Homöopathie - Prinzip, Anwendungsgebiete und Verfahren

Homöopathische Medizin auf grünen Blättern und in Flaschen

Die Homöopathie als alternative Behandlungsmethode: anwendbar bei Mensch und Tier

Als Homöopathie bezeichnet man eine ganzheitliche, alternative Behandlungsmethode. Dabei soll Ähnliches mit Ähnlichem geheilt werden.

Ziel und Zweck

Ziel und Zweck der Homöopathie ist eine ganzheitliche Behandlung von Beschwerden und Krankheiten auf der Basis der Ähnlichkeitsregel. Dabei wird davon ausgegangen, dass eine Arznei für die Behandlung von Krankheiten geeignet ist, wenn sie bei gesunden Menschen die gleichen Symptome erzeugt, wie bei der Erkrankung, die behandelt werden soll.

Die Substanzen, die stark verdünnt verabreicht werden, wählt ein Homöopath individuell für den Patienten aus. Zudem erfolgt eine gründliche Befragung des Patienten über seine Anamnese (Krankengeschichte).

Die Homöopathie arbeitet nach dem Ähnlichkeitsprinzip, das bedeutet, dass die Substanz, die beim Gesunden Symptome hervorruft, diese beim Kranken heilt. Der Begründer der Homöopathie Dr. Samuel Hahnemann ging davon aus, dass mit Einzelmittel behandelt werden soll.

Danach richtet sich die klassische Homöopathie. Bei ihr werden chronische und auch akute Zustände behandelt.

Gewisse homöopathische Mittel entsprechen bestimmten Konstitutionstypen und werden dementsprechend verabreicht. Davor wird eine ausführliche Anamnese erhoben, um den Menschen in seiner Ganzheit zu erfassen.

Man kennt aber auch die Komplexmittel Homöopathie; hier werden mehrere Einzelmittel in einem Komplexmittel verabreicht. Die einzelnen Mittel wirken gegen bestimmte Symptome und benötigen keine ausführliche Ausarbeitung des Mittels.

Geschichte

Der Begriff "Homöopathie" stammt aus dem Griechischen und setzt sich aus den Worten "gleichartig" (homoios) und "Leiden" (pathos) zusammen. Wichtigstes Prinzip der Homöopathie ist die Ähnlichkeitsregel, die schon im antiken Griechenland bekannt war.

Auch im Mittelalter versuchte man Krankheiten durch das Ähnlichkeitsprinzip zu bekämpfen. Ende des 18. Jahrhunderts begründete der deutsche Arzt Samuel Hahnemann (1755-1843) schließlich die Homöopathie, bei der neben pflanzlichen Wirkstoffen auch mineralische und tierische Substanzen zum Einsatz kommen. Dabei werden die verabreichten Substanzen so stark verdünnt, dass von der Ursubstanz nicht mehr viel nachgewiesen werden kann.

Samuel Hahnemann entdeckte bei Selbstversuchen mit einem Wirkstoff, der seinerzeit gegen Malaria angewandt wurde, dass er bei Einnahme des Wirkstoffes malariaähnliche Symptome entwickelte, obwohl er selbst gesund war.

So nahm Hahnemann an, dass Ähnliches mit Ähnlichem geheilt werden konnte. In der Homöopathie wird also beispielsweise Bienengift gegen Symptome, die einem Bienenstich ähneln, wie Schwellungen und Rötungen verwendet.

Verdünnung

Um auch hochgiftige Substanzen prüfen zu können oder die Nebenwirkungen zu verringern, wurden die Mittel verdünnt. Hahnemann entwickelte eine ganz spezielle Art der Verdünnung, das Potenzieren.

Dabei wurde die Substanz bei jedem Verdünnungsschritt "verschüttelt". Mit zunehmender Potenzierung wirkten die Mittel

  • sicherer
  • sanfter
  • anhaltender
  • wirksamer und
  • tiefgreifender,

auch wenn in den hohen Potenzen kein Molekül der Ausgangssubstanz mehr nachzuweisen war. Die homöopathischen Mittel wirken, obwohl es für die westliche Wissenschaft nicht nachvollziehbar ist.

