Blutgefäße - Transportieren das Blut, um die Blutzirkulation des Organismus aufrecht zu erhalten

Grafische Darstellung Blutkreislauf im Herz

Die Blutgefäße bilden gemeinsam mit dem Herzen, welches die Pumpfunktion übernimmt, den Blutkreislauf

Als Blutgefäße bezeichnet man röhrenförmige Strukturen, durch die das Blut transportiert wird. Man unterscheidet dabei zwischen Arterien, Venen und Kapillaren.

Was sind Blutgefäße?

Unter Blutgefäßen versteht man Hohlkörper, die die Form einer Röhre haben und für den Transport des Bluts verantwortlich sind. Auf diese Weise wird die Blutzirkulation des Organismus aufrechterhalten und reguliert. Zusammen mit dem Herz wird von den Blutgefäßen der Blutkreislauf gebildet.

Bei den Blutgefäßen unterscheidet man zwischen verschiedenen Arten. Dazu gehören:

  1. Arterien und Arteriolen, die das Blut vom Herzen weg transportieren
  2. Venen und Venolen, die das Blut zum Herzen hinführen
  3. die Kapillaren, die den Übergang zwischen Arterien und Venen herstellen

Künstlich erzeugte Bio-Arterien sollen bei Bypass-Operationen künftig eingesetzt werden

3D Grafik Arterie, aufgeschnitten mit Blutzellen auf weißem Hintergrund
3d arterie © Sebastian Kaulitzki - www.fotolia.de

Ein neues Verfahren zu Züchtung von sogenannten Bio-Blutgefäßen haben Wissenschaftler in den USA entwickelt und man hofft, diese zukünftig bei Bypass-Operationen einsetzen zu können. Bislang sind erste Versuche bei Pavianen und Hunden erfolgreich gewesen, wie die Forscher berichten.

Der Vorteil der neuen Methode ist, dass man bei den zukünftigen Operationen nicht mehr Adern aus dem Bein des Patienten entnehmen muss. So werden die neuen Blutgefäße aus menschlichen Muskelzellen gebildet und man kann diese auch ein ganzes Jahr lang konservieren, so dass erst bei Bedarf diese zum Einsatz kommen.

Ein weiterer Vorteil besteht, dass diese Arterien weniger für Infektionen anfällig sind oder auch, wenn ein Patient nicht über passende eigene Blutgefäße in den Beinen verfügt, diese dann zum Einsatz kommen könnten. Demnächst sollen nun die ersten Test-Einsätze beim Menschen geschehen.

Kanadische Forscher können neue Blutgefäße züchten

Zeichnung Anatomie menschliches Herz mit verstopfter und freier Arterie
heart artery blockage © hakan çorbaci - www.fotolia.de

Kanadischen Forschern ist es gelungen, Blutgefäße in einer schlecht durchbluteten Umgebung besser und schneller wachsen zu lassen. Im Tierversuch mit Mäusen hat es gut geklappt. Beim Menschen könnte diese Technik vor allem zur Vorbeugung oder Nachsorge eines Herzinfarktes eingesetzt werden.

Die Studie wurde von Geoffrey Pickering und Matthew Frontini von der University of Western Ontario im kanadischen London geschrieben und in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift "Nature Biotechnology" veröffentlicht. Die Technik, die die beiden Wissenschaftler anwendeten, heißt "Tissue Engineering". Sie fanden heraus, dass bei der natürlichen Regeneration der Spiegel des Fibrozytenwachstumsfaktors FGF9 ansteigt.

Wenn man die neu zu züchtenden Blutgefäße mit diesem Botenstoff versorgt, umgeben sie sich schneller als sonst mit einer schützenden Muskelhülle und können so auch blutarme Regionen wieder mit neuen Gefäßen stabilisieren. Die Forscher glauben, dass die neue Technik in Zukunft auch in breiterer Form beim Menschen angewendet werden kann.

Neue Erkenntnis über Darmbakterien - sie können zur Entstehung von Blutgefäßen anregen

Grafik Darm mit Bakterien
darm mit e-coli bacteria © Sebastian Kaulitzki - www.fotolia.de

Nicht immer sind Bakterien die Erreger von Krankheiten. Jeder Mensch besitzt zum Beispiel viele von ihnen in seinem Darm und das ist auch gut so, denn diese Darmbakterien helfen bei der Verdauung. Nun haben Forscher jedoch herausgefunden, dass die Kleinen noch viel mehr für uns tun. Wie genau alle Prozesse funktionieren, die in unserem Darm ablaufen, ist noch gar nicht erschöpfend erforscht. Ein internationales Team ergründete nun einen bis dato unbekannten Mechanismus.

Die Bakterien kommunizieren demnach sehr rege mit unserem Gerinnungssystem. Durch Signale können sie so dazu anregen, dass sich neue Blutgefäße bilden. Das Signal dazu geben die kleinen Lebewesen dann, wenn die Darmzotten vergrößert werden sollten. Das ist nötig, wenn die Nährstoffe im Verdauungstrakt noch schneller und effektiver aufgenommen und dem Körper zur Verfügung gestellt werden sollen. Damit sich die Fläche der Darmzotten aber vergrößern kann, sind mehr Blutgefäße von Nöten und diese werden aufgrund des Signals dann gebildet.

