Mögliche Ursachen von Fehlbildungen und wie man die Gefahr verringern kann

Welche Faktoren eine Fehlbildung begünstigen und deren präventive Vorbeugung

In der Medizin versteht man unter einer Fehlbildung (Deformität) eine vor der Geburt (pränatal) entstandene oder angelegte Fehlgestaltung eines Organs oder Organsystems. Fehlbildungen können alle Körperbereiche und Organsysteme betreffen. Dabei können die Fehlbildungen einen unterschiedlichen Schweregrad aufweisen. Der geringste Teil ist auf eine Erbgutschädigung zurückzuführen.

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Von einer Fehlbildung sprechen Mediziner dann, wenn vor der Geburt ein Organ oder ein Körperteil falsch entwickelt ist. Fehlbildungen können völlig unterschiedliche Ursachen haben. Manchmal kann auch nicht herausgefunden werden, aus welchem Grund sich die Fehlbildung entwickelt hat.

Ungesunder Lebensstil der werdenden Mutter

Die schwangere Frau hat einen großen Einfluss darauf, ob ihr Kind gesund, das heißt ohne Fehlbildungen, zur Welt kommt oder nicht. Raucht die Frau in der Schwangerschaft oder ist massivem Passivrauch ausgesetzt, so kann dies der Grund für eine Fehlbildung des Babys sein.

Gleiches gilt auch dann, wenn die Schwangere Alkohol und/oder Drogen konsumiert, egal ob diese Drogen geraucht, gespritzt oder oral eingenommen werden.

Medikamente und Röntgenuntersuchungen

Medikamente, die normalerweise ohne großes Nachdenken eingenommen werden, können ebenfalls die Ursache der Fehlbildungen sein. Dazu zählen Kopfschmerzmittel und andere Schmerzmittel sowie verschreibungspflichtige Medikamente wie Antibiotika und viele andere Präparate.

Soweit dies möglich ist, sollten schwangere Frauen daher auf die Einnahme von Medikamenten verzichten.

Vor einer Röntgenuntersuchung wird die Patientin generell gefragt, ob sie schwanger ist. Es ist zwischenzeitlich bewiesen, dass Röntgenstrahlen schwere Fehlbildungen beim ungeborenen Baby verursachen können.

Erkrankungen

Auch Krankheiten, unter denen eine Frau während der Schwangerschaft leidet, können die Ursache für Fehlbildungen beim ungeborenen Baby sein. Dazu zählen zum Beispiel Viruserkrankungen wie:

Toxoplasmose

Frauen, die während der Schwangerschaft rohe Lebensmittel verzehren, können sich dadurch zum Beispiel mit Toxoplasmose infizieren. Die Folge dieser Erkrankung während der Schwangerschaft sind Fehlbildungen des Babys zum Beispiel an den Augen. Auch Gehirnschädigungen können auftreten.

Schwangere Frauen, die Kontakt mit den Ausscheidungen von Katzen haben, können sich dadurch ebenfalls mit Toxoplasmose infizieren, wenn sie die Krankheit nicht bereits einmal durchgemacht haben. Dies ist auch der Grund, weshalb Schwangere das Katzenklo lieber von anderen Personen säubern lassen sollen.

Unübliche Kindslage

Eine andere Ursache, wie Fehlbildungen bei einem ungeborenen Baby entstehen können, kann sein, dass das Baby in einer unüblichen Lage im Bauch der Mutter liegt. Es erhält dadurch zu wenig Sauerstoff, was Fehlbildungen verursachen kann.

Mögliche Umwelteinflüsse

Auch Umwelteinflüsse können die Ursache der Fehlbildungen sein. Frauen, die in radioaktiv verstrahlten Gebieten einiger Länder leben, müssen mit Fehlbildungen ihres Babys rechnen.

Wie man die Gefahr von Fehlbildungen verringern kann

Gesunder Lebensstil

Eine Mangel- oder Fehlernährung der Mutter kann Fehlbildungen begünstigen. Eine richtige Ernährung in der Schwangerschaft verringert das Risiko einer frühkindlichen Fehlbildung.

Viele Krankenkassen bieten eine kostenlose Ernährungsberatung an.

