Stress: Was bei Stress im Körper abläuft

Jeder Mensch ist von Zeit zu Zeit Stress ausgesetzt. Doch was genau läuft bei Stress im Körper ab? Stress selbst ist eigentlich kein Symptom, beständiger Stress kann jedoch zu unterschiedlichen Beschwerden und Erkrankungen führen. Es können dann verschiedene Behandlungen notwendig werden, um die Symptome zu lindern bzw. zu heilen. Informieren Sie sich über Ursachen und Behandlung von Stress, und lesen Sie, was dabei im Körper abläuft.

Ursachen, Symptome und Folgen von Stress

Was ist Stress? Definition, Merkmale und Verbreitung

Als Stress bezeichnet man die Auswirkung einer Belastung auf Körper und Psyche eines Menschen aufgrund von großer Beanspruchung. Dabei können unterschiedliche Stressfaktoren eine Rolle spielen.

Inwieweit der Mensch diese Beanspruchung bewältigen kann, ist abhängig von dessen psychischer und körperlicher Verfassung sowie von den kognitiven Fähigkeiten In diesem Zusammenhang sind unterschiedliche Verhaltensweisen denkbar; zu diesen zählen etwa:

  • das Verleugnen der Situation
  • das Ändern der Bedingung
  • das Akzeptieren
  • alternatives Verhalten
  • Flucht
  • Aggression

Positiver und negativer Stress

Stress hat sowohl positive als auch negative Aspekte. Positiver Stress wird auch als Eustress bezeichnet. Der Organismus des Menschen wird beansprucht; die Auswirkung ist jedoch positiv. So kommt es zur maximalen Leistungsfähigkeit, ohne dass man dem Körper dadurch schaden würde.

Auch profitiert man von erhöhter Aufmerksamkeit. Es besteht hohe Motivation, Leistung zu bringen. Mitunter kann es zur Ausschüttung von Glückshormonen kommen.

Negativer Stress wird als Disstress bezeichnet. Er tritt oft oder dauerhaft auf und lässt sich weder körperlich noch psychisch kompensieren, sodass ein Gefühl von Überforderung und Bedrohung auftritt. Oftmals fehlt die Möglichkeit, eine Stress auslösende Situation zu bewältigen.

Abiotische, biotische und psychosoziale Stressfaktoren

Wie bereits erwähnt, gibt es unterschiedliche Faktoren, die zu einem Gefühl von Stress führen können. Dazu zählen abiotische Stressfaktoren, zu denen beispielsweise

  • Kälte und Hitze
  • Abgase
  • Lärm
  • toxische Substanzen
  • Strahlungen
  • ein übermäßiger Alkoholkonsum und
  • eine vitalstoffarme Ernährung

gezählt werden können. Biotische Stressfaktoren wären etwa Belastungen durch diverse Krankheitserreger. Möglich ist dabei auch eine Beeinflussung durch abiotische Faktoren. Psychosoziale Stressfaktoren spielen sich auf emotionaler Ebene ab. Hierzu zählen

  • Befürchtungen und Sorgen
  • bestimmte Erwartungshaltungen und Einstellungen und
  • psychische Belastungen wie z.B. Mobbing.

Ausprägung von Stress

Sicherlich ist es nicht übertrieben zu sagen, dass Stress die Menschen heute von allen Seiten angreift. Nach Informationen des amerikanischen Verbraucherschutzbundes werden Erwachsene in erster Linie durch die Arbeit (39%) und dann durch familiäre Probleme (30%) gestresst. Weitere Stressfaktoren sind Sorge um die Gesundheit (10%), Geldsorgen (9%) und Angst vor internationalen Konflikten und Terrorismus (4%).

Stress ist keineswegs ein rein amerikanisches Phänomen. Gemäß einer britischen Studie aus dem Jahre 2002 waren 2001/2002 über eine halbe Million Briten der Meinung, der Stress am Arbeitsplatz mache krank. Durch Stress am Arbeitsplatz, durch Niedergeschlagenheit oder Angst gehen in Großbritanien jährlich schätzungsweise 13,5 Millionen Arbeitstage verloren.

