Schönheitschirurg - Tätigkeiten, Ausbildung und Hinweise zur Suche

Schönheitschirurgen führen Schönheitsoperationen bei Patienten durch. Diese Fachärzte können selbstständig tätig oder angestellt sein. Die Weiterbildung zum Schönheitschirurgen dauert sechs Jahre. Auch wenn der Hauptteil der Klienten immer noch weiblich sein mag, treten auch immer mehr Männer den Gang in die Schönheitsklinik an. Lesen Sie über die Tätigkeiten und Ausbildung eines Schönheitschirurgen und holen Sie sich Tipps zur Suche.

Von Claudia Haut

Die Tätigkeitsbereiche eines Schönheitschirurgen

Der Begriff "Schönheitschirurg" ist nicht geschützt, so dass er theoretisch von jedem Arzt getragen werden kann. Die einzige Facharztbezeichnung, die geschützt ist, ist der "Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie". Fachärzte mit dieser Weiterbildung haben den Bereich der plastischen Chirurgie in jahrelanger Arbeit erlernt.

In der Regel führen die Fachärzte für Plastische und Ästhetische Chirurgie, die umgangssprachlich nahezu immer als Schönheitschirurg bezeichnet werden, fast ausschließlich Eingriffe durch, die nicht zwingend medizinisch notwendig sind. Sie erfolgen auf Wunsch des Patienten.

Markieren der Zonen am Bauch
Erkennen und anzeichnen von "unschönen" Formen

Ziel dieser Schönheitsoperationen ist es, das äußere Erscheinungsbild der Patienten zu verschönern oder die Funktion eines Körperteils zu verbessern oder wiederherzustellen. Der Schönheitschirurg muss bei seiner Diagnostik und Behandlung viel Einfühlungsvermögen zeigen, da etliche seiner Patienten bereits seit Jahren unter dem "Makel" leiden.

Der Schönheitschirurg kann aufgrund seiner Erfahrung auch abschätzen, ob ein operativer Eingriff notwendig ist und das Erscheinungsbild verbessern würde. Grundsätzlich kann ein Schönheitschirurg den ganzen Körper des Patienten "verschönern". Wo es sinnvoll und möglich ist, muss der Arzt in jedem Fall individuell entscheiden. Zu den häufigsten Eingriffen in diesem Bereich zählen

Zu den häufigsten Eingriffen bei männlichen Patienten zählen

Arbeitsplatz eines Schönheitschirugen

Schönheitschirurgen arbeiten meist als selbstständige oder angestellte Fachärzte in einer Praxis bzw. Schönheitsklinik. Selbstständige Schönheitschirurgen haben meist Belegbetten in einem nahegelegenen Belegkrankenhaus, in dem sie ihre Patienten dann selbst operieren. Die Diagnostik sowie die Nachsorge erfolgt dann wieder in der Arztpraxis des Schönheitschirurgen.

Aufgaben eines Schönheitschirurgen

Arzt-Patienten-Gespräch

Im ersten Arzt-Patienten-Gespräch fragt der Schönheitschirurg, welchen Eingriff der Patient gerne vornehmen lassen würde und warum er dies möchte. Der Arzt sieht sich die zu korrigierende Stelle an und schätzt ab, ob ein Eingriff sinnvoll bzw. notwendig ist oder nicht. Im weiteren Gespräch informiert der Schönheitschirurg den Patienten über die Risiken und Nebenwirkungen des Eingriffes und welche Kosten auf den Patienten zukommen. Sofern ein Eingriff mit einem Implantat (z.B. Silikon-Brustimplantat) geplant ist, zeigt der Schönheitschirurg dem Patienten die in Frage kommenden Implantate und hält sie zur besseren Vorstellung an die zu operierende Stelle.

Die meisten Schönheitschirurgen fertigen auch Vorher-Nachher-Fotos an. Sie fotografieren den Patienten vor dem operativen Eingriff und danach, wenn die größte Schwellung bereits zurückgegangen ist.

Verschiedene chirurgische Eingriffe, die von Schönheitchirurgen durchgeführt werden

Gekennzeichnetes Gesicht vor Schönheitsoperation
Die relevanten Zonen werden meist vor einer Schönheitsoperation mit einem Stift gekennzeichnet

Ein Schönheitschirurg führt viele verschiedene Eingriffe durch. Dazu gehören zum Beispiel

Auch die Fettabsaugung zum Beispiel an den Beinen, an den Hüften oder am Bauch gehört zum Aufgabengebiet des Schönheitschirurgen. Besonders Frauen wünschen sich häufig eine Nasenkorrektur, bei der die Nase verkleinert oder begradigt oder die Nasenspitze neu geformt wird.