Diese neue Wechselwirkung zwischen unserem Gerinnungssystem und den Darmbakterien fasziniert die Forscher. Sie glauben auch, dass sich aus den neuen Erkenntnissen eventuell Therapiekonzepte gegen Darmerkrankungen und auch gegen Adipositas entwickeln lassen.

Synthetische Blutgefäße: der Körper kann das künstliche Gefäß in ein natürliches umwandeln

Durch die poröse Außenwand des Gefäßes, kann es mit körpereigenen Stoffen gefüllt und so angenommen werden

Anatomie - Grafik einer Arterie mit Blutkörperchen
arterie mit fließendem blut © sebastian kaulitzki - www.fotolia.de

Die moderne Technik macht inzwischen vieles möglich. Auch in Sachen künstliche Ersatzteile für den menschlichen Körper ist heute machbar, was lange als Science-Fiction galt.

Problem der künstlichen Blugefäße sind die Thrombosen

Ein Problem war allerdings bisher noch nicht zu lösen: künstliche Blutgefäße, die zu 100 Prozent vom menschlichen Organismus akzeptiert werden. Zwar experimentieren Forscher schon länger mit synthetischen Gefäßen, doch dabei treten immer wieder Probleme auf.

Das künstliche Blutgefäß wird vom Körper nicht perfekt angenommen und es bilden sich Verschlüsse. Solche Thrombosen können tödlich enden. Daher ist es im Moment noch der Standard, kranke Gefäße durch körpereigene Gefäße zu ersetzen, oder einen Bypass zu legen.

Neu entwickeltes Gefäß kann vom Körper als Eigenes angenommen werden

Die Zukunft könnte dennoch zu synthetischen Ersatzteilen greifen, denn Forscher aus Wien haben ein ganz neues Gefäß entwickelt.

Fäden aus neu entwickleten Polymeren

Die Wissenschaftler haben neue Polymere hergestellt, die es so noch nie gab. Sie bestehen aus Makromolekülen und können durch ein elektrisches Feld zu Fäden gesponnen werden. Nach dem Aufwickeln auf eine Spule entsteht ein künstliches Blutgefäß, dessen Wände dem menschlichen Gegenstück extrem ähnlich ist.

Poröse Oberfläche als Lösung

Das gewobene Kunstgefäß ist zunächst nicht komplett dicht, sondern porös. Dies ist gewollt, denn auf diese Weise kann durchfließendes Blut an den porösen Stellen durchsickern.

Das führt dazu, dass sich natürliche Wachstumsfaktoren direkt in der Kunstwand anreichern. Gleichzeitig können Stoffe von jenseits des Gefäßes in das Innere wandern. Dieser Prozess ermöglicht, dass der Körper Schritt für Schritt das synthetische Blutgefäß mit Biomaterial durchzieht und am Ende sogar ersetzt.

Im Experiment mit Ratten konnten die Forscher zeigen, wie auf diese Weise das künstliche Gefäß zu einem natürlichen wurde. Das neue und rein biologische Blutgefäß ist im Anschluss an die Transformation vollkommen gesund und funktionstüchtig.

Venen und Arterien

Der Aufbau von Venen und Arterien ist im Prinzip ähnlich. Allerdings gibt es im Detail einige Unterschiede.

Die Wände der größeren Blutgefäße bestehen zumeist aus drei Schichten:

  1. der Tunica (Tunica intima)
  2. der Media (Tunica media)
  3. der Adventia (Tunica externa)
Tunica

Die Aufgabe der Tunica, die die innere Schicht der Blutgefäße bildet, liegt darin, für den optimalen Gas- und Stoffaustausch zwischen der Gefäßwand und dem Blut zu sorgen. Zusammengesetzt wird die Tunica aus flachen Zellen, die als Endothelschicht bezeichnet werden sowie Bindegewebe aus elastischen Netzen und Kollagenfasern.

Media

Die Media, die die mittlere Schicht bildet, sorgt für die Regulierung der Weite des Blutgefäßes mithilfe von gezielten Muskelkontraktionen. Zu den Bestandteilen der Media gehören glatte Muskelzellen sowie ringförmig angeordnete elastische Fasern und Kollagenfasern. Die Media nimmt die Spannung, die durch Blutdruck und Pulsschlag entsteht, auf und passt sie durch Muskelbewegungen entsprechend an.

Adventia

Die Adventia oder Tunica externa stellt den Abschluss des Blutgefäßes nach außen dar, wobei sie ein Geflecht aus Kollagenfasern bildet, die ihrerseits elastische Netze bilden. Die Struktur der Adventia sorgt für die Verankerung der Blutgefäße in der Umgebung.

Am 12. Oktober ist Gefäßtag: Ärzte nutzen den Tag, um auf den Knöchel-Arm-Index hinzuweisen

Grafik Herz mit Blutgefäßen in blauem Brustkorb
menschliches herz © Sebastian Kaulitzki - www.fotolia.de

Am 12. Oktober ist der Gefäßtag und stellt damit die Gesundheit, aber auch die Probleme der menschlichen Gefäße in den Vordergrund. Die Mehrheit der Deutschen hat irgendwann im Laufe ihres Lebens einmal mehr oder minder schwere Probleme mit den Gefäßen. Nicht selten muss man damit auch zum Arzt.

