Hilfsorganisationen - Bereiche, Aufgaben und Merkmale für Seriosität

Viele Menschen möchten mit einer Spende dazu beitragen, die Not anderer Mitmenschen zu lindern. Hilfsorganisationen sind dafür die richtigen Ansprechpartner. Doch von diesen gibt es viele, und nicht immer ist eine seriöse Organisation sofort zu erkennen. Angesichts der Vielzahl an Hilfsorganisationen, ist es für den Spender nicht immer leicht nachzuvollziehen, ob das Hilfswerk, an das er spenden möchte, seriös ist oder nicht. Eine Hilfe dabei bietet das Spendensiegel für Hilfsorganisationen. Lesen Sie über die Aufgaben von Hilfsorganisationen und holen Sie sich Tipps, um ein seriöses Hilfswerk zu erkennen.

Von Jens Hirseland

Hilfsorganisationen - Merkmale und Aufgaben

Bei einer Hilfsorganisation handelt es sich um eine Organisation, deren Aufgabe es ist, Tieren oder Menschen zu helfen. Gleichzeitig können diese Organisationen sich je nach Art auch für den Schutz besonderer Kulturgüter einsetzen.

Wer Geld oder Sachen spenden möchte, kann sich an eine solche Hilfsorganisation wenden. Dabei gibt es verschiedene Arten von Hilfsorganisationen.

  • Humanitäre Hilfsorganisationen schützen Menschen, die sich in einer humanitären Notlage befinden, etwa durch bewaffnete Konflikte oder medizinische bzw. Naturkatastrophen. Es gibt die Entwicklungshilfe, bei der sich Industrie- und Entwicklungsländer um den Abbau von unterschiedlichen Lebensbedingungen bemühen. Nothilfeorganisationen kümmern sich um die Abwehr von Gefahren für Mensch und Gesundheit.
  • Des Weiteren existiert die Gesundheitshilfe zur Bekämpfung und Vorbeugung von Krebs.
  • Kinderhilfswerke setzen sich für Kinder in Not ein.
  • Tiere in Not werden wiederum von Tierhilfsorganisationen versorgt.

Je nach Art und Region können Hilfsorganisationen folgende Aufgaben übernehmen:

  • Einsätze im Ausland
  • Katastrophenschutz
  • Rettungsdienst
  • Sanitätsdienst
  • Zivilschutz
  • Suchdienst
  • Technik und Sicherheit
  • Wasserwacht
  • Flugdienst
Zwei traurige kleine Hmong Geschwister, leben in Armut
Zwei traurige kleine Hmong Geschwister, leben in Armut

Eine seriöse Hilfsorganisation erkennen

In der heutigen Zeit begegnet man fast täglich Spendenaufrufen zu den unterschiedlichsten Zwecken. So bitten zahllose Hilfsorganisationen und karitative Einrichtungen

um Geld. Vor allem in der Weihnachtszeit haben die Spendensammler Hochkonjunktur, denn zum Fest der Liebe zeigen sich die Menschen besonders spendabel. Bei den vielen vermeintlich wohltätigen Organisationen kann man als Spender jedoch leicht einmal die Übersicht verlieren, denn nicht jeder Spendensammler ist auch seriös und lässt das eingesammelte Geld wirklich dem angegebenen Zweck zugute kommen.

Beim Spenden ist also auch Vorsicht angesagt. Aber wie lässt sich erkennen, ob eine Hilfsorganisation auch wirklich seriös ist?

Wichtig: Beantragung von Infomaterial

Es gibt einige Kriterien, an denen man eine ernst zu nehmende Organisationen erkennen kann. Bevor man spendet, sollte man unbedingt Informationsmaterial von den Spendensammlern beantragen, denn glaubwürdige Hilfsorganisationen geben schriftlich über ihre Ziele und ihr Ansinnen Auskunft.

