Krebs - Ursachen, Symptome und Behandlung

Krebs ist der Überbegriff für sämtliche Krebserkrankungen mit verschiedensten Symptomen. Die genaue Ursache für die Entstehung von Krebs ist noch nicht erforscht. Wie die Erkrankung verläuft, ist völlig unterschiedlich. Die Diagnose wird durch Zusammenarbeit verschiedener Fachärzte gestellt.

Die Entstehung von Krebs und wie man Krebserkrankungen erkennen und behandeln kann

Krankheitsbild

Als Krebs bezeichnet man eine bösartige Neubildung von Gewebe (maligne Neoplasie) bzw. einen bösartigen Tumor. Sowohl Karzinome (gehen von Zellen des Deckgewebes von Haut und Schleimhaut aus), Sarkome (gehen vom Bindegewebe aus), als auch Hämoblastosen (bösartige Erkrankungen des blutbildenden Systems) werden dazugezählt.

Formen

Zu den Krebsarten gehören:

Krebs im Gehirn

wie zum Beispiel

Krebs in Organen

wie

um nur einige Formen zu nennen.

Krebs im Gewebe

wie etwa

Um Informationen über die unterschiedlichen Tumorerkrankungen zu sammeln, werden so genannte Krebsregister angelegt.

Funktion und Zielsetzung der epidemiologischen und klinischen Krebsregister

Bei einem Krebsregister handelt es sich um eine Datenbank, in der systematisch Informationen über Krebserkrankungen gesammelt werden. Dabei ist zwischen epidemiologischen und klinischen Krebsregistern zu unterscheiden. Beide Formen können aber auch zusammenarbeiten.

Ziel und Zweck von Krebsregistern

Durch Krebsregister lassen sich verschiedene Fragen beantworten, die für Krebserkrankungen von Relevanz sind. So zum Beispiel,

  • wie viele Menschen jedes Jahr an unterschiedlichen Krebsformen erkranken
  • welche Krebsarten zahlenmäßig abnehmen oder zunehmen
  • ob es bei den Erkrankungsmustern Unterschiede zwischen Männern und Frauen gibt
  • ob sich die Überlebenszeiten der Patienten verlängern lassen
  • welche Altersgruppen von Krebserkrankungen besonders betroffen sind
  • ob gewisse Krebsarten in bestimmten Regionen häufiger auftreten und
  • welche Faktoren bei der Entstehung von Krebs eine Rolle spielen.
Epidemiologische Krebsregister

Bei epidemiologischen Krebsregistern konzentriert sich die Beobachtung darauf, wie oft bestimmte Krebskrankheiten in einer Region vorkommen. Dabei werden zeitliche Vergleiche in einer Region oder zwischen mehreren Regionen angestellt, um zu ermitteln, ob sich die Erkrankungen in einem bestimmten Gebiet gehäuft zeigen. Man bezeichnet dies auch als zeitliches und räumliches Monitoring.

Durch gezielte Untersuchungen wird der Versuch unternommen, die Ursachen für das häufige Auftreten von Krebskrankheiten herauszufinden. Ziel ist letztlich die Beseitigung der Ursachen.

Klinische Krebsregister

Aufgabe der klinischen Krebsregister ist eine verbesserte Behandlung von Krebserkrankungen. Zu diesem Zweck ist es wichtig, detaillierte Daten zu Krankheit und Therapie zu sammeln.

Um mögliche Verbesserungen zu erreichen, werden die Behandlungsformen sowie die Therapeuten miteinander verglichen. Auf diese Weise lässt sich feststellen, welche Behandlung sich in welchem Stadium der Erkrankung am besten eignet und welche Therapeuten die besten Behandlungsresultate erzielen.

Darüber hinaus soll die individuelle Betreuung der Patienten optimiert werden, indem man sicherstellt, dass Behandlung und Nachsorge zum bestmöglichen Zeitpunkt erfolgen. Dabei dienen die Krebsregister als Informationsdrehscheibe.

Erfasste Daten und Merkmale

Für die Krebsregister werden sowohl personenidentifizierte als auch epidemiologische Daten erfasst. Dazu gehören unter anderem

  • Geschlecht des Patienten
  • Geburtsdaten
  • Staatsangehörigkeit
  • Gemeindekennziffer
  • Tätigkeitsanamnese
  • Tumorlokalisation
  • Tumorhistologie
  • Grading
  • frühere Krebsleiden
  • Datum der Tumordiagnose
  • Erkrankungsstadium
  • Behandlungsformen
  • Sterbedaten und
  • Todesursache.

Krebsregister in Deutschland

In Deutschland gibt es die ersten Krebsregister bereits seit 1926. Das Hamburgische Krebsregister, das in diesem Jahr eingerichtet wurde, stellte gleichzeitig auch das erste Krebsregister auf der Welt dar. Später richtete man auch Krebsregister in

  • Berlin
  • Sachsen
  • Thüringen
  • dem Saarland
  • Brandenburg
  • Sachsen-Anhalt und
  • Mecklenburg-Vorpommern

ein.

In der DDR entstand in den 50er Jahren das Nationale Krebsregister der DDR, das nach der Wiedervereinigung Deutschlands durch das GKR (Gemeinsame Krebsregister) fortgeführt wurde. Aufgrund des bundesdeutschen Föderalismus kam es in Westdeutschland zu unterschiedlichen Regelungen. Darüber hinaus entstand in der Bundesrepublik im Jahr 1980 das bundesweite Kinderkrebsregister.

Der Umfang der Krebsregister ist von Bundesland zu Bundesland verschieden. Vor allem in Westdeutschland sammelte man Krebsdaten nur uneinheitlich. Die bundesweite Auswertung erfolgt durch das Zentrum für Krebsregisterdaten am Robert-Koch-Institut.

Krebsfrüherkennungs- und registergesetz (KFRG)

Mit dem im April 2013 in Kraft getretenen neuen Krebsfrüherkennungs- und registergesetz (KFRG) wurde die Grundlage für den Aufbau eines flächendeckenden klinischen Krebsverzeichnisses geschaffen, sodass sich nun jeder Krebspatient in Deutschland erfassen lässt.

Das Gesetz dient zur Verbesserung von Krebsfrüherkennung und Behandlung. Die bereits bestehenden klinischen Krebsregister werden ergänzt und bundesweit vereinheitlicht, um Schwächen in den Behandlungsplänen zu korrigieren und Lehren für die Zukunft zu ziehen. Bis die Krebsregister vollständig aufgebaut sind, kann es jedoch noch einige Jahre dauern.

Finanzierung

Finanziert wird der bundesweite Aufbau klinischer Krebsregister zu 90 Prozent von der Deutschen Krebshilfe. Den Rest übernehmen die einzelnen Bundesländer. Insgesamt stehen acht Millionen Euro bereit, von denen 7,2 Millionen die gemeinnützige Hilfsorganisation beisteuert.

Ursachen

Bei einigen Krebsarten kennen die Ärzte zwischenzeitlich Risikofaktoren, die die Entstehung der schweren Erkrankung begünstigen können. Bei anderen Krebsarten sind die Ursachen jedoch noch gänzlich unbekannt. Einige Krebsarten sind erblich bedingt und können somit in Familien gehäuft auftreten.

Risikofaktoren

Risikofaktoren für Krebs sind unter anderem

  • das Rauchen (zum Beispiel für Kehlkopfkrebs)
  • Strahlungen (zum Beispiel durch eine vorangegangene Strahlentherapie) oder auch
  • eine falsche Ernährung.

Auch die Handystrahlung als Risikofaktor wird immer wieder zum Thema...

Das Handy - Nur nützlicher Helfer oder schadet die Strahlung?

Die Frage, ob die von Handys abgestrahlten Funkwellen beim Menschen Krebs verursachen können, wird immer noch kontrovers diskutiert. Da die Geräte millionenfach benutzt werden, würden selbst prozentual wenige Krankheitsfälle ein sehr ernst zu nehmendes Gesundheitsrisiko darstellen. Deshalb wurde in Dutzenden von Studien überprüft, wie sich Handystrahlung auf lebendes Gewebe auswirkt.

Mit welchem Ergebnis?

