Physiotherapie - Wie wirkt sie, wann hilft sie?

Als Physiotherapie bezeichnet man verschiedene Methoden zur Behandlung von Schmerzen, Funktions- und Aktivitätsstörungen. Eine Physiotherapie kann sowohl zur Vorbeugung als auch zur Behandlung angewandt werden. Besonders auch im sportlichen Bereich kommt sie zur Anwendung: um möglichst schnell wieder die Laufschuhe anziehen oder den Tennisschläger in die Hand nehmen zu können, verordnen Sportärzte bereits bei mittleren Verletzungen oder entzündlichen Überlastungsreaktionen eine solche Behandlung. Lesen Sie alles Wissenswerte rund um die Physiotherapie.

Wissenswertes zur Physikalischen Therapie und Krankengymnastik

Physiotherapie - Funktion und Wirkung

Wenn die Knochen, der Kreislauf oder auch die Atemwege unseres Körpers nicht mehr so wollen, wie wir es von ihnen gewohnt sind, stehen nicht nur die Optionen der medikamentöse Behandlung oder des Hinnehmens des Leidens zur Wahl. Oftmals kann auch die Krankengymnastik an Stellen ansetzen, mit denen sie auf den ersten Blick nicht unbedingt in Verbindung gebracht wird.

Ziel und Zweck einer Physiotherapie ist die Behandlung und Beseitigung von akuten und chronischen Schmerzen sowie von Funktions- und Aktivitätsstörungen. Dabei werden verschiedene Behandlungsmethoden angewandt, mit denen gezielte Reize auf den Körper ausgeübt werden, wie:

  • Bewegung
  • Entlastung
  • Wärme
  • Kälte

Basis der Physiotherapie ist die Regulierung des Körpers durch die Ausübung von speziellen Reizen. Dadurch werden:

Die Therapien können sowohl aktiv vom Patienten selbst, als auch passiv von einem Therapeuten durchgeführt werden. Ebenso können sie

erfolgen.

Physiotherapeutin mit Patienten
Krankengymnastik oder Physiotherapie wurde schon zu Hippokrates Zeiten angewendet

Die Geschichte der Physiotherapie, die bis vor einigen Jahren noch als Krankengymnastik bezeichnet wurde, reicht zurück bis in die Antike. Bereits zu Zeiten von Hippokrates wurden Massagen, Heilbäder und gymnastische Übungen zu medizinischen Zwecken vorgenommen. Außerdem nutzte man Heil- und Thermalquellen.

Im 18. Jahrhundert wurden die ersten gezielten therapeutischen Gymnastikübungen entwickelt. Im 19. Jahrhundert sorgte vor allem Sebastian Kneipp (1821-1897), der als Vater der Wassertherapie gilt, für die Verbreitung von Wassergymnastik, Gesundheitserziehung und Heilbädern.

Im Laufe der Jahre fanden die Physiotherapien mehr und mehr Verwendung, sodass die Physiotherapie heutzutage über zahlreiche therapeutische Maßnahmen verfügt.

Den Orgamnismus als Einheit erkennen

Der Organismus wird in seiner Gesamtheit betrachtet - funktionsschwache Stellen stören den Gesamtablauf und werden gezielt behandelt und wieder eingegliedert, so dass die Folgeerscheinungen als Alarmsignale des Körpers nach und nach verschwinden:

  • Schmerzen werden abgebaut
  • Spannungen werden gelöst
  • Fehlhaltungen werden in größtmöglichem Maß korrigiert

Der Körper findet im Idealfall zu seiner ursprünglichen Stabilität zurück. Letztlich soll die Eigenständigkeit des Patienten gefördert und auch das Immunsystem und die Selbstheilungskräfte des Körpers ausreichend aktiviert werden.

Ausbildung im Bereich der Physiotherapie

Die Ausbildung zum Physiotherapeuten ist an staatlichen oder privaten Berufsfachschulen möglich. Hier informieren wir über die Ausbildung und das Berufsbild.