Die Deutsche Gesellschaft für Gefäßchirurgie und Gefäßmedizin (kurz DGG) möchte den diesjährigen Gefäßtag nutzen und Kollegen wie Patienten auf den sogenannten Knöchel-Arm-Index hinweisen. Diese - kurz auch einfach ABI-Bestimmung genannt - Methode soll dabei helfen, die aktuelle Gefäßgesundheit mit zwei einfachen Messverfahren zu ermitteln. Zunächst wird beim Patienten eine Sonografie der Gefäße gemacht. Durch die so entstehenden Ultraschallbilder kann der Arzt sich einen guten Überblick über die Gefäße verschaffen. Zudem wird einmal der Blutdruck gemessen. Die ABI-Bestimmung arbeitet nun mit den beiden Werten, indem der Arzt in einer Tabelle nachsehen kann, was das Zusammenspiel der beiden Werte über die allgemeine Gefäßgesundheit aussagt.

Man kann so ermitteln, ob der Patient an einer sogenannten PAVk leidet. Dieses Kürzel steht für "periphere arterielle Verschlusskrankheit" und betrifft allein hierzulande rund drei Millionen Männer und Frauen. Da die Methode so leicht und vor allen Dingen so schnell in der Anwendung ist, wird sie auch in Deutschland immer häufiger genutzt. Wie genau der Patient dabei betreut werden soll, ist in einer US-amerikanischen Leitlinie festgeschrieben, die man aber auch hierzulande nutzt.

Der Gefäßtag soll alle potenziellen Patienten aufklären, dass es diese Bestimmungsmethode gibt und die Ärzte daran erinnern, wie am besten vorgegangen wird. Laut der Leitlinie sollte der Patient sich zunächst bei Raumtemperatur entspannen. Erst nach fünf bis zehn Minuten beginnt die eigentliche Untersuchung, damit eventuelle Aufregung oder Stress durch Bewegung nicht in das Ergebnis mit einfließen.

Aufgabe der Arterien und Arteriolen

Aufgabe der Arterien und Arteriolen ist es, das Blut vom Herzen des Menschen wegzubefördern. Danach fließt das Blut weiter in die Arteriolen, besonders kleine Arterien. Die Arteriolen wiederum stellen die Verbindung zu den Kapillaren (Haargefäßen) dar.

Bei den Arterien unterscheidet man zwischen zwei Formen. So bezeichnet man herznahe Gefäße wie die Aorta (Hauptschlagader) als Arterien elastischen Typs. Kleine und mittlere Arterien werden hingegen muskuläre Arterien genannt.

Damit die herznahen Arterien dem Druck, der durch die Pumpleistung des Herzens entsteht, standhalten können, sind sie in der Lage sich elastisch zu erweitern. Fällt der Druck dagegen ab, können sie den entstehenden Unterschied durch Kontraktionen ausgleichen.

Kapillaren

Bindeglieder zwischen Arterien und Venen sind die Haargefäße, die auch als Kapillaren bezeichnet werden. Diese sind röhrenförmig und erreichen eine Länge von 0,5 bis 1 Millimeter. Zusammengesetzt werden sie aus dem Endothel, einer dünnen Zellschicht, die für die Trennung von Blut und Gewebe sorgt.

Weitere Aufgaben des Endothels sind der Austausch von Stoffwechselendprodukten, Sauerstoff und Nährstoffen zwischen Gewebe und Blut. Zusätzlich verstärkt werden die Wände der Kapillaren durch stützende Zellen (Perizyten) sowie eine Basalmembran.

Aufgabe der Venen

Aufgabe der Venen ist der Transport des Bluts zum Herzen hin. Dabei verhindern die Venenklappen, dass es zu einem Zurückfließen des Bluts kommt. Als Venolen bezeichnet man sehr kleine und dünne Venen, die den Übergang zwischen den größeren Venen und den Kapillaren bilden.

Kollateralen - die kleinen Verästelungen in den Herzarterien retten oft das Leben

Grafische Darstellung Herz, weißer Hintergrund
Offenes Herz © Dan Race - www.fotolia.de

„Kollaterale“ ist der Fachbegriff für die kleinen Verästelungen, die sich bei den Herzarterien befinden. Wenn sie gutartig sind, nehmen sie die Funktion von kleinen Brücken ein, die eine Arterie mit einer anderen verbinden. Mediziner sprechen in diesem Zusammenhang auch von „natürlichen Bypässen“. Kollaterale ermöglichen, dass das Blut effektiver zirkulieren kann und schützen uns somit also auch vor Thrombosen.

Damit man genügend im eigenen Körper hat, sollte man regelmäßig ein Ausdauertraining betreiben. Der Sport fördert die Bildung, da der Körper bei häufiger Anstrengung die Notwendigkeit zum Ausbau neuer „Brücken“ sieht. So beugt man effektiv einem Herzinfarkt vor, wie Studien belegen.

Von 6.529 Patienten mit Herzleiden, ermittelte man das Sterberisiko und setzt es ins Verhältnis zu den bestehenden Kollateralen. Das Ergebnis fiel sehr eindeutig aus. Wer reichlich Verästelungen im Herzen aufwies, dessen Risiko war 36 Prozent kleiner im Vergleich zu den Menschen mit wenigen Kollateralen.

