15. Januar 2004
Von Britta Josten
Die Osteoporose ist heute eine der häufigsten Erkrankungen des Bewegungsapparates. Allein in Deutschland leiden derzeit etwa 7 Millionen Menschen an dieser Erkrankung, die meisten von ihnen sind Frauen in oder nach den Wechseljahren. Jede vierte Frau über 50 Jahre leidet bereits unter Osteoporose und bei Frauen etwa nach dem 55. Lebensjahr, also nach den Wechseljahren, ist das Risiko noch deutlich höher daran zu erkranken. Die Osteoporose ist zur Volkskrankheit geworden.
Die wörtliche Übersetzung für Osteoporose ist "poröser Knochen". Man versteht unter einer Osteoporose eine Abnahme der Knochenmasse, der Knochenstruktur und Knochenfunktion. Diese Abnahme macht den Knochen porös und führt zu einer schmerzhaften mechanischen Instabilität des Skeletts. Beim Stolpern oder bei Stürzen besteht eine erhöhte Gefahr von Knochenbrüchen.
Bei einer Osteoporose unterscheidet man zwischen einer primären Osteoporose und einer sekundären Osteoporose. Fast 95 Prozent aller Patienten leiden an einer primären Osteoporose. Die primäre Osteoporose unterteilt man noch einmal in eine postklimakterische Osteoporose (sie tritt nach den Wechseljahren auf) und in eine Altersosteoporose (sie tritt etwa ab dem 70. Lebensjahr auf). Eine sekundäre Osteoporose ist die Folge einer Erkrankung mit Störungen des Stoffwechsels (z.B. des Cortisonstoffwechsels oder des Calciumstoffwechsels) oder des Hormonhaushalts (z.B. ein Geschlechtshormonmangel beim Mann oder eine Schilddrüsenüberfunktion).

Menschliche Knochen sind ein lebendes Gewebe und befinden sich in einem kontinuierlichen Umbauprozess. Die Knochenmasse des Menschen nimmt, aufgrund einer Steigerung der Knochendichte und des Wachstums, bis etwa zum 40. Lebensjahr ständig zu. Wenn die maximale Knochenmasse erreicht ist wird sie mit 0,5 bis 1,5 Prozent jährlich wieder abgebaut.
Zusätzlich ist zu berücksichtigen, daß sich bei Störungen des Knochenaufbaus bis zum 40. Lebensjahr eine niedrigere maximale Knochenmasse ergibt. Dieser verminderte Knochenaufbau kann durch genetische Faktoren, eine mangelnde körperliche Aktivität, eine mangelhafte Versorgung mit Kalzium und Vitamin D oder durch einen Östrogenmangel bei Mädchen und jungen Frauen hervorgerufen werden.
Kommen nun Störungen hinzu, die diesen natürlichen Knochenabbau steigern, dann steigt auch die Gefahr an einer Osteoporose zu erkranken.
Während der Wechseljahre wird bei Frauen die Östrogenproduktion in den Eierstöcken eingestellt. Daraus ergibt sich ein Östrogenmangel, der über mehrere Mechanismen zu einem gesteigerten Knochenstoffwechsel mit Abnahme der Knochenmasse führt. Durch das aus dem Knochen freigesetzte Kalzium steigen die Kalziumwerte im Blut geringfügig an. Dieser Anstieg führt wiederum zu einer Verminderung der für das Kalziumgleichgewicht verantwortlichen Hormone. Es kann weniger Kalzium aus dem Magen-Darm-Trakt aufgenommen werden und es wird mehr Kalzium über die Nieren ausgeschieden. Auf Grund dieses Kreislaufs kommt es zu einem gesteigerten Knochenabbau der zu einer Osteoporose führen kann.
Der Sexualhormonmangel entwickelt sich bei Männern schleichend bis ins Alter. Des weiteren kommt es im Alter oft zu einer mangelhaften Versorgung mit Kalzium und Vitamin D. Diese mangelhafte Ernährung sowie zu geringe Bewegung forcieren den Knochenabbau und führen zu einer Altersosteoporose.
Erkrankungen mit Störung des Stoffwechsels (z.B. des Cortisonstoffwechsels oder des Calciumstoffwechsels) oder des Hormonhaushaltes (z.B. ein Geschlechtshormonmangel beim Mann oder eine Schilddrüsenüberfunktion) führen zu einem gesteigerten Knochenabbau. Als Folge dieses Knochenabbaus kann eine sekundäre Osteoporose auftreten.
Ist die Knochenmasse lediglich vermindert, bringt eine Osteoporose wenig Beschwerden mit sich. Sollte es allerdings im Krankheitsverlauf zu Knochenbrüchen und Verformungen der Knochen kommen, dann treten starke Schmerzen auf. Führt eine Osteoporose zu Knochenbrüchen bei langen Röhrenknochen (wie z.B. bei der Schenkelhalsfraktur), dann kann das Bein nicht mehr bewegt werden. Treten Wirbelkörperbrüche auf, dann sind diese Brüche ebenfalls mit starken Schmerzen verbunden. Oft werden diese Schmerzen aber als "Hexenschuss" oder "Ischias" fehlgedeutet. Es kommt zu einem Größenverlust von bis zu 20 cm, ein Rundrücken wird ausgebildet und die Lendenwirbelsäule wird nach vorne gekrümmt.
