27. Dezember 2008
Von Andreas Hadel
Verstauchungen, Zerrungen oder sogar Muskelfaserrisse tauchen selbst bei sehr umsichtiger Trainingsweise hin und wieder auf. Und dabei ist es egal, ob Sie ambitionierter Wettkampfathlet oder ein fitnessbegeisteter Freizeitsportler sind. Um möglichst schnell wieder die Läuferschuhe anziehen oder den Tennisschläger in die Hand nehmen zu können, verordnen Sportärzte bereits bei mittleren Verletzungen oder entzündlichen Überlastungsreaktionen eine sogenannte Physiotherapie. Was dabei wann gemacht wird, lesen Sie in den folgenden Zeilen.

Ein Physiotherapeut kann durch diverse Maßnahmen bei einigen Sportverletzungen helfen
Die Physiotherapie findet immer dann Anwendung, wenn Störungen in der physiologischen Funktion vorliegen. Das können zum Beispiel Muskelverhärtungen, Muskelrisse oder gar Lähmungserscheinungen sein. Zur Besserung oder Heilung werden physikalische und natürliche Mittel verwendet. Um die physiologische Funktion wieder anzuregen, benutzt man Reiz-Reaktions-Therapien oder Regulations-Adaptations-Mechanismen.
Im folgenden erhalten Sie eine Übersicht der wichtigsten Maßnahmen in der Physiotherapie, die auch bei den meisten kraftsportbedingten Verletzungen zum Einsatz kommen.
Hydrotherapie
Hierbei handelt es sich um eine Reiztherapie mit Wasser. Die Reize werden durch unterschiedliche Temperaturen und Anwendungsformen (Voll- und Teilbäder) des Wassers genutzt. Für Kraftsportler ist es von Interesse, dass die Hydrotherapie Muskelverspannungen lindern kann sowie bei Muskelverletzungen durchblutungsfördernd wirken kann. Deshalb sollte man sie aber erst 24 Stunden nach der akuten Verletzung anwenden.
Thermotherapie
Bei dieser Therapie wird in drei Untergruppen unterschieden: Kältetherapie, Eisanwendung und Wärmetherapie. Während Kälte hauptsächlich bei akutem Schmerz benutzt wird, finden Wärme meist bei chronischen Schmerzen Anwendung.
Kältetherapie
Die Kältetherapie wird bei Verletzungen am häufigsten eingesetzt und erreicht eine lokale Verminderung der Durchblutung und des Stoffwechsels. So wird die Ausschüttung schmerzerzeugender Mediatorstoffe verringert sowie die lokale Entzündungsreaktion gemindert. Desweiteren mildert die lokale Kälteanwendung reflektorische Muskelverspannungen.
Bei der Kältetherapie nutzt man Coldpacks, Eisbeutel, Eiskompressen und Eiswasser. Kältesprays werden heute aufgrund ihrer Oberflächenwirkung und der erhöhten Erfrierungsgefahr nicht mehr benutzt.
Eistherapie
Die Eistherapie, auch Kryptotherapie, Eismassage oder Eislollytherapie genannt, findet vor allem in der Nachbehandlung von Sportverletzungen ihre Anwendung und wird in Form einer Eisabreibung praktiziert. Dh. der Körper wird lokal mit Eis "eingerieben", wodurch eine reaktive Hyperämie im Gewebe bewirkt wird. Dabei kommt es zuerst zur Kontraktion der Gefäße, die sich dann wieder reflektorisch erweitern.
Der Hautkontakt mit dem Eis ist nur sehr kurz, so das es zu einem ständigen Wechsel zwischen Verengung und Erweiterung kommt. Sinn dieser Therapie ist die Beschleunigung des Heilungsprozesses, da notwendige Stoffe schneller zum Entzündungsherd gelangen bzw. Abfallprodukte schneller abtransportiert werden.
Das Abreiben wird mit einem Eis am Stil im Intervall (30 Sekunden abreiben, 3 Sekunden Pause) für 15-20 Minuten durchgeführt. Diese Therapie sollte frühestens 24-48 Stunden nach der akuten Verletzung angewandt werden und ist nur mit Eis (keine Coldpacks etc.) möglich. Im Gegensatz zur Kälteanwendung, die man im Erste-Hilfe-Fall durchführt, wird hier das Eis direkt und ohne Unterlage auf das betroffene Körperteil getan.
Physiotherapie im Sport - Teil 2: Von Akupunktur bis Wärmetherapie
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