Hautproblem oder Hauterkrankung? Kosmetiker oder Hautarzt?

Kosmetikerin trägt einer jungen Frau mit orangem und gelbem Handtuch eine Creme auf

Nicht immer ist die Entscheidung leicht: unsere Hinweise helfen Ihnen bei einer ersten Diagnose und der Wahl des Experten

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  • von Paradisi-Redaktion

Seitdem mit den sogenannten Dermaceuticals die medizinische Kosmetik Einzug in die Hautpflege gehalten hat, verschwimmt die Grenze zwischen der bislang dem Kosmetiker vorbehaltenen Hautpflege und der bislang dem Hautarzt vorbehaltenen dermatologischen Behandlung der Haut immer mehr. Ob bei einem individuellen Hautproblem der Gang zum Kosmetiker oder zum Arzt führen sollte, hängt von verschiedenen Faktoren ab.

Hautproblem oder Hauterkrankung?

Hautprobleme bekommt jeder Mensch ziemlich schnell, wenn die Haut nicht oder mit den falschen Produkten gepflegt wird. Die Symptome zwischen Hautproblemen und Hauterkrankungen sind jedoch oft fließend. Deshalb haben viele Menschen Probleme den Ernst ihres Hautproblems abzuschätzen.

Zu erkennen, ob diese Symptome von einem eher harmlosen Hautproblem herrühren oder ob es sich um eine ernsthafte Hauterkrankung handelt, fällt vielen jedoch schwer. Dabei gibt es einfache Faustregeln, nach welchen man sich richten, kann, um abzuschätzen, ob man es mit einem Hautproblem oder einer Hautkrankheit zu tun hat.

Neue Erkenntnisse zu Hautkrankheiten

Neue Erkenntnisse zum Kindler-Syndrom

Drei Genetiker in weißen Kitteln stehen an einem Medienscreen
Group of geneticists working at media screen © Alexander Raths - www.fotolia.de

Das sogenannte Kindler-Syndrom ist eine sehr seltene Krankheit, bei der nur circa 100 Fälle bekannt und dokumentiert sind.

Forscher haben bereits herausgefunden, dass es sich hierbei um eine Erbkrankheit handelt, bei der im Körper des ungeborenen Kindes ein Gen mutiert, das sogenannte Gen „KIND1“. Dies bewirkt eine schwere Erkrankung der Haut. Bereits die Neugeborenen haben überall kleine Bläschen und zeigen trockene und schuppige Hautpartien. Außerdem sind die Schleimhäute häufig verwachsen und die gesamte Haut so anfällig, dass sogar bloße Lichteinstrahlung zu Reaktionen führen kann. Werden die Patienten älter, bilden sich oft Flecken auf der Haut, die sich in kleinen Mustern anordnen.

Bisher konnte man nicht erklären, was es damit auf sich hat, doch das ist nun deutschen Forschern gelungen. Das neue Hautmuster deutet ihren Untersuchungen nach darauf hin, dass sich die Haut in einem Heilungsprozess befindet. Das defekte Gen befindet sich in der Oberhaupt und überall dort, wo die Flecken auftreten, versucht der Körper mit einigem Erfolg, einen Heilungsprozess einzuleiten. Genaue Erkenntnisse erhofft man sich, von der noch laufenden Studie. Die deutschen Wissenschaftler haben das Glück, dass sie auf die größte Probandengruppe zurückgreifen können.

Pemphigus vulgaris - Forscher finden einen Ansatz gegen die tödliche Hautkrankheit

Hautausschnitt mit Ausschlag, Allergie
An allergic reaction causeing a severe case of hives. © Rob Byron - www.fotolia.de

Pemphigus vulgaris ist nicht nur sehr unschön anzusehen, bei dieser Hautkrankheit besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass der Betroffene an den Folgen verstirbt.

Patienten zeigen enorme Blasen auf der Haut, aber auch in den Schleimhäuten und werden von starken Schmerzen geplagt. Das Immunsystem reagiert zwar, doch es richtet sich gegen den eigenen Körper und kann so schlussendlich die Krankheit auch zum Tode des Patienten werden lassen. Bisher wussten Forscher allerdings nicht, was genau bei diesem Prozess abläuft und daher gab es keine gute Therapieoption. Nur eine komplette Lähmung der Abwehrkräfte konnte den Betroffenen helfen, doch durch diese Immunsuppression waren Patienten nun gegen alle Infekte ungeschützt.