Hahnemann veröffentlichte seine Erkenntnisse in dem Buch "Organon". Er erntete aber von seinen meisten Kollegen nur Hohn und Spott. Ein Konflikt zwischen Schulmedizin und der Homöopathie hat sich bis heute fortgesetzt. Dabei könnten sich beide Systeme auch gut ergänzen.

Im Gegensatz zur allopathischen Medizin will die Homöopathie keine Symptome unterdrücken. Vielmehr erkennt sie diese als Ausdruck des sichtbaren Kampfes des Körpers die Krankheit zu überwinden. Mit homöopathischen Mitteln sollen die Selbstheilungskräfte angeregt und gestärkt werden.

Prinzip der Homöopathie

Ziel ist dabei, die Selbstheilungskräfte des Körpers durch einen Reiz zu aktivieren und auf diese Weise eine Heilung einzuleiten. Eine wichtige Rolle spielt in der Homöopathie auch die Individualität des Patienten, also seine:

Besonders bei chronischen Erkrankungen, wie z.B. Asthma, sind die Eigenschaften des Patienten von Bedeutung, um eine Heilung zu erzielen.

Arzneimittelbild

Damit das geeignete homöopathische Arzneimittel gefunden werden kann, erhalten gesunde Testpersonen einzelne Substanzen verabreicht. Die physischen und psychischen Auswirkungen der Stoffe werden dabei genauestens definiert, um ein detailliertes Arzneimittelbild zu erstellen. Dabei werden auch Umstände wie die Ernährung, die Jahreszeit, das Wetter und die Alltagssituation der Testpersonen berücksichtigt.

Homöopathische Mittel

Zu den verwendeten Substanzen gehören unter anderem:

  • Heilpflanzen
  • Gräser
  • Kräuter
  • Giftpflanzen
  • Gewürze
  • Wurzeln
  • Früchte
  • Blüten
  • Blätter
  • Rinde
  • Rauschpflanzen wie Coca
  • Krankheitserreger und deren Stoffwechselprodukte
  • Extrakte aus Körperflüssigkeiten
  • Kochsalz
  • metallisches Zink
  • Calciumsulfat
  • Calciumcarbonat
  • Kieselsäure
  • Nitroglycerin

Aufgearbeitet werden diese Substanzen mit Milchzucker sowie einem speziellen Gemisch aus Wasser und Alkohol. Durch die Verdünnung sollen die besonderen Kräfte der Arznei aufgeschlüsselt werden.

Verschiedene Substanzen und Potenzen

Homöopathische Mittel werden nicht nur aus pflanzlichen, mineralischen und tierischen Substanzen hergestellt, in manchen Fällen auch aus Krankheitserregern; das sind dann die so genannten Nosoden. In der Homöopathie kennt man

  • die Ursubtanz
  • die Urtinktur und
  • die so genannten Globuli.

Das sind kleine Milchzuckerperlen, die mit einer flüssigen Verdünnung benetzt wurden. Weiterhin gibt es bei den homöopathischen Mitteln verschiedenen Potenzen. Diese bezeichnen die Größe des Verdünnungsschrittes.

  • D-Potenzen (lateinisch decem = zehn) beschreiben eine Verdünnung im Verhältnis 1 zu 10.
  • C-Potenzen (lateinsich centum= hundert) stehen für eine Verdünnung 1 zu 100 und
  • LM- oder Q-Potenzen bezeichnen die lateinische Schreibweise für 50.000 oder Q (quintesimal) und stehen für einen Verdünnungsschritt im Verhältnis 1 zu 50.000.

Die Potenzen unterscheidet man noch einmal in hohe und tiefe Potenzen, etwa

  • D12
  • C 30 oder
  • LM 18.

Genau wie herkömmliche Medikamente unterliegen auch homöopathische Medikamente dem Arzneimittelgesetz. Die Wirkung homöopathischer Präparate konnte bislang wissenschaftlich nicht erwiesen werden.

Anwendungsgebiete

Zur Anwendung kommt die Homöopathie meist bei chronischen Krankheiten wie:

Aber auch grippale Infekte oder Kinderkrankheiten werden häufig auf diese Weise behandelt. Informationen über weitere Anwendungsgebiete erhalten Sie in den Abschnitten über die unterschiedlichen Verfahren der Homöopathie.