In einem Bericht der IEGMP (Unabhängige Expertengruppe für Mobiltelefone) hieß es: "Nach allen der Expertebgruppe bekannten Informationen braucht sich die Öffentlichkeit über den Gebrauch von Mobiltelefonen keine Sorgen zu machen". Desgleichen schrieb der New Scientist: "Trotz der Schauergeschichten der letzten Jahre deuten die meisten bislang verfügbaren Beweise darauf hin, dass die von Handys abgestrahlten Funkwellen nicht gesundheitsgefährdend sind. Studien, die Wirkungen nachweisen, erwiesen sich als schwer reproduzierbar."

Ratschläge zur Handynutzung

Solange die allerletzten Zweifel über gesundheitliche Auswirkungen von Handys noch nicht ausgeräumt sind, werden weiterhin Millionen von Euros in die Forschung gesteckt. Bis die Frage endgültig geklärt ist, empfiehlt die IEGMP:

  • "Telefonieren Sie so kurz wie möglich mit dem Handy.
  • Achten Sie darauf, Handys mit möglichst niedriger spezifischer Absorptionsrate (SAR) zu verwenden
  • Benutzen Sie Freisprecheinrichtungen oder anderes Zubehör nur dann, wenn erwiesen ist, dass es den SAR Wert senkt."

Zudem empfahl die Expertengruppe "...unter 16-jährigen vom Handygebrauch abzuraten". Weil sich das Nervensystem von Kindern erst noch entwickelt, gelten sie "als besonders anfällig für bisher nicht bekannte Gesundheitsrisiken."

Trotz hartnäckiger Kontroversen ist der Einfluss von Handys aus Wirtschaft und Gesellschaft unübersehbar. Wie seine elektronischen Verwandten - Fernseher und PC - kann das Handy sowohl ein hilfreicher Sklave, als auch ein fordernder Herr sein. Ob es nur ein nützlicher Helfer ist, hat nun jeder buchstäblich selbst in der Hand.

Des Weiteren spielen diverse Stoffe, die beispielsweise in der Verarbeitung von Leder verwendet werden, eine Rolle...

Billig-Leder: Krebserregende Substanzen verseuchen Schuhe

Die Preise für Echtlederschuhe rauschen weiter in den Keller. Möglich sind diese Billigpreise durch die Herstellung in asiatischen Ländern, die inzwischen mehr als 90 Prozent der Lederherstellung übernehmen. Bei der Verarbeitung werden Gerbmittel eingesetzt, die Giftstoffe enthalten können und als krebserregend eingestuft werden.

Hohe Belastung bei Kinderschuhen

Ende 2014 hat die Umweltschutzorganisation Greenpeace Kinderbekleidung und Schuhe von den großen Discountern auf Giftstoffe untersuchen lassen. Über die Hälfte aller Proben war mit gesundheitsschädlichen Chemikalien belastet. Einige der entdeckten Substanzen gelten als krebserregend.

Der Test ergab, dass vor allem Kinderschuhe mit Giften belastet sind. Bedenklich viele Paare wiesen pro Kilogramm mehr als 190 Milligramm der toxischen Substanz Dimethylformamid (DMF) auf.

Das Lösungsmittel kann bei Hautkontakt Reizungen verursachen und die Fortpflanzungsfähigkeit gefährden. Die empfohlenen Höchstwerte liegen lediglich bei 10 Milligramm/Kilo, denn DMF löst sich leicht vom Schuhmaterial.

Heute verströmen viele Schuhe auch einen beißenden Geruch, der durch Zusätze wie 2-Phenyl-2-propanol und Acetophenon entsteht. Die Stoffe können ebenfalls zu Reizungen der Haut und Allergien führen.

Wer mit giftigen Substanzen verseuchte Schuhe trägt, setzt sich einem Gesundheitsrisiko aus. Hinweise auf Giftstoffe sind rote Flecken und Pusteln sowie schmerzhafte Ekzeme an Füßen und Fußgelenken.

Chrom VI als starker Allergieauslöser

Immer wieder werden Schuhe zurückgerufen, weil sie mit Chrom VI belastet sind. Das Schwermetall gilt als starker Allergieauslöser und kann bei der Herstellung von Leder entstehen. Chrom VI wird als krebserregend klassifiziert und löst bei sensiblen Menschen heftige allergische Reaktionen aus.

Das Schwermetall bildet sich, wenn pH-Wert sowie Temperatur bei der Ledergerbung von den Normwerten abweichen. Zwar verhindern andere Chemikalien die Bildung von Chrom VI, doch immer wieder entdecken Tester die gefährliche Substanz in Lederschuhen, Handschuhen oder Taschen. Der Grund: Bei der Lederherstellung in Fernost werden die Kontrollen eher lax gehandhabt.

Ist die europäische Lederherstellung sicherer?

Renommierte Lederproduzenten aus Deutschland grenzen sich von Herstellern aus asiatischen Ländern ab und prangern die verantwortungslosen Verarbeitungsmethoden an. Zwar kommen auch in Europa Chemikalien und Chrom beim Gerbprozess zur Anwendung, doch die Arbeitsabläufe werden streng protokolliert und laufend überprüft. Auf diese Weise wird verhindert, dass sich Chrom VI oder andere giftige Substanzen bilden.

In den EU-Gesetzen sind strenge Richtlinien verankert, die die Grenzwerte vorgeben. Die europäische Lederherstellung ist daher weitaus sicherer, allerdings sind Lederwaren aus Europa entsprechend teurer.

Hoher Preis keine Garantie für unbelastetes Leder

Käufer haben wenig Chancen, herauszufinden, auf welche Weise Leder gegerbt wurde, da es keine offizielle Pflicht zur Kennzeichnung gibt. Einzig im Vegatibel-Verfahren gegerbtes Leder trägt eine Kennzeichnung.

Ein hoher Preis ist jedoch auch keine hundertprozentige Garantie für unbelastetes Leder. In der Regel sind hochpreisige Lederprodukte wie Schuhe oder Taschen aber weitaus seltener mit Giftstoffen belastet als Billig-Lederwaren. Bleibt zu hoffen, dass Verbraucher in Zukunft besser erkennen können, welche Substanzen bei der Lederproduktion verwendet wurden.

Verlauf

Grundsätzlich kann gesagt werden, dass eine Krebserkrankung häufig heilbar ist, wenn sie in einem frühen Stadium erkannt wird. Je weiter die Erkrankung fortgeschritten ist, desto schwieriger gestaltet sich die Behandlung.

Besonders wenn sich bereits Metastasen gebildet haben, verringern sich die Chancen auf vollständige Heilung. Jedoch stehen die Heilungschancen heutzutage weitaus besser als noch vor Jahrzehnten.

In den meisten Fällen bedeutet eine Krebserkrankung für den Patienten die vollkommene Umstellung seines Lebens. Entweder, weil er seine Lebensgewohnheiten radikal ändern muss (wie mit dem Rauchen aufhören) oder weil er mit den Folgen der Erkrankung leben muss.

Symptome

Man unterscheidet viele verschiedene Krebsformen, die unterschiedlichste Organe und Knochen befallen können. Jede Krebsform verursacht andere Beschwerden. Allgemein kann jedoch gesagt werden, dass die Krebserkrankung zu Beginn noch kaum Symptome verursacht und daher oftmals viel zu spät diagnostiziert wird.

Verschiedene Symptome und Beschwerden können auf Krebs hinweisen, müssen dies jedoch nicht. Wenn sich die Hautfärbung oder die Größe zum Beispiel eines Muttermales ändert, kann dies auf Hautkrebs hindeuten. Die Patienten verspüren dabei keine Schmerzen.

Frauen, die unregelmäßige Menstruationsblutungen haben, können ebenfalls eine Krebserkrankung im Bereich der weiblichen Geschlechtsorgane haben. Brustkrebs äußert sich durch einen tastbaren Knoten in der Brust.

Ist Blut dem Urin oder dem Stuhlgang beigemischt, kann auch dies ein Symptom einer Krebserkrankung zum Beispiel im Bereich des Darmes oder der Harnblase sein. Auch Verdauungsprobleme wie wechselnde Durchfall und Verstopfung können auf Krebs hindeuten.

Viele Krebserkrankungen gehen auch mit

einher. Einige Patienten verspüren auch Symptome wie Schwindel oder Fieber. Häufig verursachen die bösartigen Tumore auch Schmerzen an der betreffenden Stelle.