Die Physiotherapie als Teilbereich der Physikalischen Therapie

Die Physiotherapie lässt sich als Teilbereich der Physikalischen Therapie ansehen. Die Bezeichnung "Physikalische Therapie" dient als Sammelbegriff für diverse physikalische Behandlungsmethoden. Dazu gehören zum Beispiel Wärmeanwendungen oder Bäder. Zum Teil verwendet man die Bezeichnungen physikalische Therapie und Physiotherapie auch synonym.

Zu den verschiedenen Formen der physikalischen Therapie gehören unter anderem:

  • die Hydrotherapie (Wasseranwendungen)
  • die Phototherapie (Behandlungen mit blauem kurzwelligen Licht)
  • die Heliotherapie (Bestrahlung mit Sonnenlicht)
  • die Mechanotherapie
  • die Hochtontherapie
  • die PUVA (Psoralen plus UV-A)

Mögliche Behandlungsziele der physikalischen Therapie

So vielfältig wie die Behandlungsformen sind auch die Behandlungsziele der physikalischen Therapie. Zur Anwendung kommt sie vor allem:

  • zur Rehabilitation
  • zur Bekämpfung von Schmerzen
  • zur Verbesserung der körperlichen Belastbarkeit, Beweglichkeit und Muskelkraft
  • zur Unterstützung bei Hauterkrankungen
  • zur Prävention

Weiterhin sollen die allgemeine körperliche Befindlichkeit, die Durchblutung und die Reaktionsfähigkeit von Muskeln und Nerven verbessert werden. Darüber hinaus werden andere physiotherapeutische Maßnahmen wie Krankengymnastik oder Massagen durch die physikalische Therapie unterstützt.

Anwendungsgebiete der physikalischen Therapie

Zur Anwendung kommen physikalische Maßnahmen, wenn die Patienten unter körperlichen Funktionseinschränkungen oder Schmerzen leiden, sowie nach:

  • Schlaganfällen
  • Unfällen
  • operativen Eingriffen

Ziel der physikalischen Therapie ist die weitgehende Wiederherstellung der normalen Körperfunktionen und das Erzielen von Schmerzfreiheit, um die Mobilität und die Lebensqualität der Patienten zu verbessern.

In den meisten Fällen kommen die Krankenkassen für die Kosten der physikalischen Therapie auf, auch wenn die Behandlung außerhalb einer Klinik oder einer Kureinrichtung erfolgt.

Behandlung von Senioren

Da die Behandlungsformen der physikalischen Therapie sehr mannigfaltig sind, ist es wichtig, die passenden Behandlungsmaßnahmen durchzuführen. So leiden zum Beispiel ältere Menschen häufig unter chronischen Erkrankungen wie:

Dies kann jedoch dazu führen, dass bestimmte Behandlungen nur eingeschränkt erfolgen können.

Außerdem müssen die Auswirkungen der physikalischen Therapie auf die Körperfunktionen und die Organe berücksichtigt werden, denn im Alter lassen sich Herz und Kreislauf weniger belasten und auch die Haut ist nicht mehr so elastisch. Gleiches gilt für:

Des Weiteren verfügen ältere Patienten über weniger Muskelmasse als jüngere Menschen. Werden also bestimmte Behandlungsmaßnahmen bei Senioren durchgeführt, müssen diese verschiedenen Faktoren Berücksichtigung bei der Auswahl der Übungen, der Übungsdauer und der Übungsgeräte finden.

Individuelle Therapie

Doch nicht nur bei älteren Menschen ist der individuelle Gesundheitszustand zu beachten, sondern bei allen Patienten, denn eine physikalische Therapie strengt den Körper meist ziemlich an. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass der behandelnde Physiotherapeut sich bereits im Vorfeld mit den Erkrankungen und der individuellen Belastbarkeit des Patienten befasst.

Darüber hinaus muss ein Therapieziel festgelegt werden, das man an den gesamten Behandlungsplan anpasst. Häufig hängt der Erfolg einer physikalischen Therapie auch davon ab, ob der Patient gut mitarbeitet.

Formen und Anwendungsgebiete der Physiotherapie

Zur Anwendung kommen Physiotherapien vor allem in der Orthopädie:

Auch in der Neurologie findet sie nach einem Schlaganfall Verwendung, in der Sportmedizin nach Sportverletzungen oder auch zur Optimierung des Trainings sowie zur Prävention, um zum Beispiel Rückenschmerzen oder Bandscheibenvorfällen vorzubeugen.