Nun ist es Wissenschaftlern aus der Schweiz und aus Italien gelungen, dem Immunsystem auf die Finger zu schauen. Sie fanden heraus, welche Antikörper gebildet werden und Pemphigus vulgaris zur tödlichen Krankheit werden lassen. Die Forscher haben die verantwortlichen Antikörper aber nicht nur erkannt, sondern auch im Labor eine erste Therapie entwickelt. Sie nahmen sich die Immunzellen und konnten die schädliche Mutation durch mehrere aufeinander folgende Prozesse Schritt für Schritt auflösen. Am Ende war die Immunzelle wieder auf der Seite des Körpers und stellte keine wirtsfeindlichen Antikörper mehr her.

Diese langsame „Rückwandlung“ ist in der Praxis aber eher scher anzuwenden. Man sucht daher nach einer Möglichkeit, die Immunzellen in nur einem Schritt von einer aggressivem Form in die körperfreundliche Form zu verwandeln. Die Mutationskette muss also am ersten Glied gestoppt werden.

Dermatoporose - ein neues Krankheitsbild bei Senioren?

Seniorin mit langen grauen Haaren hat die Augen geschlossen und cremt ihr Gesicht ein
Seniorin cremt ihre Haut ein © Robert Kneschke - www.fotolia.de

Die Haut ist ein Organ, dem man sein Alter oft sehr gut ansieht. Bei Senioren zeigen sich Falten und Altersflecken und oft wirkt die Haut viel dünner. Sind diese Probleme besonders schwerwiegend, spricht man nun von einer Krankheit: der Dermatoporose.

Die „Erfindung“ dieses Leidens ist recht neu und wird von der Medizinwelt durchaus noch kritisch betrachtet. Die Frage ist, ab welchem Schweregrad man wirklich von einer Krankheit sprechen kann. Manche halten es auch überhaupt nicht für eine Krankheit, sondern sprechen von einem rein kosmetischen Problem. Zumindest die Kosmetikkonzerne haben die Witterung nach Geld aufgenommen und sind fleißig dabei, Cremes und co. auf den Markt zu bringen, um den schönheitsbewussten Senioren und Seniorinnen Lösungen für ihr Problem anzubieten.

Auf dem letzten Dermatologenkongress hat man sich allerdings auch ernsthaft mit der Dermatoporose (dessen Namenserfinder Dr. Jean-Hilaire Saurat ist) beschäftigt. Zwar wird die Haut in der Tat extrem dünn und meist unangenehm trocken, doch aus medizinischer Sicht bleibt sie in Takt, was man als Argument gegen eine Krankheit sehen könnte. Auf der anderen Seite verliert die Haut durch ihre eingeschränkte Funktion auch die Fähigkeit zur schnellen Wundheilung und oft bilden sich unschöne Narben.

Saurat als Experte der Dermatoporose sieht als Hauptursache den Mangel an Hyaluron, der unweigerlich mit zunehmenden Alter kommt. Ein Mittel zur Linderung der Symptome gibt es daher im Grunde schon, denn viele Produkte der Kosmetikindustrie rühmen sich damit, Hyaluron zu verwenden.

Der Dowling Degos Krankheit auf der Spur: Forscher nutzen erstmals Exomsequenzierung

Forscherin schnibbelt mit einer Schere an einem blauen DNA-Modell
gen schere 1 © Gernot Krautberger - www.fotolia.de

Als Morbus Dowling Degos wird eine sehr seltene Hautkrankheit bezeichnet, bei der es zu einer übermäßigen Pigmentierung der Haut kommt, die meist mit einer Überempfindlichkeit gegenüber der Sonne und starker Hitze einhergeht. Diese Krankheit ist so selten, dass es der Medizin bislang kaum möglich war, konkrete Forschungen nach den Auslösern zu unternehmen. Wissenschaftlern der Universität Bonn gelang es nun jedoch, eine neue Methode zu entwickeln, mit deren Hilfe auch sehr seltene Gendefekte aufgespürt werden könnte.