Diagnose

Wenn ein Patient derartige Symptome schildert,

Dazu tastet er zum Beispiel die Brust ab, untersucht den Urin und/oder den Stuhlgang, sieht sich die Hautveränderung unter einer Vergrößerungslinse an usw.

In jedem Fall wird das Blut des Patienten untersucht. Neben den allgemeinen Blutwerten werden auch so genannte Tumormarker bestimmt. Dies sind spezielle Werte, die bei einer Krebserkrankung erhöht sind.

In der Regel wird auch ein Ultraschall von verschiedenen Organen gemacht. Je nach vermuteter Diagnose erfolgen eine

Diese Untersuchungen dienen auch dazu, evtl. Metastasen feststellen zu können. Häufig wird aus dem Tumor auch eine Gewebeprobe entnommen und histologisch unter dem Mikroskop untersucht.

Sind hier Krebszellen zu finden, handelt es sich um einen bösartigen Tumor und somit Krebs. Zusätzlich können auch – je nach Krebsverdacht - weitere Untersuchungen wie zum Beispiel eine Magen- und/oder eine Darmspiegelung erfolgen.

Die Früherkennung spielt bei einer Krebserkrankung eine sehr große Rolle; je nach Art gibt es dabei unterschiedliche Verfahren, über die wir im Folgenden einen Überblick geben...

Untersuchungen zur Krebsvorsorge (Krebsfrüherkennung) auf einen Blick - Ablauf und Empfehlungen

Eine Krebserkrankung frühzeitig zu diagnostizieren, ist für die anschließende Behandlung überaus wichtig. Dies trifft vor allem auf Krebsarten wie

  • Gebärmutterhalskrebs
  • Brustkrebs
  • Prostatakrebs
  • Hautkrebs sowie
  • Krebserkrankungen des Magen-Darm-Trakts

zu. Je eher mit einer Krebsbehandlung begonnen werden kann, desto größer sind die Erfolgsaussichten, denn ohne eine entsprechende Therapie breitet sich der Krebs immer weiter im Körper aus und zerstört lebenswichtige Organe.

Unterschiedliche Untersuchungen zur Krebsvorsorge

Zur Früherkennung bestimmter Krebsformen stehen verschiedene Untersuchungsmöglichkeiten zur Verfügung. Dazu gehören zum Beispiel

Auch zur Früherkennung von Krebserkrankungen innerhalb des Magen-Darm-Trakts gibt es verschiedene Diagnosemethoden wie

  • den Guajak-Test
  • die Gastroskopie (Magenspiegelung) und
  • die Koloskopie (Darmspiegelung).

In den nächsten Abschnitten gehen wir etwas genauer auf die unterschiedlichen Untersuchungen ein.

Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs

In der Medizin bezeichnet man Gebärmutterhalskrebs auch als Zervixkarzinom oder Kollumkarzinom. Dabei entsteht am weiblichen Gebärmutterhals (Cervix uteri) ein bösartiger Tumor.

Weltweit ist das Zervixkarzinom die häufigste Krebserkrankung bei Frauen. In Deutschland sind pro Jahr etwa 4.600 Krankheitsfälle zu verzeichnen. Als Risikofaktoren gelten

Pap-Test

Zu den gängigsten Verfahren, ein Zervixkarzinom frühzeitig festzustellen, zählt der Pap-Test. Dabei werden vom Gebärmutterhals sowie vom Muttermund Gewebeabstriche entnommen. Anschließend untersucht man in einem Labor, ob die Zellen krankhaften Veränderungen unterliegen.

Entwicklung

Entwickelt wurde der Pap-Test in den 20er Jahren von dem griechischen Mediziner George Papanicolaou (1883-1962). Durch den Pap-Abstrich lassen sich Veränderungen an den Zellen des Gebärmutterhalses und des Muttermundes feststellen.

Allerdings sind Zellveränderungen nicht automatisch ein Hinweis auf eine Krebserkrankung. So können auffällige Befunde auch durchaus harmloser Natur sein, sodass keine Therapie erforderlich ist.

Ablauf

Ein Pap-Test findet im Normalfall einmal im Jahr im Rahmen der gynäkologischen Früherkennung statt. Durchgeführt wird der Test von einem Frauenarzt. Dieser verwendet ein Wattestäbchen, eine spezielle Bürste oder einen Spatel, um einen Abstrich von der Gebärmutterschleimhaut oder der Schleimhaut des Muttermunds zu entnehmen.

Den Abstrich mit den Zellen überträgt der Gynäkologe auf einen Objektträger. Außerdem werden die Zellen mit einer speziellen Färbemethode, die man auch als Papanicolaou-Färbung bezeichnet, eingefärbt. Nächster Schritt ist die mikroskopische Untersuchung der gefärbten Zellen in einem Laboratorium.

Befunde

Die Ergebnisse des Pap-Tests teilt man in mehrere Gruppen ein.

  • Bei Pap I handelt es sich um einen normalen Befund und
  • Pap II steht für leichte entzündliche Veränderungen.
  • Bei Pap III handelt es sich um nicht einzuschätzende Zellbilder, die kontrolliert werden müssen,
  • während Pap IIID auf leichte bis mäßige Zellveränderungen (Dysplasien) hinweist, die kontrollbedürftig sind.
  • Als Pap IVa und Pap IVb klassifiziert man schwerwiegende Krebsvorstufen, bei denen eine weitere Abklärung durch eine Biopsie oder Kolposkopie erforderlich ist.
  • Bei Pap V liegen Zellen eines bösartigen Tumors vor.
  • Als Pap 0 bezeichnet man einen unbrauchbaren Zellabstrich.

Das heißt, dass der Test wiederholt werden muss.

Dünnschichtzytologie

Eine andere Methode zur Früherkennung eines Zervixkarzinoms stellt die Dünnschichtzytologie dar. Bei diesem Verfahren reinigt man im Labor den Abstrich von Blut, Schleim und Fremdkörpern. Auf diese Weise lassen sich die eigentlichen Zellen des Gebärmutterhalses besser erkennen und beurteilen.

Allerdings liegen noch keine Hinweise vor, dass die Resultate der Dünnschichtzytologie genauer sind als die des Pap-Tests. Die Kosten für die Untersuchungsmethode müssen von der Patientin selbst übernommen werden.

Früherkennung von Brustkrebs (Mammographie)

Brustkrebs (Mammakarzinom) ist die häufigste Tumorerkrankung bei Frauen. Um eine Brustkrebserkrankung frühzeitig festzustellen, wird eine Mammographie durchgeführt.

Bei der Mammographie handelt es sich um eine Röntgenuntersuchung der weiblichen Brust. Dabei werden zwei Röntgenbilder von beiden Brüsten angefertigt.

Anwendung

Zur Anwendung kommt das bildgebende Verfahren,

  • um Brustkrebs frühzeitig zu diagnostizieren
  • um auffällige Befunde wie Verhärtungen, Brustwarzenausfluss oder Knoten genau abzuklären oder
  • zur Nachsorge bei bereits behandelten Brustkrebs-Patientinnen.

Darüber hinaus wird eine Screening-Mammographie im Rahmen eines freiwilligen bundesweiten Programms für Frauen zwischen 50 und 69 Jahren durchgeführt. Als besonders sinnvoll gilt eine Mammographie für Frauen, in deren Familie Brustkrebsfälle aufgetreten sind oder die schon einmal unter einer Brustkrebserkrankung litten. Grundsätzlich steigt mit zunehmendem Lebensalter die Gefahr, an Brustkrebs zu erkranken.

Durchführung

Im Rahmen einer Mammographie werden beide Brüste geröntgt. Die Untersuchung läuft auf zwei Ebenen ab. Dabei durchdringen die Röntgenstrahlen das Brustgewebe von oben herab und schräg-seitlich.

In der Regel fertigt man während der Mammographie zwei Aufnahmen pro Brust, also vier Röntgenbilder, an. Für den Fall, dass unklare Veränderungen der Brust zutage treten, können auch weitere Aufnahmen gemacht werden.

Strahlentechniken

Die Anforderungen bei einer Mammographie sind höher als bei herkömmlichen Röntgenuntersuchungen des Brustraums. So fällt die Strahlung, die von der Röntgenröhre erzeugt wird, deutlich geringer aus.

