Künstliche, medizinische und natürliche Inhaltsstoffe in Kosmetika erkennen und verstehen

Cremedose vor grünem Blatt, weißer Hintergrund

Über die Kennzeichnung und Verträglichkeit allgemeiner, bedenklicher und alternativer Inhaltsstoffe von Kosmetika

Laut internationaler Richtlinien muss auf jedem Kosmetikprodukt eine Liste der Inhaltsstoffe angegeben sein. Wurden in den letzten Jahrhunderten auch bedenkliche, ja sogar giftige Substanzen genutzt um Kosmetika herzustellen, sind Produkte rund um die Schönheit so unbedenklich wie nie. Und dennoch können sie bedenkliche Stoffe enthalten, denen man jedoch durch einen geschickten Einkauf aus dem Weg gehen kann. Es ist nicht einfach aus den vielen verschiedenen Inhaltsstoffen etwas ablesen zu können. Daher wollen wir Ihnen einen Überblick verschaffen.

Düstere Historie: Kosmetika als Gefahr für die Haut

Um ihre Schönheit zu betonen benutzen vor allem Frauen seit Jahrtausenden verschiedene Präparate um sich zu schminken. Schon im alten Ägypten schminkten sich Männer wie Frauen die Augen, wie auf den vielen gut erhaltenen Hieroglyphen zu sehen ist gehörte ein Lidstrich zum guten Ton. Und auch im Mittelalter galt es als Schick sich zu schminken, wobei es große Unterschiede zwischen den Ständen gab:

  • So schminkten sich die adligen Damen die Lippen rot,
  • die gemeine Bürgerfrau schminkte sich kaum und
  • bei den Dirnen galten die rot geschminkten Brustwarzen als Erkennungszeichen.

Danke Jungs! Erfindungen aus der Kosmetikwelt

Weltweit bekannte Hersteller entwickelten hochwertige Beauty - und Konsmetikprodukte

Nahaufnahme blonde Frau mit blauen Augen beim Schminken mit Mascara oder Wimperntusche
Wimperntusche © Angie Lingnau - www.fotolia.de

Eine längst fällige Würdigung der frühen Frauenversteher. Mit ihren Erfindungen revolutionierten diese Männer die Kosmetikwelt und verschönern unser Leben bis heute.

Maybelline
Wimperntusche, 1913

Warum T. L. Williams die Wimperntusche erfand? Der amerikanische Chemiker wollte seiner schwer verliebten Schwester Mabel bei einer wichtigen Erprobung helfen. Aus Vaseline und Kohlenstaub mischte er eine schwarze Paste, die ihre Wimpern voller und vor allem länger aussehen lassen sollte – für einen unwiderstehlichen Augenaufschlag.

Das klappte prima, und Mabel heiratete ihren Traummann. Kurze Zeit später ging die erste Mascara der Welt in Serie. Die eigens dafür gegründete Firma wurde „Maybelline“ genannt, eine Wortschöpfung aus Mabel und Vaseline.

Artdeco
Lidschattenbox, 1985

Seine Wunschfarbtöne für das Augen-Make-up selbst zusammenzustellen, das kann man mit den Beauty-Boxen von Artdeco. Lidschatten aussuchen, in die mit einem Magneten versehene Schatulle hineinklipsen, schon ist die individuelle Farbplatte fertig. Geht eine Nuance schneller zu Ende als die anderen, wechselt man sie einfach aus. Heute ist die Nachfüllpackung beinahe moderner als im Erfindungsjahr 1985, denn sie hält ewig – und das ist gut für die Umwelt.

Seit 2005 erscheinen die schwarzen Kästchen dreimal im Jahr passend zur aktuellen Make-up-Kollektion in neuem Design. Umgesetzt hat das preisgekrönte Clip-Prinzip Helmut Baurecht, der Gründer und Eigentümer von Artdeco. Ihm war von Anfang an klar, dass er etwas Besonderes bieten musste, um gegenüber den Luxuslabels zu bestehen. Artdeco zeichnet sich zudem durch eine hohe Qualität bei mittleren Preisen und eine riesige Farbauswahl aus.

Der Erfolg gibt dem kreativen Geschäftsmann recht: Inzwischen ist etwa jedes dritte Make-up-Produkt, das über den Ladentisch geht, von Artdeco. „Marken sind wie Kinder, man liebt sie eben.“ –mit diesem Gedanken trägt Baurecht immer wieder neue, überraschende Ideen in die Welt. Zuletzt die junge Marke BeYu, die es nur bei Douglas gibt.

Guhl
Shampoo mit Natur-Extrakten, 1937

Als Friseur der Reichen und Schönen arbeitete Gustav Guhl zu Beginn der dreißiger Jahre auf Kreuzfahrtschiffen und in internationalen First-Class-Hotels. In Paris eignete er sich dann die neuesten Erkenntnisse der Kosmetik-Chemie an. Damals gab es die ersten alkalifreien Shampoos, und das Haarewaschen mit Seife war in elitären Kreisen verpönt.

Um diesen Trend fortzusetzen, zog sich Guhl zum Experimentieren auf den familieneigenen Bauernhof in den Schweizer Bergen zurück und konnte seine eigenen Shampoos präsentieren. Sie waren eine Sensation, denn sie verbanden moderne Reinigungsformeln mit natürlichen, pflegenden Extrakten wie Ei-Cognac, Pfirsich-Öl oder Bier, das feines Haar griffiger macht. Die Guhl-Shampoos sind bis heute Klassiker. Ihr Erfinder fand in der Natur immer wieder ideale Lösungen für Haarprobleme.

Mitte der achtziger Jahre lancierte das Unternehmen die ersten Colorshampoos, mit Essenzen aus Walnuss, Kamille und Henna. Guhl hatte sie bis zu seinem Tod 1978 eigenhändig mitentwickelt. Ergänzt durch Farbglanz-Pflegespülungen wurde diese Guhl-Innovation oft kopiert, aber – ganz unter uns – nie erreicht.

Echt Kölnisch Wasser
Cool Stick, 1924

Der Erfrischungs-Stick kam 1924 unter dem Namen „Frozoclone“ auf den Markt. Als „Kühlstift gegen Hitze“ im Lippenstift-Format war und ist er ideal für unterwegs und alle Gelegenheiten, bei denen es heiß und stressig zugeht. Der Stift hat mit Sicherheit dazu beigetragen dass „4711 Echt Kölnisch Wasser“ noch beliebter zu machen.

Bis heute wird die Formel des Originalduftes für den zart schmelzenden Stick („Festes kölnisch Wasser“) verwendet. Ein Hauch von Menthol stimuliert die Pulspunkte aus der Haut und kühlt sie, während Aloe vera pflegt, und der Duft selbst mit seinen erfrischenden Kopfnoten und ätherischen Ölen aus Bergamotte, Zitrone und Orange die Sinne belebt. Einfach auf Schläfen, Nacken oder Handgelenk tupfen – und aufatmen. Genau so hatte es der Firmengründer Wilhelm Muelhens gewollt.

Sein „Aqua Mirabilis“ sollte mehr als Duft sein: ein Wunderwasser für die Sinne. 4711 ist eine der ältesten Marken der Kosmetikwelt überhaupt. Das Eau de Cologne wurde 1798 zur Zeit der französischen Revolution kreiert, und die Rezeptur ist seitdem unverändert. Lange war die Glasflasche in Türkis und Gold ein echtes Trendprodukt, das auf Weltausstellungen mit Preisen ausgezeichnet wurde. Neu dagegen und nur im Sommer zu haben „4711 Ice“, eine leichtem frisch-blumige Komposition. Die gibt es natürlich auch als Ice-Stick mit extra kühlendem Menthol.

Max Factor
Greasepaint Make-up, 1914

Max Factor war Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts der Make-up-Artist der Filmstars. Den Hollywood-Beauties kam er näher als jede Kamera. Bei Close-ups gab es nur ein Problem: Klassische Theaterschminke spannte sichtbar und machte Risse auf der Haut. Factor kreierte deshalb 1914 eine cremig-leichte Profi-Foundation, und Stars wie Gloria Swanson oder Jean Harlow konnten endlich bei Nahaufnahmen filmreich strahlen.

„Greasepaint“ wurde Max Factors Eintrittskarte in die High Society Hollywoods. Damit jede Frau glamourös aussehen konnte, brachte er 1920 „Society“ auf den Markt: Das erste Make-up in einer typgerechten Auswahl an Farbtönen – und der Durchbruch für die Kosmetiklinie Max Factor. Der Visagist hatte früh erkannt, dass Foundations individuell abgestimmt sein müssen, und deshalb in den Studios eigene Schminkräume für Blondinen, Rothaarige und Brünette eingerichtet. Er war damit der erste Farb-Typ-Experte der Welt.