Gen-Mutation entdeckt

Sie nutzten dazu die Exomsequenzierung, mit deren Hilfe das gesamte Erbgut eines Menschen - das sogenannte Exom - entschlüsselt werden kann. Diese Methode wurde bei fünf Patienten mit Morbus Dowling Degos angewendet und ihre Informationen anschließend miteinander verglichen. Dabei stießen die Forscher bei allen fünf Patienten auf eine Gen-Mutation in einem Enzym namens POGLUT1, das an der Vermehrung von Haut- und Pigmentzellen beteiligt ist.

Weitere Gene beteiligt

Ingesamt verfügten die Bonner Wissenschaftler über die Daten von 50 Betroffenen, von denen rund ein Drittel diese Mutation aufwies. Bei den anderen ist dieses Gen jedoch unauffällig, so dass noch andere Gene an der Entstehung dieser Krankheit beteiligt sein müssen. Dennoch können diese Untersuchungen dazu beitragen, Pigmentstörungen in Zukunft besser zu entschlüsseln und dadurch auch behandeln zu können.

Aktuelle Informationen über Krätzemilben für Ärzte in einem Merkblatt vom Robert-Koch-Institut

In Kindergärten und Pflegeheimen immer mehr Erkrankungen an Krätzemilben - Merkblatt soll helfen

Kindergarten, Junge sitzt auf Teppich und spielt
child play in kindergarten © Pavel Losevsky - www.fotolia.de

Die Skabies (Krätzemilbenbefall) ist eine Infektionskrankheit der Haut, die alle Menschen betreffen kann. Die Übertragung erfolgt von Mensch zu Mensch durch die Krätzemilben, wobei sich die halbkugelförmigen, 0,3 mm großen Weibchen in die Haut bohren und dort ihre Eier abgelegen. Dadurch entstehen dann durch die Absonderungen die Bläschen oder Pusteln und es kommt zu einem starken Brennen und Juckreiz.

Besonders in den Alters- und Pflegeheimen kommt es öfters zu Endemien. Jetzt hat das Robert-Koch-Institut ein Merkblatt für Ärzte erstellt. In Deutschland ist die Gefahr einer Infektion neben den älteren Menschen, auch bei Kindern, Mütter, Menschen mit schwacher Immunabwehr, sowie auch bei sexuell stark aktiven Menschen gegeben. In dem Merkblatt wird auf die Erkennung und Behandlung ausführlich eingegangen.

Zusätzlich auch das richtige Verhalten in den verschiedenen Einrichtungen, besonders Kindergärten und Altersheimen, beschrieben. Übrigens besteht in Deutschland nach dem Infektionsschutzgesetz § 34 für betroffene Menschen bereits bei Verdacht ein Verbot des Aufenthalts und Arbeitens in Gemeinschaftseinrichtungen.

Mit Homöopathie gegen Krebs? Eine Pflanze beugt Hautkrebs vor

Homöopathie - Medikamentenglas und weiße Kügelchen mit zwei Gänseblümchen auf blauem Untergrund
Homeopathic medication © Iosif Szasz-Fabian - www.fotolia.de

Viele Menschen schwören auf Homöopathie und wollen so selten wie möglich etwas von der Schulmedizin einnehmen. Die auf Chemie aufbauenden Wirkstoffe haben zu viele Nebenwirkungen und daher greift man lieber auf die Natur zurück. Doch leider kann die Homöopathie noch nicht alles so gut therapieren. Allerdings hat man nun eine Pflanze gefunden, die offenbar gegen Hautkrebs wirkt.

Die Garten-Wolfsmilch, der Fachbegriff lautet „Euphorbia peplus“, hat sich in Tests als vielversprechend heraus gestellt. Mit ihr lässt sich eine Licht-Keratose behandeln. Dabei handelt es sich um Hautschäden, die durch viel UV-Strahlung entstehen und über die Jahre auch zu Hautkrebs werden können. Die Pflanze scheint diesen gefährlichen Prozess unterbinden zu können und wirkt so gegen Hautkrebs.

In Studien konnten die Schäden auf der Haut durch Ingenol sichtbar beseitigt werden. Ingenol ist ein Gel, das aus der Pflanze gewonnen wird. Man trug es bei 1.005 Patienten mit sichtbaren Läsionen auf. 547 trugen die Hautschäden auf der Kopfhaut oder direkt im Gesicht, die übrigen 458 Patienten hatten die Läsionen an den Armen oder am Rumpf. Bei allen besserten sich die Beschwerden nach nur dreimaliger Verwendung des homöopathischen Gels. Das Gel für das Gesicht war mit einer Konzentration von 0,015 Prozent sehr mild und musste drei Mal am Tag aufgetragen werden. Das Gel für Rumpf und Arme besaß 0,05 Prozent des Wirkstoffes und sollte zwei Mal pro Tag aufgetragen werden.

