Kreislaufbeschwerden - Ursachen und Behandlung

Kreislaufbeschwerden äußern sich durch viele unterschiedliche Symptome. Oft können Kreislaufbeschwerden auch durch Hausmittel behandelt werden.

Die Entstehung von Kreislaufbeschwerden und wie man sie behandeln und lindern kann

Wenn Kreislaufbeschwerden auftreten, handelt es sich meist um eine Störung des Blutdrucks, was zu einer Irritation im Blutkreislauf führt. Da dieser durch das Herz gesteuert wird, sind die Kreislaufbeschwerden oftmals im Zusammenhang mit Herzbeschwerden zu finden. Sie äußern sich in den meisten Fällen als Schwindelgefühl, können jedoch auch als Müdigkeit, Schweißausbrüche oder Ohnmachtsanfälle auftreten.

Ursachen

Eine eher harmlose Ursache der Kreislaufbeschwerden kann große Hitze im Sommer sein. Wer sich lange in der Sonne aufhält und/oder zu wenig trinkt, leidet dann häufig unter Problemen mit dem Kreislauf.

Häufige Ursache von Kreislaufbeschwerden ist ein niedriger Blutdruck. Darunter leiden besonders Jugendliche, die gerade einen Wachstumsschub hinter sich haben. Niedriger Blutdruck kann jedoch in jedem Lebensalter auftreten.

Besonders Frauen, die eine starke Regelblutung haben, können während dieser Zeit unter Kreislaufbeschwerden leiden. Die Ursache ist dann der erhöhte Blutverlust. Auch

können die Ursache der Kreislaufbeschwerden sein.

Erkrankungen

Bei einigen Patienten verursacht jedoch auch ein zu hoher Blutdruck die Kreislaufbeschwerden. Schilddrüsenerkrankungen wie die Hyper- oder Hypothyreose (Über- und Unterfunktion der Schilddrüse) können zudem auch den Kreislaufbeschwerden zugrunde liegen.

Sämtliche Herzerkrankungen führen häufig auch zu Kreislaufbeschwerden. Ein Herzinfarkt beispielsweise kündigt sich oftmals mit Kreislaufproblemen an. Auch die Arterienverkalkung (Arteriosklerose) kann zu Kreislaufbeschwerden führen, wenn die Blutgefäße verengt sind und der Körper so nicht mehr richtig durchblutet werden kann. Ebenso möglich sind jedoch Infektionen oder psychische Störungen.

Komplikationen

Eine mögliche Komplikation bei Kreislaufbeschwerden ist das Auftreten einer Ohnmacht. Diese besteht bei einem zeitweiligen Sauerstoffmangel im Gehirn. Die kurze Ohnmacht ist eine Hilfsmaßnahme des Körpers, um die Durchblutung des Gehirns zu verbessern.

In der Regel lässt sich der Patient schon nach einigen Sekunden wieder ansprechen. Durch die Ohnmacht besteht allerdings die Gefahr, dass der Patient zu Sturz kommt und sich dabei verletzt.

Wann zum Arzt?

Sollte eine Ohnmacht länger anhalten oder anschließend Bewusstseins- bzw. Sprachstörungen auftreten, muss rasch ein Arzt alarmiert werden.

Kommt es zudem zu Beschwerden in Begleitung einer oder mehrerer der zu Beginn erwähnten anderen Symptome, sollte ein Arzt aufgesucht werden, denn eine Schwankung im Bereich des Kreislaufs kann zu Minderblutungen führen, die auch das Gehirn betreffen können. Der Arzt ist in der Lage, die genauen Ursachen zu prüfen und gegebenenfalls Arzneimittel zu verschreiben, welche die Herzfunktion unterstützen oder aber auf den Gefäßwiderstand wirken.

Normalerweise verschwinden akute Kreislaufbeschwerden schon bald von selbst wieder. Handelt es sich jedoch um eine schwere Kreislaufstörung, ist es wichtig, einen Arzt aufzusuchen.

So können sich hinter den Kreislaufproblemen behandlungsbedürftige Grunderkrankungen verbergen. Durch eine medizinische Behandlung lassen sich die Kreislaufbeschwerden jedoch bessern.

Diagnose

Nicht selten ist ein Arztbesuch nötig, um die Ursachen von Kreislaufbeschwerden festzustellen. Dazu nimmt der Arzt zunächst eine Befragung des Patienten vor.

Anamnese

Führen die Kreislaufprobleme den Patienten zu einem Arzt, erstellt dieser erst einmal dessen Krankengeschichte. Dabei wird abgeklärt,

  • ob der Betroffene unter einer Grunderkrankung leidet
  • welche Situationen zu einer Kreislaufschwäche führen und
  • welche Arzneimittel eingenommen werden.

