Die Würz-Grundlagen für jeden Küchen-Anfänger: So kommt man auf den Geschmack

Richtig zu würzen ist eine Kunst, dafür braucht man schon ein bisschen Erfahrung. Dabei darf man sich auch zugestehen, dass mal etwas misslingt und ein Gericht nicht schmeckt. Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen und deshalb ist ein bisschen Experimentierfreude gefragt.

Es muss nicht immer Flüssigwürze sein - wir geben Tipps zum Würzen mit klassischen sowie mit besonderen, vergessenen Gewürzen

In deutschen Küchen wird mittlerweile international gekocht und dementsprechend groß ist die Vielfalt an unterschiedlichen Gewürzen. Manche landestypische Speise erhält erst durch das entsprechende Gewürz den richtigen Geschmack. Aus der mexikanischen oder orientalischen Küche ist beispielsweise der Kreuzkümmel nicht wegzudenken.

Oder was wäre die italienische Küche ohne Oregano und Basilikum? Wer erst einmal auf den Geschmack der Gewürzwelt gekommen ist, wird gern auch exotische Gerichte ausprobieren und lernen mit den unterschiedlichen Gewürzen umzugehen.

Die große Welt der Gewürze

Es gibt noch weit mehr, als Salz, Pfeffer und Paprika. Die Gewürzvielfalt ist groß und uns steht in asiatischen, indischen oder beispielsweise türkischen Läden ein riesiges Angebot an unterschiedlichen Gewürzen zur Verfügung.

Schon in heimischen Läden ist das Sortiment groß. Wer mit Freude kocht, arbeitet sich auch gerne durch Rezepte, auch da sind die Möglichkeiten fast unbegrenzt. Kochbücher werden in großer Vielfalt, auch aus aller Herren Länder angeboten.

Man findet im Internet Rezepte und manchmal probiert man etwas nachzukochen, was man in einem Restaurant gegessen hat. Das Experimentieren mit Gewürzen macht Spaß und oft kann man auch etwas von Freunden, Bekannten oder Verwandten lernen.

Viele Anregungen werden auch im Urlaub geholt oder beim

  • Asiaten
  • Inder
  • Spanier
  • Mexikaner oder
  • Italiener

um die Ecke. Aber auch viele deutsche Gerichte erhalten ihren speziellen Geschmack durch eine besondere Würze.

Ob es sich um Wild, Sauerkraut oder um einen Eintopf handelt, auch hier machen die Gewürze aus einem einfachen Gericht eine Delikatesse.

Gewürze sind relativ lange haltbar, deshalb ist es sinnvoll, sich ein großes Sortiment anzuschaffen. Seltene Gewürze findet man auch oft auf Wochenmärkten oder im Winter auf dem Weihnachtsmarkt.

Breites Wirkungsspektrum

Es ist spannend, wie ein einziges Gewürz den ganzen Geschmack eines Gerichtes verändern kann. Neben dem Geschmack haben Gewürze aber auch noch andere Funktionen. So wirken sie beispielsweise

  • verdauungsfördernd
  • antibakteriell
  • blähungshemmend oder
  • appetitanregend.

Das Würzen der Speisen ist also nicht nur Geschmackssache, sondern auch gesund und unterstützt den Organismus.

Scharfe Speisen gegen Schlappheit und Infekte

Wenn Sie das nächste Mal eine Suppe kochen oder die Nudelsauce würzen, greifen Sie doch mal zu frischen Chilis oder Cayennepfeffer - das ist nicht nur feurig, sondern auch noch gesund.

Der Stoff, der für die Schärfe in Chilis sorgt, nennt sich Capsaicin. Es kommt vor allem in Paprikagewächsen vor. Wer gerne Chilis isst, kennt die Effekte des Alkaloids, die einem buchstäblich das Blut ins Gesicht schießen lassen.

Doch so stimuliert Capsaicin auch den Kreislauf und regt die Verdauung an. Zudem werden ihm pilzhemmende und blutdrucksenkende Effekte nachgesagt.

Wie scharfe Stoffe munter machen:

Ein scharfes Essen sorgt für mehr Speichelproduktion, was nicht nur die Verdauung erleichtert, sondern auch gut für die Zähne ist. Der Magen wird ebenfalls aktiv und produziert mehr Magensäfte - besonders gut ist das bei schwer verdaulichen Speisen. Noch dazu wird schädlichen Erregern im Essen durch die vermehrten Säfte der Garaus gemacht.