Während bei konventionellen Röntgenaufnahmen eine Hartstrahldarstellung eingesetzt wird, verwendet man bei der Mammographie Weichstrahltechnik. Diese hat die Eigenschaft, die Strahlenbelastung so gering wie möglich zu halten. Außerdem kann sie selbst kleinste Strukturen des Brustgewebes sichtbar machen.

Die Röntgenbilder, die während der Mammographie angefertigt werden, bezeichnet man als Mammogramme. Auf den Aufnahmen werden die inneren Bruststrukturen schwarz-weiß abgebildet.

Wichtig ist, dass sich die Patientin während der Untersuchung nicht bewegt, weil dies sonst zu einem unscharfen Bild führen könnte. Daher wird die Brust für den Zeitraum der Untersuchung in einer speziellen Halterung befestigt. Außerdem drückt man die Brust zwischen zwei Scheiben aus Plexiglas zusammen, was nicht immer angenehm und mitunter sogar schmerzhaft für die Patientin ist.

Durch das Zusammendrücken der Brüste lässt sich jedoch die Strahlendosis geringer halten. Darüber hinaus erhält die Röntgenaufnahme mehr Aussagekraft.

Auswertung

Ein gutartiger Tumor ist auf der Röntgenaufnahme in der Regel als gleichförmige, glatt begrenzte Struktur zu erkennen, während bösartige Tumore zumeist sternförmige Ausläufer aufweisen, die man als Krebsfüßchen bezeichnet. Außerdem haben sie eine unscharfe Begrenzung.

Ob es sich um einen bösartigen oder gutartigen Tumor handelt, lässt sich mit einer Mammographie allerdings nicht eindeutig feststellen. Daher ist zusätzlich eine Biopsie (Gewebeentnahme) erforderlich.

Das bedeutet, dass der Patientin Gewebe entnommen wird, welches man dann in einem Labor untersucht. Erst nach dieser Untersuchung kann eine eindeutige Diagnose erfolgen.

Früherkennung von Prostatakrebs

Zu den häufigsten Krebserkrankungen bei Männern zählt das Prostatakarzinom. Als besonders gefährdet, an Prostatakrebs zu erkranken, gelten ältere Männer über 50 Jahre.

Ab dem 45. Lebensjahr können sich in Deutschland Männer jedes Jahr auf Prostatakrebs untersuchen lassen. Dabei wird eine rektale Untersuchung durchgeführt, um ein mögliches Karzinom zu ertasten. Darüber hinaus erfolgen weitere Maßnahmen wie der Transrektale Ultraschall (TRUS) und der PSA-Test.

TRUS

Die Abkürzung TRUS steht für Transrektalen Ultraschall. Dabei wird eine Ultraschallsonde in das Rektum (Mastdarm) eingeführt.

Auf diese Weise lassen sich Form und Größe der Prostata feststellen. Gleichzeitig kann die Vorsteherdrüse nach verdächtigen Stellen abgesucht werden.

Schmerzen sind in der Regel durch die Untersuchung nicht zu befürchten. Außerdem wird der Patient keinerlei Strahlung ausgesetzt.

Als alleinige Diagnosemethode zur Prostatakrebs-Früherkennung eignet sich TRUS allerdings nicht. So dient die Methode nur zur Ergänzung.

PSA-Wert

Beim prostataspezifischen Antigen (PSA) handelt es sich um ein Eiweiß, das nur im Gewebe der Prostata entsteht. Es dient dazu, das Sperma zu verflüssigen und findet sich sowohl im Ejakulat als auch im Blut.

Kommt es zu einem erhöhten PSA-Wert, gilt dies als Hinweis auf Veränderungen der Vorsteherdrüse wie zum Beispiel Prostatakrebs. Doch auch andere Erkrankungen der Prostata wie eine Prostatitis (Prostataentzündung) oder eine benigne Prostatahyperplasie (gutartige Vergrößerung der Prostata) können zu einem erhöhten PSA-Wert führen. Das Gleiche gilt für

Da solche Faktoren einen falschen Krebsverdacht auslösen können, ist der PSA-Test als Früherkennungsmaßnahme umstritten. Wichtig ist, dass der Arzt den Patienten vor der Durchführung des Tests über dessen Aussagekraft aufklärt. Um das Risiko von falschen Untersuchungsergebnissen zu minimieren, wird empfohlen, vor einem PSA-Test, bei dem Blut entnommen und untersucht wird, auf Geschlechtsverkehr und Radfahren zu verzichten.

Da der PSA-Test nicht zur gesetzlichen Prostatakrebs-Früherkennung zählt, muss der Patient die Kosten für die Untersuchung selbst tragen.

Biopsie

Kommt es durch die Vorsorgeuntersuchungen zum Verdacht auf Prostatakrebs, erfolgt eine Biopsie. Durch diese Gewebeentnahme lässt sich der Verdacht auf ein Karzinom entweder ausschließen oder bestätigen.

Früherkennung von Krebserkrankungen im Magen-Darm-Trakt

Guajak-Test

Den Guajak-Test bezeichnen Mediziner auch als guajakbasierten Stuhlbluttest. Er dient dazu, nicht sichtbares Blut biochemisch nachzuweisen. Da Stuhlblutungen bei Darmkrebs auftreten, erfolgt ein Guajak-Test zumeist im Rahmen eines Darmkrebs-Screenings.

Testprinzip

Grundlage des Guajak-Tests ist die Guajakharz-Methode. So ist in Guajakharz phenolische Guajakonsäure enthalten. Durch Wasserstoffperoxid oxidiert die Säure zu Chinon, wobei es zu einem Farbwechsel kommt. Von dem Blutfarbstoff Hämoglobin wird die biochemische Reaktion katalysiert.

Durchführung

Im Rahmen des Guajak-Tests streicht man zwei kleine Stuhlproben auf Filterpapier, das mit Guajakharz präpariert ist. Danach wird eine Wasserstoffperoxid-Lösung auf die Probe gegeben.

Befindet sich Blut in der Stuhlprobe, verfärbt sich der Teststreifen blau. Damit der Test auch zuverlässig genug ist, wird empfohlen, ihn mindestens dreimal durchzuführen und Proben von drei aufeinanderfolgenden Stuhlgängen zu verwenden.

Nachteile

Ein Nachteil des Tests ist, dass seine Empfindlichkeit lediglich 20–40 Prozent beträgt. Außerdem besteht die Gefahr, dass er durch den Verzehr von bestimmten Nahrungsmitteln wie

das Vitamin C enthält, verfälscht wird. Auch

können falsch-positive Resultate hervorrufen. Bei einem positiven Test erfolgt anschließend eine Koloskopie (Darmspiegelung), um den Befund genauer abzuklären.

Gastroskopie

Als Gastroskopie bezeichnen Mediziner eine Magenspiegelung. Diese wird mithilfe eines Gastroskops durchgeführt. Dabei handelt es sich um ein schlauchartiges, elastisches Endoskop.

Während der Untersuchung kann der Arzt über eine Glasfaseroptik durch das Instrument hindurchsehen. Außerdem ist das Gerät in der Lage, mit einer Videooptik Bilder auf einen angeschlossenen Monitor zu übertragen.

Zur Anwendung kommt eine Gastroskopie, wenn Verdacht auf Magengeschwüre oder Magenkrebs besteht. Im Rahmen der Magenspiegelung werden die Schleimhaut des Magens, der Speiseröhre und des Zwölffingerdarms betrachtet.

Durchführung

Zur Gastroskopie muss der Patient auf nüchternen Magen erscheinen. Das heißt, dass er wenigstens acht Stunden vor der Magenspiegelung nichts mehr zu sich nehmen darf. Auch blutverdünnende Medikamente wie Acetylsalicylsäure sollten nicht eingenommen werden.

Normalerweise dauert eine Gastroskopie nur wenige Minuten. Es ist auch möglich, die Untersuchung ambulant bei einem Gastroenterologen vornehmen zu lassen.

Schmerzen sind in der Regel nicht zu befürchten. Auch auf eine Narkose kann verzichtet werden.

In manchen Fällen verabreicht der Arzt dem Patienten ein Beruhigungsmittel vor der Untersuchung. Da der Schlauch des Endoskops über den Rachen eingeführt wird, betäubt man diesen mit einem Spray.

Durch den Mund wird das Gastroskop schließlich eingeführt und an der Speiseröhre entlang zum Magen vorgeschoben. Während der Magenspiegelung kann der Arzt den Magen mit Luft aufblähen, die danach wieder abgesaugt wird. Auf diese Weise erhält er einen besseren Einblick auf das zu untersuchende Gebiet.

