Homöopathie - Prinzip, Anwendungsgebiete und Verfahren

Homöopathische Medizin auf grünen Blättern und in Flaschen

Die Homöopathie als alternative Behandlungsmethode: anwendbar bei Mensch und Tier

  • ,
  • von Paradisi-Redaktion

Als Homöopathie bezeichnet man eine ganzheitliche, alternative Behandlungsmethode. Dabei soll Ähnliches mit Ähnlichem geheilt werden.

Ziel und Zweck

Ziel und Zweck der Homöopathie ist eine ganzheitliche Behandlung von Beschwerden und Krankheiten auf der Basis der Ähnlichkeitsregel. Dabei wird davon ausgegangen, dass eine Arznei für die Behandlung von Krankheiten geeignet ist, wenn sie bei gesunden Menschen die gleichen Symptome erzeugt, wie bei der Erkrankung, die behandelt werden soll.

Die Substanzen, die stark verdünnt verabreicht werden, wählt ein Homöopath individuell für den Patienten aus. Zudem erfolgt eine gründliche Befragung des Patienten über seine Anamnese (Krankengeschichte).

Die Homöopathie arbeitet nach dem Ähnlichkeitsprinzip, das bedeutet, dass die Substanz, die beim Gesunden Symptome hervorruft, diese beim Kranken heilt. Der Begründer der Homöopathie Dr. Samuel Hahnemann ging davon aus, dass mit Einzelmittel behandelt werden soll.

Danach richtet sich die klassische Homöopathie. Bei ihr werden chronische und auch akute Zustände behandelt.

Gewisse homöopathische Mittel entsprechen bestimmten Konstitutionstypen und werden dementsprechend verabreicht. Davor wird eine ausführliche Anamnese erhoben, um den Menschen in seiner Ganzheit zu erfassen.

Man kennt aber auch die Komplexmittel Homöopathie; hier werden mehrere Einzelmittel in einem Komplexmittel verabreicht. Die einzelnen Mittel wirken gegen bestimmte Symptome und benötigen keine ausführliche Ausarbeitung des Mittels.

Pflanzenheilkunde: Essenzen aus verschiedenen Heilpflanzen, davor Mörser
Pflanzenheilkunde: Essenzen aus verschiedenen Heilpflanzen, davor Mörser

Geschichte

Der Begriff "Homöopathie" stammt aus dem Griechischen und setzt sich aus den Worten "gleichartig" (homoios) und "Leiden" (pathos) zusammen. Wichtigstes Prinzip der Homöopathie ist die Ähnlichkeitsregel, die schon im antiken Griechenland bekannt war.

Auch im Mittelalter versuchte man Krankheiten durch das Ähnlichkeitsprinzip zu bekämpfen. Ende des 18. Jahrhunderts begründete der deutsche Arzt Samuel Hahnemann (1755-1843) schließlich die Homöopathie, bei der neben pflanzlichen Wirkstoffen auch mineralische und tierische Substanzen zum Einsatz kommen. Dabei werden die verabreichten Substanzen so stark verdünnt, dass von der Ursubstanz nicht mehr viel nachgewiesen werden kann.

Samuel Hahnemann entdeckte bei Selbstversuchen mit einem Wirkstoff, der seinerzeit gegen Malaria angewandt wurde, dass er bei Einnahme des Wirkstoffes malariaähnliche Symptome entwickelte, obwohl er selbst gesund war.

So nahm Hahnemann an, dass Ähnliches mit Ähnlichem geheilt werden konnte. In der Homöopathie wird also beispielsweise Bienengift gegen Symptome, die einem Bienenstich ähneln, wie Schwellungen und Rötungen verwendet.

Verdünnung

Um auch hochgiftige Substanzen prüfen zu können oder die Nebenwirkungen zu verringern, wurden die Mittel verdünnt. Hahnemann entwickelte eine ganz spezielle Art der Verdünnung, das Potenzieren.

Dabei wurde die Substanz bei jedem Verdünnungsschritt "verschüttelt". Mit zunehmender Potenzierung wirkten die Mittel

  • sicherer
  • sanfter
  • anhaltender
  • wirksamer und
  • tiefgreifender,

auch wenn in den hohen Potenzen kein Molekül der Ausgangssubstanz mehr nachzuweisen war. Die homöopathischen Mittel wirken, obwohl es für die westliche Wissenschaft nicht nachvollziehbar ist.

Hahnemann veröffentlichte seine Erkenntnisse in dem Buch "Organon". Er erntete aber von seinen meisten Kollegen nur Hohn und Spott. Ein Konflikt zwischen Schulmedizin und der Homöopathie hat sich bis heute fortgesetzt. Dabei könnten sich beide Systeme auch gut ergänzen.

Im Gegensatz zur allopathischen Medizin will die Homöopathie keine Symptome unterdrücken. Vielmehr erkennt sie diese als Ausdruck des sichtbaren Kampfes des Körpers die Krankheit zu überwinden. Mit homöopathischen Mitteln sollen die Selbstheilungskräfte angeregt und gestärkt werden.

Mehrere Fläschchen mit Naturmedizin, aus einer fällt ein Tropfen
Mehrere Fläschchen mit Naturmedizin, aus einer fällt ein Tropfen

Prinzip der Homöopathie

Ziel ist dabei, die Selbstheilungskräfte des Körpers durch einen Reiz zu aktivieren und auf diese Weise eine Heilung einzuleiten. Eine wichtige Rolle spielt in der Homöopathie auch die Individualität des Patienten, also seine:

Besonders bei chronischen Erkrankungen, wie z.B. Asthma, sind die Eigenschaften des Patienten von Bedeutung, um eine Heilung zu erzielen.

Arzneimittelbild

Damit das geeignete homöopathische Arzneimittel gefunden werden kann, erhalten gesunde Testpersonen einzelne Substanzen verabreicht. Die physischen und psychischen Auswirkungen der Stoffe werden dabei genauestens definiert, um ein detailliertes Arzneimittelbild zu erstellen. Dabei werden auch Umstände wie die Ernährung, die Jahreszeit, das Wetter und die Alltagssituation der Testpersonen berücksichtigt.

