Pränataldiagnostik Artikel

Entscheidungshilfen bei Fehlbildungen des Kindes

Von Tanja Tasci

Moderne Schwangerschaftsdiagnostik macht es möglich, dass schon in der Schwangerschaft festgestellt werden kann, ob eine Behinderung beim Kind vorliegen wird. Doch bei einer negativen Diagnose werden werdende Eltern häufig auf eine harte Zerrreisprobe gestellt.

Auf dem Ultraschallbild können Fehlbildungen frühzeitig festgestellt werden
Auf dem Ultraschallbild können Fehlbildungen frühzeitig festgestellt werden

Die Schwangerschaftsdiagnostik hat sich in den letzten Jahrzehnten sehr verändert, doch durch die neuen Möglichkeiten kommen auch neue Konflikte für werdende Eltern auf. Gerade die Methode der Fruchtwasseruntersuchung und der Triple Test sind ein wichtiger Bestandteil der Schwangerschaftsdiagnostik geworden. Besonders bei Risikoschwangerschaften werden diese Untersuchungen durchgeführt, denn so kann schon in der Schwangerschaft eine eventuelle Behinderung des Kindes frühzeitig erkannt werden. Doch die Früherkennung hat für viele werdenden Eltern auch ihre Schattenseiten, denn zwar kann eine Fehlbildung des heranwachsenden Kindes festgestellt werden, doch bleibt der Schweregrad der möglichen Behinderung ungewiss.

Ab einem Alter von 35 Jahren ist besonders bei Erstgebärenden das Risiko relativ hoch, dass Fehlbildungen vorliegen könnten und so gilt ab 35 Jahren eine Triple Test als eine der zu empfehlenden Untersuchungen. Doch die Möglichkeiten einer Behinderung entgegenzuwirken sind sehr gering in der Schwangerschaft und so kommt es häufig zur Zerrreisprobe für die werdenden Eltern, denn mit der Möglichkeit ein behindertes Kind auf die Welt zu bringen befasst sich kaum jemand im Vorfeld einer Schwangerschaft. Wenn Fehlbildungen festgestellt werden ist es häufig für werdende Eltern schwierig nicht den Schweregrad der Behinderung einschätzen zu können. Da bei Fehlbildungen den Eltern die Möglichkeit einer Abtreibung gegeben ist, aber die Entscheidung ohne das Wissen über den Grad und das Ausmaß der Behinderung getroffen werden muss, stürzt diese Diagnose viele Schwangere in eine Krise, denn letztlich muss die Schwangere für sich entscheiden.

Zwar steht den Schwangeren ein breites Beratungsangebot zur Verfügung und sie werden bei der Entscheidungsfindung unterstützt, doch die Last kann den werdenden Müttern nicht von den Schultern genommen werden. Die vielfältigen Fragen die werdende Eltern haben, werden zwar so weit wie Möglich beantwortet, doch nicht alles ist vorhersehbar und dieser unsichere Faktor bleibt bis zur Geburt bestehen. Ob sich werdende Eltern für oder gegen das Kind entscheiden liegt auch zu einem großen Teil an den eigenen Lebensumständen und den persönlichen Einstellungen. Die ein oder andere Partnerschaft ist schon unter der Belastung diese Entscheidung treffen zu müssen zerbrochen.

Doch werdenden Eltern muss klar sein, dass eine Behinderung beim eigenen Kind eine starke Belastung sein kann. Auf der anderen Seite gibt es für Eltern behinderter Kinder zahlreiche Unterstützungsangebote und Staat, Krankenkasse und caritative Einrichtungen bieten ihre Hilfe in den unterschiedlichsten Formen an. Zahlreiche Einrichtungen haben sich auf die Förderung von Kindern mit Behinderungen eingestellt und so sind immer mehr integrative Kindertagesstätten und auch immer mehr integrative Schulen zu finden. Um wirklich einen Einblick in das Leben mit einem behinderten Kind zu bekommen, sollten sich werdende Eltern an Selbsthilfegruppen wenden und sich mit Eltern unterhalten die sich für das Kind, trotz des Wissens um eine Fehlbildung, entschieden haben. Der Austausch über die Erfahrungen die andere Eltern gemacht haben bei der Entscheidungsfindung und auch im täglichen Umgang mit dem eigenen Kind, kann sehr heilsam sein, denn häufig sind die eigenen Vorstellungen viel zu negativ geprägt.

QUELLENANGABEN

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