Im Rahmen einer Physiotherapie gibt es mehrere unterschiedliche Behandlungsmöglichkeiten. Welche davon zur Anwendung kommen, hängt von der Art der Erkrankung eines Patienten ab.

Mechanotherapie (Krankengymnastik)

Zu den wichtigsten Behandlungsmethoden der Physiotherapie gehört die Krankengymnastik. Diese kommt vor allem bei Schädigungen und Ungleichgewichten der Muskulatur zur Anwendung. Mit Hilfe von gezielten Bewegungsübungen lassen sich diese Schädigungen beheben.

Die dabei angewandten Bewegungen haben eine schmerzlindernde und kräftigende Wirkung. Außerdem werden die Muskulatur entspannt und die Funktionen der Bewegungsorgane verbessert.

Da eine Krankengymnastik in der Regel recht lange dauert, kann sie nach fachgerechter Anleitung auch zuhause durchgeführt werden.

Es werden nicht nur Wirbelsäule, Muskulatur und Gelenke behandelt, sondern ebenso auf die richtige Atmung geachtet, die sowohl für eine gesunde Durchblutung als auch für die Lunge äußerst wichtig ist.

Nach einem Schlaganfall ist eine krankengymnastische Behandlung ebenfalls notwendig. Hier wird dem Betreffenden geholfen, seine zuvor gewohnten und normalen Bewegungsabläufe, wenn nötig, neu zu erlernen und bestimmte Tätigkeiten des Alltags wieder aufzunehmen.

Manuelle Therapie / Chirotherapie

Eine manuelle Therapie oder Chirotherapie erfolgt zur Lockerung von Gelenkblockaden. Dabei werden bestimmte Handgriffe angewandt, die jedoch nur von speziell ausgebildeten Ärzten oder Physiotherapeuten vorgenommen werden dürfen.

Zur Anwendung kommt eine manuelle Therapie bei Störungen der Wirbelsäule oder der äußeren Gelenke.

Durch bestimmte Grifftechniken und eine schnelle, ruckartige Bewegung können die dabei auftretenden Schmerzen beseitigt werden. Außerdem lassen sich durch Anwendung der so genannten Weichteiltechnik verspannte Muskelgruppen wieder entspannen.

Massagetherapie

Massagetherapien werden zur Förderung der Durchblutung und Entspannung ausgeführt. Vor allem bei muskulären Verspannungen wird eine schmerzlindernde Wirkung erreicht.

Durchgeführt werden dabei:

  • Reibungen
  • Streichungen
  • Knetungen
  • Klopfungen
  • Schüttelungen

Weitere Formen der Massage sind die Reflexzonenmassage und die Unterwasserdruckstrahlmassage.

Physiotherapeut bei Wirbelsäulenbehandlung
Die Massage und Manuelle Therapie sind sehr häufig genutzte Anwendungen in dem Bereich

Sporttherapie

Eine Sporttherapie dient zur Unterstützung der Krankengymnastik. Dabei werden bestimmte Sportarten empfohlen, wie:

Vermieden werden sollten hingegen Sportarten, bei denen ein hohes Verletzungsrisiko besteht.

Thermotherapie

Im Rahmen einer Thermotherapie kommt es zu:

  1. Wärmebehandlungen
  2. Kältebehandlungen

Wärmeanwendungen werden z.B. zur Schmerzlinderung bei chronischen Entzündungen eingesetzt. Die Wärme regt den Stoffwechsel an, fördert die Durchblutung und entspannt zudem die Muskulatur.

Dabei verwendet man für eine lokale Behandlung entweder:

Kälteanwendungen kommen zum Einsatz, um kurzfristig die Schmerzbahnen zu blockieren. Weiterhin werden dadurch Entzündungen gehemmt und Schwellungen reduziert. Die Kälteanwendungen erfolgen meist lokal durch:

In manchen Fällen kann auch eine Kältekammer zur Anwendung kommen.