Das könnte Sie interessieren

Obwohl die Homöopathie noch immer heftig umstritten ist und vielfach als "Pseudowissenschaft" bezeichnet wird, bietet das Bildungszentrum für Gesundheitsberufe im bayerischen Traunstein in Zusammenarbeit mit der Steinbeis-Hochschule in Berlin ab September einen Bachelor of Science in Homöopathie an: Rund 20 bis 25 Studenten sollen dann die "klassische Homöopathie auf Hochschulniveau" erlernen.

Kritiker bemängeln, das bis heute jede wirkliche wissenschaftliche Prüfung dieses Studienganges und der Homöopathie an sich fehle. Der Berliner Senat, der den von der Steinbeis-Hochschule angebotenen Bachelor als erste genehmigen musste, überprüfte lediglich Plausibilität des Inhalts und die Einhaltung rechtlicher Vorgaben. Die Akkreditierungsagentur, die neue Studiengänge zulässt, überprüft die Wissenschaftlichkeit ebenfalls nicht, sondern verlässt sich auf die anbietende Hochschule.

Wissenschaftler bemängeln, dass die Homöopathie keine Erforschung ihrer Grundlagen betreibe, sondern lediglich den mittlerweile 200 Jahre alten Schriften des Begründers Samuel Hahnemann folge, ohne sie zu hinterfragen. Bis heute fehlen wissenschaftliche Belege, dass die von Hahnemann postulierte Lehre der extrem verdünnten Wirkstoffe und Globuli wirklich Hand und Fuß hat. Dennoch gibt es in Deutschland zahllose Menschen, die auf Homöopathie schwören.

Kaum etwas entzweit die Menschheit so sehr wie die Homöopathie: Die einen halten Globuli für ausgemachten Unsinn, die anderen schwören felsenfest auf ihre Heilkraft. Umstritten ist vor allem die homöopathische Behandlung von Kindern.

Pro-und Contra bei Kindern

Eltern, die blind auf Globuli schwören und ihre Kinder auch bei ernsthaften Erkrankungen nicht zum Arzt bringen, können für schwere gesundheitliche Schäden sorgen. Auf der anderen Seite zeigt die Homöopathie jedoch manchmal bei Kindern tatsächlich erstaunliche Heilungskräfte.

Positive Auswirkungen bei leichten Krankheiten möglich

Experten haben eine Erklärung dafür: Anders als Allgemeinmediziner und Kinderärzte, die ihre Patienten oft in nur wenigen Minuten routiniert abhandeln, nehmen sich Heilpraktiker mehr Zeit für kränkelnde Kinder. Alleine diese Zuwendung lässt viele Kinder schon wieder aufleben. Dazu kommt der feste Glaube daran, dass die Globuli wirken, so dass die Selbstheilungskräfte aktiviert werden. Und nicht zuletzt gehen viele leichte Erkrankungen auch nach einigen Tagen von selbst wieder weg - ganz ohne Medikamente.

So lässt sich sagen, dass Homöopathie zwar meist nicht wirklich hilft, aber auch nicht schadet, solange es sich um leichte Krankheiten und Verletzungen handelt.

Globuli, lat. Kügelchen, sind Medikamente in der Homöopathie. Diese haben einen Durchmesser von einem halben bis eineinhalb Millimetern. Als Trägersubstanz fungieren Stärkemehl und Rohrzucker, manchmal auch Süßstoff.

In der Homöopathie sind sie neben Tropfen und Tabletten eine meist sanfte Form der Medikation bei vielerlei Erkrankungen, aber die Zusammensetzung ist den wenigsten bekannt.

Die Wirkstoffe der jeweiligen Behandlung können pflanzlichen, tierischen oder mineralischen Ursprungs sein. Teilweise sind auch giftige Stoffe darunter.

Die Globuli werden in den flüssigen Wirkstoffen getränkt und dann getrocknet. Als durchschnittliches Gewicht pro Globulus werden 2 mg angegeben, aber es gibt auch andere Berechnungen, die sich nach der Potenzierung richten.

Als Begründer der Homöopathie gilt der deutsche Arzt und Schriftsteller Samuel Harnemann, der die Präparation der Globuli vor 200 Jahren beschrieb.

Eine repräsentative Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach, im Auftrag der Arzneimittel-Hersteller, kam zum Ergebnis, dass die Menschen ein steigendes Vertrauen in die homöopathischen Mittel setzen.

Ob bei Erkältungen, Kopfschmerzen oder auch Magenbeschwerden greifen immer mehr Deutsche zu den alternativen Heilmitteln. Rund 92% der Befragten kennen die pflanzliche Herkunft der Arzneimittel, was einer Steigerung der Popularität innerhalb der letzten 30 Jahre von knapp 16% bedeutet. Noch 1970 nahm etwa jeder vierte Westdeutsche Mittel aus der Homöopathie zu sich, heute dagegen sind es fast 50% der Bevölkerung.

Nur 14% der Deutschen zeigen sich ablehnend gegenüber den pflanzlichen Medikamenten.

Im letzten Jahr lag der Anteil der rezeptfreien Arzneimittel aus der Homöopathie bei ca. 7%, was einem Wert von 399 Millionen Euro entspricht. Zumeist werden die homöopathischen Arzneimittel auf persönliche Empfehlung aus dem Bekannten- und Verwandtenkreis oder auch vom Apotheker gekauft.

An dieser Umfrage nahmen insgesamt 1800 Personen ab einem Alter von 16 Jahren teil.

In der heutigen Zeit möchten es immer mehr Menschen vermeiden, zu viele Medikamente einzunehmen denn nicht selten schaden diese dem Körper mit Nebenwirkungen. Aus diesem Grund bevorzugen Patienten mehr und mehr alternative Heilmethoden wie Akupunktur, Homöopathie oder Aromatherapien; Statistiken zufolge sieht jeder Zehnte diese Behandlungsformen als Ergänzung zur Schulmedizin an.