Beschwerden und Erkrankungen der Blutgefäße

Krankheiten der Blutgefäße lassen sich in Krankheiten des zuführenden, also arteriellen sowie Krankheiten des ableitenden, also venösen Systems einteilen. Arterielle Gefäßkrankheiten zeichnen sich meist durch Verschlüsse oder Einengungen aus. Es kommt zu Ablagerungen; die Sauerstoffversorgung wird gestört oder gänzlich unterbrochen.

Die venösen Gefäßerkrankungen zeichen sich häufig durch die Bildung von Blutgerinnseln sowie Krampfadern aus. Als mögliche Folge gelten Abflussbehinderungen; vor allem die Beine sind davon betroffen.

Arteriosklerose

Eine häufige und gefährliche Erkrankung der Blutgefäße ist die Gefäßverkalkung (Arteriosklerose). Dabei verengen und verhärten sich die Innenwände der Arterien immer mehr, bis das Blut nicht mehr richtig fließen kann.

Dadurch erhöht sich das Risiko, dass es zu einem Verschluss der Arterien (arterielle Verschlusskrankheit) kommt, der zu Durchblutungsstörungen der Beine oder sogar zu einem lebensbedrohlichen Schlaganfall oder Herzinfarkt führen kann.

Die Gefahr einer Arterienverkalkung steigt im Laufe der Jahre und gehört zum natürlichen Alterungsprozess. Allerdings kann die Gefäßverkalkung durch bestimmte Risikofaktoren schon in jungen Jahren entstehen, wie z.B.:

Vor allem die Beine sind von Durchblutungsstörungen mit arteriellen Verschlüssen betroffen. Als erste Hinweise auf einen drohenden Verschluss gelten stechende Schmerzen sowie schnelle Ermüdungserscheinungen in den Beinen.

Jenseits der betroffenen Stelle lässt sich der Puls nicht mehr ertasten. Der Teil hinter dem Verschluss wird nicht mehr durchblutet, sodass der versorgte Bereich, wie etwa ein bestimmter Beinabschnitt, abzusterben droht.

Organismus baut selbständig ein Netzwerk aus

Befindet sich ein Engpass in einem Blutgefäß, fließt immer weniger Blut durch die verengte Stelle. Mediziner sprechen in dem Fall von einer kritischen Verengung, da ein Infarkt oder Schlaganfall droht. Doch das muss nicht zwangsläufig passieren, denn der Organismus kann bei Blutfluss-Störungen und Problemen mit der Sauerstoffversorgung selbständig ein Netzwerk ausbauen.

Die drei Herzkranzarterien sind nicht strikt voneinander isoliert, sondern im Herzmuskel befinden sich vielmehr Blutgefäße, die miteinander verbunden sind. Die Selbstheilungskräfte des Herzens bewirken, dass feine, neue Arterien heranreifen, die dem Blut andere Wege bahnen.

Durch den Schub des Blutes vergrößern sich die kleinen Kollateralen (Nebenäste der Arterien) allmählich und bilden natürliche Bypässe. Wie funktionsfähig die neuen Blutgefäße sind, ist primär abhängig von Faktoren wie Erbanlagen, persönlicher Fitness und individuellen Gesundheitsrisiken. Um das Wachstum der Kollateralen anzuregen, sind jedoch stimulierende Impulse nötig.

Herzhose begünstigt den Umbauprozess

Um den Blutfluss im Herzen zu beschleunigen und einen gewissen Druck in den feinen Ausweicharterien zu erzeugen, sind Ausgleichssport oder ein intensives Gehtraining die besten Mittel. Doch zahlreiche Patienten, die unter einer Herzinsuffizienz leiden, können sich nur eingeschränkt sportlich betätigen.

Die Herzhose kann den Umbauprozess im Herzen begünstigen, denn sie schafft ähnliche Bedingungen wie beim Sport, allerdings belastet diese Therapie Betroffene nicht. Die Behandlung mit der personalisierten Herzhose ist ein passives Training für die Blutbahnen.

In der Regel braucht das Herz drei bis sieben Wochen, was etwa 35 Trainingsstunden entspricht, um eine natürliche Umgehung verengter Gefäße auszubilden. Wie viel Zeit das Herz genau benötigt, ist im Wesentlichen abhängig von der Blutflussgeschwindigkeit des Einzelnen. Mittels eines Gefäßtachometers kann der Mediziner einen individuellen Therapieplan entwickeln.

Wie funktioniert eine Herzhose-Behandlung?

Bei einer Behandlung mit der Herzhose werden dem Patienten Manschetten im Beckenbereich sowie an Ober- und Unterschenkel umgelegt. Diese Manschetten füllen sich zwischen jedem Herzschlag mit Luft.

So entsteht ein Druck, der auf die Gefäße in den Beinen ausgeübt wird, wodurch das Blut von den Beinen bis zum Herzen geleitet wird. Das bewirkt, dass sich der Blutfluss in den Herzgefäßen erhöht.

Dem Herzen werden auf diese Weise Signale übermittelt, damit es größere und neue Gefäße bildet. Da sich während der Therapie mit der Herzhose der Pulsschlag nicht beschleunigt, ist das Herz keiner Belastung ausgesetzt, wird aber dennoch trainiert.

