Nahrungsergänzungsmittel: Welche sind sinnvoll und unnötig?

Nahrungsergänzungsmittel sollten eigentlich nur eingenommen werden, wenn ein nachweislicher Mangel vorliegt. Auch eine Überdosierung ist zu vermeiden und die empfohlene Tagesmenge sollte auf keinen Fall überschritten werden. Sicherlich nicht alle Nahrungsergänzungsmittel sind sinnvoll; hier sollte man immer gründlich überlegen, bevor man sich dafür entscheidet. Lesen Sie, welche Nahrungsergänzungsmittel sinnvoll sind und welche eher als unnötig angesehen werden können.

Wissenswertes über Nahrungsergänzungsmittel

Definition - Was sind Nahrungsergänzungsmittel und wie wirken sie?

Nahrungsergänzungsmittel sollen den menschlichen Körper zusätzlich mit wichtigen Nährstoffen versorgen. Es handelt sich um Präparate, die ergänzend zur gewöhnlichen Nahrung eingenommen werden. Erhältlich sind sie zumeist als

  • Tabletten
  • Kapseln
  • Pulver oder
  • in flüssiger Form.

Muskelaufbau, Abnehmen, Haare - Eine Übersicht über die Vitalstoffe klassischer Nahrungsergänzungsmittel

Vitamine können nicht vom Körper hergestellt werden, sie werden über die Nahrung aufgenommen. Die verschiedenen Vitamine erfüllen unterschiedliche Funktionen.

Vitamin A und die B-Vitamine

Insgesamt gibt es 13 Vitamine.

  • Vitamin A, man nennt es auch Retinol, ist wichtig für das Sehvermögen und am Aufbau und Wachstum der Haut und der Schleimhäute beteiligt, es verhindert auch deren Austrocknung.
  • Vitamin B1 ist ein Energielieferant für Nerven und Muskeln, man nennt es auch Thiamin.
  • Vitamin B2 ist entscheidend am Fettstoffwechsel beteiligt, es wird auch als Riboflavin bezeichnet. Außerdem ist es noch für das Sehvermögen zuständig.
  • Vitamin B6 ist wichtig für den Eiweißstoffwechsel, oft bezeichnet man es auch als Pyridoxin.
  • Vitamin B12 ist für die Blutbildung unentbehrlich, man nennt es auch Cobalamin.

Dann kennt man noch

Mehrere B Vitamine bezeichnet man auch als Vitamin B Komplex.

Vitamine C, E, D und K

  • Vitamin C wird auch als Ascorbinsäure bezeichnet, es stärkt die körpereigenen Abwehrkräfte, also das Immunsystem und ist notwendig, um andere Stoffe wie Eisen und Folsäure aus der Nahrung aufzunehmen. Auch bei der Bildung des Bindegewebes spielt es eine Rolle, damit sind seine Aufgaben noch nicht erschöpft.
  • Vitamin D fördert die Calciumaufnahme.
  • Vitamin E ist im Einsatz gegen die freien Radikale, es ist am Stoffwechsel beteiligt und fördert die Durchblutung der Haut.
  • Vitamin K braucht man für die Bildung von Blutgerinnungsfaktoren und deren Gegenspieler sowie zur Herstellung von Osteocalcin im Knochen und zur Proteinbildung.

Spurenelemente und Mineralstoffe

Weiterhin findet man in vielen Nahrungsergänzungsmitteln Spurenelemente und Mineralstoffe. Dazu gehören