Auch die Entnahme einer Gewebeprobe ist mit dem Gastroskop möglich. Diese wird dann gründlich unter einem Mikroskop untersucht. Durch dieses Verfahren lassen sich gutartige oder bösartige Tumore feststellen.

Risiken

Größere Risiken sind bei einer Gastroskopie nicht zu befürchten. Allerdings wird das Einführen des schlauchartigen Instruments häufig als unangenehm empfunden. Nicht selten kommt es dabei zu Würgereiz.

Mögliche Nachwirkungen der Magenspiegelung können

sein. Verletzungen der Magenschleimhaut treten nur sehr selten auf.

Koloskopie

Bei der Koloskopie handelt es sich um eine Darmspiegelung. Genau wie die Gastroskopie wird auch die Koloskopie mit einem Endoskop vorgenommen. Die Koloskopie gilt als effektivstes Verfahren zur frühzeitigen Erkennung von Darmkrebs.

Koloskop

Für eine Darmspiegelung greift der untersuchende Arzt auf ein Koloskop zurück. Dieses 1,2 Zentimeter dicke Endoskop ist mit einer kleinen Kamera sowie einer Lichtquelle ausgestattet. Die aufgenommenen Bilder lassen sich von modernen Geräten auch als Video wiedergeben und abspeichern.

Des Weiteren verfügt das medizinische Instrument über kleine Schlingen und Zangen, mit deren Hilfe sich Gewebeproben von der Darmschleimhaut entnehmen lassen. Auch mögliche Darmpolypen können mit ihnen abgetragen werden, was dem Patienten einen weiteren Eingriff erspart. Da Darmpolypen als Vorstufe zu Darmkrebs gelten, lässt sich die Erkrankung bereits im Vorfeld behandeln.

Sinn der Darmspiegelung

In Deutschland zählt Darmkrebs zu den häufigsten Krebserkrankungen. Aus diesem Grund kann eine Koloskopie sehr sinnvoll sein. Gesetzlich Versicherte haben die Möglichkeit, ab dem 55. Lebensjahr eine Darmspiegelung durchführen zu lassen.

Ergibt diese keinen auffälligen Befund, erfolgt nach zehn Jahren eine weitere Koloskopie. Die Kosten dafür werden von den Krankenkassen übernommen.

Mitunter ist eine Darmspiegelung auch für jüngere Menschen sinnvoll, wenn diese unter länger anhaltenden Darmbeschwerden wie

  • Bauchschmerzen
  • Blut im Stuhl
  • starken Blähungen oder
  • veränderten Stuhlgewohnheiten

leiden. Das Gleiche gilt für ein erhöhtes Darmkrebsrisiko. Dieses besteht, wenn in der Familie bereits Darmkrebserkrankungen aufgetreten sind.

Ablauf

Vor der Durchführung der Koloskopie ist es wichtig, den Darm vollständig zu entleeren. Zur Darmreinigung verabreicht man dem Patienten ein Abführmittel. Der Ablauf der Darmspiegelung nimmt etwa 15–20 Minuten in Anspruch. Durchgeführt wird die Koloskopie in einer Klinik oder Arztpraxis, was meist ambulant erfolgt.

Vor dem Beginn der Untersuchung kann der Patient ein Beruhigungsmittel einnehmen. Dadurch spürt er nichts von der Prozedur. Außerdem gibt man ihm ein Medikament, welches den Darm entspannt und dessen Bewegungen hemmt. Falls nötig, kann auch ein Schmerzmittel verabreicht werden.

Während der Untersuchung legt sich der Patient auf seine linke Seite. Danach wird der Enddarm vom Arzt mit dem Finger ausgetastet. Schließlich schiebt man das Koloskop unter Anwendung eines Gleitmittels langsam in den After ein.

Über den Mastdarm führt der Arzt das Koloskop bis zum unteren Dünndarm ein. Nun kann er die Darmschleimhaut gründlich untersuchen. Sollten Darmpolypen vorhanden sein, werden diese entfernt. Auch eine Gewebeentnahme lässt sich durchführen. Schmerzen sind dabei nicht zu verspüren.

Risiken

Komplikationen treten nach einer Koloskopie nur selten auf. Mitunter kann es zu

  • leichten Darmblutungen
  • Schädigungen der Darmwand
  • Kreislaufbeschwerden oder
  • Überempfindlichkeitsreaktionen gegen die Medikamente, die verabreicht werden,

kommen. Das Komplikationsrisiko steigt allerdings mit zunehmendem Alter an.

Zuverlässigkeit

Die Darmspiegelung gilt als überaus zuverlässig. So können 97 Prozent aller vorhandenen Adenome mit dieser Untersuchung erkannt werden. Wichtig ist jedoch, dass der untersuchende Arzt über ausreichende Erfahrung mit diesem Verfahren verfügt.

Leider nutzen viel zu wenig Menschen die Möglichkeiten der Krebsvorsorge. Für Männer ist die Hemmschwelle, einen Arzt aufzusuchen, häufig zu hoch; viele gehen auch gar nicht davon aus, dass ausgerechnet sie an einer bösartigen Erkrankung leiden könnten.

Doch auch Unwissenheit und vor allem bei Frauen Scham sowie die Sorge, an Weiblichkeit zu verlieren, sind mögliche Faktoren. Bei der Deutschen Krebshilfe kann man sich über den Nutzen sowie die Möglichkeiten der Vorsorge im Detail informieren.

Behandlung

Operation

In vielen Fällen wird der Krebs operativ behandelt. Die Ärzte entfernen dann im Rahmen der Operation möglichst den gesamten bösartigen Tumor sowie teilweise noch angrenzende Lymphknoten. Nicht immer kann der Tumor jedoch vollständig entfernt werden.

Chemotherapie

Häufig wird auch eine Chemotherapie durchgeführt. Diese kann sowohl vor einer Operation eingesetzt werden, um den Tumor zu verkleinern als auch nach einer Operation, um den noch vorhandenen Tumorrest zu entfernen. In einigen Fällen wird die Chemotherapie auch als alleinige Behandlungsmaßnahme eingesetzt.

Strahlentherapie

Auch eine Strahlentherapie kommt häufig zum Einsatz. Teilweise wird sie auch mit der Chemotherapie kombiniert.

Weitere Behandlungsmaßnahmen

Weitere Behandlungsmöglichkeiten wie eine

runden die Behandlungsmöglichkeiten ab.

Eine Krebstherapie ist auch immer mit Risiken verbunden - besonders Frauen, die einen Kinderwunsch haben, machen sich diesbezüglich Sorgen...

Kinderwunsch: Auswirkungen von Krebstherapien auf die Fruchtbarkeit

Der Erhalt der Fruchtbarkeit spielt im Rahmen einer Krebstherapie eine zentrale Rolle. Bei einer Befragung von Patienten einige Jahre nach einer Krebstherapie gaben mehr als 75 Prozent der kinderlosen Frauen und Männer an, dass sie sich Nachwuchs wünschen, rund 30 Prozent haben bereits Kinder und möchten weitere.

Etwa 93 Prozent der Befragten halten ihre Gesundheit für stabil genug, um eine Familie zu gründen. Vor Beginn einer Chemo- oder Strahlentherapie sollte daher grundsätzlich im Gespräch mit den Ärzten geklärt werden, welche Auswirkungen die verschiedenen Behandlungsmaßnahmen auf die Fruchtbarkeit haben und welche Therapiemöglichkeiten es gibt, um diese zu erhalten.

Risiken verschiedener Behandlungsmethoden

In der Krebstherapie gibt es verschiedene Behandlungsmethoden. Bei Operationen wird befallenes Tumorgewebe entfernt. Eine Chemo- oder Strahlentherapie zerstört Krebszellen, doch besteht auch das Risiko einer Schädigung gesunder Zellen. Betrifft die Behandlung Eierstöcke oder Samenzellen, kann das die Fertilität beeinträchtigen.

Operation

Muss bei einer Operation die Gebärmutter entfernt werden, gibt es keine Möglichkeit mehr, schwanger zu werden. Im Frühstadium kann der Chirurg häufig organerhaltend arbeiten, indem er nur den erkrankten Gebärmutterteil entfernt. Dadurch bleibt in vielen Fällen die Fortpflanzungsfähigkeit erhalten.

