23. März 2010
Vielen alten Hausmitteln, wie etwa Kohlwickeln oder der guten alten Hühnersuppe, konnte inzwischen eine medizinische Wirkung nachgewiesen werden. In manchen Punkten lag Oma jedoch falsch.
Mit dem Internet und verschiedenen Diskussionsplattformen erleben viele alte und neue Hausmittel eine kleine Revolution. Ob Olivenöl in der Nase, Knoblauchketten um den Hals oder Körperwickel in den skurrilsten Formen, hier findet sich für jedes Problem eine Lösung. Einige dieser Hausmittel können tatsächlich einen unterstützenden Effekt bei der Genesung haben, andere helfen jedoch lediglich auf der psychischen Ebene.
In diesem Fall handelt es sich um ein Hausmittel, das sich tatsächlich gegenteilig auswirken kann. So lautet ein weit verbreiteter Tipp bei Bindehautentzündungen, sich Kamillenteebeutel oder teegetränkte Wattepads auf die Augen zu legen.
Grundsätzlich ist es wahr, dass Kamille eine entzündungshemmende Wirkung haben kann. Für das empfindliche Auge jedoch ist Kamillentee zu scharf und bedeutet eine zusätzliche Reizung. Zudem besteht die starke Gefahr, dass sich eine Allergie entwickelt. Besser ist das Reinigen der Augen mit klarem Wasser oder speziellen Augentropfen statt Kamillentee.
Nicht wirklich schädlich, aber ein hartnäckiger Mythos ist der Konsum von sehr viel Vitamin C gegen Erkältungen oder zur Stärkung des Immunsystems. Heiße Zitrone, Kiwis, Grapefruits und Sprudeltabletten sollen hier helfen.
In Wirklichkeit ist ein Mangel an Vitamin C in Mitteleuropa ausgesprochen selten. Auch ohne fünf Portionen Obst und Gemüse am Tag nehmen die allermeisten Menschen mehr Vitamin C zu sich, als die Deutsche Ernährungsgesellschaft empfiehlt.
Eine Analyse von 55 klinischen Studien hat ergeben, dass es tatsächlich keine Hinweise darauf gibt, dass eine vermehrte Aufnahme von Vitamin C zu weniger Erkältungen führt. Auch die Effekte auf den Krankheitsverlauf selbst sind minimal: Bei einem Erwachsenen, der während eines grippalen Infektes täglich Vitamin C zu sich nimmt, vermindert sich die Krankheitsdauer um gerade einmal acht Prozent.
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