Im übrigen Europa sieht es nicht weniger düster aus. Nach einem Bericht der Europäischen Argentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz leiden europaweit nachweislich Millionen Arbeitskräfte aller Sparten unter Stress am Arbeitsplatz. In der Europäischen Gemeinschaft macht arbeitsbedingter Stress jedes Jahr rund 41 Millionen Arbeitnehmer krank, so die Studie.

Wie ist die Situation in Ausland? Anlässlich einer Fachtagung in Tokio hieß es in einem Bericht, dass Stress am Arbeitsplatz in vielen Ländern weit verbreitet ist, sowohl in Entwicklungsländern als auch in Industrienationen. Einige ostasiatische Länder, einschließlich China, Korea und Taiwan, wurden zügig industrialisiert und erlebten ein rasches Wirtschaftswachstum. Diese Länder haben heute große Probleme mit Stress am Arbeitsplatz und den gesundheitlichen Folgen für die Arbeitnehmer.

Symptome und körperlicher Ablauf bei Stress: Was läuft bei Stress im Körper ab?

Bei Stress handelt es sich um eine eigentlich normale Reaktion auf äußere Faktoren. Dabei kommt es im Organismus zu einem bestimmten Reaktionsmuster, das unabhängig davon abläuft, ob der Stress positiver oder negativer Natur ist.

Stress ist ein Vorgang, der bereits seit der frühen Entwicklungsgeschichte der Menschheit besteht. So mussten die Menschen in früheren Zeiten auf Gefahren und Angriffe rasch reagieren, um überleben zu können. Zu diesem Zweck verfügt der Organismus über ein System, das in kurzer Zeit das Reaktionsvermögen erhöht und mehr Energie zur Verfügung stellt.

Stresssymptome, z.B. Magenschmerzen, Hautprobleme oder Schwindel

Bemerkbar macht sich Stress durch körperliche Reaktionen wie

  • eine erhöhte Herzfrequenz
  • angespannte Muskeln
  • Magenschmerzen
  • Schwindel
  • Hautprobleme wie Pickel oder Ausschlag
  • Beschleunigung der Atmung
  • Anstieg des Blutdrucks und
  • erweiterte Pupillen.

Außerdem setzt der Körper die Tätigkeit der Verdauungs- und Geschlechtsorgane herab. Der Ablauf einer Stressreaktion verläuft in verschiedenen Phasen.

Vorphase von Stress

Eingeleitet werden die Stressphasen von bestimmten Reizen, die ein Mensch erlebt. Diese Reize setzen sich aus äußeren und inneren Stressoren zusammen, wobei die Reize selbst allerdings neutral sind. Zu einer Reaktion kommt es erst aufgrund der Bewertung durch den Menschen.

Alarmphase von Stress

Durch die Reaktion auf die Reize wird die Alarmphase eingeleitet, wobei es zur Mobilisierung von Energie kommt. Der Organismus schüttet nun vermehrt Hormone wie Adrenalin und Noradrenalin, aber auch Stresshormone wie Corticosteron und Cortisol aus.

Dieser Vorgang hat die Steigerung der Herzfrequenz sowie die Erhöhung von Blutdruck, Blutzuckerwert und Atmung zur Folge. Darüber hinaus kommt es zum Anstieg der Magensäurekonzentration. Auf diese Weise werden Muskeln, Herz und Gehirn besser durchblutet, wodurch der Körper entsprechend reagieren kann.

Handlungsphase von Stress

Diese Reaktion erfolgt in der Handlungs- oder Widerstandsphase. Der Mensch hat nun die Möglichkeit zu handeln, indem er Widerstand leistet und kämpft, oder flieht und sich versteckt.

Während dieser Reaktion kommt es zum Verbrauch der mobilisierten Energie, sodass sich die Stresshormone verringern. Da in der heutigen Zeit Fluchtreaktionen oder körperliche Kämpfe bei Stresssituationen eher selten nötig sind, besteht die Gefahr von Dauerstress.

Erholungsphase von Stress

Das Ende der Stressphasen bildet die Erholungsphase, für die körperliche Ruhe erforderlich ist, damit der Organismus die verbrauchten Energien wieder auffüllen und erneut reagieren kann. Ohne Erholungsphase drohen gesundheitliche Probleme, die sogar zu einem Burnout-Syndrom führen können.