Sind Männer an Hodenkrebs erkrankt, ist in der Regel nur ein Hoden betroffen. Ist der andere Hoden gesund, bleibt der Mann weiter zeugungsfähig; sind beide Hoden von Tumoren befallen und müssen entfernt werden, geht die Zeugungsfähigkeit verloren.

Chemotherapie

Die Wirkstoffe von Zytostatika, die während einer Chemotherapie zum Einsatz kommen, können die Zellteilung beeinflussen und vernichten neben den Tumorzellen auch gesunde Zellen in Eierstöcken oder Hoden. Die verschiedenen Medikamente wirken sich unterschiedlich stark auf die Fruchtbarkeit aus.

Das Präparat Cyclophosphamid gilt zum Beispiel besonders schädlich für Eizellen und Samenzellen. Neben der Zusammensetzung der Medikamente sind auch Alter und Dosierung wichtige Faktoren im Hinblick auf die fruchtbarkeitsschädigende Auswirkung. Je älter eine Frau ist, desto höher ist die Gefahr, durch eine chemotherapeutische Behandlung unfruchtbar zu werden.

Strahlentherapie

Bei einer Strahlentherapie zerstört die jeweilige Dosis nur die von Tumorzellen befallenen Gebiete. Obwohl ein gezielter Einsatz erfolgt, kann es zu einer Schädigung intakten Gewebes kommen.

Bei einer Bestrahlung in der Becken- und Bauchregion sind auch Hoden oder Eierstöcke betroffen. Wird der Schädel bestrahlt, besteht das Risiko einer Störung des Gleichgewichts der vom Gehirn ausgeschütteten Fruchtbarkeitshormone, was ebenfalls zu Unfruchtbarkeit führen kann. Zahlreiche Vorsichtsmaßnahmen schützen zwar die empfindlichen Ei- und Samenzellen, dennoch kann es bei Frauen und Männern zu einer Beeinträchtigung der Fertilität kommen.

Hormontherapie

Bei einem Prostatakarzinom oder bei Brustkrebs ist die Hormontherapie eine häufig eingesetzte Behandlungsmaßnahme, denn Tumorzellen wachsen oft hormonbedingt. Um deren Wachstum zu stoppen, erhalten Patienten Antihormone als Injektion oder Tabletten.

Während einer Hormonbehandlung ist in aller Regel die Möglichkeit einer Schwangerschaft nicht gegeben. Im Anschluss an die Therapie erholen sich die Eierstöcke jedoch recht schnell und nehmen ihre Funktion wieder auf, was allerdings auch wieder von Alter der Patientin abhängt.

Bei Männern mit Prostatakrebs wird die Hormontherapie häufig im fortgeschrittenen Stadium eingesetzt. Besteht Kinderwunsch, sollte die Behandlung nicht eigenmächtig unterbrochen werden, sondern immer nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt.

Die richtige Therapieauswahl für Patienten mit Kinderwunsch

Nicht jede Therapie beeinflusst die Fruchtbarkeit gleichermaßen stark, daher sollte bei der Therapieauswahl grundsätzlich der Kinderwunsch berücksichtigt werden. Liegt die Wahrscheinlichkeit hoch, dass Frauen nach einer Krebstherapie nicht mehr schwanger werden oder Männer keine Kinder zeugen können, stehen verschiedene Maßnahmen zur Verfügung, um den Kinderwunsch doch noch zu realisieren.

Eine dieser Maßnahmen ist das Einfrieren von Eizellen, Samenzellen oder Eierstockgewebe. Diese Möglichkeit besteht bereits vor der Pubertät, denn erkranken Kinder an Krebs wie Leukämie, erhöht sich das Risiko einer Unfruchtbarkeit in späteren Jahren.

Wann hat sich der Körper nach einer Tumortherapie erholt?

Die häufigste Frage von Krebspatienten ist die nach dem Zeitpunkt, wann sich der Körper nach einer Tumortherapie soweit erholt hat, um ein Kind zu bekommen. Erfahrene Spezialisten für Schwangerschaft und Krebserkrankungen können darauf keine pauschale Antwort geben, da die Entscheidung von individuellen Aspekten abhängig ist wie gewählte Therapiemethode, Verlauf der Erkrankung, Alter der Patienten sowie Rückfallrisiko und Prognose. Patienten sollten jedoch grundsätzlich den Arzt vor Therapiebeginn auf die Familienplanung hinweisen, um sich umfassend über fruchtbarkeitserhaltende Behandlungsmöglichkeiten zu informieren.

Rehabilitation und Nachsorge

Im Anschluss an die akute Behandlung in einem Krankenhaus erfolgt in der Regel eine Weiterbehandlung in einer Rehabilitationsklinik. Während dieser mehrwöchigen Behandlung erhalten die Patienten psychologische Hilfe und lernen, mit ihrer Erkrankung zurechtzukommen.

Zu Hause schließen sich viele Patienten einer Selbsthilfegruppe an. Hier erfahren sie, dass es viele Betroffene mit Krebs gibt, die ähnliche Probleme und Sorgen haben.

Im Rahmen der Krebsbehandlung ist auch eine engmaschige Nachsorge überlebenswichtig. In festgelegten Abständen muss der Patient sich immer wieder gründlich untersuchen zu lassen, um sofort feststellen zu können, wenn der Tumor wieder (weiter) wächst oder sich Metastasen gebildet haben.

Auf die Nachsorge bei an Krebs erkrankten Kindern gehen wir im Folgenden ein...

Krebs im Kindesalter - Nachsorgeprogramme bieten Unterstützung

Heute steigt die Zahl von Kindern, die eine Krebserkrankung überleben, stetig an. Doch nach einer Krebstherapie sind die wenigsten Patienten ganz gesund. Körperliche und psychische Spätfolgen durch Medikamente, Bestrahlungen oder Chemotherapien belasten Kinder und Jugendliche noch viele Jahre oder ihr ganzes Leben.

Deshalb sind familienorientierte Nachsorgekonzepte und Langzeitbeobachtungen von großer Bedeutung. Nachsorge-Netzwerke dienen der Analyse, Erfassung, Therapieoptimierung und Verhinderung von Folgeerkrankungen.

Häufige Krebsformen im Kindesalter

Zu den häufigsten Krebsformen bei Kindern zählt die Leukämie (Blutkrebs). Im Kindesalter wächst diese Krebsart besonders schnell und kann ohne Behandlung innerhalb weniger Monate zum Tod führen.

Neben verschiedenen Leukämie-Formen erkranken Kinder und Jugendliche zudem an

  • Hirntumoren,
  • Lymphknoten-Tumoren,
  • Nierentumoren,
  • Knochentumoren und
  • Neuroblastomen (Tumore des Nervensystems).

Nach einer überstandenen Krebserkrankung treten in den meisten Fällen körperliche und/oder psychische Beeinträchtigungen auf, die den Alltag der kleinen Patienten belasten. Umso wichtiger ist es, therapiebedingte Folgeerkrankungen mit effektiven Nachsorgemaßnahmen schnellstmöglich zu erkennen und zu behandeln.

Mögliche Spätfolgen nach einer Krebstherapie

Nach einer Chemotherapie oder Bestrahlung können schwere Folgekrankheiten auftreten.

  • Herzschäden,
  • Nierenfunktionsstörungen,
  • die Entstehung von Zweittumoren,
  • Unfruchtbarkeit oder
  • Schädigungen des Nervensystems

gehören zu den möglichen Spätfolgen. Nach einer erfolgreichen Erstbehandlung können diese Folgeerkrankungen noch Monate oder Jahre später auftreten.

Verschiedene Zytostatika erhöhen das Risiko für Herz- oder Leberschäden, Bestrahlungen des Kopfes wirken sich negativ auf die Produktion von Wachstums- und Sexualhormonen aus oder führen zu Konzentrations- und Lernschwierigkeiten. Werden therapiebedingte Gesundheitsbeschwerden rechtzeitig erkannt, lassen sich gravierende Spätfolgen gezielter behandeln und zum Teil verhindern.

Damit Kinder und Jugendliche nach einer Krebserkrankung ein weitgehend unbeschwertes Leben führen können, ist eine Langzeitbeobachtung notwendig. Auf diese Weise werden Zweittumore, Herzschäden oder psychische Störungen sofort erkannt und können mit den richtigen Therapien erfolgreich behandelt werden.