Besonders gerne werden hömopathische Mittel bei kindlichen Beschwerden eingesetzt, beispielsweise in der Erkältungszeit...

Wie Kinder mit homöopathischen Mitteln gesund durch den Winter kommen

Um den kratzenden Hals und die laufende Nase zu heilen, gibt es diverse Medikamente. Viel weniger Nebenwirkungen haben allerdings pflanzliche und mineralische Mittel aus der Homöopathie. Sie wirken schonend und effektiv bei vielen Krankheitssymptomen, von denen Kinder häufig betroffen sind, indem sie die Selbstheilungskräfte des Körpers fördern.

  • Bei den ersten Anzeichen einer Erkältung ist Eisenphosphat (Ferrum phosphoricum) das Mittel der Wahl. Das Mineral hilft bei Entzündungen, Schnupfen und Fieber.
  • Die Kamille und ihr homöopathisches Äquivalent - Chamomilla - lindern akute und entzündliche Schmerzen, zum Beispiel bei Magenschmerzen oder Mittelohrentzündungen.
  • Wenn ein Kind über einen kratzigen Hals und Heiserkeit klagt, sich kalt und schlapp fühlt, eignet sich Phosphor sehr gut als Helfer gegen Halsweh.
  • Wasserhanf (Eupatorium perfoliatum) heilt und beruhigt bei starken Gliederschmerzen und dem allgemeinem Krankheitsgefühl, das mit vielen Infekten einher geht.
  • Bei kleinen Verletzungen und Schürfwunden hilft Arnika bei der Wundheilung und stoppt die Blutung.

Doch nicht nur bei Krankheiten lässt sich die Homöopathie einsetzen...

Abnehmen mithilfe der Homöopathie

Die Homöopathie ist eine altbewährte Heilmethode und erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Das kommt vor allen Dingen daher, dass sie ganzheitlich arbeitet und sowohl Körper, Seele und auch den Geist heilt.

Dabei ist es noch eine sanfte Heilweise, bei der nicht mit Nebenwirkungen gerechnet werden muss. Man kennt lediglich eine so genannte Erstverschlimmerung, bei der Symptome deutlicher zutage treten, um dann geheilt zu werden.

Ein einziges homöopathisches Mittel hat ein sehr breites Wirkungsspektrum und hilft bei unterschiedlichen Symptomen. Bestimmte Mittel können deshalb das Abnehmen sehr wirkungsvoll unterstützen.

Fucus vesiculosus

Besonders bekannt ist das Mittel Fucus vesiculosus; es wird bei Fettleibigkeit angewendet und hilft bei Stoffwechselerkrankungen.

Damit ist sein Anwendungsgebiet aber noch lange nicht erschöpft. In der so genannten Materia Medica findet man die Einzelmittel in ihrem Wirkungskreis beschrieben und ein Mittel ist meist mit mehreren Seiten aufgelistet. Dabei werden körperliche, aber auch zum Beispiel Gemütssymptome beschrieben.

Ein Mittel sollte möglichst auch zu der betreffenden Person passen und nicht nur einige Symptome abdecken. Eigentlich gehört eine richtige homöopathische Behandlung in die Hand eines erfahrenen Homöopathen.

Capsicum

Ein weiteres Mittel welches beim Abnehmen helfen kann ist Capsicum; es regt den Fettstoffwechsel an und hilft auch bei Verdauungsstörungen. Wenn man körperliche und auch seelische Probleme wegen des Übergewichts hat, dann ist Graphites das Mittel der Wahl.

Sulfur

Sulfur hingegen ist bekannt dafür, dass es den Appetit zügelt, besonders wenn ein Verlangen auf stark gewürzte, pikante und sehr fette Speisen besteht sowie Heißhunger auf Süßigkeiten.

Man findet diese Mittel auch kombiniert als Komplexmittel und sie sollen beim Abnehmen gute Dienste leisten. Es ist natürlich sinnvoll, wenn man ergänzend die Ernährung umstellt und sich außerdem sportlich betätigt. Ansonsten kann bei der Konsultation eines Homöopathen das richtige Einzelmittel ausgearbeitet werden, um auf vielen Ebenen in den Organismus einzugreifen und so den Prozess des Abnehmens zu erleichtern.