Häufig nimmt ein Schönheitschirurg auch eine Faltenbehandlung vor, in dem er zum Beispiel Botox unter die Haut spritzt. Nicht wenige Kinder kommen mit abstehenden Ohren zur Welt.

Meist werden diese im Vorschulalter korrigiert. Der Eingriff wird dann häufig von einem Schönheitschirurgen durchgeführt, der die Ohren beim Kind anlegt, so dass es keinen weiteren Hänseleien mehr ausgesetzt ist. Schönheitschirurgen korrigieren auch Fehlbildungen nach

Patienten, die zum Beispiel Brandverletzungen im Gesicht haben, können diese oftmals durch einen Schönheitschirurgen korrigieren lassen. Der Schönheitschirurg kann in vielen Fällen die verbrannte Haut entfernen und durch neue Haut ersetzen, die zum Beispiel zuvor im Labor gezüchtet oder von einer anderen Körperstelle des Patienten entfernt wurde.

Der Schönheitschirurg übernimmt auch die Nachbehandlung nach einer Schönheitsoperation. In diesem Zusammenhang

Männer beim Schönheitschirurgen - Motive und Eingriffe

Schönheits-OPs sind eine Sache der Frau? Das war mal. Wie Statistiken zeigen, ist die Anzahl der Männer, die sich für die Schönheit unters Messer legen, in den vergangenen Jahren deutlich angestiegen.

Im Jahr 2014 zählte die Deutsche Gesellschaft der Plastischen und Ästhetischen Chirurgen (DGÄPC) insgesamt 130.000 Eingriffe, von denen ein Sechstel an Männern durchgeführt wurden. Dieser Trend nahm in letzter Zeit weiter zu.

Das Streben nach Schönheitsidealen

Sich unters Messer zu legen, um seinen Körper zu verändern, ist heutzutage einfacher denn je. War eine Schönheitsoperation einst mit sehr langen Wartezeiten und hohen Risiken verbunden, sind viele der heutigen Wünsche oft sogar schon im nächsten Beautysalon durchführbar. Wenn das passende Kleingeld da ist, kommt man seinem persönlichen Traumkörper schnell näher.

Das Erreichen verschiedener Schönheitsideale ist schon längst nicht mehr lediglich der Wunsch der Damen. Im Laufe der vergangenen Jahre haben immer mehr Männer den Gang zum Schönheitschirurgen gewagt. Günstig ist so ein Eingriff natürlich nicht und dennoch überwiegt bei vielen Männern das Vorhaben, jünger und straffer auszusehen und dadurch womöglich höhere Chancen sowohl im Privat- als auch im Berufsleben zu bekommen.

Im Schatten: die Gesundheitsvorsorge

Während der Schönheitswahn unter den männlichen Deutschen in den letzten Jahren stetig eine große Rolle gespielt hat, war in Sachen Gesundheitsvorsorge eine deutliche Flaute zu erkennen. Vorsorgeuntersuchungen, welche gesetzliche Krankenversicherungen alle zwei Jahre für Männer über 35 Jahren erstatten, wurden kaum wahrgenommen.

Dass einem die Gesundheit nicht besonders wichtig ist, sehen Experten nicht als Grund an; vielmehr hapere es nach wie vor an einer gründlichen Aufklärung darüber, was möglich ist und vor allem, was notwendig ist. Diesen Gesundheitscheck des Körpers könne man nicht mit dem regelmäßigen Gang zum Zahnarzt vergleichen, so die Kritiken.

Durchgeführte Eingriffe

Doch was möchte die Herrenwelt an sich verändern? Laut einer Befragung durch die Deutsche Gesellschaft für Ästhetisch-Plastische Chirurgie unter Patienten war es im Jahr 2015 vor allem der Augenbereich: die Augenlidkorrektur gehörte zu den häufigsten Eingriffen.

Jeder fünfte männliche Patient hat sich Schlupflider oder Tränensäcke entfernen lassen. Weit oben in der Beliebtheitsskala steht des Weiteren die Fettabsaugung; diese lässt sich mittlerweile schon als Klassiker bezeichnen.

Minimalinvasive Eingriffe werden dabei immer mehr bevorzugt, wie zum Beispiel die Auflösung des Fettgewebes am Unterbauch durch Kühlaggregate. Zu den weiteren Beauty-OPs am Mann zählen

  • Brustkorrekturen bei Gynäkomastie
  • Botoxbehandlungen
  • Faltenunterspritzungen
  • Haartransplantationen und
  • Faceliftings.

Zufrieden im Privat- und Arbeitsleben

Wie bereits angedeutet, spielt die Karriere bei den Motiven häufig eine große Rolle. Der eine hat täglich mit Kunden zu tun und möchte für mehr Erfolg einfach frischer aussehen, der andere möchte bei seinem Arbeitgeber punkten, ohne lästige Falten oder hängendem Bauch.

