Naturkosmetik - Vorzüge, Hinweise zur Auswahl und Tipps zum Selbermachen

Naturkosmetik ist in den letzten Jahren groß im Kommen und mittlerweile in vielen Varianten im Handel erhältlich. Ihren Erfolg hat sie vor allem ihrer gesteigerten Verträglichkeit durch natürliche Inhaltsstoffe zu verdanken. Unter den vielen verschiedenen Herstellern ist es allerdings als Verbraucher nicht immer einfach diese Naturprodukte auch zu erkennen. Welche "Naturkosmetik" hat diese Bezeichnung tatsächlich verdient? Lesen Sie hier alles Wissenswerte rund um die Naturkosmetik.

Paradisi-Redaktion
Von Paradisi-Redaktion

Was ist Naturkosmetik?

Naturkosmetika werden als

angeboten. Je nach Zusammensetzung sind sie für verschiedene Hauttypen und für diverse Zwecke bestimmt. Damit es nicht zu ungewollten Reaktionen kommt, sollten dem Anwender die Wirkungen der jeweiligen Inhaltsstoffe bekannt sein.

  • Frau mit geschlossenen Augen in Badewanne mit Kerzen und Sektglas beim Rosenblütenbad mit Rosenblättern

    © Günter Menzl - www.fotolia.de

  • Orangene Calendula Blüte neben Gefäß mit Creme

    © evgenyb - www.fotolia.de

  • Rosanes Shampoo wird auf Handfläche gegossen

    © Nikolai Sorokin - www.fotolia.de

  • Frau mit Handtuch im Haar und weißer Pflegemaske im Gesicht liegt mit geschlossenen Augen neben einer grünen Pflanze

    © Subbotina Anna - www.fotolia.de

So kann ein Produkt aus der Naturkosmetik beispielsweise beruhigend oder belebend wirken. Möglich ist auch, dass es die Haut mit ausreichend Fett oder Feuchtigkeit versorgt. Während unreine Haut unter einer übermäßigen Fettzufuhr noch mehr zu leiden hätte, ist die fettende Wirkung bei trockener Haut erwünscht.

Wirkung von Naturkosmetika

Die Inhaltsstoffe aus der Natur haben es durchaus in sich:

  • Aprikosenkernöl fördert die Zellerneuerung, verfeinert das Hautbild und sorgt für straffe, faltenfreie Haut. Auch den Feuchtigkeitshaushalt der Haut beeinflusst das Aprikosenöl positiv. Daher bildet es häufig die Grundlage von Pflegeprodukten für trockene und rissige Haut.

    Aber auch das Haar profitiert von dem natürlichen Öl der Aprikose. Die Struktur des Haares wird gekräftigt und das Haar wirkt glatter und geschmeidiger.

  • Auch Honig pflegt trockene Haut seidig weich.

  • Gegen unschöne Dellen an den Oberschenkeln, dem Bauch und der Hüfte helfen Produkte mit Zitrone.

    Nicht nur die Haut profitiert vom Lustigmacher: Zitrone belebt und sorgt für einen Frischekick.

  • Für die Pflege von Mischhaut eignen sich Produkte mit Karotte. Sie hilft dabei, das Hautbild auszugleichen und zu verfeinern.

  • In Anti-Aging Produkten findet Traubenkernöl Anwendung. Es enthält Polyphenole, die freie Radikale abfangen und damit die Alterung der Haut herauszögern.

  • Mandelmilch und Avocadoöle sind in Bodylotions und Duschcremes für trockene und empfindliche Haut enthalten. Sie versorgen die Haut mit reichlich Feuchtigkeit und können sogar die Wundheilung beschleunigen.

  • Gegen Unreinheiten der Haut wirken Pflegeprodukte mit Teebaumöl oder Jojobaöl.

Naturkosmetik boomt: Vorteile- und Nachteile

Immer mehr internationale Kosmetikfirmen erweitern ihr Sortiment inzwischen um Produktlinien, die auf natürliche Inhaltsstoffe bauen. Das liegt nicht etwa an einem neu erwachten ökologischen Bewusstsein der Konzerne, sondern schlicht an einer stark gestiegenen Nachfrage, die inzwischen auch viele einst unbekannte Naturkosmetik-Hersteller auf den internationalen Markt geschwemmt hat.