Nivea
Allzweckcreme, 1911

Erfunden wurde die erste stabile Fett- und Feuchtigkeitscreme im Jahre 1911 in Hamburg. Damals bekam ihre Verpackung ein zartgelbes Jugendstil-Design und galt als Pflege der Upperclass. Seit 1925 ist die Dose blitzblau und bei allen beliebt. Inzwischen ist die Nivea-Creme in über 200 Ländern zu haben, sogar auf winzigen Tropeninseln. Der unverwechselbare Duft blieb dabei über die letzen Jahrzehnte nahezu unverändert, genau wie die Formel.

Sie ist die Erfindung von Dr. Oskar Troplowitz, Apotheker und Besitzer der Labors Beiersdorf, und seinem Chef-Chemiker Dr. Isaac Lifschütz. Letzterer hat das Eucerit entwickelt. Es sorgt als Emulgator dafür, dass die winzigen Wassertropfen im Öl eingebunden bleiben – und das so sicher, dass die Nivea-Creme ohne Konservierungsstoffe auskommt.

Nivea ist heute eine der international erfolgreichsten Pflege- und Beauty-Marken. Mit dem Wirkstoff Q10 gelang dem Hersteller Beiersdorf vor zehn Jahren ein Coup in der Gesichtspflege. Der Energieträger unterstützt die Zellfunktion der Haut. Die Q10-Serie von „Nivea Visage“ ist heute die weltweit bestverkaufte Anti-Falten-Pflege.

Giftige Substanzen

Egal, aus welchem Grund geschminkt wurde, das Schminken war nicht immer so einfach und ungefährlich wie heute. Oft wurden giftige Substanzen zum Schminken benutzt, wo etwa im Barock als es Schick war sein Gesicht aschfahl abzupudern. Dazu wurden Gesteine zu feinstem Staub vermahlen, die leider sehr bleihaltig waren, sodass die Menschen sich durch das Auftragen der Schminke mit der Zeit eine Bleivergiftung zuzogen.

Denn die Haut kann Stoffe, die aufgetragen werden aufnehmen, auch wenn diese trocken wie etwa das Puder sind. Für die Lippen wurde oft ein intensives Rot verwandt, das sehr kadmiumhaltig war und so ebenfalls zu Vergiftungen führte.

Stetige Weiterentwicklung für eine bessere Verträglichkeit

Seit den 50er Jahren gehört das Make-up nahezu bei jeder Frau zum täglichen Schönheitsritual. Doch seitdem hat sich vor allem in der Produktentwicklung viel getan. Waren Grundierungen früher von schwerer Konsistenz und behinderten die Haut beim Atmen sind sie heute federleicht. Dadurch sind Grundierung und Co. viel verträglicher und führen nur noch zu Hautirritationen, wenn eine Allergie gegen einen Inhaltsstoff besteht.

Und auch bei Lidschatten, Lippenstift und anderen Kosmetika muss sich niemand darüber Gedanken machen, dass diese Produkte die Haut nachhaltig schädigen könnten.

Kosmetika sind heute keine Gefahr mehr für die Haut, da sie in Deutschland dem Lebensmittelrecht unterliegen. Das heißt das keine Inhaltsstoffe verarbeitet werden dürfen, die nicht essbar sind oder gar eine Gesundheitsgefährdung wären. Darum sind Hautschädigungen und Vergiftungen bei den heutigen Kosmetika absolut ausgeschlossen.

Wirtschaftspressekonferenz des Industrieverbandes

Der Industrieverband für Körperpflege- und Waschmittel kann Wachstum des Gesamtmarktes verzeichnen

Kosmetika: Flaschen mit Shampoo, Duschgel, Bodylotion, Parfüm
Pflegeprodukte © seen - www.fotolia.de

Der Industrieverband Körperpflege- und Waschmittel repräsentiert eine Industrie, die mit ihren Produkten so nahe am Menschen ist wie kaum eine andere. Die Produkte sorgen für Wohlbefinden, Gesundheit und Werterhalt in drei Ebenen des täglichen Lebens – sie sind erstens dazu da, die Menschen selbst zu reinigen und zu pflegen, zweitens ihre Kleidung und Schuhe und nicht zuletzt drittens ihr Zuhause und ihr Umfeld.

Angesichts dieser positiven Wirkungen der Produkte auf den Konsumenten ist es erfreulich, dass sich – allen Unkenrufen zum Trotz – die Märkte einigermaßen behauptet haben. Körperpflegemittel wachsen noch einmal um 2,2%. Wasch-, Pflege- und Reinigungsmittel liegen etwas unter dem Niveau des Vorjahres.

Der Gesamtmarkt wächst um 2,2% auf 12,6 Milliarden Euro. Die Pro-Kopf-Ausgaben erhöhen sich von knapp 150 Euro auf etwas über 153 Euro. Deutschland bleibt damit im westeuropäischen Mittelfeld.

Die unterschiedlichen Teilmärkte

  • Das Segment der Haarpflegemittel bleibt mit 3,04 Milliarden Euro der größte Einzelmarkt und wächst ebenfalls um 2,2%, vor allem bei Shampoos, Spülungen und Haarspray sowie Haarlack.

  • Etwas geringer hat sich der zweitgrößte Teilmarkt der Hautpflegemittel entwickelt. Der Markt nimmt um 1,3% auf 2,93 Milliarden Euro zu. Wesentlichen Anteil daran haben die Gesichtspflegemittel. Haut- und Handcremes sowie Körperlotionen stagnieren. Das Gleiche gilt für Sonnenschutzmittel.

  • Der drittgrößte Teilmarkt mit einer erneut sehr erfreulichen Entwicklung ist in diesem Jahr der Markt der dekorativen Kosmetik. Der Markt wächst um 6,9% auf 1,33 Milliarden Euro.

  • Zahn- und Mundpflegemittel folgen knapp dahinter mit einem Marktvolumen von 1,32 Milliarden Euro. Das Wachstum hat sich jedoch gegenüber den beiden Vorjahren deutlich abgeschwächt und beträgt nur noch 0,8%.

  • Damendüfte und -Parfums nähern sich zwar mit 974 Millionen Euro weiter der Milliardenschwelle, nehmen aber nur noch gering zu. Höherpreisige Neuheiten einerseits sowie eine gewisse Kaufzurückhaltung andererseits kennzeichnen den Markt.

  • Auch bei der Herren-Kosmetik hat sich das hohe Wachstum der beiden letzten Jahre nicht fortgesetzt. Der Markt ist leicht gedämpft bei 881 Millionen Euro. Lediglich die Pflegecremes entwickeln sich noch sehr erfreulich mit einem Plus von 5%.

  • Dusch- und Badezusätze entwickeln sich weiter positiv. Der Markt wächst um 2,7 % auf 840 Millionen Euro.

  • Deodorantien zeigen sich mit einem Wachstum von 5,5 % sogar noch besser als im Vorjahr und erreichen 681 Millionen Euro. Der Umsatz mit Seifen und Syndets wächst nach zwei Jahren wieder leicht auf 214 Millionen Euro.

Luxuskosmetikbranche stemmt sich gegen die Krise - Umsatzwachstum liegt bei 1,9 Prozent

In Wirtschaftskrise konnte sich Kosmetikbranche bis jetzt über Wasser halten - trotz Markenpiraterie

Junge Frau steht vor Kosmetikregal
Young blond woman looking at cosmetics in a store © Yuri Arcurs - www.fotolia.de

Die führenden 50 Unternehmen des selektiven Kosmetikvertriebs konnten 2008 der Finanz- und Wirtschaftskrise trotzen und ihre Umsätze in einem schwierigen gesamtwirtschaftlichen Umfeld steigern.

"Die Verbraucher haben im vergangenen Jahr noch nicht mit der befürchteten Kaufverweigerung reagiert. Unsere Umsatzerwartungen für 2008 konnten daher weitgehend erreicht werden. Entscheidend für diesen Erfolg war und ist hier sicherlich die Bedeutung des Faktors Marke verbunden mit hoher Produktqualität, innovativen Entwicklungen, überdurchschnittlichen Serviceangeboten und einer entsprechenden Verkaufsästhetik", sagt Stephan Seidel, VKE-Präsident und Geschäftsführer Clarins, Starnberg, auf der VKE-Jahrespressekonferenz in Frankfurt am Main.