Ursachen von Stress

Bei jungen Menschen entsteht Stress häufig in der Schule. Ursache sind hier zum Beispiel der Notendruck und die langen Schultage. Kinder und Jugendliche, die auch nach der Schule noch ein straffes Programm zum Beispiel aus Musik- und/oder Sportunterricht haben, können sich dadurch auch leicht gestresst fühlen.

Stress am Arbeitsplatz

Erwachsene leiden häufig im Beruf unter Stress. In vielen Betrieben zählt nur noch die Leistung des Mitarbeiters und es wird wenig Rücksicht auf den einzelnen Menschen genommen. Zusätzlich tritt oftmals auch Mobbing auf.

Mögliche Auswirkungen und Folgen von Stress

Die Meisten wissen auch ohne wissenschaftliche Studien, dass die Menschen heute gestresst sind. Höchstwahrscheinlich kennen viele von uns die Folgen von Stress aus eigener Erfahrung. Was kann Stress anrichten?

Ob jung oder alt, ob am Arbeitsplatz oder in der Schule - Dauerstress kann einen hohen gesundheitlichen Preis fordern. Ein Fachautor für Medizin erklärte dies so: "Die Stressreaktion des Körpers ist in etwa mit einem Flugzeug vor dem Start vergleichbar."

Folgen von Stress für die Gesundheit

Dass Stress sich negativ auf die Gesundheit auswirkt, wissen die meisten zwar theoretisch, doch glaubt kaum einer, dass man selbst davon betroffen sein könnte. Ein Körper, der ständig unter Strom steht und kaum mehr abschalten kann, macht dies nur eine gewisse Zeit mit.

Normalerweise wirkt sich Stress nicht negativ auf die Gesundheit aus, vorausgesetzt, er dauert nicht zu lange und wechselt sich mit entspannenden Phasen ab. Hält der Stress jedoch unvermindert an, ohne dass es zur Entspannung kommt, kann dies zu einer gesundheitsschädlichen Dauerbelastung führen.

Stress und Diabetes

So besteht im Falle von Dauerstress die Gefahr, dass der Organismus seine Selbstregulationsfähigkeit einbüßt. Dann ist sogar keine Entspannung mehr möglich, wenn eine Ruhephase eintritt.

Zum Beispiel bietet der Schlaf nicht mehr soviel Erholung wie in stressfreien Zeiten. Außerdem steigt durch das vermehrte Ausschütten des Stresshormons Kortisol das Risiko zur Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus).

Stress und Grippe

Irgendwann zieht der Körper die Notbremse. Das kann dann

sein, die den Körper dazu zwingt, sich auszuruhen. Genauso können aber auch schwere Krankheiten wie ein plötzlicher Herzinfarkt die Folge von Dauerstress sein.

Unter Stress beschleunigt sich der Puls und der Blutdruck schnellt in die Höhe. Der Blutzuckerspiegel steigt.

Hormone werden freigesetzt. Wenn der Stress zum Dauerzustand wird, werden alle Bestandteile der Stressreaktionskette (Gehirn, Herz, Lungen, Blutgefäße und Muskulatur) entweder chronisch über- oder unterfordert. Mit der Zeit können dadurch körperliche oder psychische Schäden entstehen.

Ohnmacht durch Stress

Ist ein besonders hohes Stresslevel erreicht, kann es manchmal auch zu einer Ohnmacht kommen. Hier ist meistens die so genannte vasovagale Synkope für einen Kreislaufkollaps verantwortlich. Erfahren Sie hier mehr über die Bewusstlosigkeit und Stress als möglichen Auslöser.

Erkrankungen und Schäden durch Stress, z.B. Zahnschmerzen, Sodbrennen, Tinnitus oder Magengeschwüre

Die Liste der Gesundheitsschäden, bei denen Stress möglicherweise eine Rolle spielt, ist erschreckend lang:

um nur einige zu nennen. Besonders besorgniserregend ist die destruktive Art, wie viele - vor allem Jugendliche - versuchen, Stress zu bewältigen. So ist es äußerst deprimierend, zu sehen, was Jugendliche alles anstellen, um ihren Kummer zu entfliehen. Sie

  • greifen zu Alkohol und Drogen
  • schwänzen die Schule
  • begehen Straftaten
  • nehmen zu Promiskuität, Aggression und Gewalt Zuflucht oder
  • laufen von zu Hause weg.