Der Verbraucher zwingt die Industrie zumindest teilweise zum Umdenken. Das Potenzial von Naturkosmetik in den nächsten Jahren kann laut internationalen Marktforschungsunternehmen kaum hoch genug eingeschätzt werden.

In Deutschland boomt der Naturkosmetik-Markt ganz besonders: Im Jahr 2009 wurden 717 Mio Euro mit Naturkosmetik umgesetzt, was einem Wachstum von 7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Die Käuferreichweite und auch das bewusste Zurückgreifen auf natürliche Produkte hat deutlich zugenommen, vor allem dank günstiger Handelsmarken in den Drogerien.

Naturkosmetika weisen eine Vielzahl an Vorzügen auf - doch es gibt auch Nachteile.

Vorteile von Naturkosmetika

Alle Inhaltsstoffe eines Produkts aus der Naturkosmetik sollten natürlicher Herkunft sein. In der Regel handelt es sich dabei um pflanzliche Auszüge oder Extrakte, tierische und pflanzliche Fette, Öle oder Wachse. Sehr häufig sind in der Naturkosmetik

zu finden. Sie verhindern das Austrocknen der Haut auf sanfte Weise. Auf Paraffine verzichtet die Naturkosmetik ganz. Immerhin können diese den natürlichen Hautfilm schädigen und verantwortlich sein für

Zudem sinkt das Risiko für die Entstehung von Allergien deutlich, wenngleich auch pflanzliche Inhaltsstoffe allergische Reaktionen hervorrufen können. Vergleicht man die Inhaltsstoffe zwischen natürlichen und synthetischen Kosmetika, fällt außerdem auf, dass den Naturkosmetika Treibstoffe fehlen.

Ein Spray wird immer als Pumpspray angeboten. In einigen Fällen lässt sich dieses nicht ganz so fein auf der Haut oder im Haar verteilen, gemessen an den gesundheitlichen Risiken und an der Umweltbelastung dürfte dieses Manko allerdings kaum erwähnenswert sein.

Sofern Naturkosmetika Duftstoffe enthalten, besitzen diese einen natürlichen Ursprung. In vielen Fällen allerdings wird bei der Herstellung ganz auf den Einsatz von Duftstoffen verzichtet, zumal sie zu den häufigsten Allergieauslösern gehören. Selbst empfindliche Personen oder Allergiker dürften in der Naturkosmetik immer ein für sie passendes Produkt finden.

Die Gesundheit des Einzelnen steht in einem engen Zusammenhang mit dem biologischen Gleichgewicht der Natur. Ist dieses geschädigt, kann auch der Mensch nicht gesund leben.

Daher dürfte es für jeden Anwender eines Kosmetikprodukts von Bedeutung sein, dass die Umwelt vor Zerstörung bewahrt bleibt. Hersteller von Naturkosmetika achten nicht nur auf die Auswahl der Inhaltsstoffe, sondern auch auf deren Herkunft und auf eine möglichst umweltschonende Verarbeitung.

Nachteile von Naturkosmetika

Alle Produkte aus der Naturkosmetik besitzen gegenüber synthetischen Kosmetika einen entscheidenden Nachteil: Ihre Haltbarkeit ist von nicht allzu langer Dauer. Der Grund dafür ist der Verzicht auf Konservierungsstoffe, die in der klassischen Kosmetik als Parabene bekannt sind. Die Naturkosmetik greift zur Haltbarmachung auf Bio-Alkohol und ätherische Öle zurück.

Im Vergleich lassen sich synthetische Kosmetika länger verwenden. Um die Mindesthaltbarkeit eines Produkts so weit wie möglich hinauszuschieben, greifen Hersteller von Naturkosmetika häufig auf die Abpackung in Tuben zurück. Beim Gebrauch des Kosmetikprodukts kommt es viel weniger mit Keimen in Berührung.

Häufig wird Pflegeprodukten aus der Naturkosmetik zudem eine geringere Waschkraft nachgesagt als ihren synthetischen Konkurrenten. Bei einigen Produkten besteht diese Kritik zu Recht.

Dennoch spricht das Fehlen von waschaktiven Tensiden für eine bessere Hautverträglichkeit. Natürliche Inhaltsstoffe besitzen neben ihrem Reinigungseffekt viele pflegende Eigenschaften, die das Austrocknen der Haut verhindern.

