27. Juni 2006
Viele Frauen sehen den Wechseljahren und ihren Folgen sorgenvoll entgegen. Die Hormonumstellung in dieser Zeit kann belastende Begleiterscheinungen mit sich bringen. Zusätzlich sorgen die alarmierenden Studien über die Hormontherapien für Unsicherheit. Dennoch erleben immer mehr Frauen die Wechseljahre sehr gelassen. Alternative Behandlungsmethoden gegen die Beschwerden in den Wechseljahren unterstützen diesen Trend.
Die Wechseljahre (Klimakterium) sind eine natürliche Lebensphase des Übergangs. Sie löst die Zeit der Empfängnisbereitschaft einer Frau ab. Die Eierstöcke stellen um das 50. Lebensjahr allmählich ihre Arbeit ein und drosseln die Produktion der weiblichen Geschlechtshormone Östrogen und Progesteron. Diese Hormonumstellung ist letztendlich für die typischen Beschwerden verantwortlich, die Frauen unterschiedlich intensiv erleben.
Die Wechseljahre dauern im Schnitt etwa 10 Jahre an und können in unterschiedliche Phasen unterteilt werden.
Die Perimenopause setzt etwa ein bis zwei Jahre vor der letzten Monatsblutung ein und wird häufig von Blutungsunregelmäßigkeiten begleitet. Hitzewallungen, Schlafstörungen, Stimmungsschwankungen und Unruhe gehören zu den typischen Symptomen dieser Phase.
Erst in der eigentlichen Menopause endet die fruchtbare Zeit der Frau. In dieser Zeit steigt das Risiko für Osteoporose und Herz-Kreislauf-Erkrankungen, denn mit dem Absinken des Östrogenspiegels im Blut sinkt die schützende Wirkung der Geschlechtshormone auf die Gefäße.
Lange galten die Wechseljahre als Zustand, der medikamentös behandelt werden muss. Frauen bekamen häufig Hormonpräparate verschrieben, unabhängig davon, ob sie wirklich unter psychischen und vegetativen Beschwerden litten. Die Hormone sollten das Altern der Frauen aufhalten und die charakteristischen Symptome der Wechseljahre unterdrücken. Mehrere Studien konnten unlängst belegen, dass sie Hormontherapie allenfalls gegen Hitzewallungen helfen können. Eine teuer erkaufte Erleichterung: Durch die Hormone schnellt das Risiko, einen Herzinfarkt zu erleiden oder an Brustkrebs zu erkranken, deutlich in die Höhe. Daher sollten diese Präparate nur nach einer sorgfältigen Risikoabschätzung verschrieben werden.
Dabei ist gegen viele der Beschwerden durchaus ein Kraut gewachsen. Präparate aus Heilpflanzen gibt es in jeder Apotheke. Sie können den Progesteron-Spiegel stabilisieren, Hitzewallungen lindern, Stimmungsschwankungen und Menstruationsstörungen hemmen. Vielversprechend scheint die Einnahme von pflanzlichen Östrogenen, den so genannten Isoflavonen. Sie steigern bei ausreichender Dosierung das Wohlbefinden und können viele Beschwerden verhindern.
Gerade in den Wechseljahren ist eine ausgewogene Ernährung und regelmäßige Bewegung wichtig. Sojaprodukte enthalten pflanzliche Isoflavone, kalziumreiche Kost aus Käse- oder Milchprodukten und grünen Gemüsesorten schützt vor einem Verlust an Knochenmasse und eine fettarme Ernährung beugt Herz-Kreislauf-Leiden vor.
Regelmäßiger Sport kann nicht nur beim Abnehmen helfen, sondern hat vor allem einen positiven Einfluss auf den Hormonhaushalt und das Körpergefühl der Frauen. Optimal ist ein Training von etwa 30 Minuten an vier Tagen der Woche.
Die Zeit der Wechseljahre ist also nicht zwangsläufig mit Beschwerden verbunden. Viele Frauen beschreiben diese Phase sogar als befreiend. Nie zuvor haben sie sich so sicher und wohl gefühlt. Sie haben endlich genügend Ruhe um einmal Bilanz zu ziehen und sich zu überlegen, was sie in ihrem Leben noch erreichen wollen.
Seltsamerweise sind die Wechseljahre nur in den westlichen Ländern ein "behandlungsbedürftiger" Lebensabschnitt, wohl vor allem auch deshalb, ...
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