Und auch Haustiere können von der Homöopathie profitieren...

Bei welchen Beschwerden Homöopathie bei Haustieren zum Einsatz kommen kann

Immer mehr Menschen entscheiden sich für die Homöopathie. Sie basiert auf einem ganzheitlichen Denkmodell und gehört zu der Komplementärmedizin.

Was den Mensch heilt, heilt auch das Tier. Deshalb findet man immer mehr Tierärzte und Tierheilpraktiker, die homöopathische Mittel verordnen.

Viele Menschen greifen auch zur Selbstmedikation, um ihren Tieren zu helfen, gerade bei Erste-Hilfe-Maßnahmen. Die Homöopathie heilt nach dem Prinzip "Ähnliches heilt Ähnliches"; das bedeutet, dass Kranke mit der Substanz behandelt werden, die bei dem gesunden Menschen diese Symptome hervorruft. Das Gleiche gilt auch bei Tieren.

Prellungen, Insektenstiche, Verbrennungen und Schürfwunden

So ist zum Beispiel Arnica ein gutes Notfallmittel bei Prellungen, Verstauchungen und Zerrungen. Gerade bei der Ersten Hilfe kann die Homöopathie gute Dienste leisten. So hilft Arnica auch neben Apis bei Insektenstichen; auch bei bei Verbrennungen und Verbrühungen kann Arnica neben Cantharis und Urtica gute Dienste leisten.

Weiterhin wird es neben Ledum und Euphrasia auch bei Verletzungen des äußeren Auges eingesetzt. Ledum hilft neben Arnica und Hypericum auch bei Schnitt- und Schürfwunden. Natürlich müssen die Wunden auch versorgt werden.

Reisebeschwerden und Hitzschlag

Auch Hunde können leiden, wenn sie mit dem Auto, Zug, Schiff, Flugzeug oder Transporter transportiert werden. Wie Menschen auch, können sie die Reisekrankheit bekommen und müssen erbrechen. Hier können Tabacum oder Nux Vomica helfen.

Ein Hitzschlag ist meist die Folge eines Flüssigkeitsverlusts, gerade bei sehr heißem Wetter. In solchen Situationen leiden auch die Tiere. Eine Gabe Glonoinum oder Bryonia kann erfolgreich gegen einen Hitzschlag eingesetzt werden.

Koliken, Krämpfe und Verhaltensstörungen

Viele Tierbesitzer legen sich eine kleine homöopathische Notfallapotheke zu, um im Notfall immer das richtige Mittel zur Hand zu haben. Aber nicht nur für Erste-Hilfe-Maßnahmen sind die Mittel geeignet; sie dienen auch zur Behandlung von akuten oder chronischen Erkrankungen.

Bei Koliken können

  • Colocynthis
  • Mag.phos
  • Bryonia oder
  • Chamomilla

eine Linderung bringen. Bei Krämpfen helfen Veratrum album oder Nux vomica. Auch bei Tieren kann es zu Verhaltensauffälligkeiten kommen; diese können ebenfalls erfolgreich mit homöopathischen Mitteln behandelt werden.

Verschiedene Potenzen

Die homöopathischen Mittel werden in kleinen Kügelchen, den so genannten Globuli verabreicht. Es gibt sie in verschiedenen Potenzen. Homöopathen sind unterschiedlicher Meinung, mit welchen Potenzen gearbeitet werden soll.

Viele von ihnen wählen ausschließlich D-Potenzen, die noch fast grobstofflich sind; andere bevorzugen C-Potenzen und manche die so genannten Q- oder LM-Potenzen. Diese gibt es dann noch einmal in verschiedenen Stärken. Welches Mittel verabreicht wird, hängt von dem jeweiligen Fall, aber auch von dem Homöopathen ab.

Darreichungsformen

Im Rahmen einer homöopathischen Behandlung werden verschiedene verdünnte Substanzen verabreicht. Dafür gibt es verschiedene Darreichungsformen. Dazu gehören vor allem die Globuli, das sind Zuckerkügelchen aus reiner Saccharose, die oral eingenommen werden.