Für wen eignet sich Naturkosmetik besonders?

Naturkosmetik wird immer beliebter. Dies liegt nicht nur an der ökologischen Herstellung des Produktes, sondern auch an der besseren Verträglichkeit gegenüber herkömmlicher Kosmetika. Die Haut soll ohne chemische Zusätze in ihrer natürlichen Funktion gestärkt werden. Naturprodukte sind für verschiedene Zielgruppen interessant.

Für Freunde des Umwelt- und Tierschutzes

Grundsätzlich ist Naturkosmetik für jeden interessant, der Wert auf ein umweltbewusstes Verhalten legt. Naturkosmetik wird größtenteils aus rein kontrolliert biologischen Rohstoffen hergestellt und schont somit die Umwelt.

Auf Tierversuche wird komplett verzichtet. Stattdessen engagieren sich viele Hersteller von Naturkosmetik im Tierschutz.

So erkennt man Kosmetika ohne Tierversuche

Über Naturkosmetik hört und liest man in den letzten Jahren immer mehr. Doch wie erkennt der Verbraucher Kosmetika, die ohne vorherige Tierversuche auf den Markt gekommen sind?

Was sagt das deutsche Tierschutzgesetz?

Nicht erst seit dem Bio-Boom fragt sich so mancher: Müssen Tierversuche überhaupt sein und hat man nicht schon einmal gehört, dass Versuche am lebenden Tier schon längst verboten sind? Die eindeutige Antwort lautet: Ja, Tierversuch sind für die Entwicklung von Kosmetikprodukten seit 1998 verboten.

Das deutsche Tierschutzgesetz verbietet zwar Tierversuche, doch dieses Gesetz hat viele Lücken und bietet den Herstellern jede Menge Schlupflöcher.

Weiterhin dürfen Tierversuche uneingeschränkt durchgeführt werden, wenn sie zur Prüfung von Rohstoffen durchgeführt werden. Hintergrund für diese Ausnahme ist es, dass auch Substanzen in Arzneimittel und der Industrie Verwendung finden, die in Kosmetika enthalten sind, der Übergang ist somit sehr fließend.

Hinzu kommt noch, dass die Hersteller ihre Produkte im Ausland testen lassen. Oder Wirkstoffe, die bereits von Dritten an Tieren getestet wurden, in eigenen Produkten verwenden.

Die ersten kleinen Erfolge der EU sind zu verzeichnen. Zur Prüfung von fertiger Kosmetik gilt seit 2004 europaweit ein Tierversuchsverbot. Neue Inhaltsstoffe durften nur noch bis 2009 an Tieren getestet werden.

Innerhalb der EU wird angestrebt, dass bis 2013 keine Kosmetika mehr angeboten werden, die im Tierversuch getestet wurde.

Was verraten uns Prüfsiegel?

Wer sich heute schon ganz sicher sein will Kosmetika ohne Tierversuche zu kaufen, sollte auf entsprechende Prüfsiegel achten. Die Naturkosmetikverbände "Kontrollierte Naturkosmetik - BDIH" oder "Demeter" verzichten weitestgehend auf Tierversuche, sie garantieren aber nicht für ihre unabhängigen, wirtschaftlichen Zulieferer.

Die strengsten Standards, was die Tierversuche angeht, setzt der IHTK. Das eingetragene Markenzeichen "Hase mit schützender Hand" dürfen Hersteller verwenden, die in der Kosmetikpositivliste aufgeführt sind.

Weder die Hersteller noch die Zulieferer dürfen Tierversuche der einzelnen Substanzen oder des Endprodukts in Auftrag gegeben haben. Zutaten wie Bärengalle, Moschus- oder Schildkrötenöl deren Gewinnung die Tiere quält oder ausrottet werden nicht verarbeitet.

Nicht ganz so streng, aber auf dem besten Weg auf internationaler Ebene, ist der Standard des IHTK mit seinem "Leaping Bunny" (springender Hase) Siegel. Das Ecocert-Siegel garantiert, dass keine Rohstoffe enthalten sind, für die Tiere getötet werden und es keine Tierversuche mit dem Endprodukt gab.

Leider sind tierische Zutaten nicht verboten. Das Naturland-Siegel stellt sicher, dass überhaupt keine Tierbestandteile verwendet werden und Tierversuche nur stattfinden, wenn sie gesetzlich vorgeschrieben sind.

