15. Juli 2010
Bei der Pränataldiagnostik (pränatal = vor der Geburt) unterscheidet man invasive und nicht-invasive Untersuchungsmethoden. Bei den invasiven Methoden findet ein Eingriff in den Körper der schwangeren Frau statt. Eine Blutentnahme bei der Mutter zählt aber zu den nicht-invasiven Methoden.
Die vorgeburtliche Diagnostik bezeichnet alle Methoden, die eine Erkrankung, Behinderung oder Fehlbildung beim Ungeborenen feststellen können. Die unterschiedlichen Verfahren bieten verschiedene Möglichkeiten der Diagnostik. So können auch Risikoschwangerschaften und Risikogeburten frühzeitig erkannt werden. Nicht-invasive Methoden sind risikoärmer, sie greifen nicht in den Körper der Mutter oder des Kindes ein. Hierzu zählt man die unterschiedlichen Arten der Sonographie, auch Ultraschallmessung genannt. Sowie auch die serologischen Untersuchungen, das sind Blutuntersuchungen der schwangeren Frau. Die Nebenwirkungen der nicht-invasiven Methoden werden für Mutter und Kind als minimal eingestuft. Die invasiven Verfahren haben erhöhte Risiken, bieten dafür aber aussagekräftigere Diagnosen. Bei einer Ultraschalluntersuchung kann das Kind vermessen werden und die Ergebnisse geben Aufschluss über die Größe und das Gewicht des Kindes. Kopfumfang, Bauchumfang und Länge des Oberschenkelknochens werden ebenfalls vermessen. Dies nennt man Feometrie und dadurch lassen sich bestimmte Eigenschaften des Kindes feststellen. Mit Ultraschall kann auch eine Mehrlingsschwangerschaft oder eine Eileiterschwangerschaft bestätigt oder ausgeschlossen werden. Ebenso werden die Herzaktionen des Kindes nachgewiesen.
Eine Ultraschalluntersuchung gibt Aufschluss über eine zeitgerechte Entwicklung des Kindes und teilweise können Fehlbildungen festgestellt werden. Bei den serologischen Untersuchungen werden durch das Blut der Mutter unter anderem der Rhesus Faktor bestimmt, unter Umständen ein HIV-Test gemacht, des Weiteren ein Antikörper-Suchtest (AK) und der Röteln-Hämagglutinationshemmungstest (Röteln-HAH) gemacht. Es gibt noch eine Reihe nicht-invasiver Untersuchungsmethoden, die nicht routinemäßig durchgeführt werden. Dazu gehören zum Beispiel die Nackentransparenzmessung, Nasenbeinmessung, Triple-Test/Quadruple-Test, Doppler-Sonographie sowie 3D- und 4D-Ultraschalluntersuchungen. Es bestehen Risiken und mögliche Diagnosen können für die Eltern eine große psychische Belastung sein. Deshalb hat der Arzt vor, während und auch nach den Untersuchungen eine Beratungspflicht. Die nicht-invasiven Untersuchungsmethoden in der Pränataldiagnostik bieten die Möglichkeiten die kindliche Entwicklung zu dokumentieren. So kann zum Beispiel eine Störung der Organfunktion, wie eine Herzinsuffizienz festgestellt werden. Auch mögliche Fehlbildungen, wie die Kiefer-Gaumen-Spalte können erkannt werden. Vorhergegangene Krankheitsbefunde können nochmals überprüft und die Behandelbarkeit beurteilt werden. Sie geben auch Auskunft über den Geburtstermin.
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