Eine Therapiesitzung dauert ca. 60 Minuten, wobei jeden Tag eine Sitzung erforderlich ist. Bei einer Vielzahl von Patienten verringern sich Symptome wie Atemnot oder Enge in der Brust bei körperlicher Aktivität nach der Therapie erheblich. Im Idealfall können Betroffene wieder vermehrt sportlichen Aktivitäten nachgehen, so zum Therapieerfolg beitragen und ihre Herzgesundheit unterstützen.

Schaufensterkrankheit, Arteriosklerose und Co: Bestrahlung hält dauerhaft Beingefäße offen

Grafik Arterie mit Blutplättchen und Verengung: Arteriosklerose
Cholesterol plaque in artery © hywards - www.fotolia.de

Mit zunehmendem Alter unterliegt der Mensch dem Risiko, eine Arteriosklerose zu bekommen. Hierbei verengen sich die Blutgefäße und unterbinden je nach Ausprägung den freien Fluss des Blutes.

Medizinisch kann mit einem Ballonkatheter das verengte Blutgefäß geweitet und somit auch die Beschwerden gelindert werden. Leider steckt hier ein Nachteil in dieser Behandlungsmethode versteckt, denn bei rund 50-70% der Patienten verschließt sich das durch Dilation geweitete Blutgefäß wieder.

Abhilfe bei dieser Problematik kann eine andere Behandlungsmethode schaffen: Die Bestrahlung. Zunächst wird das erkrankte Blutgefäß ebenfalls geweitet, um im Anschluss mit einer radioaktiven Substanz bestrahlt zu werden. Der Vorteil dieser Methode liegt darin, dass eine Entzündung in den Gefäßen gehemmt wird und somit eine rasche neuerliche Verstopfung des Blutgefäßes außen vor bleiben kann.

Abspecken schützt vor Arterienverkalkung

Abnehmen - Füße auf der Waage, umgeben von Obst und Gemüse
Diet © doug Olson - www.fotolia.de

Wer abnimmt, fördert dadurch nicht nur seine optische Erscheinung. Der gesamte Körper profitiert davon, wenn weniger Kilos auf den Hüften sind. Mit den Pfunden schwinden nämlich auch gefährliche Ablagerungen (Plaques) an den Innenwänden der Adern (Arteriosklerose). Eine israelische Studie untersuchte zwei Jahre lang 140 übergewichtige Menschen. Bei Studienbeginn waren die meisten Teilnehmer um die 50 Jahre alt und hatten im Schnitt einen BMI von 30,4. Mit einem BMI über 30 ist man krankhaft fettleibig und leidet unter einer Adipositas ersten Grades.

Nach dem Zufallsprinzip wurde den Probanden eines von drei verschiedenen Diätprogrammen zugelost. Bei allen, die erfolgreich abgenommen hatten, zeigte sich, dass die Gewichtsreduktion auch die Plaques an den Innenwänden der Halsschlagadern messbar verringerte. Dadurch sank das Risiko, einen Schlaganfall zu erleiden, deutlich. Ab einer Abnahme von etwa 6kg, verbesserten sich außerdem der Blutdruck und die Cholesterinwerte. Unabhängig von der Diät-Methode hatteb alle erfolgreichen Probanden ähnlich gute Gesundheitsergebnisse.

Französische Forscherin kreiert optimalen Obstsaftmix zur Gefäßerweiterung

Richtige Mischung von Obstsäften kann zur Behandlung von Gefäßverengung helfen

Ansicht von oben: drei Gläser mit Saft: Karotte, Johannisbeere, Orange
Fitmacher © Carmen Steiner - www.fotolia.de

Valérie Schini-Kerth ist eine französische Forscherin, die an der Universität Straßburg arbeitet. Sie hat in der aktuellen Ausgabe des Fachmagazins "Food & Function" den optimalen Obstsaftmix vorgestellt. Der Mix wirkt sich besonders effektiv auf die Gefäßerweiterung aus.

Zusammensetzung

Getestet hat Schini-Kerth die Wirkung an Stücken von künstlich verengten Schweineherzarterien. Außerdem ließ sie den Geschmack des Obstsaftmixes von 80 Testpersonen auf seine Qualität prüfen. Herausgekommen ist ein Mix aus 63 Prozent Traubensaft, dazu Apfel-, Erdbeer-, und Heidelbeerpüree und kleinere Mengen von Aronia (Apfelbeere) und Acerola-Kirsche. Dieser Saftmix schmeckt und ist sehr gesund.

Inhaltsstoffe

Die Französin hat herausgefunden, dass es nicht auf die Menge der Polyphenole, die in einer Frucht sind, ankommt, sondern auf die qualitative Zusammensetzung. So habe etwa Brombeersaft extrem viele Polyphenole, aber so gut wie keine Wirkung bei der Erweiterung der Blutgefäße.

Wirkung auf den Körper

Der wirksame Obstsaftmix dagegen stimuliert die Endothelzellen zur Freisetzung des Botenstoffs Stickstoffmonoxid (NO) und der erweitert dann die Blutgefäße. Eine ähnliche Wirkung wie dieser Obstsaftmix haben Rotwein und Schwarzer Tee.

