C und Vitamin B6 fördern den Aufbau des Bindegewebes sowie der Knorpelzellen.

Zur Verbesserung der Knochendichte tragen außerdem die Spurenelemente Zink, Mangan und Kupfer bei. Die Neubildung verschiedener Abwehrzellen fördert Arginin, eine proteinogene Aminosäure.

Verzehr von Oxalsäure einschränken

Ein großer Risikofaktor bei der Entstehung von Knochenschwund ist das Gewicht. Zur Vorbeugung von Osteoporose sollte ein Normalgewicht angestrebt werden. Sowohl Übergewicht als auch Untergewicht können den Knochenabbau begünstigen.

Empfehlenswert ist zudem, den Verzehr von Oxalsäure einzuschränken. Lebensmittel wie Mangold, Spinat oder Rhabarber sind besonders oxalsäurereich.

Oxalsäure erzeugt einen nicht löslichen Komplex, wodurch sich die Kalziumaufnahme über den Darm reduziert. Um ein Ungleichgewicht an Mikronährstoffen festzustellen, ist eine umfassende Laboranalyse die geeignete Methode. Auf dieser Basis kann eine gezielte Mikronährstoff-Optimierung erfolgen.

Bewegung und Sonnenlicht

Neben der Ernährung ist es wichtig, die Knochen stark zu machen, indem man ihnen einen trainierten Helfer zur Seite stellt. Dieser Helfer ist die komplette Muskulatur des Menschen, die als Stabilisator auftritt und dazu verhilft, dass Knochen nicht so rasch brechen, wie es ja bei einer Osteoporose sehr oft der Fall ist. Um dies erreichen zu können, sollte man mehrmals wöchentlich für Bewegung sorgen, die neben dem Aspekt der Ausdauer eben auch die Kräftigung der Muskulatur im Fokus haben sollte.

Zu guter Letzt zum Thema Sonnen- und Tageslicht. Beide sind für stabile Knochen unabdingbar, da durch die Aufnahme über die Haut die Synthetisierung des Vitamin Ds erst in die Gänge kommt.

Schon 20 bis 120 Minuten am Tag genügen, um den gewünschten Effekt erzielen zu können und kombiniert man das "Licht-tanken" mit Rad fahren, Walken oder Joggen, dann hat man auch gleich sein sportliches Pensum erledigt.

Damit Kinder schon vorbeugen können, sollte man ihnen möglichst viel Spielraum zum Toben lassen und sie darin unterstützen eine oder zwei Sportarten gezielt durchzuführen.

Quellen:

  • Renate Langenscheidt und Patricia Watkin: Aktiv gegen Osteoporose, Humboldt-TB.-Vlg., Mchn., ISBN 358166724X
  • Barbara Spachtholz und Helmut W. Minne: Aktive Gymnastik gegen Osteoporose, Trias, 1997, ISBN 3893734015
  • Klaus Breyer und Simone Harland: Das Übungsprogramm gegen Osteoporose. Richtiges Bewegungstraining., Hampp Vlg., Stgt., 1997, ISBN 393072314X
  • Juliet Compston: DK Praxis: Osteoporose. Rat und Hilfe für den Alltag., Dorling Kindersley Verlag GmbH, Starnberg, 2001, ISBN 3831000956
  • Hartwig Mathies: Kompendium der Osteoporose, Systemed Vlg., Lünen, 2001, ISBN 392737220X
  • Reiner Bartl: Osteoporose, Südwest-Verlag, 2002, ISBN 3517066303
  • Elmar Keck und Hans-Peter Kruse: Osteoporose, Urban & Fischer, 1994, ISBN 3334604667
  • Claude Merlin: Osteoporose, Hippokrates, 2002, ISBN 3830415060
  • Ursula Jacob: Osteoporose natürlich behandeln., Gräfe u. U., Mchn., 1995, ISBN 3774215871
  • Veronika Paulmann: Osteoporose vorbeugen, Kalziumreich kochen, Südwest-Verlag, 1999, ISBN 3517080608
  • Deutschesünes Kreuz Gr: Osteoporose – Leitlinien Die Empfehlungen der DAGO, Verlag im Kilian, 1997, ISBN 3932091124
  • Gerd Schnack: Osteoporose-Präventionstraining, Deutscher Arzte-Verlag, 1995, ISBN 3769103149
  • Hans Ch Schober und Reinhard Bruhn und Andreas Knauerhas: Osteoporose: Diagnose und Therapie leicht gemacht.Ein Praxishandbuch., Büro + Service GmbH Rostock, ISBN 3935171307
  • W. Pollähne und H. Bröll und P. Burckhardt und G. Delling: Therapie primärer und sekundärer Osteoporosen, Thieme, Stuttgart, 1999, ISBN 3131051515
  • Reinhard Strametz: Grundwissen Medizin: für Nichtmediziner in Studium und Praxis, UTB GmbH, 2017, ISBN 3825248860
  • Stefan Gesenhues, Anne Gesenhues, Birgitta Weltermann: Praxisleitfaden Allgemeinmedizin: Mit Zugang zur Medizinwelt (Klinikleitfaden), Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH, 2017, ISBN 3437224476
  • Uwe Beise, Uwe Beise, Werner Schwarz: Gesundheits- und Krankheitslehre: Lehrbuch für die Gesundheits-, Kranken- und Altenpflege, Springer Medizin Verlag, 2013, ISBN 9783642369834
  • Susanne Andreae, Peter Avelini, Peter Avelini, Martin Hoffmann, Christine Grützner: Medizinwissen von A-Z: Das Lexikon der 1000 wichtigsten Krankheiten und Untersuchungen, MVS Medizinverlage Stuttgart, 2008, ISBN 3830434545
  • Susanne Andreae, Peter Avelini, Melanie Berg, Ingo Blank, Annelie Burk: Lexikon der Krankheiten und Untersuchungen, Thieme Verlagsgruppe, 2008, ISBN 9783131429629
  • Frank H. Netter: Netter's Innere Medizin, Thieme Verlagsgruppe, 2000, ISBN 3131239611
  • Gerd Herold: Innere Medizin 2019, Herold, 2018, ISBN 398146608X
  • Gerd Herold: Innere Medizin 2020, Herold, 2019, ISBN 3981466098
  • Malte Ludwig: Repetitorium für die Facharztprüfung Innere Medizin: Mit Zugang zur Medizinwelt, Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH, 2017, ISBN 3437233165

Unsere Artikel werden auf Grundlage fundierter wissenschaftlicher Quellen sowie dem zum Zeitpunkt der Erstellung aktuellsten Forschungsstand verfasst und regelmäßig von Experten geprüft. Wie wir arbeiten und unsere Artikel aktuell halten, beschreiben wir ausführlich auf dieser Seite.

War der Artikel hilfreich?

Fehler im Text gefunden?

Bitte sagen Sie uns, warum der Artikel nicht hilfreich war:

Um die Qualität unserer Texte zu verbessern, wären wir Ihnen dankbar, wenn Sie uns den/die konkreten Fehler benennen könnten:

Historie:
Zuletzt aktualisiert am
So arbeiten wir
Autor:

Mehr über uns
Warum kein namentlicher Autor?

Unsere Artikel werden auf Grundlage fundierter wissenschaftlicher Quellen sowie dem zum Zeitpunkt der Erstellung aktuellsten Forschungsstand verfasst und regelmäßig von Experten geprüft.

Bildnachweise:
  • schulterskelett © Sebastian Kaulitzki - www.fotolia.de

Weitere Artikel zum Thema