Am Ende der Studie waren 42,2 Prozent der Beschwerden im Gesicht und 34,1 Prozent der Beschwerden auf Armen oder Rumpf vollständig verschwunden.

Unverträglichkeiten

Bei allen Hautproblemen die Auftreten nachdem man ein neues Pflege- oder Reinigungsprodukt benutzt hat, ist eine Hauterkranung relativ unwahrscheinlich. Viel wahrscheinlicher ist, dass das neue Produkt nicht vertragen wird und die Haut auf einen oder mehrere Inhaltsstoffe reagiert.

Dies kann man ganz einfach überprüfen, indem man das betreffende Produkt nicht mehr verwendet. Verschwinden die Hautprobleme nach etwa zwei bis drei Tagen, hatte man es tatsächlich mit einer Unverträglichkeit zu tun.

Reaktionen nach dem Sonnenbad

Aber auch die Verwendung von Pflege- und Kosmetikprodukten im Zusammenspiel mit der Sonnenstrahlung kann zu Hautproblemen wie Verfärbungen und Ausschlägen führen. Denn viele Wirkstoffe verändern ihre chemische Zusammensetzung unter dem Einfluss von Sonnenstrahlen. Tritt eine Hautreaktion also nach einem Sonnenbad auf, so sollte man überlegen, welche Produkte man vor dem Sonnenbad verwendet hat und diese beim nächsten Bad in der Sonne weglassen.

Auch Hautreaktionen, die nach der Bestrahlung mit Sonnenlicht auftreten, verschwinden immer nach ein paar Tagen wieder.

Zuviel Sonne kann die Haut reizen
Zuviel Sonne kann die Haut reizen

Akne

Eine konsequente Aknetherapie muss Zuhause unbedingt fortgeführt werden
Eine konsequente Aknetherapie muss Zuhause unbedingt fortgeführt werden

Eine leichte Akne ist sicherlich zunächst vom Kosmetiker zu behandeln, der die Haut

  1. ausreinigt,
  2. beruhigt und
  3. sie mit entzündungshemmenden Wirkstoffen pflegt.

Eine konsequente Behandlung aber muss zu Hause fortgeführt werden – und hier können einschlägiger Kosmetika aus dem Beautysalon ganz schön ins Geld gehen.

Der Hautarzt hingegen kann spezielle Mittel verschreiben. Bei stärker ausgeprägten Formen der Akne ist dies ohnehin zu empfehlen, da bestimmte Wirkstoffe einer Verschreibungspflicht unterliegen. Behandlungen wie Schälkuren mit Fruchtsäuren bietet auch der Hautarzt an – nur eben unter der Aufsicht von medizinisch geschultem Personal.

Besuch der Kosmetikerin

Böse Zungen behaupten, dass Kosmetiker nur am sichtbaren Problem arbeiten – also beispielsweise die Pickel und Pusteln der Akne von außen mit entzündungshemmenden Mitteln bekämpfen, während der Hautarzt die Ursache des Problems behandelt. Andererseits kann sich der Kosmetiker auf bestimmte, nicht-schulmedizinische Pflegepraktiken spezialisiert haben und beispielsweise anthroposophische Kosmetik anbieten, die ganzheitlich arbeitet.

Wer sich von diesem Behandlungskonzept angesprochen fühlt, sollte testen, wie sich die Haut danach anfühlt, kurz: Ob man sich (wieder) wohl in seiner Haut fühlt. Auch im Bereich der Anti Aging-Kosmetik kann das Kosmetikstudio heutzutage eine ganze Menge leisten, denn jenseits von Peelings, Masken und Ampullen setzen immer mehr Studios auf apparative Kosmetik und bieten Behandlungen wie Microdermabrasion, Elektrostimulation oder Ultraschallkosmetik an. Hierdurch können enorme optische Verbesserungen der Kunden erreicht werden.

