Seitdem mit den sogenannten Dermaceuticals die medizinische Kosmetik Einzug in die Hautpflege gehalten hat, verschwimmt die Grenze zwischen der bislang dem Kosmetiker vorbehaltenen Hautpflege und der bislang dem Hautarzt vorbehaltenen dermatologischen Behandlung der Haut immer mehr. Ob bei einem individuellen Hautproblem der Gang zum Kosmetiker oder zum Arzt führen sollte, hängt von verschiedenen Faktoren ab.
So beispielsweise ist eine leichte Akne sicherlich auch vom Kosmetiker zu behandeln, der die Haut ausreinigt, beruhigt und sie mit entzündungshemmenden Wirkstoffen pflegt. Eine konsequente Behandlung aber muss zu Hause fortgeführt werden – und hier können einschlägiger Kosmetika aus dem Beautysalon ganz schön ins Geld gehen.
Der Hautarzt hingegen kann spezielle Mittel verschreiben. Bei stärker ausgeprägten Formen der Akne ist dies ohnehin zu empfehlen, da bestimmte Wirkstoffe einer Verschreibungspflicht unterliegen. Behandlungen wie Schälkuren mit Fruchtsäuren bietet auch der Hautarzt an – nur eben unter der Aufsicht von medizinisch geschultem Personal.
Manchmal wird er die Hautkrankheit auch systemisch behandeln wollen und verschreibt dem Patienten Medikamente wie Kortison oder Hormonpräparate. Spätestens hier hört die Kompetenz des Kosmetikers auf, denn Medikamente kann und darf dieser nicht verschreiben.
Böse Zungen behaupten, dass Kosmetiker nur am sichtbaren Problem arbeiten – also beispielsweise die Pickel und Pusteln der Akne von außen mit entzündungshemmenden Mitteln bekämpfen, während der Hautarzt die Ursache des Problems behandelt. Andererseits kann sich der Kosmetiker auf bestimmte, nicht-schulmedizinische Pflegepraktiken spezialisiert haben und beispielsweise anthroposophische Kosmetik anbieten, die ganzheitlich arbeitet.
Wer sich von diesem Behandlungskonzept angesprochen fühlt, sollte testen, wie sich die Haut danach anfühlt, kurz: Ob man sich (wieder) wohl in seiner Haut fühlt. Auch im Bereich der Anti Aging-Kosmetik kann das Kosmetikstudio heutzutage eine ganze Menge leisten, denn jenseits von Peelings, Masken und Ampullen setzen immer mehr Studios auf apparative Kosmetik und bieten Behandlungen wie Microdermabrasion, Elektrostimulation oder Ultraschallkosmetik an. Hierdurch können enorme optische Verbesserungen der Kunden erreicht werden.
Sobald es aber nicht um die bloße Optik geht, sondern ein Hautproblem wie beispielsweise Neurodermitis in die Kategorie der Hautkrankheiten fällt, sollte der erste Weg zum Hautarzt führen. Sind die akuten Krankheitsschübe im Griff, kann es jedoch sinnvoll sein, die unterstützende Basispflege auch hier durch einen Kosmetiker durchführen zu lassen.
Besonderen Wert auf die medizinische Seite der Dermatologie legt man in Kosmetikstudios, die sich beispielsweise in Apotheken befinden oder die von medizinischen Fachangestellten für Dermatologie betrieben werden, die vormittags bei einem Hautarzt arbeiten und nachmittags Sprechzeiten im eigenen Studio anbieten.
Am besten ist es, wenn Hautarzt und Kosmetiker Hand in Hand arbeiten – der Hautarzt, der das Hautproblem an der Ursache bekämpft, der Kosmetiker, der die ergänzende Pflege vornimmt. Im Idealfalle heißt es bei der Frage Hautarzt oder Kosmetiker also nicht entweder oder, sondern sowohl als auch.
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