Bei kleinen Erkältungen kann ein heißes Süppchen heilsam sein, denn die Schärfe sorgt für ein vermehrtes Schwitzen und regt den Kreislauf an. Erkältungsviren werden so effektiv bekämpft. Auch die angegriffene Nasenschleimhaut wird besser durchblutet, kann sich regenerieren und den Schleim abfließen lassen.

Doch scharfe Speisen sind nicht uneingerschränkt empfehlenswert. Für kleine Kinder sind sie nicht geeignet - ebenso wenig für Menschen mit einem Reizdarmsyndrom, die schnell zu Durchfall und Verstopfung neigen. Manche vertragen die Schärfe auch einfach nicht gut und reagieren mit Sodbrennen. In solchen Fällen sollte die Würze natürlich milder ausfallen.

Die Würz-Grundlagen für jeden Küchen-Anfänger

Das A und O in der Küche ist das Würzen der Speisen und Gerichte. Daran erkennt man die Kunst der Köchin oder des Kochs.

Mit dem Würzen erhält das Essen erst seine besondere Note. So werden aus einfachen Zubereitungen delikate Gerichte, wenn man weiß was man mit Gewürzen alles machen kann.

Würzen mit Salz

Jeder Küchen-Anfänger braucht erst einmal eine Grundausstattung an Gewürzen. Das allerwichtigste Gewürz in der Küche ist wohl das Salz, ganz abgesehen davon, dass es auch eine salzlose Küche gibt.

Und da fängt es schon an schwierig zu werden, denn es gibt viele unterschiedliche Salze,

  • Salz mit Jod
  • Salz mit Fluorid
  • Tafelsalz
  • Meersalz
  • grobes Salz in der Salzmühle
  • Steinsalz und Himalayasalz.

Ob Salz jodiert oder fluoridiert sein muss, darüber scheiden sich die Geister und ebenso darüber, welches Salz am besten ist. Ein naturbelassenes Steinsalz beispielsweise, erhält man im Bio-Laden und es unterstreicht den Eigengeschmack der Speisen auf neutrale Weise.

Würzen mit Pfeffer und weiteren Gewürzen

Pfeffer verleiht den Gerichten eine gewisse Schärfe, dabei schmeckt er frischer und intensiver, wenn ganze Pfefferkörner in einer Pfeffermühle gemahlen werden. Jeder Küchenanfänger braucht auch Paprikapulver und eine Grundausstattung an weiteren Gewürzen.

Dazu gehören:

Es ist auch nicht verkehrt, verschiedene getrocknete Kräuter zu haben, wie

  • Majoran
  • Thymian
  • Oregano oder auch
  • Kräutermischungen wie italienische Kräuter und Kräuter der Provence.

Es ist schwierig Würzanweisungen zu geben, denn diese variieren von Gericht zu Gericht. Küchen-Anfänger werden hauptsächlich mit Rezepten arbeiten, ob auf dem Papier, im Internet oder nach mündlichen Angaben. Dort findet man auch immer Hinweise, wie und mit was gewürzt werden soll.

Zum anderen ist es auch einfach eine Geschmackssache, wie viel Würze sein soll. Mit der Zeit entwickelt man ein individuelles Gefühl für das Würzen. Am Anfang sollte man lieber sparsam mit den Gewürzen umgehen und besser nachwürzen, anstatt zu überwürzen.

Man kann das Essen abschmecken und dann prisenweise würzen. Eine Prise bedeutet, soviel von dem jeweiligen Gewürz, wie man zwischen Zeigefinger und Daumen zerreiben kann. Es ist auch nicht verkehrt, sich das Würzen von einem Könner zeigen zu lassen. Oder einen Kochkurs besuchen.

Es muss nicht immer Flüssigwürze sein

Wir kennen das alle: Der Blick in den Küchenschrank zeigt uns den üblichen Mix aus Nelken, Lorbeerblättern, Pfeffer, Oregano, Zimt etc. Gähnende Langeweile! Kein Wunder, dass man mit diesen Zutaten nicht wirklich etwas Neues auf den Tisch bringt. Dem kann abgeholfen werden.

Da wir umgeben sind von einer Vielzahl ausländischer Mitbürger, gibt es mittlerweile auch Läden fast aller Nationalitäten. Ein Rundgang zwischen Gewürzregalen aus z.B. Indien, Spanien, Asien oder Marokko sollte uns doch inspirieren können, einfach mal quer Beet zu mixen.