Die vom VKE-Kosmetikverband repräsentierten Unternehmen der mittel- und höherpreisigen Kosmetik erzielten 2008 einen Branchenumsatz von 1,719 Mrd. Euro. Das entspricht einem erfreulichen Wachstum von 1,9% gegenüber dem Vorjahr.

Betrachtet man die Einzel-Segmente, stellt sich die Umsatzentwicklung folgendermaßen dar:

  • Die Dekorative Kosmetik fungiert erneut als Wachstumstreiber und erzielt mit 5,4 Prozent den höchsten Zuwachs. Gerade im IV. Quartal 2008 griffen die weiblichen Kunden in Zeiten der Rezession verstärkt zu Lippenstift und Make Up.

  • Im Körperpflegesegment hat sich 2008 der positive Trend fortgesetzt. Die Steigerung um 3,2 Prozent zeigt, dass Anti-Aging- und Wellness-Produkte vom Verbraucher gut angenommen worden sind.

  • Auch die Männerkosmetik legt zu. Allerdings konnte – bedingt durch die geringere Anzahl an Neulancierungen – nur ein vergleichsweise bescheidenes Plus von 3,0 Prozent erreicht werden. Grundsätzlich werden Männer aber immer kosmetikaffiner.

  • Die Damenduftserien zeigen ebenfalls Aufwärtstendenz. Das Plus von 1,4 Prozent kommt sowohl durch Neulancierungen als auch die stabile Entwicklung der Klassiker zustande.

  • Mit einem erneuten Rückgang und zwar um 1,7 Prozent bleibt die Entwicklung der Pflegenden Kosmetik (Gesichtspflege Damen und Sonnenpflege) hinter den Erwartungen zurück. Trotz innovativer, leistungsstarker Produktangebote ist auf diesem Feld der Wettbewerb zum Konsummarkt besonders groß.

"Rund 33% der Mitgliedsunternehmen gelang zwar umsatzmäßig noch ein positives I. Quartal 2009. Die Prognosen sind jedoch wenig zuversichtlich. 72% der VKE-Mitglieder rechnen für 2009 unter dem Strich mit sinkenden Umsätzen, weitere 28% mit Erlösen auf dem Niveau von 2008. Für das Gesamtjahr gehen wir von Umsatzrückgängen zwischen 2 und 4 % aus. Die Branche hofft, im ersten Halbjahr mit einem blauen Auge davon zu kommen. Ab dem Herbst erwarten wir wieder leichten Rückenwind. Dies kann jedoch die Verluste der ersten Monate nicht ausgleichen.", sagt VKE-Geschäftsführer Martin Ruppmann.

Der Kampf gegen Markenpiraterie und die resultierenden Gefahren

Der VKE-Kosmetikverband intensiviert in 2009 seinen Kampf gegen Produkt- und Markenpiraterie. Durch die Beteiligung an der APM-Ausstellung "Schöner Schein. Dunkler Schatten", die in 30 ECE-Einkaufszentren gezeigt wird, und eine flankierende Plakataktion im Facheinzelhandel betreibt die Industrie aktive Verbraucheraufklärung.

Martin Ruppmann: "Wir wollen mit dieser Aktion die Konsumenten dafür sensibilisieren, dass der Kauf von Piraterieware die eigene Gesundheit massiv gefährdet, Arbeitsplätze vernichtet und die organisierte Kriminalität fördert."

Im Jahr 2008 war der Wert der an den deutschen Grenzen sichergestellten Waren im Produktsegment Kosmetik bzw. Düfte von 2,8 Mio. Euro (2007) auf 13,2 Mio. Euro gestiegen.

Kauf zwischen Lust und Frust - Beautyprodukte als Wirtschaftsindikator

Online-Untersuchung zeigt, wann und was Frauen kaufen und bei was sie am ehesten verzichten

Fünf verschiedene weiße Kosmetikprodukte vor einem grünen Blatt voller Wassertropfen
Product. © BillionPhotos.com - www.fotolia.de

Der VKE-Kosmetikverband, Berlin, Repräsentant der selektiv vertriebenen Kosmetik in Deutschland, hat gemeinsam mit dem Burda Community Network, München eine Online-Untersuchung zur aktuellen Konsumstimmung bei Kosmetikverwenderinnen durchgeführt. Befragt wurden mehr als 1000 Frauen über 18 Jahren. Ziel der Untersuchung war es u.a. die Richtigkeit klassischer Konsummythen zu klären, wie beispielsweise die zunehmende Verwendung von Lippenstiften in Krisenzeiten.

Laut Studie haben die Auswirkungen der Wirtschaftskrise das allgemeine Konsumverhalten in Deutschland nur marginal erfasst, denn bisher ist nur etwa die Hälfte der Konsumenten hierzulande unmittelbar von Rezessionstendenzen betroffen.

Nur wenige Frauen sparen bei der Kosmetik

Das Kaufverhalten von Frauen wird immer wieder als Wirtschaftsindikator herangezogen – sowohl in guten als auch in schlechten Zeiten. Frei nach dem Motto: Kann ich mir nichts Großes leisten, kaufe ich mir eben etwas Kleines. Diese Einstellung lindert momentan die sicherlich spürbaren Umsatzeinbußen der Kosmetikindustrie zumindest teilweise. „Zum Glück sparen laut Studienergebnis nur 16 Prozent der befragten Frauen bei Kosmetik. Andere Segmente wie etwa Bekleidung, Schmuck oder Fernurlaube sind laut Untersuchung eher betroffen“, erläutert Martin Ruppmann, Geschäftsführer VKE-Kosmetikverband.

Nur ein Viertel der Umfrageteilnehmerinnen will 2009 auf der ganzen Linie weniger für Konsum ausgeben. Wenn man sich bei Kosmetikprodukten überhaupt einschränkt, wird zunächst an der dekorativen Kosmetik gespart – mit Ausnahme der Lippenstifte (wie aktuelle IRI Daten belegen). Am wenigsten wird auf Gesichtspflege sowie Haarpflege und Deo verzichtet. Jede Zweite ist allerdings vor dem Hintergrund drohender Arbeitslosigkeit bzw. Einkommenseinbußen in der Familie preissensibler geworden und vergleicht die Angebotspreise mehr als zuvor. Noch zeigt die Frage nach der Veränderung des Einkaufsverhaltens, dass die meisten Konsumentinnen preisresistent sind, d.h. Markenbedeutung kommt immer noch vor Preis.

Der Zusammenhand von Stimmung und Kaufverhalten

„Neurobiologische Untersuchungen in diesem Zusammenhang belegen darüber hinaus den stimmungshebenden Effekt des Shoppens. Der Einkauf von Kosmetikprodukten kann zum einen die schon positive Stimmungslage verstärken, zum anderen aber auch als Stimmungsaufheller dienen. 72 Prozent der Frauen kaufen Kosmetik, wenn sie zufrieden sind, 62 Prozent, wenn sie sich attraktiv fühlen. Einkaufen in unzufriedener oder unglücklicher Stimmung kommt lediglich für 33 bzw. 22 Prozent in Frage. Düfte und Lippenstift werden dabei in besonderer Luststimmung erworben“, führt Ruppmann weiter aus.

Fast 70 Prozent der Befragten sind davon überzeugt, dass die Verwendung von Kosmetikprodukten in Zukunft an Bedeutung gewinnen wird, da sich die Menschen auch bzw. gerade in schwierigen Zeiten den ganz persönlichen kleinen Luxus gönnen wollen. „Mit innovativen und hochwertigen Produkten sowie herausragendem Service wird die Beautyindustrie und Handel auch in turbulenten Zeiten zum Erlebniskauf bei Kosmetik beitragen“, so Martin Ruppmann.

Modernes Wirrwarr: Aufdrucke auf Kosmetika richtig verstehen

Ganz schön kompliziert: Wer einen näheren Blick auf die Verpackung von Beautyprodukten riskiert, der ist anschließend meist verwirrter als zuvor. Wir erklären, wie man sich im Dschungel der Aufdrucke zurechtfindet. Dabei ist das Entziffern der verschiedenen Inhaltsstoffe eigentlich gar nicht so schwer - vorausgesetzt, man kennt sich ein wenig im Vokabular aus. Jede einzelne chemische Verbindung muss man dazu nicht unbedingt kennen.

