24. August 2009
Von Viola Reinhardt
Die besten Zeiten sind vorbei, in dem Alter tut man das nicht mehr oder auch der Zug ist abgefahren, sind Sprüche, die sich besonders Menschen ab 40 Jahren schon anhören müssen. Doch wer schreibt vor wann man für was zu alt ist? Seinen eigenen Weg gehen und noch mal so einen richtigen Lebensschwung erfahren, geht auch dann, wenn man das Twen-Alter schon hinter sich gelassen hat.
Lust auf eine Heißluftballon-Fahrt? Den Tandem-Sprung per Fallschirm oder auch Bungee-Jumping und Hause-Running? Na, da nur zu! Sollte man für diese zum Teil extremen Sportarten nicht gerade die körperliche Konstitution haben, dann hat es weniger mit dem Alter, denn mehr mit einem maroden Herz-Kreislaufsystem zu tun. Steht hier jedoch medizinisch nichts im Wege, kann man all diese Dinge auch mit 60 oder 70 Jahren noch mit viel Spaß erleben. Sich von anderen einreden zu lassen, dass man zu alt ist, nimmt einem hier doch viel an späteren Erinnerungen, geschweige von dem Adrenalinkick, denn man dann nicht erleben wird.
Last Minute zu verreisen, ist ebenfalls keine Frage des Alters. Im Gegenteil, wenn man aus der Tretmühle des Berufslebens heraus ist und auch keine Kinder mehr zu versorgen sind, dann nichts wie ab in letzter Minute. Neben der finanziellen Ersparnis, lassen sich mit kurzfristigen Aktionen in Sachen Reisen zumeist die schönsten Erlebnisse wieder mit nach Hause nehmen.
Jahre oder gar Jahrzehnte lang hat man im Beruf des Angestellten ein riesen Paket an Wissen und Können angesammelt. Dann in der Altersteilzeit oder auch mit dem Beginn der Rente stellt man fest, dass dieses Wissen sich zu gerne seinen Weg in der Selbständigkeit bahnen möchte. Auch hier sollte man nicht aus Altersgründen auf den Wunsch verzichten. Gerade mit einer gewissen Reife und auch Weitsicht, sowie Menschenkenntnisse hat man als älteres Semester deutlich die Nase im Geschäftsleben vorne. Bei einer heutigen durchschnittlichen Lebenserwartung von rund 80 Jahren, hat man also noch rund 15 bis 20 Jahre, um sich in einem selbständigen Tun entfalten zu können.
Auch Neues zu erlernen geht in jedem Alter. Ob es sich um eine Sprache oder höhere Mathematik handelt, die Lust zum Studieren oder das Tanzen, Reiten und viele weitere Tätigkeiten, liegt in den eigenen Vorlieben begründet. Hier sollte man einzig auf seinen Körper Rücksicht nehmen und ansonsten voller Elan in das Lernen gehen. Außer viel Spaß, der Möglichkeit neue Leute kennen zu lernen und sich körperlich und geistig fit zu halten, unternimmt man mit dem Lernen im Alter auch einen hervorragenden Schritt gegen altersbedingte geistige Erkrankungen. Ein Hirn in Aktion, hat weniger Anfälligkeit gegenüber Alzheimer und Co.
Die Seele im Kosmetikstudio oder in einem Wellnesshotel baumeln zu lassen, ist ebenfalls altersunabhängig und sollte nach den eigenen Möglichkeiten immer dann genutzt werden, wenn es einem danach ist. Massagen, Bäder, Sauna und viele weitere Anwendungen und Angebote rund um das Wohlfühlen verhelfen zu einer gesunden Entspannung, die sich auf viele Lebensbereiche positiv auswirken wird.
Ein lustiger Abend mit Freundin erwünscht, aber mit 60 Jahren geht man in keine Disco mehr? Wer sich hier zurück nimmt, wird nicht nur deprimiert sein, sondern sich auch gleich noch als altes Eisen fühlen. Packt einen die Lust zum Tanzen und Trubel, dann nichts wie mit den Freundinnen verabredet und einen "Mädelsabend" genießen. Erlaubt ist, was einem gefällt und vor allem auch persönlich gut tut und neuen Schwung in den Alltag bringt. Dass man mit solch einer gesteigerten Lebensqualität dann gar keine Zeit zum wirklichen Altwerden und auch Krankwerden hat, versteht sich dann fast von selbst, denn der nächste Termin wartet schon.
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