Damit schaffen sie sich letzten Endes Probleme, die noch erdrückender sind als die, denen sie entkommen wollten. Stress ist eine Realität des modernen Lebens, der man nicht völlig aus dem Weg gehen kann.

Hörsturz und Burnout-Syndrom durch Stress

Sogar ein Hörsturz oder Magengeschwüre sind im Bereich des Möglichen. Eine berüchtigte psychische Stresserkrankung stellt das Burn-out-Syndrom dar, bei dem sich der Betroffene schließlich vollkommen ausgebrannt fühlt. Außerdem kann es zu chronischer Müdigkeit und Depressionen kommen.

Erhöhte Tumormarker durch Stress

Mitunter können auch einige Tumormarker durch anhaltenden Stress erhöht sein. Detaillierte Informationen zu Tumormarkern geben wir Ihnen hier.

Veränderte Schilddrüsenwerte durch Stress

Stress kann auch die Schilddrüsenwerte erhöhen. Bei der Entstehung von Stress kommt es unter anderem zu einem Nährstoffmangel, sodass es dem Körper nicht mehr möglich ist, ausreichend Energie bereit zu stellen.

Durch das Ausschütten von Stresshormonen - hier näher erläutert - wird die Energie in lebenswichtige Systeme geschickt, wodurch andere Organe leiden müssen.

Auch die Schilddrüse muss nun in den Hintergrundtreten, was zu einer Unterfunktion führt. Vorübergehend kann es auch zu einer Schilddrüsenüberfunktion kommen.

Erhöhter Cholesterinspiegel durch Stress

Stress führt zu einem Anstieg der LDL-Cholesterinproduktion. Der Körper wird durch die Stressbotenstoffe dazu angeregt, mehr Energie aus Glukose und Fettsäuren aburufen - für die Verarbeitung der Nährstoff bedarf es mehr LDL-Cholesterin.

Menstruationsprobleme durch Stress, wie z.B. eine zu schwache Regelblutung

Durch andauernden Stress können Frauen auch eine negative Auswirkung auf ihre Menstruation bemerken. Typisch ist beispielsweise eine schwächere Blutung sowie auch Unregelmäßigkeiten.

Gewichtsverlust durch Stress

Bei großem Stress kann es mit der Zeit auch zu Gewichtsverlust kommen. Oftmals fehlt die Zeit, etwas zu essen, außerdem können diverse Verdauungsprobleme dazu führen, dass man Probleme hat, etwas hinunter zu bekommen.

Kann Stress Übergewicht auslösen?

Wer ständig in Eile ist oder unter Leistungsdruck steht, ernährt sich meistens unausgewogen. Oft fehlt die Zeit für den Einkauf gesunder Lebensmittel oder die Lust zum Kochen einer ausgewogenen Mahlzeit.

Die Folge: Extra-Kilos auf den Hüften. Doch sind das wirklich die einzigen Gründe für Übergewicht? Wissenschaftler haben jetzt die Ursache entdeckt, warum gestresste Menschen schneller zunehmen.

Stressesser verbrennen weniger Kalorien

Forscher an der Ohio State University führten kürzlich eine Studie mit Frauen durch, die unter Aufsicht verschiedene fettreiche Lebensmittel konsumierten. Dabei wurde vor und nach der Nahrungsaufnahme kontrolliert, wie schnell der Körper Kalorien verbrennt. Auch Veränderungen des Blutzucker- und Cortisolspiegels sowie der Blutfettwerte dokumentierten die Wissenschaftler vor und nach jeder Mahlzeit.

Das Ergebnis: Die Frauen, die einen Tag zuvor häufig Stress ausgesetzt waren, verbrannten erheblich weniger Kalorien als die Probandinnen, die keine Stresssituationen erlebten. Die Gruppe der gestressten Frauen verbrauchte innerhalb von sieben Stunden durchschnittlich 105 Kalorien weniger. Für die US-Forscher ist demnach klar, dass der Kalorienabbau durch Belastungssituationen gehemmt wird.