Elektrotherapie

Bei der Elektrotherapie werden Wechselstrom und Gleichstrom eingesetzt, um auf diese Weise akute und chronische Schmerzen bei dauerhaften Entzündungen oder bei degenerativen Erkrankungen des Bewegungsapparates zu behandeln.

Zu den Methoden der Elektrotherapie gehören:

  • die Galvanisation
  • Impulsströme
  • transkutane elektrische Nervenstimulationen
  • das Stangerbad

Weitere Methoden der Physiotherapie

Weitere Methoden der Physiotherapie sind:

Einen großen Behandlungsbereich der Physiotherapie stellt der Sport dar...

Die Physiotherapie beim Sport

Die Physiotherapie findet immer dann Anwendung, wenn Störungen in der physiologischen Funktion vorliegen. Das sind zum Beispiel:

Zur Besserung oder Heilung werden physikalische und natürliche Mittel verwendet. Um die physiologische Funktion wieder anzuregen, benutzt man:

  1. Reiz-Reaktions-Therapien
  2. Regulations-Adaptations-Mechanismen

Hydrotherapie bei Sportverletzungen

Hierbei handelt es sich um eine Reiztherapie mit Wasser. Die Reize werden durch unterschiedliche Temperaturen und Anwendungsformen (Voll- und Teilbäder) des Wassers genutzt. Für Kraftsportler ist es von Interesse, dass die Hydrotherapie Muskelverspannungen lindern sowie bei Muskelverletzungen durchblutungsfördernd wirken kann. Deshalb sollte man sie aber erst 24 Stunden nach der akuten Verletzung anwenden.

Bewegungsbäder bei Sportverletzungen

Diese werden häufig eingesetzt, um Schmerzen zu lindern und die Beweglichkeit zu verbessern. Aqua-Jogging ist nur ein Beispiel für die Anwendung in der Sport-Rehabilitation.

Klarer Vorteil gegenüber der Krankengymnastik ist, das hier die Gelenke sehr viel früher an Belastungen gewöhnt werden können. Zusätzlich führt die Bewegung im Wasser zu einer besseren Versorgung des Gelenkknorpels.

Lichttherapie bei Sportverletzungen

Mittels

werden chemische Prozesse im Körper ausgelöst, die den Heilungsprozess beschleunigen sollen. Beispielsweise wird UV-Licht eine bakterienabtötende Wirkung nachgesagt und Sonnenlicht soll körpereigene Schmerzblocker freisetzen können.

Heutzutage findet die Lichttherapie sehr häufig Anwendung, doch gerade beim Einsatz von UV-Licht sollten Melanom-Risiko und Nutzen gründlich abgewogen werden.

Thermotherapie bei Sportverletzungen

Die Kältetherapie wird bei Verletzungen am häufigsten eingesetzt und erreicht eine lokale Verminderung der Durchblutung und des Stoffwechsels. So wird die Ausschüttung schmerzerzeugender Mediatorstoffe verringert sowie die lokale Entzündungsreaktion gemindert.

Des Weiteren mildert die lokale Kälteanwendung reflektorische Muskelverspannungen. Bei der Kältetherapie nutzt man:

  • Coldpacks
  • Eisbeutel
  • Eiskompressen
  • Eiswasser

Kältesprays werden heute aufgrund ihrer Oberflächenwirkung und der erhöhten Erfrierungsgefahr nicht mehr benutzt.

Die Eistherapie, auch Kryptotherapie, Eismassage oder Eislollytherapie genannt, findet vor allem in der Nachbehandlung von Sportverletzungen ihre Anwendung und wird in Form einer Eisabreibung praktiziert.

Das heißt, der Körper wird lokal mit Eis "eingerieben", wodurch eine reaktive Hyperämie im Gewebe bewirkt wird. Dabei kommt es zuerst zur Kontraktion der Gefäße, die sich dann wieder reflektorisch erweitern.

Der Hautkontakt mit dem Eis ist nur sehr kurz, so dass es zu einem ständigen Wechsel zwischen Verengung und Erweiterung kommt. Das Abreiben wird mit einem Eis am Stiel im Intervall (30 Sekunden abreiben, 3 Sekunden Pause) für 15-20 Minuten durchgeführt.