Das Problem für gesetzlich Versicherte liegt jedoch darin, dass die Krankenkassen die Kosten für solche Heilpraktiken nicht übernehmen. Diejenigen die privat versichert sind und lieber auf diese Art von Behandlungen zurückgreifen möchten, sollten sich nach einem Tarif umschauen, der diese mit einschließt.

Für Patienten, die bei einer gesetzlichen Krankenversicherung versichert sind, kann sich eine private Zusatzversicherung für alternative Behandlungsmethoden lohnen. Über die verschiedenen Möglichkeiten kann man sich vor allem im Internet genauestens informieren und somit den passenden Tarif für sich wählen.

Immer mehr Menschen wenden Alternativmedizin an. Glaubt man einer Umfrage, haben bereits 46% der Befragten auf solche Methoden zurückgegriffen. Frauen vertrauen dem Ganzen mehr als Männer.

Wichtig zu wissen ist, dass solche Heilmethoden mehr oder weniger als Ergänzung angesehen werden und nicht als Alternative. Wer die Schulmedizin komplett links liegen lässt, macht einen großen Fehler damit.

Menschen um die 30 sind offen für alles. Die Schulmedizin haben sie noch nicht ganz abgeschworen und der Alternativmedizin vertrauen sie langsam aber doch. Die Menschen werden immer aufgeschlossener.

Gerade Frauen über 50 setzen auf Alternativmedizin

Kaum zu glauben, dass es gerade Frauen über 50 sind, die für alternative Behandlungsmethoden stehen. Sie greifen eher zu Hausmitteln als zu Medikamenten aus der Apotheke.

Natürlich könnte man meinen, dass solche Menschen noch anders aufgewachsen sind. Die heutige Generation kennt Hausmittel fast gar nicht mehr. Der Trend bewegt sich aber immer mehr zur Natur zurück.

Menschen fühlen sich bei Ärzten wie eine Nummer

Viele Ärzte sind selber schuld, dass sie ihre Patienten verlieren. Immer mehr Personen verlieren das Vertrauen in die Behandlungen, weil sie sich wie eine Nummer fühlen. Die meisten wünschen sich mehr Zeit und ein ausführliches Gespräch.

Hier sollten die Ärzte wirklich mehr darauf achten. Nur Privatpatienten scheinen das große Los zu ziehen. Kassenpatienten müssen warten.

Homöopathie ist die pflanzliche und damit oft schonendere Alternative zur Schulmedizin. Die Pauschalaussage kennen zwar die meisten, doch für viele bleibt die Homöopathie trotzdem ein unbekanntes Feld. Sind ihre Medikamente wirklich so schonend? Und wirken sie so gut wie die bekannten Mittel der Schulmedizin?

Damit die Menschen besser mit der Homöopathie vertraut werden, fordern viele Mediziner, dass vermehrt Studien zum Thema durchgeführt werden. Man muss den Patienten die Zweifel nehmen und berechtigte Warnungen auch deutlich aussprechen. Das wurde am 17. Mai auf der Jahrestagung des DZVhÄ, des „Deutschen Zentralverein homöopathischer Ärzte“, betont. An vielen Stellen fehlt einfach noch eine wissenschaftliche Beschäftigung mit der Thematik. Besonders dem Unterpunkt der Wirksamkeit muss man sich vermehrt widmen und mit eindeutigen Zahlen zeigen, wie gut ein Medikament aus der Homöopathie nun hilft.

Auch Ärzten, die bisher eher wenig mit der Naturheilkunde arbeiten, könnte das helfen, mehr Vertrauen in die pflanzlichen Präparate zu gewinnen. Dann können sie durch neues fundiertes Wissen auch einfacher Empfehlungen, Warnungen und Ratschläge an ihre Patienten aussprechen.

Homöopathische Mittel

Zu den verwendeten Substanzen gehören unter anderem:

  • Heilpflanzen
  • Gräser
  • Kräuter
  • Giftpflanzen
  • Gewürze
  • Wurzeln
  • Früchte
  • Blüten
  • Blätter
  • Rinde
  • Rauschpflanzen wie Coca
  • Krankheitserreger und deren Stoffwechselprodukte
  • Extrakte aus Körperflüssigkeiten
  • Kochsalz
  • metallisches Zink
  • Calciumsulfat
  • Calciumcarbonat
  • Kieselsäure
  • Nitroglycerin

Aufgearbeitet werden diese Substanzen mit Milchzucker sowie einem speziellen Gemisch aus Wasser und Alkohol. Durch die Verdünnung sollen die besonderen Kräfte der Arznei aufgeschlüsselt werden.

Fläschchen mit ausgeschütteten Globuli auf grünem Blatt, daneben drei Glas-Ampullen
Fläschchen mit ausgeschütteten Globuli auf grünem Blatt, daneben drei Glas-Ampullen

Verschiedene Substanzen und Potenzen

Homöopathische Mittel werden nicht nur aus pflanzlichen, mineralischen und tierischen Substanzen hergestellt, in manchen Fällen auch aus Krankheitserregern; das sind dann die so genannten Nosoden. In der Homöopathie kennt man

  • die Ursubtanz
  • die Urtinktur und
  • die so genannten Globuli.

Das sind kleine Milchzuckerperlen, die mit einer flüssigen Verdünnung benetzt wurden. Weiterhin gibt es bei den homöopathischen Mitteln verschiedenen Potenzen. Diese bezeichnen die Größe des Verdünnungsschrittes.

  • D-Potenzen (lateinisch decem = zehn) beschreiben eine Verdünnung im Verhältnis 1 zu 10.
  • C-Potenzen (lateinsich centum= hundert) stehen für eine Verdünnung 1 zu 100 und
  • LM- oder Q-Potenzen bezeichnen die lateinische Schreibweise für 50.000 oder Q (quintesimal) und stehen für einen Verdünnungsschritt im Verhältnis 1 zu 50.000.

Die Potenzen unterscheidet man noch einmal in hohe und tiefe Potenzen, etwa

  • D12
  • C 30 oder
  • LM 18.

Genau wie herkömmliche Medikamente unterliegen auch homöopathische Medikamente dem Arzneimittelgesetz. Die Wirkung homöopathischer Präparate konnte bislang wissenschaftlich nicht erwiesen werden.