Meist genügt es schon, den Aufbau der Auflistung zu verstehen. Seit 1997 nämlich gilt hierfür EU-weit eine einheitliche Regelung, die in der sogenannten Nomenklatur INCI festgelegt ist. Diese Bestimmung regelt zum Beispiel,

  • welcher Inhaltsstoff wo aufgedruckt sein muss und
  • wie unter anderem Allergiker vor bedenklichen Inhaltsstoffen geschützt werden können.

Die Inhaltsstoffe in absteigender Reihenfolge

Grundsätzlich stehen dabei die Inhaltsstoffe an erster Stelle, die den größten Anteil des Produkts ausmachen - eigentlich wie beim Lebensmitteleinkauf. Wer in der Schule im Latein-Unterricht aufgepasst hat, der ist hier klar im Vorteil: Ein Großteil aller Inhaltsstoffe wird in lateinischer Sprache deklariert.

Und wem Namen wie Adeps Bovis oder Cera Alba trotzdem nichts sagen, der findet im Internet zahlreiche Übersichtslisten, auf denen möglichst viele der in Deutschland und der EU erlaubten Inhaltsstoffe mitsamt lateinischem Namen zu finden sind.

Anspruch auf Vollständigkeit gibt es hier nicht, trotzdem bieten die sowohl offiziellen wie auch inoffiziellen Listen einen umfassenden Überblick.

Häufig fehlerhafte Angaben von Inhaltsstoffen bei Kosmetikprodukten

Verschiedene Kosmetikartikel wie Cremes und Make-up
make-up, day cream, creamy, night cream, © deardone - www.fotolia.de

Wenn auf der Verpackung einer Kosmetik nicht alle Inhaltsstoffe aufgeführt werden, so kann es vor allem bei Allergikern zu schlimmen Folgen kommen. In der Schweiz wurden nun verschiedene Produkte in den Labors untersucht, und zwar die Menge der 26 allergenen Duftstoffe, die mittlerweile seit drei Jahren zum Schutz der Allergiker auf den Verpackungen angezeigt werden müssen.

Man untersuchte Mundwasser, Cremes, Haarpflegemittel, Lotionen, Parfüms und Gels. Als Ergebnis stellten die Tester fest, dass fast in jedem dritten Produkt wenigstens ein allergener Stoff über dem zugelassenen Wert lag. Bei drei Produkten, die aber nicht aus Europa stammen, standen alle 26 Stoffe auf der Verpackung, aber nur wenige waren im Produkt vorhanden.

Weiterhin zeigte sich, dass bei 70 bis 80 Prozent der europäischen Produkte (EU und die Schweiz) auf jeden Fall die Angaben auf der Verpackung standen, anders dagegen bei den Importprodukten außerhalb der EU, wo die richtigen Angaben nur bei 30 Prozent lagen.

VKE-Kosmetikverband fordert: Produkt- und Markenpiraterie konsequenter ahnden

Produktfälschungen im Kosmetiksegment sind sehr verbreitet, VKE-Kosmetikverband fordert Haftstrafe

Frau mit Parfümfläschchen riecht an ihrem Handgelenk, weißer Hintergrund
Woman holding perfume bottle smelling her wrist © studiovespa - www.fotolia.de

Der VKE-Kosmetikverband spricht sich vor dem Hintergrund zunehmender Fälle von Produktfälschungen im Kosmetiksegment für eine konsequentere und schärfere Bestrafung von Produkt- und Markenpiraten aus.

Zunahme von Produkt-und Markenpiraterie

Die Hersteller von Parfüms beziehungsweise Kosmetikprodukten sind in einem steigenden Umfang von Produkt- und Markenpiraterie betroffen. So hat sich der Wert der durch den deutschen Zoll sichergestellten Waren zwischen 2005 und 2007 mehr als verfünffacht. Auf europäischer Ebene gibt es bei der absoluten Zahl der beschlagnahmten Produkte eine eklatante Zunahme. So wurden im Jahr 2007 europaweit 1.504 Fälle mit 6.103.171 beschlagnahmten Artikeln (Kosmetik und Parfüm) registriert. Das ist gegenüber dem Jahr 2006 mit insgesamt 1093 Fälle bei denen 1.676.409 Artikel beschlagnahmt wurden eine Zunahme um 264%.

Aufklärung der Öffentlichkeit

Anlässlich der Auftaktveranstaltung zur Roadshow der Ausstellung „Schöner Schein. Dunkler Schatten“ erklärt Martin Ruppmann, Geschäftsführer VKE-Kosmetikverband: „Wer gefälschte Düfte oder Kosmetikprodukte kauft, begeht mittelbar Diebstahl und macht in aller Öffentlichkeit deutlich, dass ihm das vielfache Leid der Menschen in der illegalen Produktion egal ist. Ferner billigt er Geldwäsche und Drogen- bzw. Waffenschmuggel, die häufig durch den Handel mit gefälschten Markenartikeln finanziert werden.

Produkt- und Markenpiraterie muss vom Gesetzgeber und den zuständigen Behörden endlich als gefährliche Wirtschaftskriminalität angesehen werden. Wir fordern daher eine konsequentere Umsetzung der vorhandenen strafrechtlichen Vorschriften, eine härtere Ausschöpfung der vorgesehenen Strafmaße sowie die Einführung einer Mindestfreiheitsstrafe von einem halben, besser noch einem Jahr für gewerblich begangene Schutzrechtsverstöße.“

Keine Bagatelle

Die Kosmetikindustrie versucht zusätzlich zu diesen Forderungen durch eine intensive Zusammenarbeit mit den Ermittlungsbehörden und durch verstärkte kooperative Anstrengungen mit anderen betroffenen Industriezweigen bzw. deren Verbänden im Bereich der Verbraucheraufklärung ein weiteres Ausufern des Problems zu verhindern. Ziel ist es, der Öffentlichkeit zu vermitteln, dass der Kauf gefälschter (Kosmetik)Produkte keine Bagatelle ist, sondern dadurch der organisierten Kriminalität massiv Vorschub geleistet wird und die Verbraucher sich einer hohen Gesundheitsgefährdung aussetzen.

EG-Kosmetik-Richtlinie

Neue Entwicklungen im Verzicht auf Tierversuche

Sortiment an diversen Kosmetikartikeln wie Cremes, Reinigungsmilch etc.
53- vials © Dmitry Ersler - www.fotolia.de

Mit der Veröffentlichung der 7. Änderung zur EG-Kosmetik-Richtlinie im Frühjahr 2003 hat der Gesetzgeber das Ziel gesetzt, Tierversuche zur Bewertung der Sicherheit kosmetischer Inhaltsstoffe ab dem 11. März 2009 ohne Rücksicht auf die Verfügbarkeit von Alternativmethoden zu verbieten.

Zusätzlich wurde ein Vermarktungsverbot für Kosmetika mit tierexperimentell geprüften Inhaltsstoffen erlassen. Das Vermarktungsverbot soll in zwei Phasen in Kraft treten: Für die toxikologischen Endpunkte Toxizität bei wiederholter Verabreichung, unerwünschte Einflüsse in der Fortpflanzung und Einflüsse auf den Stoffwechsel ist der Stichtag der 11. März 2013. Für alle anderen Endpunkte gilt das Verbot bereits ab dem 11. März 2009.

Bisher existierende Alternativmethoden

Kosmetische Fertigprodukte werden in Deutschland ohnehin schon seit vielen Jahren nicht mehr in Tierversuchen getestet.Dank der enormen Anstrengungen zahlreicher Forschergruppen unter maßgeblicher Beteiligung der Kosmetikindustrie gibt es heute bereits eine Reihe validierter Testmethoden zur Haut- und Augenreizung. Darüber hinaus existieren erfolgversprechende alternative Methoden zur Prüfung auf allergisierende Wirkung. Allerdings gibt es andere Endpunkte, für die bis zum Stichtag 11. März 2013 ein vollständiger Ersatz von Tierversuchen noch nicht absehbar ist.

In der Entwicklung dieser Alternativmethoden und deren Anerkennung hat die Kosmetikindustrie in der EU Pionierarbeit geleistet. Sie hat in hohem Maße dazu beigetragen, dass die folgenden 5 Alternativmethoden in der EU und teilweise sogar durch die OECD weltweit anerkannt sind: Zwei Methoden zur Ätzwirkung auf der Haut, jeweils eine Methode zur perkutanen Penetration, Phototoxizität und Hautreizung. Zur Genotoxizität gibt es bereits seit längerer Zeit behördlich anerkannte In-vitro-Methoden.