Die Bemühungen sind innerhalb der EU sehr groß, Tierversuch drastisch einzuschränken und für Kosmetikprodukte ganz zu verbieten. Eine absolute Sicherheit, tierversuchsfreie Kosmetika zu verwenden, kann es nicht geben.

Gesteigerte Verträglichkeit von Kosmetika durch natürliche Inhaltsstoffe

Immer mehr Menschen reagieren sehr sensibel auf die Inhaltsstoffe herkömmlicher Kosmetikprodukte. Aggressive chemische Stoffe, Konservierungs- und Duftstoffe reizen die Haut und machen den Einsatz der Produkte zum unschönen Erlebnis.

Bei den naturbelassenen Kosmetikprodukten treten dagegen äußerst selten Beschwerden auf. Auch Allergiker profitieren von der Naturkosmetik. Die synthetischen Inhaltsstoffe herkömmlicher Kosmetika können durch Allergien hervorgerufene Hautveränderungen verschlimmern.

Bessere Verträglichkeit dank natürlicher Inhaltsstoffe
Bessere Verträglichkeit dank natürlicher Inhaltsstoffe

Zur Herstellung von Naturkosmetikprodukten werden ausschließlich natürliche Inhaltsstoffe und ausgewählte Rohstoffe aus der Natur verwendet. Findet man bei herkömmlicher Kosmetik auch chemische Stoffe in der Zusammensetzung, so wird darauf bei Naturkosmetik vollständig verzichtet, wodurch sich eine besonders gute Verträglichkeit für die Haut einstellt.

Vor allem für empfindliche Haut, die auf künstliche Stoffe schnell einmal gereizt reagieren kann, stellt dies demnach eine sehr gute Möglichkeit dar, Hautreizungen und starke Strapazierungen zu verhindern. Ist die Haut schneller gerötet und beansprucht durch die Anwendung von herkömmlichen Kosmetikprodukten, so kann Naturkosmetik mit seiner hautschonenden und sehr gut verträglichen Wirkung optimal Abhilfe schaffen.

Auch bei Naturkosmetik nicht auf Allergietest verzichten

Man sollte jedoch nicht vergessen, dass auch die Inhaltsstoffe von Naturkosmetik eine vorhandene Allergie verschlimmern können. Um dies auszutesten, sollte man auf einer Stelle am Arm das Produkt vorerst testen. Erst wenn keine Rötung entsteht kann das Produkt bedenkenlos verwendet werden.

Woran erkennt man Naturkosmetika?

Um nach dem Kauf wirklich ein Naturprodukt in den Händen zu halten, sollte man als Verbraucher einiges beachten. Nicht alle als Naturkosmetik beworbene Produkte stammen wirklich aus biologischem Anbau ohne Tierversuche. Informationen zu bestimmten Herstellern von Naturkosmetik sind im Internet zu finden. Neben dem Namen des Herstellers werden auch Hinweise darauf gegeben wo diese Produkte erhältlich sind.

Inhaltsstoffe von Naturkosmetika

Besonders häufig sind in Produkten aus der Naturkosmetik

  • Öle,
  • Fette und
  • Wachse

zu finden. Hauptsächlich besitzen sie einen pflanzlichen Ursprung, wie beispielsweise den Echten Ölbaum. Eine wichtige Rolle spielen in der Naturkosmetik auch die ätherischen Öle, die sowohl wegen ihres aromatischen Duftes als auch wegen ihrer individuellen physischen und psychischen Effekte ausgewählt werden. Belebende ätherische Öle regen den Kreislauf an, beruhigende Öle sorgen dafür, dass er zur Ruhe kommt.

Damit Naturkosmetika möglichst lange halten, müssen sie, ebenso wie synthetische Kosmetika, konserviert werden. Die Verwendung von Konservierungsmitteln ist jedoch sehr umstritten. Sie sollten zumindest naturnaher Herkunft sein.

Keine gesetzliche Regelung zur Einordnung von Naturkosmetik

Natürlichkeit liegt voll im Trend, doch welche Voraussetzungen ein Pflegeprodukt besitzen muss, damit es in die Naturkosmetik eingeordnet werden darf, ist umstritten. Wer einen großen Bogen um chemische Zusätze machen will, muss bedenken, dass es derzeit keine verbindliche rechtliche Regelung für Kosmetikprodukte gibt. Die Hersteller dürfen die Bezeichnung "natürlich" auf ihre Produkte schreiben, auch wenn sie ihrer rein synthetischen Creme ein paar Spritzer Jojobaöl zusetzen.