Anwendungsgebiete

Zur Anwendung kommt die Homöopathie meist bei chronischen Krankheiten wie:

Aber auch grippale Infekte oder Kinderkrankheiten werden häufig auf diese Weise behandelt. Informationen über weitere Anwendungsgebiete erhalten Sie in den Abschnitten über die unterschiedlichen Verfahren der Homöopathie.

Besonders gerne werden hömopathische Mittel bei kindlichen Beschwerden eingesetzt, beispielsweise in der Erkältungszeit...

Wie Kinder mit homöopathischen Mitteln gesund durch den Winter kommen

Um den kratzenden Hals und die laufende Nase zu heilen, gibt es diverse Medikamente. Viel weniger Nebenwirkungen haben allerdings pflanzliche und mineralische Mittel aus der Homöopathie. Sie wirken schonend und effektiv bei vielen Krankheitssymptomen, von denen Kinder häufig betroffen sind, indem sie die Selbstheilungskräfte des Körpers fördern.

  • Bei den ersten Anzeichen einer Erkältung ist Eisenphosphat (Ferrum phosphoricum) das Mittel der Wahl. Das Mineral hilft bei Entzündungen, Schnupfen und Fieber.
  • Die Kamille und ihr homöopathisches Äquivalent - Chamomilla - lindern akute und entzündliche Schmerzen, zum Beispiel bei Magenschmerzen oder Mittelohrentzündungen.
  • Wenn ein Kind über einen kratzigen Hals und Heiserkeit klagt, sich kalt und schlapp fühlt, eignet sich Phosphor sehr gut als Helfer gegen Halsweh.
  • Wasserhanf (Eupatorium perfoliatum) heilt und beruhigt bei starken Gliederschmerzen und dem allgemeinem Krankheitsgefühl, das mit vielen Infekten einher geht.
  • Bei kleinen Verletzungen und Schürfwunden hilft Arnika bei der Wundheilung und stoppt die Blutung.

Doch nicht nur bei Krankheiten lässt sich die Homöopathie einsetzen...

Abnehmen mithilfe der Homöopathie

Die Homöopathie ist eine altbewährte Heilmethode und erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Das kommt vor allen Dingen daher, dass sie ganzheitlich arbeitet und sowohl Körper, Seele und auch den Geist heilt.

Dabei ist es noch eine sanfte Heilweise, bei der nicht mit Nebenwirkungen gerechnet werden muss. Man kennt lediglich eine so genannte Erstverschlimmerung, bei der Symptome deutlicher zutage treten, um dann geheilt zu werden.

Ein einziges homöopathisches Mittel hat ein sehr breites Wirkungsspektrum und hilft bei unterschiedlichen Symptomen. Bestimmte Mittel können deshalb das Abnehmen sehr wirkungsvoll unterstützen.

Abnehmen - Frau misst sich mit Maßband den Bauchumfang
Abnehmen - Frau misst sich mit Maßband den Bauchumfang
Fucus vesiculosus

Besonders bekannt ist das Mittel Fucus vesiculosus; es wird bei Fettleibigkeit angewendet und hilft bei Stoffwechselerkrankungen.

Damit ist sein Anwendungsgebiet aber noch lange nicht erschöpft. In der so genannten Materia Medica findet man die Einzelmittel in ihrem Wirkungskreis beschrieben und ein Mittel ist meist mit mehreren Seiten aufgelistet. Dabei werden körperliche, aber auch zum Beispiel Gemütssymptome beschrieben.

Ein Mittel sollte möglichst auch zu der betreffenden Person passen und nicht nur einige Symptome abdecken. Eigentlich gehört eine richtige homöopathische Behandlung in die Hand eines erfahrenen Homöopathen.

Capsicum

Ein weiteres Mittel welches beim Abnehmen helfen kann ist Capsicum; es regt den Fettstoffwechsel an und hilft auch bei Verdauungsstörungen. Wenn man körperliche und auch seelische Probleme wegen des Übergewichts hat, dann ist Graphites das Mittel der Wahl.

Sulfur

Sulfur hingegen ist bekannt dafür, dass es den Appetit zügelt, besonders wenn ein Verlangen auf stark gewürzte, pikante und sehr fette Speisen besteht sowie Heißhunger auf Süßigkeiten.

Man findet diese Mittel auch kombiniert als Komplexmittel und sie sollen beim Abnehmen gute Dienste leisten. Es ist natürlich sinnvoll, wenn man ergänzend die Ernährung umstellt und sich außerdem sportlich betätigt. Ansonsten kann bei der Konsultation eines Homöopathen das richtige Einzelmittel ausgearbeitet werden, um auf vielen Ebenen in den Organismus einzugreifen und so den Prozess des Abnehmens zu erleichtern.

Und auch Haustiere können von der Homöopathie profitieren...

Bei welchen Beschwerden Homöopathie bei Haustieren zum Einsatz kommen kann

Immer mehr Menschen entscheiden sich für die Homöopathie. Sie basiert auf einem ganzheitlichen Denkmodell und gehört zu der Komplementärmedizin.

Was den Mensch heilt, heilt auch das Tier. Deshalb findet man immer mehr Tierärzte und Tierheilpraktiker, die homöopathische Mittel verordnen.

Viele Menschen greifen auch zur Selbstmedikation, um ihren Tieren zu helfen, gerade bei Erste-Hilfe-Maßnahmen. Die Homöopathie heilt nach dem Prinzip "Ähnliches heilt Ähnliches"; das bedeutet, dass Kranke mit der Substanz behandelt werden, die bei dem gesunden Menschen diese Symptome hervorruft. Das Gleiche gilt auch bei Tieren.

Weißer Hund liegt beim Tierarzt auf dem Tisch, der Arzt hält ihm Homöopathische Mittel hin
Weißer Hund liegt beim Tierarzt auf dem Tisch, der Arzt hält ihm Homöopathische Mittel hin
Prellungen, Insektenstiche, Verbrennungen und Schürfwunden

So ist zum Beispiel Arnica ein gutes Notfallmittel bei Prellungen, Verstauchungen und Zerrungen. Gerade bei der Ersten Hilfe kann die Homöopathie gute Dienste leisten. So hilft Arnica auch neben Apis bei Insektenstichen; auch bei bei Verbrennungen und Verbrühungen kann Arnica neben Cantharis und Urtica gute Dienste leisten.