Alkohol, Nikotin und Drogen meiden

Ein korrektes Verhalten während der Schwangerschaft kann Fehlbildungen verhindern. Alkoholkonsum in der Schwangerschaft gehört zu den häufigsten Ursachen für nicht genetisch bedingte Fehlbildungen beim Ungeborenen.

Auch Nikotin- und Drogenkonsum können die Entwicklung des Kindes beeinträchtigen.

Minderwuchs, Untergewicht, Gehirn- und Herzschäden sind einige der möglichen Konsequenzen.

Medikamente nur nach ärztlicher Absprache einnehmen

Auch bestimmte Medikamente können dafür sorgen, dass es bei dem Ungeborenen zu Fehlbildungen kommt. Deshalb sollte man in der Schwangerschaft auf Medikamente verzichten.

Eine bewusste und gesunde Lebensführung begünstigen eine gesunde Entwicklung des Kindes.

Die richtige Vorsorge

Besonders wichtig sind auch die Vorsoge- beziehungsweise Kontrolluntersuchungen beim Frauenarzt während der Schwangerschaft, diese sollten regelmäßig wahrgenommen werden. Durch Ultraschalluntersuchungen können Fehlbildungen schon frühzeitig erkannt werden.

Bewusste Ernährung

Folsäure

Eine ausreichende Versorgung mit Folsäure, auch Vitamin B9 genannt, soll das Risiko von Fehlbildungen entschieden verringern. Zum Beispiel der offene Rücken, medizinisch Spina bifida genannt, kann durch eine ausreichende Versorgung mit Folsäure verhindert werden.

Doch nicht nur Folsäure, auch andere Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente sind wichtig.

Viele Frauenärzte empfehlen den werdenden Müttern in der Schwangerschaft Nahrungsergänzungsmittel, um eine Unterversorgung auszuschließen. Für die kindliche Entwicklung sind vor allen Dingen die ersten Wochen ausschlaggebend.

Wissenschaftler aus England wollen mit ihrer Studie belegen, dass Fettreiche Ernährung zu Geburtsdefekten führen kann.

Studie zum Zusammenhang von fettreicher Nahrung und Fehlbildungen

Wissenschaftler der englischen Oxford-Universität glauben einen Zusammenhang zwischen einer Ernährung, die viele Fette beinhaltet, und dem Risiko ein Baby mit Geburtsdefekten wie zum Beispiel einem unvollständig ausgeprägten Herz oder einer offenen Lippen-Kiefer-Gaumenspalte auszutragen, entdeckt zu haben.

Mäusepopulation

Für ihre Untersuchungen nutzten die Forscher zwei Mäuse-Populationen, bei denen das Gen "Cited2" fehlte. Ein Fehlen dieses Genes kann zu der Ausbildung von Herzdefekten führen.

Eine der beiden Mäuse-Gruppen wurde vor und während der Schwangerschaft mit stark fettreichem Futter gefüttert. Die andere Gruppe erhielt normales Tierfutter, dass nach den gängigen Richtlinien einer gesunden Diät zusammengestellt wurde.

Folgen einer fettreichen Ernährung im Tierversuch

Mit Hilfe der Magnet-Resonanz-Fotografie studierten die Wissenschaftler die Entwicklung der kommenden Mäusegeneration. Es zeigte sich, dass die mit viel Fett gefütterten Muttertiere zu einer siebenfach erhöhten Wahrscheinlichkeit Jungtiere mit einer offenen Lippen-Kiefer-Gaumenspalte zur Welt brachten.

Das Risiko, Nachwuchs mit Herzdefekten zu gebären, war doppelt so hoch.

Erhöhtes Risiko bestätigt

Die Wissenschaftler sehen in ihrer Forschungsarbeit einen großen Erfolg, da sie zeige, dass die Kombination von Gendefekten und schlechter Ernährung zu einem vielfach erhöhten Risiko führe. Demnach kann eine ausgewogene Ernährung dazu beitragen, gesunde Kinder zur Welt zu bringen.

Interessant an dieser Studie ist vor allem, dass sich offenbar auch das Ernährungsverhalten unmittelbar vor der Schwangerschaft auf die Entwicklung der kommenden Generation auswirken kann.

Grundinformationen und Hinweise zu Fehlbildungen

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Quellenangaben

  • Bildnachweis: medikament © Stefan Redel - www.fotolia.de

Autor:

Paradisi-Redaktion - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

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