15. Dezember 2007
Von Annette Folge
Wie Städtetouren insgesamt in den letzten Jahren an Attraktivität gewonnen haben, so ist auch New York als Fernziel immer gefragter. Dies liegt ganz erheblich daran, dass die Kosten für USA-Flüge im Zuge des Ausbaus der Billigfluglinien immer niedriger werden. Die Dauer der Aufenthalte ist dabei immer kürzer. Meistens handelt es sich um Wochenendtrips, vor allem Shoppingtouren.

Bei einer Flugzeit von 9 Stunden nach New York und der damit verbundenen Zeitverschiebung dürfte ein Aufenthalt von unter einer Woche außer Strapazen wohl kaum etwas bringen, wobei dieser Zeitraum auch nur Einblicke in diese bewegte und unüberschaubare Stadt verschaffen kann.
Letztendlich macht es wenig Sinn New York entlang der bekannten Sehenswürdigkeiten zu erkunden. Auf diese Weise kann die Atmosphäre der Stadt überhaupt nicht eingefangen werden, weil diese durch eine absolute Dynamik auf allen Ebenen geprägt ist. Gerade für Europäer ist dies völlig ungewöhnlich, sodass man sich lieber nach festen Besichtigungsprogrammen umsieht als nach Ausflügen ins Ungewisse.
Möchte man jedoch tiefer in das Geschehen der Stadt eintauchen so gibt es zum einen die Möglichkeit Spaziergänge in eine der vielen Stadtteile zu unternehmen oder sich auf die zahlreichen kulturellen Angebote zu konzentrieren. In jeder Hinsicht wird dabei eine fast unüberschaubare Vielfalt geboten. Jede Einheit für sich hat seine eigene Identität unterschieden nach Entstehung und Einwanderungswelle. Diese Strukturen sind historisch gewachsen und haben nicht nur baulich ihren Niederschlag. Auch hinsichtlich der Einwohnerschaft trägt jedes Stadtviertel sein eigenes Profil und offenbart die sozialen Unterschiede innerhalb der Stadt.
Jedem New York Besucher werden die wahrnehmbaren Gegensätzlichkeiten dieser Stadt auffallen, d.h. alt neben neu, grün neben Beton und Glas und besonders arm neben reich. Bei diesen Verhältnissen verändert New York am wenigsten sein Gesicht.
Anders verhält es sich mit der kolossalen Betriebsamkeit in Manhattan mit seiner Fülle von Firmensitzen der bedeutendsten Konzerne der Welt und nicht zu vergessen das Finanzzentrum Nummer eins die Wall Street mit seinen Heeren von Beschäftigten. Die Eindrücke von Luxus und Exklusivität der Gebäude, Läden und Restaurants sind überwältigend, touristisch aber kaum zu erschließen.
Demgegenüber lohnt sich New York von seiner reichen Museeumslandschaft her und seinem unübertroffenen Kultur- und Medienangebot, das permanent Prämieren aller Art bereithält. Einzigartig ist auch das intensive und nie endende Nachtleben mit seiner unüberschaubaren Zahl von Clubs und Bars aller Couleur. Hier kann man sich getrost auch ohne Reiseführer nach Lust und Laune treiben lassen.
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