Weiterhin wird es neben Ledum und Euphrasia auch bei Verletzungen des äußeren Auges eingesetzt. Ledum hilft neben Arnica und Hypericum auch bei Schnitt- und Schürfwunden. Natürlich müssen die Wunden auch versorgt werden.

Reisebeschwerden und Hitzschlag

Auch Hunde können leiden, wenn sie mit dem Auto, Zug, Schiff, Flugzeug oder Transporter transportiert werden. Wie Menschen auch, können sie die Reisekrankheit bekommen und müssen erbrechen. Hier können Tabacum oder Nux Vomica helfen.

Ein Hitzschlag ist meist die Folge eines Flüssigkeitsverlusts, gerade bei sehr heißem Wetter. In solchen Situationen leiden auch die Tiere. Eine Gabe Glonoinum oder Bryonia kann erfolgreich gegen einen Hitzschlag eingesetzt werden.

Koliken, Krämpfe und Verhaltensstörungen

Viele Tierbesitzer legen sich eine kleine homöopathische Notfallapotheke zu, um im Notfall immer das richtige Mittel zur Hand zu haben. Aber nicht nur für Erste-Hilfe-Maßnahmen sind die Mittel geeignet; sie dienen auch zur Behandlung von akuten oder chronischen Erkrankungen.

Bei Koliken können

  • Colocynthis
  • Mag.phos
  • Bryonia oder
  • Chamomilla

eine Linderung bringen. Bei Krämpfen helfen Veratrum album oder Nux vomica. Auch bei Tieren kann es zu Verhaltensauffälligkeiten kommen; diese können ebenfalls erfolgreich mit homöopathischen Mitteln behandelt werden.

Verschiedene Potenzen

Die homöopathischen Mittel werden in kleinen Kügelchen, den so genannten Globuli verabreicht. Es gibt sie in verschiedenen Potenzen. Homöopathen sind unterschiedlicher Meinung, mit welchen Potenzen gearbeitet werden soll.

Viele von ihnen wählen ausschließlich D-Potenzen, die noch fast grobstofflich sind; andere bevorzugen C-Potenzen und manche die so genannten Q- oder LM-Potenzen. Diese gibt es dann noch einmal in verschiedenen Stärken. Welches Mittel verabreicht wird, hängt von dem jeweiligen Fall, aber auch von dem Homöopathen ab.

Das könnte Sie interessieren

Ob die Homöopathie nun wirkt oder nicht, darüber wird es wohl ewig zweigeteilte Meinungen geben. Kritiker wenden häufig den bekannten Placebo-Effekt ein, bei dem sich die Wirkung des Mittels lediglich durch die positive Erwartung des Patienten zeigt.

Auch wenn es keine wissenschaftlichen Beweise für die Effektivität homöopathischer Mittel gibt, schadet es nicht, sie ein Mal auszuprobieren. Wer seine Stimme zu den kritischen zählt, sollte die Heilmethode bei seinem Haustier ausprobieren, denn dass der Placebo-Effekt sich nicht bei Katze und Hund bemerkbar macht, dürfte wohl jedem einleuchten.

Homöopathie in der Tierbehandlung weit verbreitet

Tatsächlich lassen sich zahlreiche Beschwerden unserer lieben Vierbeiner durch die Behandlung mit homöopathischen Mitteln lindern. Um das passende Mittel zu wählen, ist es wichtig, sein Tier einem spezialisierten Tierarzt anzuvertrauen. Dieser kann dem Tierhalter auch genaue Angaben zur Verabreichung und Dosierung mit auf den Weg geben, denn hierbei lassen sich viele Fehler machen, die die Wirkungsweise mindern.

Als Darreichungsform kommen meist Spritzen zur Anwendung oder auch Globuli, die man unter das Futter mischen kann.

Anwendungsgebiete

Bei leichteren Beschwerden wie einer Erkältung, Nervosität oder zur Vorbeugung einer Reiseübelkeit kann man sich durchaus an einen Apotheker wenden, doch da dieser keine Diagnose stellen darf, muss man sich in Krankheitsfällen an den Tierarzt wenden. Dieser verschreibt homöopathische Mittel zum Beispiel bei Gelenkproblemen, kleineren Verletzungen oder auch Allergien.

Für die Wahl des richtigen Wirkstoffes ist der Mediziner auf Herrchen und Frauchen angewiesen, die Angaben zur Lebensgeschichte, Vorerkrankungen und (un-)typischen Verhaltensweisen machen. Anders als bei der homöopathischen Behandlung in der Humanmedizin sollten Tieren keine alkoholischen Lösungen verabreicht werden; besonders Katzen bekommen dadurch Probleme.

Homöopathische Mittel erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Es gibt eine Vielzahl an Krankheiten und Beschwerden, die mithilfe der Globuli gelindert werden können. Neben den Menschen können auch Tiere davon profitieren und zudem - was viele nicht wissen - auch Pflanzen. Bei Fehlern in der Pflege oder zur Schädlingsbekämpfung kommen auch hier die kleinen Kügelchen zum Einsatz.

Gärtner, die homöopathische Mittel bei Pflanzen anwenden, nehmen sich die so genannte Modalitätentabelle zur Hilfe. Nachdem man sich zunächst die Frage gestellt hat, welches Wetter oder welche Ursache für das vorliegende Problem verantwortlich ist, kann man in dieser Tabelle nachsehen, welches Mittel in Frage kommt.

Generell wird das gewählte Mittel mit Wasser verdünnt und auf diese Weise der Pflanze, dem Baum oder dem Strauch verabreicht - entweder durch Gießen oder durch Sprühen auf die Blätter.

Experten zufolge reicht meist eine Behandlung aus, um den Pflanzen zu helfen. Man sollte jedoch nach Verabreichung eine Woche warten und die Pflanze dann kontrollieren. Gegebenenfalls muss man das Mittel auch noch ein weiteres Mal verabreichen.