Weitere Formen sind:

Jedes Medikament wird individuell für den Patienten ermittelt. Dazu werden vor der Behandlung ausführliche Gespräche geführt.

Behandlungsdauer und Nebenwirkungen

Eine homöopathische Behandlung kann viel Geduld erfordern. Oftmals setzt die Wirkung der Präparate erst nach einigen Tagen oder gar Wochen ein.

Die Homöopathie eignet sich auch für kleine Kinder, da sie kaum Risiken und Nebenwirkungen aufweist.

Neben der klassischen Homöopathie kommen weitere Formen zum Einsatz, die wir im Folgenden kurz vorstellen...

Verfahren in der Homöopathie

Mit dem Organon hat Samuel Hahnemann ein in sich abgeschlossenes Werk bzw. Verfahren vorgelegt. In der Homöopathie wurden lediglich immer wieder neue Substanzen ausgeprüft. Trotzdem gab es Ärzte oder Homöopathen, die an einer Weiterentwicklung der klassischen Homöopathie arbeiteten.

Ihre Erkenntnisse und Erfahrungen schafften Erweiterungen oder Ableger der Homöopathie oder ganz neue Verfahren. Diese werden von den klassischen Homöopathen aber nicht anerkannt. Dazu gehört beispielsweise das Arbeiten mit Komplexmitteln.

Aber auch

  • die Mikroimmuntherapie
  • die Homotoxikologie und
  • die Homöosiniatrie

gehören dazu. Lediglich die Konstitutionsbehandlung ist fester Bestandteil der klassischen Homöopathie.

Die Mikroimmuntherapie

Die Miroimmuntherapie ist ein Verfahren, um das Immunsystem zu stärken. Sie eignet sich für alle Menschen, deren Immunsystem geschwächt ist. Dabei wirkt sie sanft und nebenwirkungsarm.

Entwicklung

Die Mikroimmuntherapie kann zwar zum pharmazeutischen Bereich der Homöopathie gezählt werden; sie unterscheidet sich allerdings grundlegend im therapeutischen Ansatz von der klassischen Homöopathie. Entwickelt wurde die Mikroimmuntherapie von dem belgischen Arzt Dr. Maurice Jenaer. Er verband die Erkenntnisse der klassischen Homöopathie nach Hahnemann mit den modernen wissenschaftlichen Kenntnissen der Biologie und der Funktionsweise des Immunsystems.

Dr. Jenaer entwickelte seine Therapie ab 1967; zu dieser Zeit war er Präsident der königlich belgischen Gesellschaft für Homöopathie. Unter anderen Namen gab es allerdings schon Vorläufer in den frühen Sechzigern. Seit 1997 setzte sich die Bezeichnung "Mikroimmuntherapie (MIT)" durch und findet vorwiegend im europäischen Raum Anwendung.

Arbeitsweise und Anwendungsgebiete

Die MIT arbeitet eng mit spezialisierten Laboren zusammen, die Blut-, Speichel- und Urinuntersuchungen durchführen, um Erregernachweise zu erbringen und das Immunsystem zu beurteilen.

Die MIT arbeitet mit hochverdünnten immuneigenen Substanzen. Diese übertragen Informationen und haben somit eine modulierende, stimulierende oder hemmende Eigenschaft.

Dadurch beeinflussen sie das Immunsystem unmittelbar. Mit der Mikroimmuntherapie können all jene Menschen behandelt werden, deren Immunsystem geschwächt oder aber auch gestört ist.

Dazu gehören Beispielsweise folgende Krankheitsbilder:

Die Homotoxikologie

Die Homotoxokologie geht von Giften aus, die den Körper belasten. Sie gelten als Verursacher der meisten Krankheiten. Das Verfahren will den Körper "entgiften" und die Selbstheilungskräfte anregen.

Entwicklung

Die Homotoxikologie wurde 1955 von dem deutschen Arzt Dr. Hans-Heinrich Reckeweg begründet. Seine Theorie wollte die wissenschaftliche Medizin und die Homöopathie verbinden. Auch seine Erkenntnisse bauten auf der Homöopathie auf.