  • Calcium und Fluor für Knochen und Zähne
  • Chlorid für den Wasserhaushalt und Säure-Basen-Haushalt
  • Chrom für den Fettsäureabbau
  • Eisen für den Blutfarbstoff oder
  • Jod für die Schilddrüsenfunktion.
  • Kalium reguliert den Wasserhaushalt der Zellen und ist an der Verwertung von Kohlenhydraten sowie dem Proteinaufbau beteiligt.
  • Kupfer dient der Blut- und Knochenbildung und spielt auch beim Immunsystem und Stoffwechsel eine Rolle.
  • Eisen und Zink, ebenfalls Kupfer, Biotin und Folsäure sorgen für schönes und kräftiges Haar.>
  • BCAAs sind eine hilfreiche Ergänzung beim Muskelaufbau.
  • Magnesium dient der Energiebereitstellung, den Muskeln und Knochen sowie zur Vorbeugung von Krämpfen.
  • Mangan ist ein Enzymaktivator, ebenso Molybdän
  • Selen sorgt für die Funktionsfähigkeit der Zellen und
  • Zink ist ein ebenfalls ein Enzymaktivator.
  • Fettblocker und Kohlenhydratblocker werden als Mittel zum Abnehmen angepriesen - ohne Bewegung und gesunde Ernährung kommt man damit aber nicht weit.

Nahrungsergänzungsmittel kaufen

Nahrungsergänzungsmittel erhält man zum Beispiel in der Apotheke. Mittlerweile finden sich aber auch Angebote in Drogerien und Supermärkten.

Natürliche Nahrungsergänzungsmittel

Wer schon auf Nahrungsergänzungsmittel zurückgreift, sollte möglichst nach natürlichen Varianten schauen. So sind besonders Tabletten und Kapseln aus Früchten und Beeren zu empfehlen, um wichtige Nährstoffe auf natürliche Art aufzunehmen. Mögliche natürliche Quellen stellen

  • Cranberries
  • Acai
  • Goji-Beeren
  • Algen sowie
  • Auszüge aus Brennnesseln und Kräutern

dar. Veganer sollten auf gelatinefreie Kapselhüllen achten.

Nahrungsergänzungsmittel für Hunde?

Nicht nur für den Menschen, auch für das geliebte Haustier finden sich unterschiedliche Arten an Ergänzungsmitteln. Diese sollen den Körper stärken, für gesundes Fell sorgen und viel mehr.

Stoffe wie Proteine, Bierhefe, Kräuterextrakte und Fischöl reichern das Futter an; ebenso gibt es Tabletten, Flocken und Co., die sich zusätzlich verabreichen lassen. Generell gilt auch hier, dass ein gesundes Tier keinerlei zusätzliche Stoffe benötigt. Wirksam können sie etwa

  • bei trächtigen Hündinnen
  • bei sehr alten Hunden
  • bei Allergien oder
  • bei sehr aktiven Tieren

sein. Doch hier sollte unbedingt eine Überdosierung vermieden werden. Es ist ratsam, eine Gabe von Nahrungsergänzungsmitteln immer mit dem Tierarzt abzusprechen.

Vitamine, Aminosäuren, Mineralstoffe - Inhaltsstoffe von Nahrungsergänzungsmitteln

In der Regel enthalten Nahrungsergänzungsmittel

Weitere Inhaltsstoffe können

  • Phytoöstrogene
  • Anthocyane
  • Kreatin
  • L-Carnitin oder
  • Coenzym Q10

sein. Die Stoffe haben entweder einen pflanzlichen oder einen tierischen Ursprung. Aus rechtlicher Sicht werden Nahrungsergänzungsmittel nicht zu den Arzneimitteln gezählt, sondern gelten als Lebensmittel. Dies hat zur Folge, dass die Kontrolle ihrer Qualität deutlich geringer ausfällt als bei Medikamenten. Darüber hinaus unterliegen Produkte aus dem Ausland nicht dem deutschen Lebensmittelrecht.

Für den Verbraucher bedeutet dies, dass er sich nicht auf die Qualität des Produktes verlassen kann. So ist es nicht eindeutig sicher, dass das Präparat auch wirklich die versprochenen Inhaltsstoffe enthält.

In Deutschland sind die Hersteller von Nahrungsergänzungsmitteln verpflichtet, ihre Produkte beim Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) anzumelden. Dort registriert man die vom Produzenten angegebenen Inhaltsstoffe. Außerdem können zur Kontrolle Stichproben vorgenommen werden.