Bereits in den 90er Jahren wurde in Deutschland versucht, einheitliche Standards für Naturkosmetika zu erarbeiten. Als aktuell geltende Fassung dürfte die Begriffsbestimmung des Europarats aus dem Jahr 2000 gelten.

Demnach definiert sich ein Produkt der Naturkosmetik so, dass sämtliche Inhaltsstoffe einen natürlichen Ursprung besitzen sollen. Tier- und umweltrechtliche Aspekte müssen bei der Auswahl derselben berücksichtigt werden.

Zertifikate zur Kennzeichnung von Naturkosmetika

Welche "Naturkosmetik" hat diese Bezeichnung tatsächlich verdient? Nicht jeder Verbraucher ist hierüber ausreichend informiert. Unzählige Labels, Siegel und Kennzeichnungen verwirren die Kundschaft und lassen sie schier verzweifeln, denn der Begriff Naturkosmetik ist weder rechtlich geschützt noch eindeutig definiert.

Probleme beim Erkennen von Naturkosmetik

Als Verbraucher hat man die Qual der Wahl. Unzählige Kosmetika stehen jedem zur Verfügung - in Drogerien, im Supermarkt und in Bioläden gleichermaßen. Immer häufiger achtet der Käufer darauf, dass die verwendeten Produkte schonend für Mensch und Umwelt sind. Doch häufig ist das für den Verbraucher gar nicht so leicht zu erkennen.

Selbst konventionelle Kosmetikprodukte werden auf der Verpackung mit dem Begriff "Bio" versehen. Anders als bei den Ökolebensmitteln gibt es für die Naturkosmetik keine Kontrollen, keine gesetzlichen Vorgaben und kein einheitliches Siegel, an das sich jeder Verbraucher orientieren kann.

Naturkosmetika sollten aus natürlichen Rohstoffen bestehen und eine Alternative zu Produkten mit synthetischen Inhaltsstoffen sein. Auch ohne gesetzliche Regelungen sind Inhaltsstoffe wie Polyethylenglykol (ethoxilierte Rohstoffe), 1,2-Propandiol, Silikone, synthetische Duftstoffe, Parabene, Paraffine und weiter Erdölprodukte ausgeschlossen.

Das Bundesgesundheitsministerium schlug 1993 eine Definition vor, die die Verwendung von Konservierungsstoffen beschränkt und alle Rohstoffe "tierischen, pflanzlichen oder mineralischen Ursprungs" sein sollen.

Auf dem internationalen und deutschen Markt existieren einige Labels zur Kennzeichnung von Naturkosmetikprodukten. Die privatrechtlichen Organisationen legen verschiedene Voraussetzungen zugrunde, nach denen sie ihr Siegel vergeben. Einige setzen voraus, dass die Produkte und alle Inhaltsstoffe aus pflanzlichen Rohstoffen aus ökologischem Anbau stammen.

Die Verarbeitungsmethoden und Gewinnung sowie ökologisches und soziales Engagement der Unternehmen wird ebenfalls kontrolliert. Viele Hersteller verzichten aus Kostengründen auf das Prüfsiegel einer Organisation, auch wenn ihre Produkte den Anforderungen genügen.

BDIH-Prüfzeichen auf Naturkosmetika

Seit Januar 2001 gibt es das BDIH-Prüfzeichen. Es wird für Naturkosmetik vergeben, wenn alle vorgegebenen Kriterien erfüllt sind.

Die überwiegende Mehrzahl der Rohstoffe muss aus biologischem kontrolliertem Anbau sein. Dabei müssen die Belange von Tier- und Artenschutz berücksichtigt werden. Der BDHI zertifiziert nur Produkte mit dem Logo "bio", wenn der Bioanteil nach Abzug von Wasser und Mineralien mindestens 95 Prozent beträgt.

IHTK-Prüfzeichen auf Naturkosmetika

Was die Tierversuche angeht, so setzt der IHTK die strengsten Regeln auf. Weder die Zulieferer der Kosmetikhersteller noch sie selbst dürfen Tiefversuche in Auftrag geben. Auch Zutaten wie Schildkrötenöl, Moschus oder Bärengalle, deren Gewinnung die Tiere quälen, dürfen nicht verarbeitet werden.

