8. Oktober 2009
Als Physiotherapie bezeichnet man verschiedene Methoden zur Behandlung von Schmerzen, Funktions- und Aktivitätsstörungen. Eine Physiotherapie kann sowohl zur Vorbeugung als auch zur Behandlung angewandt werden.
Ziel und Zweck einer Physiotherapie ist die Behandlung und Beseitigung von akuten und chronischen Schmerzen sowie von Funktions- und Aktivitätsstörungen. Dabei werden verschiedene Behandlungsmethoden angewandt, mit denen gezielte Reize wie Bewegung, Entlastung, Wärme oder Kälte auf den Körper ausgeübt werden.
Basis der Physiotherapie ist die Regulierung des Körpers durch die Ausübung von speziellen Reizen. Dadurch werden Schmerzen gelindert, die Beweglichkeit der Gelenke verbessert, die Muskulatur gekräftigt und entspannt sowie Fehlstellungen vermieden. Außerdem sollen die Durchblutung und der Stoffwechsel gefördert werden. Die Therapien können sowohl aktiv, vom Patienten selbst als auch passiv, von einem Therapeuten durchgeführt werden. Ebenso können sie vorbeugend, zur Leistungssteigerung oder zur Förderung der Gesundheit erfolgen.
Die Geschichte der Physiotherapie, die bis vor einigen Jahren noch als Krankengymnastik bezeichnet wurde, reicht zurück bis in die Antike. Bereits zu Zeiten von Hippokrates wurden Massagen, Heilbäder und gymnastische Übungen zu medizinischen Zwecken vorgenommen. Außerdem nutzte man Heil- und Thermalquellen. Im 18. Jahrhundert wurden die ersten gezielten therapeutischen Gymnastikübungen entwickelt. Im 19. Jahrhundert sorgte vor allem Sebastian Kneipp (1821-1897), der als Vater der Wassertherapie gilt, für die Verbreitung von Wassergymnastik, Gesundheitserziehung und Heilbädern. Im Laufe der Jahre fanden die Physiotherapien mehr und mehr Verwendung, sodass die Physiotherapie heutzutage über zahlreiche therapeutische Maßnahmen verfügt.
Zur Anwendung kommen Physiotherapien vor allem in der Orthopädie, zum Beispiel zur konservativen Behandlung von Rücken- oder Gelenkschmerzen, nach Operationen zur Rehabilitation, in der Neurologie nach einem Schlaganfall, in der Sportmedizin nach Sportverletzungen oder zur Optimierung des Trainings sowie zur Prävention, um zum Beispiel Rückenschmerzen oder Bandscheibenvorfällen vorzubeugen.
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