Um sich in die Homöopathie für Pflanzen hineinzulesen, bedarf es sicherlich ein wenig Geduld, doch in vielen Fällen erweist sie sich als bestes Mittel, um bestimmte Beschwerden zu lindern.

Darreichungsformen

Im Rahmen einer homöopathischen Behandlung werden verschiedene verdünnte Substanzen verabreicht. Dafür gibt es verschiedene Darreichungsformen. Dazu gehören vor allem die Globuli, das sind Zuckerkügelchen aus reiner Saccharose, die oral eingenommen werden.

Weitere Formen sind:

Jedes Medikament wird individuell für den Patienten ermittelt. Dazu werden vor der Behandlung ausführliche Gespräche geführt.

Behandlungsdauer und Nebenwirkungen

Eine homöopathische Behandlung kann viel Geduld erfordern. Oftmals setzt die Wirkung der Präparate erst nach einigen Tagen oder gar Wochen ein.

Die Homöopathie eignet sich auch für kleine Kinder, da sie kaum Risiken und Nebenwirkungen aufweist.

Neben der klassischen Homöopathie kommen weitere Formen zum Einsatz, die wir im Folgenden kurz vorstellen...

Verfahren in der Homöopathie

Mit dem Organon hat Samuel Hahnemann ein in sich abgeschlossenes Werk bzw. Verfahren vorgelegt. In der Homöopathie wurden lediglich immer wieder neue Substanzen ausgeprüft. Trotzdem gab es Ärzte oder Homöopathen, die an einer Weiterentwicklung der klassischen Homöopathie arbeiteten.

Ihre Erkenntnisse und Erfahrungen schafften Erweiterungen oder Ableger der Homöopathie oder ganz neue Verfahren. Diese werden von den klassischen Homöopathen aber nicht anerkannt. Dazu gehört beispielsweise das Arbeiten mit Komplexmitteln.

Aber auch

  • die Mikroimmuntherapie
  • die Homotoxikologie und
  • die Homöosiniatrie

gehören dazu. Lediglich die Konstitutionsbehandlung ist fester Bestandteil der klassischen Homöopathie.

Die Mikroimmuntherapie

Die Miroimmuntherapie ist ein Verfahren, um das Immunsystem zu stärken. Sie eignet sich für alle Menschen, deren Immunsystem geschwächt ist. Dabei wirkt sie sanft und nebenwirkungsarm.

Entwicklung

Die Mikroimmuntherapie kann zwar zum pharmazeutischen Bereich der Homöopathie gezählt werden; sie unterscheidet sich allerdings grundlegend im therapeutischen Ansatz von der klassischen Homöopathie. Entwickelt wurde die Mikroimmuntherapie von dem belgischen Arzt Dr. Maurice Jenaer. Er verband die Erkenntnisse der klassischen Homöopathie nach Hahnemann mit den modernen wissenschaftlichen Kenntnissen der Biologie und der Funktionsweise des Immunsystems.

Dr. Jenaer entwickelte seine Therapie ab 1967; zu dieser Zeit war er Präsident der königlich belgischen Gesellschaft für Homöopathie. Unter anderen Namen gab es allerdings schon Vorläufer in den frühen Sechzigern. Seit 1997 setzte sich die Bezeichnung "Mikroimmuntherapie (MIT)" durch und findet vorwiegend im europäischen Raum Anwendung.

Arbeitsweise und Anwendungsgebiete

Die MIT arbeitet eng mit spezialisierten Laboren zusammen, die Blut-, Speichel- und Urinuntersuchungen durchführen, um Erregernachweise zu erbringen und das Immunsystem zu beurteilen.

Die MIT arbeitet mit hochverdünnten immuneigenen Substanzen. Diese übertragen Informationen und haben somit eine modulierende, stimulierende oder hemmende Eigenschaft.

Dadurch beeinflussen sie das Immunsystem unmittelbar. Mit der Mikroimmuntherapie können all jene Menschen behandelt werden, deren Immunsystem geschwächt oder aber auch gestört ist.

Dazu gehören Beispielsweise folgende Krankheitsbilder:

Die Homotoxikologie

Die Homotoxokologie geht von Giften aus, die den Körper belasten. Sie gelten als Verursacher der meisten Krankheiten. Das Verfahren will den Körper "entgiften" und die Selbstheilungskräfte anregen.

Entwicklung

Die Homotoxikologie wurde 1955 von dem deutschen Arzt Dr. Hans-Heinrich Reckeweg begründet. Seine Theorie wollte die wissenschaftliche Medizin und die Homöopathie verbinden. Auch seine Erkenntnisse bauten auf der Homöopathie auf.

Dr. Reckeweg achtete es als notwendig, das schulmedizinische System zu erweitern, da viele Erkrankungen unheilbar waren. Er verstand Krankheit als sinnvolle Abwehr des menschlichen Organismus gegen schädliche Einflüsse von außen. Die meisten Krankheiten sah er verursacht durch

  • Krankheitserreger
  • Schadstoffe aus Umwelt und Nahrung oder auch
  • körpereigene Stoffwechselprodukte.

Diese Stoffe bezeichnete er als Homotoxine.

Wirkprinzip

Während ein gesunder Körper die Homotoxine verstoffwechseln und ausscheiden kann, ist dies nach Auffassung Dr. Reckewegs bei Krankheit nicht mehr möglich. Wenn zu viele Schadstoffe den Organismus überschwemmen, können diese nicht mehr ausgeschieden oder neutralisiert werden.

Der Körper hat keine Möglichkeit mehr, sich gegen die Homotoxine zu wehren und so entsteht Krankheit. Dr. Reckeweg teilte diesen Prozess in sechs Phasen ein.

  • In den ersten drei Phasen kommt es zu normalen Abwehrreaktionen des Körpers, allerdings ist noch Kapazität für Selbstheilungskräfte da.
  • Die zweiten drei Phasen beschreiben die Zustände, in denen die Homotoxine nicht mehr ausgeschieden werden können; es kommt zu spezifischen Krankheitssymptomen. Körperstrukturen und Körperfunktionen werden zerstört.