Das Markenzeichen: "Hase mit schützender Hand" darf nur von Herstellern verwendet werden, die in der Kosmetikpositivliste erfasst sind.

NaTrue-Siegel auf Naturkosmetika

Das NaTrue-Siegel wurde von mehreren Pionierfirmen der Naturkosmetik gegründet. Das Unternehmen versteht sich als ein Netzwerk für die Produktion echter Natur- und Biokosmetik. Alle angeschlossenen Firmen müssen mindestens 75 Prozent ihres gesamten Umsatzes mit hochwertiger Naturkosmetik machen.

NaTrue unterscheidet zwischen drei Stufen: Biokosmetik, Naturkosmetik und Naturkosmetik mit Bioanteil. Die Biokosmetik stellt die höchsten Anforderungen dar, ein Zertifikat gibt es erst, wenn mindestens 95 Prozent der Inhaltsstoffe aus kontrolliert biologischer Erzeugung stammen.

Bei der Naturkosmetik sind die Richtlinien nicht ganz so streng, abhängig von der Produktkategorie muss ein Mindestgehalt von Naturstoffen enthalten sein. Bei Naturkosmetik mit Bioanteil werden 70 Prozent der Naturstoffe aus ökologischer kontrollierter Erzeugung oder kontrollierter Wildsammlung gefordert.

Des Weiteren gibt es noch Organisationen wie: ICADA, ECOCERT, Demeter, NATRUE sowie in Österreich Lacon und Austria Natur Kosmetik.

Naturkosmetik kaufen, aber wo?

Wer wert auf ein umweltbewusstes Verhalten und Leben legt greift beim Einkaufen nicht nur auf biologisch produzierte Lebensmittel, Kleidungsstücke und ähnliches zurück, sondern kauft statt herkömmlicher Kosmetikprodukte Naturkosmetik. Diese Kosmetika sind unter anderem

  • im Reformhaus,
  • in der Apotheke oder
  • im Drogeriemarkt

erhältlich. Teilweise wird Naturkosmetik auch im normalen Supermarkt angeboten. Waren noch vor Jahren nur wenige Naturkosmetikprodukte meist lediglich in speziellen Fachgeschäften erhältlich, so hat sich dieses Bild heute komplett gewandelt. Wo man hinsieht, wird dem Verbraucher mittlerweile eine Vielzahl von verschiedenen Produkten auf Naturbasis angeboten.

Man kann Naturkosmetika heute sogar im Supermarkt kaufen - die grössere Auswahl bietet allerdings d
Man kann Naturkosmetika heute sogar im Supermarkt kaufen - die grössere Auswahl bietet allerdings die Apotheke

Naturkosmetik im Handel kaufen

Naturkosmetik ist aufgrund der Herstellung nicht gerade preisgünstig. Dies macht sich im Handel mehr bemerkbar als im Internet.

Die kleinste Auswahl an Naturkosmetik ist im Supermarkt erhältlich. Die Produktpalette beschränkt sich meist auf Duschgels oder Badezusätze. Zudem kann man keine ausführliche Beratung oder Informationen zum Produkt erwarten.

Wer beim Kauf der Kosmetika beraten werden möchte, sollte diese in der Apotheke oder dem Reformhaus kaufen. Neben der kompetenten Beratung gibt es auch eine größere Auswahl.

Ein erweitertes Sortiment an Naturprodukten gibt es auch im Drogeriemarkt. Einige Hersteller von ökologischen Kosmetikartikeln haben eigene Fachgeschäfte der Marke. Hier kann man sich als Verbraucher sicher sein, Naturkosmetika zu erwerben. Neben der guten Beratung ist auch die Auswahl an verschiedensten Produkten sehr groß.

Internet: Naturkosmetik online kaufen

Die größte Auswahl an verschiedenen Produkten gibt es im Internet. Durch die große Auswahl an verschiedenen Verkäufern ergibt sich teilweise ein Preisvorteil. Eine Gefahr hierbei ist, dass man sich nicht immer auf die Bezeichnung Naturkosmetik verlassen kann.