Sobald es aber nicht um die bloße Optik geht, sondern ein Hautproblem wie beispielsweise Neurodermitis in die Kategorie der Hautkrankheiten fällt, sollte der erste Weg zum Hautarzt führen. Sind die akuten Krankheitsschübe im Griff, kann es jedoch sinnvoll sein, die unterstützende Basispflege auch hier durch einen Kosmetiker durchführen zu lassen.

Kosmetikstudio ist nicht gleich Kosmetikstudio

Besonderen Wert auf die medizinische Seite der Dermatologie legt man in Kosmetikstudios, die sich beispielsweise in Apotheken befinden oder die von medizinischen Fachangestellten für Dermatologie betrieben werden, die vormittags bei einem Hautarzt arbeiten und nachmittags Sprechzeiten im eigenen Studio anbieten.

Alternativen zu Botox

Ultraschall, Massagen, Akupunktur - nicht immer muss es das Nervengift Botox sein

Massage mit Vakuum Saugnapf an Rücken eines Patienten
Vacuum cupping © MarkFGD - www.fotolia.de

Inzwischen gibt es verschiedenste Methoden, gegen Fältchen, schlaffe oder unreine Haut vorzugehen. Dabei muss es nicht unbedingt zum Einsatz von Botox oder einem Faceliftig kommen. In ausgewählten Kosmetikstudios kann man zwischen zahlreichen Behandlungsformen wählen, die so schonend sind, dass man sie mit dem entsprechenden Know-How sogar zu Hause einsetzen kann.

  • Bei der Ultraschall-Behandlungen dringen die Schallwellen in tiefe Hautschichten ein, massieren das Gewebe und können Wirkstoffe gezielt in die Haut einarbeiten. Diese wird dabei gestrafft und geglättet.
  • Auch bei der LED-Photorejuvenation geht es um Bestrahlung. Hier kann farbiges LED-Licht bei individuellen Hautproblemen helfen, z.B. gelbes Licht gegen Falten und blaues gegen Akne.
  • Die Vakuum-Massage kann nicht nur im Gesicht, sondern am gesamten Körper eingesetzt werden. Durch den entstehenden Unterdruck wird die Durchblutung gefördert und das Gewebe optimal mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt.
  • Bei der Beauty-Akupunktur werden ganz bestimmte Akupunkturpunkte angesprochen, die die Gesichtsmuskeln entspannen und die Haut durchblutet werden lassen.
  • Microdermabrasion bedeutet, dass die oberste Hautschicht abgeschliffen wird. Das hat nicht nur einen sofort sichtbaren Glättungseffekt, sondern fördert auch langfristig die eigene Collagenbildung der Haut.

Nach wie vor gilt jedoch, dass bei der Selbstbehandlung viele Fehler möglich sind. Fachliche Beratung in einem Kosmetikstudio und Fachlektüre sind unbedingt empfehlenswert, bevor man sich selbst an den oben genannten Methoden versucht.

Kryotherapie statt Laser: Kältebehandlung bei Hautläsionen sinnvoller

Muttermal wird auf Hautkrebs untersucht
skin cancer checkup © Keith Frith - www.fotolia.de

Bei Menschen, die über viele Jahre hinweg ausgiebige Sonnenbäder genommen und sich somit intensiver UV-Strahlung ausgesetzt haben, kommt es häufig zu einer sogenannte aktinischen Keratose, einer Hautschädigung, die auch als Vorstufe zum Hautkrebs betrachtet wird. Meist treten die Schäden an den der Sonne ausgesetzten Hautpartien wie dem Gesicht, den Handrücken und dem Dekolleté auf.

Behandlung der aktinischen Keratose

Eine aktinische Keratose sollte möglichst schnell behandelt werden, um die Weiterentwicklung zu einem Plattenepithelkarzinom zu verhindern. Dabei haben die Hautärzte die Wahl zwischen einer Entfernung der Hautläsionen mit Laser oder mit Hilfe von Kälte, der sogenannten Kryotherapie. Italienische Forscher der Universität Brescia wollten nun konkret herausfinden, welche der beiden Behandlungsmethoden erfolgversprechender ist und führten dazu ein Experiment mit 200 Patienten durch.