Darüber hinaus gibt es bereits weitere firmeninterne Teststrategien (zum Beispiel im Bereich der Augenreizung), aber bisher noch keine universell einsetzbaren, offiziell anerkannten Alternativmethoden. In anderen Bereichen (zum Beispiel Genotoxiziät/Mutagenität, Hautsensibilisierung und systemische Toxizität) gehen die Forschungen unvermindert weiter.

Keine Beeinträchtigung durch Vermarktungsverbot

Die Kosmetikindustrie ist auf den Ablauf der ersten Frist vorbereitet. Die Experten der IKW-Mitgliedsfirmen gehen davon aus, dass das am 11. März 2009 in Kraft tretende Vermarktungsverbot weder die Sicherheit der kosmetischen Produkte noch die Innovationskraft der Industrie beeinträchtigen wird. Diese Auffassung basiert auf den großen Anstrengungen, die es ermöglicht haben, dass für alle von der unmittelbar bevorstehenden Änderung betroffenen Endpunkte geeignete Alternativmethoden, Test- oder Bewertungsstrategien vorliegen.

Sofern diese alternativen Teststrategien im Rahmen behördlicher Verfahren angewandt werden (Einreichung von Sicherheitsdaten für geregelte Stoffe), wird von den zuständigen Behörden eine gewisse Flexibilität erwartet. Da die formale internationale Anerkennung vieler wissenschaftlich wertvoller Alternativmethoden noch nicht abgeschlossen ist, setzt die Kosmetikindustrie große Hoffnung auf eine pragmatische, unbürokratische Vorgehensweise.

Wer die zuständigen Partner sind

Um einen schnelleren Fortschritt bei den noch laufenden Entwicklungs- und Validierungsaktivitäten für Alternativmethoden zu erreichen, bedarf es der partnerschaftlichen Kooperation aller Beteiligten (nationale und europäische Behörden, Nichtregierungsorganisationen, Tierschutzverbände etc.).

Dieses Ziel wird beispielsweise von der „European Partnership on Alternative Approaches to Animal Testing“ (EPAA) verfolgt, an der die deutsche Kosmetikindustrie über den europäischen Dachverband COLIPA aktiv beteiligt ist. Herauszuheben ist ferner das fünfjährige gemeinsame Forschungsvorhaben von EU-Kommission, Wissenschaft und Industrie zur Toxizität bei wiederholter Verabreichung, das mit 50 Millionen Euro ausgestattet ist.

Im Jahre 2011 wird die EU-Kommission einen ausführlichen Bericht über den Stand der Forschung geben. Dann werden auch die zuständigen Gremien prüfen, ob die Frist 2013 aus wissenschaftlicher Sicht realisierbar ist.

EU-Parlament verabschiedet neue Kosmetik-Verordnung

Neue Kosmetik-Verordnung - Vereinheitlichung innerhalb der EU, jedoch noch immer mit Schwachstellen

Kosmetikregal mit Lippenstiften, Puder, Rouge etc.
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Nach zweijährigen Beratungen haben sich EU-Kommission, Mitgliedstaaten und Europäisches Parlament auf den Text für eine neue Kosmetik-Verordnung geeinigt. Mit der Zustimmung des Europäischen Parlaments am 24. März in Straßburg konnte das Gesetzgebungsverfahren bereits nach der 1. Lesung abgeschlossen werden.

Ziel der EU-Kommission ist es gewesen, das seit 1976 vielfach geänderte Kosmetikrecht zu vereinfachen und zugleich an die technische Entwicklung der letzten Jahre anzupassen.

Die wichtigsten Neuerungen sind:

  • Aus der Richtlinie wird eine in den EU-Staaten unmittelbar geltende Verordnung. Damit sollen unterschiedliche nationale Umsetzungen vermieden werden.
  • Die in der Richtlinie verwendeten Begriffe wie der des Inverkehrbringers werden definiert.
  • Der Inhalt der Produktangaben (Sicherheitsdossiers) wird in einem Anhang näher beschrieben.
  • Die Notifizierung der Rahmenrezepturen für die Behandlung von Vergiftungsfällen soll auf EU-Ebene erfolgen anstatt wie bisher in jedem einzelnen Mitgliedstaat.
  • Die Positivlisten zugelassener Stoffe werden vereinheitlicht.
  • Technische Details wie Analysemethoden und Gute Herstellungspraxis (GMP) sollen durch Verweise auf internationale ISO-Normen geregelt werden, um den Gesetzgeber von Detailarbeit zu entlasten.
  • Besonders zu erwähnen ist die auf vielfältigen politischen Wunsch eingeführte Regelung des Einsatzes von Nanomaterialien. Wer Nanomaterialien in kosmetischen Mitteln verwendet, muss dies gegenüber der EU-Kommission anzeigen und ein Sicherheitsdossier einreichen. Die EU-Kommission kann in Zweifelsfällen den Beratenden wissenschaftlichen Ausschuss einschalten und ggf. eine gesetzliche Regelung des betreffenden Stoffes treffen. Ferner wird die EU-Kommission verpflichtet, jährlich einen Bericht über den Einsatz von Nanomaterialien zu veröffentlichen.

Probleme und Vorteile der neuen Verordnung

Positiv sind die einheitliche Geltung der neuen Verordnung in allen Mitgliedstaaten sowie die klare Struktur der einzelnen Regelungen.

Eine Vereinfachung im Sinne der Deregulierung hat es jedoch nicht gegeben. Die Produktnotifizierung ist komplexer geworden, bis hin zur Einreichung eines Fotos der zu vermarktenden Packungen. Auch die Regelung der Nanomaterialien ist sehr kompliziert und steht zum Teil in Konkurrenz zur EU-Chemikaliengesetzgebung REACH.

In der Öffentlichkeit ist teilweise der Eindruck entstanden, dass die Wirksamkeit kosmetischer Mittel bisher nicht nachgewiesen werden muss. Dabei ist bereits seit der Einführung der EG-Kosmetik-Richtlinie 1976 der Schutz vor Irreführung verankert. Danach muss die ausgelobte Wirkung belegt werden.

Mit der 6. Änderung wurde darüber hinaus festgeschrieben, dass die ausgelobte Wirkung im Rahmen einer umfangreichen Produktinformation dokumentiert werden muss. Diese wird von den zuständigen Überwachungsbehörden der Länder überprüft. Außerdem gibt es in Deutschland seit 1896 das Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb.

Vitamine in Kosmetik

Unsere Haut bietet dem Körper eine Schutzhülle, welche gepflegt werden möchte. Wie auch der Körper selbst benötigt die Haut ebenso bestimmte Vitamine, um lange gesund zu bleiben. Deshalb sind in vielen Kosmetikprodukten Vitamine zu finden.

  • Vitamin C sorgt nicht nur für ein gesundes Immunsystem, es hat auch eine positive Auswirkung auf die Haut. Das Vitamin C sorgt für einen Aufbau der Kollagenfasern und festigt Haut und Bindegewebe.

  • Vitamin A ist dafür verantwortlich, dass Krankheitserreger nicht durch die Haut in den Körper eindringen können. Das A Vitamin sorgt für eine gute Zellerneuerung und gibt den Zellen den Anstoß sich zu teilen. Die dadurch entstehenden neuen Zellen machen die Haut widerstandsfähiger und glätten diese. Auf Inhaltsstofflisten ist Vitamin A häufig als Retinol bezeichnet.

  • Freie Radikale greifen die Zellen an und schwächen das Immunsystem. Um die freien Radikalen abzuwehren benötigt die Haut Vitamin E, welches zudem auch die Feuchtigkeit der Haut reguliert.

Vitamin A in Pflegeprodukten - Warum das Bundesinstitut für Risikobewertung rät, vorsichtig zu sein

Kosmetikcreme in Döschen, umgeben von grünen Blättern
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Vitamin A ist in unendlich vielen Schönheitsprodukten von Gesichtscremes und Körperlotionen bis hin zu Make-Ups und Lippenstiften enthalten. Und die Kosmetikfirmen werben kräftig mit dem Stoff, der gesund und schön machen soll. Besonders in Anti-Aging-Produkten ist Vitamin A enthalten, weil ihm eine hautstraffende Wirkung nachgesagt wird.

Negative Konsequenzen

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) sieht das alles nicht ganz so rosig. Es sprach jetzt eine Warnung aus. Wer zu häufig Kosmetika verwende, die Vitamin A enthalten, riskiere Hautveränderungen, Übelkeit, Kopfschmerzen und sogar Lebererkrankungen. Der Grund: Über unsere Ernährung nehmen wir in der Regel schon genügend Vitamin A zu uns.