Um sicher zu gehen wirklich ein Naturprodukt zu kaufen, sollte man auf die Inhaltsstoffe achten. Zudem sind Naturkosmetika mit einem Prüfsiegel ausgestattet, welches eine ökologische Herstellung des Produktes garantiert. Nachteilig beim Kauf über das world wide web ist ebenfalls, dass es keine besondere Beratung gibt.

Beliebte Produkte der Naturkosmetik

Im Bereich der Naturkosmetik finden sich zahlreiche Produkte:

Tipps zum Selbermachen von Naturkosmetik

Diverse Umweltbelastungen - Hitze und Kälte, Stress, Krankheitserreger und schlechte Luft - können Haut und Haaren ganz schön zusetzen. Sieht man sich die unzähligen Produkte in der Werbung sowie auch im Drogerieregal an, so scheint es, dass es für jeden Haut- und Haartyp sowie für jedes Problem die passende Lösung gibt. Wirft man dann jedoch als Konsument einen Blick auf die Rückseite der Produkte, so kommen viele Fragen bezüglich der Inhaltsstoffe auf.

Schaden die Wirkstoffe Haut und Co. nicht eher, als dass sie helfen? Was bedeuten überhaupt diese Bezeichnungen? Besser wäre es doch, zu wissen, was in den Kosmetika enthalten ist - dies lässt sich durch selbst hergestellte Produkte gewährleisten. Häufig ist dies auch günstiger, als der Kauf fertiger Naturkosmetika.

Eignet man sich das nötige Basiswissen an, so ist es gar nicht so schwer, seine eigenen Pflegeprodukte herzustellen. Wichtig sind in diesem Zusammenhang

  • die richtigen Inhaltsstoffe
  • die gute Qualität der Rohmaterialien sowie
  • eine sorgfältige Verarbeitung zur Gewährleistung einer möglichst langen Haltbarkeit

Bezüglich der Inhaltsstoffe und deren Wirkung gilt es, sich gründlich zu belesen, um die richtige Wahl zu treffen. Wichtig ist hierbei natürlich, die eigenen Bedürfnisse im Blick zu behalten.

Was die Wahl der Rohstoffe angeht, ist es ratsam, regionale Produkte zu verwenden, deren Hersteller einem bekannt sind. Die Materialien sollten zudem in Bioqualität vorliegen.

Bienenwachs, welches die Basis für zahlreiche Cremes und Salben daerstellt, lässt sich etwa beim örtlichen Imker besorgen, während man diverse Wildkräuter auch in der freien Natur vorliegt.

Gesichtsmaske selber machen

Zu den beliebten Naturkosmetika, die man selbst herstellen kann, zählen beispielswese Gesichtsmasken. Hier finden sich etwa viele Zutaten bereits in der Küche. Holen Sie sich hier Tipps zur selbst gemachten Gesichtsmaske.

Körperpeeling selber machen

Auch ein reinigendes und wohltuendes Peeling für den Körper ist in wenigen Schritten selbst gemacht. Als Peelingsubstanz eignen sich dabei beispielsweise Salz oder Kaffee. Holen Sie sich hier hilfreiche Inspirationen für das selbst gemachte Körperpeeling.

Body-Butter selber machen

Body-Butter erfreut sich großer Beliebtheit, da sie die Haut pflegt, streichelzart macht und zudem gut riecht. Besonders schokoladige Düfte kommen dabei gut an.

Auch Body-Butter lässt sich selbst herstellen. Hier zeigen wir, wie es geht.

Gesichtscreme selber machen

Eine Gesichtscreme lässt sich ebenfalls einfach selber machen. In kleine Tiegel gefüllt, eignet sie sich auch sehr gut als Geschenk. Hier haben wir Tipps zum Selbermachen.

Weitere Naturkosmetika selber machen

Des Weiteren finden Sie bei uns Anleitungen zum Selbermachen von

  • Jean Pütz und Christine Niklas Hobbythek spezial. Natürliche Kosmetik selbstgemacht: Die sanfte Alternative. Einfache Rezepte und praktische Tips, Egmont Vgs, 2000, ISBN 3802514440
  • Manfred Neuhold Naturkosmetik und Parfum selbst gemacht, Stocker, 2006, ISBN 3702011196
  • Heike Helen Rech Naturkosmetik zum Selbermachen: 101 Beauty-Tipps aus der Küche, Goldmann, 2002, ISBN 3442164303

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