Erhöhter Insulinspiegel bei Stress verlangsamt die Fettverbrennung

Außerdem wurde bei dem Test nachgewiesen, dass die Insulinwerte der gestressten Frauen höher waren, als die der nicht unter Stress stehenden. Ist der Insulinspiegel erhöht, führt das zu einer verlangsamten Fettverbrennung.

Fett wird weniger schnell in Energie umgewandelt. Aufgrund des veränderten Stoffwechsels lagert der Organismus überschüssige Fette im Gewebe ein, was auf Dauer zu einer Gewichtszunahme führt.

Die Ursache für Übergewicht durch Stress ist also nicht allein die Tatsache, dass vermehrt ungesunde Lebensmittel verzehrt werden. Ein erhöhter Insulinpegel und eine gehemmte Kalorienverbrennung sind letztlich die Auslöser für die Extra-Pfunde.

Darmbakterien durch Stress als Ursache für überflüssiges Kilos

Auch die Bakterienbesiedelung im Darm kann das Gewicht beeinflussen. Die auf einer gesunden Darmschleimhaut lebenden Bakterien wehren Krankheitserreger ab, produzieren wichtige Vitamine und entscheiden zudem, ob ein Mensch schlank oder dick ist.

Zu viel Stress kann ebenfalls einen negativen Einfluss auf das Darmgeschehen haben. Neue Studien liefern Hinweise für eine Verbindung zwischen einer gestörten Darmflora und Adipositas (Fettleibigkeit). Bei Normalgewichtigen sind mehr Bakterien des Stamms Bacteroidetes im Darm vorhanden, während bei fettleibigen Menschen der Bakterienstamm Firmicutes überwiegt.

Durch diese veränderte Bakterienansiedlung bei übergewichtigen Menschen erhöht sich die Enzymproduktion, infolgedessen auch unverdauliche Bestandteile der Nahrung gespalten und in Kalorien umgewandelt werden, beispielsweise Cellulose. Darüber hinaus kommt es zu einer Aktivierung von Bakteriengenen, die die Aufspaltung von Kohlenhydraten zusätzlich ankurbeln, was dazu führt, dass etwa ein Zehntel der aufgenommenen Kalorien im Fettdepot eingelagert werden.

Gegen Stress angehen: Vorrat an gesunden Snacks zulegen

Menschen, die über einen längeren Zeitraum Stresssituationen ausgesetzt sind, neigen eher zu Übergewicht als nicht Gestresste. Bei permanentem Zeit- oder Leistungsdruck verändern sich verschiedene Körperfunktionen, die eine Gewichtszunahme fördern.

Zwar lassen sich Belastungen durch Stress nicht immer komplett vermeiden, doch jeder kann sich gesunde Snacks als Vorrat zulegen, um bei Hunger nicht auf ungesundes Essen wie Fastfood zurückgreifen zu müssen. In Stresszeiten kommt es zwar zu Veränderungen des Stoffwechsels, doch mit gesunder Kost lässt sich die Kalorienzufuhr deutlich senken.

Gesunde Snacks wie Obst und Gemüse schützen zudem vor einem erhöhten Insulinspiegel und liefern Nährstoffe, die den Körper unterstützen, besser mit Stressphasen umzugehen. Auf diese Weise lassen sich die Folgen von Stress zum Teil ausgleichen, damit stressbedingtes Übergewicht im Rahmen bleibt.

Kommunikationsprobleme bei Stress

Egal ob nur er/sie ständig im Stress ist oder beide: Früher oder später leidet eine Partnerschaft darunter. Wenn man nach einem 14-Stunden-Tag vollkommen geschafft nach Hause kommt, so hat man meist keine Kraft mehr, um tiefsinnige Gespräche zu führen - dazu gehören auch Gespräche, in denen es um die Zukunft einer Beziehung geht. Die Kommunikation leidet also sehr darunter, wenn zumindest einer der Partner unter ständigem Stress steht.

Zu wenig gemeinsame Zeit bei Stress

Ein weiteres Problem von dauerndem Stress liegt auf der Hand: Je mehr er oder sie arbeitet, desto weniger gemeinsame Zeit hat das Paar miteinander. Sicher zählt nicht nur die Quantität an Zeit sondern auch die Qualität. Trotzdem kriselt es in einer Beziehung vermutlich bald, wenn sich das Paar nur noch hin und wieder sieht und zumindest einer der beiden dann so gestresst und genervt ist, dass er auch keine Lust auf ein Gespräch geschweige denn eine gemeinsame Unternehmung hat.