Schwangerschaft, Alter, Erkrankungen - Wann ist die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln empfehlenswert und welche sind sinnvoll?

Sinnvoll kann die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln bei Vitaminmangel sein. So besteht zum Beispiel durch einen Mangel an Vitamin C die Gefahr von schweren Erkrankungen wie Skorbut. Diese Krankheit trat in Deutschland vor allem nach dem 2. Weltkrieg auf.

In der heutigen Zeit kommt sie jedoch hierzulande kaum noch vor. Darüber hinaus besteht in Deutschland grundsätzlich kein Mangel an Vitaminen und Mineralstoffen.

Zu empfehlen ist die Zufuhr von Nahrungsergänzungsmitteln für bestimmte Personengruppen.

  • So können beispielsweise schwangere Frauen durch die zusätzliche Einnahme von Folsäure einem Neuralohrdefekt ihres Babys entgegenwirken.
  • Bei dunkelhäutigen Menschen oder Personen, die selten nach draußen gehen, besteht manchmal ein Mangel an Vitamin D, der sich durch eine zusätzliche Zufuhr beheben lässt. Auch neugeborene Babys erhalten zusätzliches Vitamin D, da bei ihnen ein erhöhter Bedarf vorliegt.

Ebenfalls zu den Personengruppen, bei denen die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln empfehlenswert sein kann, zählen

  • Senioren (Vitamin B12)
  • Alkoholiker (B-Vitamine)
  • Menschen mit Fettresorptionsstörungen (Vitamin A, D und E)
  • stark Diättreibende
  • Veganer (Vitamin B12) sowie
  • Menschen, die viel Fast Food zu sich nehmen.

Unnötig, riskant, schädlich? - Mögliche gesundheitliche Beeinträchtigungen und Nebenwirkungen durch die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln

In Deutschland haben Nahrungsergänzungsmittel in den letzten Jahren zunehmend an Beliebtheit gewonnen. So nehmen ca. 29 Prozent aller Bundesbürger regelmäßig Multivitaminprodukte oder sonstige Nahrungsergänzungsmittel ein, um ihre Gesundheit zu verbessern. Unter Medizinern ist die Einnahme dieser Produkte jedoch schon seit langem heftig umstritten.

So argumentieren Kritiker, dass sich der Bedarf an Vitaminen und Mineralstoffen bereits über die normale Nahrung decken lässt. Die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln sei daher unnötig, nutzlos und unter Umständen sogar gesundheitsschädlich. Die Befürworter argumentieren dagegen, dass Nahrungsergänzungsmittel für viele Menschen durchaus sinnvoll und nicht schädlich seien.

Beide Seiten berufen sich dabei auf Studien, die den jeweiligen Standpunkt untermauern sollen. Beim Verbraucher hat der seit Jahren anhaltende Disput zwischen den Medizinern zu großer Verunsicherung geführt, zumal sich nur schwer verlässliche Aussagen über die Wirksamkeit der Produkte machen lassen.

So wirken Nahrungsergänzungsmittel unspezifisch und individuell verschieden. Grundsätzlich ablehnen sollte man Nahrungsergänzungsmittel jedoch nicht, da sie in manchen Fällen durchaus sinnvoll sein können.

Vitamine und Mineralstoffe können Schaden anrichten und zu

führen. Ein Zuviel an Vitaminen nennt man Hypervitaminose. Es wird viel zu oft und unüberlegt zu Nahrungsergänzungsmitteln gegriffen, sie lassen einen ja auch glauben, dass es sich dabei um etwas Gesundes handelt und nicht, dass sie dem Körper schaden könnten.

Gerade Kombipräparate sind verführerisch, der schnelle Griff zur Pille und alle gesundheitlichen Bedürfnisse sind abgedeckt. So denken jedenfalls viele Verbraucher.