Studien haben ergeben, dass über die Pflege noch bis zu 25 Prozent der sogenannten Retinol-Äquivalente hinzukommen können. Die müssen vom Körper aber abgebaut werden. Das könne schnell zu viel werden, warnt auch die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE). Ob Vitamin A enthalten ist, erkennt man an Bestandteilen wie Retinol, Retinyl Palmitat, Axerophthol und Tretinoin.

Zusatzstoffe in Kosmetika erkennen und verstehen

Kosmetikwerbung - das Vertrauen vieler Kunden sinkt

Sortiment an diversen Kosmetikartikeln wie Cremes, Reinigungsmilch etc.
53- vials © Dmitry Ersler - www.fotolia.de

Die Werbung hält selten wirklich das, was sie uns gerne glauben machen möchte. Insbesondere im Kosmetikbereich haben viele Kunden mittlerweile das Vertrauen in die in Zeitschriften, Radio und Fernsehen versprochene Wirkung von Pflegeprodukten verloren. Dabei versuchen die Kosmetikfirmen doch alles Erdenkliche, um das einstige Vertrauen ihrer Kunden zurückzugewinnen.

So sind die Hersteller emsig darum bemüht, die in der Werbung vermittelten Botschaften ernsthaft zu belegen und so realistisch wie möglich zu gestalten. Denn gerade das Kosmetikmarketing ist dafür bekannt, den Kunden mittels verkehrter Behauptungen Eigenschaften zu suggerieren, die das umworbene Produkt gerade eben nicht enthält.

Einige Kosmetikprodukte bieten allerdings nicht nur einen hautpflegenden Effekt. Eine Vielzahl von Stoffen in Kosmetikprodukten gilt als bedenklich. Diese Stoffe können den Hautalterungsprozess beschleunigen oder die Hautflora nachweislich schädigen.

Vor allem Menschen mit empfindlicher Haut sollten bei der Auswahl von Kosmetika darauf achten, dass diese dermatologisch überprüft wurden. Bei Kosmetika, die von Hautärzten getestet wurden, findet sich meist ein kleiner Vermerk auf der Packung. Darauf zu achten ist deshalb so wichtig, weil nur so gewährleistet, ist das die Kosmetika keine problematischen Stoffe enthalten.

Farb-, Duft- und Konservierungsstoffe

Bedenklich sind in Kosmetika oft die Farb- und Konservierungsstoffe. Diese können vor allem bei empfindlichen Personen zu Unverträglichkeitsreaktionen führen. Diese können von einem Kribbeln und Brennen bis hin zu großflächigen Hautausschlägen reichen.

Das Stoffe als Zusatz für Kosmetika benutzt werden von denen bekannt ist das sie zu Hautreizungen führen können, liegt vor allem daran, dass diese Stoffe meist günstiger in der Herstellung sind als eine verträglichere Alternative. Deshalb sollte man bei sehr günstiger Kosmetik besonders aufmerksam sein, denn diese wird meist in Ländern mit Billiglohnniveau produziert. Hier können in der Produktion Stoffe zum Einsatz kommen, die in Deutschland nicht für die Kosmetikherstellung zugelassen sind.

Häufig werden von in Kosmetik enthaltenen Inhaltsstoffen Allergien ausgelöst. Vorsicht ist bei jeglicher Art von Duftstoffen geboten. Häufig verbreiten Cremes, Duschgels, Shampoo usw. einen angenehmen Duft, welcher künstlich erzeugt wurde.

  • Die Duftstoffe können allergische Hautreaktionen in Form von Ausschlägen und Reizungen auslösen.

  • Konservierungsmittel können die Hautflora schädigen und Allergien auslösen.

  • Auch überdenkenswert ist die Tatsache das viele konventionelle Kosmetika raffinierte Erdölprodukte beinhalten. Fettstoffe können die Poren verschließen und den Zustand der Haut negativ beeinflussen.

  • Nahezu jedes konventionelle Kosmetikprodukt Parabene, die dazu dienen das Produkt länger haltbar zu machen. In den letzten Jahren gerieten die Parabene zunehmend in den Fokus der Wissenschaft. Diese vermutet einen Zusammenhang zwischen des Auftretens von Krebserkrankungen und der Verwendung von parabenhaltigen Kosmetika.

Immer mehr Hautärzte sind besorgt über schädliche Zusatzstoffe in Kosmetik-Produkten

Hautarzt mit Brille untersucht ein großes Muttermal auf dem Rücken einer Frau mit der Lupe
Hautarzt findet Verdacht auf Hautkrebs © Dan Race - www.fotolia.de

Hautärzte machen sich Gedanken über schädliche Zusatzstoffe in Kosmetik-Produkten. Zum Ausdruck brachten sie diese Besorgnis jetzt auf einer Konferenz, bei der sie die EU-Zulassungsbehörde dazu bringen wollten zu handeln.

Konkret geht es um die Substanz Methylisothiazolinon (MI), die in sehr vielen Kosmetikprodukten vorkommen - nicht nur in solchen aus dem Discounter. Das Problem an MI ist, dass es ein sehr hohes Potential hat, Reizungen der Haut und Allergien auszulösen.

Britische Wissenschaftler konnten in bisher unveröffentlichten Studien nachweisen, dass dieser Stoff mehr und mehr zum Problem wird. MI wurde früher im Verhältnis 3 zu 1 mit dem Stoff Methylchloroisothiazolinon (MCI) gemischt. So sollten Kosmetik- und Pflegeprodukte haltbarer gemacht werden. Seitdem MCI verboten ist, wird nur noch MI verwendet. Eine Dosis von bis zu 0,01 Prozent darf in einem Pflegeprodukt laut EU enthalten sein.

Dermatologen und andere Experten sind sich aufgrund der neuen wissenschaftlichen Erkenntnisse jedoch sicher, dass auch das zu viel sei. Zumindest aber müsse es eine eindeutige Kennzeichnung auf der Verpackung geben, damit Verbraucher informiert sind. Das ist bisher noch nicht der Fall.

Kostenlose Proben bergen Gefahren

Wer freut sich nicht, wenn es irgendwo kostenlose Proben gibt? Immerhin bekommt man etwas geschenkt und das macht bekanntlich glücklich. Doch viele kostenlose Proben könnten eine Gefahr für die Gesundheit darstellen, warnt jetzt das Chemische und Veterinär-Untersuchungsamt in Karlsruhe. Dort wurden im vergangenen Jahr insgesamt etwa 49.000 verschiedene Proben untersucht.

In 22 aus 46 getesteten Kosmetikartikeln konnten verbotene Farbstoffe nachgewiesen werden. Zudem war bei 33 Proben die Liste der Inhaltsstoffe unvollständig. Die meisten dieser Produkte wurden in China produziert. Auch in den 11.600 untersuchten Nahrungsmitteln und Getränken gab es bei 19% der Proben unterschiedliche Beanstandungen, von denen jedoch nur 0,3% (37 Proben) als gesundheitsschädlich eingestuft wurden. Darunter zum Beispiel 8 von 26 Proben von Sesamsaat in denen Salmonellen gefunden wurden.

Konservierungsmittel in Kosmetika: So bleibt die Hautcreme lange haltbar

Junge Frau vor Spiegel trägt Gesichtscreme aus grünem Döschen auf
Teen applying moisturiser © Edward White - www.fotolia.de

Viele Kosmetika und Pflegeartikel bleiben jahrelang im Badezimmer stehen, weil sie nicht häufig zum Einsatz kommen. Damit sie nicht verderben, setzen die Hersteller unterschiedliche Konservierungsstoffe ein. Damit werden kosmetische Produkte zum Beispiel vor Bakterien, Keimen und Pilzen geschützt.

Trotzdem sollte Kosmetika nicht ewig aufbewahrt werden, raten Experten. Die meisten Produkte tragen ein Haltbarkeitsdatum, nach dessen Ablauf sie auch nicht mehr verwendet werden sollten.

Damit Cremes nicht zu schnell verderben, sollte nur mit gründlich gereinigten Fingern in den Tiegel gegriffen werden. An den Fingerkuppen sammeln sich bis zu 1000 Bakterien auf nur einem Quadratzentimeter Haut, die in die Cremes gelangen. Noch besser ist es daher, einen kleinen Plastikspatel zu benutzen um die Creme zu entnehmen oder auf Tuben und ähnliche Spender zu setzen.

Wer Konservierungsmittel möglichst vermeiden will, kann zu Produkten aus der Apotheke greifen. Diese hautschonenden Cremes werden in spezielle Pumpflakons abgefüllt, so dass keine Luft an sie kommen kann. Zudem können auch die Bakterien der menschlichen Haut nicht an sie gelangen.