Sinn dieser Therapie ist die Beschleunigung des Heilungsprozesses, da notwendige Stoffe schneller zum Entzündungsherd gelangen bzw. Abfallprodukte schneller abtransportiert werden.

Diese Therapie sollte frühestens 24-48 Stunden nach der akuten Verletzung angewandt werden und ist nur mit Eis (keine Coldpacks etc.) möglich. Im Gegensatz zur Kälteanwendung, die man im Erste-Hilfe-Fall durchführt, wird hier das Eis direkt und ohne Unterlage auf das betroffene Körperteil gelegt.

In der Wärmetherapie führt die lokale Wärmeanwendung zu einer dreifach erhöhten Wärme im betroffenen Gewebe. Dadurch wird über das vegetative Nervensystem eine muskelentspannende Wirkung erzielt.

Es kommt zur

  • Schmerzlinderung
  • Veränderung der Gewebeviskosität, sowie
  • zu einer erhöhten Elastizität.

Somit wird die Steifigkeit und die Anzahl von Muskelspasmen reduziert.

Dabei ist feuchte Wärme effektiver in ihrer Wirkung als trockene. Auch die Sauna ist ein Mittel der Wärmetherapie und hilft Infekten, vorzubeugen. Ist allerdings ein Infekt bereits ausgebrochen, wirkt ein Saunagang kontraproduktiv

Lymphdrainage bei Sportverletzungen

Für den verletzten Sportler ist die manuelle Lymphdrainage von besonderer Bedeutung. Hierbei werden Lymphknoten und -bahnen des gesamten Körpers zunächst aktiviert und dann erfolgt mit sanft kreisenden Druck eine Entstauung.

Mit dieser Massage-Form können Lymphödeme nach Verletzungen, Blutergüssen und Muskelverletzungen behandelt werden.

Die Lymphdrainage darf jedoch nicht eingesetzt werden bei:

Zudem sollte sie stets von geschulten Personen ausgeführt werden.

Bewegungstherapie bei Sportverletzungen

Ziel ist es, den vollen Bewegungsumfang eines Gelenks wieder herzustellen oder zu bewahren. Dabei werden die Bewegungen vorrangig vom Therapeuten durchgeführt.

Die aktive Bewegungstherapie zielt auf die Verbesserung der Kraft, Ausdauer und Koordination des Athleten. Dafür werden unterschiedliche Übungen zur Ökonomisierung der Muskelarbeit, Muskeldurchblutung und -beweglichkeit genutzt. Eine Bewegungstherapie im Bad ermöglicht die Therapie nahezu ohne Belastung der Gelenke.

Krankengymnastik auf neurophysiologischer Grundlage bei Sporverletzungen

Sie wird häufig bei Funktionsstörungen des Nervensystems angewandt. Übungen zur Schulung komplexer Bewegungsabläufe, Förderung oder Hemmung von Reflexen sind Gegenstand dieser Therapieform.

Stemmführung nach Brunkow bei Sporverletzungen

Durch eine Stemmaktivität wird eine dynamische Stabilisation der Muskeln erreicht. Mit Dorsalextensionen kommt es aufgrund der antagonistischen Muskelkraft zu dieser dynamischen Stabilisation.

Schlingentisch bei Sportverletzungen

Die Therapie mittels Schlingentisch wird zur

  • Schmerzlinderung
  • Entlastung
  • Dehnlagerung
  • Mobilisation und
  • Stabilisation

genutzt. Dabei wird der gesamte Patient oder nur betroffene Körperteile mittels Schlingentisch in eine Art schwerelose Aufhängung gebracht.

Massagen bei Sportverletzungen

Bereits die alten Griechen nutzten Massagen für ihre Sportler. Mittels Massagen kann der Muskeltonus reguliert und die Muskeldurchblutung verbessert werden. Außerdem wirkt die Anwendung positiv bei Störungen im Bereich von Muskeln, Sehnen und Bändern.

In der klassischen Massage werden bestimmte Griffe genutzt, wie:

  • Streichung
  • Knetung
  • Zirkelung
  • Hautreizgriffe
  • Erschütterung
  • Vibration

Bekannte Unterformen der Massage sind Reflexzonenmassage und manuelle Lymphdrainage.