Kinderkrebsregister zur Erforschung der Ursachen

Das Kinderkrebsregister befasst sich in erster Linie mit der Ursachenforschung. Gesundheitsbehörden, Ärzte oder Eltern können mitteilen, ob ihnen eine Häufung bestimmter Krebsformen aufgefallen ist oder ob eine Krebsart besonders oft in einer bestimmten Region auftritt. Der Abgleich im Kinderkrebsregister gibt Aufschluss, ob diese Vermutungen zutreffen.

Das Register nutzt die Informationen zur weiteren Suche nach Ursachen für die Entstehung von Krebserkrankungen im Kindesalter. Auch Studien und Familienbefragungen werden regelmäßig durchgeführt, um beispielsweise den Zusammenhang zwischen Krebs und Umweltfaktoren zu erforschen.

Stabilität in der Familie

Eine Krebserkrankung bei Kindern oder Jugendlichen verändert das gesamte Familienleben. Oft ist das Gleichgewicht empfindlich gestört.

Die Familie muss wieder zu mehr Stabilität finden, um die neue Lebenssituation zusammen meistern zu können. Ohne therapeutische Hilfen ist ein normales Miteinander häufig nicht mehr möglich.

Eltern müssen ihren Kindern auch nach einer erfolgreichen Krebsbehandlung Unterstützung bieten. Vielen fällt es aber schwer, ihren Kindern den nötigen Halt zu geben.

Um Destabilisierungen zu vermeiden, gibt es in Deutschland Nachsorgeprogramme in Kliniken, die Kinder, Geschwister und Eltern mit gezielten Therapiemaßnahmen unterstützen. Mehrwöchige Therapiekonzepte helfen allen Familienmitgliedern bei der Verarbeitung seelischer Belastungen und der Behandlung körperlicher Beschwerden. Auf diese Weise finden Betroffene wieder zu mehr Kraft und lernen, sich gemeinsam auf die neue Lebenssituation einzustellen.

Vorbeugung

Krebsformen wie zum Beispiel dem Kehlkopfkrebs oder Krebs an den Atmungsorganen kann man vorbeugen, wenn man nicht raucht. Auch auf regelmäßigen und/oder hohen Alkoholkonsum sollte man verzichten.

Grundsätzlich hilft auch eine gesunde, fettarme und vitaminreiche Ernährung zum Schutz vor Krebs. Dadurch erhält man auch ein normales Körpergewicht, was ebenfalls einer Krebserkrankung vorbeugen kann. Auch körperliche Bewegung trägt zur eigenen Gesundheit bei.

Hautkrebs entsteht zum Beispiel durch regelmäßige Sonnenbestrahlung. Im Zuge der Vorbeugung sollte man auch das vermeiden und sich besonders in der Mittagszeit im Schatten aufhalten.

Zusätzlich schützen auch langärmlige Kleidung, eine Kopfbedeckung und Sonnencreme vor einem Sonnenbrand. Wiederholter Sonnenbrand kann wiederum zu Hautkrebs führen.

Äußerst wichtig sind auch die angebotenen Vorsorgeuntersuchungen. Diese sollten unbedingt wahrgenommen werden, zumal sie auch von den Krankenkassen erstattet werden. Es gibt zum Beispiel Krebsvorsorgeuntersuchungen, Gesundheitsuntersuchungen oder auch das Hautkrebsscreening.

Anhand zweier Studien gehen wir noch separat auf das Thema Ernährung ein...

Die Beziehung zwischen Ernährung und Krebsrisiko

Angesichts einiger übertrieben formulierter Schlagzeilen, die in letzter Zeit in den Medien auftauchten, sollte man eines vorwegzunehmen: mit einer Ernährungsumstellung lässt sich eine Krebserkrankung nicht komplett ausschließen, noch können bestimmte Lebensmittel Krebs heilen. Die gute Nachricht ist jedoch, dass sich das Erkrankungsrisiko durch eine angepasste Diät deutlich senken lassen kann. Auch die Wahrscheinlichkeit einer Wiedererkrankung kann signifikant verringert werden, wenn man sich an gewisse diätische Richtlinien hält.

Studie 1: Eiweiß und Omega-3-Fette können helfen

Die renommierte Cornell-Universität konnte in mehr als einer Studie nachweisen, dass es einen Zusammenhang hinsichtlich der Sterbefälle und der Überlebensdauer bei Krebspatienten und ihrer Ernährung gibt. Im Rahmen einer Studie wurden mehrere Tausend Brustkrebs-Patienten über einen Zeitraum von mehr als zehn Jahren beobachtet.

Mehr als die Hälfte der Teilnehmerinnen litt an Krebs, der bereits auf andere Organe streute. Von den Betroffenen überlebte nur einer von fünf die ersten fünf Jahre der Studie. Patienten, bei denen keine Metastasen gefunden wurden, überlebten in acht von zehn Fällen den kompletten Studienzeitraum.

Durchführung

In dieser Studie wurden die Patienten in zwei Gruppen eingeteilt, wobei die Ernährung das entscheidende Kriterium war. Die erste Gruppe aß vermehrt Speisen, die reich an Omega-3-Fettsäuren und Protein waren. Die andere Probanden in der anderen Gruppe führten eine durchschnittliche Ernährung nach westlichen Standards ohne ein besonderes Augenmerk auf die zugeführte Proteinmenge oder gesunde Fette zu legen.

Wie die Auswertung der Studienergebnisse zeigte, bestand in der ersten Gruppe eine höhere Überlebensrate. Das bedeutet nicht, dass Fisch Krebs verhindert, aber es weist eine klare Beziehung zwischen der Überlebenschance und einer proteinreichen Ernährung hin.

Studie 2: Fettarme Speisen senken Wiedererkrankungs-Risiko

Eine andere Studie, die vom US-amerikanischen Krebs-Institut mit 2.400 Probanden über einen Zeitraum von fünf Jahren durchgeführt wurde, kam zu dem Schluss, dass eine fettarme Ernährung offenbar die Wahrscheinlichkeit einer Wiedererkrankung bei Brustkrebs-Patienten reduzieren kann.

Obwohl Studien wie diese sehr aufschlussreich sind, ist der konkrete Zusammenhang zwischen Ernährung und einer potentiellen Krebserkrankung alles andere als klar. Wissenschaftlich betrachtet sind die meisten dieser Untersuchungen korrekt durchgeführt worden, weshalb man jene Stimmen ignorieren darf, die die Studienergebnisse anzweifeln und keine Beziehung zwischen Diät und Krebsrisiko sehen wollen.

Auf der anderen Seite darf man sich von diesen Studien nicht zu falschen Schlüssen verleiten lassen. Nur weil eine fettreduzierte Diät zu einer Verbesserung des Gesundheitszustandes bei Krebspatienten geführt hat, muss das nicht bedeuten, dass eine fettreiche Ernährung die Entstehung der Krankheit begünstigt.

Fazit

Wir können jedoch davon ausgehen, dass eine insgesamt gesunde Ernährungsweise die Überlebenschancen von Krebspatienten deutlich erhöhen sowie auch das Risiko einer Erkrankung reduzieren kann.

Abschließend gehen wir noch auf das Leben mit der Erkrankung im Alltag ein, genauer gesagt auf die berufliche Situation, denn dank bestimmter Maßnahmen können auch kranke Arbeitnehmer weiterhin ihren Beruf ausüben.

Mit einem guten Disability Management trotz Krankheit im Beruf bleiben

Etwa 40 Prozent aller Krebspatienten erkranken nach Angaben von Berufsgenossenschaften und Unfallkassen während der Berufstätigkeit. Zu der ohnehin schon schweren und belastenden Krankheit kommt auch noch die Befürchtung hinzu, den Beruf nicht mehr ausüben zu können und dadurch wirtschaftliche Nachteile hinnehmen zu müssen.

So machen es die Begleiterscheinungen einer Krebstherapie oftmals unmöglich zu arbeiten. In vielen Fällen führt eine Krebserkrankung sogar zu Frühverrentung. Durch das so genannte Disability Management soll es den Erkrankten ermöglicht oder erleichtert werden, ihrem Beruf trotz Krankheit weiterhin nachzugehen.