Wie bei vielen Krankheiten ist ein frühzeitiges Erkennen der Osteoporose wichtig. Ist es ersteinmal zu einer stark verminderten Knochenmasse gekommen, dann wird es schwieriger diese wieder aufzubauen. Um eine Osteoporose zu diagnostizieren stehen verschiedene Möglichkeiten zur Auswahl.
Mit einer Röntgenuntersuchung kann die Osteoporose nur erkannt werden, wenn die Knochenmasse schon um 30 bis 40 Prozent vermindert ist. Für eine Früherkennung ist eine Röntgenaufnahme daher nicht geeignet.
Die Knochendichtemessung wird auch Osteodensitometrie genannt und ist eine der sichersten Methoden eine Osteoporose zu erkennen. Eine Messung wird an der Lendenwirbelsäule und im Hüftbereich durchgeführt. Liegen Beschwerden oder spezielle Risiken vor (wie z.B. eine familiäre Belastung, ein spätes Einsetzen der Regel, eine frühe Menopause, eine körperliche Inaktivität oder eine Langzeitbehandlung mit Cortison), dann sollte unbedingt die Knochendichte bestimmt werden.
Eine Computertomographie kann vergleichbare Ergebnisse wie die Knochendichtemessung liefern. Es ist aber festzustellen, daß die Strahlenbelastung für die Patienten etwas höher ist.
Die Ultraschallmessung wird in den letzten Jahren vermehrt für die Messung der Knochendichte eingesetzt. Der Patient ist hierbei keinerlei Strahlenbelastung ausgesetzt. Das Verfahren ist aber noch nicht so ausgreift, daß es routinemäßig eingesetzt werden sollte.
Bei der Osteoporose handelt es sich um eine chronisch fortschreitende Erkrankung, deshalb sollte eine Behandlung über lange Zeit durchgeführt werden.
Eine ausreichende Kalziumzufuhr ist für einen gesunden Knochen absolut unverzichtbar. Um einer Unterversorgung zu begegnen, sollte eine kalziumreiche Ernährung stattfinden. Des weiteren führt eine Unterversorgung mit Vitamin D zu Mangelerscheinungen. Das Vitamin D wird durch Sonnenbestrahlung im Körper gebildet. Es kann also bei geringer Sonnenbestrahlung zu einem Mangel an Vitamin D kommen.
Es ist erwiesen, daß durch Sport und körperliche Aktivität der Knochenstoffwechsel angeregt wird. Das zugeführte Kalzium wird durch viel Bewegung besser in die Knochenstruktur eingearbeitet.
Die folgenden Medikamente sollten über einen langen Zeitraum eingenommen werden um der Osteoporose entgegenzuwirken.
Bisphosphonate hemmen die Aktivität der knochenabbauenden Osteoklasten. Des weiteren bleiben die knochenaufbauenden Osteoblasten weiterhin aktiv und es kommt zu einer Zunahme der Knochenmasse. Zusätzlich bleibt bei den Bisphosphonaten die tragende Struktur erhalten. Die neu gebildete Knochenmasse entspricht somit der natürlichen Knochensubstanz. Eine Behandlung mit Bisphosphonaten sollte über eine längere Zeit (mindestens 3 bis 5 Jahre) durchgeführt werden.
Calcitonine haben eine schmerzlindernde Wirkung und wirken dem Knochenabbau entgegen. Leider sind sie nicht frei von Nebenwirkungen. Es kann in einigen Fällen zu Hautrötung und Übelkeit mit Erbrechen kommen.
Die Fluoride haben eine osteoanabole Wirksamkeit - sie fördern die Aktivität der knochenaufbauenden Osteoblasten. Bei Fluoriden sollte auf die Dosierung geachtet werden, da bei zu hohen Dosierungen die Knochenqualität und -stabilität leiden kann. Das durch Fluoride neu gebildete Knochenmaterial stimmt in seiner Stabilität nicht mit der natürlichen Substanz überein. Fluoride müssen immer mit Calcium kombiniert werden. Dadurch wird der neu gebildete Knochen ausreichend mineralisiert. Eine Fluoridtherapie sollte nicht länger als zwei bis drei Jahre andauern.
Östrogen kann das Risiko des Knochenschwundes bei Frauen nach den Wechseljahren verringern. Man muß es aber mindestens über einen Zeitraum von fünf Jahren einnehmen.
Die selektiven Östrogenrezeptor-Modulatoren wirken auf die Knochenstruktur und haben möglicherweise auch eine Schutzfunktion für das Herz und den Kreislauf. SERMs haben im Unterschied zu den Hormonen höchstwahrscheinlich keinen positiven Einfluß auf die typischen Wechseljahrbeschwerden.
Durch die bisher bekannten Ursachen der Erkrankung kann man zu den folgenden vorbeugenden Maßnahmen raten:
Hier ist Platz für Ihre Meinung zu diesem Artikel.
Lesermeinung schreiben |
08.02.12 | |
![]() | OSTEOPOROSE |
02.02.12 | |
![]() | OSTEOPOROSE |
29.01.12 | |
![]() | OSTEOPOROSE |
28.01.12 | |
![]() | OSTEOPOROSE |
![]() | OSTEOPOROSE |
Stellen Sie eine Frage oder lesen Sie mehr im Osteoporose Forum


Knochenentkalkung muß kein Schicksal sein. Ursachen, Vorbeugung und Behandlung der Osteoporose.