Und wer beruflich einen Schritt nach vorne macht, wird in der Regel auch mit einer Extra-Portion Selbstbewusstsein belohnt - dies wirkt sich schließlich auch auf das Privatleben aus. Andere Patienten wiederum legen Letzteres an erste Stelle, für ein besseres Körpergefühl und/oder für bessere Chancen bei den Frauen. Die Motive für eine Schönheitsoperation sind demnach häufig sehr vielfältig, genau wie die mittlerweile möglichen Eingriffe.

Ist der Gipfel in Deutschland erreicht?

Nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Ästhetisch-Plastische Chirurgie (DGÄPC) scheint der Schönheitstrend unter den Männern hierzulande seit 2015 zu schrumpfen - Sprecher der DGÄPC gehen davon aus, dass sich der Anteil der männlichen Patienten langfristig gesehen auf zehn bis 15 Prozent beschränken wird, sie sprechen davon, dass die steigenden Zahlen in den vergangenen Jahren als Marketing-Auswirkung angesehen werden könnte. In Österreich hingegen ist das Wachstum weiterhin zu beobachten.

Studium: Die Ausbildung zum Schönheitschirurgen

Um eine Weiterbildung zum Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie absolvieren zu können, muss zuerst das Grundstudium der Medizin erfolgreich abgeschlossen werden. Das Grundstudium dauert zwölf Semester und drei Monate und endet mit einer Prüfung. Das Bestehen dieser Prüfung ist die Voraussetzung für die Erlangung der Approbation.

Das Studium zum Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie dauert nach dem Grundstudium weitere sechs Jahre. Zwei Jahre lernt der angehende Schönheitschirurg dann in der Chirurgie und die weiteren vier Jahre im Bereich der plastischen und ästhetischen Chirurgie.

Das Facharztstudium endet erneut mit einer Prüfung. Um die Prüfung zu bestehen, muss der angehende Schönheitschirurg eine bestimmte Anzahl an Schönheitsoperationen selbstständig durchgeführt haben und dies nachweisen können. Die meisten Ärzte promovieren und erhalten dadurch ihren Doktortitel.

Weiterbildungsmöglichkeiten für einen Schönheitschirurgen

Fachärzte können im Rahmen einer Weiterbildung viele verschiedene Zusatzbezeichnungen erreichen. Ein Schönheitschirurg kann zum Beispiel die Zusatzbezeichnungen

erhalten. Um sich stets auf dem neuesten Stand der Medizin zu halten, nimmt ein Schönheitschirurg regelmäßig an verschiedenen Fortbildungsveranstaltungen teil.

Tipps zur Suche eines Schönheitschirurgen

Wie bereits erwähnt, ist der Begriff "Schönheitschirurg" nicht geschützt. Somit besteht ein Risiko, dass man auf einen Arzt trifft, der nicht unbedingt Erfahrung im Bereich der Schönheitschirurgie mitbringt.

Es ist somit hilfreich, bei der Suche nach einem Schönheitschirurgen auf einige Dinge zu achten. Bestenfalls wird die Wahl für einen Arzt aufgrund einer Empfehlung - etwa durch eine Freundin - getroffen. Diese Situtation ist natürlich nicht immer gegeben.

Ebenfalls kann man einen Blick auf Bewertungsportale werfen. Doch hier kann man nicht ganz sicher sein, auf echte Bewertungen zu treffen.

Hilfreich ist der Nachweis von Zertifikaten. Hier spielen Faktoren wie

  • Operationserfahrung
  • Hygienestandards
  • Weiterbildung des Teams und
  • Patientenzufriedenheit

eine Rolle.

Wichtig ist immer, einen Termin zum persönlichen Kennenlernen mit anschließendem Beratungsgespräch zu vereinbaren. Bei diesem kann man anhand einiger Punkte erkennen, ob es sich um einen seriösen Schönheitschirurgen handelt. Zu diesen Punkten zählt

  • eine umfangreiche Aufklärung des Patienten bezüglich der Behandlungsmethoden, Risiken und Ablauf
  • eine Spezialisierung auf den gewünschten ästhetischen Eingriff
  • die Beantwortung aller Patientenfragen

Wichtig ist auch zu wissen, welche Merkmale für einen unseriösen Anbieter sprechen. Dazu zählen

  • ein Behandlungsangebot, das alle denkbaren Eingriffe beinhaltet
  • Probleme beim Beantworten von kritischen Fragen
  • eine hohe Anzahl (über Tausend) an jährlich durchgeführten Eingriffen (Unwahrheit oder "Massenabfertigung")

Der Chirurg sollte zudem nicht wie ein Verkäufer auftreten. Zudem sollte er ablehnen, Patienten mit psychischer Störung, Schwerkranke oder Schwangere zu operieren.