Elektrotherapie bei Sportverletzungen

Die Elektrotherapie beruht auf einer Veränderung der Ionenkonzentration des menschlichen Körpers. Die wichtigsten Anwendungen und Wirkungsweisen werden folgend kurz erläutert:

  • Gleichströme verbessern die Reaktions- und Funktionsfähigkeit der motorischen Nervenfasern. Zudem wird die Durchblutung gefördert und Schmerz gelindert. Des Weiteren hat diese Therapie eine antientzündliche Wirkung.

  • Niederfrequenzströme (< 1000 Hz) werden genutzt, um die Atrophie denervierter quergestreifter Muskulatur während der Nervenregenerationsphase zu verhindern.

  • Ultrareizstrom nach Träbert wirkt schmerzlindernd, durchblutungsfördernd und antientzündlich. Es wird meist bei Schmerzen hypotoner Muskulatur und Athrosen eingesetzt.

Akupunktur bei Sporverletzungen

Diese Therapie beruht auf der traditionellen chinesischen Medizin. Mittels Akupunkturnadeln werden charakteristische Punkte entlang der 12 Meridianen stimuliert oder gebremst.

Ziel dieser Therapieform ist es, das Gleichgewicht der energetischen Kräfte der Organe und Organsysteme wiederherzustellen. In der westlichen Schulmedizin wird die Akupunktur vorwiegend eingesetzt, um Verkrampfungen der Muskulatur zu lockern. Generelle Anwendungsgebiete der Akupunktur sind schmerzhafte und chronische Erkrankungen des Bewegungsapparates.

Bekannte Unterformen sind:

Risiken einer Physiotherapie

Wenn die Physiotherapie richtig ausgeführt wird, bestehen in der Regel kaum Risiken. Die unterschiedlichen Übungen können jedoch auch falsch oder unsauber vonstatten gehen - in diesem Fall kann es zu Entzündungen oder auch Blutergüssen kommen. Bei Anwendungen, die Schwindel therapieren sollen, besteht eine erhöhte Sturzgefahr.

Quellen:

  • Bernard Kolster, Verena Gesing, Anna Heller, Claudia Winkelmann: Handbuch Physiotherapie, KVM - Der Medizinverlag, 2016, ISBN 3868673393
  • Antje Hüter-Becker, Mechthild Dölken: Physiotherapie in der Orthopädie (Physiolehrbuch), Thieme, 2015, ISBN 3131294930
  • Frans van den Berg: Physiotherapie für alle Körpersysteme: Evidenzbasierte Tests und Therapie, Thieme, 2016, ISBN 3132431583
  • Dirk Ehrhardt: Praxishandbuch funktionelles Training, Thieme, 2012, ISBN 3131624817
  • Barbara Aigner, Claudia Klose: Physiotherapietechniken von A-Z, Thieme, 2017, ISBN 9783132015517
  • Hannu Luomajoki, Fabian Pfeiffer: Fallbuch Physiotherapie: Muskuloskelettales System, Urban & Fischer Verlag, 2018, ISBN 3437450050
  • Christoff Zalpour: Anatomie Physiologie für die Physiotherapie, Urban & Fischer Verlag, 2016, ISBN 3437453041
  • Kerstin Lüdtke, Benjamin Schäfer: Physiotherapie bei Kopfschmerzen und Migräne (Physiofachbuch), Thieme, 2019, ISBN 3132421057
  • Mitarbeit von: Stephanie Fresenius, Michael Fresenius, Christian Münzing, Florian Schneider Ulmkolleg: Physiotherapie in der Traumatologie/Chirurgie (Physiolehrbuch), Thieme, 2016, ISBN 3131295449
  • Antje Hüter-Becker, Mechthild Dölken: Physiotherapie in der Inneren Medizin: physiolehrbuch Praxis, Thieme, 2017, ISBN 3131294736
  • Antje Hüter-Becker, Mechthild Dölken: Physiotherapie in der Pädiatrie (Physiolehrbuch), Thieme, 2010, ISBN 9783131295125

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