Dr. Reckeweg beschrieb eine Reihe von Homotoxinen, unter denen die Sutoxine eine wichtige Rolle spielen. Sie kommen ausnahmslos in Schweinefleisch vor und er ging davon aus, dass Menschen, die Schweinefleisch essen, kränker sind als Menschen die das nicht tun.

Auch bei der Homotoxikologie steht die Aktivierung der Selbstheilungskräfte im Vordergrund. Dies wollte Dr. Reckeweg mit der so genannten antihomotoxischen Therapie bewirken. Als Medikament werden Antihomotoxika in homöopathischer Dosierung verabreicht. Sie sollen die Homotoxinabwehrmechanismen im Körper aktivieren.

Bei den Antihomotoxika finden

Wirkstoffe Verwendung, aber auch Nosoden, die aus Giftstoffen, chemischen Verbindungen oder aus homöopathisch zubereiteten schulmedizinischen Medikamenten hergestellt werden. In der Regel werden Kombinationspräparate verabreicht, die ähnlich wie in der Schulmedizin, nach unterschiedlichen Anwendungsgebieten verordnet werden. Die Wirkungsweise der Homotoxikologie besteht darin, dass ein Antihomotoxikum die Abwehrkräfte des Körpers so lenkt, dass das krankheitsverursachende Homotoxin unschädlich gemacht wird.

Die Homöosiniatrie

Bei der Homöosiniatrie handelt es sich um ein Verfahren, das aus verschiedenen Heilverfahren kombiniert wurde.

Entwicklung

Bei der Homöosiniatrie werden verschieden Wirkprinzipien kombiniert:

Dabei werden homöopathische Mittel in die Akupunkturpunkte injiziert.

Herkunft und Verbreitung

Die Methode geht auf den französischen Arzt Roger de la Fuye zurück, der von 1890-1961 lebte. Roger de la Fuye wird auch immer im Zusammenhang mit der Elektroakupunktur genannt, die ebenfalls auf ihn zurückgehen soll.

Der Begriff "Homöosiniatrie" setzt sich aus folgenden Elementen zusammen:

  • "Homöo" für Homöopathie
  • "Sin" von Sinologie (Chinakunde) und
  • "Iatros", dem griechischen Wort für "Arzt".

Die Homöosiniatrie ist noch nicht so weit verbreitet, wird aber von einigen Ärzten und Heilpraktikern erfolgreich angewendet.

Schon der homöopathische Arzt August Weihe beschäftigte sich mit der Erkenntnis, dass bestimmte schmerzhafte Druckpunkte durch homöopathische Mittel günstig beeinflusst werden. De la Fuye baute auf diesen Grundlagen auf und setzte an den entsprechenden Punkten Akupunkturnadeln und verabreichte zusätzlich ein homöopathisches Mittel. Mit dieser Kombination erzielte er erstaunliche Erfolge.

Anwendungsgebiete

In der modernen Homöosiniatrie wird das Homöopathikum direkt in die Akupunkturpunkte gespritzt. So soll die Wirkung des Mittels beschleunigt werden und die der Akupunktur hält länger an. Zu den Hauptanwendungsgebieten der Homöosiniatrie zählen:

Bei geringfügigen Beschwerden zeigt die Homöosiniatrie schnell Erfolge. Es gibt aber bislang keine wissenschaftlichen Studien, welche die Wirksamkeit belegen. Bei chronischen Erkrankungen können bis zu zehn Sitzungen notwendig sein.

Homöosiniatrie wird von den gesetzlichen Krankenkassen nicht übernommen. Bei einer Sitzung muss man mit einem Betrag zwischen vierzig und achtzig Euro rechnen.

Die Konstitutionsbehandlung

Die Konstitutionsbehandlung ist fester Bestandteil der Homöopathie. Denn die Homöopathie hat sich nicht nur bei geringfügigen Beschwerden bewährt. Auch chronische und langjährige Erkrankungen können erfolgreich behandelt werden.

Wirkungsprinzip

Die so genannte Konstitutionsbehandlung gehört in die Hand eines erfahrenen Homöopathen. Hier kommen homöopathische Mittel zum Einsatz, die eine tiefgreifende Wirkung besitzen; man nennt sie Konstitutionsmittel. Mit den Konstitutionsmitteln werden chronische Krankheitsverläufe positiv beeinflusst und der Körper erfährt eine Verbesserung der Anpassungsfähigkeit an ungünstige Umweltbedingungen.

Das Konstutionsmittel muss aber auf einen exakt beschriebenen Menschentyp passen. Dazu kommen noch die so genannten Modalitäten, die übereinstimmen müssen.

Während zu manchen Menschen ein ganz bestimmtes Konstitutionsmittel ein Leben lang passt, schwanken andere in unterschiedlichen Lebensphasen und zwischen mehreren Homöopathika. Verkörpert ein Patient einen eindeutigen Typ und kennt sein homöopathisches Mittel, so ist dieses bei akuten und chronischen Zuständen am ähnlichsten und wird damit heilen.

Durchführung der Behandlung

Bei der Konstitutionsbehandlung soll der Patient von "Grund auf behandelt" werden; dazu zählen ungünstige Veranlagungen und chronische Beschwerden, sowie alle aktuellen Symptome. Der Homöopath möchte körperliche, geistige und seelische Merkmale erfassen. Dafür macht er eine Anamnese (Fallaufnahme), um dann zu repertorisieren, was bedeutet, die Symptome mit dem entsprechenden Homöopathikum zu vergleichen, bis er ein übereinstimmendes Mittel findet.

Wichtig bei einer Anamnese sind

  • die gesamte Krankheitsvorgeschichte
  • Erkrankungen in der Familie
  • Gemüts- und Wesenssymptome
  • auffällige Symptome
  • Vorlieben und Abneigungen (zum Beispiel gegen bestimmte Speisen)
  • Wetterfühligkeit
  • Gewohnheiten
  • Verdauung
  • Kinderkrankheiten

und so weiter. Der Homöopath achtet aber auch auf nonverbale Signale, wie

und vieles mehr. So kann er Rückschlüsse auf das homöopathische Mittel ziehen. Beim Repertorisieren vergleicht er die Symptome im Repertorium nach Wichtigkeit und findet so das homöopathische Mittel, welches genau dem Patienten entspricht.