Versuchen die Spendensammler einen jedoch mit fadenscheinigen Gründen abzuspeisen, ist Misstrauen angebracht. Auch wenn die Sammler die besondere Dringlichkeit einer Spende betonen, ist dies ein Grund argwöhnisch zu werden, denn seriöse Hilfsorganisationen verfügen über eine Rücklage für dringende Fälle, wie zum Beispiel Naturkatastrophen.

Mithilfe der Spenden füllen die Einrichtungen ihre Mittel dann wieder auf. Vorsicht ist auch beim Spendensammeln an der Haustür geboten. Reagieren die Spendensammler aufdringlich, sollte man sie deutlich abweisen und die Haustür schließen.

Spenden an seriöse Hilfsorganisationen
Spenden an seriöse Hilfsorganisationen

Vorsicht bei verlangten Unterschriften

Auf keinen Fall sollte man Unterschriften leisten, durch die man sich zur Zahlung von monatlichen Beiträgen an irgendwelche Hilfswerke verpflichtet. Vor allem bei Mitgliedschaften, die in der Fußgängerzone angeboten werden, besteht die Gefahr von unseriösen Angeboten.

Misstrauen ist immer dann angebracht, wenn man von den Spendensammlern bedrängt wird. Auch das Drücken auf die Tränendrüse oder übermäßig emotionale Broschüren sind meist ein Grund zum Argwohn. Dagegen lassen sich seriöse Hilfswerke daran erkennen, dass sie sachlich informieren.

Die Spende bescheinigen lassen

Möchte man eine bestimmte Summe spenden, ist es empfehlenswert, sich eine Spendenbescheinigung oder Spendenquittung ausstellen zu lassen. Eine solche Bescheinigung gilt als guter Nachweis, dass es sich um eine seriöse Organisation handelt. Darüber hinaus kann man mit der Quittung die Spende auch steuerlich geltend machen.

Das Spendensiegel für Hilfsorganisationen

Zahlreiche Menschen leisten Spenden, um auf diese Weise in Not geratenden Mitmenschen zu helfen. Aufgrund einiger Skandale bei Hilfsorganisationen in den letzten Jahren sind jedoch viele Spender verunsichert und wissen nicht, ob ihr gespendetes Geld auch wirklich den Bedürftigen zugute kommt. Eine Hilfe, um zwischen seriösen Organisationen und schwarzen Schafen unterscheiden zu können, ist das Spendensiegel des DZI.

Aufgaben des DZI

Unter dem DZI versteht man das Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen. Zu den Aufgaben dieses Instituts gehört die Überprüfung von Hilfsorganisationen. Erfüllen diese Organisationen bestimmte Kriterien, erhalten sie das DZI-Spendensiegel.

Ins Leben gerufen wurde das Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen bereits im Jahre 1893. In der heutigen Zeit gilt es als Stiftung des internationalen Rechts.

Zu den Stiftungsträgern dieser international anerkannten Institution gehören das Bundesministerium für Familie, Senioren und Frauen, der deutsche Industrie- und Handelskammertag, die Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege e.V. und der deutsche Städtetag. Durch diese geballte Kompetenz wird für eine höchstmögliche Transparenz im deutschen Spendenwesen gesorgt.

Sicher sein, dass die Spende ankommt

Viele Spender sind unsicher, ob ihre Spende auch wirklich einem karitativen Zweck zugeführt wird, da das Spendenwesen oft undurchsichtig ist und seriöse Organisationen nicht immer leicht zu erkennen sind. Durch das Spendensiegel erhalten sie jedoch Sicherheit, denn vergeben wird das Siegel ausschließlich an Hilfswerke, die den strengen Richtlinien des DZI entsprechen.

Dazu gehört unter anderem, dass die Verwendung der Spenden sparsam und nachprüfbar erfolgt. Außerdem muss eine Hilfsorganisation sicherstellen, dass ihre Werbung nicht irreführend ist.