Die Hälfte der Patienten wurde mit einem Laser bestrahlt, die andere Hälfte mit einer Kryptherapie, bei der Baumwollstäbchen in flüssigen Stickstoff getaucht und anschließend auf die Läsionen gedrückt wurde. Die Kryotherapie führte dabei in 72% der Fälle zu einer vollständigen Remission, die Lasertherapie nur zu 65%. Besonders bedeutend war jedoch die Nachbeobachtung der Patienten: Nach einem Jahr waren noch 73% der mit Kryotherapie behandelten Patienten frei von neuen Schäden, während es bei den Laser-Patienten nur 22% waren.

Besuch des Hautarztes

Bei stark juckenden und/oder nässenden Hautausschlägen ist ein Besuch beim Hautarzt unumgänglich. Denn solche Ausschläge können zu starken Entzündungsreaktionen führen. Vor allem wenn der Betroffene kratzt und so durch die Fingernägel zusätzlich Bakterien in den Ausschlag einbringt. Dadurch kann der Hautausschlag verschlimmert werden, wodurch eine Behandlung mit einer cortinsonhaltigen Creme oft unumgänglich wird.

Manchmal wird er die Hautkrankheit auch systemisch behandeln wollen und verschreibt dem Patienten Medikamente wie Kortison oder Hormonpräparate. Spätestens hier hört die Kompetenz des Kosmetikers auf, denn Medikamente kann und darf dieser nicht verschreiben.

Am besten ist es, wenn Hautarzt und Kosmetiker Hand in Hand arbeiten – der Hautarzt, der das Hautproblem an der Ursache bekämpft, der Kosmetiker, der die ergänzende Pflege vornimmt. Im Idealfalle heißt es bei der Frage Hautarzt oder Kosmetiker also nicht entweder oder, sondern sowohl als auch.

Wann man mit einem Hautproblem den Hautarzt aufsuchen sollte

Bei schmerzhaften und großflächigen Hautproblemen den Arzt aufsuchen

Kleiner trauriger Junge mit rotem Ausschlag auf Haut
Sick boy child © Stacy Barnett - www.fotolia.de

Gerade junge Menschen leiden häufig an Hautproblemen. Im Teenager-Alter plagen Pickel, Mitesser und Entzündungen die Haut, aber auch ältere Menschen haben immer häufiger Probleme mit der Haut.

Ab wann sollte man einen Arzt aufsuchen?

Es kommt ganz auf die Art der Beschwerden an, wann man mit einem Problem zum Arzt gehen sollte. Handelt es sich lediglich um einige Mitesser oder Pickel, so kann man diese erst einmal selbst behandeln. Behandeln heißt in diesem Fall ein natürliches Gesichtswasser benutzen, das Gesicht regelmäßig reinigen und unter keinen Umständen selbst an den Pickeln herumdrücken. So könnten Keime eindringen und den Pickel noch weiter entzünden, bis eine schmerzhafte Pustel entsteht.

Auch trockene Hautpartien kann man gut selbst behandeln. Am besten verwendet man parfümfreie Bodylotions die Feuchtigkeit spenden. Außerdem sollte man immer genügend trinken, auch das kann sich positiv auf die Haut auswirken.

Besteht das Problem aber länger oder entstehen Schmerzen oder unschöne und großflächige Ausschläge, so sollte man sofort beim Hautarzt anrufen und frühstmöglich einen Termin vereinbaren. Der Arzt sieht sich das Hautproblem an und stellt eine Diagnose. Die meisten Patienten bekommen eine speziell auf ihre Bedürfnisse zugeschnittene Hautcreme. In Einzelfällen können sogar Antibiotika oder andere Tabletten nötig sein.

Neues Medikament gegen atopische Dermatitis - Ekzeme können vollständig heilen

Hände eines alten Menschen mit Hautausschlag bzw. Ekzemen
Sceriosis Skin Disease © marilyn barbone - www.fotolia.de

Die sogenannte "atopische Dermatitis" ist eine Hauterkrankung, bei der die Patienten unter schweren Ekzemen leiden. Die Haut ist rot, entzündet und wird von einem Juckreiz begleitet.

"Atopisch" bedeutet, dass diese Reaktion der Haut auf eine Überempfindlichkeit zurückgeht. Die Patienten bekommen die Ekzeme also, da die Haut auf Reize übermäßig reagiert. Dies geschieht, da die T-Zellen in der Haut auf viele eigentlich harmlose Antigene anschlagen.