Thrombose

Eine weitere Gefäßerkrankung ist die Thrombose. Dabei kommt es zur Bildung eines Blutgerinnsels (Thrombus) in einem Blutgefäß. Grundsätzlich können Thrombosen in allen Gefäßen auftreten, in den meisten Fällen sind aber nur die Venen der Beine und des Beckens davon betroffen.

Mögliche Ursachen einer Thrombose sind u.a.:

Aneurysmen

Bei einem Aneurysma handelt es sich um eine Ausbauchung in der Wand des Blutgefäßes. Mit der Zeit bekommt die Gefäßwand Risse, sodass sie irgendwann platzen kann. Kommt es zu solch einer Ruptur, entsteht ein lebensbedrohlicher Blutverlust, der eine Operation umgehend erforderlich macht.

Vaskulitis

Blutgefäße können sich auch entzünden, was zum Beispiel bei rheumatischen Erkrankungen der Fall ist. Solche Entzündungen fasst man unter dem Begriff Vaskulitis zusammen.

Kommt es zu Gefäßentzündungen, besteht auch immer das Risiko für Infarkte, Verschlüsse sowie Embolien. Dies liegt daran, dass die Entzündungen die Gefäßwände schädigen und es dort zu Verwirbelungen kommt, aus denen sich Blutgerinnsel bilden können.

Krampfadern

Bei Krampfadern (oder auch Varizen) handelt es sich um Aussackungen der Venen. Die Wände der Blutgefäße können bei einem erhöhten Druck keinen Widerstand mehr leisten, sodass sie sich stark ausdehnen.

Durch Ablagerungen werden die Venenklappen in ihrer Funktion beeinträchtigt; es kommt zu Blutstauungen und einer weiteren Dehnung, um den Überdruck abzubauen. Auf diese Weise kommt es zur Bildung von kleineren Adern unter der Haut. Entzünden sich die Krampfadern, spricht man von einer Thrombophlebitis.

Vaskulitis kann jedes Organ beschädigen

Angiografie - Ärztehand zeigt mit Kuli auf Röntgenbild von Arterie
Angiographie © Bert Burchett - www.fotolia.de

In Deutschland hören circa 4.000 Menschen jedes Jahr die Diagnose „Vaskulitis“. Das bedeutet, sie leiden an einer Erkrankung der Gefäße, bei der es zu schweren Entzündungen von Venen und Arterien kommen kann. Dies kann zu ernsten Komplikationen führen. Recht typisch sind Hauteinblutungen, die auch beim Ausüben von Druck auf die entsprechende Stelle nicht weggehen.

Doch auch innere Organe können durch diese Entzündungen in Mitleidenschaft gezogen werden und dann wird es richtig gefährlich. Immerhin bis zu 60 Prozent der Betroffenen entwickeln Schäden an der Niere. Doch auch andere Symptome, wie Erbrechen und Bauchkrämpfe können auf die entzündeten Blutgefäße zurückgehen. Treten bei einem Menschen mit Vaskulitis schwere Bauchkrämpfe auf, sollte in jedem Fall sofort eine Sonografie gemacht werden.

In dieser Ultraschalluntersuchung lässt sich erkennen, ob durch die erkrankten Gefäße eventuell eine innere Blutung aufgetreten ist. Dann muss sofort gehandelt werden. Leider existieren in der Forschung noch nicht genügend Daten, um wirklich verbindliche Aussagen über das Risiko eines Menschen treffen zu können.

Fakt ist, dass eine Vaskulitis jedes Organ befallen kann, daher muss der behandelnde Arzt sich immer nach den individuellen Beschwerden richten. Eine Therapie erfolgt in erster Linie in Form einer Symptombekämpfung.

Ischämie hat viele Ursachen - Durchblutungsstörung muss nicht zwangsläufig auf Stenosen zurückgehen

3-D-Grafik des Herz-Kreislaufsystems einer Frau mit Venen und Arterien
Frau mit Herz-Kreislauf © psdesign1 - www.fotolia.de

Der Arzt spricht von einer Ischämie, wenn ein Organ für einen gewissen Zeitraum nicht genügend Blut bekommen hat. Ohne die nötige Blutzufuhr kann der Patient je nach betroffenem Organ sehr schnell in Lebensgefahr kommen. Durch den entstandenen Sauerstoffmangel im Gewebe kann das jeweilige Organ seine Funktion teilweise verlieren oder im schlimmsten Fall sogar absterben. So kann es zum Verlust von Gliedmaßen kommen, zum Versagen von Leber oder Niere, zu Herz- oder Hirnschäden und vielem mehr.

Die meisten Menschen glauben, dass eine Verengung der Blutgefäße zu diesem Problem führt. Dies Verengung von Gefäßen nennt man eine Stenose. Auch die meisten Mediziner glauben, dass vor allen Dingen Stenosen eine solche Durchblutungsstörung auslösen. Doch eine neue Studie konnte nun zeigen, dass es noch weitere Ursachen für eine Ischämie gibt. Untersucht wurden 2.500 Menschen, die mit einem Engegefühl in der Brust zu kämpfen hatten. Offenbar lag hier also eine Ischämie vor und das Herz konnte nicht genügend Blut bearbeiten. 45 Prozent der Patienten klagten über ständige Atemnot, 30 Prozent waren in ihrem Alltag extrem eingeschränkt.