Die Jahresrechnungen sind dem DZI vorzulegen und die Rechnungsauslegung muss deutlich nachzuvollziehen sein. Das DZI überprüft die Jahresrechnungen intensiv.

Weiterhin findet eine interne Überwachung der Hilfsorganisationen durch das Institut statt. Die Zahlungen von Provisionen, Prämien oder Erfolgsbeteiligungen für die Vermittlung von Spenden werden nur unter bestimmten Auflagen gestattet.

Durch die strengen Vergaberichtlinien des Instituts wird gewährleistet, dass die Spendengelder nicht an schwarze Schafe geraten. Eine Hilfsorganisation erhält das DZI-Spendensiegel erst dann, wenn alle Kriterien ausreichend erfüllt werden. Zu den bekanntesten Hilfsorganisationen, die das Spendensiegel des DZI tragen, gehört unter anderem die Caritas.

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Fair gehandelte Lebensmittel wie Kaffeebohnen, Bananen und Reis auf Jutesack mit der Aufschrift "FAIR TRADE"

Tipps zum Spenden - Was Spender wissen müssen

Die Not auf der Welt ist groß. Durch Geldspenden, die von diversen Hilfsorganisationen gesammelt werden, kann das Leid vieler Menschen zumindest gelindert werden. Beim Spenden sind jedoch einige Tipps zu beachten.

An seriöse Hilfsorganisationen spenden

Eine Spende sollte stets nur an seriöse Hilfsorganisationen erfolgen. Erkennen lassen sich glaubwürdige Organisationen an dem Spendensiegel des DZI (Deutsches Zentralinstitut für soziale Fragen). Eine Liste mit Hilfswerken, die über dieses Siegel verfügen, lässt sich im Internet auf der Webseite des DZI finden.

Nicht spenden sollte man dagegen an Spendensammler auf offener Straße, da sich zu viele schwarze Schafe darunter befinden. Ausnahmen sind dagegen Kinder, die einem bekannt sind, und die in der Gemeinde mit einer Sammelbüchse für eine bestimmte Organisation sammeln. Über solche Sammlungen wird in der Regel jedoch in Gemeindeblättern oder Amtsnachrichten informiert.

Auf keinen Fall sollte man unüberlegte Unterschriften leisten und sich entsprechende Unterlagen sorgfältig durchlesen. Vor allem auf Kündigungsfristen und ein Rücktrittsrecht sollte geachtet werden.

Eine größere Summe spenden

Möchte man spenden, sollte man lieber einen größeren Betrag auf einmal zur Verfügung stellen, anstatt kleinere Beträge nach dem Gießkannenprinzip zu verteilen, denn dadurch kommt dem gewünschten Zweck eine größere Summe zugute. Außerdem verursachen auch kleine Spenden Verwaltungsaufwand.

Vorteilhafter für die Hilfsorganisationen ist es, wenn eine Spende nicht zweckgebunden ist. Wird zum Beispiel Geld nur für eine bestimmte Notlage gespendet, kann es passieren, dass zu viel Geld für einen Spendenzweck vorhanden ist, für einen anderen Zweck jedoch Geld fehlt.

Wird das Geld nicht zweckgebunden gespendet, können die Hilfswerke die Spendengelder so verteilen, wie sie gebraucht werden. Grundsätzlich sind Geldspenden besser als Sachspenden, da dadurch teure Transportwege entfallen.

Spendennachweis für die steuerliche Absetzung einholen

Geldspenden können auch von der Steuer abgesetzt werden, wenn das Finanzamt den Spender als gemeinnützig anerkennt. Wie viele Steuern sich durch Spenden sparen lassen, hängt vom persönlichen Einkommenssteuersatz ab.

Damit man die Spende nachweisen kann, ist es ratsam, sich eine Spendenbescheinigung oder Spendenquittung ausstellen zu lassen. Durch das Ausstellen einer solchen Bescheinigung erkennt man zugleich, ob es sich bei dem Hilfswerk um eine seriöse Organisation handelt.