So könnte man zum Beispiel beim nächsten Reisgericht einfach mal Basmati,- oder Jasminreis wählen, und schon bekommt das Essen eine ganz andere Note. Oder während des Reiskochens exquisite Gewürze dazugeben, es muss nicht immer Curry sein.

Rosa Pfeffer aus Spanien freundet sich sehr gut mit geschnittenem Zitronengras während des Kochens an und schon sieht ganz normaler Reis fantastisch aus.

Also: keine Scheu vor Dingen, die wir nicht kennen. Auch wenn das Etikett in einer Sprache beschriftet ist, die ein Deutscher normalerweise nicht versteht: ab in den Einkaufskorb und rumtüfteln zu Hause. Was kann schon passieren?

Da bietet sich auch gemeinsames Kochen mit Freunden an, vielleicht hat der eine oder andere eine gute Idee beizusteuern oder kennt das Gewürz bereits. Und gemeinsames Kochen und anschließendes Essen ist eine herrliche Kommunikationsmöglichkeit. Auf jeden Fall ist ein weiterer Abend ohne Fernseher gerettet.

Manchmal muss es auch einfach mal etwas Besonderes sein...

Besondere und vergessene Gewürze

Besondere Gewürze sind in der Gourmet-Küche unerlässlich. Sie erst machen das Gericht zu einer Delikatesse. Dabei gibt es auch ganz erlesene Gewürze, die in Vergessenheit geraten sind.

Safran

Safran ist ein ganz besonderes Gewürz und gehört wohl auch mit zu den teuersten. Die gelben Fäden werden aus einer Krokusart aufwendig gewonnen.

Sie verleihen den Speisen eine schöne gelbe Farbe und einen dezenten bitter-herben Geschmack. Safran wird beispielsweise für Risotto oder Paella, aber auch zum Backen verwendet. Safran war schon in der Antike bekannt und gehört deshalb auch zu den ältesten Gewürzen.

Rosenwasser

Rosenwasser ist ein Nebenprodukt, welches bei der Destillation von Rosenöl einer bestimmten Rosenart anfällt. Rosenwasser dient der Aromatisierung von bestimmten Speisen.

Hauptsächliche Verwendung findet es in der indischen und arabischen Küche. Auch zum Backen wird es verwendet.

Kardamom

Kardamom ist ein asiatisches Gewürz und gehört zu den Ingwergewächsen. Es gibt schwarzen und grünen Kardamom, sie unterscheiden sich im Geschmack.

Grüner Kardamom wird oft in Süßspeisen verwendet, der schwarze hingegen eher für deftige Gerichte. Kardamom wird hauptsächlich in der indischen Küche verwendet.

Macis

Macis kennt man auch unter dem Begriff Muskatblüte. Man gewinnt dieses Gewürz aus der roten Schale der Muskatnuss. Es hat einen harzigen und leicht bitteren Geschmack. Man verwendet dieses Gewürz beim Backen, aber auch bei Fleischgerichten und manche Wurstsorten werden damit gewürzt.

Curry

Curry ist nicht eigentlich ein Gewürz, sondern vielmehr eine Gewürzmischung. Die jeweiligen Zutaten machen das Besondere an einem Curry aus. Currys kennt man vorwiegend aus der indischen Küche.

Ras el Hanout

Ras el Hanout ist eine nordafrikanische Gewürzmischung und wird für Lamm-, Reis- und Couscousgerichte verwendet. Es verleiht den Speisen ein ganz typisches Aroma.

Garam Masala

Garam Masala ist der Klassiker der indischen Küche. Auch hier handelt es sich um eine Gewürzmischung, die variieren kann. Typisch ist aber eine gewisse Schärfe.

Bärlauch

Bärlauch war schon bei den Germanen bekannt, dann geriet er in Vergessenheit und erlebt gerade eine Renaissance. Nicht nur frisch, auch die getrockneten und klein geschnittenen Blätter kann man für eine Vielzahl von Gerichten verwenden.

Der Bärlauch duftet und schmeckt nach Knoblauch, aber viel dezenter. Als Gewürz passt er zu

Aus frischem Bärlauch lässt sich ein leckeres Pesto zaubern.

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Quellenangaben
  • K © DeVIce - www.fotolia.de
  • Gewürze © Michael Stumpf - www.fotolia.de
  • Gewürze © Michael Stumpf - www.fotolia.de
  • Kräuter © Team 5 - www.fotolia.de
  • curry with other spices © Igor Dutina - www.fotolia.de
  • verschiedene Gewürze vom Wochenmarkt © maho - www.fotolia.de

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