Relativ neu sind Naturkosmetika, die sich selbst konservieren, zum Beispiel durch ätherische Öle oder Pflanzenextrakte.

So Erkennen Sie Zusatzstoffe

Zusatzstoffe achten erkennt man auch ohne Lateinkenntnisse auf den ersten Blick: Farbstoffe zum Beispiel müssen mit einer sogenannten CI-Nummer gekennzeichnet sein. Zahlenkombinationen mit den beiden Buchstaben bedeuten also: Achtung, hier ist Farbe zugesetzt!

Potentiell allergene Duftstoffe sind da schon schwieriger zu erkennen. Schließlich gibt es etliche Extrakte, die ganz natürlichen Ursprungs sind und trotzdem Unverträglichkeiten auslösen können - wie zum Beispiel:

  • Citronellol,
  • diverse Alkoholverbindungen oder
  • Cumarin.

Übersichtslisten gemäß INCI bieten alle bedenklichen Duftstoffe im Überblick.

  • Inhaltsstoffe welche auf -cone enden, wie zum Beispiel Amodimethicone handelt es sich meist um Silikone.

  • Beim Prüfen der Inhaltsstoffe sollte auf den Zusatz geachtet werden, dass das Produkt nicht komedogen ist. Das heißt, diese Inhaltsstoffe fördern keine Hautunreinheiten, wie Pickel und Mitesser.

  • Hat ein Inhaltsstoff Phthalate als Wortbestandteil weist dies auf Weichmacher hin. Diese können Allergien auslösen und im schlimmsten Fall zu einer Krebserkrankung führen.

  • Emulgatoren sind an Worten mit den Bestandteilen PEG oder PPG zu erkennen. Diese betäuben die Haut und machen sie durchlässiger für schädliche Stoffe.

Hinweis: Viele Kosmetikprodukte können trotz der bedenklichen Inhaltsstoffe verwendet werden. Nicht bei jedem Menschen treten die genannten negativen Auswirkungen auf. Man sollte das Produkt jedoch an einer kleinen unauffälligen Stelle testen.

Hinweise für Kontaktlinsenträger

Vorsichtig sollten die Trägerinnen von Kontaktlinsen sein. Vor allem beim Einkauf von Wimperntusche, Lidschatten und anderen Produkten, die direkt am Auge angewandt werden, sollte die Inhaltsangabe sorgfältig überprüft werden. Denn Inhaltsstoffe können die Augen so reizen, dass die Kontaktlinsen plötzlich unverträglich sind.

Hier sollte Frau darauf achten dass die von ihr ausgesuchten Kosmetika, ausdrücklich als für "Kontaktlinsen geeignet" gekennzeichnet sind. Dieses Prädikat erhalten nur Produkte, die augenärztlich auf die Verträglichkeit mit Kontaktlinsen hin überprüft wurden. Wer sich unsicher ist ob die Produkte, die er verwendet überhaupt für die Nutzung in Verbindung mit Kontaktlinsen geeignet sind, der sollte sich in einer Parfümerie oder Drogerie beraten lassen.

Egal ob Frau empfindliche Haut hat oder Kontaktlinsen trägt, sie sollte unbedingt die Auswahl ihrer Kosmetika mit der Beratung einer Fachfrau oder eines Fachmanns tätigen. Denn eine Beratung ist eine kostenlose Leistung, die sich lohnt. Denn die Angestellten von Parfümerien und Drogerien können durch ihre beratende Tätigkeit verhindern, dass Frau teure Kosmetika kauft, die sie vielleicht gar nicht verträgt.

Allergien auf Kosmetika können auch verzögert auftreten

Hautausschnitt mit Ausschlag, Allergie
An allergic reaction causeing a severe case of hives. © Rob Byron - www.fotolia.de

Menschen, die allergisch auf Kosmetikprodukte reagieren, können selbst drei Tage nach dem Kontakt noch Symptome entwickeln.

Hans-Georg Dauer vom Berufsverband der Deutschen Dermatologen erklärt, dass auch dann bei Jucken oder Brennen am besten der Hautarzt aufgesucht werden sollte. Der Arzt kann durch einen Test feststellen, ob die fragliche Kosmetika tatsächlich hinter den Hauterscheinungen steckt. Am besten, so Dauer, probiert man neue Kosmetik auf der Innenseite des Unterarms aus. Dort ist die Haut besonders zart und zeigt am ehesten Reaktionen, wenn die Produkte nicht vertragen werden.

Da Kosmetik aus vielerlei Komponenten hergestellt wird, ist nicht immer ganz klar, auf welchen Bestandteil man allergisch anspricht. Häufig sind ätherische Öle oder künstliche Duftstoffe Auslöser von Allergien. Sind diese erst einmal identifiziert, kann man in Zukunft darauf verzichten.

Die Produzenten sind gesetzlich verpflichtet, bestimmte - als allergen eingestufte - Stoffe anzugeben.

Allergiker sollten bei der Wahl des Hautpflegeprodukts vorsichtig sein

Junge Frau guckt in einen pinken Kosmetikspiegel, unglücklich über ihre Pickel an der Stirn
unhappy young girl looking at her pimple on her face © vladimirfloyd - www.fotolia.de

Besonders im Winter leiden wir vermehrt unter trockener Haut, die vor allen Dingen durch den ständigen Wechsel von warmer Heizungsluft und der eisigen Kälte draußen auftritt. Dann gilt es, die Haut mit zusätzlichem Fett und einem Mehr an Feuchtigkeit zu pflegen. Dabei kann es jedoch durch die Wahl des falschen Pflegemittels bei empfindlicher Haut zu allergischen Reaktionen kommen.

Schuld daran sind bestimmte Inhaltsstoffe der Kosmetika, wie zum Beispiel Emulgatoren, Konservierungsstoffe oder Duftöle. Das Problem: viele Verbraucher achten entweder nicht auf die Liste der Inhaltsstoffe oder oder stufen sie nicht wirklich als gefährlich ein. Und hier liegt der nächste Haken, denn laut Gesetz müssen nicht alle Zutaten bis ins Detail bzw. in detaillierten Mengen angegeben werden. So stufen viele Käufer das Produkt als in Ordnung ein, obwohl es für Allergiker alles andere als geeignet ist.

Um allergische Reaktionen zu vermeiden – diese treten mitunter erst nach einigen Tagen der Anwendung auf – wird betroffenen Personen geraten, sich beim Hautarzt über pflegende und für empfindliche Haut geeignete Inhaltsstoffe zu informieren. Auch ist der Gang zur Apotheke ratsam, denn diese hält speziell für diesen Hauttyp die richtigen Produkte bereit.

Nicht jeder verträgt verschiedene Kosmetika gleich gut

Frau mit Handtuch im Haar wischt mit einem Kosmetikpad über ihre Wange
applying cosmetic cream © Konstantin Yuganov - www.fotolia.de

Wenn es um die Pflege der Haut geht, verspricht die Kosmetikindustrie den Verbraucherinnen oft zu viel. Denn eigentlich sollen diese der Anwenderin eine schöne, klare und reine Haut bescheren.

Leider verhält es sich mit diesen Produkten in der Praxis oft anders als beworben, denn die Produkte wirken bei den Anwenderinnen oft komedogen. Das heißt einzelne Inhaltsstoffe verursachen Hautunreinheiten, statt diese zu beseitigen. Es gibt viele Inhaltsstoffe, die eigentlich zur Bekämpfung unreiner Haut eingesetzt werden, aber oft gegenteilig wirken und Pickel und Mitesser bei manchen Menschen erst entstehen lassen.

Dazu zählt zum Beispiel das Paraffinöl oder Stoffe wie Jod, Teer und Brom. Ebenso als komedogen werden oft pflegende Wirkstoffe wie Kakaobutter und Kokosöl klassifiziert. Die Kosmetikindustrie reagiert bereits auf diese Tatsache und bietet ausdrücklich immer häufiger nicht komedogene Produkte an.

Wichtig hierbei ist es, die Produkte zu testen und bei dem zu bleiben, was die Haut am besten verträgt. Eventuell ist es hilfreich, auf Kosmetikprodukte aus der Apotheke zurückzugreifen.

Naturkosmetik

Um seiner Haut etwas Gutes zu tun, sollten vorrangig reizarme und hautähnliche Produkte verwendet werden. Besonders Allergiker oder Menschen mit Hauterkrankungen profitieren von der Verwendung von Naturkosmetik. Wer auf die Inhaltsstoffe achtet, kann das Produkt genau auf die Bedürfnisse der Haut anpassen.