Bisher konnte man nur die Symptome abmildern, indem die Ekzeme mit Salben beruhigt wurden. Dies könnte sich jedoch bald durch die Markteinführung eines neuen Medikaments ändern. Der Antikörper "Dupilumab" hat sich in ersten Studien als sehr wirksam erwiesen.

Antikörper verschließt die Andockstellen der Interleukine

Es handelt sich um einen monoklonalen Antikörper, der gezielt einige Andockstellen auf den T-Zellen blockiert. Die Rezeptoren, die verschlossen werden, dienen eigentlich Interleukine 4 und Interleukine 13 als Andockstelle. Da nun das Medikament diese Rezeptoren bereits belegt, kann die Immunreaktion nicht mehr so drastisch ausfallen.

Der Erfolg wird in einer Studie mit 207 Freiwilligen deutlich. Alle litten zu Beginn der Analyse an atopischer Dermatitis. Man bildete mehrere Gruppen, wobei es auch eine Kontrollgruppe gab, in der nur ein Placebo verabreicht wurde. Nach drei Monaten untersuchte man die Haut aller Teilnehmer und ordnete jeden Patienten auf dem "Eczema Area and Severity Index", kurz EASI, ein. Dieser Index gibt an, wie schwer die Ekzeme sind.

Wenige Therapieabbrüche in Dupilumab-Gruppe, mehr in Placebo-Gruppe

Bei jenen Patienten, die die höchste Dosis Dupilumab erhalten hatten, waren die Ekzeme am deutlichsten zurückgegangen. Bei 85 Prozent der Probanden hatte sich der EASI-Wert um mindestens 50 Prozent gesenkt. 40 Prozent der Patienten lagen nun bei maximal einem Punkt, was einer kompletten Heilung entspricht.

Als Nebenwirkungen traten bei manchen Kopfschmerzen und/oder einer Entzündung der Nase und des Rachens auf. Therapieabbrüche gab es deswegen aber nur wenige. Abbrecher fanden sich im Gegenteil vermehrt in der Placebogruppe.

Neue Stammzellentherapie für Sklerodermie und andere Durchblutungsstörungen entwickelt

Isolierte Stammzellen aus eigenem Körperfett entfalten heilende Wirkung bei Sklerodermie-Patienten

Grafik Querschnitt der Haut
querschnitt der haut © Sebastian Kaulitzki - www.fotolia.de

Die Sklerodermie tritt zwar relativ selten auf, doch wer daran erkrankt, muss sich bislang damit abfinden, dass diese Krankheit unheilbar ist. Das Wort Sklerodermie lässt sich mit "harter Haut" übersetzen und bezeichnet Verhärtungen des Bindegewebes, die entweder nur die Haut selbst betreffen oder auch die inneren Organe befallen und dann für schwere Schmerzen sorgen können.

Ihre Entstehung ist bis heute ungeklärt, doch nun haben Forscher erstmals eine Erfolg versprechende neue Therapie mit Stammzellen aus Körperfett präsentiert.

Verbesserung der Beschwerden nach Injektion von Stammzellen

Die Forscher aus Marseille injizierten insgesamt 12 Probandinnen, die am Morbus Raynaud litten (Durchblutungsstörungen an den Fingern), sogenannte Stammzellen aus dem eigenen Körperfett. Anschließend wurde bei allen Patientinnen eine signifikante Verbesserung des Zustandes festgestellt. Zugleich blieb die neue Therapie mit Stammzellen frei von Nebenwirkungen.

Verfahren derzeit noch sehr aufwändig und teuer

Bei dieser Form der Stammzellentherapie wird den Patienten durch Fettabsaugen etwas Fettgewebe entnommen, aus dem im Labor Stammzellen isoliert werden. Diese werden dann wiederum dem Körper zugeführt und finden von selbst den Ort, an dem sie ihre heilende Wirkung tun sollen. Derzeit ist das Verfahren noch aufwändig und teuer, doch in Zukunft könnte es Sklerodermie-Patienten in aller Welt neue Heilungsmöglichkeiten eröffnen.

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Quellenangaben

  • Bildnachweis: serie of a woman in a beauty-salon © Patrizia Tilly - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: Unrecognizable young adult female Person lying down on beach © Valua Vitaly - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: Acne © sumnersgraphicsinc - www.fotolia.de

Autor:

Paradisi-Redaktion - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

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