Dr. Reckeweg achtete es als notwendig, das schulmedizinische System zu erweitern, da viele Erkrankungen unheilbar waren. Er verstand Krankheit als sinnvolle Abwehr des menschlichen Organismus gegen schädliche Einflüsse von außen. Die meisten Krankheiten sah er verursacht durch

  • Krankheitserreger
  • Schadstoffe aus Umwelt und Nahrung oder auch
  • körpereigene Stoffwechselprodukte.

Diese Stoffe bezeichnete er als Homotoxine.

Wirkprinzip

Während ein gesunder Körper die Homotoxine verstoffwechseln und ausscheiden kann, ist dies nach Auffassung Dr. Reckewegs bei Krankheit nicht mehr möglich. Wenn zu viele Schadstoffe den Organismus überschwemmen, können diese nicht mehr ausgeschieden oder neutralisiert werden.

Der Körper hat keine Möglichkeit mehr, sich gegen die Homotoxine zu wehren und so entsteht Krankheit. Dr. Reckeweg teilte diesen Prozess in sechs Phasen ein.

  • In den ersten drei Phasen kommt es zu normalen Abwehrreaktionen des Körpers, allerdings ist noch Kapazität für Selbstheilungskräfte da.
  • Die zweiten drei Phasen beschreiben die Zustände, in denen die Homotoxine nicht mehr ausgeschieden werden können; es kommt zu spezifischen Krankheitssymptomen. Körperstrukturen und Körperfunktionen werden zerstört.

Dr. Reckeweg beschrieb eine Reihe von Homotoxinen, unter denen die Sutoxine eine wichtige Rolle spielen. Sie kommen ausnahmslos in Schweinefleisch vor und er ging davon aus, dass Menschen, die Schweinefleisch essen, kränker sind als Menschen die das nicht tun.

Auch bei der Homotoxikologie steht die Aktivierung der Selbstheilungskräfte im Vordergrund. Dies wollte Dr. Reckeweg mit der so genannten antihomotoxischen Therapie bewirken. Als Medikament werden Antihomotoxika in homöopathischer Dosierung verabreicht. Sie sollen die Homotoxinabwehrmechanismen im Körper aktivieren.

Bei den Antihomotoxika finden

Wirkstoffe Verwendung, aber auch Nosoden, die aus Giftstoffen, chemischen Verbindungen oder aus homöopathisch zubereiteten schulmedizinischen Medikamenten hergestellt werden. In der Regel werden Kombinationspräparate verabreicht, die ähnlich wie in der Schulmedizin, nach unterschiedlichen Anwendungsgebieten verordnet werden. Die Wirkungsweise der Homotoxikologie besteht darin, dass ein Antihomotoxikum die Abwehrkräfte des Körpers so lenkt, dass das krankheitsverursachende Homotoxin unschädlich gemacht wird.

Die Homöosiniatrie

Bei der Homöosiniatrie handelt es sich um ein Verfahren, das aus verschiedenen Heilverfahren kombiniert wurde.

Entwicklung

Bei der Homöosiniatrie werden verschieden Wirkprinzipien kombiniert:

Dabei werden homöopathische Mittel in die Akupunkturpunkte injiziert.

Herkunft und Verbreitung

Die Methode geht auf den französischen Arzt Roger de la Fuye zurück, der von 1890-1961 lebte. Roger de la Fuye wird auch immer im Zusammenhang mit der Elektroakupunktur genannt, die ebenfalls auf ihn zurückgehen soll.

Der Begriff "Homöosiniatrie" setzt sich aus folgenden Elementen zusammen:

  • "Homöo" für Homöopathie
  • "Sin" von Sinologie (Chinakunde) und
  • "Iatros", dem griechischen Wort für "Arzt".

Die Homöosiniatrie ist noch nicht so weit verbreitet, wird aber von einigen Ärzten und Heilpraktikern erfolgreich angewendet.

Schon der homöopathische Arzt August Weihe beschäftigte sich mit der Erkenntnis, dass bestimmte schmerzhafte Druckpunkte durch homöopathische Mittel günstig beeinflusst werden. De la Fuye baute auf diesen Grundlagen auf und setzte an den entsprechenden Punkten Akupunkturnadeln und verabreichte zusätzlich ein homöopathisches Mittel. Mit dieser Kombination erzielte er erstaunliche Erfolge.