Bei Wochenendbeziehungen kann man sehen, dass diese Beziehung auch glücklich verlaufen kann, wenn man sich nur an zwei Tagen in der Woche sieht. Diese Tage werden dann jedoch intensiv genutzt. Wer beruflich äußerst eingespannt ist und nicht einmal an zwei Tagen in der Woche Zeit für die Partnerschaft investieren kann, der wird früher oder später wieder Single sein.

Wann sollte man aufgrund von Stress zum Arzt?

Führt der übermäßige Stress zu einer regelrechten Stresserkrankung, ist es besser, therapeutische Hilfe in Anspruch zu nehmen. Als typische Anzeichen für eine behandlungsbedürftige Störung gelten

Diagnose bei Stress

Leidet der Betroffene aufgrund von anhaltendem Stress unter körperlichen Beschwerden, hat der Arzt die Aufgabe, festzustellen, ob es sich tatsächlich lediglich um eine Stresserkrankung oder eine richtige physische Krankheit handelt. Eine wichtige Rolle spielt dabei das Erfassen der Krankengeschichte des Patienten.

Anamnese und Untersuchung bei Stress

Im Rahmen der Anamnese stellt der Arzt dem Patienten zahlreiche Fragen, die ihm dabei helfen, sowohl seelische als auch körperliche Stressparameter festzustellen. Darüber hinaus ist es möglich, Stress mithilfe von bestimmten Hormonen im Blut nachzuweisen. Dazu gehören vor allem

So kommt es nach Ende der Stresssituation zum Absinken der jeweiligen Hormonspiegel. Darüber hinaus liegen bei Stress eine monotone Herzfrequenz sowie ein erhöhter Blutdruck vor. Um körperliche Ursachen auszuschließen, untersucht der Arzt auch die Körperregionen, an denen die Beschwerden auftreten.

Behandlung bei Stress

Leidet der Betroffene bereits unter psychischen oder körperlichen Symptomen aufgrund des Stresses, so muss häufig eine ärztliche Behandlung erfolgen. Facharzt für die Behandlung der Symptome von gestressten Menschen ist der Psychotherapeut. Im Rahmen von Einzel- oder Gruppengesprächen werden die Probleme aufgearbeitet.

Um einen dauerhaften Erfolg zu erzielen, muss sich jedoch auch im Leben des Patienten etwas ändern. Dazu ist zum Beispiel ein Arbeitsplatzwechsel, ein interner Wechsel in der Firma oder auch eine andere Einstellung zum Leben notwendig.

Medikamente gegen Stress

Um gegen Stress anzugehen, können zahlreiche Medikamente eingesetzt werden. Dazu zählen vor allen Dingen Phytopharmaka, die beispielsweise

  • Taigawurzel
  • Baldrian
  • Hopfen
  • Melisse
  • Johanniskraut oder
  • Pestwurz

enthalten. auch Antihistaminika und Vitamine sind hilfreich. Zu den verschreibungspflichtigen Mitteln zählen

Stress reduzieren und abbauen durch Selbsttherapie: Tipps zur Stressreduzierung

Stress reduzieren, aber wie? Folgende Ratschläge sind zu beachten:

  • Dem Körper täglich genügend Ruhe gönnen. Auch wenn man beruflich sehr eingespannt ist, so sollte man doch versuchen, regelmäßige Ruhephasen einzuplanen, wenn einem die eigene Gesundheit und die Partnerschaft am Herzen liegen. Die Liebe muss gepflegt werden, wenn sie lange bestehen soll.
  • Sich vernünftig ernähren, nicht zu viel essen.
  • Regelmäßig geeignete Bewegungen, wie etwa Walking.
  • Sorgen mit einem Freund besprechen.
  • Der Familie mehr Zeit widmen.
  • Hausarbeit delegieren oder aufteilen.
  • Die eigenen körperlichen und emotionalen Grenzen kennen.
  • Sich realitische Ziele setzen, kein Perfektionist sein.
  • Gut planen, einen ausgeglichenen und vernünftigen Zeitplan erstellen.
  • Gute Eigenschaften wie Mühe und Geduld pflegen.
  • Etwas Zeit für sich selbst reservieren.