Man führte bei jedem eine Untersuchung mittels Herzkatheter durch und versuchte so, die Stenosen zu finden. Doch tatsächlich fand man nur bei 38 Prozent der Probanden eine Verengung der Gefäße. Bei 62 Prozent musste eine andere Ursache die Ischämie ausgelöst haben. Weitere Analysen zeigten, dass Spasmen in der Herzwand oder mikrovaskuläre Störungen, also Störungen in den kleinsten Gefäßen, zu den Symptomen geführt hatten.

Schadet Ozon dem Herzen?

Anatomie - Grafik des menschlichen Herzens mit umliegenden Blutgefäßen
menschliches herz © Sebastian Kaulitzki - www.fotolia.de

„Ozon“ und „Ozonloch“ sind immer wieder Begriffe, die durch die Medien gehen. Ozon umgibt unseren Planeten wie eine schützende Hülle und bewahrt Menschen und Tiere vor zu starker Strahlung. Allerdings handelt es sich dabei auch um ein Mittel, das den Körper beschädigen kann, wenn der Kontakt zu intensiv ist. Dann kommt es schnell zu einer Reizung von Atemwegen und Lunge. Diese beiden Seiten sind der Medizin schon länger bekannt, doch nun kommt eventuell noch eine weitere Schattenseite hinzu. Forscher aus den USA haben die Theorie aufgestellt, dass Ozon sich ebenfalls negativ auf die Herzgesundheit auswirken kann.

Dabei führten sie eine kleine Studie mit 23 Probanden durch. Alle wurden in einem ersten Durchlauf gebeten, sich über zwei Stunden hinweg mit kleinen Pausen aktiv zu bewegen. Dabei atmeten sie reine Luft ein. In einem zweiten Durchgang gab man ihnen für zwei Stunden Luft zu atmen, die leicht mit Ozon angereichert war. Das Ergebnis der zwei anschließenden Untersuchungen stimmte die Forscher nachdenklich. Die Funktion des Herzens hatte sich nach dem Luft-Ozon-Gemisch verschlechtert. Die Herzfrequenz schien sich schlechter selbst zu regulieren und auch Blutparameter aus genommenen Proben waren nicht mehr in der Norm.

Weitere Untersuchungen sind nun geplant, um die Auswirkungen von Ozon auf das Herz genauer ermitteln zu können.

Störungen der Durchblutung im Gehirn durch Autoantikörper

Grafik eines Röntgenbilds des menschlichen Schädels mit hervorgehobenem Gehirn auf schwarzem Hintergrund
Skeleton X-Ray - Brain 1 © Jeffrey Collingwood - www.fotolia.de

Forscher an der Berliner Charité haben in einer Studie festgestellt, dass Blutgefäße im Gehirn durch Autoantikörper geschädigt werden. Dies geschieht durch eine Verdickung der Gefäßwände durch eine Erhöhung der Konzentration von Calciumionen.

Bei ihrer klinischen Studie, an der aber nur wenige Patienten, die an Alzheimer oder an Durchblutungsstörungen im Gehirn leiden, teilnahmen, haben die Forscher mittels einer Blutwäsche diese Autoantikörper entfernt. Danach stellte man fest, dass sich danach die Gedächtnisleistungen merkbar verbesserten und die betroffenen Patienten ihren Alltag besser in Griff bekamen.

Jetzt soll eine größere Studie folgen.

Gefäßerweiterungen im Gehirn können auch bei älteren Patienten behandelt werden

Lehrmodell menschliches Gehirn auf weißem Hintergrund
Menschliches Lehrmodell eines Gehirns © Teamarbeit - www.fotolia.de

Eine der gefährlichsten Gefäßerkrankungen sind erweiterte Arterien, was man auch medizinisch als Aneurysmen bezeichnet. Diese Gefäßerweiterungen können auch im Gehirn auftreten, so dass das Risiko einer Gehirnblutung besteht.

Bislang war eine Behandlung solcher Gefäßerweiterungen, besonders bei älteren Patienten, mit einem Risiko verbunden, doch mit Hilfe des minimal-invasiven Verfahren hat sich dieses geändert. So lassen sich nicht nur im Notfall, sondern auch schon früher diese Gefäßerweiterungen behandeln. Dabei wird mit Hilfe eines Katheters, der über die Leiste eingeführt wird, winzige Platinspiralen, die sogenannten Coils, in die betroffenen Gefäßen zur Stabilisierung eingesetzt.

Da durch diese Methode die Belastung des Patienten sehr gering ist, so können auch ältere Patienten über 80 Jahre behandelt werden. Die eigentliche Ursache für diese Gefäßerweiterungen ist nicht geklärt, doch vermutet man, dass auch Bluthochdruck eine Ursache dafür ist.