Das könnte Sie interessieren

Pfefferminz, Kampfer oder Eukalyptus können die Wirkung homöopathischer Mittel beinträchtigen. Während einer solchen Behandlung sollen Patienten möglichst auf Salben und Öle mit scharfem, kühlem und frischem Geschmack verzichten, berichtet die „Apotheken Umschau“ unter Berufung auf den Deutschen Zentralverein Homöopathischer Ärzte.

Auch Kaffee könne den Therapieerfolg beeinträchtigen – vor allem zu Beginn einer homöopathischen Behandlung.

Viele Patienten setzen mittlerweile nicht mehr nur auf klassische Therapien oder die Schulmedizin, sondern favorisieren die sanften Methoden der Homöopathie. Auch die Krankenkassen zahlen oft schon deren Leistungen. Dabei ist die Homöopathie durchaus nicht als Gegenpol zur Schulmedizin zu sehen, sondern vielmehr als Ergänzung oder Methode, wenn die Schulmedizin in manchen Fällen nicht mehr helfen kann und die Patienten als austherapiert gelten, obwohl immer noch Beschwerden vorhanden sind.

Die Homöopathie befasst sich mit der Ganzheitlichkeit des Menschen und betrachtet jeden Patienten in seiner Krankengeschichte individuell. Daher steht zu Beginn der Behandlung auch die Erstanamnese auf dem Programm, die in Gesprächen über Stunden dauern kann. Gesprochen wird über alles, was den Patienten betrifft, nicht nur über seine Krankheit, sondern auch über Vorlieben und seine Lebenssituation.

Die Arznei, die der Homöopath dann verschreibt wirkt zuerst einmal gegensätzlich wirkt und die Beschwerden möglicherweise anfangs verschlimmert. Danach wird ein Selbstheilungsprozess in Gang gesetzt, wenn der Körper auf die Arznei reagiert.

Die Wirksamkeit dieser Methode wurde auch schon wissenschaftlich in einer Langzeitstudie der Charité Berlin untersucht. Vorteil für die Patienten ist auch, dass viele Ärzte zwischen Schulmedizin und Homöopathie kombinieren und so ihren Patienten eine optimale Versorgung geben können.

Homöopathie hat sich als alternative Heilmethode bei vielen Menschen schon bewährt und kann eine sinnvolle Ergänzung zur Schulmedizin bieten. In der Homöopathie kommen verdünnte Arzneistoffe zum Einsatz, die normalerweise bei stärkerer Dosierung genau die Beschwerden auslösen würden, an denen der Patient leidet.

Daraus leitet sich auch das Prinzip der Homöopathie ab Ähnliches mit Ähnlichem zu behandeln. Dadurch sollen die Selbstheilungskräfte des Körpers angeregt werden, um die Krankheit zu bekämpfen. Auch ältere Menschen greifen gerne bei leichteren Beschwerden erst einmal zu homöopathischen Mitteln, da sie meist sowieso schon viele chemische Mittel einnehmen müssen.

Ältere Menschen brauchen jedoch oft eine höhere Dosierung dieser Mittel oder einen längeren Behandlungszeitraum, da die Reaktionen auf den heilsamen Reiz oft langsamer und weniger stark ausgeprägt sind als bei Jüngeren. Wichtig ist eine lange Anamnese, um herauszufinden welches Mittel am besten wirkt.

Es gibt also bei Magenschmerzen zum Beispiel nicht für jeden das gleiche Medikament, sondern immer auf die individuelle Situation angepasst. Für die Arzneimittel werden sowohl pflanzliche Stoffe, als auch tierische verarbeitet.

Der Streit um die Wirksamkeit homöopathischer Mittel entzweit Schulmediziner und Anhänger alternativer Heilmethoden. Nun mischen sich auch Verbraucherschützer ein: sie fordern eine bessere Deklaration der Inhaltsstoffe von Tropfen und Globuli.

Bisher listen die Packungsbeilagen nur lateinische Namen. Künftig sollen Kunden auch auf Deutsch nachlesen können, wenn sie Extrakte von Kakerlake, Krötengift oder Hundekot erwerben.

Anhänger der Homöopathie wehren sich gegen die geforderte Transparenz. Kurioses aber ernst gemeintes Argument: da homöopathische Mittel so verdünnt sind, dass keine Wirkstoff-Moleküle mehr nachgewiesen werden können, sei auch keine Deklaration der verwendeten Substanzen nötig.

Mehr Transparenz soll Verbraucher schützen

Zum Schutz vor Scharlatanen fordern Verbraucherschützer zudem ein öffentliches Register für Heilpraktiker. Dann können Interessierte jederzeit nachlesen, welche Qualifikation ein Anbieter hat und ob er überhaupt zugelassen ist.

Auch esoterische Heilmethoden sollen auf den Prüfstand. Der Deutsche Konsumentenbund warnt etwa vor der Hopi-Ohrkerzenbehandlung. Statt Ohrenschmerzen zu beseitigen führt die Behandlung viele Patienten mit Verbrennungen und Schäden am Gehörgang in die Notfallambulanzen.

Grundinformationen zu Homöopathie

  • Homöopathie - Prinzip, Anwendungsgebiete und Verfahren

War der Artikel hilfreich?

Fehler im Text gefunden?

Bitte sagen Sie uns, warum der Artikel nicht hilfreich war:

Um die Qualität unserer Texte zu verbessern, wären wir Ihnen dankbar, wenn Sie uns den/die konkreten Fehler benennen könnten:

Quellenangaben

  • Bildnachweis: Homeopathic medicine and bottles on green © egal - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: Essenzen aus Heilpflanzen © fotoknips - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: naturmedizin © Schlierner - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: Alternativmedizin © Wolfilser - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: waist measurement © Marc Dietrich - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: Homeopathy for a dog © Monika Wisniewska - www.fotolia.de

Autor:

Paradisi-Redaktion - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

Weitere Artikel zum Thema