Selbst wenn ein Mangel an einem Vitamin oder Mineralstoff besteht, muss man deswegen nicht die ganzen Vitamine und Mineralstoffe von A bis Z einnehmen. Denn eine Überversorgung kann genauso schädlich sein, wie eine Unterversorgung. Manche Kombipräparate ergeben auch einfach keinen Sinn, so gibt es Mineralstoffe, die sich gegenseitig bei der Aufnahme behindern, aber gemeinsam in einem Kombipräparat zu finden sind.

Eine Überdosierung der Vitamine C, B6 und B3

Vitamin C ist wasserlöslich und bei einer Überdosierung kann es über die Niere und den Urin ausgeschieden werden, es kann lediglich Durchfälle verursachen. Bei den meisten anderen Vitaminen kann es aber bei einer Überdosierung zu massiven Beschwerden oder Erkrankungen kommen.

Es können sich Nieren- oder Gallensteine bilden, teilweise können sie zu regelrechten Vergiftungserscheinungen führen. Vitamin B6 kann sogar bei monate- oder jahrelanger Einnahme die Nerven schädigen.

Hohe Dosen von Vitamin B3 können den Blutdruck senken oder Schwindelgefühle verursachen, außerdem kann ein erhöhter Harnsäuregehalt im Blut auftreten.

Ein Zuviel an Spurenelementen und Mineralstoffen

Auch eine Überdosierung von bestimmten Mineralstoffen und Spurenelementen kann zu massiven Beschwerden oder Vergiftungserscheinungen führen. Bei Zink können schon bei der dreifachen Menge der empfohlenen Tagesdosis unerwünschte Nebenwirkungen auftreten, wie Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen.

Weiterhin vergessen die meisten Konsumenten, wenn sie die empfohlene Tagesdosis auf der Packung beachten, dass sie ja auch mit der Nahrung Vitamine und Mineralstoffe aufnehmen. Calcium kann zum Beispiel in hoher Dosierung zu Nierensteinen führen.

Eisen führt in hohen Dosen zu Vergiftungserscheinungen, wie

Kupfer hochdosiert kann Erbrechen verursachen. Ein Zuviel an Mangan beeinträchtigt die Aufnahme von Eisen, Kupfer und Zink. Es gibt also auch ein Zuviel des Guten, deshalb sollte man bewusst mit Nahrungsergänzungsmitteln umgehen und sie nicht kritiklos einnehmen.

Nahrungsergänzungsmittel für Kinder?

Zahlreiche Eltern geben ihren Kindern Nahrungsergänzungsmittel, da sie der Ansicht sind, ihrem Nachwuchs könnte es an Nährstoffen fehlen. Generell gilt, dass Kinder keine Nahrungsergänzung in dieser Form benötigen, solang sie eine gesunde Ernährung erhalten, sich ausreichend bewegen und regelmäßig an die frische Luft kommen.

Häufig sind solche Mittel für Kinder auch zu hoch dosiert. Gefährlich ist es, wenn die Vitamine und Co. in Form von Gummibärchen etc. daherkommen. Sie werden dementsprechend gerne auch als Süßigkeit verzehrt und somit in zu hohen Mengen konsumiert.

Fazit: Richtige Dosierung von Nahrungsergänzungsmitteln beachten

Krankheiten lassen sich durch die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln nicht beseitigen. Sie dienen lediglich dazu, Lücken, die durch eine mangelnde Nahrungsmittelversorgung entstehen, zu schließen.

Wichtig ist auch, eine zu hohe Dosierung zu vermeiden. Das heißt, dass das Nahrungsergänzungsmittel nicht mehr als die dreifache Menge an Vitaminen, Mineralstoffen oder Spurenelementen enthalten sollte, die von den Fachgesellschaften empfohlen werden.

In manchen Fällen kann eine zu hohe Dosierung sogar schädlich sein, wie zum Beispiel ein Übermaß an Vitamin A bei schwangeren Frauen. Auch Vitamin D darf nicht überdosiert werden, da sonst die Gefahr von Nierenschäden besteht. Im Zweifelsfall sollte man einen Arzt um Rat fragen.

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