Ziel und Zweck

Übersetzt bedeutet Disability Management soviel wie "Arbeits- oder Berufsunfähigkeitsmanagement". Gemeint ist damit die Verwendung von Menschen, die nur über eingeschränkte Arbeitsfähigkeiten verfügen. Dabei befasst sich das Disability Management auch mit den betrieblichen Herausforderungen.

Seit dem Jahr 2004 müssen Unternehmen ein betriebliches Eingliederungsmanagement einrichten, welches dazu dient, erkrankten Mitarbeitern den beruflichen Wiedereinstieg zu erleichtern. So erhält ein Mitarbeiter, wenn er länger als sechs Wochen erkrankt ist, ein Wiedereingliederungsangebot.

Angebote

Zuständig für das Wiedereingliedern eines Arbeitnehmers ist ein speziell ausgebildeter Disability Manager. Diese Fachkräfte findet man vor allem in Großunternehmen, wo sie die Wiedereingliederung von Arbeitnehmern steuern. Aber auch kleinere Unternehmen können sie bei Bedarf anfordern.

Der Disability Manager sucht nach Möglichkeiten, wie und wo sich der erkrankte Mitarbeiter am besten einsetzen lässt. Ein kranker Arbeitnehmer kann das Wiedereingliederungsangebot annehmen, muss es aber nicht.

Stimmt er zu, erhält eine Wiedereingliederungskommission Kenntnis über seine Krankengeschichte. Zusammengesetzt wird die Kommission unter anderem aus Wiedereingliederungsexperten sowie Mitarbeitern der Personalabteilung.

Durch die Wiedereingliederungsvereinbarung bekommt der Berufstätige die Möglichkeit, seinen Beruf wieder ausüben zu können. Auch der Arbeitgeber profitiert davon, da er schneller wieder über die Arbeitskraft des Arbeitnehmers verfügen kann und dadurch Geld spart.

Wiedereingliederung bei Krebserkrankungen

Gerade bei Krebserkrankungen kann ein gutes Disability Management durchaus hilfreich sein. Die meisten Krebspatienten, die ihre Arbeit wieder aufnehmen wollen, leiden unter einer eingeschränkten Leistungsfähigkeit.

Vor allem Müdigkeit und Erschöpfung machen ihnen zu schaffen, sodass sie weniger ausdauernd und belastbar sind. Mediziner sprechen dabei auch von einem Fatigue-Syndrom.

Darüber hinaus besteht bei vielen Krebspatienten aufgrund einer Krebsbehandlung durch Chemo- oder Strahlentherapie eine erhöhte Anfälligkeit für Infekte. Außerdem haben sie oft Konzentrations- oder Gedächtnisprobleme.

Trotzallem möchten die meisten Patienten lieber wieder arbeiten, anstatt in Frührente zu gehen. Nicht selten trägt das Gefühl gebraucht zu werden dazu bei, dass sich der Gesundheitszustand verbessert.

Ein Problem ist allerdings, dass die meisten Firmen immer noch zu wenig auf die Bedürfnisse ihrer erkrankten Mitarbeiter eingehen, sodass die Frühverrentung nach wie vor die gebräuchlichste Lösung ist. Experten erhoffen sich jedoch durch das Disability Management eine Verbesserung der Situation.

Quellen:

  • Charlotte Niemeyer, Angelika Eggert: Pädiatrische Hämatologie und Onkologie, Springer, 2017, ISBN 366243685X
  • Norbert Schleucher, Jürgen Barth, Irene Krämer, Ulrike Ritterbusch: Vademecum für die Onkologie: Von der Therapie bis zur Pflege, Zuckschwerdt, 2015, ISBN 9783863711566
  • Michaela Klausner, Gernot Hausar, Stefan Donecker: Einführung in die Onkologie für Pflegeberufe, Facultas, 2010, ISBN 3708906217
  • Christoph Wagener, Oliver Müller: Molekulare Onkologie: Entstehung, Progression, klinische Aspekte, Thieme, 2009, ISBN 3131035137
  • Ursula Vehling-Kaiser: Hämatologie und Onkologie: Basics für medizinisches Fachpersonal und Pflegeberufe, Zuckschwerdt, 2018, ISBN 386371279X
  • Karl-Anton Kreuzer, Jörg Beyer: Hämatologie und Onkologie: Fallorientierte Darstellung - rationale Diagnostik und Therapie, Thieme, 2016, ISBN 3131732512
  • Karl R. Aigner, Frederick O. Stephens: Onkologie Basiswissen, Springer, 2016, ISBN 3662485842
  • Kurt Possinger, Anne Constanze Regierer, Jan Eucker: Facharztwissen Hämatologie Onkologie: Mit Zugang zur Medizinwelt, Urban & Fischer Verlag, 2017, ISBN 9783437212147
  • Hannes Leischner: BASICS Onkologie, Urban & Fischer Verlag, 2016, ISBN 3437423290
  • Joachim Drevs: Integrative Onkologie: Definition - Inhalte - Bedeutung, De Gruyter, 2018, ISBN 3110497115
  • Christa Pleyer: Onkologie: Verstehen - Wissen - Pflegen, Urban & Fischer Verlag, 2017, ISBN 3437273469
  • Anita Margulies, Thomas Kroner, Andrea Gaisser, Irène Bachmann-Mettler: Onkologische Krankenpflege, Springer, 2017, ISBN 3662539543
  • Uwe Beise, Uwe Beise, Werner Schwarz: Gesundheits- und Krankheitslehre: Lehrbuch für die Gesundheits-, Kranken- und Altenpflege, Springer Medizin Verlag, 2013, ISBN 9783642369834
  • Susanne Andreae, Peter Avelini, Peter Avelini, Martin Hoffmann, Christine Grützner: Medizinwissen von A-Z: Das Lexikon der 1000 wichtigsten Krankheiten und Untersuchungen, MVS Medizinverlage Stuttgart, 2008, ISBN 3830434545
  • Susanne Andreae, Peter Avelini, Melanie Berg, Ingo Blank, Annelie Burk: Lexikon der Krankheiten und Untersuchungen, Thieme Verlagsgruppe, 2008, ISBN 9783131429629
  • Frank H. Netter: Netter's Innere Medizin, Thieme Verlagsgruppe, 2000, ISBN 3131239611
  • Gerd Herold: Innere Medizin 2019, Herold, 2018, ISBN 398146608X
  • Gerd Herold: Innere Medizin 2020, Herold, 2019, ISBN 3981466098
  • Malte Ludwig: Repetitorium für die Facharztprüfung Innere Medizin: Mit Zugang zur Medizinwelt, Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH, 2017, ISBN 3437233165
  • Stefan Gesenhues, Anne Gesenhues, Birgitta Weltermann: Praxisleitfaden Allgemeinmedizin: Mit Zugang zur Medizinwelt (Klinikleitfaden), Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH, 2017, ISBN 3437224476
  • Reinhard Strametz: Grundwissen Medizin: für Nichtmediziner in Studium und Praxis, UTB GmbH, 2017, ISBN 3825248860
  • Kurt Possinger, Anne Constanze Regierer, Jan Eucker: Klinikleitfaden Hämatologie Onkologie: Mit Zugang zur Medizinwelt, Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH, 2018, ISBN 3437242962

Unsere Artikel werden auf Grundlage fundierter wissenschaftlicher Quellen sowie dem zum Zeitpunkt der Erstellung aktuellsten Forschungsstand verfasst und regelmäßig von Experten geprüft. Wie wir arbeiten und unsere Artikel aktuell halten, beschreiben wir ausführlich auf dieser Seite.

War der Artikel hilfreich?

Fehler im Text gefunden?

Bitte sagen Sie uns, warum der Artikel nicht hilfreich war:

Um die Qualität unserer Texte zu verbessern, wären wir Ihnen dankbar, wenn Sie uns den/die konkreten Fehler benennen könnten:

Historie:
Zuletzt aktualisiert am
So arbeiten wir
Autor:

Mehr über uns
Warum kein namentlicher Autor?

Unsere Artikel werden auf Grundlage fundierter wissenschaftlicher Quellen sowie dem zum Zeitpunkt der Erstellung aktuellsten Forschungsstand verfasst und regelmäßig von Experten geprüft.

Bildnachweise:
  • blutzellen und krebszelle © Sebastian Kaulitzki - www.fotolia.de

Weitere Artikel zum Thema