Anwendungsgebiete

In der modernen Homöosiniatrie wird das Homöopathikum direkt in die Akupunkturpunkte gespritzt. So soll die Wirkung des Mittels beschleunigt werden und die der Akupunktur hält länger an. Zu den Hauptanwendungsgebieten der Homöosiniatrie zählen:

Bei geringfügigen Beschwerden zeigt die Homöosiniatrie schnell Erfolge. Es gibt aber bislang keine wissenschaftlichen Studien, welche die Wirksamkeit belegen. Bei chronischen Erkrankungen können bis zu zehn Sitzungen notwendig sein.

Homöosiniatrie wird von den gesetzlichen Krankenkassen nicht übernommen. Bei einer Sitzung muss man mit einem Betrag zwischen vierzig und achtzig Euro rechnen.

Die Konstitutionsbehandlung

Die Konstitutionsbehandlung ist fester Bestandteil der Homöopathie. Denn die Homöopathie hat sich nicht nur bei geringfügigen Beschwerden bewährt. Auch chronische und langjährige Erkrankungen können erfolgreich behandelt werden.

Wirkungsprinzip

Die so genannte Konstitutionsbehandlung gehört in die Hand eines erfahrenen Homöopathen. Hier kommen homöopathische Mittel zum Einsatz, die eine tiefgreifende Wirkung besitzen; man nennt sie Konstitutionsmittel. Mit den Konstitutionsmitteln werden chronische Krankheitsverläufe positiv beeinflusst und der Körper erfährt eine Verbesserung der Anpassungsfähigkeit an ungünstige Umweltbedingungen.

Das Konstutionsmittel muss aber auf einen exakt beschriebenen Menschentyp passen. Dazu kommen noch die so genannten Modalitäten, die übereinstimmen müssen.

Während zu manchen Menschen ein ganz bestimmtes Konstitutionsmittel ein Leben lang passt, schwanken andere in unterschiedlichen Lebensphasen und zwischen mehreren Homöopathika. Verkörpert ein Patient einen eindeutigen Typ und kennt sein homöopathisches Mittel, so ist dieses bei akuten und chronischen Zuständen am ähnlichsten und wird damit heilen.

Durchführung der Behandlung

Bei der Konstitutionsbehandlung soll der Patient von "Grund auf behandelt" werden; dazu zählen ungünstige Veranlagungen und chronische Beschwerden, sowie alle aktuellen Symptome. Der Homöopath möchte körperliche, geistige und seelische Merkmale erfassen. Dafür macht er eine Anamnese (Fallaufnahme), um dann zu repertorisieren, was bedeutet, die Symptome mit dem entsprechenden Homöopathikum zu vergleichen, bis er ein übereinstimmendes Mittel findet.

Wichtig bei einer Anamnese sind

  • die gesamte Krankheitsvorgeschichte
  • Erkrankungen in der Familie
  • Gemüts- und Wesenssymptome
  • auffällige Symptome
  • Vorlieben und Abneigungen (zum Beispiel gegen bestimmte Speisen)
  • Wetterfühligkeit
  • Gewohnheiten
  • Verdauung
  • Kinderkrankheiten

und so weiter. Der Homöopath achtet aber auch auf nonverbale Signale, wie

und vieles mehr. So kann er Rückschlüsse auf das homöopathische Mittel ziehen. Beim Repertorisieren vergleicht er die Symptome im Repertorium nach Wichtigkeit und findet so das homöopathische Mittel, welches genau dem Patienten entspricht.

Grundinformationen zu Homöopathie

  • Homöopathie - Prinzip, Anwendungsgebiete und Verfahren

War der Artikel hilfreich?

Fehler im Text gefunden?

Bitte sagen Sie uns, warum der Artikel nicht hilfreich war:

Um die Qualität unserer Texte zu verbessern, wären wir Ihnen dankbar, wenn Sie uns den/die konkreten Fehler benennen könnten:

Quellenangaben

  • Bildnachweis: Homeopathic medicine and bottles on green © egal - www.fotolia.de

Autor:

Paradisi-Redaktion - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

Weitere Artikel zum Thema