Eine verstärkte Mittelarterie im Unterarm kann die Ursache für ein Karpaltunnelsyndrom sein

Hand auf schmerzendem Handgelenk, die Handgelenkknochen scheinen durch (Fotomontage)
wrist bones injury © horillaz - www.fotolia.de

Es gibt im menschlichen Körper verschiedene Blutgefäße, die für die Versorgung der Organe und auch der Extremitäten zuständig sind. So gibt es auch die Arteria mediana, die sich in den vorderen Extremitäten befindet und vor allem bei den Tieren wie beispielsweise Hunden oder anderen Vierbeinern besonders stark ausgeprägt ist. Da aber der Mensch sich aufrecht bewegt, ist diese Arterie normalerweise in den Unterarmen weniger stark vorhanden, so dass die Blutversorgung der Hand besonders im Erwachsenenalter durch andere Arterien mit übernommen wird, so zum Beispiel durch die Arteria radialis.

Anfang des 20. Jahrhunderts hatte nur etwa 10 Prozent der Bevölkerung im Erwachsenenalter auch verstärkt diese Mittelarterie, doch mittlerweile liegt der Prozentsatz bei 20 bis 30 Prozent, was eventuell an der verstärkten Computer-Tätigkeit liegen könnte, wegen der verstärkten Fingertätigkeit an der Tastatur, denn die Finger müssen immer mehr mit Blut versorgt werden. Aber eine verstärkte Mittelarterie kann sich auch nachteilig auswirken, denn sie ist eine Ursache für die Entstehung des sogenannten Karpaltunnelsyndroms (KTS), das sehr schmerzhaft ist.

Vom Unterarm bis in die Handflächen erstreckt sich eine Röhre, in dem sich verschiedene Sehnen und ein Nerv befinden. Wenn zusätzlich aber noch eine verstärkte Arterie dazukommt, so kann es dann natürlich eng werden und die Probleme treten auf, das heißt die Betroffenen können ihren Daumen nicht mehr richtig bewegen. In diesen Fällen hilft dann nur eine Operation.

Blutgefäße im Gehirn schützen sich selbst

Grafische Darstellung Blutkreislauf im Gehirn
blutkreislauf des gehirns © Sebastian Kaulitzki - www.fotolia.de

Die winzigen Blutgefäße im Gehirn schützen sich selbst vor einer Verstopfung, indem sie die Ablagerungen herauspressen. So wird ein Ausbleiben oder Verringern der Nährstoffzufuhr verhindert und das Gehirn kann wunderbar arbeiten.

Amerikanische Forscher haben beobachtet, dass die Ablagerungen durch eine Membran der Blutkapillare umwickelt und durch den Druck anschließend aus der Kapillarwand gedrückt werden. Normalerweise werden winzige Verstopfungen durch den Blutfluss einfach mit weggespült, doch gerade Cholesterin- und Kalziumablagerungen sind sehr hartnäckig.

Damit die Zufuhr von Sauerstoff, Wasser, Kohlenstoff und weiteren wichtigen Nährstoffen im Gehirn nicht verhindert wird, helfen sich die Blutgefäße also ganz allein. Im Alter wird dieser Vorgang allerdings verlangsamt, so dass eine Unterversorgung und somit die Einschränkung kognitiver Prozesse die Folge sind.

Hirntumore versorgen sich mit eigenen Blutgefäßen - Medikamente sind machtlos

Grafik männlicher Kopf mit Gehirntumor
Gehirntumor © Sebastian Kaulitzki - www.fotolia.de

Hirntumoren sind gerissener als ihre Kollegen in anderen Organen. Sie sind in der Lage, eigene Blutgefäße auszubilden und damit zum Selbstversorger zu werden. Diese Erkenntnis erlangten Forscher aus den USA, als sie die spezielle Tumorart genauer untersuchten.

In ihren Studien fielen ihnen Blutgefäße auf, die direkt aus dem Krebs wuchsen. Die Wissenschaftler infizierten Mäuse mit menschlichen Tumorzellen. Nach einiger Zeit untersuchten sie die Tiere und konnten feststellen, dass sich im Kopf der Nager neue Blutgefäße gebildet hatten, die eindeutig aus menschlichem Gewebe gewachsen waren. Der Tumor hatte sich unabhängig vom Blutsystem der Tiere eigene Gefäße gebaut.

Die bösartigen Zellen können sich so äußerst effektiv gegen verschiedene Formen vom Medikamenten wehren. Einige Wirkstoffe zielen nämlich darauf ab, dass die Krebszellen von den umliegenden Gefäßen isoliert werden, kein Blut mehr bekommen und so absterben. Doch durch die Selbstversorgung zeigen sich Hirntumoren unbeeindruckt von dieser Maßnahme. Diese neue Entdeckung könnte die Krebstherapie entscheidend verbessern.

Atemgas Nitrox in Taucherflaschen kann die Elastizität der Blutgefäße verringern

Das professionelle Tauchen mit Sauerstoffflaschen, in denen das Atemgas Nitrox enthalten ist, führt zu einer geringeren Elastizität der Blutgefäße, wie belgische Forscher in einer Studie herausfanden über die die "Apotheken Umschau" berichtet.

Die Wissenschaftler untersuchten die Gefäßwände von professionellen Tauchern und stellten fest, dass sich diese nach einem Tauchgang verhärtet hatten. Ob dies zu Langzeitschäden führen kann, ist bislnag allerdings noch nicht geklärt.

Grundinformationen zu Blutgefäßen

  • Blutgefäße - Transportieren das Blut, um die Blutzirkulation des Organismus aufrecht zu erhalten

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Paradisi-Redaktion - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

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