Alternative und natürliche Inhaltsstoffe in Kosmetika

Wer in Sachen Kosmetik auf Nummer sicher gehen und jedes Risiko vermeiden möchte, der sollte sich im Bereich der Naturkosmetik umsehen. Diese ist in den letzten Jahren viel preiswerter geworden und heute in nahezu jeder Drogerie zu finden.

Gab es früher im Bereich der Naturkosmetik nur ausgewählte Produkte, gibt es heute ein breites Sortiment, das sich an den Wünschen und den Bedürfnissen der Kunden orientiert. Grundsätzlich gilt für Produkte, die damit werben Naturkosmetik zu sein, dass sie nur aus natürlichen Zutaten hergestellt werden dürfen. Dadurch wird jedoch die Haltbarkeit dieser Produkte beeinflusst. Das heißt das man bei der Lagerung unbedingt darauf achten muss, dass die Kosmetika möglichst kühl und dunkel aufbewahrt werden.

Bio statt Chemie - Naturkosmetik pflegt Haut und Gesundheit

Grüner Cremetopf mit Löffel und Gräsern drum herum
rejuvenating face cream with ferns © Sandra Cunningham - www.fotolia.de

Wer sich nicht mehr nur Chemie auf die Haut schmieren will, wechselt von den gängigen Kosmetikartikeln hin zur Naturkosmetik. Naturkosmetik setzt auf pflegende und kosmetisch ansprechende Produkte, die aus rein biologischen Stoffen bestehen.

Das bei den Inhaltsangaben keine Chemie mehr, sondern Dinge wie Öle für den ganzen Körper, Sheabutter, Kakaobutter oder Tonerde steht, ist zwar schön und gut, doch sind solche Naturprodukte auch alltagstauglich? Die Vertreiber chemischer Produkte hören das nicht gern, aber die Bioprodukte stehen ihnen in nichts nach, im Gegenteil: sie sind oft qualitativ ansprechender. Klischees einer schlechteren Haltbarkeit wurden von Instituten wie Stiftung Warentest längst widerlegt.

Mit steigendem Käuferinteresse wächst auch die Produktpalette. Inzwischen gibt es neben den klassischen Körperlotionen auch Deos, diverse Shampoos und sogar Zahnpasta, die komplett auf chemische Inhalte verzichten. Besonders interessant dürften die Naturprodukte auch für Mütter sein, denn gerade die zarte Babyhaut kommt dann garantiert nicht mit Chemie in Berührung.

Deutschland ist das Land der Naturkosmetik-Liebhaber

Orangene Calendula Blüte neben Gefäß mit Creme
Face cream and calendula flower © evgenyb - www.fotolia.de

Wie die "Apotheken Umschau" berichtet, werden in keinem anderen europäischen Land so viele Naturkosmetikprodukte gekauft wie in Deutschland. Wurden im Jahr 2008 noch 662 Millionen Euro mit Naturkosmetikprodukten erwirtschaftet, stieg der Umsatz im darauffolgenden Jahr bereits um satte 45 Millionen Euro und die Beliebtheit der "Grünen Kosmetik" nimmt hierzulande weiterhin stark zu.

Ein Grund dafür ist die unumstritten gute Verträglichkeit von Naturkosmetika. Allergiker sollten allerdings auch hier Vorsicht walten lassen, denn von einigen Inhaltsstoffen geht ein starkes Allergiepotential aus. Sie sollten sich vor dem Kauf ausreichend informieren und vom Fachpersonal beraten lassen.

Kosmetika mit Doktortitel - Vor- und Nachteile

Tiegel und Töpfchen mit Doktortitel sind gefragt wie nie. Dabei ist das Phänomen gar nicht neu, wohl jeder kennt die Gesichtspflege "Hormocenta", entwickelt von dem bekannten Chirurg Professor Dr. Ferdinand Sauerbruch.

In der Naturkosmetik haben sich die Produkte von Dr. Eckstein und Dr. Hauschka einen Namen gemacht. Ihnen folgten noch sehr viele andere Mediziner, die Pflegeprodukte entwickelten und sich längst auf dem reich umkämpften Kosmetikmarkt etabliert haben.

Lukrative Nebengeschäft für Mediziner

Dieses lukrative Nebengeschäft entdecken immer mehr niedergelassene Dermatologen und plastische Chirurgen, sie bieten ebenfalls Kosmetika mit Doktortitel an und machen ihren Namen zur Marke. Die Präparate können in der Praxis und per Mausklick, auf der Homepage der Mediziner gekauft werden - ganz ohne Rezept.

In kosmetischen Fragen werden immer häufiger Ärzte konsultiert, sie bestimmen den Hauttyp und empfehlen die entsprechende Pflegeserie. Diese Beratung wird gerne von den Patienten in Anspruch genommen.

Machen wir uns nichts vor, ein Doktortitel beeindruckt uns (zumindest unbewusst) immer noch, auch wenn wir den Arzt nicht mehr als "Gott in Weiß" sehen. Entsprechend verlockend wirken Kosmetika mit Doktortitel oder sogar Professorentitel auf uns. Meistens kommen die kleinen Döschen und Tiegel mit Doktortitel sehr schlicht daher, um auf die Kundinnen seriös und glaubwürdig zu wirken.

Diese Taktik hat sich bewährt, glamouröse Verpackungen und die einstmals beliebten Kosmetika mit Luxuslabel werden in die hintersten Reihen der Cremesammlung verbannt und der bescheidene Tiegel mit Doktor-Brands, in schlichtem Weiß, thront ganz vorne.

Stolzer Preis bei gleichen Inhaltsstoffen

Jede Frau möchte schön sein, doch sind Kosmetika mit Doktortitel wirklich besser? Sicherlich nicht. Jede Creme muss in Deutschland von unabhängigen Testinstituten geprüft werden, bevor sie auf den Markt kommt. Großindustriell hergestellte Kosmetika sind genauso gut, denn die wirksamen Bestandteile sind immer gleich.

Die Bestimmung des Hauttyps bei einem Mediziner ist von Vorteil, ob die Kosmetika des Arztes gekauft und verwendet wird, bleibt jedem selbst überlassen. Die Produkte sind sicherlich gut, haben aber ihren Preis. Ein kleiner Tiegel Creme mit Doktortitel ist kaum unter 100 Euro zu bekommen.

Neuer Trend Cosmeceuticals: Kosmetik, die medizinisch wirken soll

Cosmeceuticals werden auch als "medizinische Kosmetika" bezeichnet und sind in Drogerien und Apotheken erhältlich

Verschiedene Kosmetikartikel wie Cremes und Make-up
make-up, day cream, creamy, night cream, © deardone - www.fotolia.de

Immer häufiger tauchen in Apotheken und Drogerien sogenannte Cosmeceuticals auf, eine Mischung aus Kosmetik und Medizin. Das Wort selbst ist ein Kunstwort, das sich aus den englischen Wörtern Cosmetics (Kosmetik) und Pharmaceuticals (Arzneimittel) zusammensetzt, wobei auch die deutsche Bezeichnung "medizinische Kosmetika" verwendet werden kann. Dabei handelt es sich meist um Hautcremes oder Gesichtswässer mit medizinisch wirksamen Stoffen, die beispielsweise die Hautfunktionen verbessern und Hautprobleme wie

beheben.

Cosmeceuticals dürfen nicht versprechen, Krankheiten zu lindern oder zu heilen

Die Cosmeceuticals unterliegen dabei der EU-Kosmetikverordnung, die vorschreibt, dass sie zwar die Hautbarriere überwinden können, aber nicht wie echte Pharmazeutika in die Blutbahn gelangen dürfen. Auch dürfen sie nicht versprechen, Krankheiten zu lindern oder gar zu heilen.

Zu den Wirkstoffen gehören oft Vitamine wie

Pflanzliche Wirkstoffe wie Flavonoide sollen freie Radikale fangen und der Wachstumsfaktor EGF das Bindegewebe festigen.

Medizinische Kosmetika sind frei von Duft- und Konservierungsstoffen

Meist bestehen medizinische Kosmetika ausschließlich aus gut verträglichen natürlichen Zutaten und sind frei von Duft- und Konservierungsstoffen. Welches Produkt für die eigene Haut und die eigenen Probleme am besten geeignet ist, kann der Apotheker im Rahmen einer Beratung herausfinden.

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Quellenangaben

  • Bildnachweis: creme © Christian Jung - www.fotolia.de

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Paradisi-Redaktion - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

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