8. Februar 2010
Von Viola Reinhardt
Perfektion, Umtriebigkeit als Beweis dessen, dass man gebraucht wird und erfolgreich ist oder auch nur das schlechte Gewissen - es gibt viele Gründe weshalb sich Menschen nicht trauen einfach mal so richtig faul auf dem Sofa zu liegen, nur spazieren zu gehen oder sich still in einen Sessel zu setzen. Lesen Sie hier einmal fünf Gründe, weshalb jedoch genau solch ein Faul sein Ihnen mehr als gut tun kann.
Stress, und das unter dem Aspekt der Dauerhaftigkeit, macht inzwischen nachweislich seelisch oder auch körperlich krank. Ein desolates und somit anfälliges Immunsystem, Bluthochdruck, Konzentrationsschwächen, Schlafstörungen oder auch Depressionen sind nur einige der Auswirkungen die mit der Zeit auftreten können. Zudem leidet oft die Verdauung, man ist ständig gereizt, Falten tauchen früher auf und schlussendlich verkürzt sich auch durchaus die Lebenszeit. Sich täglich Auszeiten mit dem süßen Nichtstun zu nehmen, reduziert negativen Stress und beugt den genannten Auswirkungen effektiv vor.
Nach Ansicht von Karriereberatern sind die Oberfleißigen die Dummen, denn wer ständig unter Strom steht, leidet unter einem Kreativitäts- und Leistungsverlust, die beide genau dem entgegenwirken, was man sich eigentlich erhofft oder auch als Ziel im Leben anvisiert hat. Auszeiten eröffnen wieder neue Sichtweisen, Humor und soziale Kompetenzen finden eine neue Balance und öffnen durchaus oftmals mehr Karrierewege als es bei einem fast schon krankhaften Arbeiten der Fall ist.
Menschen, die öfter einen Gang zurückschalten, sind die besseren Netzwerker. Mag auch so manchem die bedächtige Art befremdlich erscheinen, zeigt sich bei genauerer Betrachtung, dass genau diese Menschen solchen vorgezogen werden, die unter der Titulierung Streber, Überflieger und über alles hinweg gehende Ehrgeizlinge oftmals nur unangenehm im Zusammensein auftreten.
Durch ein Faul sein spart man sich neue Lebensenergie, denn durch das Zurückschalten des Turbo-Aktivitäten-Antriebs erneuern sich die Zellen, der Organismus kann sich regenerieren und die Lebenszeit verlängert werden. Ab und zu kann man sich bei dieser Thematik ruhig einmal an der Tierwelt orientieren, so etwa am Faultier, das sicherlich eine nicht zu unterschätzende Lebensqualität sein Eigen nennen kann.
Getrieben von dem Gedanken, dass man am besten rund um die Uhr produktiv sein sollte, übersieht man sehr oft die kleinen täglichen Erfolge und vor allem auch die Momente, die einem für immer im Gedächtnis bleiben und mit zunehmendem Alter auch zu beruhigenden Erinnerungen verhelfen können. Gönnen Sie sich jeden Tag mindestens dreißig bis sechzig Minuten ein Faul sein und Sie werden bereits nach nur wenigen Tagen oder Wochen unschwer feststellen können, dass das schlechte Gewissen nachlässt, hingegen die persönliche Lebensqualität deutlich ansteigt.
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04.02.12 | |
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