Körperliche Untersuchung

Im Rahmen einer körperlichen Untersuchung überprüft der Arzt Frequenz und Regelmäßigkeit des Herzschlags. Außerdem sucht er nach physischen Auffälligkeiten und nimmt eine Messung des Blutdrucks vor. Um die möglichen Ursachen einzugrenzen, erfolgen zumeist mehrere Puls- und Blutdruckmessungen im Liegen und Stehen.

Weitere Untersuchungsverfahren

Je nachdem, was die ersten Untersuchungen ergeben, kann die Durchführung von weiteren Verfahren notwendig sein. Als Basisdiagnostik gelten

Falls erforderlich, lassen sich auch eine Elektroenzephalographie (EEG) oder eine Echokardiographie vornehmen.

Behandlung

Helfen diese Hausmittel nicht, so sollte ein Arzt aufgesucht werden. Je nach Art der Erkrankung können häufig pflanzliche Medikamente helfen, den Kreislauf zu regulieren und gegebenenfalls den Blutdruck auf ein Normalmaß anzuheben.

Kreislaufbeschwerden können jedoch auch der Vorbote oder ein Symptom einer ernstzunehmenden Erkrankung sein. Hier kann es notwendig sein, zum Beispiel so genannte Beta-Blocker einzunehmen, um die Gefahr eines Herzinfarktes oder Schlaganfalles zu reduzieren.

Neben den Beta-Blockern können auch weitere Medikamente zur Behandlung der Grunderkrankung der Kreislaufbeschwerden eingesetzt werden. Dazu zählen zum Beispiel Schilddrüsenhormone oder Insulin bei Zuckerkrankungen.

Selbsttherapie

Eine leichte Form der Hypotonie (= niedriger Blutdruck) ist nicht zwangsläufig etwas, was Anlass zur Sorge bieten muss. Es ist nicht unbedingt Indiz einer Krankheit und manchmal genügen - gerade bei jungen, hoch gewachsenen Frauen - bereits leichte sportliche Tätigkeiten, um den Kreislauf anzuregen. Ein Training des Kreislaufsystems ist in der Regel ratsam, wenn niedriger Blutdruck vorliegt.

Kommt es einmal zu Kreislaufbeschwerden, wird empfohlen, dass der Betroffene seine Beine hochlagert. Auf diese Weise kann das Blut wieder zum Herzen zurückgelangen.

Bei altersbedingten oder funktionellen Kreislaufstörungen gelten zudem

als hilfreich.

Hausmittel

Gegen Kreislaufprobleme lassen sich zudem verschiedene Hausmittel anwenden. Dazu gehören beispielsweise Wechselduschen, kaltes Wasser, das der Patient über die Unterarme laufen lässt oder Bürstenmassagen der Herzregion.

Morgens nach dem Aufwachen sollten die Betroffenen nicht sofort aufstehen, sondern sich erst einmal im Bett aufsetzen und die Füße nach unten baumeln lassen. So kann der Kreislauf in Schwung kommen.

Als bewährtes Hausmittel gegen Kreislaufbeschwerden hat sich Pfefferminze bewährt. Vor der Einnahme lässt man mehrere Pfefferminzblätter in kochender Milch fünf Minuten lang ziehen und seiht sie dann ab.

Als hilfreich gelten außerdem

So wird Weißdorn eine kreislaufstabilisierende Wirkung zugeschrieben.

Ernährungstipps

Generell zu empfehlen ist die vermehrte Zufuhr von Wasser, Früchtetee oder Saftschorle. Überhaupt spielt die Ernährung eine bedeutende Rolle.

So lässt sich der Blutdruck durch das Essen von frischem Obst oder Walnüssen erhöhen. Wichtig ist zudem eine ausreichende Versorgung mit Vitaminen und Mineralstoffen.

Um eine Therapie gegen hohen Blutdruck zu unterstützen, ist es wichtig, den Genuss von Salz und Fett zu reduzieren. Einen blutdrucksenkenden Effekt haben dagegen

Vorbeugung

Als beste Vorbeugemaßnahme gegen Kreislaufbeschwerden gilt eine gesunde Lebensweise, zu der auch reichlich Bewegung gehört. Darüber hinaus sollte auf das Rauchen verzichtet werden, weil es dadurch zu Gefäßverengungen kommt.

Wer unter Übergewicht leidet, sollte dieses reduzieren, um Kreislaufproblemen vorzubeugen. So zählt Übergewicht zu den größten Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Sinkt der Kreislauf dennoch leicht ab, kann dies in manchen Fällen durch die Zufuhr von Zucker oder Koffein unterbunden werden. Weiterhin sollten als vorbeugende Maßnahmen größere Mengen von Alkohol und zu ausschweifende Mahlzeiten vermieden werden.

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