22. Oktober 2009
Als Homöopathie bezeichnet man eine ganzheitliche, alternative Behandlungsmethode. Dabei soll Ähnliches mit Ähnlichem geheilt werden.
Ziel und Zweck der Homöopathie ist eine ganzheitliche Behandlung von Beschwerden und Krankheiten auf der Basis der Ähnlichkeitsregel. Dabei wird davon ausgegangen, dass eine Arznei für die Behandlung von Krankheiten geeignet ist, wenn sie bei gesunden Menschen die gleichen Symptome erzeugt, wie bei der Erkrankung, die behandelt werden soll. Die Substanzen, die stark verdünnt verabreicht werden, wählt ein Homöopath individuell für den Patienten aus. Zudem erfolgt eine gründliche Befragung des Patienten über seine Anamnese (Krankengeschichte).
Der Begriff Homöopathie stammt aus dem Griechischen und setzt sich aus den Worten gleichartig (homoios) und Leiden (pathos) zusammen. Wichtigstes Prinzip der Homöopathie ist die Ähnlichkeitsregel, die schon im antiken Griechenland bekannt war. Auch im Mittelalter versuchte man Krankheiten durch das Ähnlichkeitsprinzip zu bekämpfen. Ende des 18. Jahrhunderts begründete der deutsche Arzt Samuel Hahnemann (1755-1843) schließlich die Homöopathie, bei der neben pflanzlichen Wirkstoffen, auch mineralische und tierische Substanzen zum Einsatz kommen. Dabei werden die verabreichten Substanzen so stark verdünnt, dass von der Ursubstanz nicht mehr viel nachgewiesen werden kann. Samuel Hahnemann entdeckte bei Selbstversuchen mit einem Wirkstoff, der seinerzeit gegen Malaria angewandt wurde, dass er bei Einnahme des Wirkstoffes malariaähnliche Symptome entwickelte, obwohl er selbst gesund war. So nahm Hahnemann an, dass Ähnliches mit Ähnlichem geheilt werden konnte. In der Homöopathie wird also beispielsweise Bienengift gegen Symptome, die einem Bienenstich ähneln, wie Schwellungen und Rötungen verwendet.
Ziel ist dabei, die Selbstheilungskräfte des Körpers durch einen Reiz zu aktivieren und auf diese Weise eine Heilung einzuleiten. Eine wichtige Rolle spielt in der Homöopathie auch die Individualität des Patienten, also seine Vorlieben, seine Abneigungen, seine Sorgen, seine Hoffnungen und seine Charaktereigenschaften. Besonders bei chronischen Erkrankungen, wie z.B. Asthma, sind die Eigenschaften des Patienten von Bedeutung, um eine Heilung zu erzielen. Damit das geeignete homöopathische Arzneimittel gefunden werden kann, erhalten gesunde Testpersonen einzelne Substanzen verabreicht. Die physischen und psychischen Auswirkungen der Stoffe werden dabei genauestens definiert, um ein detailliertes Arzneimittelbild zu erstellen. Dabei werden auch Umstände wie die Ernährung, die Jahreszeit, das Wetter und die Alltagssituation der Testpersonen berücksichtigt. Wenn sich das erstellte Arzneimittelbild mit dem Krankheitsbild des Patienten deckt, kann die Ähnlichkeitsregel zur Anwendung kommen. Die verabreichten homöopathischen Mittel werden bei der Anwendung stark verdünnt, denn nach Ansicht der Homöopathen kann der Organismus des Patienten die Informationen des eingesetzten Mittels nur durch eine niedrige Reizschwelle erlangen. Zu den verwendeten Substanzen gehören unter anderem frische Pflanzen wie Heilpflanzen, Gräser, Kräuter, Giftpflanzen, Gewürze, Wurzeln, Früchte, Blüten, Blätter, Rinde, Rauschpflanzen wie Coca, Krankheitserreger und deren Stoffwechselprodukte, Extrakte aus Körperflüssigkeiten, chemische Elemente wie Kochsalz, metallisches Zink, Calciumsulfat, Calciumcarbonat, Kieselsäure sowie synthetische Stoffe wie Nitroglycerin. Aufgearbeitet werden diese Substanzen mit Milchzucker sowie einem speziellen Gemisch aus Wasser und Alkohol. Durch die Verdünnung sollen die besonderen Kräfte der Arznei aufgeschlüsselt werden. Genau wie herkömmliche Medikamente unterliegen auch homöopathische Medikamente dem Arzneimittelgesetz.
Die Wirkung homöopathischer Präparate konnte bislang wissenschaftlich nicht erwiesen werden.
Zur Anwendung kommt die Homöopathie meist bei chronischen Krankheiten wie Neurodermitis, Rheuma oder Asthma. Aber auch grippale Infekte oder Kinderkrankheiten werden häufig auf diese Weise behandelt.
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