Sport gegen Stress

Gegen Stress werden zahlreiche Maßnahmen empfohlen, die zu dessen Abbau dienen. Dazu gehören in erster Linie sportliche Betätigungen.

So haben verschiedene Studien ergeben, dass sportliche Menschen seltener unter Stressfolgen leiden. Als sinnvoll gilt dreimal in der Woche mindestens 30 Minuten lang das Ausüben von körperlichen Aktivitäten. Diese führen dazu, dass der Organismus mehr Endorphine ausschüttet, was wiederum die Stimmung steigen lässt.

Entspannung bei Stress

Ebenso wichtig zur Bekämpfung von Stress ist das Ausüben von Entspannungsmethoden wie der progressiven Muskelentspannung. Dabei spannt der Ausübende zehn Sekunden lang seine Muskeln gezielt an und genießt danach die anschließende Entspannung. Aber auch Yoga und Meditation sind hilfreiche Gegenmittel gegen Stress.

Die richtige Ernährung bei Stress

Eine weitere sinnvolle Maßnahme für Stressgeplagte stellt die Umstellung der Ernährung dar. So ist es wichtig, den Konsum von Koffein und Alkohol einzuschränken, da diese Stoffe Stress verstärken. Das Gleiche gilt für den Konsum von Tabak.

Hausmittel gegen Stress

Zur Bekämpfung von Stress werden auch einige Hausmittel empfohlen. Besonders wichtig ist es, sich als Ausgleich zu Stresssituationen einem beruhigenden Hobby zu widmen, das einem Spaß und Entspannung verschafft.

Besonders gut geeignet zu diesem Zweck ist das Hören von entspannender Musik. Doch auch

können eine beruhigende Wirkung entfalten.

Kamille bei Stress

Ein altes Hausmittel gegen Stress stellt das Trinken von Kamillentee dar. So helfen 5 Tassen täglich dabei, Stress abzubauen und den Magen zur Ruhe zu bringen.

Ginseng bei Stress

Ebenfalls hilfreich ist die Einnahme von Ginseng in Form von Kapseln. So wirkt sich die Ginseng-Wurzel regulierend auf das Ausschütten von Stresshormonen aus.

Baden bei Stress

Wirkungsvoll gegen Stresszustände ist zudem ein Vollbad mit Heilkräuterzusätzen wie Lavendel, Kamille oder Baldrian. Dazu wickelt man die beruhigenden Kräuter in ein dünnes Tuch ein und mischt sie in das Badewasser. Stressreduzierende Hausmittel sind zudem Bäder aus Melisse und Hopfen.

Vitamin C bei Stress

Ebenfalls zu den bewährten Mitteln gegen Stress zählt Vitamin C. So wirkt das wichtige Vitamin bei Stresssituationen dem Anstieg des Blutdrucks entgegen. Gleichzeitig wird der Spiegel von Stresshormonen abgesenkt.

Vorbeugung: Stress vermeiden

Wer wirksam Stress vorbeugen möchte, sollte ein individuelles Anti-Stressprogramm entwickeln. Dazu ist es zunächst einmal wichtig, herauszubekommen, wodurch der Stress hervorgerufen wird. Diese auslösenden Faktoren gilt es dann so weit wie möglich zu vermindern.

Oftmals müssen zur Stressvorbeugung auch feste Angewohnheiten verändert werden, was nicht immer leicht fällt. Daher sollte man sich gut überlegen, was für einen von Wichtigkeit ist und was nicht. Wer sich auf das Wesentliche konzentriert und lernt, ab und zu auch einmal "Nein" zu sagen, vermeidet leichter stressige Situationen.

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  • Malte Ludwig: Repetitorium für die Facharztprüfung Innere Medizin: Mit Zugang zur Medizinwelt, Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH, 2017, ISBN 3437233165
  • Thorwald Dethlefsen, Ruediger Dahlke: Krankheit als Weg: Deutung und Bedeutung der Krankheitsbilder, Bassermann Verlag, 2008, ISBN 3809423777

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